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„Fear the Walking Dead“, S04E01 und 04E02

What.

The.

Fuck.

Genau so zerstört man eine gute Serie. Genau so. Thx AMC. Thank you very much. Selbst wenn es vermutlich einen guten Grund gibt, warum und wieso und weshalb – I don’t like it.

Spoiler

Ich mochte FearTWD, weil es eben nicht TWD ist. Keine gefühlten 30 Minuten eine Rick-Ansprache pro Folge, kein qualvoll in die Länge gezerrtes Narrativ um jede Minute eines jeden Charakters erzählen zu können/müssen. Ich mag/mochte FearTWD, weil Madison charismatischer, cooler und konsequenter ist als Rick. Und besonders, weil sich die Story nicht über 30 Charaktere spannt, deren Namen man ständig vergisst, sondern lediglich um eine Familie und ein, zwei Nebencharaktere, die auftauchen und wieder verschwinden. FearTWD ist überschaubar und man empfindet echte Sympathie, weil, erneut, es nur eine Handvoll Protagonisten gibt und keine 30, deren Überleben man recht gleichgültig gegenüber steht. Ja, stirb, Person deren Name ich schon wieder vergessen habe. Who cares.

Es werden also 6 weitere neue Haupt- wie Nebencharaktere eingeführt: wie Morgan; Morgans Begleiter John, der zugegeben ein gewisses sympathisches, naives Element mitbringt; Maggie Smith (LOST, Taken) als filmende Journalistin Althea; einen neuen (Hipster) Big Bad namens Mel mit Trailerpark; sowie ein kleines Mädchen und Jenna Elfman als Naomi. Und zu guter Letzt verwirrt die erste Folge unnötig sinnlos mit forcierter Suspense-Mystery, während die Zweite unterschiedliche Timelines aufklaubt, und am Ende der ersten Hälfe das Rätsel (Wie kam es dazu? Und viel wichtiger: lebt Madison noch?) auflösen soll. In diesem Falle wird noch mit übertriebenen Filtern gearbeitet, sodass wirklich klar ist, wann sich welche Szene abspielt.

Was bei Westworld funktioniert, wird, so fürchte ich, FearTWD scheitern lassen. Aber vielleicht sind ja auch nur die ersten 8 Folgen so gestaltet und im August geht es in der üblichen Erzähl-Taktik weiter.

Trotzdem, was zur Hölle hat man sich dabei gedacht? Ja, irgendwas muss man sich dabei gedacht haben – trotzdem bleibt mein Interesse kühl und abwartend. Die Gier nach der nächsten Folge, wie es aktuell nur The Expanse schafft, bleibt aus.

But Why?

Als verlautet wurde, dass Morgan Teil des Hauptcasts werden soll, war anzunehmen, sie bleiben in der Vergangenheit und erzählen ein weiteres Detail. Aber nein. Die Geschichte um Madison und ihre Familie springt 2 Jahre in die Zukunft, um dort anzuknüpfen, wo TWD (ich sah das Ende noch immer nicht) endete, um (vermutlich) die wenigen interessanten Charaktere aus einer längst dahin sterbenden Serie zu retten. Wie zum Beispiel Morgan. Und wenn, wie Gerüchte kursieren, Daryl Ricks Posten übernehmen soll, da (offensichtlich) auch Andrew Lincoln mittlerweile erkannte, dass TWD schon längst Zombiefutter ist, könnte TWD sogar noch einmal interessant werden. Anyway..

Andererseits, was hätte man in den zwei Jahren gezeigt? Das TWD-Universum und der Umgang mit menschlichen Ressourcen und Konflikten, Zombies und das (Über)Leben in einer postapokalyptischen Welt lässt nicht all zu viel Spielraum zu ohne ins Belanglose abzudriften. Warum nicht eine Season zeigen, wie eine Gruppe versucht, ein Postsystem (Ich weiß, es gibt einen Kevin Costner Film dazu) einzurichten oder eine Radio-Sendung zu schalten, versuchen Technik und Wissenschaft zu restaurieren, anstatt sich ständig zu bekämpfen und dumme, menschliche Fehler zu machen, bei denen man unweigerlich denkt: But Why? Warum können keine intelligenten post-apokalyptischen Serien gedreht werden?

Sicherlich, wäre alles beim alten geblieben, wäre die Story wie eh und je weiter gegangen und hätte Madison dabei begleitet, wie sie sämtliche Farmer killt, deren Farm übernimmt und, durch irgendwelche dummen Aktionen, diese wieder verlassen muss oder gar zerstört. Vielleicht ist es sogar gut, dass zwei Jahre gesprungen wurden? Who knows? I don’t. So gibt es zumindest einen Aufhänger, Cliffhanger und wooho! Abwechslung zum alten Format.

Was passiert in den ersten beiden Folgen?

Morgan wandert von Atlanta nach Texas. Allein. Denn er möchte weg von Menschen, Menschen tun ihm nicht gut. Er trifft auf Althea, eine Journalistin mit SWAT-Truck, welcher er, nach langem hin und her und gegenseitigem retten, doch ein kurzes Interview zusagt. Er trifft zu Beginn auf John, einen naiven Cowboy, der ihm nicht mehr von der Seite weicht und macht Bekanntschaft mit den neuen Big Bads. Am Ende gerät er in einen Hinterhalt von Nick, Alyssa und Victor. Aber wo ist Madison?

Episode 2 zeigt uns die Vergangenheit, mit hellem Filter, Madison und ihr Camp in einem verlassenen Baseballstadium. 47 Personen beherbergt sie und es werden immer mehr. Alles ist friedlich und Nick (wir kennen ihn meist mit Blut beschmiert neben Zombies laufend) möchte, nachdem er den Damm zerstört hatte, nicht mehr hinaus.

Die Geschichte tut ihren ersten Schritt und zeigt Charlie, ein kleines Mädchen, und ein Camp welches leer ist. Geräumt, Geräuschlos, lediglich ein paar Zombies befinden sich eingesperrt in Silos, sowie Naomi, von der man noch nicht weiß, was man halten soll. Und bald finden wir heraus, wer die neuen Big Bads sind: Menschen, die Camps von Zombies befreien, lustige Akteure, die tanzend mit Musik Zombies fangen und in einen Wagon locken. But why? Sie zwingen Madison nicht zur Kapitulation ihres Camps, sondern sie warten. Saviours 2.0: Give and live, join or die.

Und da jedes Camp irgendwann fallen muss..

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„Fear the Walking Dead“, Season 1 bis 3

Fear the Walking Dead beendete seine dritte Season nur wenige Tage bevor TWD in seine achte Season startete und wird bald, wenn TWD endet, in die vierte Runde gehen. Dies war bereits am 15.4.2018. Aktuell befindet sich Season 4 in der Sommerpause und wird im August fortgesetzt. Zeit also für einen Rückblick, und warum ich die Serie mittlerweile (viel) spannender und interessanter als TWD finde.

Das Spin-Off setzt ziemlich am Beginn der Zombieapokalypse ein, während Rick erst 60 Tage nach dem Outbreak aufwacht. Erst als FearTWD sich bereits Mitte seiner zweiten Season befindet, erwacht Rick aus seinem Koma. Genauer: FearTWD beginnt dort, als Rick angeschossen wird und ins Koma fällt. Reddit User simplygen glaubt, dass erst 40 Tage vergangen sind und ein Kommentator meint, dass Madison ein Rick-Charakter war, bevor Rick zu Rick wurde wie wir ihn kennen. Agreed.

FearTWD müsste demnach nach noch mindestens 10 weitere Seasons bekommen, um ein interessantes Crossover möglich zu machen – während TWD in seiner Zeit stehen bleiben müsste (was bei der aktuellen Geschwindigkeit (eine Season für 3 Tage?) und den Andeutungen unterschiedlicher Zeitlinien sogar in den Bereich des Möglichen rückt). Ich sähe gerne eine Gegenüberstellung zwischen Madison und Rick. Rick würde eindeutig verlieren. Madison ist viel cooler. Wirklich.

Worum geht es? (Achtung Spoiler)

Die Geschichten spielen an der Grenze zu den Vereinigten Nationen und überwiegend in Lateinamerika. Spanischkenntnisse werden aufgefrischt und wir stoßen auf Spiritualität, Religion und, in der dritten Season, auf tatsächliche Native Americans.

Die Story erzählt von Madison Clarke (Kim Dickson) und deren Familie, ihrem Mann Travis, dessen aus früherer Ehe mitgebrachten Sohn, und ihren eigenen zwei Kindern: Nick und Alicia. Wie Rick, so trifft auch Madison auf die einen oder anderen Mitspieler, von denen manch einer eine wiederkehrende Rolle trägt. Von Anfang an ist klar, dass Madisons einziges Ziel es ist, ihre Familie zu beschützen und dabei geht sie für wahr über Leichen, ohne jedoch dabei in Ricks raues Jammern zu verfallen, denn dafür hat sie wirklich keine Zeit.

Die Serie punktet vor allem darin, dass die Charaktere ihren Linien treu bleiben. Wie Madison, die weit weg von Ricks Mimimi ihr Schicksal – auch Menschen zu töten – akzeptiert; oder Nick, der immer wieder zurück in seine Drogensucht fällt und diese nie ganz überwindet. Und Alicia, die nach und nach ihrer Mutter immer ähnlicher wird: Sie tut, was getan werden muss – weil es sonst niemand macht. Oder Victor Strand, der immer wieder bemerkt, dass, um zu Überleben, er nicht mit anderen sein kann.

In TWD ändert sich selten etwas und Geschehnisse wiederholen sich über zig Seasons hinweg.  FearTWD legt eine abwechslungsreiche Handlung vor. Sicherlich, zweimal landet die Familie auf einer Farm, dreimal findet sie ein neues Zuhause und dreimal geht’s daneben. Das ist wohl der TWD-Fluch. Trotzdem rief FearTWD weder ein müdes Gähnen noch an den Kopf greifen hervor. Nie drückte ich während einer Folge auf Stopp, um derweil über irgendwas belangloses auf Social Media zu scrollen.

Die Charaktere sind und bleiben konstant wahnsinnig, und es werden ebenfalls Kurzschlussreaktionen gefasst. Das Thema der 2. Season, dass die Infizierten auch nur Lebewesen sind, bringt zwar einen spirituellen Touch mit, der im ersten Moment auch schrullig wirken mag, sich aber durchaus positiv von TWD abhebt. Neben der Familie, behandelt FearTWD auch Zombies.

Es geht nicht nur ums Töten und Überleben, sondern neben dem menschlichen Miteinander auch um das Zusammenspiel mit diesen neuen Lebensformen, den Möglichkeiten und Gefahren – was dann soweit geht, dass Nick eine Zeitlang (über eine Season hinweg sieht man ihn tatsächlich nur Blut beschmiert) unter beziehungsweise mit ihnen wandelt.

Fazit: Fear the Walking Dead ist, meiner Meinung nach, eindeutig besser als The Walking Dead. Es macht einfach Spaß der Geschichte den Protagonisten zu folgen. Vielleicht tut es der Serie gut, dass sich die Handlung auf 4-5 Personen fokussiert, anstatt das versucht wird, die Lebensgeschichte von 20 Menschen mit allen Details zeigen zu wollen. Auch, dass mit Kim Dickson eine über 50 jährige Frau in der Hauptrolle steht, ist äußerst positiv zu werten.

Zusammenfassung der einzelnen Seasons bis jetzt, inklusive Spoiler.

Season 1

Die erste Staffel spielt in Los Angeles und behandelt die familiären Krisen einer zusammen geschusterten Familie. Wir sehen gerade noch, wie das Militär sich zurück zieht und die Apokalypse ausbricht. Auf der Flucht gelingt es ihnen bei Victor Strand und seiner Villa unterzukommen. Kurz darauf retten sie sich auf dessen Yacht und bald wird offensichtlich, dass Madison lediglich auf das Wohl ihrer Familie bedacht ist.

Season 2

Sie flüchten nach Mexiko auf eine Ranch, auf welcher Victor einst mit seinem Partner lebte. Aber dieser stirbt kurz nach deren Ankunft. Dessen Ziehmutter, dezent religiös wahnsinnig, hält Verstorbene und infizierte Familienangehörige in einem Keller und füttert sie. Auch Nick sieht es ähnlich und gesellt sich bald unter die Toten. Schnell war klar, wie man unter Zombies wandelt, ohne bemerkt zu werden. Gefühlte 90% ist Nick mit Blut beschmiert. Nick, der sich ebenfalls unverstanden fühlt und ebenfalls der Meinung ist, dass Zombies nur eine andere Art von Lebenden darstellen, verschlägt es nach Mexiko, wo er Luciana kennenlernt und sich verliebt. Doch die Siedlung wird kurz darauf von bösen Menschen erobert, sie flüchten erneut und landen in einem Hinterhalt.

Neben Victor gibt es noch Daniel Salazar und dessen Tochter Ofelia. Travis, der Mann von Madison, zieht derweil mit seinem Sohn aus, nachdem er dessen gewalttätige Neigung erkannt hatte. Daniel, der ebenfalls etwas wahnsinnig ist, steckt die Ranch schlussendlich in Brand und Madison flüchtet mit Victor, Alicia und Ofelia zu einem Strandhotel. Travis folgt mit zwei Männern, denen sein Sohn sich kurzerhand angeschlossen hatte, aber wenig später von ihnen ermordet wird. Als Travis dies erfährt, erschlägt er die beiden, die Situation im Strandhotel eskaliert und Madison und ihre Familie müssen das Hotel verlassen. Sie begeben sich auf die Suche nach Nick.

Season 3

Ende der 3. Season weiß man: Madison ist skrupellos und einzig das Wohl ihrer Familie zählt. Selbst wenn einer nach dem anderen bemerkt, dass dort wo die Familie ist, Menschen sterben. Am Ende der dritten Season steht auch die Ranch in Schutt in Asche. Was passierte?

Nachdem sie das Hotel verlassen mussten, werden sie von Troy Otto (Sadist und hoch interessanter Charakter) und dessen Soldaten aufgegriffen, die mit wissenschaftlicher Absicht und Neugier Experimente an Menschen durchführen, um die Länge des Sterbevorgangs zu beobachten beziehungsweise abschätzen zu können, wie schnell die Infektion Wirkung zeigt.

Trotzdem schaffen es Madison und ihre Familie die Soldaten zu überwältigen. Alicia und Travis nehmen den Helikopter, während Madision, die beinahe eines von Troys Augen in der Hand gehalten hätte, mit diesem  zurück zur Ranch fährt. Diese gehört seinem Vater Jeremiah Otto, einem wahnsinnigen Sektenführer, der das Unterfangen schon seit Jahrzehnten plante und sogar VHS Videos mit seiner Lehre verbreitete.

Kurz darauf wird der Helikopter abgeschossen und Travis stirbt. Tatsächlich wird in der dritten Season das Thema weiße vs. indigene Amerikaner aufgegriffen und ordentlich mit Klischees gewaschen. Hinter dem Konflikt stehen weitere, weit zurückreichende Konflikte und gegen Mitte der Season, soll die Ranch mit der indigen Bevölkerung geteilt werden. Immer wieder gibt es Spannungen und Madison beschließt Jeremiah aus dem Verkehr zu ziehen, es aber wie Selbstmord aussehen zu lassen.

Wir treffen Ofelia wieder, die von Walker, dem Anführer der Indigen, gerettet wurde. Während Nick und Troy eine seltsame Freundschaft beginnen und Madison mit Walker nach Wasser sucht, treffen sie Victor wieder. Madison kauft ihn mit dem Wassergeld frei, der jedoch wiederum Daniel Salazar begegnet war, der seinerseits eine gewisse Kontrolle über einen Stausee erreicht hatte, welcher doch einige Komplikationen mit sich gebracht hatte.

Das Ende naht als Troy, der von der Ranch vertrieben wird, eine Horde Zombies in Richtung dieser leitet. Aber er warnt Nick. Folgend muss Alicia, die angenagten aber noch lebendigen Rancher, die sich allesamt in einem Keller eingefunden hatten, zwecks Überleben der anderen mit Morphin narkotisieren und dann töten. Trotzdem reicht die Luft nicht für alle und nach und nach metzelt sie sich auch noch durch die letzten Rancher. Sie bemerkt, dass die Überlebenschancen mit ihrer Familie gering sind und geht ihre eigenen Wege. Nick wird, inklusive Troy, von Madison hinterher geschickt um sie nochmal umzustimmen.

Madison, Ofelia und Victor beschließen sich beim Damm nieder zu lassen, nachdem der Deal (Waffen für Wasser) durch den Verlust der Ranch geplatzt ist. Luciana hat derweil Nick verlassen und Ofelia wurde während der Flucht von der Ranch gebissen.

Spoiler Season Finale

Durch Zufall lernt Alicia Proctor John, den Besitzer des großen Bazars kennen, steht ihm bei einer Operation bei und sieht sich alsbald wieder mit ihrer Mutter und Nick konfrontiert. Victor hingegen schloss seinerseits einen Deal, fliegt aber noch rechtzeitig auf. Madison, die nicht wusste, dass Troy die Herde hergelockt hat – wobei Daniel es hingegen weiß – tötet ihn und Nick nimmt ihr das sehr übel. Sie werden gefangen genommen und auf dem Damm zum Tode verurteilt. Da Nick und Troy sie noch warnen konnten, wurden Sprengsätze angebracht und Nick droht den Damm zu sprengen.

The End

Die Doppelfolge endet mit einem dezenten Cliffhanger, aber mehr möchte ich nicht verraten. Ich gehe davon aus, dass bis auf eine Person, ein jeder überleben wird. Es wäre um Nick, Madison und auch Alicia schade, ließe man sie sterben.

Wir wissen mittlerweile wie der Cliffhanger aufgelöst wurde – inklusive Morgan, Ricks Gewissen, der nicht nur in einer Nebenrolle dabei ist. Soviel also zum Crossover – ich hätte es lieber gesehen, wie Madison Rick in den Hintern getreten hätte. Und was muss passieren, dass Morgan nie von Madison sprach?

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