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„King Arthur – Legend of the Sword“

Zugegeben, der Trailer sah sehr trashig aus. Der Name Guy Ritchie verspricht allerdings Handwerkskunst, und auch wenn ich mit Gangster-Filme eher weniger anfangen kann, ist der Stil unterhaltsam und so besuchte ich den Film. Der Ton war zu laut und der 3D-Effekt bei den Logos der mitwirkenden Firmen und Studios besonders ersichtlich, unterm Film nur ab und an.

Die Einführung in die Geschichte und den Charakter erfolgte ohne Umschweife und kurz zusammengefasst in Musikvideo-Optik – stimmig. Die Geschichte um König Arthur und die Ritter der Tafelrunde wurde damit auch neu interpretiert – ganz anders als Marion Zimmer Bradley es damals erklärte. Aber stimmig. Die Kampfszenen waren interessant, stimmig im Fluss, flüssig und mitreißend. Der Sound war großartig. Man wippte mit. Ich wippte mit.

Einzige Kritik: Frauen? Hallo? Eine Hexe mit etwas Viecher-Magie, aber ansonsten dürfen die schönen Maiden als Opfer herhalten. Shame! Shame! Shame!

Seltsam und etwas verstörend: Lord Baelish ohne Schnauzer. Wtf? Und es beschleicht einen immer wieder ein gewisses Gefühl, wenn er ins Bild tritt. Spricht das für, oder gegen den Schauspieler?

Fazit: Wenn man Fantasy, Mittelalter und Guy Ritchie miteinander kombiniert, zusammen in einen Topf wirft und kräftig umrührt, kommt genau das raus, was man sich erwartet. Wer also Guy Ritchie mag, wird auch diesen Film mögen. Wer nach einem epischem Fantasyspektakel sucht, wird nur halb bedient. Also lasst euch nicht vom trashigen Trailer abschrecken, der Soundtrack ist großartig und der Film sehenswert. Zumindest unterhält er auf vertraute Art und Weise.

4 von 5 Schlangen, 5 von 6 Schwertern und 4 von 4 Musikstücken.

Die Kritik der Onlinezeitung Regional aus Wolfenbüttel fast es mal eben bildhaft zusammen und bestätigt sogleich meinen Eindruck:

„Ritchie wäre natürlich nicht Ritchie, wenn er dem Ganzen nicht seinen ganz persönlichen Anstrich geben würde. Arthurs Jugend und Aufstieg in den Straßen von Londinum ist natürlich Referenz an seine frühen Gangsterfilme „Snatch“ und „Bube, Dame, König, grAS“. Der typische Coolness-Faktor fehlt ebensowenig wie das passende Quentchen Humor. Die Kampfszenen in 3D-Technik sind ebenso 100 Prozent Ritchie-Style wie die atemberaubende Schnitttechnik oder der nicht immer lineare Erzählstil, der gerne auch mal nur von den Protagonisten diskutierte Handlungsoptionen bildlich darstellt. Auch die Geschwindigkeit ist teilweise atemberaubend, sei es Arthurs Jugend in Londinum, die im Zeitraffer an einem vorbeifliegt, sei es Arthurs gefahrenreicher Selbstfindungstripp in die Darklands. Aus letzterem hätte Peter Jackson wahrscheinlich allein einen Drei-Stunden-Film gemacht – bei Guy Ritchie ist es ein Fünf-Minuten-Video-Clip.“

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„Fantastic Beasts and where to find them“

Viel zu spät aber doch noch folgen Bilder von Kreaturen, ein paar Gedanken und dezente Recherche.

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Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass sich 3D demnächst wieder aus den Kinosälen verabschieden darf, gestehe ich erfreut, dass der 3D-Effekt bei den Kamerafahrten und den Tierchen stimmig geplant und eingesetzt wurde. Es wirkte nicht störend. Wenn ein Film jedoch nicht darauf ausgelegt ist und dieser Effekt im Nachhinein mehr schlecht als recht irgendwie rein gemurkst wird, dann nervt es und verdirbt einem durch unscharfe Bilder das Sehvergnügen. In Fantastic Beasts hatte man ein gewisses Achterbahn-Feeling und ich bedauerte die Kürze der Fahrten. Und wenn die Kreaturen und Tierchen plötzlich auf einen zuhuschten und sie zum Greifen nahe waren, fühlte man sich „mitten“ drinnen. Das war nett.

Eddie Redmayne hatte mit seiner Stephen Hawking Performance und seiner, wenn auch dezent übertriebenen Darbietung in The Danish Girl bewiesen, dass er ein guter Schauspieler ist, der es durchaus schafft, auch weniger konventionelle Rollen zu meistern. Insofern ist es vollkommen in Ordnung, wenn er in den nächsten Jahren Newt Scamander miemen und sich ein Fandom aufbauen darf. Dass die Filme auch alle zwei Jahre angesetzt sind, finde ich etwas zu weit gegriffen, lässt aber den Darstellern ausreichend Möglichkeit, nebenbei noch andere Projekte zu verfolgen. Ich frage mich, ob wir ihn auch mal in einer Rolle sehen werden, die sich nicht nur aus schiefer Kopfhaltung, null Blickkontakt und schüchternem Lächeln zusammensetzt. Ich sähe ihn gerne als einen James Bond oder als einen Bully, in einer Rolle, in der ‚mehr‘ zeigen darf was er kann.

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Ich suchte nach dem Tweet: „Find a man who look at you like Newt looks at creatures“ fand ihn aber noch nicht. Zugegeben, auch mir entsprang ein Funke der Verehrung wenn der schüchterne Blick, plötzlich aufleuchtet. Dank gilt der visuellen Gestaltung und Nachbearbeitung. Es stellt sich die Frage: Können wir Filme, trotz des Wissens um ihre Entstehung dennoch genießen? Egal, es geht ja um die Tierchen, deswegen:

Ich fand aber auch Katherine Waterston aka Porpetina Goldstein sehr interessant und denke mir, hätte man sie gelassen, wäre noch viel mehr heraus zu holen gewesen. Der dicke Bäcker (Dan Vogler) hielt für kalkulierte Lacher her, wirkte sympathisch und sorgte für das „Ohh… der Arme“ und folgend für „Ohja.. immerhin bäckt er tolle Kreaturen“. Und auch die hellsehende Schwester (A Fine Frenzy, u.a. Sängerin und Pianistin) wirkte trotz Klischee sehr sympathisch. Leider konnte ich mit Colin Farell gar nichts anfangen und auch Johnny Depp erscheint mir hier vielleicht etwas fehl besetzt? Seit Johnny Depp in den letzten seiner Filme immer wieder die gleiche Figur darzustellen scheint, verlor er etwas an Reiz und wirkt nur mehr wie ein Schatten seiner besten Charaktere.

Der Film war unterhaltsam, wenn auch etwas langatmig. Es war kein Harry Potter und das kann man nun positiv oder negativ sehen. Mir schien, es fehlten ausgedehnte epische Szenen, aber das war auch schon beim letzten Harry Potter so. Der Regisseur war der gleiche.

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Und auch wenn der Merchandising Markt mit den bisher gezeigten Tieren ausgelastet sein mag, so vermisste ich doch „mehr“ davon und zwar nicht im Sinne von Quantität, sondern Qualität. Es braucht keine 100 Tiere, wenn 5 Tiere aktiv in die Geschichte mit eingebaut werden. Groots kleiner Bruder und der große Vogel, sowie das unsichtbare Vieh und auch der süße Niffler sollten zwar zeigen, dass der Film von putzigen Kreaturen und wo sie zu finden sind, handelt, dienten aber schlussendlich (doch nur) als Legitimation, eine weitere Wizard-World Geschichte pompös erzählen zu können inklusive aller damit verbundenen Folgen. Daher: Weniger Story, mehr Tiere!

Ebenso hätte man in dieser Hinsicht ruhig noch mehr Unterschiede zwischen der amerikanischen und englischen Welt zeigen können. Ich vermisste etwas das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere und hatte das Gefühl, dass eine Geschichte erzählt werden muss, um an die voran gegangenen Erfolge anknüpfen zu können.

Fazit: 7,2 von 11 putzigen Kreaturen.

Fazit II: War ich zufrieden? Ja. Ich wurde unterhalten, ich lächelte, ich fühlte mit. Nur fehlte etwas. Nur was? Ich mag das Universum – ein weiteres in dem ich gerne leben würde – Ich mochte die Darsteller und ich mag putzige Kreaturen. Aber irgendwas fehlte.. War es die Erwartung an einen epischen Film, die mich dann ohne Strumpf zurück ließ, im Sinne von „Master has given c4t an expectation, c4t is free“? Wer weiß.

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„The Huntsman – Winter’s War“

Real Life Frozen! Beinahe, fast – aber nicht ganz. Es folgt ein subjektives Review. Inkl. Spoiler.

Die Schlange mit den Blümchen und die Schildkröte mit den Blümchen und die winzigen, offensichtlich geschlechtslosen Feen (?). Ach du meine Güte, war der Film putzig. Die Kostüme waren ansehnlich und auch die Regie ordentlich. Die Schneeflocken! Es fehlte zwar noch das gewisse Etwas, aber ich mochte den Film. Ja, ich mochte ihn wirklich. Lästig waren lediglich die Besucher, die sich zwei Sitze weiter, permanent in Zimmerlautstärke unterhielten und mit ihren Handys spielten. Ich würde solchen Leuten sofort Hausverbot erteilen. Und ich mag definitiv kein Parade-Beispiel für Anstand sein, aber sowas? Ernsthaft? Diese Dreistigkeit. Sie konnten sich glücklich schätzen, dass ich nichts zu werfen hatte. Und Angst, aus dem Kino geschmissen zu werden, da es das einzige in näherer Umgebung ist, dass nicht nur Independent OV-Filme zeigt.

Anyway.

Die Musik war ab und an, im Vergleich zur Szene etwas schwach, die Story gewöhnlich und da es ein Märchen war, natürlich auch vorhersehbar. Kann es sein, dass eine Szene aus dem Trailer fehlte? Ein Prequel und Sequel zur gleichen Zeit. Aber alles in allem sehenswert, vorausgesetzt man mag Fantasy. In diesem Falle wurde sogar der 3D Effekt adäquat verwendet. Wenn er bspw. bei Batfleck V Superman absolut katastrophal war, gab es hier nichts zu bemängeln. Keine doppelten Ränder, keine ungewollte Unschärfe. Es schwebten sogar kleine Schnee-Partikel im Raum herum. Generell aber möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass man auf 3D verzichten kann und sollte. Bei Animations-Filmen lass ich es mir noch einreden. Gut, in diesem Falle… Man versteht meine Aussage.

Als ehemalige (Mittelalterliche) Schwertkämpferin empfand ich die Choreographien als äußert gelungen. Die der Kinder, sowie die Gruppen-Fights. Etwas Schmerz und Wehmut krochen aus meinem Herzen, da ich keine Möglichkeit mehr habe, diese selbst nachzustellen und damit aufzutreten.

Aber man erkläre mir bitte eines: Warum zum Teufel ließ man einen Australier schottisch sprechen? Warum zum Hades so künstliche Akzente? Gab es einen speziellen Grund dafür? Es wirkte seltsam und unfreiwillig komisch. Übrigens, Lense Flairs – besser, weil weniger, aber dafür wenn, dann sehr deutlich.

Die Zwerge waren großartig. Und auch wenn sie sich nur derben britischen Pub-Slang um die Ohren schmissen, wirkte es sympathisch und amüsant. Und dass die derbe Zwergin dann gegen Ende doch nachgibt, darf dem Grundton der Geschichte nicht übel genommen werden. Es ist eben ein Gut gegen Böse Märchen.

Charlize Theron, Aoen Flux und Furiosa als böse Königin war erneut sehr gelungen, auch wenn man ihr zu wenig Spielraum gegeben hatte. Sie ist großartig. Dieser bitterböse Blick. Der verzweifelte Blick. Der laszive Blick. Und. Und. Und. Sie kann es einfach.

Thor war ausnahmsweise nicht oben ohne („Sei nicht so sexistisch!“), aber dafür trug er die selbigen zwei Gesichtsausdrücke und grinste wie eh und je. Emily Blunt aka Elsa aka The Ice Queen war gut besetzt, wird sie ja als neue „Action-Heldin“ gefeiert (Edge of Tomorrow, Sicario). Ich kann mir allerdings nicht helfen, dass ich bei Jessica Chastain, nachdem ich den nun .. sicher vierten Film mit ihr sah, immer noch überlegen musste: Kennt man die? Ich weiß nicht woran es liegt, aber sie bleibt mir einfach nicht im Gedächtnis. Dabei gibt es an ihr nichts auszusetzen.

Notiz am Rande im Bezug auf „junges Hollywood“. Alle Darsteller waren über 30. Nein, ich störe den Lesefluss nicht via „gendern“, das geschieht schon durch meine unglücklichen und der späten Stunde zu verdankenden Satzkonstruktionen; und ja, damit meine ich auch die Frauen. Emily Blunt, die noch jüngste mit 33, Chastain mit 39(!) und Theron mit 40 Jahren. Lediglich eine der Zwerginnen war 28. Und was die Kleinwüchsigkeit betrifft, führt Chastain mit nur 1,63.

Fazit: 7,5 von 10 Let it goooo’s.. 9 von 10 Do you wanna build a Snow-owl? für die Eis-Eule. Und 7 von 10 Its the first time in forever für die Liebesgeschichte sowie 8 von 10 Lifes too short, für eine Mutter deren Kind ermordet wurde, und deren verstoßenes, zerbrochenes Herz schlussendlich doch noch die Liebe akzeptierte.

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