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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #60

Die 5 Filme, auf die ich mich im Herbst am meisten freue

Ich war mir gar nicht sicher, was alles im Herbst/Winter noch anlaufen wird, außer Star Wars im Dezember und Thor: Ragnarok im November. Gorana nannte Es und Blade Runner 2049, auf die ich ebenfalls sehr gespannt bin. Nun gut. Vier haben wir damit schon, die Liste ist vorhersehbar.

1. Thor: Ragnarok – One word: Loki.

4. Blade Runner 2049 – Ob der Film es schafft die Stimmung von damals einzufangen und sie adäquat an die heutige Zeit anzupassen? Wir werden sehen.

5. Star Wars – The Last Jedi  und Justice League – An Star Wars bin ich interessiert und er steht auf meiner Liste und ich werde vermutlich Geld dafür ausgeben, Justice League wird lediglich wegen Diana Prince besucht.

3. Professor Marston & The Wonder Women – Eine Erzählung über das Zustande kommen von Wonder Woman in den 1940ern.

2. EsES von 1990 war einer der ersten Horrorfilme, die ich mir alleine, nachts, bei Licht und ganz leisem Ton, angeschaut habe. Ich hatte danach zwar keine Angst auf die Toilette zu gehen, aber das eine oder andere Abfluss Gitter war mir dann doch suspekt. Ein paar Jahre später folgte das Buch. Auch dieses mal wird auf eine spezielle Szene verzichtet.

Beim recherchieren fand ich eine Perle sondergleichen:

Geostorm: „Nachdem eine noch nie dagewesene Reihe von Naturkatastrophen den Planeten bedroht hatte, kamen die Anführer der Welt zusammen, um ein kompliziertes Satellitennetzwerk einzurichten, mit dessen Hilfe man das globale Klima kontrollieren und allen Sicherheit garantieren wollte. Doch etwas ist schiefgelaufen – das System, das die Erde beschützen sollte, greift sie nun an! Im Wettrennen gegen die Zeit muss die wahre Bedrohung aufgedeckt werden, bevor ein weltweiter Geosturm alles und jeden auslöscht.“ (Quelle des Textes: Moviejones)

Klingt nicht unbedingt nach einem Film für den man Geld ausgeben muss, ich mir aber sicherlich anschauen werde (ob Kino oder gestreamt). Ich liebe dumme, die Logik und Physik ignorierende Katastrophenfilme, die reich an Zerstörungsszenarien irgendwelcher Großstädte sind. Solange keine Tiere dabei sterben.

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„Tulip Fever“

Spoilerwarnung.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zum Entschluss, dass sich der Film wohl als (wohl unfreiwilliger) pointierter Moralapostel verstehen mag – anstatt, wie angenommen und damit beworben, romantisches Kostüm-Drama. Der betrogene Mann überlässt Hab und Gut der Magd, die mit dem Fischer zusammen einen Bastard zeugte, und die betrügende Frau landet schlussendlich wieder da, wo sie ursprünglich her kam: Im Kloster.

Die Tulpenwette- und Handel mit diesen, passiert lediglich nebenbei um zwei Hauptcharakteren zum tiefem Fall zu verhelfen. Die interessante Komponente des Filmes, Blumen als Investment und welche Rolle Klöster dabei spielten, bleibt weitgehend verborgen. Der eine wird bestohlen, wird (zurecht) wütend und muss zur Navy, der andere gewinnt zwar, ist aber so dämlich und vertraut einem süffigem Freund die teuren Knollen an, der sie schlussendlich frisst.

Was sich wie Satire, oder dem Klapptext eines billigen Romans liest, wird dramatisch-leidenschaftlich sowie dramatisch-leidend inszeniert und eine jede neue Handhabe der Geschehnisse bringt noch mehr Unheil mit sich. Ich komme also zur Überzeugung, dass es keine Satire sein kann, aber auch keine Liebes-Geschichte. Was dann? Wohl am ehesten ein klassisches Melodram.

Worum geht es?

Die hübsche Alicia Vikander ist mit Christopher Walz (einem zunächst narzisstischen, dann empathischen Mann) verheiratet. Im Kloster als Waise aufgewachsen, heiratet sie – vermag es aber nicht, ihm Kinder zu gebären. Man weiß zu Beginn nicht ganz so genau: Hasst sie ihn? Fühlt sie sich vergewaltigt? Mag sie ihn überhaupt? Nach und nach bemerkt man, sie fühlt sich schuldig – da es doch im 17. Jahrhundert des Weibes Pflicht ist, dem Mann Erben zu schenken, vor allem, wenn er sie aus der Armut rettete – und zugegeben, mit dem Gedanken spielt, sie wieder dort hin zurück zu bringen. Ist sie also nur ängstlich? Man weiß es nicht.

Brenzlig wird die Sache, als der junge Künstler Dean DeHaan engagiert wird um ein Portrait zu malen. Das eine führt zum anderen und sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, inklusive Sex ohne Nachthemd. Die Geschichte wird von der Magd erzählt, die ihrerseits eine Liebelei mit einem Fischverkäufer hat, der sie, und jetzt wird es richtig brenzlig, auch schwängert.

Um nicht aufzufallen gibt der von Alicia Vikander gespielte Charakter vor, selbst schwanger zu sein und spannt einen Arzt mit ein, der vermutlich keiner ist und sich lieber an Frauen vergeht. Christopher Walz ist überglücklich – nur anfassen darf er sie nicht. Das ganze läuft besser als erwartet und sogar ihr Plan, bei der Geburt zu sterben, geht auf. Dummerweise rechnete sie nicht mit den unausweichlichen Schuldgefühlen. Denn als sie das Gespräch ihres Mannes mit dem Arzt belauscht, dieser solle doch das Leben seiner jungen Frau retten und dafür das Kind sterben lassen – setzen sie so richtig ein. Und das beste: Erst kurz davor hatte der alte Mann ihr gebeichtet, dass er damals den Herrgott angefleht hatte, doch seine Frau zu nehmen aber das Kind leben lassen möge. Wtf? Dachte ich mir auch.

Sie lässt sich in einen Sarg einnageln und wird via Gondel über den Fluss gebracht. In einem Zimmer wartet sie auf den Künstler, der sich im Tulpengeschäft eine Menge Geld zusammen geklaubt hatte, sodass sie sich absetzen können. Aber soweit kommt es nicht. Der unfreiwillige Moralapostel wäre keiner, wenn der hintergangene Mann (es gibt Anzeichen, dass er sie selbst betrog), nicht doch noch von all dem erfahren würde. Der Fischverkäufer hatte einst geglaubt, seine Magd sei zum Künstler ins Apartment geschlichen, dabei war es die Mistress in ihrem Gewand! Oh mein Gott! Und das Kind, dass der Alte liebevoll im Arm gehalten und geglaubt hatte, es wäre seines, ist es gar nicht! Welch Tragik!

Der Künstler findet den Mantel, den die von Schuld zerfressene Alicia Vikander in den Fluss geworfen hatte, und glaubt seine Geliebte sei tot. Der Mann überschreibt Hab und Gut auf die Magd, rät zur Hochzeit und das Haus mit Leben zu füllen. Was auch passiert. Er selbst reist nach Indien und wird dort glücklich, ebenfalls mit einer Familie. 8 Jahre später sehen wir den Künstler, wie er in einer Kirche malen soll, nicht ganz ohne das Zutun einer gewissen Nonne, und dort erblickt er seine ehemalige Geliebte. Sie lächeln sich zu. The End.

What?

Weitere Gedanken

Die Szenerie ist von Gott, Glauben und Schuld geprägt. Die Motivationen der Charaktere funktionieren bedingt – und da es bis auf wenige Ausnahmen, alles tolle Schauspieler sind, fragte ich mich, warum eben nur bedingt. Vermutlich war Christopher Walz unterfordert und Alicias Vikanders Rehblick mag ihre Gefühle nicht eindeutig zuordnen. Genau so neben der Rolle liegt Dean DeHaan. Die einzige die wirkt, ist Holliday Grainger. Sie ist in ihrer Rolle als glückliche, später verzweifelte Magd authentisch.

Judi Dench ist das Highlight des Filmes: Als schlagfertige Nonne, die im Tulpengeschäft kräftig mitmischt, den Mädchen Bildung näher bringt und für ihr Wohl sorgt, verprügelt sie nebenbei, begleitet von Wach-Gänsen zwei Einbrecher. Ich hätte lieber einen Film über Judi Dench als berechnende und hinterlistige Tulpenkönigin gesehen.

Fazit: Leider funktioniert weder die Szenerie, noch wird dem Zuschauer ernsthaftes Mitgefühl heraus gelockt. Die Kamera rast von einem Ort zum anderen Ort und dass, obwohl die Kulissen tatsächlich sehr real wirken, bleibt keine Zeit Details einzufangen, bleibt keine Zeit sich Zeit zu nehmen. Übrigens sind Tulpen giftig und der Verzehr kann zu Bauchschmerzen, Durchfall und Krämpfen führen.

Recherche

  • Die Tulpen-Spekulation Hollands im 17. Jahrhundert ist das erste dokumentierte Spekulationsgeschäft der Geschichte, der erste Börsencrash 1637.
  • Tulpen wurde im 16. Jahrhundert erstmal aus der Türkei importiert.
  • Ebenfalls sagt mir Google, dass der Film seit 2000 in Planung war, 2014 gedreht wurde und schon letzten Sommer hätte in den Kinos anlaufen müssen. Bissiger Zusatz: Wenn man sich den Film ansähe, wisse man warum der Start dreimal verschoben wurde. Es fiel also nicht nur mir negativ auf.

Kritiken (und Quellen)

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„Wonder Woman“

Nach den Misserfolgen von Man of Steel oder Batfleck vs. Superman, schafft Wonder Woman den Absprung mit Farbe, etwas Naivität und Entschlossenheit, und reiht sich, so könnte man fast sagen, in die Marvel’sche Tradition ein.

So gut wie Spoilerfrei.

Die anfängliche 97%ige Wertung bei Rotten Tomatoes sank mittlerweile auf 93% was trotz alle dem immer noch verdammt hoch ist. Der Film bricht mit der düsteren Videoclip Ästhetik und setzt auf eine eindeutige Botschaft, die mich gegen Ende tatsächlich an Das letzte Einhorn erinnerte. Ein Film, den ich mir als kleines Mädchen gewünscht hatte. Ein Film, der zielgerichtet die Geschichte voran treibt, sich nicht mit Kleinigkeiten aufhält und gegen Ende den Big Bad besiegt.


Und wie so viele andere, fragte auch ich mich was das große Geheimnis ist, dass Wonder Woman so erfolgreich werden lässt. Ein Beitrag, der vor ein paar Tagen in meiner Mailbox landete, erklärt es ziemlich gut: Wonder Woman ist so, wie ein Superhelden-Film sein sollte: Positiv und Hoffnungsvoll. Die Heldin ist kein Jammerlappen, die beim Versuch Leben zu retten, die Hälfte dabei umbringt und ihre Kraft als Fluch sieht, sondern sie tut, was gemacht werden muss. Mehr noch, sie geht darin auf, ohne aber arrogant oder selbstgefällig zu werden. So stehen auch nicht die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund, das Techtelmechtel mit Steve ist lediglich (und nachvollziehbares) Beiwerk, sondern die Geschichte Dianas und ihr Werdegang zu Wonder Woman selbst. Anderseits wurde in der Vergangenheit gerade auch die zwischenmenschliche und menschliche Darstellung der Superhelden gelobt, bis dies bei Man of Steel und Batfleck vs. Superman grandios kippte und ins Lächerliche abdriftete.

/fem-mode on

Wonder Woman bewegt sich zwischen dezenter Kritik am Patriarchat und zieht gleichzeitig die stereotypen Geschlechterklischees des 20. Jahrhunderts ins lächerliche. So lässt sich Diana von Steve weder sagen, was sie zu tun oder lassen hat, bemerkt so ganz nebenbei, dass man auch ohne Männer zurecht kommt und begutachtet interessiert Korsagen, die sie für Rüstungen hält. Und trotz dessen, dass Diana dank ihrer Herkunft weitaus mächtiger ist, als all die Männer, die nach ihr aufs Feld stürmen, bleibt Gleichwertigkeit zwischen Frau und Mann bestehen: Steve Trevors Fähigkeiten werden nicht minimiert, um Dianas Stärke zu demonstrieren, denn auch er wird als Held inszeniert und in keiner Weise als „schwach“ dargestellt. Eines nur: Vielleicht hätte man die letzte seiner Szenen etwas anders lösen können.

Ebenfalls positiv sticht hervor, dass zwar Wonder Womans ikonisches Kostüm beibehalten wurde, aber die gesamte Szenerie auf eine sexualisierte Darstellung verzichtet. Nicht „sexy“, sondern ästhetisch. Sicherlich sieht man Beine und Dekolletees bei den Amazonen, aber das ist in Ordnung. Schon alleine aus praktischen Gründen: Einerseits scheint Themyscira sehr warm zu sein, andererseits kann eine Vollkörper-Ausrüstung behindernd wirken, je nach dem, was man sich für einen Kampfstil aussucht. Was hätte man stattdessen als Rüstung verwenden sollen? Wehende Kleider? Einfache Lumpen? Die einzige Problemzone, die ich aus Sicht einer ehemaligen (Mittelalter-)Schwertkämpferin sehe, sind die fehlenden Träger. Doch das Kostüm scheint ausreichend hoch geschnitten, um ein gewisses rutschen zu verhindern.

Fight!

Die Kampfszenen waren interessant choreographiert. Ich hätte auch mit einem Film, der aus dem Quasi Vorspann und der Vorgeschichte bestanden hätte, viel Freude gehabt und genoss die Abwesenheit männlicher Protagonisten zu Beginn gänzlich. Es hat tatsächlich etwas befreiendes und ein gewisses „empowerment“, eine starke Frau unter vielen anderen starken zu Frauen zu sehen, was in der Filmgeschichte relativ selten passiert. Denn häufig sehen wir nur eine, manchmal auch zwei oder auch drei starke Frauenfiguren neben- aber oftmals gegeneinander, und keine homogene Armee. Was aber natürlich auch durch die Inszenierung – Akrobatisch zu Pferd, im Kampf und im Training – besonders zur Geltung kommt. Wie gern hätte ich da mitgemacht. Ich rieche eine Marktlücke für einen Freizeitpark: „Amazon-Camp: Girls and Women only“: Auf dem Plan stehen täglich Reiten, Schwertkämpfen, Bogenschießen, voltigieren (turnen am Pferd), Lasso werfen und Katzen streicheln. Oder so.

Interessant und auffällig ist die Inszenierung von Professor Lupin als Ares, den Kriegsgott, den Big Bad, der gegen Ende in einer bombastischer Feuerschlacht vernichtet wird. Auch wenn oft kritisiert und als unnötig empfunden, erhält Diana dadurch eine Fülle an tollen Szenen, unterlegt mit farbiger, emotionaler Musik – die sie nochmal konkret in den Mittelpunkt stellen und erneut verdeutlichen: Eine neue Ära an bricht an. Professor Lupin aka Ares als Big Bad hält also, so möchte man meinen, als Alibi her, sodass jede Möglichkeit, Diana Prince als Ikone zu stilisieren, wahrgenommen werden kann.

Comic-Ästhetik

Diese kommt auch bei Wonder Woman wieder zu tragen, wirkt aber in diesem Falle weniger deplatziert – vielleicht weil mit kräftigen Farben unterlegt? Oder, weil sie erst gegen Ende so richtig in Szene gesetzt wird? Ich überlegte und kam zum Entschluss, dass es vielleicht die frontale und statische Aufnahme ist, die Comichafte Szenen in Zeitlupenoptik vielleicht etwas banal wirken lässt. Wären diese dynamisch, und bewege sich die Kamera um die Szene herum, könnte man eher schwer einen Bezug zu einer 2D-Szene herstellen. In diesem Falle nützt Farbe und positive, emotionale Musik doch einiges, um mit der Darstellung nicht ins Lächerliche zu segeln.

Manko

Der Trailer hatte bereits vorgewarnt: Ästhetische Action-Szenen werden von Zeit zu Zeit aus ihrer dynamischen Perfektion gerissen und durch Zeitlupenoptik ersetzt. Zack Synders Handschrift eben. Was ich in 300, der pompösen Slideshow, mochte, hasste ich in allen anderen Filmen. Qualität vor Quantität: Ab und an, und wohl eingesetzt, können diese tatsächlich Wunder und Staunen bewirken, in übertriebenen Maße und zur falschen Zeit, zerreißen sie den Fluss der Szene. Aber das ist auch das einzige und große Manko des Filmes, was ich leider anmerken muss. Es nervte mich tatsächlich, dass kaum eine Kampfszene ohne dieser Handhabung auskam (*). Man muss aber auch nicht ins Gegenteil verfallen, und die Szenen in 1,5facher Geschwindigkeit abspielen. Gut choreographiert und gut geschnitten und jede künstliche Veränderung wird obsolet.

Etwas lästig war vielleicht auch das Ver-englischen der deutschen Sprache, wenn unter Deutschen englisch gesprochen wurde, aber das kann man vernachlässigen, und wir entschuldigen auch Dianas perfektes Aussehen am Morgen, als sie die Nacht am freien Boot verbracht hatte. Aber das ist in Ordnung: Comic-Verfilmungen und Helden-Epen brauchen diese Form von Realismus nicht. Auch wenn dies wieder eine andere Kritik war, die James Gunn mit dem ersten GotG parodierte. So oder so, gewollte Kritik findet ihren Weg.

Fazit: Eine neue Ära hat begonnen, lasst uns das auf diesem Niveau weiter führen.

* Anmerkung: Nachdem ich mir den Film heute Abend nochmal ansehe, werde ich beobachten, ob mir diese Szenen erneut so negativ ins Auge stechen und bei einem zweiten Beitrag, vielleicht etwas Recherche mit einbeziehe.

PS: Ich finde es übrigens sehr positiv, dass eine nicht-US-amerikanische Schauspielerin in der Titelrolle steht, und so ein weiteres Stück der US-amerikanischen „one of us“-Tradition aufbricht.

Lesenswert und gut recherchiert:

Zu guter Letzt:

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„King Arthur – Legend of the Sword“

Zugegeben, der Trailer sah sehr trashig aus. Der Name Guy Ritchie verspricht allerdings Handwerkskunst, und auch wenn ich mit Gangster-Filme eher weniger anfangen kann, ist der Stil unterhaltsam und so besuchte ich den Film. Der Ton war zu laut und der 3D-Effekt bei den Logos der mitwirkenden Firmen und Studios besonders ersichtlich, unterm Film nur ab und an.

Die Einführung in die Geschichte und den Charakter erfolgte ohne Umschweife und kurz zusammengefasst in Musikvideo-Optik – stimmig. Die Geschichte um König Arthur und die Ritter der Tafelrunde wurde damit auch neu interpretiert – ganz anders als Marion Zimmer Bradley es damals erklärte. Aber stimmig. Die Kampfszenen waren interessant, stimmig im Fluss, flüssig und mitreißend. Der Sound war großartig. Man wippte mit. Ich wippte mit.

Einzige Kritik: Frauen? Hallo? Eine Hexe mit etwas Viecher-Magie, aber ansonsten dürfen die schönen Maiden als Opfer herhalten. Shame! Shame! Shame!

Seltsam und etwas verstörend: Lord Baelish ohne Schnauzer. Wtf? Und es beschleicht einen immer wieder ein gewisses Gefühl, wenn er ins Bild tritt. Spricht das für, oder gegen den Schauspieler?

Fazit: Wenn man Fantasy, Mittelalter und Guy Ritchie miteinander kombiniert, zusammen in einen Topf wirft und kräftig umrührt, kommt genau das raus, was man sich erwartet. Wer also Guy Ritchie mag, wird auch diesen Film mögen. Wer nach einem epischem Fantasyspektakel sucht, wird nur halb bedient. Also lasst euch nicht vom trashigen Trailer abschrecken, der Soundtrack ist großartig und der Film sehenswert. Zumindest unterhält er auf vertraute Art und Weise.

4 von 5 Schlangen, 5 von 6 Schwertern und 4 von 4 Musikstücken.

Die Kritik der Onlinezeitung Regional aus Wolfenbüttel fast es mal eben bildhaft zusammen und bestätigt sogleich meinen Eindruck:

„Ritchie wäre natürlich nicht Ritchie, wenn er dem Ganzen nicht seinen ganz persönlichen Anstrich geben würde. Arthurs Jugend und Aufstieg in den Straßen von Londinum ist natürlich Referenz an seine frühen Gangsterfilme „Snatch“ und „Bube, Dame, König, grAS“. Der typische Coolness-Faktor fehlt ebensowenig wie das passende Quentchen Humor. Die Kampfszenen in 3D-Technik sind ebenso 100 Prozent Ritchie-Style wie die atemberaubende Schnitttechnik oder der nicht immer lineare Erzählstil, der gerne auch mal nur von den Protagonisten diskutierte Handlungsoptionen bildlich darstellt. Auch die Geschwindigkeit ist teilweise atemberaubend, sei es Arthurs Jugend in Londinum, die im Zeitraffer an einem vorbeifliegt, sei es Arthurs gefahrenreicher Selbstfindungstripp in die Darklands. Aus letzterem hätte Peter Jackson wahrscheinlich allein einen Drei-Stunden-Film gemacht – bei Guy Ritchie ist es ein Fünf-Minuten-Video-Clip.“

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #42

Heute möchte Gorana wissen:

5 Filmszenen, die mich schwer beeindruckt haben, und die ich nie wieder vergessen werde

Man muss es leider sagen: Auserwählte Szenen, so vielfach sie vermutlich genannt werden, so sehr sich die kollektive Meinung daran fest gefressen hat und man es irgendwo ganz und gar nicht mag, mit dieser derart übereinzustimmen: Sie sind einfach gut. Sie blieben hängen und fraßen sich ganz tief im Gehirn fest und dort sind sie noch immer. Ich wünschte, ich könnte etwas Abwechslung bieten.

Die Reihenfolge und Nummerierung entspricht nicht der Wertung:

4. Apocalypse Now – Das Intro.
Als ich den Film das erste mal im zarten Jugendalter sah, begriff ich so ganz, ganz viele Dinge nicht, die mir später einen Schauer über den Rücken jagten.

2. Jene Szene, in der Ellen Ripley das Alienbaby aus ihrer Brust gebiert (Alien III) und sich gleichzeitig in den Mutter-Kind-Tod stürzt. [YouTube Link]
Alien III war, so vermutet meine Erinnerung, der erste Alienfilm, den ich sah, und der mich schwer beeindruckt hatte. Und besonders eben diese genannte Szene, in der sich Ripley mit dem Alienbaby in die Tiefe stürzt, ließ mich schon damals Ripley, wie auch das Alienbaby, bedauern.

3. Einer meiner Lieblinge ist jene Szene, in der die Enterprise ganz zu Beginn bei Star Trek Into Darkness, begleitet von dieser epischen Musik, aus dem Wasser aufsteigt. Warum nur so kurz? Warum soviele Unterbrechungen? Wie ein verknallter Teenie muss ich im Kino gesessen und die Leinwand angeglotzt haben. So episch und doch so kurz.

1. Und besonders auch: Als das Einhorn (Das letzte Einhorn) sich auf den Weg macht, begleitet von „When the last eagle flies.. and the…“, und während ich nach dem passenden Video suche, finde ich immer neue Szenen aus besagtem Film: wie das Einhorn gegen die Harpye kämpft oder Schmendrick der Zauberer an der wollüstigen Baumdame hängt, das Skelett mit der leeren Flasche und nicht zuletzt und/oder als all die Einhörner wieder aus dem Meer kommen.

5. Fight Club – enough said, watch:

Eine weitere Szene, an die ich mich erinnere ist jene, als Scarlett O’Hara (Gone with the Wind) im Dreck kniet, Erde in ihrer Hand hält und sich schwört, sie werde nie wieder Hunger leiden. Ein immer noch beeindruckender Film.

Oft genannt, und meiner Meinung nach doch überbewertet, aber sicherlich bis in die Unendlichkeit Symbol trächtig: Die Knochen-der Primitive Mensch lernt damit zu töten-Schnitt-Raumschiff-Szene in der Space Odyssey. Meinetwegen, der zeitlich längste Schnitt in der Filmgeschichte (oder?) war gut – trotzdem überbewertet.

Ein Zusatz… Ich bitte um Verzeihung für den Regelverstoß:

!!!!

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„La La Land“

Bevor ich in (rain) und (sadness) zu ertrinken drohe, die mir tagtäglich an den Kopf geworfen werden, werfe ich den Beitrag ins digitale Geflecht des WorldWideWebs.

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„Du fandest La La Land solide“ sagte Madame (8) zu mir, als ich ihr eine kurze Zusammenfassung schickte. Folgend debattierten wir über den Sinn und die Botschaft des Filmes, „alternative Enden“ und was die jeweilige von uns tun würde.

Als „Liebesgeschichte“ an sich funktionierte La La Land gut, als „sich leidenschaftlich Liebende“ funktionieren Emma Stone und Ryan Gosling nur (mehr) bedingt. In Crazy Stupid Love wurde die Idee der „wahren Liebe“ noch eher vermittelt, das Zusammenspiel hier gleicht einer engen Freundschaft.

Warum der Film ein „solide“ bekommt, liegt weder an den Schauspielern, noch an der Idee, die satirisch und gleichzeitig tragisch komödiantisch inszeniert wurde. Es liegt an der technischen Umsetzung. Wobei ich sagen muss, dass an Across the Universe und an die Buffy-Musical Folge „Once more with Feeling“, so schnell nichts heran kommt. I touch the fire and it freezes me.. I look into it and it’s black..

* Das Playback war deutlich als solches erkennbar war und wirkte authentisch und störend. Lieber ginge ich die Gefahr ein, dass der eine oder andere etwas schief klingt, als dass es aufgesetzt und künstlich wirkt. Die Stimmen waren dünn, schwach, wenig differenziert und ohne Ausdruck – auch wenn die Sänger zu Gegenteiligem in der Lage gewesen wären. Wollte man eine eventuelle Kreischchorgie vermeiden aufgrund der vielleicht besseren oder schlechteren Kinosaalausstattung? Ich weiß es nicht. Es war ein störendes Element. Wenn man natürlich sehen mag, dass erst mit dem letzten Rest Emmas Stimme voll ausgenutzt wird, in dem sie DIE Chance ergreift, dann sei es so. Dies erklärt dann jedoch nicht, warum alle anderen Sänger so sangen.
* Üblicherweise tauchen in einem Musical-Film die Tänzer immer wieder in Nebenrollen auf, man bemerkt sie zwar, aber sie fallen nicht ins Gewicht. Sie sind Statisten. Wie auf einer Bühne schlüpfen Statisten verschiedene Rollen, um das Gesamtbild zu perfektionieren.Eine Bühne ohne Statisten wirkt leer und langweilig. Diesen Aspekt vermisste ich etwas.
* Ebenso zog sich der Musical-Aspekt nicht durch den ganzen Film. Er war zu Beginn greifbar (Alltagsszenen werden gesungen und getanzt) und am Ende. Währenddessen wurde lediglich etwas musiziert.

„Aber es war eine Musical-Hommage!“ rief Madame (8) mitten in der Diskussion. Mag sein, aber als Hommage hatte es dann wieder zu viele Musical Teile – oder war es nur deswegen eine Hommage weil es eben so gezielt eingesetzt wurde? Ein fader Nachgeschmack bliebt. Ich fand, es war eher eine Hommage an das alte, glamouröse Hollywood. War also die Kohärenz der Elemente nicht gegeben, weil Mia vielleicht gerade zu Beginn und gerade am Ende in einer speziellen Lebenslage gezeigt werden mochte? Die erfolglose Schauspielerin, die mit einem Song besungen wird, der Höhepunkt mit Ryan Gosling und gegen Ende ihren Erfolg? Ergibt das Sinn?

Was war nun der Sinn? Was war die Botschaft?

Wir debattierten und diskutierten und ich war der Ansicht, dass im „alternativen Ende“ das zu Letzt gezeigt wurde, der „Was wäre wenn“-Szenerie, Mia und Sebastian mehr Lebensqualität vermittelten, als wie das reale Ende. Madame (8) jedoch war anderer Ansicht. Zwar gestand sie ein, dass Sebastian gegen Ende traurig war, aber Mia in beiden Szenen gleich glücklich wirkte. Dass, wie ich es nannte, „alternative Ende“, sei eine Wunschphantasie, eine romantische Träumerei. Aber von wem, von ihr? Von ihm? Von mir? Und wo liegt die Botschaft des Filmes? In diesem Falle sagte sie: „Der Film sagte, man soll sein Leben nicht mit pseudoromantischen Phantasien vergeuden und den eigenen Träumen folgen und manche Beziehungen sind eben nur für eine Zeit richtig, aber nicht fürs Leben“.

Doch La La Land beherbergt auch eine feministische Botschaft – oder gibt zu verstehen: Gib deinen Traum nicht wegen einem Mann auf – denn sie wurde auch mit einem anderen glücklich und erreichte ihren Traum. Und das Missverständnis, der Missglauben in seinem Falle sagt (wir erinnern uns an die Szene in der Mia mit ihren Eltern telefoniert): Kommuniziere! Nachdem er also ein Gespräch belauscht hatte, hatte er geglaubt, sie wolle das er erfolgreich ist, einen Job hat, Geld verdient und so weiter. Man sah was dabei heraus kam.

Madame (8) hat vermutlich mit ihrer Interpretation recht – wenn man eine der letzten Szenen betrachtet, in denen sie sich ansehen und Mia wortlos sowas sagt wie: „Es war schön, jetzt ist es vorbei, aber ich bin froh, dich gekannt zu haben. Danke und machs gut“ wohin gegen er, nach wie vor alleine, aber seinen Traum lebend, den Verlust spürte – und sich vermutlich gleichwohl bewusst war: „Wäre ich mitgegangen, wäre ich nicht hier.“ Und erneut: Man kann darüber streiten, ob er dann nicht glücklicher gewesen wäre.

Interessanterweise ist das genau die romantisch-verklärte Gosling Figur, die wir auch schon aus The Notebook kennen, die im Jugendalter Suizid androht, wenn die Auserwählte nicht mit ihm ausgeht. Und mittlerweile weiß auch ich, dass Leute, die dir jeden Tag Liebesbriefe schreiben, Songs dichten und sich aufopfern, unterm Fenster etwas vorspielen und der gleichen, wohl eher in sich selbst, beziehungsweise in die Verliebtheit zu dir verliebt sind, als wie in dich. Das Objekt der Begierde ist austauschbar, die Euphorie der Verliebtheit lässt sich auf alles anwenden.

Fazit: 5 von 9 Autobahnen auf denen getanzt wird und 4 von 9 Musical-Elemente. Erneut: Solide und unterhaltsam.

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„BFG – Big Friendly Giant“

Sowie der Trailer Großes versprechen mochte, so warnte er auch vor einer gewissen Erwartungshaltung. Und das lag nicht zwangsläufig nur an dem Namen Steven Spielberg, den man mittlerweile mit Skepsis beäugt, sondern an den eigenen Erwartungen. Man sehnte und wünschte sich eben gerade auf Roald Dahl’s Vorlage, auf den Trailer mit seinen sanften Farben und der Märchenhaften Atmosphäre einen glaubhaften und verzaubernden Fantasyfilm.

Nun, wie ich andeutete: Steven Spielberg war beziehungsweise ist neben Schindlers Liste (1993) als Schöpfer zahlreicher Ikonen der Popkultur bekannt: E.T. (1982), Indiana Jones (1981, 1984, 1989), Jurassic Park (1993), Der weiße Hai (1975) und sogar Hook (1991). Mit gemischten Gefühlen erinnerte man sich an das Saal füllende Popcorn Kino wie Saving Private Ryan (1998) oder die Katastrophe Twister (1996). Und Wikipedia nannte mir ein paar SF-Klassiker, deren teils Neu-Verfilmungen auf seine Kappe ging: AI – Künstliche Intelligenz (2001), frei nach Isaac Asimov oder Minority Report (2002), frei nach Philip K. Dick, oder Krieg der Welten (2005), sehr sehr frei nach H.G. Wells, die sich von teils solide und teils grottig die Spannweite teilen. Sicherlich, folgt man dem „klassischen SF“ Prinzip, dass sich SF durch seine Ideen glorifziert und sich weniger auf die schöne Sprache reduziert, so könnte man schließen, dass die Filme lediglich die Idee transportieren, aber auf schöne Bilder verzichten sollen. Und genau das taten sie, nicht. Schöne Bilder, Emotionen, aber zu wenig Idee. Für gute SF empfehle ich u.a. die Serie Black Mirror, aber ich weiche ab.

Gut. Der Saal fast leer, die Vorführung auf englisch, die Werbung auf deutsch, zweisprachig erzogene Kinder in den letzten Reihen, und entgegen der Hoffnung, fanden sich hier wirklich die besten Szenen im Trailer wieder.

Was mich teilweise schockierte und ich aus rationaler, „erwachsener“ Sicht absolut schrecklich fand waren die Darstellungen der bösen Riesen. So grässlich und böse und Furcht einflößend. Mein erster Gedanke war: Sowas zeigt man Kindern? Wachsen Kinder von heute auch noch mit Grimms Märchen und abgeschnittenen Zehen und Fersen sowie von Dornen erblindeten Menschen auf? Und nicht zu vergessen: Artax Tod in Die Unendliche Geschichte und der rote Stier in Das letzte Einhorn. Aber ich schweife erneute ab.

Dritter Versuch: Der Film war atmosphärisch, kindisch, kindlich und auch witzig. Die Szene bei der Queen artete etwas aus, aber das war okay. Wenn man die Gelegenheit hat einen Riesen bei der Queen vor zu laden, dann auch mit ausreichend Zeit. Wenn ich sage, dass ich den Film nett fand, so meine ich das nicht böse. Ich fand ihn sehr nett, aber wenn man sich beispielsweise an Stardust (2007) auf der Vorlage von Neil Gaiman erinnert, dann vermisst man bei BFG das gewisse Etwas. Natürlich, die Ideen eines Roald Dahls sind großartig, die Verfilmung erreichte dann aber dennoch nicht den 100% Wow-Effekt. Einerseits schade, aber es war in Ordnung.

Fazit: 3 von 5 Riesen für die Angst einflößende Darstellung der garstigen Riesen, 5 von 5 Waisenkinder für das kecke Waisenmädchen und 12 von 10 Träume für die Idee dahinter.

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