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„The Secret Life of Pets“

Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen: Herbst 2015 – der erste Trailer von Pets und der erste Eindruck war: „Den muss ich gehen!“ Und während das Jahr vorbei zog, der Tag des Filmes näher rückte und man den Trailer auch schon in seiner längeren Fassung x-mal gesehen hatte, schlich sich Resignation ein: Man akzeptierte fast unweigerlich, dass die witzigen Momente im Zusammenhang weit weniger amüsant sein dürften und die besten Szenen bereits im Trailer verschossen wurden. Wie immer. Lasst mich dazu nur eines sagen: Dem ist nicht so! Wer nichts lesen möchte über Wirkung und Eindruck, der stoppe hier.

Der Trailer verrät einige amüsante Details, die aber eben im Zusammenhang mit all den anderen in einem fließenden Lachen mitgenommen, ja beinahe mitgerissen werden. Ein seltener Fall von: Der Film übertrifft den Trailer. Der 3D Kameraflug über New York hatte, wenn man sich in den mittleren, eher vorderen Reihen befand, dezent die Wirkung einer Achterbahnfahrt; die Farben waren bunt und die Stimmen schrill. Ich fand es fast ein wenig schade, als die Geschichte dann wirklich anfing, so auch in eine vorhersehbare Richtung plätscherte und eine Szene die Nächste in Sachen Hektik und Lautstärke zu übertreffen versuchte. Irgendwann musste ich mir Tempo-Stückchen in die Ohren stopfen. Aber das war okay, die Ausreißer nach oben, die stimmigen Karikaturen und liebevolle Parodien auf gewisse Tierarten entschädigten vollkommen dafür. 3D war adäquat eingesetzt mit Viechern, die aus der Leinwand in den Saal krochen – es empfiehlt sich wohl in den mittleren Reihen Platz zu nehmen.

Fazit: Wenn man Animationsfilme aus dem Hause Minions mag, dann wird man auch mit diesem Film eine besondere Freude haben. Wenn man Tiere mag, wird man mit diesem Film eine große besondere Freude haben.

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Ein Kommentar

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„Independence Day Resurgence“

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Ein Ding braucht Weile. Ein sehr verspätetes Review..

Lasst mich einige Worte zum ersten Teil sagen, den Kritiker gerne als „Guilty Pleasure“ verdammen: Independence Day war großartig. Ich mochte den Film und zitierte zitiere bei Gelegenheit immer wieder gewisse One-Liner. Die Anzahl der Charaktere war adäquat, sodass es möglich war mit dem einzelnen mitzufiebern. Jeff Goldblum und Will Smith standen in der Blühte ihrer Schauspielkarriere und harmonierten mit der gesamten Szenerie. Sicherlich, Independence Day war klischeehaft, voller Pathos und Heroismus und dennoch besinnt man sich gern daran zurück.

Erinnert man sich also zurück, waren 1996 außerirdische Lebewesen die „real“ angenommene Gefahr und wenn auch nur aus dem Wunschdenken heraus, mit einer fremden Zivilisation in Kontakt zu treten. Nach dem alle fremden Kulturen auf dem Planeten Erde kolonisiert und/oder verdrängt wurden und die SF über die letzten 100 Jahre erfolgreich zum Hype beigetragen hatte und der Mensch immer nach „mehr“ träumt, ist die Faszination verständlich – der Kapitalismus dankt. Durch Serien wie The X-Files bis Roswell und diversen Pseudo-Dokumentationen, über die Alien-Reihe selbst und was es noch alles gab, florierte das Genre. Und dabei bedenke man, dass sich bereits Kant Überlegungen zu extraterretistischen Lebensformen gemacht hatte und davor die Griechen. Niemand nahm 1990 an, dass einst Maschinen mit künstlicher Intelligenz die große Bedrohung sein könnten, denn der Terminator war besiegt. Maschinen waren besiegbar. Dies war Thema 1980 gewesen, als die ersten Heimcomputer in die Wohnzimmer einzogen und Cyberpunk aktuelle Popkultur war. Und Kriege im Zeichen der Religion? Fanden wie eh und je statt. Was die Menschen heute fürchten sind Chaos, Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, künstliche Intelligenz im Form von Supercomputer sowie genetisch veränderte Kreaturen, seien es Mutanten, Superhelden oder was auch immer. Nennen wir es Machtverlust und/oder Machtlosigkeit. „Genetisches Enhancement“ ist längst Kern vieler philosophischen und medizinischen Debatten, siehe das „Gattaca-Argument“: Wieviel ist erlaubt, sodass kein Wettbewerbsvorteil und eine Zweiklassen-Gesellschaft alá Gattaca entstehen und was sind die genetischen, biologischen Konsequenzen für künftige Generationen?

Nun aber zu Independence Day Resurgence.

Um was ging es? Was war die Geschichte? Alien vs. Mensch? Alien vs. Alien co-op Mensch? Mensch vs. Alien co-op Alien vs. Alien?

Man tut einem Film nichts gutes, wenn man versucht ihn extra groß zu machen, ihn mit zig kleinen Nebenstorys ausfüllt und mit Charakteren belädt und dabei das wesentliche, „the big picture“, vergisst: Die Geschichte an sich, das Gefühl und die Spannung. Er tut beinahe krampfhaft zuviel, für das was er sein möchte. Nur was möchte der Film sein? Eine Hommage? Ein selbstständiger SF-Film? Ein Blockbuster?

Hatte Independence Day eine einfache Geschichte, war Independence Day Resurgence überladen mit belanglosen Nebengeschichten, die alle einer eigenen Szene bedurften, anstatt die Figuren so zu schreiben, dass es nicht notwendig gewesen wäre, als die Szenen tatsächlich zu filmen. Die vielen Figuren, die man fast krampfhaft versuchte instand zu halten, scheiterten dann doch an der Realität: Was in einer Serie funktioniert, muss nicht zwangsläufig im Film funktionieren. Weniger ist mehr. So wie dieser Eintrag. Er ist viel zu viel für das was er sein will: Eine Kritik. Ein Raunzen. Eine Enttäuschung, aber! Es ist mein Eintrag. Independence Day Resurgence wurde nicht für sich produziert und wenn man versucht der Masse zu gefallen, allen zu gefallen, muss man in Kauf nehmen, dass die Masse nicht dankt.

Weiter. Einerseits ließ man den Charakteren ausreichend Screentime und einen Platz am Rande der Geschichte, der sie dann auch gegen Ende im Gesamten legitimierte, andererseits erlaubte ihnen das Drehbuch nicht, ihre Rollen zu spielen. Jeff Goldblum war da, aber wo war sein Charakter? Wo war David Levinson? Das hat nichts mit Charakterentwicklung zu tun, sondern mit „Bringen wir die Alten an Bord, aber nicht zuviel, weil sie sind alt und zweckdienlich für die Älteren. Jugend Ftw!“

Brent Spinner aka Data aka der verrückte Wissenschaftler, hell yeah! Wenigstens einer hat es zurück geschafft und Spaß daran. Bill Pullman, Mr. President, Sir! Wo waren Sie? Minus zwei der Jüngeren, plus der Ausbau einer der alten Figuren und diesem Aspekt wäre etwas geholfen. Und auch wenn der Fokus auf die jüngere Generation gerichtet sein möchte, so verfehlt dieser ebenfalls gänzlich sein Ziel. Sie sind da. Okay. Und weiter? Niemand hätte es gekümmert, wenn die Aliens sie alle aufgefressen hätten. Im Gegenteil, das hätte den Film zu einem großartigen Film inklusive philosophischer Botschaft gemacht! Aber.. so?

So ergab zum Beispiel die Geschichte um die Mutter (Vivica A. Fox) keinen Sinn. Sie war da, sie spazierte durchs Bild, sie starb. Es beeinträchtigte nicht einmal den Sohn (Jessie Usher) sonderlich, bis auf die Tränen bei der Ansprache. Die Mutter starb eben, und er steht da? Emotionen! Wo sind die Emotionen? Ich sah kaum welche und die Szene lies mich kalt. Der junge Freund (Travis Tope) von Liam Hemsworth sowie der Aktenkoffermensch (Ich finde ihn bei Imdb nicht mal) und der afrikanische Warlord (Deobia Oparei). Wozu? Diversität? Okay.

Meine Idee? Weg damit und stattdessen einen ausgereiften Charakter. Der Zwist zwischen dem Sohn und Liam Hemsworth hätte keiner eigenen Szene bedurft, sondern lediglich etwas schauspielerische Leistung abverlangt. Selbiges Erzählprinzip bei den Aliens: Man hätte ihrer Angst und später ihrer Freude ruhig etwas mehr Spielraum geben können ohne den Überraschungseffekt zu vereiteln.

Es fehlte Klischee und Hommage an die 1990er. Ich vermisste Irrwitz und Wahnsinn und jegliche Realitätsferne. Physik und Logik wurden zwar wie so oft (Tendenz bessernd) ignoriert, und auch wenn das überdimensionale Raumschiff mit eigenem Biotop anreist, dass offenbar für Menschen nicht gefährlich ist und das Wasser eine angenehme Dichte zu haben scheint, sowie auch der Retterplanet, der die „primitive Sprache sprechende“ Spezies aufnehmen möchte, und es zumindest die Richtung anpeilte, in der ich den Film gerne durchgehend gehabt hätte, so wirkt es alles in allem verdammt unstimmig.

Entweder man macht es pompös und unrealistisch und denkt sich: Scheiß drauf oder man lässt es. Und ich dachte nie, dass ich das einst schreiben würde: Mir fehlte Testosteron und Girlpower und Stereotype One-Liner. Man darf nicht ein Thema wie Aliens vs. Aliens vs. Mensch nehmen und daraus versuchen eine ernste Geschichte zu machen, denn so wirkte es. Und das funktioniert nicht. Schon gar nicht, wenn dieser Geschichte ein Kultstatus vorauseilt.

Zuerst vernichten die Menschen den „Lifestar“ der friedlich aus dem Wurmloch heran schwebt und dann bietet Eve’s kuglige Schwester ihnen an, die Revolution zu führen, denn einen weiteren Angriff überlebten sie vermutlich nicht. No na nit. Hauptsache die gesamte Welt wählt demokratisch den Faschismus zurück, stellt sich aber mit vereinten Kräften gegen Aliens.

Die, wenn auch nicht so liebevoll wie erwartet, aber dennoch vorhandene Hommage, besteht in der Kopie einiger klassischer Szenen aus dem Vorgänger. Die Hail Mary erfuhr nicht einmal ansatzweise an Würdigung wie sie es verdient hätte und auch die Liebesgeschichte war flach und eindimensional. Wem war damit gedient? Wozu ein semi-romantisches Element? Die Charaktere waren wie wahllos aneinander gewürfelte Verbindungen ohne jeglichem Gefühl dazu. Ich beginne mich zu fragen, ob irgendeiner der Schreiber den ersten Film überhaupt gesehen hat. Ich beginne mich zu fragen, ob nicht eine unausgereifte AI hinter dem Drehbuch stand.

Und auch wenn manche Kritiker sagen möchten, Will Smith habe gefehlt. Nein, auch Will Smith hätte das Drehbuch nicht mehr retten können. Sicherlich, das Drehbuch wäre dann gänzlich ein anderes gewesen, aber auch Will Smith hätte einen typischen Emmerich nicht mehr „besser“ machen können, die wehende US-amerikanische Fahne und der stehende Eiffelturm. Anderes Thema.

Was gut war? 3D wurde eingesetzt, wie es sich für 3D ziemt: Kamerafahrten durchs All, ansonsten fiel es mir nicht störend auf. Der Film wurde offensichtlich von Dell und Windows gesponsert und Apple-Produkte fehlten in diesem Universum gänzlich.

Fazit: „Independence Day: Wiederkehr lebt sehr stark vom Erbe seines filmischen Vorfahren – und verprasst es.“ (Zitat vip.de)

Damit gute Nacht.

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„Me before you“

Daenerys Stormborn of the House Targaryen, the Unburnt, the First of Her Name, Queen of Meereen, Queen of the Andals, the Rhoynar and the First Men, Lady Regnant of the Seven Kingdoms, Protector of the Realm, Khaleesi of the Great Grass Sea, Breaker of Chains and Mother of Dragons trifft schlussendlich doch noch Tywin Lannister und kümmert sich um dessen, nach einem Unfall gelähmten Sohn Finnick Odair (Hunger Games went wrong?), während ihre Beziehung zu Neville Longbottom deutlich darunter leidet, aber Clara Oswald, ihre Schwester, ist damit einverstanden. Denn! Und nun der Twist, der vermutlich die erste Flut an Tränen im Saal lostrat: Finnick möchte so nicht mehr leben. Einst war er vital und voller Abenteuerlust. Nun ist er gelähmt, kann gerade noch den Finger bewegen und Sarkasmus ist sein bester Freund. Khaleesi, die hübsche aber einfache Kellnerin, von der reichen Mutter auserwählt (und bezahlt), soll ihm den Lebenswillen zurück bringen. Doch der Brief aus der Schweiz liegt schon da.

So. Jetzt aber ordentlich.

Der Film erzählt eine Liebesgeschichte und behandelt dabei das Thema Sterbehilfe. Man erinnere sich an Ramon Sampedro, einem spanischen Autor, sowie die Verfilmung Mar Atrendo mit Javier Bardiem, die seinerzeit heftige Diskussionen in Spanien um die Sterbehilfe ausgelöst hatte. Darf man den Medien Glauben schenken, so zog auch die Buchvorlage Diskussionen nach sich.

Die Sterbehilfe ist stark umstritten. Man unterscheidet zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe. Die aktive Sterbehilfe erfüllt den Wunsch des Patienten sein Leben zu beenden – diese ist in Österreich, der Schweiz und Deutschland verboten. In Belgien, Niederlande, Luxemburg und im US-Staat Oregon aber erlaubt. Die passive Sterbehilfe bedeutet, dass auf alle Handlungen verzichtet werden, die das Leben weiter verlängern könnten. Folgend gibt es noch die indirekte aktive Sterbehilfe, die zwar keine Lebensverlängernden oder verkürzenden Maßnahmen vornimmt, aber ausreichend Schmerzmittel verabreicht.

Die Kontroverse wird im Film nur am Rande angesprochen, der Vater gewährt dem Sohn den Wunsch, die Mütter – des Sohnes und die der Kellnerin, sind anderer Meinung. Auch sie selbst ist hin und her gerissen, hatte sie sich doch nach und nach in ihn verliebt; und nicht zuletzt zweifelt sie, da die Mutter sie hoch bezahlt und ihre Familie das Geld braucht. Schlussendlich gibt ihr die Schwester den Anstoß das beste aus den verbleibenden Monaten zu machen, mit manchmal mehr und manchmal weniger Erfolg. Er entschließt sich aber gegen Ende immer noch für den Tod und finanziert ihr einen Neustart.

War der Film gut? Zig Taschentücher und viel mehr Tränen und Nasen, die geschnäuzt haben, würden sagen Ja. In großer überwiegender Zahl waren es Frauen, die den Film besuchten und Männer, die (vermutlich) von ihren Freundinnen überredet wurden. War der Film gut? Emilia Clarkes extrovertiertes Augenbrauenspiel tanzt noch vor meinem inneren Auge. Etwas weniger wäre dann vielleicht mehr? Sie gefällt mir als Daenerys wirklich sehr gut, und bis zum Ende dachte ich mir: Jenna Coleman (die Schwester, Clara aus Doctor Who) wäre soviel besser in der Rolle gewesen. Gegen Ende war ich jedoch mit der Wahl einigermaßen zufrieden. Es war ok.

War der Film gut? Hat er mich berührt? Berührt, teilweise. Belustigt, auf jeden Fall. Wäre eine Katze oder ein Hund der Hauptakteur gewesen und gegen Ende gestorben, ich hätte gejault wie ein geprügelter Schlosshund und wäre meinen Mitmenschen noch Tage danach damit in den Ohren gelegen. Ein tragisches Schicksal, die ewige Liebe, Selbstfindung – eigentlich alles interessante Themen, aber.. Ms. (8) fasste den Film nach Sicht des Trailers folgendermaßen treffend zusammen: Sie fängt an ihr Leben zu genießen und Dinge zu tun, die sie nie getan hätte, aber nicht, weil sie das will, sondern weil sie glaubt, er würde diese Dinge wollen und es für ihn eine Art Ersatzbefriedigung sein kann, ihr dabei zuzusehen?

Aber eines wurde ganz deutlich: Ich vermisse Clara Oswald.

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„X-Men: Apocalypse“

In der Annahme, der Film liefe nicht mehr in OV – zumindest wurde nichts dergleichen angezeigt – buchte ich die Vorstellung auf deutsch. Wenige Tage später sah ich.. es hätte doch noch Vorstellungen in OV gegeben. Karma? Übereile? Immerhin war es eine „neue“ Erfahrung. Und es ist so: Einmal OV gewohnt.. kann man sich mit Synchronisationen nicht mehr anfreunden – bis natürlich auf die Stimmen, die man aus der Kindheit kannte. Filme der 80er und 90er werden fast nur synchronisiert gesehen. Außerdem besitzt die Art der Synchronisation der 1980er einen besonderen Charme.

Ich musste übrigens mehrfach überlegen, ob es nun einen oder zwei Vorgänger dieser Zeitlinie gegeben hatte. Ich erinnere mich allerdings mittlerweile daran, dass der erste derart schlecht war, dass ich mich genötigt sah, nach 20 Minuten abzuschalten.

Abgesehen also davon, dass die Syncro grottig und die Stimmen schrecklich gewählt waren, Jennifer Lawrence nach wie vor übertrieben gehyped wird und ich den Grund noch immer nicht verstehe, Ocsar Isaac nach wie vor, trotz Make Up, kein guter Schauspieler ist, außer in Inside Llewyn Davis als verlierender Folk-Sänger – fand ich den Film unterhaltsam. Ja, ich fieberte gegen Ende sogar mit. Aber warum?

Dass die Geschichte in den 1980ern spielen soll, wurde nur dezent angehaucht. Interessant, denn wenn ich einen Film mache, der in einer bestimmten Epoche spielen soll, so versuche ich den Zuseher dies spüren zu lassen. Dass die 1980er lediglich musikalisch und filmisch etwas zu bieten hatten und weder von Mode noch Stil profitierten, hätte man sich vorher überlegen müssen. Einzig allein der Engel hätte aus The Lost Boys sein können, zumindest bis er diese seltsame Frisur bekam. Aber ich wage mich zu erinnern, dass dieses Detail auch schon beim letzten, Days of Future Past, nicht sonderlich beachtet wurde. Aber darum geht es ja hier nicht. Es geht ja um die Geschichte, die eben in vergangenen Epochen spielt. Kein Grund also, sich dieser Merkmale vermehrt anzunehmen. X-Men: Teenverse solle ja ein „cooler“ Mutanten-Film sein und kein unfreiwillig komisches Kostümdrama.

Dass Cyclops erneut als läppische Figur dargestellt wird, freute mich. Der Schmollmund mag fast Satire sein, und man ertappt sich wieder dabei, dass man dem interessanten Typ (nämlich Wolverine) das Mädel gönnt. Wtf. Wolverine? Warum? Wie? Wtf? War der nicht in der alternativen Zeitlinie? Informationen! Nightcrawler, den ich in den Comics trotz des Namens „Kurt“ und der Religiosität doch sehr mochte, war etwas .. mühsam, ebenso die 00er Emo-Frisur. Quicksilver, ein Tick zu „cool“ inszeniert. Die Fähigkeit atmet sicherlich von locker lässigem Gehabe, was auch soweit okay wäre – aber der Text. Vermutlich war es die Synchronisation: „Ich bin halt ’n Loser.“ Wtf?

Übrigens empfand ich die Grund-Motivation von Apocalypse, absolut nachvollziehbar – sämtliche Waffen von der Erde zu verbannen. Warum auch nicht?

Psylocke hatte weitaus zu wenig Screen-Time. Wie verarscht muss man sich fühlen, wenn man die Rolle des „Damsel in Distress“ in Deadpool ablehnt, weil man kämpfen möchte, dann aber lediglich 2 Sekunden Fight-Screentime bekommt, sich aber Monate darauf vorbereitete? Storm war gut, ebenfalls zu wenig Screen-Time. Halle Berry war mir damals etwas zu ruhig, Storm ist wilder und strahlt viel mehr Kraft aus, aber Halle Berry kann nichts dafür wenn man ihr nicht die Möglichkeit lässt.

Captain Picard war und ist der wahre Professor X. James McAvoy ist sympathisch – aber kein Professor X. Fassbender hingegen empfinde ich als solide gespielten Magneto, er setzt das Maß an Emotion adäquat ein, ohne die Figur zu überrollen – auch wenn seine tragische Geschichte ausreichend Grund dazu gegeben hätte. James McAvoy hingegen wirkte wie ein verliebter Teen. Gut, es war ja auch X-Men: Teenverse .. aber dennoch.

Moment, warum gefiel mir der Film? Vielleicht des Auftakts wegen, der sehr ästhetisch das Klischee einer Anfangsszene einleitete? Vielleicht aber auch nur weil es warm wirkte, im alten Ägypten am Nil. Vermutlich mochte ich den Film also nur der assoziierten Wärme der ersten 5 Minuten wegen. Vielleicht aber auch, weil es einfache Unterhaltung mit sich brachte, und mein Telefon zuvor gestorben war? Ist es eine Art Guilty Pleasure und ich erkenne es nicht? War es lediglich erstklassig in Szene gesetzte Unterhaltung und die Sympathie für gewisse Charaktere aufgrund diverser Gründe trug wohl dazu bei?

Dass Sansa Stark sich zu einer guten Patronin für Jean Grey mauserte, hatte mich überrascht. Besonders die Szene, die auf die Dreiecks-Beziehung mit Wolverine anspielt war köstlich. Als ob sie alles gesehen hätte, als ob sie alles schon jetzt gefühlt hätte. Der Blick war eindeutig, zweideutig und großartig. Go Girl! Ihre Endszene wirkte natürlich wie aus einem Taylor-Swift-Musik Video, wie sie den Weg entlang schreitet, perfekt ins Szene gesetzt, und dann – der Druck muss groß gewesen sein – die zerstörerische Energie frei zulassen um Apocalypse zu vernichten. Übrigens, war Taylor Swift nicht als Dazzle gehandelt worden? Es fehlten Szenen, die ich von Fotos her kannte. Ich war neugierig: Hier die Antwort.

Ein Kommentator auf IMDB meinte, JLaw spiele Raven Everdeen anstatt Mystique. I lol’ed.

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