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„The End of the fxxxing World“ vs. „Everything sucks“

Während Everything sucks krampfhaft versucht den nie dagewesenen Glanz der 90er Jahre in Bild und Ton zu fassen, aber dabei nur ein wirres Konglomerat der 1990er zusammen stückelt, wirkt The End of the fxxxing World (wohl eher) unfreiwillig wie ein 90er Jahre Teenager-Epos, dass sich neben seinem herrlich schwarzen und britischen Humor, auch durch die vollständige Abstinenz moderner Technologien auszeichnet. Keine Smartphones, kein Internet, alte Autos und längst vergessene Telefonzellen. Mir gefällts.

Sicherlich lassen sich die beiden Serien nur bedingt miteinander vergleichen: die grundlegende Stimmung unterscheidet sich gewaltig (schwarzhumorig und düster vs. gewollt lustig und bunt) so auch der Cast. Sind es bei The End of the fxxxing World nur zwei Teenager, versucht Everything sucks auf eine Mehrzahl junger Protagonisten und deren Eltern einzugehen – was aber vielleicht die einzige Stärke der Letztgenannten ist. Und nicht zuletzt, die angesetzte Zeit: 1990er vs. 2010er.

The End of the fxxxing World

Gleich in der ersten Szene wird das Smartphone auf die hinteren Plätze verwiesen. Alyssa erhält eine Nachricht von ihrer Freundin die ihr gegenüber sitzt, steht auf und wirft ihr Smartphone demonstrativ auf den Boden. Sie tritt nochmal drauf und entschließt sich, neue Freunde zu suchen: Ihr Auserwählter: Der seltsame James. James, der glaubt ein Psychopath zu sein, weil er nichts fühlt und schon allerhand Lebewesen auf dem Gewissen hat. James, der das Gefühl hat, dass es nun doch Zeit wird, für etwas größeres. Sein Opfer: Alyssa.

Anhand der Beschreibung bei Netflix hätte mich die Serie wohl noch weitere Monate nicht interessiert. Sie las sich banal (Mädchen ist in einen Jungen verliebt, der sie töten will) und konfus. Erst die positive Reaktion Madame (8)s, ließ mich neugierig werden. Und bereits ab der ersten Folge war ich verliebt. Verliebt in die beiden Charaktere, verliebt in den düsteren, morbiden Ton der Serie, die genau meinen Geschmack traf.

The End of the fxxxing World erinnert an Bonnie und Clyde, erinnert an Teenanger, die einfach keine Lust mehr haben und ihr eigenes Ding machen, verzichtet auf moderne Technologien und besinnt sich wieder auf das, was wichtig ist: Zwischenmenschliche Kommunikation, Nähe und Reflexion.

Everything sucks

Everything sucks wäre gerne eine leicht bekömmliche Serie über Teenies im Jahre 1996 und schmeißt alles, was irgendwie mit den 90ern zu tun hatte, ziel- und wahllos ins Geschehen. Zugleich nerven die Kids, besonders Luke, der eine (vermutlich) unbeabsichtigte aber durchaus gelungene Hommage an Dawson Leery ist. Wir kennen Dawson, den Film-Freak (so auch Luke) aus Dawson’s Creek und hassten ihn. Wir hassten sein Jammern und sein ständiges Mimimi. Alles was Dawson tat und sagte, passierte aus Egoismus heraus. So auch bei Luke. Immer geht es um ihn, was er für Kate tut, damit er mit ihr zusammen sein kann. Er versucht sie ständig davon zu überzeugen, wie toll es doch sei, wenn sie sich für ihn entscheidet – und ignoriert aber dabei komplett ihre Gefühle und Meinung. Im Gegenteil, er wird sogar wütend, wenn sie sagt, was sie denkt.

Lediglich Kate und die eigene Empathie den Eltern gegenüber motivieren die Serie bis zum Ende zu schauen. Madame (8) gab allerdings nach 5 Folgen auf. Dass wir Sympathie mit den Eltern empfinden, hat nichts damit zu tun, dass wir erwachsen sind und Arielles Vater Recht geben würden, wenn dieser sagt: „Aber du kennst ihn doch nicht!“ – „Daddy, ich bin kein Kind mehr!“ Und wir: „Doch, bist du!“ Sondern, dass diese Charaktere, im Gegensatz zu den nervigen Teenies, allen voran Luke, gefolgt vom Drama-Club, authentisch und ehrlich sind – auch wenn sie sich zeitenweise genau so dämlich aufführen.

Wenn etwas wirklich seltsam ist, so ist es der Drama-Club: Motivierte, engagierte und extrovertierte Schüler, die Szenen in der Cafeteria zum Besten geben und über die, die Film- und Musikgeschichte der 90er beliebig drüber gestülpt werden kann. Emaline erinnert zunächst an Courtney Love, kurz darauf an Gwen Stefanie und in der nächsten Folge trägt sie Converse. Sicherlich Humorvoll gemeint und vielleicht auch eine Hommage an gewisse mediale Fixpunkte und trotzdem fehlt etwas, denn es bleibt ein „Okay…“ zurück und kein „Omg! Weißt noch! Wie cool!“ Nein.

Fazit

Ja, die Easter-Egg-Kultur hat längst ihren Zenit erreicht. Nicht jede Szene hat es nötig, an irgendwas von früher erinnern zu müssen. Everything sucks erweckt den Eindruck, auf Zwang und Teufel komm raus zeigen zu wollen, wie toll es doch war. Und wie anders. Vielleicht war es in Nordamerika so, aber ich bezweifle das. Die medialen 1990er, die gezeigt werden, driften viel zu schnell in Klischees ab und beinahe könnte die Serie als Satire durchgehen, was aber durch die ehrlichen und ernsten Momente leider vereitelt wird.

Während Everything sucks eine nervige Teenie-Serie mit Dawson-Charakter ist, wurde mit The End of the fxxxing World hingegen ein Meisterwerk geschaffen, dass man sich gerne auch ein zweites Mal ansieht. Ich glaube, ich habe das Ende noch immer nicht verkraftet.

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Woche #2602

Aktuell durchleben wir die wohl kälteste Periode seit gut 10 oder 12 Jahren. Minus 20 Grad Nachts, kaum weniger als Minus 10 Tagsüber. Es ist kalt. Wirklich kalt. Und der garstige Nordostwind aus der Arktis (auch bekannt als „Väterchen Frost“) macht das ganze nicht besser. Auf freiem Feld hat es ca. gefühlte Minus 20 Grad.

Achtung, Pferde-Content

Woher ich das weiß? Ich war heute draußen, samt Pferd. Allerdings musste ich irgendwann einsehen, schon wegen des Gefröstels meines Körpers und den zur Seite gelegten „Muli-Ohren“ meiner felligen Begleiterin, dass der Wind heute siegen würde. Es war einfach zu kalt, und ganz gleich wie viele Schichten ich noch hätte anziehen können, ich spürte ihn direkt auf der Haut. So kehrten wir um und auch sie war darüber erfreut.

Warum zum Teufel ging ich überhaupt hinaus? Ich hatte der Dame versprochen, dass wir heute ins Feld gehen. Gestern waren wir auf dem Platz und sie ließ es mich durch eine kurze und/aber harmlose Bockerei zu Beginn spüren, was sie davon hielt. Nämlich nichts. Sie tat ihre Meinung kund und verhielt sich danach wieder artig. Außerdem wollte ich wieder allein auf Weg, da sie, was ich immer noch seltsam und zeitgleich amüsant finde, wenn wir allein am Weg sind, viel sicherer und furchtloser ist. Sind wir mit der Leitstute unterwegs, übernimmt sie sofort deren nervösen Charakter und erschreckt vor Dingen, die ihr sonst egal sind.

Ich wollte also keinen tänzelnden Nervösling unter mir haben, sondern ein Abenteuerpferd. Zuerst hatte ich Angst alleine hinaus zu gehen und suchte ständig wen, lag der Besitzerin in den Ohren sie möge doch Zeit haben, und jetzt versuche ich auch oft alleine hinaus zu kommen. Andererseits, von vier Pferden ist sie die einzige, die sich motiviert mit mir ins Abenteuer stürzt. Wenn die Leitstute als „die Schnelle mit Gas“ vorgestellt wird, ist sie die „Zickige“, die eben auch nicht mit jedem kann oder mag. Die „Junge“ und die „Faule“ sind aktuell schwanger, nachvollziehbar also, dass sie nicht mehr so recht wollen. Einst spürte ich sogar einen harten Tritt des kleinen Monsters. Ich habe vollstes Verständnis für die beiden. Dennoch und zugegeben, es dauerte ca. etwa drei Monate bis wir so weit waren.

Warum ich nicht regelmäßig über meine Pferde-Erlebnisse blogge?

Zum einen, weil ich glaube und annehme, dass es kaum wen interessiert – wobei mir das noch egal sein könnte; zum anderen, weil Pferdemenschen und besonders Pferdefrauen sehr, wie soll ich sagen… mühsam sind und ich mich, zumindest hier, nicht deren Kritik aussetzen möchte.

Um die Dimensionen etwas zu veranschaulichen: Nehme einen Star Trek- und einen Star Wars-Fan und gebe beide in einen Raum, sie werden debattieren, vielleicht sogar laut werden und sich anschreien. Oder meinetwegen einen DC- und einen Marvel-Fan. Disney vs Warner Bros. Konsole vs PC.

Setzt man zwei Pferdefrauen mit unterschiedlichen Meinungen in einen Raum, hagelt es Kritik, Neid, Blut und Hass. Es wird beleidigt und angefaucht. Ich beobachte es tagtäglich in Foren und Social Media Gruppen. Jede Meinung wird angefeindet und die Bezeichnung „Tierquäler!“ fällt nicht selten. Nein, ich übertreibe nicht. Wer einst in einem Stall zu tun hatte, weiß wovon ich spreche. Nur in ganz wenigen Gruppen wird Wert auf einen neutralen Umgang gelegt, ohne dass man den Fragensteller gleich zerfetzt. Denn auch die „falschen Fragen“ zu stellen, werden, wenn nicht mit Hass, aber mit Hohn und Spott bedacht.

„Stallweiber“, wie sie umgangssprachlich genannt werden, „seien die schlimmsten!“ meinte eine frühere Bekannte zu mir, die ich einst wegen Rat angerufen hatte. Hebe ich mich aus dem ganzen heraus? Natürlich! Ich weiß viel zu wenig und bin über jede Gelegenheit zu lernen dankbar, und trotzdem glaube ich (und da haben wir die Antwort, also nein, ich bin auch nicht besser), dass man ein Pferd nicht unbedingt, polemisch gesagt, bewusstlos prügeln muss („Du musst dich durchsetzen!“), dass es tut, was man möchte. So lasse ich das Pferd, welches ich meistens reite, auch mal diskutieren. Zwar sage ich bestimmt „Nein“ und treibe mit Schenkeldruck weiter und manchmal gibt sie gleich nach und akzeptiert meine Meinung. Manchmal diskutieren wir etwas länger. Und wenn sie wirklich hartnäckig „Nein“ sagt, versuche ich den Grund zu erkennen. Gab ich ihr falsche Hilfen? Macht ihr was Angst? Bin ich selbst unruhig oder unkonzentriert? Verlange ich zuviel? Hat sie heute einfach keine Lust mehr? Der Fehler, so glaube ich, liegt in erster Linie immer beim Menschen. Aber auch da scheiden sich die Meinungen. „Es gibt einen Grund, warum…“ und „Der verarscht dich!“ Die Wahrheit liegt wohl dazwischen.

Aber ja, auch das könnte mir egal sein – trotzdem habe ich nicht das Verlangen viel oder oft darüber zu schreiben. Vielleicht ab und an. Hin und wieder. In Beiträgen wie diesen.

Und der übliche Rest

Ich sah übrigens auch, dass der letzte Eintrag wieder Ewigkeiten her ist (und sich die Entwürfe wie Fruchtfliegen vermehren) – was an der Tatsache liegt, dass ich Tagsüber nach der Erwerbstätigkeit in den Stall eile und Abends meine Zeit mit (aktuell) Ark Survival (Aberration DLC) verbringe. Das Schreiben leidet, das Bloggen leidet, das Lesen leidet. Sogar Instagram leidet! Immerhin komme ich zum Serien schauen: Everything sucks und The End of the fucking World. Man möchte fast wieder Teenager sein – aber nur fast.

Am Wochenende sah ich Black Panther und musste (erneut) feststellen, dass mich männliche Superhelden langsam ermüden. Viel interessanter fand ich die Geschichten um die beteiligten Frauen. Sie hatten Raum, die Charaktere waren hervorragend gespielt und überragten die männlichen Darsteller mit Leichtigkeit. Und ja, männliche Film-Helden haben bisher nur deswegen profitiert, weil die weibliche Rolle einfach scheiße geschrieben war. Mittlerweile ändert sich das. Denn sowie in Everything sucks und The End of the fucking World, interessiert mich die Geschichte des Mädchens mehr, als die des Jungen.

Nebenbei erwähnt hatte Tirol vergangenen Sonntag Wahlen; die 60%ige Wahlbeteiligung ist wohl Väterchen Frost zu verdanken. Das Ergebnis blieb wie erwartet gleich. Manche Dinge ändern sich nicht mehr.

Ps: Ich hatte und habe aktuell das Gefühl, dass die Kälte wohl niemals mehr aufhören wird. Sie wird bleiben und es wird für immer kalt sein. Kein Frühling und keinen Sommer mehr. Nur mehr Winter mit Minus 10 Grad. Minus 20 Grad. Gefühlte Minus 30. Die Erklärung ist einfach: Habe ich mich früher bei diesem Wetter mit Laptop unter der Bettdecke verkrochen und die Zeit ausgesessen bis es wärmer wurde, erlebe ich es jetzt jeden Tag direkt und ungefiltert an Haut und Haar.

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