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„Black Mirror“, S03E05

„Men against fire“ ist der feuchte Traum eines jeden Nazi. Gattaca meet’s Military. Vom Urlaub in „San Junipero“ zurück in die Dystopie. So kennen wir Black Mirror.

Die Zukunft zeigt sich in Black Mirror anhand einfacher Details: Seien es selbst fahrende Autos, Universal-Übersetzer oder eben die Sicht erweiternde Implantate, die immer wieder ein willkommener Aufhänger für das eine oder andere Szenario sind (wie auch in „White Christmas“, und besonders in „The Entire History of You“ (S01E03) und so auch hier). Mit Leichtigkeit kann man zwischen den unterschiedlichen Kameras hin und her zu switchen, was die Überwachung via Drohnen recht einfach gestaltet: es ist möglich Objekte heran zu zoomen und während der Übung am Platz, wird man von einer virtuellen Ausstattung begleitet. Klingt doch gut, oder?

Worum geht es?

Das Setting liegt im dystopen Dänemark, ein erbitterter Krieg zwischen Mensch und „Roaches“ beherrscht die Szenerie, genauer gesagt, zwischen minderwertigen Zombiehaften Wesen deren Blut krank ist und den (mittlerweile) „erweiterten“ Menschen. Es ist Soldat Stripes‘ (Malachi Kirby) erster Einsatz. Er agiert und tötet, wenn auch extrem. Kurz bevor er einer entstellten Kreatur mehrfach in den Hals sticht, blendet ihn diese mit einer Art Taschenlampe (es erinnert etwas an einen Sonic-Screwdriver made by MacGyver). Nach und nach fühlt er sich anders. Die Geschichte beginnt.

Spoiler!

Die Träume der hübschen Frau, die er seit Anbeginn hat, weisen mehr und mehr Störungen auf (quasi „laggen“) und er entdeckt, dass all seine Kameraden dieselben Zuckungen in den Fingern haben. Nach und nach fühlt er sich anders. Er kann Gras riechen. Der Psychiater beschert ihm gute Träume (aus der naiv-romantischen Phantasie wird eine Orgie) – und dieser Akt deutet bereits die Auflösung des Twists an.

Wenn Militär und Technologie zusammen arbeiten kommt selten etwas sinnvolles dabei heraus. In diesem Falle wurde vor 10 Jahren, unmittelbar nach einem Krieg, ein DNA-Screening bei jedem Menschen vorgenommen und seine Daten registriert, so wie schwacher IQ, Veranlagung zu Krebs oder anderen vererbbaren Krankheiten. Die Soldaten sind dazu da, die Menschen „rein“ zu halten und alle anderen auszulöschen. Eine alte und bekannte Idee. Und was eignet sich besser, als dass einem Soldaten ein „tatsächlicher“ Feind vorgesetzt wird? Nach und nach bemerkt Stripes, dass die Roaches eigentlich ganz normale Menschen sind – die nicht registriert werden wollten, und das nichts von dem wahr ist, was ihm erzählt wurde.

Zurück auf der Station indoktriniert ihm der Psychiater, dass es notwendig sei, sie auszulöschen und die Zukunft davon abhänge. Wolle er zurück in eine Welt in der Krebs und Krankheit weiter getragen werden? Stichwort: Gattaca – Zwei Klassengesellschaft. Und aus diesem Grund müssen alle, die nicht dem Standard entsprechen, vernichtet werden. Interessant ist auch die Tatsache, dass Stripes dieses Leben offenbar selbst wollte und eine Erklärung unterschrieb, dass er sich nicht mehr an das Gespräch erinnern werde. Das Video wird ihm kurz daraufhin vorgespielt.

Wenn die Medien von implantierten Chips sprechen, die von Arbeitgebern ihren Arbeitnehmern eingesetzt werden, um beispielsweise Türen zu öffnen oder sich einzuchippen oder damit am Kaffeeautomat bezahlen, muss ich unweigerlich an die negativen Konsequenzen denken, die zwar jetzt, im Säuglingsstadium, noch nicht abschätzbar sind, uns aber durch Science Fiction über Jahrzehnte nahe gebracht wurden und werden. Thank you, but no thank you.

Stripes erinnert sich tatsächlich nicht und er hat zwei Möglichkeiten: Reset, inklusive das aktuelle Gespräch, oder er wird sich bis auf den Rest seines Lebens an die schrecklichen Qualen (er sieht nun deutlich vor Augen, dass es ein Mensch war) in Endlosschleife erinnert werden.

Fazit: Dystopie vom feinsten.

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