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„Pirates of the Caribbean 5: Salazar’s Revenge“

Review vom Mai 2018.

Wenn die Kritiken sagen, dass der 5. Teil der Reihe solide sei und damit eine Saga abschließe und eine neue beginne, so stimme ich dem zu. Ein Abenteuer, getragen auf den Schultern der beiden jüngeren Schauspieler; Jack Sparrow und Co. fungieren als Beiwerk – auch wenn Jack Sparrow mehr sein möchte, so sind seine Tage gezählt.

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Ich mochte den ersten Film, und mochte Keira Knightley – besonders im zweiten und dritten Teil – auch wenn sie lediglich Wills Love-Interest sein durfte und auch wenn sie selbstständig handelte –  geschah alles was sie tat im Bezug auf Will – was sich auch im 5. Teil nicht ändert. Aber immerhin: Sie ist dabei und die Szene, weswegen die Produktion für wenige Tage nach London reiste, ist nett. Sie fallen sich in die Arme und die Geschichte um Elizabeth und Will erhält ihr Ende (Anmerkung 2019: nachdem sie 10 Jahre auf ihn warten musste (ihr erinnert euch, das Herz und er kann nur alle 10 Jahre an Land weil verflucht und so), weil ja eh, das ist das was Frauen tun, 10 Jahre auf einen Mann warten. Nein, das ist nicht romantisch, das ist Bullshit.)

Der 5. Teil erfährt eine Entwicklung und zeigt bereits die Einflüsse moderner Zeiten: Carina ist gelehrte Astronomin und Uhrologin. Ihr Charakter besitzt eine eigene Geschichte, die ohne dem Zutun eines Love-Interest auf eigenen Beinen stehen kann. Ihr männlicher Gegenpart ist der Sohn von Will und Elizabeth – wie sollte es auch anders sein, der auf der Suche nach dem legendären Jack Sparrow ist. Als er Jack dann sieht ist er sichtlich enttäuscht. Wir auch, wir auch..

Unnötige Elemente

Teil 4 musste ich nach 20 Minuten abbrechen, da mir Johnny Depps Herumgefichtel so unglaublich auf die Nerven ging und ich keinen Nutzen darin sah, den Film weiter zu schauen. Dies änderte sich auch im bisher letzten Teil nicht, und ich kam gegen Ende zum Schluss, dass der Film auch ohne Jack Sparrow funktioniert hätte – wenn nicht sogar besser. Sicherlich fehlten der Komik sehr überdeutlich zu zwinkernde Szenen wie – Jack Sparrow reitet auf einem Haus durch die Stadt und der geknackte Safe ist gegen Ende leer – aber dafür klaubt das Volk die Stücke zusammen – oder dergleichen. Ja, man hätte darauf verzichten können, aber das gehört halt dazu. Meine Güte.

Nette Elemente

Die Black Pearl und die sehnsuchtsvollen und melancholischen Blicken ihrer einstigen Kapitäne, dem vom Fluch befreite und zu Fleisch gewordene Barbossa – der die neu gewonnenen Sinne reichlich auskostet und Jack Sparrow. Sie braucht Wasser! rief Barbossa, als das Schiff am Festland nicht größer als ein hübsches Miniatur-Schiff wird und Jack Sparrow sichtlich enttäuscht und verwirrt ist. Auch nett ist, dass die beiden ehemaligen englischen Soldaten mittlerweile Piraten sind. So finden auch sie ihren Platz in der Geschichte und damit ein Ende. Nein, der 5. Teil der Saga ist tatsächlich ein guter Schluss.

Fazit

Warum war die Reihe so erfolgreich? Es ist wohl die gesamte Kino-Zeremonie die Filme besser wirken lässt, als wie sie tatsächlich sind. Eine breite Leinwand, episch laute Musik und Dunkelheit. Insofern sollten sämtliche Kritiker Filme nicht mehr nur via Leinwand begutachten, sondern auf einem Notebook, noch besser, einem 12″ Tablett – und viele der Filme, die hoch gelobt werden, fallen vermutlich tiefer.

Fazit: Unterhaltend. 4 von 5 Black Pearls, 3 von 4 Glitzer-Dinger und 5 von 5 geweckte Meer-Sehnsucht.

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Weihnachtsfilme, und so

Dieser Eintrag folgt auf eine Bitte, die via Social Media einging (vor 2 Jahren):

Ein Ranking der Filme, die

a) Weihnachten zum Thema haben oder

b) zu Weihnachten spielen und/oder

c) ganz besonders Filme, die inflationär und ohne Ausnahme zur Weihnachtszeit gezeigt wurden und sich so ins Hirn eingefressen haben, dass sie automatisch mit Weihnachten assoziiert werden (müssen).

Vorbemerkungen

Da ich weder christlich erzogen wurde und lediglich in der Schule Wert darauf gelegt wurde, dass man zu jedem Advent beten und singen musste (was dazu führte, dass die erste Stunde ausfiel und somit bereitwillig in Kauf genommen wurde) und Weihnachten in erster Linie ein „Geschenke-Fest“ ist (nach wie vor), fehlt mir der spirituelle Touch diesbezüglich.

Weihnachten verbinde nicht mit sinnlichem Beisammen sein, großer Familienzusammenkunft und Streiterei oder stiller Gedenkzeit, sondern mit Kauf-Stress, Kälte, Weihnachtsgeld, freiem Tage, Urlaub, Weihnachtsmusik wie Last Christmas (I gave you my heart, but the very next day, your body rejected the transplant and you died), viele Lichter, Schnee, Kälte, Eis, klebriger Glühwein, Kälte, überteuerten Weihnachtsmärkten, Kiachl mit einem Nachgeschmack von Blei und vor allem: Geschenke, Geschenke, Geschenke!

Und was mir auch dazu einfällt: In manch Dörfern beten Familien immer noch den Rosenkranz. Fazit: Gruslig. Ein dunkles Zimmer, die Kerze in der Mitte und Sprechgesang mit ganz negativem Inhalt. Wir Schuldige, wir Sünder, vergebe uns, wir Schuldige. Kein Wunder, dass religiöse Leut oft psychisch ein wenig angeknackst sind. Da sage nochmal einer, das Christentum sei keine creepy Sekte.

Anyway..

Das Ranking

Gut, das Ranking war doch nicht so schwierig wie zunächst angenommen und die Entscheidung offensichtlich: Tiere vor Action, Action vor Fantasy. Fantasy vor Liebesfilme.

1. Gremlins – Ich glaube, ich muss die putzigen Gremlins auf Platz 1 stellen.

Neben A Nightmare before Chrismas. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich Gremlins zunächst gar nicht mit Weihnachten in Verbindung gebracht habe und das Element immer ein hintergründiges war. Im Vordergrund stand der Mogwai. Nicht nach Mitternacht füttern! Und kein Wasser!

2. Die Hard – Obviously. Klassisch Bruce Willis. Klassisch 1990er TV, auch wenn 1988 erschienen und ein klassischer Weihnachtsfilm. Nerdist dazu:Even though Die Hard is not really a Christmas movie on its own and would still be phenomenal if transplanted to another time of year, it does embrace the holiday and makes it a relevant part of its story, and that story touches upon some major Christmas movie themes.“

3. Unterschiedliche russische Märchen – auch wenn ich bis Dato keines mehr gesehen habe, außer Das bucklige Pferdchen in einer ganz schlechten You Tube Qualität, was aber trotzdem noch eine gewisse Wirkung entfaltet und Erinnerungen hervorruft. Trotzdem auf Platz drei, weil es eine Erinnerung ist, die ich mit „Die Tür zum Wohnzimmer ist zu“, „Fernsehen im Gang während die Mutter bäckt“ und „Geschenke“ verbinde.. Nach und nach gelange ich zur Überlegung, dass Weihnachten eigentlich etwas grusliges ist: Rosenkränze, Frauen in der Küche, lähmender Konsum mit Waren aus chinesischen Fabriken, ..

4. Die unendliche Geschichte / Das letzte Einhorn / Star Wars („Der Film mit den Ewoks!“) liefen IMMER zu Weihnachten. Wirklich, ohne Ausnahme – und wurden auch gerne gesehen.

5. Love Actually – Nett. Bereits ein Klassiker mit Rick Grimes und Serverus Snape, Elizabeth Turner und vielen weiteren. Es ist ein netter Film, ja wirklich!

Aber es gibt noch mehr, die ich offenbar mittlerweile aus meinem Hirn verdrängt habe:

6. Sissi!

Tatsächlich. Sissi lief immer auf ORF 1 am 24., 25. und 26. und schon als kleines Mädchen mochte ich die darauffolgenden Filme nicht. Warum? Sie war depressiv und brauchte Ruhe und das Leben am Hofe war schrecklich. Zurecht habe ich offenbar Sissi verdrängt – vielleicht aber auch, weil sich nie jemand finden ließ, der es mit mir ansah.

7. Das Leben des Brian – Bis auf manch Ausnahmen, erkannte ich erst später die Genialität von Monty Python. Nichts desto trotz: Der Weihnachtsfilm.

Aktuell, 2019, fallen mir keine weiteren Filme mehr ein, die ich mit Weihnachten verbinden würde. Zumal Streaming und die freie und zeitlich flexible Auswahl diese typischen „Weihnachtsfilme“ vermutlich in Vergessenheit geraten lassen, identifiziert man sie nicht mehr, zumindest nicht zuletzt mit der ewig gleichen Sende- und Konsumzeit.

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Fragen ohne Antwort #212

Schau! Ein Lückenfüller! Thx Passion of Arts. Die Fragen stammen diesmal von FUJAY.

1. Wonach hast Du Dich als Kind immer gesehnt, durftest oder konntest es aber erst als Erwachsene(r)?
Das ist eine gute und schwere und interessante Frage. Hmm.. Es ist eine verdammt schwere Frage. Ich gestehe, ich habe keine Ahnung! Ich hatte als Kind recht viele Freiheiten und wenig Verpflichtungen.

2. Aus welchen Filmen hast Du Weisheiten für das Leben abgeleitet?
Pump up the Volume, Heathers, Reality Bites, … (wenn mir im Laufe der nächsten Tage noch welche einfallen, werde ich sie nachtragen – aber es gibt sicherlich noch viele weitere).

3. Welche Filme haben Dich nachhaltig beeinflusst?
Siehe Frage 2.

4. Warum schaust Du Filme?
Langeweile, Interesse, weil sie sich anbieten. Warum tut man überhaupt Dinge? Gibt es immer einen Grund, warum man Dinge tut? Manchmal tut man einfach Dinge weil man sie tut, nicht? Muss alles mit einem Grund versehen sein? Ich meine, ja, eh, aber nein.

5. Was muss ein Film haben, damit er eine gute Bewertung von Dir bekommt?
Creature-Feature. Putzige Roboter. Leider oft ausreichend, um meine Bewertung um mindestens zwei Punkte zu verbessern. Eine Hauptdarstellerin, deren Charakterentwicklung nicht durch einen männlichen Protagonisten bedingt ist, gewinnt auch viel. Sowie hübsche Raumschiffe. Sicherlich, wenn der Film mich emotional berührt oder besonders gut inszeniert ist, gefällt er auch. Oder wenn das Haustier überlebt. Ein Filme bekäme eine so unendlich schlechte Wertung, ließe er das Haustier sterben.

6. Wie wichtig ist Filmmusik für Dich auf einer Skala von 1-10 und warum?
Ein guter Soundtrack ist definitiv wichtig. Den Soundtrack von The Umbrella Academy befindet sich auf meiner Frühlings-Playlist und wird rauf und runter gehört. Run boy run, this world is not meant for you … One is the loneliest number.. Never, ever tear us apart. I, I was standing..

7. Nach welchen Kriterien entscheidest Du, ob Du Dir einen Film ansiehst oder nicht?
Ich schaue vieles. Also kann auch der Zufall entscheiden, die Langeweile, meine persönliche Stimmung, schlechte Nachrede oder Empfehlung. Auch schlechte Filme sind ein Erlebnis für sich und können für einen Blogbeitrag verwertet werden. Im Kino sitze ich die Stunden ab, auch wenn der Film langweilig ist – Zuhause wird er pausiert und nicht mehr weiter geschaut. Ich überlege, ob ich für all die angefangenen Kritiken und Einträge eine extra Kategorie einführen soll, wäre doch schade, wenn die Arbeit gänzlich sinnlos gewesen wäre…

8. Über welche Medien schaust Du Filme? Bluray/DVD, Kino, Streaming, TV? Welches Medium nutzt Du davon am häufigsten?
Streaming, Kino. Ich mag Kino.

9. Gab es schon einmal einen Film, bei dem Du Dir nach Betrachtung die Frage gestellt hast, ob die Macher des Filmes verrückt sind?
Gab es sicherlich, nur fällt mir aktuell keiner ein.. Anders gefragt: Sind nicht alle Filmschaffenden irgendwo verrückt?

10. Kannst Du Dich an Deinen ersten Kinobesuch erinnern? Wenn ja, welcher Film war es und wie alt warst Du da?
Ja, kann ich. Ich erinnere mich besonders an einen Pastellfarbenen Plastik-Vorhang auf der Seite, und dass wir recht weit vorne saßen, aber seitlich, was mich damals schon gestört hatte. Und nein, ich werde nicht sagen, welcher Film es war – man könnte auf mein Alter schließen und das muss unter allen Umständen geheim bleiben. Das Überleben des gesamten Universums hängt davon ab!

11. Wenn Du die finanziellen Mittel dafür hättest und sogar die passende Immobilie, würdest Du ein Kino eröffnen? Egal ob ja oder nein, warum?
Hmm…  Nein, ich würde die finanziellen Mittel in ein Pferd und Stall investieren oder in Reisen.

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Netflix‘ „Annhilation“

Gewisse Meinungen zu gewissen Themen könnten nicht unterschiedlicher sein. Mein Fazit? „Ein wunderschöner und vor allem ästhetischer Film!“ Madame (8) fand ihn schrecklich, grausig und widerlich: „Ich fand ihn ekelhaft. Gut aber auch.“ Und Mr Raymond war ebenfalls vom Film begeistert: „Die Natur des außerirdischen Organismus ist so Lovecraft, dass ich schon als ich die Idee las es natürlich anschauen musste.“

Kein Review, sondern ein Konglomerat an Meinungen, die ich unmittelbar nach dem Film erhielt. Immerhin fasziniert er.

Worum geht es?

Natalie Portman ist Biologin und macht sich mit anderen Wissenschaftlerinnen auf die Suche nach dem Geheimnis, dass hinter dem Schleier lauert, der an ausgelaufenes Öl erinnert, und Menschen verschwinden lässt. Nur einer des Soldatentrupps schaffte es zurück, ihr Mann – und dieser ist wie ausgewechselt. Schöpfer ist der Autor Jeff VanderMeer, Regie führte Alex Garland, der unter anderem bei Ex Machina (mit Alicia Vikander) dahin gehend tätig war.

Die Kreatur

Es stellte sich mir die Frage, ob Natalie Portman die arme Kreatur, die sie spiegelte und lernen wollte, tatsächlich getötete hatte. Nein, denn ein Teil des Organismus hat sich in beiden eingenistet. Eine interessante Frage von Mr Raymond war, ob der Typ draußen, einer der anderen Soldaten war, der mit ihrem Mann diente und immer mehr zu diesem wurde – da Natalie Portman selbst immer mehr von ihrem Team übernahm (das Tattoo am Arm): „Ein Teil von ihnen ist also extraterrestrisch und wenn man davon ausgeht wie der Organismus sich ausbreitete, sollten Portman und ihr Nicht-Ehemann massiv ansteckend sein. Die Quarantäne ist gerechtfertigt.“

Und sehe ich das richtig, dass wenn man sich ihnen friedlich hingab und die Veränderung akzeptierte, dass es auch nicht schmerzvoll war? Wollten die Aliens die Erde einfach verändern, weil sie hier gestrandet sind? Und es war alles die gleiche Spezies mit dem Bär und den Pflanzen und dann in ihnen selbst drinnen? „Ich glaube nicht, dass der Organismus die Intention hatte irgendwas zu tun. Der Organismus reflektierte und absorbierte alles was sich rundherum befand. Es lernte, veränderte und passte an ohne Grund. Du versuchst etwas humanoides zu sehen in etwas, dass nicht humanoid war im Ursprung. Das ist das geniale an dem Film. Es war das Echo von allem was berührte und gleichzeitig war alles was es berührte ein Echo von allem was wiederum danach berührt wurde. Alles war nur noch ein Echo und ein Spiegeldbild.“ Gut, mit dieser Antwort gebe ich mich zufrieden.

Kritik

Madame (8): „Wobei ich mich frage ob etwas zu machen das niemand versteht und so vage bleibt wirklich Kunst ist oder nur ideenlos inkonsequent. Dass er wohl wirklich gut ist schließe ich daraus wie verstörend ich ihn finde.“ Während sie den Film weder ästhetisch noch als schön empfand, waren es genau diese Dinge: Gib dich der Kreatur in Frieden hin und sie wird dich aufnehmen, kämpfe dagegen an und du wirst zerstört. Gegen Ende hatte ich bereits die Befürchtung, dass Natalie Portman das neugierige Wesen aus dem All wohl getötet hätte, aber nein, es lebte in ihren Augen weiter.

„Eine Auslöschung finde ich nicht so friedlich“ meinte Madame (8) und ich meinte, dass sie immerhin etwas Neues kreierte und das Alte in sich aufnahm.

Die Medien

„Beginning as science-driven sci-fi, the film shifts gears into horror-thriller territory, before abandoning those narrative beats in favour of an ambitious, “conceptual” final half-hour that scrambles a little to wrap itself up.“The Guardian.

„A film this meticulous and poignant will have a life of its own, because it is about life itself. It offers something few other releases do these days, which is confusion plus contentment. Annihilation will destroy you, but only so it can build you up again.“GQ Magazine.

„You don’t need Dr Lena’s PhD from Johns Hopkins to know it is all complete nonsense or that successful sci-fi retains a grain of science fact. […] Ironically, studio executives deemed Annihilation “too intellectual” for mainstream audiences.“Inews.co.uk.

„It is hard sci-fi storytelling, dealing with the practical application of abstract scientific concepts in the service of a simple and engrossing campfire-ish narrative. Annihilation requires your attention and your patience, but it’s also able to reward all those things. This one makes you earn it, but the destination more than justifies the journey.“Forbes.

Annihilation is a terrific piece of big-studio sci-fi. It’s superbly acted by its refreshingly female-ensemble cast, it’s well-written and its staged as both a deeply introspective journey and an unapologetic horror show. If Paramount/Viacom Inc. can’t make money off a movie like Annihilation, it’s more evidence that the problem isn’t them but rather the sheer challenge of getting audiences to take a chance in a movie theater.“Forbes.

„The irony in Annihilation’s case is how coldly indifferent the film is to humanity itself. It doesn’t care about giving audiences answers to questions, or necessarily rewarding them with conventional thrills, but prioritises smarts and bold ideas around a familiar framework. It’s a stealth revelation in Predator’s skin.“Metro.co.uk.

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Netflix‘ „Bright“

„Ich hätte Lust auf eine Serie“ dachte ich mir und drückte auf play. Etwas nach der Mitte bemerkte auch ich: Ahhh! Das ist gar keine Serie, das ist ein Film! Und ich bin mir nicht sicher, ob ich enttäuscht oder froh darüber war.

Netflix und der Fall des Kinos?

Immer wieder bedient Netflix seine Kunden mit Eigenproduktionen, mittlerweile auch filmischer Natur. Erst kürzlich scrollte ich über einen Artikel, der sich fragte, ob Netflix den Kinos nicht den Film stehle. Meine Meinung? Bitte! Sofern Netflix nicht von Apple gekauft wird.

Denn 16€ für ein IMAX-Ticket sind wahrlich übertrieben, auch der 3€ Aufschlag bei 3D ist nicht notwendig – zumal 3D nicht notwendig ist. Nur ganz, ganz selten wirkt der Effekt wie er sollte, meistens ist er kaum bemerkbar und dann wieder absolut störend. Des weiteren haben Regisseure und Produzenten freie Hand und David Ayer (Suicide Squad), der Mann hinter Bright, konnte und durfte diesen so machen, wie er wollte.

Was der Artikel kritisierte war u.a. die Strategie von Netflix, dass nur mehr dann Filme in die Kinos kämen, sofern diese finanzielle Gewinne abwerfen, und andernfalls bei Netflix abrufbar sind. An sich kein Problem. Auch wird angesprochen, dass sich Netflix jene Filme heraus picke, die es auf der großen Leinwand schwer hätten und nur einem speziellen Publikum zugänglich wären. Okay, und weiter? Natürlich verlieren dabei Regisseure, die ihre Filme gerne auf der Leinwand sähen und jene, die gerne ins Kino gehen. Die Alternative war bisher, dass der Film gleich als VHS, DVD oder Blu-Ray erschienen ist. Der Unterschied zu Netflix bei Amazon liegt darin, dass die Filme zuerst im Kino zu sehen sind, und dann erst via Streaming. Auch eine Möglichkeit. Wir werden sehen, wie es sich weiter entwickelt.

Kurz: So wie ich das sehe, werden kreative, kritische und kompliziertere Filme auf Netflix zu finden sein, während das Kino weiterhin den Blockbustern zur Verfügung steht, die man sich manchmal doch gerne ansieht.

Es bleibt interessant. Aber nun zu neuen Kategorie: High-Urban-Fantasy.

Worum geht es?

Elfen, Feen, Orks und Menschen tummeln im 21. Jahrhundert. Anstatt, dass Schwarze diskriminiert werden, sind es Orks, während die hellhäutigen Elfen privilegiert und in Reichtum leben. Dazwischen befindet sich Cop Will Smith (Bad boys, bad boys what ya gonna do.. what ya gonna do when they come for you) und dessen Partner, ein Quoten-Ork – der auch tatsächlich als Quoten-Ork seinen Dienst absitzen darf.

Die Geschichte beginnt, als sie Zeuge eines seltsamen Spektakels werden und eine junge Elfin ihnen quasi in die Hände fällt und gerettet werden soll – sowie das Artefakt, dass nur die, man erahnt es gleich, ohne Schaden berühren können, die ebenfalls „bright“ sind. Der Film kennt keine Pause und alsbald verwickeln sich Smith und sein orkischer Partner in eine Fucht- und Verfolgungsjagd. Noomi Rapace (Mittlerweile bekannt aus Prometheus und What happened to Monday) die böse Elfin mit Kontaktlinsen, ist hinter dem Artefakt her und der Rest ist Geschichte.

Eindruck

Nachdem ich geglaubt hatte, der Film sei eine Serie und verwundert war, dass bis zur Mitte des Filmes/der ersten Folge schon fast alles erklärt wurde, blieb ein zwiegespaltener Eindruck. Auf der einen Seite fand ich den Umgang mit Klischees beziehungsweise die Idee interessant – auch wenn diese unkreativ und rassistisch umgesetzt wurden (weiß/privilegiert = Elfen, dunkel/arm/Vorstadt = Orks), andererseits war mir der Vergleich zu platt. Die Welt ist zu einfach und die Position der Menschen ergibt keinen Sinn: Elfen aber auch Orks sind traditionell stärker als Menschen, aber die Menschen sind davon offenbar nicht betroffen.

Fazit: Zu guter Letzt waren es einfach zuviele Klischees und eine fehlende Kreativität – welche zwar, für High Fantasy gerechtfertigt sind, aber trotzdem etwas ermüden und in einer modernen, urbanen Umgebung etwas lächerlich wirken.

Kritik

Die Weltbekannten Kritiker sind auch nicht begeistert:

Indiewire.com:

„There’s boring, there’s bad, and then there’s Bright, a movie so profoundly awful that Republicans will probably try to pass it into law over Christmas break.“

„Bright is essentially Training Day meets The Lord of the Rings, but much dumber than that sounds.“

„The film’s lazy refusal to explore its conceit any deeper than that is truly staggering, but director David Ayer is only willing to make so much room for the heightened genre elements, lest any of that nerd stuff infringe on his well-documented infatuation with (or fetish for?) the LAPD.“

Rollingstone.com:

„Welcome to L.A.P.D. of the Rings.

„The problem with setting a familiar story in a foreign universe is that you have to establish the parameters of said universe or risk losing your audience. That’s world-building 101, folks. Bright does not care about that. Bright’s attitude is closer to „fuck you for not somehow keeping up with our cool shit“ before doing a lot of push-ups.“

„This is what it looks like when good ideas go bad. A sequel, naturally, has already been greenlit. Go orc yourself, Hollywood.“

Collider.com:

Bright is a movie that spends far too much time explaining itself—and, often, re-explaining itself—that the actual story, when we finally get to it, is not much more than empty gunshots and blood splatter with a faerie tale twist. Which is a shame, because the plot is actually a simple bit of fun buried beneath a heavy dose of explanation.“

„Unfortunately, there are just too many uncomfortably glaring issues to make that appeal worthwhile. For one, Landis’ script is not great to its female characters. The women here are either housewives, mute killing machines, or strippers. Leilah’s sister Tikka (Lucy Fry) is, essentially, the third part of Ward and Jakoby’s protagonist team.“

Und, wo er recht hat, hat er recht: „Faeries get caught in your bird feeder. Impeccably-dressed elves live uptown in their ivory towers. A dragon casually flies over the Los Angeles skyline. There’s also a brief appearance by a centaur LAPD officer who, quite frankly, I’m more interested in than any of the main characters.“

David Ayer reagiert darauf gelassen:

https://twitter.com/DavidAyerMovies/status/943714973003288577?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.kino.de%2Ffilm%2Fbright-2017%2Fnews%2Fkritik-an-bright-netflix-bislang-teuerster-film-wird-in-stuecke-gerissen-180102%2F

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #60

Die 5 Filme, auf die ich mich im Herbst am meisten freue

Ich war mir gar nicht sicher, was alles im Herbst/Winter noch anlaufen wird, außer Star Wars im Dezember und Thor: Ragnarok im November. Gorana nannte Es und Blade Runner 2049, auf die ich ebenfalls sehr gespannt bin. Nun gut. Vier haben wir damit schon, die Liste ist vorhersehbar.

1. Thor: Ragnarok – One word: Loki.

4. Blade Runner 2049 – Ob der Film es schafft die Stimmung von damals einzufangen und sie adäquat an die heutige Zeit anzupassen? Wir werden sehen.

5. Star Wars – The Last Jedi  und Justice League – An Star Wars bin ich interessiert und er steht auf meiner Liste und ich werde vermutlich Geld dafür ausgeben, Justice League wird lediglich wegen Diana Prince besucht.

3. Professor Marston & The Wonder Women – Eine Erzählung über das Zustande kommen von Wonder Woman in den 1940ern.

2. EsES von 1990 war einer der ersten Horrorfilme, die ich mir alleine, nachts, bei Licht und ganz leisem Ton, angeschaut habe. Ich hatte danach zwar keine Angst auf die Toilette zu gehen, aber das eine oder andere Abfluss Gitter war mir dann doch suspekt. Ein paar Jahre später folgte das Buch. Auch dieses mal wird auf eine spezielle Szene verzichtet.

Beim recherchieren fand ich eine Perle sondergleichen:

Geostorm: „Nachdem eine noch nie dagewesene Reihe von Naturkatastrophen den Planeten bedroht hatte, kamen die Anführer der Welt zusammen, um ein kompliziertes Satellitennetzwerk einzurichten, mit dessen Hilfe man das globale Klima kontrollieren und allen Sicherheit garantieren wollte. Doch etwas ist schiefgelaufen – das System, das die Erde beschützen sollte, greift sie nun an! Im Wettrennen gegen die Zeit muss die wahre Bedrohung aufgedeckt werden, bevor ein weltweiter Geosturm alles und jeden auslöscht.“ (Quelle des Textes: Moviejones)

Klingt nicht unbedingt nach einem Film für den man Geld ausgeben muss, ich mir aber sicherlich anschauen werde (ob Kino oder gestreamt). Ich liebe dumme, die Logik und Physik ignorierende Katastrophenfilme, die reich an Zerstörungsszenarien irgendwelcher Großstädte sind. Solange keine Tiere dabei sterben.

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„Tulip Fever“

Spoilerwarnung.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zum Entschluss, dass sich der Film wohl als (wohl unfreiwilliger) pointierter Moralapostel verstehen mag – anstatt, wie angenommen und damit beworben, romantisches Kostüm-Drama. Der betrogene Mann überlässt Hab und Gut der Magd, die mit dem Fischer zusammen einen Bastard zeugte, und die betrügende Frau landet schlussendlich wieder da, wo sie ursprünglich her kam: Im Kloster.

Die Tulpenwette- und Handel mit diesen, passiert lediglich nebenbei um zwei Hauptcharakteren zum tiefem Fall zu verhelfen. Die interessante Komponente des Filmes, Blumen als Investment und welche Rolle Klöster dabei spielten, bleibt weitgehend verborgen. Der eine wird bestohlen, wird (zurecht) wütend und muss zur Navy, der andere gewinnt zwar, ist aber so dämlich und vertraut einem süffigem Freund die teuren Knollen an, der sie schlussendlich frisst.

Was sich wie Satire, oder dem Klapptext eines billigen Romans liest, wird dramatisch-leidenschaftlich sowie dramatisch-leidend inszeniert und eine jede neue Handhabe der Geschehnisse bringt noch mehr Unheil mit sich. Ich komme also zur Überzeugung, dass es keine Satire sein kann, aber auch keine Liebes-Geschichte. Was dann? Wohl am ehesten ein klassisches Melodram.

Worum geht es?

Die hübsche Alicia Vikander ist mit Christopher Walz (einem zunächst narzisstischen, dann empathischen Mann) verheiratet. Im Kloster als Waise aufgewachsen, heiratet sie – vermag es aber nicht, ihm Kinder zu gebären. Man weiß zu Beginn nicht ganz so genau: Hasst sie ihn? Fühlt sie sich vergewaltigt? Mag sie ihn überhaupt? Nach und nach bemerkt man, sie fühlt sich schuldig – da es doch im 17. Jahrhundert des Weibes Pflicht ist, dem Mann Erben zu schenken, vor allem, wenn er sie aus der Armut rettete – und zugegeben, mit dem Gedanken spielt, sie wieder dort hin zurück zu bringen. Ist sie also nur ängstlich? Man weiß es nicht.

Brenzlig wird die Sache, als der junge Künstler Dean DeHaan engagiert wird um ein Portrait zu malen. Das eine führt zum anderen und sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, inklusive Sex ohne Nachthemd. Die Geschichte wird von der Magd erzählt, die ihrerseits eine Liebelei mit einem Fischverkäufer hat, der sie, und jetzt wird es richtig brenzlig, auch schwängert.

Um nicht aufzufallen gibt der von Alicia Vikander gespielte Charakter vor, selbst schwanger zu sein und spannt einen Arzt mit ein, der vermutlich keiner ist und sich lieber an Frauen vergeht. Christopher Walz ist überglücklich – nur anfassen darf er sie nicht. Das ganze läuft besser als erwartet und sogar ihr Plan, bei der Geburt zu sterben, geht auf. Dummerweise rechnete sie nicht mit den unausweichlichen Schuldgefühlen. Denn als sie das Gespräch ihres Mannes mit dem Arzt belauscht, dieser solle doch das Leben seiner jungen Frau retten und dafür das Kind sterben lassen – setzen sie so richtig ein. Und das beste: Erst kurz davor hatte der alte Mann ihr gebeichtet, dass er damals den Herrgott angefleht hatte, doch seine Frau zu nehmen aber das Kind leben lassen möge. Wtf? Dachte ich mir auch.

Sie lässt sich in einen Sarg einnageln und wird via Gondel über den Fluss gebracht. In einem Zimmer wartet sie auf den Künstler, der sich im Tulpengeschäft eine Menge Geld zusammen geklaubt hatte, sodass sie sich absetzen können. Aber soweit kommt es nicht. Der unfreiwillige Moralapostel wäre keiner, wenn der hintergangene Mann (es gibt Anzeichen, dass er sie selbst betrog), nicht doch noch von all dem erfahren würde. Der Fischverkäufer hatte einst geglaubt, seine Magd sei zum Künstler ins Apartment geschlichen, dabei war es die Mistress in ihrem Gewand! Oh mein Gott! Und das Kind, dass der Alte liebevoll im Arm gehalten und geglaubt hatte, es wäre seines, ist es gar nicht! Welch Tragik!

Der Künstler findet den Mantel, den die von Schuld zerfressene Alicia Vikander in den Fluss geworfen hatte, und glaubt seine Geliebte sei tot. Der Mann überschreibt Hab und Gut auf die Magd, rät zur Hochzeit und das Haus mit Leben zu füllen. Was auch passiert. Er selbst reist nach Indien und wird dort glücklich, ebenfalls mit einer Familie. 8 Jahre später sehen wir den Künstler, wie er in einer Kirche malen soll, nicht ganz ohne das Zutun einer gewissen Nonne, und dort erblickt er seine ehemalige Geliebte. Sie lächeln sich zu. The End.

What?

Weitere Gedanken

Die Szenerie ist von Gott, Glauben und Schuld geprägt. Die Motivationen der Charaktere funktionieren bedingt – und da es bis auf wenige Ausnahmen, alles tolle Schauspieler sind, fragte ich mich, warum eben nur bedingt. Vermutlich war Christopher Walz unterfordert und Alicias Vikanders Rehblick mag ihre Gefühle nicht eindeutig zuordnen. Genau so neben der Rolle liegt Dean DeHaan. Die einzige die wirkt, ist Holliday Grainger. Sie ist in ihrer Rolle als glückliche, später verzweifelte Magd authentisch.

Judi Dench ist das Highlight des Filmes: Als schlagfertige Nonne, die im Tulpengeschäft kräftig mitmischt, den Mädchen Bildung näher bringt und für ihr Wohl sorgt, verprügelt sie nebenbei, begleitet von Wach-Gänsen zwei Einbrecher. Ich hätte lieber einen Film über Judi Dench als berechnende und hinterlistige Tulpenkönigin gesehen.

Fazit: Leider funktioniert weder die Szenerie, noch wird dem Zuschauer ernsthaftes Mitgefühl heraus gelockt. Die Kamera rast von einem Ort zum anderen Ort und dass, obwohl die Kulissen tatsächlich sehr real wirken, bleibt keine Zeit Details einzufangen, bleibt keine Zeit sich Zeit zu nehmen. Übrigens sind Tulpen giftig und der Verzehr kann zu Bauchschmerzen, Durchfall und Krämpfen führen.

Recherche

  • Die Tulpen-Spekulation Hollands im 17. Jahrhundert ist das erste dokumentierte Spekulationsgeschäft der Geschichte, der erste Börsencrash 1637.
  • Tulpen wurde im 16. Jahrhundert erstmal aus der Türkei importiert.
  • Ebenfalls sagt mir Google, dass der Film seit 2000 in Planung war, 2014 gedreht wurde und schon letzten Sommer hätte in den Kinos anlaufen müssen. Bissiger Zusatz: Wenn man sich den Film ansähe, wisse man warum der Start dreimal verschoben wurde. Es fiel also nicht nur mir negativ auf.

Kritiken (und Quellen)

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„Wonder Woman“

Nach den Misserfolgen von Man of Steel oder Batfleck vs. Superman, schafft Wonder Woman den Absprung mit Farbe, etwas Naivität und Entschlossenheit, und reiht sich, so könnte man fast sagen, in die Marvel’sche Tradition ein.

So gut wie Spoilerfrei.

Die anfängliche 97%ige Wertung bei Rotten Tomatoes sank mittlerweile auf 93% was trotz alle dem immer noch verdammt hoch ist. Der Film bricht mit der düsteren Videoclip Ästhetik und setzt auf eine eindeutige Botschaft, die mich gegen Ende tatsächlich an Das letzte Einhorn erinnerte. Ein Film, den ich mir als kleines Mädchen gewünscht hatte. Ein Film, der zielgerichtet die Geschichte voran treibt, sich nicht mit Kleinigkeiten aufhält und gegen Ende den Big Bad besiegt.


Und wie so viele andere, fragte auch ich mich was das große Geheimnis ist, dass Wonder Woman so erfolgreich werden lässt. Ein Beitrag, der vor ein paar Tagen in meiner Mailbox landete, erklärt es ziemlich gut: Wonder Woman ist so, wie ein Superhelden-Film sein sollte: Positiv und Hoffnungsvoll. Die Heldin ist kein Jammerlappen, die beim Versuch Leben zu retten, die Hälfte dabei umbringt und ihre Kraft als Fluch sieht, sondern sie tut, was gemacht werden muss. Mehr noch, sie geht darin auf, ohne aber arrogant oder selbstgefällig zu werden. So stehen auch nicht die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund, das Techtelmechtel mit Steve ist lediglich (und nachvollziehbares) Beiwerk, sondern die Geschichte Dianas und ihr Werdegang zu Wonder Woman selbst. Anderseits wurde in der Vergangenheit gerade auch die zwischenmenschliche und menschliche Darstellung der Superhelden gelobt, bis dies bei Man of Steel und Batfleck vs. Superman grandios kippte und ins Lächerliche abdriftete.

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Wonder Woman bewegt sich zwischen dezenter Kritik am Patriarchat und zieht gleichzeitig die stereotypen Geschlechterklischees des 20. Jahrhunderts ins lächerliche. So lässt sich Diana von Steve weder sagen, was sie zu tun oder lassen hat, bemerkt so ganz nebenbei, dass man auch ohne Männer zurecht kommt und begutachtet interessiert Korsagen, die sie für Rüstungen hält. Und trotz dessen, dass Diana dank ihrer Herkunft weitaus mächtiger ist, als all die Männer, die nach ihr aufs Feld stürmen, bleibt Gleichwertigkeit zwischen Frau und Mann bestehen: Steve Trevors Fähigkeiten werden nicht minimiert, um Dianas Stärke zu demonstrieren, denn auch er wird als Held inszeniert und in keiner Weise als „schwach“ dargestellt. Eines nur: Vielleicht hätte man die letzte seiner Szenen etwas anders lösen können.

Ebenfalls positiv sticht hervor, dass zwar Wonder Womans ikonisches Kostüm beibehalten wurde, aber die gesamte Szenerie auf eine sexualisierte Darstellung verzichtet. Nicht „sexy“, sondern ästhetisch. Sicherlich sieht man Beine und Dekolletees bei den Amazonen, aber das ist in Ordnung. Schon alleine aus praktischen Gründen: Einerseits scheint Themyscira sehr warm zu sein, andererseits kann eine Vollkörper-Ausrüstung behindernd wirken, je nach dem, was man sich für einen Kampfstil aussucht. Was hätte man stattdessen als Rüstung verwenden sollen? Wehende Kleider? Einfache Lumpen? Die einzige Problemzone, die ich aus Sicht einer ehemaligen (Mittelalter-)Schwertkämpferin sehe, sind die fehlenden Träger. Doch das Kostüm scheint ausreichend hoch geschnitten, um ein gewisses rutschen zu verhindern.

Fight!

Die Kampfszenen waren interessant choreographiert. Ich hätte auch mit einem Film, der aus dem Quasi Vorspann und der Vorgeschichte bestanden hätte, viel Freude gehabt und genoss die Abwesenheit männlicher Protagonisten zu Beginn gänzlich. Es hat tatsächlich etwas befreiendes und ein gewisses „empowerment“, eine starke Frau unter vielen anderen starken zu Frauen zu sehen, was in der Filmgeschichte relativ selten passiert. Denn häufig sehen wir nur eine, manchmal auch zwei oder auch drei starke Frauenfiguren neben- aber oftmals gegeneinander, und keine homogene Armee. Was aber natürlich auch durch die Inszenierung – Akrobatisch zu Pferd, im Kampf und im Training – besonders zur Geltung kommt. Wie gern hätte ich da mitgemacht. Ich rieche eine Marktlücke für einen Freizeitpark: „Amazon-Camp: Girls and Women only“: Auf dem Plan stehen täglich Reiten, Schwertkämpfen, Bogenschießen, voltigieren (turnen am Pferd), Lasso werfen und Katzen streicheln. Oder so.

Interessant und auffällig ist die Inszenierung von Professor Lupin als Ares, den Kriegsgott, den Big Bad, der gegen Ende in einer bombastischer Feuerschlacht vernichtet wird. Auch wenn oft kritisiert und als unnötig empfunden, erhält Diana dadurch eine Fülle an tollen Szenen, unterlegt mit farbiger, emotionaler Musik – die sie nochmal konkret in den Mittelpunkt stellen und erneut verdeutlichen: Eine neue Ära an bricht an. Professor Lupin aka Ares als Big Bad hält also, so möchte man meinen, als Alibi her, sodass jede Möglichkeit, Diana Prince als Ikone zu stilisieren, wahrgenommen werden kann.

Comic-Ästhetik

Diese kommt auch bei Wonder Woman wieder zu tragen, wirkt aber in diesem Falle weniger deplatziert – vielleicht weil mit kräftigen Farben unterlegt? Oder, weil sie erst gegen Ende so richtig in Szene gesetzt wird? Ich überlegte und kam zum Entschluss, dass es vielleicht die frontale und statische Aufnahme ist, die Comichafte Szenen in Zeitlupenoptik vielleicht etwas banal wirken lässt. Wären diese dynamisch, und bewege sich die Kamera um die Szene herum, könnte man eher schwer einen Bezug zu einer 2D-Szene herstellen. In diesem Falle nützt Farbe und positive, emotionale Musik doch einiges, um mit der Darstellung nicht ins Lächerliche zu segeln.

Manko

Der Trailer hatte bereits vorgewarnt: Ästhetische Action-Szenen werden von Zeit zu Zeit aus ihrer dynamischen Perfektion gerissen und durch Zeitlupenoptik ersetzt. Zack Synders Handschrift eben. Was ich in 300, der pompösen Slideshow, mochte, hasste ich in allen anderen Filmen. Qualität vor Quantität: Ab und an, und wohl eingesetzt, können diese tatsächlich Wunder und Staunen bewirken, in übertriebenen Maße und zur falschen Zeit, zerreißen sie den Fluss der Szene. Aber das ist auch das einzige und große Manko des Filmes, was ich leider anmerken muss. Es nervte mich tatsächlich, dass kaum eine Kampfszene ohne dieser Handhabung auskam (*). Man muss aber auch nicht ins Gegenteil verfallen, und die Szenen in 1,5facher Geschwindigkeit abspielen. Gut choreographiert und gut geschnitten und jede künstliche Veränderung wird obsolet.

Etwas lästig war vielleicht auch das Ver-englischen der deutschen Sprache, wenn unter Deutschen englisch gesprochen wurde, aber das kann man vernachlässigen, und wir entschuldigen auch Dianas perfektes Aussehen am Morgen, als sie die Nacht am freien Boot verbracht hatte. Aber das ist in Ordnung: Comic-Verfilmungen und Helden-Epen brauchen diese Form von Realismus nicht. Auch wenn dies wieder eine andere Kritik war, die James Gunn mit dem ersten GotG parodierte. So oder so, gewollte Kritik findet ihren Weg.

Fazit: Eine neue Ära hat begonnen, lasst uns das auf diesem Niveau weiter führen.

* Anmerkung: Nachdem ich mir den Film heute Abend nochmal ansehe, werde ich beobachten, ob mir diese Szenen erneut so negativ ins Auge stechen und bei einem zweiten Beitrag, vielleicht etwas Recherche mit einbeziehe.

PS: Ich finde es übrigens sehr positiv, dass eine nicht-US-amerikanische Schauspielerin in der Titelrolle steht, und so ein weiteres Stück der US-amerikanischen „one of us“-Tradition aufbricht.

Lesenswert und gut recherchiert:

Zu guter Letzt:

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„King Arthur – Legend of the Sword“

Zugegeben, der Trailer sah sehr trashig aus. Der Name Guy Ritchie verspricht allerdings Handwerkskunst, und auch wenn ich mit Gangster-Filme eher weniger anfangen kann, ist der Stil unterhaltsam und so besuchte ich den Film. Der Ton war zu laut und der 3D-Effekt bei den Logos der mitwirkenden Firmen und Studios besonders ersichtlich, unterm Film nur ab und an.

Die Einführung in die Geschichte und den Charakter erfolgte ohne Umschweife und kurz zusammengefasst in Musikvideo-Optik – stimmig. Die Geschichte um König Arthur und die Ritter der Tafelrunde wurde damit auch neu interpretiert – ganz anders als Marion Zimmer Bradley es damals erklärte. Aber stimmig. Die Kampfszenen waren interessant, stimmig im Fluss, flüssig und mitreißend. Der Sound war großartig. Man wippte mit. Ich wippte mit.

Einzige Kritik: Frauen? Hallo? Eine Hexe mit etwas Viecher-Magie, aber ansonsten dürfen die schönen Maiden als Opfer herhalten. Shame! Shame! Shame!

Seltsam und etwas verstörend: Lord Baelish ohne Schnauzer. Wtf? Und es beschleicht einen immer wieder ein gewisses Gefühl, wenn er ins Bild tritt. Spricht das für, oder gegen den Schauspieler?

Fazit: Wenn man Fantasy, Mittelalter und Guy Ritchie miteinander kombiniert, zusammen in einen Topf wirft und kräftig umrührt, kommt genau das raus, was man sich erwartet. Wer also Guy Ritchie mag, wird auch diesen Film mögen. Wer nach einem epischem Fantasyspektakel sucht, wird nur halb bedient. Also lasst euch nicht vom trashigen Trailer abschrecken, der Soundtrack ist großartig und der Film sehenswert. Zumindest unterhält er auf vertraute Art und Weise.

4 von 5 Schlangen, 5 von 6 Schwertern und 4 von 4 Musikstücken.

Die Kritik der Onlinezeitung Regional aus Wolfenbüttel fast es mal eben bildhaft zusammen und bestätigt sogleich meinen Eindruck:

„Ritchie wäre natürlich nicht Ritchie, wenn er dem Ganzen nicht seinen ganz persönlichen Anstrich geben würde. Arthurs Jugend und Aufstieg in den Straßen von Londinum ist natürlich Referenz an seine frühen Gangsterfilme „Snatch“ und „Bube, Dame, König, grAS“. Der typische Coolness-Faktor fehlt ebensowenig wie das passende Quentchen Humor. Die Kampfszenen in 3D-Technik sind ebenso 100 Prozent Ritchie-Style wie die atemberaubende Schnitttechnik oder der nicht immer lineare Erzählstil, der gerne auch mal nur von den Protagonisten diskutierte Handlungsoptionen bildlich darstellt. Auch die Geschwindigkeit ist teilweise atemberaubend, sei es Arthurs Jugend in Londinum, die im Zeitraffer an einem vorbeifliegt, sei es Arthurs gefahrenreicher Selbstfindungstripp in die Darklands. Aus letzterem hätte Peter Jackson wahrscheinlich allein einen Drei-Stunden-Film gemacht – bei Guy Ritchie ist es ein Fünf-Minuten-Video-Clip.“

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #42

Heute möchte Gorana wissen:

5 Filmszenen, die mich schwer beeindruckt haben, und die ich nie wieder vergessen werde

Man muss es leider sagen: Auserwählte Szenen, so vielfach sie vermutlich genannt werden, so sehr sich die kollektive Meinung daran fest gefressen hat und man es irgendwo ganz und gar nicht mag, mit dieser derart übereinzustimmen: Sie sind einfach gut. Sie blieben hängen und fraßen sich ganz tief im Gehirn fest und dort sind sie noch immer. Ich wünschte, ich könnte etwas Abwechslung bieten.

Die Reihenfolge und Nummerierung entspricht nicht der Wertung:

4. Apocalypse Now – Das Intro.
Als ich den Film das erste mal im zarten Jugendalter sah, begriff ich so ganz, ganz viele Dinge nicht, die mir später einen Schauer über den Rücken jagten.

2. Jene Szene, in der Ellen Ripley das Alienbaby aus ihrer Brust gebiert (Alien III) und sich gleichzeitig in den Mutter-Kind-Tod stürzt. [YouTube Link]
Alien III war, so vermutet meine Erinnerung, der erste Alienfilm, den ich sah, und der mich schwer beeindruckt hatte. Und besonders eben diese genannte Szene, in der sich Ripley mit dem Alienbaby in die Tiefe stürzt, ließ mich schon damals Ripley, wie auch das Alienbaby, bedauern.

3. Einer meiner Lieblinge ist jene Szene, in der die Enterprise ganz zu Beginn bei Star Trek Into Darkness, begleitet von dieser epischen Musik, aus dem Wasser aufsteigt. Warum nur so kurz? Warum soviele Unterbrechungen? Wie ein verknallter Teenie muss ich im Kino gesessen und die Leinwand angeglotzt haben. So episch und doch so kurz.

1. Und besonders auch: Als das Einhorn (Das letzte Einhorn) sich auf den Weg macht, begleitet von „When the last eagle flies.. and the…“, und während ich nach dem passenden Video suche, finde ich immer neue Szenen aus besagtem Film: wie das Einhorn gegen die Harpye kämpft oder Schmendrick der Zauberer an der wollüstigen Baumdame hängt, das Skelett mit der leeren Flasche und nicht zuletzt und/oder als all die Einhörner wieder aus dem Meer kommen.

5. Fight Club – enough said, watch:

Eine weitere Szene, an die ich mich erinnere ist jene, als Scarlett O’Hara (Gone with the Wind) im Dreck kniet, Erde in ihrer Hand hält und sich schwört, sie werde nie wieder Hunger leiden. Ein immer noch beeindruckender Film.

Oft genannt, und meiner Meinung nach doch überbewertet, aber sicherlich bis in die Unendlichkeit Symbol trächtig: Die Knochen-der Primitive Mensch lernt damit zu töten-Schnitt-Raumschiff-Szene in der Space Odyssey. Meinetwegen, der zeitlich längste Schnitt in der Filmgeschichte (oder?) war gut – trotzdem überbewertet.

Ein Zusatz… Ich bitte um Verzeihung für den Regelverstoß:

!!!!

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