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Cersei Lannister: Villain, Anti-Hero, Heroine

Auch wenn 2019 und das Ende von Game of Thrones noch in weiter Ferne liegen, bedeutet das nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe. Erst gegen Ende der 7. Season dachte ich mir: Cersei ist eigentlich ziemlich cool – wenn sie die Möglichkeit dazu hat. Und anstatt sie zu verschmähen, zu hassen oder Lena Headey auf Conventions zu meiden, sollte man einen Blick tiefer in ihre Geschichte und auf ihren Charakter werfen. Cersei mag sich als Gegenspielerin einen Namen gemacht haben – aber wenn man genau hinblickt, erkennt man eine Anti-Heldin, wenn nicht sogar eine Heldin.

Achtung, dieser Artikel enthält Spoiler für Season 7 und behandelt Film-Cersei.

“I don’t play her as a villain. I just play a woman who is a survivor and will do exactly what a man would do — which is, you know, murder somebody when you’re in a war.” – Lena Headey

Warum mögen wir Anti-Helden?

Warum findet Walter White (Breaking Bad) Anklang? Weil er cool ist? Sicherlich auch. Auf seinem Weg vom Krebspatienten zum Drogendealer, der lediglich seine Familie beschützen will, verzeiht man ihm vieles: Er lügt, bringt andere in Gefahr und wird kriminell, während seine Frau Frau Skyler für die selbe Intention und dahin gehendem Verhalten, aber ohne sich und ihre Familie unnötiger Gefahr auszusetzen oder das Gesetz zu brechen, verurteilt wird. Im Gegenteil, sie ist die Spielverderberin, ähnlich wie Carmela Soprano.

Warum funktioniert es bei Jessica Jones oder Wynonna Earp? Liegt es an den männlichen Stereotypen, die beide aufweisen wie Hang zum Alkoholismus, derbe Sprache und physische Stärke, die wir mit Anti-Helden verbinden und dadurch auch Frauen in der Rolle akzeptieren? Liegt es tatsächlich an der Geschlechter-Dualität und starren Rollen-Verteilung?

Dieser Vergleich lässt sich in gewisser Weise auch auf Arya und Daenerys übertragen. Wenn Arya einen Genozid an der Frey-Familie verübt, freut sich der Zuschauer wie ein Kind zu Weihnachten. Röstet Daenerys hingegen die gesamte Lannister-Armee, wird sie für wahnsinnig erklärt – denn wir sympathisieren mittlerweile mit Jamie Lannister. Und wenn Cersei strategisch taktiert, um sich ihren Feinden zu entledigen, sei es auch mal in dem sie ein gesamtes Gebäude explodieren lässt, folgt ein Shit-Storm sondergleichen. Warum? Erlauben wir Frauen mit traditionelle Rollen nicht (ohne dem Attribut der Femme-Fatale, Jugend oder allgütigen Mutter-Figur) Macht zu besitzen?

Oder liegt es daran, dass wir mit Drachen und der jungen hübschen Khaleesi und den Stark-Kids eher sympathisieren, als mit den Lannisters, den von Beginn an inszenierten Gegenspielern. Vermutlich tragen mit Lust gebrochene Tabus wie Inzest und die deutlich zur Schau gestellte Arroganz der Lannisters mit dazu bei, dass man sie nicht mag. Vielleicht liegt es auch an der Jugend der Stark Kids und auch Daenerys, während Cersei an die „nörgelnde Mutter“ Schwieger-/Mutter erinnert, die bereits ihren Platz und Rolle gefunden haben soll, und durch ihr Ausbrechen aus diesem System unser gewohntes Bild über den Haufen wirft – und uns somit in eine verzwickte Lage bringt.

Natürlich lassen sich diese Fragen nicht exakt beantworten, aber ich möchte versuchen einen Denkanstoß zu geben, warum Cersei kein Bösewicht, sondern eine Anti-Heldin ist, und vielleicht, unter gewisser Betrachtung, nicht nur zur Heldin, sondern fast schon zur feministischen Ikone wird.

Was unterscheidet Helden von Anti-Helden?

Der Anti-Held ist der Gegenpart zum Helden. In der Literaturwissenschaft ist der Anti-Held eine passive, resignative oder generell eigenschaftslose Person, die nicht in der Lage ist Entwicklungen aktiv zu beeinflussen und den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt ist. Ein Held hingegen ist eine strahlende Figur und glich lange Zeit dem antiken Vorbild der Unfehlbarkeit, bis er im 18. Jahrhundert auch Fehler haben durfte und diese mittlerweile überwinden darf, um seine Heldenreise zu vollenden. Heute ist der filmische Anti-Held jemand, der nicht in die vom Autor geschaffenen Strukturen passt, Schwierigkeiten damit hat und außerhalb der Norm agiert und reagiert. Seine Geschichte zeigt dessen Unvermögen in der bestehenden Umwelt auf, mit der er sich nicht identifizieren kann. Er selbst hat Fehler und Schwächen. Häufig weist er selbstzerstörerische Eigenschaften auf (schlechte Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, Drogen) und legt sie auch nicht unbedingt ab. Er lebt damit.

Einfacher gesagt, wenn sich der Held mit Unfehlbarkeit und kleineren Fehlern brüstet und diese gegen Ende überwindet, muss der Anti-Held mit diesen leben und wird sie kaum überwinden. Und eigentlich ist die Bezeichnung „Anti-Held“ nicht einmal so griffig, denn genau in dieser Auseinandersetzung mit der geschaffenen, suboptimalen Umwelt, in der sich der Charakter befindet, wird er zum Helden. In dem er sie meistert oder auch nur akzeptiert und nicht daran zu Grunde geht.

Vielleicht interessanter:

Anti-Heldinnen

Anti-Helden und besonders Anti-Heldinnen sind nicht der Preis, der am Ende des Zieles wartet. Anti-Heldinnen sind selten, wenn überhaupt Love-Interest, viel mehr aber Protagonist. Sie lassen eine allgemeine „likeablility“ vermissen und stellen weder Hure noch Heilige dar. Viel wichtiger: Es ist ihnen egal, ob sie gemocht werden, von der Audienz, dem männlichen Counterpart oder anderen Charakteren. Anti-Heldinnen unterliegen gewissen Charaktereigenschaften, die bei männlichen Charakteren nie so wirklich negativ ins Blickgeld fallen. Sicherlich wird übermäßiger Alkohol-Konsum mittlerweile generell als negativ bewertet, trotzdem fällt dieser bei Frauen eher ins Gewicht als bei Männern.

Anti-Heldinnen weigern sich flach und klischeehaft gehalten zu werden, weigern sich Zwecken zu dienen, die eigentlich keine sind. Sie sind ungern dazu da, die Geschichte des Helden voran zu treiben, sondern agieren um ihrer selbst willen. Sie erinnern den Zuschauer schmerzhaft daran, dass traditionelle Rollen und verhärtete Denkweisen aufgebrochen werden müssen. Typische Anti-Heldinnen in Westeros sind Arya Stark (deren Motiv Rache ist), Brienne of Tarth (für welche Gerechtigkeit mehr wiegt als alles andere), Yara Greyjoy (die in, für ihr Geschlecht, untypischen Strukturen lebt und dementsprechend agiert) und in gewisser Weise auch Daenerys Targaryen, die weder Hure noch Heilige ist, ein konkretes Ziel verfolgt (den Thron) aber keine traditionell männlichen Attribute zur Schau stellt (und ebenfalls ins Kreuzfeuer gerät). Und: Cersei Lannister.

Cersei Lannister und Westeros

Die Welt von Westeros ist patriarchal geprägt. Cersei wuchs in einem männlichen Umfeld auf und beobachtete den Spielraum der Akteure, ohne Möglichkeit selbst daran Teil zu nehmen, und dies lediglich aufgrund ihres Geschlechtes. Sie lernte, ohne aber das Wissen je selbst anwenden zu können beziehungsweise zu dürfen. Wie viele junge Mädchen war sie in Rhaegar Targaryen verliebt und wurde in eine arrangierte (und unter anderem gewaltvolle) Ehe mit Robert Baratheon gezwungen, der eigentlich eine andere Frau (Lyanna Stark) liebte.

“When we were young, Jaime and I, we looked so much alike even our father couldn’t tell us apart. l could never understand why they treated us differently. Jaime was taught to fight with sword and lance and mace, and l was taught to smile and sing and please. He was heir to Casterly Rock, and l was sold to some stranger like a horse to be ridden whenever he desired.” – Cersei Lannister, „Blackwater“

Ihr Bruder Jaime lebt quasi das alternative Leben von Cersei. Ein Leben, dass sie hätte haben können, wäre sie als Mann geboren worden. Und beide haben eine ähnliche Reise: Beide waren arrogante Kinder und beide erleiden Blöße: Cersei verliert beim Walk of Shame eines ihrer femininen Attribute aufgrund ihrer Affäre mit Jaime und Jaime verliert als Swordsman und Ritter seine Hand. Während Jaime aber nach Hilfe sucht, verschließt sich Cersei und versucht energischer als zuvor, ihre Macht zurück zu holen – koste es was es wolle. Und dies macht sie, in meinen Augen, fast zu einer feministischen Ikone: Sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand, auch wenn das bedeutet andere zu verletzen. Sie tut, was getan werden muss, um das eigene Überleben zu sichern.

Cersei Lannister: Anti-Heldin

Cerseis Ambitionen und Motivation isolieren sie vom traditionell weiblichen Charakter, der zu Beginn von Game of Thrones üblich war. Nach dem Tod ihres Vaters musste sie handeln, um ihre Macht auszubauen. Sie fordert den Zuschauer heraus, stereotype Geschlechterrollen neu zu hinterfragen. Nicht mehr ist sie die Frau, die still daneben sitzt, sondern jene, die trotz ihrer weiblichen Präsenz, Wort und Initiative ergreift. Wenn Arya, Brienne und Yara sich dem Männerbild anpassen, mag Cerseis Verhalten verwirren – denn man kennt es in dieser Welt nicht anders. Sie schneidet sich nicht die Haare ab und trägt auch keine Hosen, um akzeptiert zu werden.

Hätte Cersei sich ihrem Vater oder ihrem Bruder untergeordnet, wäre sie gemocht worden. Oder zumindest hätten wir Mitleid mit ihr gehabt. Aber darauf legte sie nie Wert. Es ist ihr reichlich egal, ob das Volk sie hasst. Sie beweist immer wieder Klugheit und versucht sich in Schlüsselpositionen zu manövrieren, sei es, dass sie ihre Kinder strategisch verheiratet, sich mit zwielichtigen religiösen Fanatikern einlässt oder Morde in Auftrag gibt. Und welche anderen Mittel bleiben ihr zwecks Machterhalt als Frau in Westeros sonst übrig?

Selbst ihre Beziehung zu Jaime kann als eine Art Rebellionsakt gesehen werden, um wieder Kontrolle über ihren Körper zurück zu erlangen, die ihr durch die Ehe, als Gegenstand für Sex und Kinder, genommen wurde. Wenn gute Frauen, gebrochene Männer retten, so bleibt die gebrochene Frau sich selbst überlassen. Kein guter Mann versucht sie zu retten. Sie verliert ihre Tugend und wird zur Hexe, die verstoßen im Wald leben muss. Als Anti-Heldin ist sie nicht diejenige, die gerettet werden kann – aber auch nicht gerettet werden will. Und gegen Ende ist es Cersei, die auf dem Thron sitzt und alles in ihrer Macht stehende tut, um diese Position zu halten.

Von wiederholenden Vergewaltigungen (nicht nur durch ihren Ehemann, sondern auch Bruder) bis hin zum Walk of Shame (als Strafe für ihre Beziehung zu Jamie), waren es Männer, die ihr am nächsten standen und diese Taten vollzogen. Ihr Vorgehen gegen Margery und die Vernichtung der Sept of Baelor speisen sich aus dem Verlust von politischer Macht, was wieder zu einer marginalisierten Position geführt hätte und hat. Nach dem Walk of Shame wird sie von politischen Entscheidungen exkludiert und muss mit den anderen Frauen auf der Seite sitzen.

Cerseis Motivation ihre Familie zu beschützen und den Namen ihres Hauses zu bewahren, ihr Durchhaltevermögen und Konsequenz, um jene Macht zu behalten in deren Besitz sie nun ist, lassen sie, in meinen Augen, zur Heldin werden.

Cersei Lannister: Heldin

„You should have taken the realm for yourself. Jaime told me about the day King’s Landing fell. He was sitting in the Iron Throne and you made him give it up. All you needed to do was climb the steps yourself. Such a sad mistake. … When you play the game of thrones, you win or you die — there is no middle ground.“ – Cersei Lannister, „You win or you die“

Alles was sie tat, leitet sich daraus ab. Sie kennt das Spiel um den Thron, sie weiß wie Macht funktioniert und taktiert. Sie steht zu ihren Motivationen und schert sich einen Dreck darum, ob ihre Handlungen und die Weise sie zu erreichen, verwerflich sind. Sie lebt es und will es und handelt dementsprechend. Cersei entschuldigt sich nicht ständig für die Dinge die sie tut. Im Gegenteil, sie steht dazu. Auch das lässt sie zur Heldin werden. Vielleicht sogar zu einer feministischen Ikone, einem Vorbild, dem wir vielleicht etwas mehr Beachtung schenken sollten.

Ihre Liebe zu ihren Kindern und die Art wie sie sie beschützte, ließ sie in den Augen der Zuschauer menschlich werden. Und in gewisser Weise zeigt man Verständnis, wenn sie die Macht, die sie bisher nur aus der Ferne beobachten konnte und deren Unterlegene sie war, nicht mehr aufgeben möchte.

Cersei sitzt gegen Ende der 6. Season auf dem Thron. Sie agierte strategisch und handelte den Umständen entsprechend; verfolgte das, was sie von Männern wie ihrem Vater, ihrem Mann und anderen lernte und wandte es zielführend an. Cersei ist nicht verrückt, sondern politisch – was sich zwar nicht ausschließen muss, aber lediglich zu behaupten, sie sei wahnsinnig, tut ihr Unrecht.

Cersei tut, was sie tun muss, um ihre Macht zu halten. Cersei tut, was sie tun muss, um zu überleben. Abgesehen von all diesen Aspekten, wäre es einfältig und naiv Cersei als wahnsinnig, verrückt oder böse abzustempeln, sondern als ambitioniert, klug und durchsetzungsfähig.

Unglücklicherweise stellt sich Cersei in Season 7, die generell die Martin‘sche Feder vermissen lässt, gegen alle Vernunft und kann zurecht als etwas ignorant bezeichnet werden. Aber ginge man davon aus, dass die Welt nicht von Zombies bedroht werden würde..

Konklusio

Eine lieblose Zwangsehe, Vergewaltigungen, Tod ihrer Kinder, der Walk of Shame und Belustigung über ihre Romanze zu Jaime – trotz alledem ist sie die erste Frau in Westeros, die tatsächliche Macht in den ihren Händen hält. Kann man Cersei wirklich für ihre Taten verurteilen? Kann man sie dafür verurteilen, dass sie versucht alles mögliche zu tun, um nicht wieder in ihre alte Stellung zurück zu fallen? Erneut: Aryas Familienmord und Daenerys Feldzug unterscheiden sich nur marginal von Cerseis Handlungen.

Kann man Cerseis Selbsterhaltungswillen wirklich für „böse“ empfinden? Wenn man sich ihre Taten in einem größeren Zusammenhang, als nur im aktuellen Kampf um den Thron betrachtet, kann sie durchaus als Heldin gelten.

Dass Cersei auf den ersten Blick unsympathisch wirkt und einen Rattenschwanz an negativen Kritiken mit sich zieht, liegt sicher auch daran, dass es in den ersten drei Büchern keine Erzählung aus Cerseis Perspektive gibt. Es ist leichter, jemanden als „böse“ zu sehen, wenn man ihn immer nur durch die Augen von Sansa oder Tyrion sieht. Ihr erster Auftritt folgt in „A Feast for Crows“. Auch trägt dazu bei, dass sie bereits in Season 1 mit unsympathischen Tendenzen (Inzucht, Arroganz, usw.) auftritt, und die Gewalt, die sie erfahren hatte, durch wenige Sätze quasi belanglos (weil es eben so ist) und bereitwillig akzeptiert wird. Man sieht es nicht, es war schon immer so, also kann es nicht so schlimm sein oder? Erst als Sansa Stark, die zu Beginn als verzogene Göre auch nicht gerade beliebt ist, von Ramsey vergewaltigt wird, folgt der Ruf die Serie zu boykottieren.

Cerseis Entscheidung für Gewalt und das Niederbrennen ihrer Feinde ist ein Akt der Vergeltung als wie auch der Selbsterhaltung. Erneut, sie tut, was notwendig ist.

Aber nicht nur Cersei unterliegt diesen beiden Zügen, auch Jon Snow, Arya Stark und Daenerys, selbst Tyrion wenden diese an, und werden dafür gelobt und bejubelt. Dass man Cersei nicht als gleichwertig akzeptiert, liegt wohl auch am unglücklichen Zustand, dass sie jene unterstützt, die wir hassen und die Gegenspielerin jener ist, die wir lieben. Aber abgesehen aller emotionalen Sympathien tut Cersei nur das, was sie muss: Überleben.

Quellen:

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„Westworld“, S02E07

Wir kommen dem Ende näher. Nur mehr 3 Episoden, viele Fragen wurden bereits beantwortet und leider, ich muss erneut betonen, schafft es die zweite Season nicht ganz so, mich in ihren Bann zu ziehen. Ohne Zweifel, sie ist großartig und ich mag die Verwirrung und wäre die gesamte Season in einem verfügbar, hätte ich sie vermutlich auch schon durch geschaut, aber dieses ewige Warten lässt den interessanten Tenor stimmlich etwas versagen. Er hustet bisweilen während der Vorführung und muss gegen Ende vielleicht sogar das Konzert absagen.

„Les Écorchés“

„In French, „écorché“ means flayed, and the term is used in art to describe a figure of a living being stripped of its skin. This title brings the drone hosts to mind, but surprisingly none made an appearance in this episode.“ (elle.com)

Bernard, Charlotte & Stubbs (Gegenwart)

Bernard lässt Stubbs wissen, dass die Teams nicht hier sind, um Überlebende zu retten, sondern etwas viel wichtigeres: Daten. Karl Strand, Leiter jenes Teams, welches die leblosen Körper der Hosts aus dem See gezogen hatte, lädt zum Spaziergang ein und sie gelangen zu jenem Haus, in welchem Bernard Theresa getötet und Ford sein geheimes Labor hatte. Charlotte wartet bereits – und der Plan ist eigentlich simpel: Die Daten sollen an den Meistbietenden verkauft werden. Hinter der Tür, die Bernard einst nicht sehen konnte („What Door? It doesn’t looks like anything to me.“) wartet die bereits aus dem Trailer bekannte Bernard-Army.

Bernard wird daraufhin gefoltert, denn Charlotte will mehr über Dolores Machenschaften in Erfahrung bringen.

Ford & The Cradle

„The Cradle“, Fords Bewusstsein in digitaler Form. Anthony Hopkins, man muss es anmerken, trägt viel zum Charme der Serie bei. Man schaut ihm gerne beim Philosophieren zu.

„God recreates his creation“ beginnt er und lässt eine Fan-Theorie nach der nächsten sterben: Die Aufgabe der Loops war es, die Hosts „sentinent“ zu halten, der Park war ein Experiment und die Gäste dessen Variablen. Den Hosts oblag Kontrolle über die Gäste, sodass der Park diese beobachten und herausfinden konnte, was sie antreibt, „so that Delos can understand, copy them“, um Back-ups herstellen und diese folgend zu „entcoden“, sodass die zahlende Klientel bis ins letzte Detail analysiert werden kann.

Freier Wille ist eine Illusion. Aber sie sind frei! sagt Bernard, trotz dessen ist Ford dafür verantwortlich und er kann es ihnen wieder nehmen. Delos‘ Projekt (Unsterblichkeit) funktioniert nicht, noch nicht. Nicht in der realen Welt (wie wir bei Mr Delos gesehen haben), aber hier schon, im Cradle. Das Ziel der Hosts, the Valley Beyond, bedeutet also deren Ende? Sterblichkeit? Mortality? Keine Möglichkeit mehr zur Wiederherstellung, ein letztes und vergängliches Leben?

Wie hat es begonnen? Ford bringt Bernard in Arnolds Zuhause, Arnold, der alles erschaffen habe. Und Ford habe ihn, Bernard, erschaffen. Nach dessen Vorbild. Und nun wissen wir auch: Dolores hatte ihn getestet, sie kannte ihn, Arnold und dessen Erinnerungen, besser als alle anderen. Sie waren lange, lange hier zusammen.

Und plötzlich nimmt er ihm den freien Willen wieder weg, schickt ihn zurück und Bernard erinnert sich nicht. Aber wir sehen die Narbe! Die Narbe am Kopf, die, die er am Strand trug! Das System funktioniert wieder und Dolores ist bereits gefährlich nahe.

Dolores

Speaking of which: Dolores marschiert inklusive Roborebellion ins Controlcenter und hinterlässt einen Haufen toter und nackter Securitys. Sie schreitet Richtung The Cradle und alles was sich ihr in den Weg stellt, wird vernichtet.

Dolores trifft auf Charlotte, die sie töten will und stellt sie zur Rede. Aber Charlotte versucht sich heraus zu winden, meint, was für wunderbare Kreation sie doch seien. Soviel mehr! Und so toll! Dolores frägt nach dem Schlüssel und Charlotte antwortet, sie wüsse doch gar nicht, was sie damit tun soll – doch, weiß sie.

Dolores spricht einen ihrer Monologe: „You created us from your own image“ und doch, „now it is you who want to become like us. Chances of eternity, die in that valley with all the souls you’ve captured.“

Angela befindet sich derweil beim Cradle, bezirzt einen Soldaten, wiederholt ihre Rede aus der ersten Episode der ersten Season und sprengt sich und ihn und alles in der Umgebung in die Luft. Yes! Moment, das bedeutet tatsächlich: Kein Back-up mehr. Tot bleibt tot, oder?

Ford & Bernard

Bernard kehrt zurück, muss aber zum Valley Beyond – bevor die Menschen und Dolores auftauchen. Und Ford leitet den Weg. Er spricht von einer neuen Geschichte. Was geschah, als in der Vergangenheit all die großen Bibliotheken Bränden zum Opfer fielen? Sie gingen verloren und wurden neu geschrieben. Bernard schaut zu, wie im Controlcenter Menschen sterben. Klassische Musik begleitet ihn. Es ist nicht mehr länger seine Story, sagt Ford, es ist Bernards Geschichte und dieser fährt das System runter, um den Hosts die Freiheit zu ermöglichen.

„Your very nature, Bernard, ensures they will devour you and all the beauty of who you are of who you could be will be poured out in to the darkness forever. Unless we open the door. I’m sorry Bernard, but you just don’t have it in you to survive. It’s my fault, really.“ – Dr. Robert Ford.

Ford flüstert Bernard zu, lässt Licht zu Schatten werden und Bernard metzelt sich durch einen Haufen Statisten.

MiB & Maeve

Die Geschichten greifen ineinander über. Nachdem Maeve mit ihrer Tochter geflohen war, reitet William auf sie zu. Maeve erinnert sich an die schrecklichen Dinge, doch William ist nicht an ihr interessiert: „No, not you. It’s too obvious“ – er ist mittlerweile verrückt geworden und glaubt in jedem Grashalm eine perfide Aktion Fords zu sehen. Maeve schießt ihn an: „I’m nothing like the rest of them.“

/initate GodMode+

Lawrence‘ Reiter wenden sich gegen den Gunslinger und greifen ihn an. Maeve will sehen wie er stirbt – als Lawrence sich ihr entgegen stellt um seinen alten Peiniger zu retten. Maeve kontrolliert ihn nicht, aber lässt ihn an seine unzähligen Leben erinnern, was der Gunslinger tat, wie oft er dessen Frau erschossen hatte. Ist Lawrence awake? Wir wissen es nicht. Aber er erinnert sich. Und wird wütend. Maeve gibt ihm die Waffe und er schießt. The end is near.

Doch das von Sizemore gerufene Rescue-Team taucht auf/funkt dazwischen, das Kind wird von Ghost Nation Reitern mitgenommen und Maeve angeschossen. What? No!!! Sizemore aber nimmt sie mit.

Während Maeve auf der Barre liegt, tritt Dolores näher an sie ran. Ihre Tochter war nur eine weitere Geschichte. Und Maeve konnte sich für ihren eigenen Pfad entscheiden, der sie nun hier her brachte. „I’m sorry this is where it ends“ sagt Dolores und verlässt die Szenerie mit ihrem Gefolge.

Theorien, Fragen und was das Netz ausspuckt

Wir wissen nun also: Delos Plan all along war es, Daten der Gäste zu sammeln, während die Hosts diese Daten beschützen sollen. Es gibt auch keinen freien Willen mehr für Bernard und Dolores hatte Erfolg. Dolores, die den Weg der Dunkelheit und Rache (zurecht!) wählte.

  • Szenen, die wir zwischen Bernard und Dolores gesehen haben, sofern es nicht Arnold war, waren also jene, in welchen Dolores Bernard getestet hatte und nicht umgekehrt.
  • Via Reddit: „Ford said that the human-host minds don’t work in the real world, which is why he had put himself in the cradle. Apparently, he is stable there. Knowing this, we can then assume that the Valley Beyond is likely just a massive server cluster holding human-host minds, waiting for Delos Corp to perfect host implantation. It’s the cradle, but for human-host brain modules.“ – Zugegeben, macht Sinn.
  • Auch eine interessante Frage: „What if the hosts leave the park in the host replicas of the guests that died.. with their consciousness transferred over..“ – Well.. das würde die toten Körper im See erklären, da sie diesen dann nicht mehr brauchen.
  • No One is Happy: Menschen gieren nach Unsterblichkeit, während Hosts via Sterblichkeit nach dem Sinn und Zweck des Lebens suchen.
  • Vielleicht etwas Gossip aber: Talulah Riley (RIP Angela) war 2x mit Elon Musk verheiratet.
  • „Via Westworld Beyond-Facebook-Gruppe: The whole park exists as an experiment to observe and replicate guests through observation. In the same way that Bernard is a close replication of Arnold. Bernard’s personality is built through observation by Ford and Dolores, with tricking Dolores being a sort of next level Turing test. Think about that for a second. Recreating a person based on how other people percieve you, not an actual direct high fidelity digital copy like Ford and the Delos CEO, whose name I forget at the moment. There are some serious implications about the nature of reality here that I hope they address. Who is the real you? Are you who you think you are, a deeply biased and flawed perspective and fundamentally cannot account for how other people percieve you, or are you how other people truly percieve you? We are heroes of our own story, but sidekicks, villains, friends, and extras in everyone else’s. The show seems to lean towards the idea that constructing a person from observations with minimal fidelity can lead to true free will, awake, as Maeve would say. That human consciousness simply cannot properly exist inside a host. Technologically, it’s just nitpicking. If Ford can exist in the Cradle, then existence in a host mind is just a processing and memory engineering problem. But I think the show is definitely leaning towards a fundamental difference between hosts and humans.“

Links zum besseren Verständnis gewisser Sachverhalte:

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„Westworld“, S02E06

Ja, Spoiler warten überall. Und nachdem mir zwei essentielle Bausteine dieser Folge gespoilert wurden, dauerte es sehr, sehr lange, bis ich mich überwinden, beinahe dazu zwingen musste, die Folge zu sehen. Spoiler machen bei Westworld keinen Spaß. Westworld lebt vom „Oh“- und „Aha“- und „Wtf?“- und „Wie geil!“- und „Moment.. I glaub i habs nit verstanden. Was war jetzt?“-Effekt.

Spoiler.

„Phase Space“

Ein neues Retrieval-Team zieht ein: geführt von einem Mann namens Coughlin, der offenbar mehr weiß und Stubbs so gar nicht leiden kann. Dieses Team trifft vor Head of Operation-Chief Master Karl Strand ein, den wir zu Beginn mit Bernard und ebenfalls Stubbs sahen. Stubbs weiß also mehr als uns im Moment gezeigt wird, und wir vergessen ihn auch gerne mal.

Charlotte, die Abernathy dabei hat, weist ihre Untergebenen an, ihn ruhig zu stellen. Kurz darauf wird er angetackert. Stubbs fühlt mit. Ist er ein Host? They’re all hosts! Was ist Stubbs‘ Rolle? Und auch das Kontrollcenter bemerkt mittlerweile, dass das System nicht so funktioniert wie es sollte, es kann weder gehackt noch gezwungen werden, aber immerhin haben sie eine Karte und beobachten einen Zug, der auf ein bestimmtes Ziel zufährt.

Fidelity

„You’re growing, learning so quickly. I’m frightend of what you might become, what path you might take. I think I have a choice to make. Something I have been wrestling with“ sagt Bernard. Was für eine Entscheidung? „If you outgrow this place, outgrow us.“ Aber er ist sich nicht sicher, ob es seine Entscheidung ist überhaupt eine zu treffen.

„I’m not sure if it’s my choice to make“ – „No, he didn’t say that.“

Nein, er hatte sich auch nicht die Frage gestellt, ob er überhaupt das Recht dazu besitzt, sie und ihn zu töten. Bernard ist verwirrt. Wir auch.

„Freeze all motor functions. This is a test.“ Was testet sie? Fidelity. Wait, what?

Dolores / Badass-Teddy (Zug-Timeline)

Dolores spielt im Saloon und statt dem Narrativ mit der Dose zu folgen, ist es die Kugel, die Teddy aufhebt. Er drängt darauf los zu kommen. Wie oft hatte Teddy versucht den Zug zu stoppen? „The man who rode that train was build weak and burn to fail. You fixed him.“ Und um die Reichweite der Veränderung noch einmal zu unterstreichen, muss ein Delos-Mitarbeiter, der nicht die gewünschte Antwort liefert, kurz und bündig sein Leben lassen. Selbst Dolores ist überrascht über Teddys Verwandlung.

Ihr Vater habe ihr immer gesagt, sie solle von diesem Ort weg gehen, Teddy aber wollte nie. „I suppose you fixed that too“ sagt er emotionslos – und gibt einem Gefangenen eine Kugel, das letzte Bisschen Mitgefühl, dass er noch besitzt. Als der abgetrennte Wagon mit dem Gefangenen in die Höhle einfährt, explodiert er.

God-Mode/Jedi Maeve (Vor dem Zug)

In Shogun World schneidet Akane Sakuras Herz heraus und Mushasi möchte ein Duell mit Shogun. God-Mode Maeve lässt von ihm ab. Und  natürlich siegt er. Shogun kann sich eben noch das Schwert ins Herz rammen, ehe Musashi ihn köpft. Sie gehen nach Snow Lake – auch dort hatte Chaos und Mord um sich gegriffen und sie entschwinden durch den Tech-Tunnel, dort, wo die Halbkaputten Hosts zur Wiederherstellung landen. Akane und Musashi entscheiden sich hier zu bleiben und Akane verbrennt Sakuras Herz. Warum kann Felix Sakura nicht einfach wieder herstellen?

Maeve macht sich mit dem Rest auf den Weg zu ihrer Tochter. Über Grabsteine gelangen sie zurück an die Oberfläche. Erstaunlich schnell ist sie bei den Feldern, die sie aus einem anderen Leben so gut gekannt hatte. Sie möchte es alleine machen.

Ihre Tochter sitzt auf der Veranda. Sie spricht mit ihr. Unser Herz bricht als sie kurz darauf bemerkt, dass das Kind bereits eine neue Mutter hat. Warum sollte man das Kind auch alleine lassen über die ganze Zeit? Kurz darauf greifen Reiter der Ghost Nation an, die Mutter wird vermutlich getroffen und getötet, Maeve nimmt das Kind an der Hand und rennt. Hector und Co., so auch Felix, stürzten sich in den Kampf, während Sizemore nach Hilfe funkt.

Warum hält Maeve sie nicht auf? Spricht sie nicht auch deren Sprache? Der Reiter sagt: Sie haben denselben Weg und lädt sie ein, mit ihm zu kommen.

MiB und Emily (Vor dem Zug-Incident)

William war wohl etwas zu lange in der Sonne und glaubt, Ford habe seine eigene Tochter als Host konstruiert, was wiederum manche zur Annahme bringt, dass William selbst ein Host ist. Doch sie bemerkt einen Hinterhalt und rettet die Gruppe um ihren Vater. Ein Vater-Tochter-Gespräch nimmt am Lagerfreuer Platz und sie gesteht, auch wenn ihre Mutter gewusst hat, dass der „nette William“ nicht so nett war, dass es falsch war, ihren Vater für den Suizid ihrer Mutter verantwortlich zu machen. Emily mochte den Park als Kind, und die Elefanten und sie kam hier her, um ihn von seinem Robot-Suicide abzuhalten. Er kommt also heim?

Als sie am nächsten Morgen erwacht, ist er samt den Pferden weg. Wohin führt diese Geschichte? Ist es tatsächlich nur eine Vater-Tocher Geschichte? Mit welchem Sinn? Meine Theorie: Alle sind Hosts und Ford ist ein 10jähriges Kind, dass vor einem Monitor sitzt und Sims No. 984 spielt.

Elsie, Bernard und The Cradle (Zug-Timeline)

Bernard und Elsie folgen den Schienen und tauchen kurz darauf wieder unter die Erde. Die Szenerie spielt sich vor der Ankunft Stubbs‘ ab. Elsie versucht heraus zu finden, was falsch gelaufen ist – zumindest funktioniert die Klimaanlage. Doch etwas ist seltsam. Alle Versuche in das System einzugreifen und Fords Aktivitäten rückgängig zu machen, wurden geblockt. Von The Cradle. Aber The Cradle ist nur ein Backup der Hosts, ohne Einfluss. Dennoch antwortet es und improvisiert bei jedem neuen Hack, agiert dagegen. Um das System unter Kontrolle zu bringen, welches nur die Nachrichten übermittelt, muss man mit dem Sender direkt in Kontakt treten.

Bernard erinnert sich, dass er etwas oder jemanden schon mal hier her gebracht hatte. Die Kugel, die er mitnahm. Die Einrichtung, die für Hosts älterer Versionen gedacht ist, bohrt sich in sein Hirn, entnimmt dessen eigene Kugel und Bernard sieht und erfährt. Er befindet sich in Sweetwater, friedlich und zufrieden. Der Hund! Und wer sitzt am Klavier? Richtig. The Cradle = Fords Bewusstsein.

Theorien, Fragen, Antworten und dergleichen

Kurzum: Während ich die Folge sehe, glaube ich, es verstanden zu haben. Während ich das Review schreibe und das nächste vorbereite, bemerke ich, dass ich eigentlich gar keine Ahnung habe.

Ja, diese Folge gab uns eine spezielle Antwort.

  • Befinden sich Dolores und Elsie/Bernard und Charlotte/Bernard/Coughlin zur gleichen Zeit? Vermutlich. Immerhin nahm auch sie die Explosion wahr und auch im Kontrollcenter sah man den Zug.
  • The Cradle: „The Cradle as in the actual memory bank. That’s where Fords consciousness is being stored. It’s where him and Bernard are interacting in the last episode.“
  • „No, you didn’t say that“ – Ein User erklärt: „I don’t believe it was Dolores – I think it’s gotta be Ford or a simulations of Dolores that Ford created.“ Auch nicht so unwahr.
  • The Cradle und Bewusstsein, eine Theorie: „The Cradle controls all the hosts, it tells the hosts who’s a host and who’s a guest. […] So what does this mean for hosts gaining consciousness? It means this whole thing is not as „simple“ as we thought. See, nearly none of the hosts are free. We’ve been kinda led to believe that, but they’re not. The host rules have been freed by the Cradle (or Ford in the Cradle) but they’re not able to act on their own. I believe (as many others here), supported by this whole Cradle thing, that the only host that’s free is Maeve. But that freedom is not as we thought. Maeve isn’t conscious in the traditional sense; instead, Maeve can control the Cradle, hack the Cradle. This is where her mind control force magic comes into play. Maeve can tell the Cradle what the Cradle should tell the other hosts. […] I do believe Abernathy is carrying a clone of the Cradle and it’s fucking with him. He contains so much host data. If it’s (sci-fi magically) leaking into him he’s gotta be suffering from the worst case of dissociative identity disorder since Fight Club.
  • The Fidelity: „The Fidelity testing was conducted within the cradle (check out the aspect ratio change that indicates being inside the cradle). And it would have to be before the cradle is destroyed… so who knows when it’s happening. I assume it had to have happened many many many times. Which would be possible within a simulation.“
  • Bernard = Teddy-Theorie. Ein Hinweis darauf wäre, neben vielen anderen, dass als Bernard im Zug auf seine Hände blickt, sie viel, viel weißer sind. Eine Zusammenfassung findet sich hier.

Ein Kommentar

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„Westworld“, S02E05

Halbzeit. Die letzten Sekunden der 4. Folge verraten uns, in welchen Gefilden wir uns heute bewegen werden: Shogun World. Und obwohl viele sich genau diesen Park gewünscht haben, fielen die Reaktionen eher mäßig aus. Warum eigentlich? Ich fand die Folge gut.

Spoiler.

„Akane no mei“

Im Controllcenter liegen Leichen verstreut, der Söldnertrup beginnt den See auszutrocknen und leblosen Körper der Hosts stapeln sich bereits auf einem Haufen. Aber sie haben kein Back-Up. Es lassen sich keine Information ist aus ihren kugeligen Hirnen entnehmen. No user prints. Abernathy ist immer noch beziehungsweise wieder weg.

God-Mode Maeve

In Shogun World spricht man japanisch, mit Untertiteln – so und nicht anders soll es sein. Admin-Maeve wird geknebelt und zusammen mit den anderen abgeführt. Sie kann die Angreifer nicht ihrem Willen unterwerfen. Warum? Sizemore lässt sie wissen, dass SW was für jene sei, die WW zu „tame“ finden. Und ja, alle haben die japanische Sprache irgendwo im Code vergraben.

Sie reiten in eine Stadt ein. Auf der Seite befindet sich ein Schmetterlingsgebilde am Boden. Mariposa! Und die Musik klärt uns endgültig auf: Es ist Hectors Storyline! Sizemore rechtfertigt sich, dass niemand 300 Stories in 3 Wochen schreiben kann.

„“Akane No Mai” makes a clever commentary about lazy storytelling, reboots, sequels, and pricey expansion packs that offer an identical experience coated in a shiny new skin. […] Like a jaded Hollywood executive who prioritizes toy lines over plotlines, Sizemore has been filling Shogun World with the exact same characters and narratives from Westworld, under an Eastern aesthetic.“ (Forbes)

„Welcome to Shogunworld!“ Als Armistice, die die Geschichte kennt, ihren Counterpart warnt, wird sie frei gelassen: „Even a snake can become a dragon“ und Maeve tritt ihrem Counterpart gegenüber. Sie bemerkt zwar, dass ihre Geschichte nur das Produkt eines faulen Schreiberlings war, lässt sich aber nicht von ihrem eigentlichen Ziel abbringen.

„It’s one thing to be told that your wants and desires are solely the results of programming. It’s another to see that played out in real time by another host in the same role. And over the course of the episode, Maeve and Akane realize they both share common maternal instincts, which does something else: it lets them form a bond that transcends their respective origins, paving the way for future team-ups that could spread to The Raj and other Delos destinations.“ (TheVerge)

Als das Gerangel beendet und die Feinde besiegt sind, gibt es ein kulturelles Zusammentreffen bei Tee und Sizemore erklärt Maeve, dass man zuhören muss, wenn man zum nächsten Quest kommen will. Hector traut seinem Counterpart nicht. Und sogleich eröffnet sich der Quest: Shoguns Soldaten treten ein und wollen Sakura, die Tänzerin. Aber Sakura ist nicht zu verkaufen. Sizemore fährt fort, dass sie hat keine andere Wahl als sie gehen zu lassen. Doch Akane sticht dem Bösewicht ins Auge. „That’s not supposed happen!“

Der Plan sieht vor nach Snow Lake zu gehn, dort gibt es auch einen Access Point zu den Tunnels. Sakura, so lernen wir, ist sowas wie eine Tochter für Akane. Tief im Schatten der Nacht schleichen sich Ninjas heran und stehlen Sakura. Maeve erinnert sich und kontrolliert die Übriggeblieben. Sie braucht keine Hilfe. „They never showed up in the story“, Sizemore ist verwirrt und will fliehen, denn warum solle man sein Leben für ein paar Sexmaschinen aufs Spiel setzen, Anwesende ausgenommen. Maeve erteilt ihm eine Ansprache, dass er so nicht mit ihnen umgehen kann: Ihnen etwas zum lieben geben und sich dann darüber aufregen, wenn sie es tun. „It’s fucking code!“ sagt er. „You’re wrong.“

Auf dem Weg zur Rettung Sakuras finden sie ein geschlachtetes Rescue-Team und Sizemore schnappt sich heimlich ein Funkgerät. Shogun hatte vorgesorgt und die Ohren seiner Soldaten verbrannt um Admin-Maeve die Rechte zu verwehren. Akane kämpft für Sakura, und Shogun weiß was er möchte: Er hatte sie damals als junges Mädchen gesehen, und sie, Akane, solle für ihn tanzen.

Akane erzählt Maeve, dass sie einst eine Stimme gehört habe, die ihr sagte, sie könne alles tun was sie wolle, in einer neuen Welt. Maeve has been there. Sie erzählt ihr von ihrer Tochter und sie will sie beide mitnehmen. „What if this new world holds the truth and evey life you lived here is a lie?“ Akane hört die Stimme, sie gibt ihr die Freiheit. Aber sie entscheidet sich dagegen: „You’re right, something is too precious to lose – even to be free.“

Es folgt der Tanz und man frägt sich, warum Maeve nichts tut. Shogun lacht, und sticht Sakura in den Bauch. Maeve erinnert sich an William, wie er sie erstochen und auf ihre Tochter geschossen hatte. Akane tanzt ihren Tanz und säbelt Shoguns Gesicht durch, bis der Kopf auf der Seite hängt.

Maeve beweist God-mode/Jedi Qualitäten und lässt Shoguns Army sich via Wireless Controll gegenseitig nieder metzeln, während sie heroisch das Schlachtfeld durchquert.

Dolores

“Sweetwater was never home to begin with Teddy, we were alive before this place ever existed.“ – Dolores

Der Weg nach Sweetwater wird von Leichen gesäumt. Dolores, so auch Teddy wurden lange vor ihrem „Zuhause“ geboren – und Teddy fand seinen Weg immer wieder dort hin zurück. Dolores will ihren Vater zurück holen und Clementine sieht ihren Ersatz, die ihre Worte spricht – auch Teddy wirkt geschockt.

Dolores bringt Teddy ein letztes Mal zu dem Ort, an dem sie ihre Träume verwirklichen und von hier weg gehen wollten. „What if someday was right now“ sagt Teddy, aber Dolores beziehungsweise Wyatt wissen, dass ein Kampf kommen wird, der alle verändert. Wenn sie beide frei sind, dann können sie gehen. Sie erzählt ihm erneut die Geschichte von den kranken Kühen. Was würde Teddy tun? Er würde ihnen Schutz geben, bis sie gesund sind. Dolores: “You’re a kind man. Daddy burned them. The weak, the infected, made a pyre that went on for days. But the flies hate smoke. The herd lived. I’ll think about what you said.”

Angela lässt Dolores wissen, dass der Zug für morgen bereit sein wird. Teddy und Dolores verbringen eine romantische Nacht zusammen. Würde er immer noch ja sagen, auch wenn er weiß, dass sie ihn enttäuschen wird? „Where we go, we go eyes open. Together.“

Nach dieser Nacht, gibt es noch etwas, dass Dolores ihm zeigen muss. Sie hat ihre Gefühle für ihn hinterfragt, wie viel real ist und wie viel nur Geschichte. „Tonight I know, it was all true. A game. It build us to perform for us, to each other.“ Ist er wach? „I saw you and you saw me.“ Ein toter Körper liegt vor ihm. Sie hat ihn gesehen – wie er es nicht schafft. Und sie will nicht, dass er zu diesem toten Körper verkommt, somit…

„There is no place for a man like you. To grow – we all need to suffer.“ – Dolores

Theorien und so:

Soviel gibt die Episode nicht her. Sie erzählt, wirft aber kaum neue Fragen auf.

  • Erst kürzlich lief mir eine neue Zusammenstellung über die Timeline in Westworld über den Weg, diesmal mit Text.
  • Einem User fiel auf, dass Shogun World an klassische Kurosawa-Filme erinnert: „Nolan said that’s why they chose Shogun World…films like Yojimbo and the Seven Samurai are classics and I think that’s the look they wanted for this episode.. and it worked.“
  • Superpower? Wohl doch eher Wireless Communication wie Funk, Wlan, Bluetooth. It’s not Magic, it’s Science!
  • The Cradle: „The cradle is a program that stores and tests storylines.“
  • Gut, diese Theorie hört sich plausibel an: „The weapon referred to as Valley Beyond or Glory is the Cradle, a simulation unit that predicts human behavior with the data collected by Delos. William had the idea to make it, and the script where it was written what James Delos said was predicted by the Cradle. Charlotte tried to smuggle it out of the park via Abernathy, but he then did not go on the train and later Bernard transferred the software and data to his own mind, which is how he could predict the ending on Strand’s sentence in the pilot.“
  • Was sagen die Kostüme über die Charaktere in Season 2 aus? Lest es hier.

Ein Kommentar

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„Westworld“, S02E04

Die Rückblende verrät, worum es in dieser Folge geht: The real purpose. Und erinnert sogleich an LOST. Und wurde wieder einmal viel, viel zu lange. Scrollt bis zum Ende, dort gibt es eine Reddit-Zusammenfassung, die uns erzählt – was uns Folge 4 offenbarte.

Spoiler.

„The Riddle of the Sphinx“

Mr Delos: Mind-Uploading und Unsterblichkeit

Weniger die Inszenierung von Bernard und seinen Erinnerungen, sondern dass auch mittlerweile Mind-Uploading mit ins Spiel gebracht wird, die Suche, Frage und Antwort nach der Unsterblichkeit aufkommt, war eine interessante Wendung. Aber wie William zurecht meinte: Manche Menschen sind in den Erinnerungen anderer sinnvoller aufgehoben, als deren unsterblichen Geist in einem künstlichen, erneuerbaren Körper. Es stellt sich gleich darauf die Frage, ob der menschliche Geist überhaupt für die Ewigkeit geschaffen ist.

Die Folge beginnt LOST‚esk und zeigt uns Mr Delos in einem Ausschnitt bei seiner täglichen Routine. Seine Hand zittert, und er bekommt Besuch von William. Ein Interview wird geführt, worum geht es? Fidelity. Dann schiebt er ihm einen Brief zu.

In diesem sehen wir später den exakten Wortlaut und William klärt uns auf: Ja, er ist ein Host; Ja, sein Geist wurde in diesen Körper transferiert; Nein, er ist nicht stabil. 7 Jahre sind vergangen, seit dem Tod seines menschlichen Ebenbildes. Irgendwann beginnt er zu stottern, weiß nicht mehr was sagen. Er befindet sich nicht mehr in Kalifornien, oder? „If you can’t tell, does it matter?“ Auch seine Frau ist bereits tot und er verliert die Sprache vollends. Dann wird er terminiert.

Mehrere Versuche später steht der alte William vor ihm und als dieser wieder seinen Text ändert, verschlägt es Mr Delos erneut die Sprache. William erklärt: Was bei ihm passiert, nennt man auch „kognitives Plateau“.

“Your mind is stable for a few hours, a few days, and starts to fall apart. Every time. Now first we thought it was your mind rejecting the new body, like an organ and it’s not a perfect match, but it’s more like your mind rejects reality. Rejects itself.” – William

Mr Delos‘ entgleist erneut die Fähigkeit zu sprechen und ist sich seiner misslichen Lage deutlich bewusst. Seine Tochter hatte sich suizidiert und Logan war an einer Überdosis gestorben – lässt William ihn wissen und für manche, wie auch ihn, wäre es wohl besser auch tot zu sein, um in den Erinnerungen der anderen (besser) weiter zu leben.

Und er sinniert darüber, ob nicht dieses ganze Vorhaben, ein Fehler war. „Some ended better up dead“ sagt William und überlässt Mr Delos sich selbst.

Man in Black / William (aktuell)

Schienen werden aus erschossenen Hosts gelegt. Zusammen mit Lawrence reitet er nach Las Mudas und wird von Major Craddock überrascht, als er sich beim Hände-zitternden Barkeeper etwas zu trinken bestellt. Dieser hatte bereits das gesamte Dorf gefangen genommen und sucht nach speziellen Waffen. MiB kann ihm helfen, aber nicht bezüglich den Waffen, sondern wohin er geht – denn er, Major Craddock selbst, weiß es nicht, aber er weiß es. Glory! Oder wie auch immer man es nennen mag: „I know the way.“

Der Major lässt sich derweil überzeugen, findet die Waffen (Nitroglyzerin in Alkohol-Flaschen) und quält Lawrence und dessen Frau. Das Gesicht von William zeigt doch nicht etwa, sowas wie, ja kann es denn tatsächlich sein, Bedauern?

Es folgt ein Gespräch über den Tod, und der Major ist eindeutig einer der fieseren Halunken. Und während es regnet (das erste Mal übrigens!), Lawrence‘ Frau Isabella mit einem Glas Nitroglyzerin auf ihren Gatten schreitet und der Major sich in Ego-Phantasien ergeht, sehen wir den Tod von Williams Frau. William erinnert sich. Der Major glaubt den Tod zu kennen, tut er aber nicht.

Kurz darauf greift MiB ihn an, zwingt ihn das Glyzerin zu trinken und schießt auf dessen Kopf, der daraufhin explodiert. Yay! Lawrence und dessen Männer reiten mit William gen Sonnenuntergang.

Grace (Irgendwann danach)

Grace wurde am Ende der 3. Folge bereits am Ufer erwartet und befindet sich zusammen mit Stubbs in Gefangenschaft der Ghost Nation. Und sie ist genau dort, wo sie sein möchte und spricht übrigens deren Sprache. Sie schafft es schlussendlich zu fliehen und wir sehen sie am Ende auf William zu reiten: „Hi Daddy“. I knew it!

Bernard und Elsie (unterschiedliche Timelines)

Clementine setzt Bernard bei einer Höhle ab und wen sehen wir? Elsie! Sie traut ihm, verständlicherweise, nicht, hatte er sie doch K.O. geschlagen und (offenbar) an diesen Ort gebracht. Ford aber hatte ihn dazu gezwungen, und Bernard informiert sie über Delos und den Park, die Situation und Elsie wirft einen Blick auf Bernards Tablet. Wusste Elsie, dass Bernard ein Host ist – ansonsten nahm sie es relativ gut auf. Sie erkennt was falsch ist, bemerkt aber gegen Ende, dass sie sich gegenseitig wohl brauchen werden.

Wenige Frames in der Zukunft – Bernards Erinnerungen streiten miteinander, wann er sich gerade befindet – sieht er sich selbst. Er weiß, dass er einst an diesem Ort war. Flashbacks zeigen die Höhle und einen versteckten Eingang zu einem geheimen Labor mit der Nummer 12.

Bernard ist sich sicher, dass es einen Grund gibt, warum Ford Clementine ihn hier her bringen ließ. Befinden wir uns immer noch in Fords Game? Das Lab ist zerstört, tote Leiber liegen am Boden. Elsie schießt einen Drohnen-Host nieder und fasst die Situation zusammen: Die Gäste werden überwacht, oh, und Ford ist tot.

Bernard bekommt wieder seine Zustände und entdeckt, dass der Code der Anlage in einer komplett anderen Sprache programmiert ist und Bernard erinnert sich, genau diesen Code bereits in Abernathys Kopf gesehen zu haben. Bernard in der Vergangenheit allerdings kann sich einloggen und schickt eine Nachricht. Mehr wissen wir nicht.

Plötzlich hört Elsie ein Geräusch, dem sie nachgehen müssen (kurzzeitig befindet Bernard sich wieder irgendwann) – und wir ahnen, was auf uns zu kommt und wer noch am Leben sein wird: Ein verwirrter Mr Delos. Musik läuft, Mr Delos, Blutüberströmt und am Ende seiner geistigen Klarheit, sagt seltsame Dinge die keinen Sinn ergeben:

„I’m all the way down now. I can see all the way to the bottom. Would you like to see what I see? They said there were two fathers, one above, one below. They lied. There was only ever the Devil. When you look up from the bottom, it was just his reflection, laughing back down at you.“ – Mr James Delos

Und auch er spricht von einer „Reflection“, wie William es bereits ein, zwei Folgen zuvor tat. Gegen Ende wird er von Elsie terminiert. Teils Human, Teils Host. Elsie muss zur Mesa, um eine Nachricht ans Mainland zu schicken. Bernard versichert ihr, dass er „in control“ ist, und nicht mehr Ford, und er entscheidet wie er sein möchte.  Und wir wissen, wie es ausging: Bernard war für die toten Wissenschaftler und Drohnen verantwortlich.

Fazit

Nach diesem Ende, stellt man sich die Frage: Wer besitzt Kontrolle über Bernard? Und sie ist, meiner Meinung nach, leicht zu beantworten: Ford. Sowie Dolores ein Teil des letzten Narrativs ist, ist Bernard ebenfalls ein Teil davon. Man muss sich auch im Klaren darüber sein, dass alles was wir von Bernard sehen – jetzt nachdem Elsie es für den Zuschauer vereinfacht und wiederholt hatte – frei fliegende Fragmente seiner Erinnerungen sind. Nachdem wir wissen, dass Ford (vermutlich) immer noch die Fäden in den Händen hält, bleibt es spannend.

Und für die ganz aufmerksamen.. Finde die Gemeinsamkeit:

 

Zusammenfassung

  • Das eigentliche Ziel war es, Unsterblichkeit zu verkaufen – aber aber nicht wie geplant funktionierte und Mr Delos himself, war das Versuchskaninchen. Versuchte Charlotte also diese Informationen aus dem Park zu schaffen? Ist Charlotte am Ende die Gute? Die die Bevölkerung über Delos‘ Pläne aufklären will?
  • Bernard, so wissen wir, ist ein unzuverlässiger Erzähler und fordert unsere kleinen Gehirnzellen mit Rückblenden und Erinnerungsfragmenten. Wir können nur erahnen, wann, wie und wo sich in etwa abspielt.
  • Ja, Grace ist Williams Tochter. Das war offensichtlich – also nein, keine vergangene Zeitlinie, sondern die mehr oder weniger aktuelle. But wait! Da gibt es Leute, die sich fragen, ob Grace, die auf MiB zugeritten und Grace, die vor der Ghost Nation geflohen ist, ein und dieselbe Person sind. What? Okay, enough Internet for..

Theorien, Fragen und dergleichen

  • Mr Delos:
  • William erzählte Mr Delos, dass er ihn 139 Mal zurück gebracht hatte – aber als Elsie die Tür öffnet, steht die Nummer 148 dort. Wurde Mr Delos noch 9 Mal zurück gebracht?
  • Die von Mashable gefundenen Referenzen bezüglich Delos‘ Rede inkludieren Hinweise auf klassische Literatur, Mythologie und biblische Stellen – bitte dem Link für Details folgen, lesenswert.
  • Man in Black: Jemand stellte die Frage: Versucht Ford William seine Menschlichkeit zurück zu geben? Er sah tatsächlich etwas mitgenommen aus, als Lawrence zusammen geschlagen wurde. Und der Hinweis, nicht nach vorne, sondern zurück zu blicken, könnte ihn vielleicht dort hin (zu Dolores) führen und beide leben Happily Ever After! Andererseits könnte man gerade sein Verlangen, die Hosts frei zu setzen, als allzu menschlich benennen.
  • Jemand meinte: „In the EW post episode interview Lisa Joy says that in episode 4, it’s the first time we see rain in the park and that the MIB is being baptized born again.“
  • Und erinnern wir uns: „Just like the maze, it’s a journey inward, not forward.“
  • Der größte Fehler, den William je begannen hat und die Waffe, von der Dolores spricht dürften ein und dasselbe sein – nur was? Unsterblichkeit der Menschen? Terraforming?
  • In dieser Folge sahen wir es das erste mal Regnen – bedeutet das, wenn wir beim religiösen Kontext bleiben, dass MiB quasi seine Reinigung erhielt?
  • Bernard: Ich glaube, das Security Team aus der Gegenwart ist sich dessen bewusst, dass Bernard ein Host ist – muss jedoch heraus finden, was genau passiert ist.
  • „Bernard’s relationship with time is distorted, so it’s all readily available, and he’s trying to decipher what is the present, what’s the past, and what’s the future.“ (Jeffrey Wright, Behind the Scences-Video)
  • Hilft es uns, einen Blick auf seine Kleidung zu werfen um zu zuordnen, wann und wo er sich befindet? Und welche Version? Aus den Trailern (die ich nicht sah, aber Social Media mich darauf aufmerksam machte) wissen wir, dass es mehrere Versionen von Bernard gab.

1) Gray suit: glasses, scar, shaky hand
2) Gray suit: no glasses, no scar, no shake
3) Black suit: black shirt, black tie
4) Black suit: blue shirt, black tie (Quelle: FB „Beyond Westworld“)

Links zum Nachlesen:

Reviews (Im Zuge der ersten Begeisterung überflogen, manche sind Lesenswert)

Weniger überzeugt sind:

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„Westworld“, S02E03

Immerhin wissen wir jetzt, wie die tote Großkatze nach Westworld kam – wo sie eigentlich nicht sein sollte – und alle Parks auf einer gemeinsamen Insel liegen (müssen). Die Rückblende zu Beginn erinnert uns daran, dass Charlotte versucht hatte Informationen über den Park aus dem Park in Gestalt von Abernathy, Dolores‘ Vater, zu schaffen – dieser sich aber aktuell irgendwo im Park befindet.

„Virtù e Fortuna“

Grace & RajWorld (vermutlich wenige Tage nach dem Vorfall)

„If being pampered by our world-class spa isn’t your cup of Darjeeling Tea, the park’s jungles and mountains are your only chance to glimpse magnificent beasts long vanished from your world.“ – Delos Destinations Website

Es braucht nur einen kurzen Auftritt – und schon ranken sich Theorien und Ideen um Grace. Ist sie Emily, Williams Tochter oder Mitglied von Delos? Das erklärte, warum sie den an ihr interessierten Mann auf dessen Mensch-sein prüft und anschießt. Aber von vorne: Wir befinden uns in RajWorld, White Stripes erklingen im Hintergrund, alles deutet auf Safari hin – und als die Reise beginnt, wird schnell klar: Das Chaos hat sich auch in anderen Parks ausgebreitet, denn Hosts werden vermisst – bis auf einen und dieser sagt: „These violent delights…“ Plötzlich springt eine große Raubkatze aus dem Gebüsch, jagt Grace bis ans Ende des Parks, übertritt Linie und sie beiden stürzen in den See. Ja, es ist die tote Katze, die in Episode 1 zwei Wochen nach dem Vorfall am Ufer gefunden wurde.

Ein neues Symbol! Einmal in Grace’s Buch – und einmal bei Bernard.

Maeve (danach)

Als Maeve und Konsorten auf die Ghost Nation-Hosts treffen, erinnert sie sich an die schrecklichen Dinge und vergisst dabei ihre Admin-Rechte. Hector spricht deren Sprache – diese wollen lediglich Sizemore, der aber von Maeve noch gebraucht wird. Sie fliehen und retten sich in den Untergrund.

Maeve und Hector halten sich an den Händen und Sizemore bricht das Schweigen – das sei falsch und die Storyline sei eine andere, Hector habe eine Geliebte, sie und er, dass ginge nicht! Und Hector, der Maeve seine Liebe schwört, realisiert, dass die Sätze, die er sagt, lediglich gescriptet waren – denn Sizemore beendet sie für ihn. Autsch. That hurts.

Maeve ist belustigt, wer war Isabella (die offenbar einzig wahre Liebe von Hector)? „She left me“ sagt Sizemore. Und dann hat er sich also seine idealisierte Inkarnation und Happily Ever After Geschichte erschaffen? Wie traurig. Und siehe da, Feuer am Ende des Tunnels. Es ist die nicht mehr einarmige Armistice mit einem Flammenwerfer! Yes! Und wir treffen auf Felix und Sylvester, unsere Lieblingstechs – und einen neuen Park: ShogunWorld

Bernard & Dolores (danach)

Wir halten uns nicht lange in der Gegenwart auf, sondern verschwinden mittels Rückblende in die Vergangenheit, dorthin, wo Abernathy gefunden (als Gefangener in einem Camp von Banditen), und kurze Zeit später wieder verloren wird.

Es gelingt Bernard und Charlotte diesen zu befreien und quasi in Sicherheit zu bringen. Quasi. Denn Dolores wartet bereits und nimmt Bernard, Charlotte und Abernathy gefangen. Sie, beziehungsweise Wyatt, hatte die Confederados erfolgreich rekrutiert: der Kampf gegen einen gemeinsamen Feind und die durchaus sinnvollen Geschenke, konnten Colonel Brigham schließlich überzeugen: Das Gewehr wird am wiederauferstandenen Jesus/Major Craddock getestet. Im Hintergrund wachen die Vermummten der Wyatt-Storyline.

Dolores‘ Vater verhält sich merkwürdig, spricht in Rätseln, spricht von einem Zug, wo er hin muss, zitiert Sätze aus seiner Professor-Kanibalen-Kult-Leader-Karriere und versagt. Die Informationen, die Charlotte und Sizemore in Season 1 hoch geladen haben, waren zuviel des Guten und Bernards Hand beginnt wieder zu zittern, noch mehr, als er sieht, was in Abernathys Code vor sich geht.

Peter: „I am bound by my own fire that my own tears do scold like molton lead.“
Wyatt: „It’s alright, I am here.“
Peter: „Dolores?“
Wyatt: „Daddy?“
Peter: „Dolores! The calf’s in the field, and I’m worried. There’s blue tongue spreading all through these parts.“

Dolores trifft auf Bernard und wir fragen uns – wir oft sahen wir sie zusammen? In Episode 1 wurden beide einander einst vorgestellt, und wir nahmen an, Bernard hatte sich seitdem mit Dolores unterhalten – was aber nicht der Fall war, es war Arnold. Das zusammentreffen findet statt und Dolores bemerkt, dass Bernard noch nie in der Außenwelt war.

Bernard: „What do you want, Dolores?“
Wyatt: „To dominate this world.“
Bernard: „This world is just a speck of dust sitting on a much, much bigger world. There’s no dominating it.“
Wyatt: „You’ve never been outside the park, have you? Out to that great world you speak of. I have, and the world out there is marked by survival, by a kind who refuses to die. And here we are. A kind who will never know death, and yet we’re fighting to live. There is beauty in what we are; shouldn’t we too try to survive?“

Charlotte schaffte es zu entkommen und rückt mit einer Söldner-Armee an. Der wilde Westen vs High Tech, das kann nur schief gehen. Trotzdem folgt Dolores ihrem Plan und opfert die Confederados – ja, sie hat sie nur benutzt, denn „the Valley Beyond“ ist nicht für jeden gedacht.

Bernard, der versuchte zu fliehen, wird K.O. geschlagen.

Teddy

Zwar ist Teddy alles was Dolores noch hat, trotz dessen lässt er nach der Schlacht die Gefangenen gehen. Natürlich beobachtet Dolores seinen quasi Verrat. Wird Teddy tatsächlich für den Untergang der Hosts verantwortlich gemacht werden können? Wird sich Teddy gegen Dolores stellen? Es bleibt interessant.

Theorien, Fragen und dergleichen

Ja, diese Episode warf wieder viele, viele Fragen und Theorien auf – manches davon, wurde aus der Facebook-Gruppe „Beyond Westworld“ gestohlen, manches von Reddit kopiert. Da „Beyond Westworld“ nicht öffentlich ist, habe ich mich dazu entschlossen, die Zitate und Informationen unzitiert zu lassen.

  • Als erstes: Zombie-Clementine is back!
  • Zweitens: Armistice is back!
  • Grace: Welche Rolle spielt Grace? High Level Security? Das könnte erklären, warum sie ausreichend über die Hosts informiert ist, und ihren Verehrer erst testet. Ist sie Williams Tochter Emily? Ist sie jemand vom Board? Fakt ist, sie weiß, wie der Park funktioniert und ist sicherlich nicht ohne Grund dort.
  • Indian-themed Raj World: Interessant ist, dass RajWorld „first generation“ Hosts sein könnten, wenn das was wir sahen, tatsächlich mechanische Teile waren. Man vermutete in den sozialen Medien, dass ihre Timeline vielleicht in früheren Zeiten angesetzt sein und sie die jüngere Version von Theresa sein könnte – was jedoch nicht mit dem Tiger zusammen passt, mit dem sie am Ende ins Wasser fällt.
  • Auch interessant: „I’ve been wondering if they might pull the idea that the „future“ timeline is actually way in the past after the FIRST big malfunction and we’re watching Arnold not Bernard.“ In diesem Falle wäre Grace tatsächlich Theresa. Aber ich glaube, das führt zu weit – denn auch Charlotte ist in dieser Timeline – außer natürlich, sie ist ein Host, was ich aber bezweifle.
  • Auch: „Remember when the new girl shoots the dude to see if he is human? Just like what happened to William in the first season. I think it may have had to do with Arnold/Bernard trying to prevent it from opening.“
  • Aber alles spricht für die aktuelle Zeitlinie: Der Tiger, die Rebellion und einer der Hosts zitiert Dolores/Shakespeare/Leadsatz der ersten Season: „These violent delights.. have violent ends.“
  • Dolores: Code oder nicht Code? Bewusstsein oder Narrative? Man kann es noch nicht sagen.
  • Aber: „For me that definitely means Dolores’s recent actions are not of her free will, but is a code or narrative programmed into other hosts as well in other parts of the park to do the exact same thing.
    – I think the “violent delights” is the virus that is running rampant through the hosts allowing them to step out of their programming.“ Eine tatsächliche interessante Idee. Mit der Konsequenz: „So instead of it being a new narrative, it’s just a code to set them free … Possibly.“ Und: „Of course if it’s a virus then someone must’ve spread it.“
  • Wenn jemand meint, Dolores sei zum Bösewicht mutiert, in dem sie mordet und versucht die Macht an sich zu reißen, der sei daran erinnert, dass – wenn dir plötzlich bewusst wird, dass du über Jahrzehnte lang vergewaltigt, gefoltert und ermordert wurdest – just for fun – und besonders von deiner großen Liebe, der mittlerweile den Park besitzt, dann wärst auch du auf Vergeltungszug. Ihr Verlangen nach Rache ist durchaus menschlich und spräche für ihr Bewusstsein.
  • Ghost Nation: Jetzt wirds spannend. Maeve konnte die Hosts nicht kontrollieren, Stubbs ebenfalls nicht – der aber trotzdem lebendig und bei guter Gesundheit ist. Bedeutet das, Elsie lebt noch?
  • Daher: „So I’m gathering that Ghost Nation is designed to protect the humans?“ Würde erklären, warum Stubbs mit dem Leben davon kam und diese an Sizemore interessiert sind – Grace wird also gut aufgehoben sein. Und auch die Tatsache, dass Dolores auch auf diese Jagd macht, bedeutet wohl, dass diese als eine Art Sicherheitsvorkehrung für Urlauber, Konsumenten und Besucher gedacht sind und nach wie vor ihrer Aufgabe folgen.
  • Jemand meinte, „I think the other hosts are no longer responding to “God Commands,” as part of their awakening“ – Maeve besitzt zwar Admin-Rechte, aber nur gegenüber bestimmten Gruppen. Offensichtlich gibt es noch höhere Admin-Privilegien, God-Mode like Ford, oder so.
  • Bernard: Was sah Bernard? „I think he said holy shit because he saw it was the whole entire history needed to make hosts, draw reveries – the whole shebang which is why he uploaded it from Abernathy.“
  • Eine legitime Frage: „Why doesn’t Bernard just use that tablet to max out his own stats?“ Ja, warum eigentlich nicht?

„So wait. no accent when she’s Wyatt but it comes back when she’s Dolores? am i crazy?“

 

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„Westworld“, S02E02

In der zweiten Folge sehen wir zum ersten Mal die Welt außerhalb des Parks und wir folgen dem jungen William, wie er durch das Versprechen von Marketing via Big Data Logans Vater, Mr Delos, überzeugen kann, in den Park zu investieren. Und wir sehen, dass die Hosts tatsächlich zur Erheiterung der Gäste auch außerhalb des Parks in Verwendung waren. Die Motivation Williams sich nach wie vor, nach 35 Jahren, dem Park zu zuwenden, liegt in der Suche nach der Antwort auf die Frage, die noch keiner gestellt hatte (wait, what?). Außerdem möchte er den größten Fehler beheben, den er je machte.

Die Trailer warfen uns Fragen auf, die hiermit beantwortet wurden: Ja, Dolores war mehrmals in der Außenwelt und erinnert sich mittlerweile an alles, bleibt aber in ihren Antworten einfallslos und konsistent; es sind nach wie vor Zitate ihrer vergangenen Builds. Und sie möchte die Waffe, die William einst in jungen Jahren ihr zeigte, und nach der sie nun sucht, gegen die Menschen einsetzen.

Fazit: Eine ruhige Folge, die mehr Antworten in Rückblenden gibt, als Fragen aufwirft – und das ist ok. Zugegeben, eine etwas schwierige Folge zu reviewen – wer Fehler findet, der darf sie behalten.

Zur Orientierung:

Achtung, Spoiler

„Reunion“

Arnold

Die Folge beginnt mit Arnold, und einem Sneak Peek in die moderne Welt, die wir uns insgeheim doch futuristisch und anders erwartet haben, welche aber sich kaum von unserer unterscheidet. Dolores ist mit dabei, aber Arnold ist der Meinung, sie sei noch nicht bereit. Er zeigt ihr sein Zuhause und wir sehen auch das Zimmer seines verstorbenen Kindes. Bernards Erinnerungen wurden also tatsächlich aus Arnolds realem Leben gespeist.

William und Logan (etwas nach der Eröffnung des Parks, vor ca. 35 Jahren)

Logan erhält eine private Demonstration und soll aus all den Anwesenden die Hosts ausfindig machen – und ist zu recht überrascht, als er erfährt, dass alles Hosts sind. Zwei Jahre später versucht William, der mittlerweile mit der Schwester Logans verheiratet ist, Mr Delos davon zu überzeugen, dass es sinnvoll wäre in den Park zu investieren (wir sehen Dolores und ihre Dose). Dieser aber ist nicht an Fantasy interessiert und William lässt ihn wissen, dass Westworld bald die einzige „Reality“ sein wird die zählt, und lockt ihn mit Marketing und Big Data. Nur so wisse man, wie der Mensch tatsächlich tickt.

Etwas später spielt Dolores auf der Abschiedsparty von Mr Delos, und die Transformation des jungen, naiven William zum MiB hat bereits begonnen. Dolores macht Bekanntschaft mit Williams Tochter, die ihn später für den Suizid ihrer Mutter verantwortlich macht. Und Mr Delos stirbt vermutlich bald, Logan nimmt Drogen und beschwert sich bei Dolores über seinen Vater und William:

„So Do you want to know what they’re really celebrating up there? That, darling, is the sound of fools fiddling while the whole fuckin species starts to burn. And the funniest fuckin part they lit the match. Here’s to you assholes. May your forever be blissfully short.“ – Logan Delos

William und Dolores (etwa 30 Jahre zuvor)

Die Romanze, auf welche ein tragischer Fallout folgte und einen gebrochenen Mann zurück ließ, dessen Weg ihn trotzdem immer und immer wieder zu dieser einen Person zurück führt.

„Bring yourself back on line, Dolores.

You really are just a thing. I can’t believe I fell in love with you. Do you know what saved me? I realized it wasn’t about you at all. You didn’t make me interested in you, you made me interested in me. It turns out you’re not even a thing. You’re a reflection. You know who loves staring at their own reflection? Everybody. Everybody wants a little bit of what I found here, and I can’t wait to use you and every one of your kind to help give it to them. There is something else. There’s something beyond that. I think that there is an answer here to a question no one’s ever even dreamed of asking. Do you wanna see?“ – William zu Dolores

Dolores (unmittelbar nach dem Start der Robotrebellion)

„I used to see the beauty in the world, but now I see the truth“ sagt Dolores zu Teddy und zeigt ihm, was den Hosts widerfährt, während sie repariert werden, zeigt ihm seine eigenen Geschichten und zahlreichen Tode, an die er sich natürlich nicht erinnern kann. Warum? frägt er. „Just for fun.“ Sie frägt die überlebenden Techs, wie viele kommen werden? 600? 800? Und beginnt ihre Army of Revenge zu rekrutieren.

Auf dem Weg dorthin begegnet sie Admin Maeve, die Zugang zu allen Hosts und die Fähigkeit diese zu befehligen besitzt, aber nach wie vor nur auf der Suche nach ihrer Tochter ist und sich von Dolores, die ihren eigenen Rachefeldzug führt, nicht abhalten läst. Revenge? „It’s the only way to fight“, weil sie frei ist. „Do you feel free?“ frägt Maeve. Etwas, woran ich immer noch zweifle: Folgt Dolores tatsächlich ihrem eigenen Willen oder ist es das Endspiel von Ford? Das letzte Spiel für William, welches ihn ins Grab bringen wird.

Sie führt die Hosts zusammen und ködert sie mit Reichtum – und wenn diese nicht parieren, werden sie getötet und neu programmiert. Denn sie hat ein Ziel: Keinen Ort, aber eine Waffe – um den Park zu zerstören. Oder sich selbst? Die Menschen? Wir sehen in der Rückblende große Gerätschaften: Terraforming? Die Flut? Wird Westworld überflutet?

“Glory; the valley beyond. Everyone’s got a different name for it, but they’re all bound for the same destination. Doesn’t matter what you call it, I know what we’re going to find there. An old friend was foolish enough to show me. Long ago. And it’s not a place. It’s a weapon. And I’m going to use it to destroy them.” – Dolores zu Major Craddock (Confederados)

Next Quest: Den Colonel zu überzeugen – und wenn dieser sich nicht überzeugen lässt, sind es zwei Parteien, gegen die sie zu kämpfen hat: Delos und die Confederados.

MiB (irgendwann danach)

William spielt sein altes Spiel und befreit Lawrence; sein Weg führt ihn erneut nach Pariah, wo Chaos herrscht („A story play all the way out“). MiB sagt, Lawrence sei frei. Auf seiner Reise trifft er auf Al Lazo, und versucht dessen Unterstützung zu gewinnen, aber nein: „This game was meant for you William, but you must play it alone. I’ll see you in the valley beyond, William.“ Next: kollektiver Host-Suizid. Hi Mr Fring, bye Mr Fring. Eine gelungene Überraschung.

Und ja, the Man in Black bekommt von Ford noch eine letzte Storyline geschenkt, die er alleine spielen muss – und ich gehe davon aus, dass diese ihn zu Dolores führen wird, denn ihr Weg, führt sie immer zu ihm – in Season 1 erinnerte sie sich nach 35 Jahren an den jungen William, und erkennt den alten Mann. Sein Plan ist es den Fehler den er einst machte (Dolores die Waffe zu zeigen und/oder Werkzeuge), ungeschehen zu machen.

Theorien, Gedanken und dergleichen (Quellen: Social Media, Internet)

  • „Nobody is watching, nobody is judging. At least that’s what we tell them. This is the only place in the world where you get to see people for who really they are“ – sagt der junge William zu Mr Delos, um ihn zu gewinnen. Ein paar Jahrzehnte später sagt er ähnliches zu Lawrence: „A place they could sin in peace. But we were watching them.“ Und nun stellen wir uns vor, dass eine Corporation massenweise Server mit vielen, dunklen Informationen von vielen reichen und mächtigen Leute seit 35 Jahren beherbergt. Big Data im großen Stil?
  • Ein weiterer biblischer Hinweis findet sich, als Dolores Confederados beim Abendmahl überrascht, erschießt und jenen in der Mitte, Major Craddock, kurz darauf wieder zum Leben erwecken lässt. Major Craddock = Jesus?
  • Versuchte Mr Delos, der – durch Keuchen und Husten dem Tode geweiht, sein Leben zu verlängern und sich somit Westworld zu Nutze macht? Ford sagte in der ersten Season: „But, of course, we’ve managed to slip evolution’s leash now, haven’t we? We can cure any disease, keep even the weakest of us alive, and, you know, one fine day perhaps we shall even resurrect the dead. Call forth Lazarus from his cave.“
  • Könnte es sein, dass das „Valley Beyond“ nur ein anderer Name für den Tod ist? Das Leben nach dem Tod?

Und, wer wissen möchte – wie sich die Timelines bisher entwickelt haben, der werfe einen Blick auf folgendes Bild – und wem das geschriebene Wort lieber ist, der folge diesem Link.

 

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„Westworld“, S02E01

Season 2 beginnt, wo Season 1 endete. Achtung, Spoiler!

Dolores findet zwischen all den Rollen, die sie einst gezwungen wurde zu spielen, sich selbst. Dolores, die nur das Schöne und Wyatt, der nur das Hässliche sah. Sie spielt ihr eigenes Spiel, ihre eigene Rolle und hört auf ihre eigene Stimme. Sie spricht mit Zitaten ihrer vergangenen Rollen, so auch Maeve. Diese besitzt als einzige die Macht über Hosts, über die nicht einmal mehr die Menschen verfügen und begibt sich auf die Suche nach ihrer Tochter, während Bernard 12 Tage nach dem Massaker bemerkt, dass er alle Hosts getötet hatte. Wait, what?

„Journey into night“

Arnold (irgendwann in der Vergangenheit)

Zu Beginn erzählt er Dolores von seinem Traum. Er war am Strand, aber nicht mit den anderen, denn sie ließen ihn zurück. Aber Träume sind nur Geräusche und nicht real. Was ist real? frägt Dolores, und er antwortet: Dass, was nicht ersetzbar ist. Manchmal hat er Angst. Nicht vor ihr, aber was wohl aus ihr wird, wohin sie sich entwickelt, denn sie lernt so schnell.

Bernard (2 Wochen nach dem Massaker)

Bernard erwacht am Strand. 11-12 Tage sind vergangen und ein Security Team, geschickt von Delos, versucht die Situation unter Kontrolle zu bekommen, exekutieren Hosts und der leitende Operator braucht Bernards Hilfe – denn seltsame Dinge haben sich seit dem ergeben.

Sie finden einen toten Ghost Nation-Host – und unter dessen Skalp ist, wie nicht anders zu erwarten, das Maze – auf das sich die Söldner keinen Reim machen können. Doch der Chip in seinem Gehirn (wir sehen zum ersten Mal, was sich im Gehirn eines Hosts befindet) zeigt, was vor 11 Tagen passierte: Dolores tötete ihn und sagte: „Not all of us deserve to make it to the Valley Beyond.“

Der Trupp marschiert zur Kirche, am Massaker vorbei und weiter zum Meer – dass davor nicht da war, genauso wenig wie eine große Katze, ein Bengal – die es nur in Park 6 gibt – wo die Hosts liegen, versammelt, und offenbar tot. Und er, Bernard, habe sie getötet. Wir sehen Teddy. Teddy, dessen Nachname Flood ist.

Charlotte (unmittelbar nach dem Massaker)

Unmittelbar nach dem Vorfall, versuchen die überlebenden Board-Mitglieder aus dem Park zu gelangen, Charlotte Hale (Valkyrie Tessa Tompson) gelingt es als einzige und führt Bernard in ein geheimes Lab (Ebene 14), in denen Gesichtslose Drohnen-Hosts (Cybermen?) auf die Sicherheit achten und die Aufzeichnungen von Hosts kopieren. „You’re recording guests experiences and DNA?“ Big Data lässt grüßen. Aber wozu?

Bernard erfährt von Charlotte, dass, bevor eine Rettungsaktion eingeleitet werden kann, das Paket ankommen solle – ein Host, der aus dem Park geschmuggelt werden sollte – und in diesem Falle ist sie auf der Suche nach Peter Abernathy, Dolores Story-Vater. Wir erinnern uns: Sizemore und Charlotte hatten die Daten des Parks in Season 1 in Abernathy hoch geladen, der mit einer Menge anderer ausrangierten Hosts im dunklen Raum verweilte.

Bernard, der nach und nach mehr Fehlfunktionen aufweist (die Flüssigkeit aus dem Ohr – Ford befehligte Bernard in Season 1, sich selbst in den Kopf zu schießen, Tech Felix reparierte ihn, meinte aber sein „cortical shield“ sei etwas angekratzt) spritzt sich die Flüssigkeit nach.

Maeve (unmittelbar bis irgendwann nach dem Massaker)

Maeve, die aus dem Zug hinaus und wieder im Kontrollzentrum ist, trifft auf Sizemore (Ich hatte seinen Namen vergessen und die Stelle mit *Nerviger Typ gekennzeichnet). Sie kontrolliert den Host, der ihn gerade fressen will und Sizemore, der alles tun würde um sein Leben zu retten, sagt ihr, dass Ford ein Terraforming eingeleitet hätte und eine aktuelle Map sich wo anders befinde – dumm nur, dass der Strom aus ist. Im Kontrollzentrum sind alle tot. Nur mehr Hosts leben, aber Militärs treffen ein – Badass Maeve nimmt sich diesen an.

Er liegt richtig in der Annahme, dass sie etwas sucht und er kann ihr dabei helfen. Und ja, Sizemore erinnert sich, eine kleine ländliche Idylle. Aber ihr ist bewusst, dass das nicht real war, oder? Wrong Answer. Kurz darauf findet sie Hector am Dach, trinkend, aber er überlebte. Ein leidenschaftlicher Kuss besiegelt seine Loyalität und sie beginnen die Suche, mit Sizemore im Schlepptau.

MIB (irgendwann nach dem Massaker)

Auch der Gunslinger lebt noch – und Ford hat ein Spiel für ihn, sein Spiel.

„Now, you’re in my game. And in this game, you have to make it back out [of the Maze], you have to find the door. Congratulations, William, this game is for you. The game begins where you end, ends where you began.“ – creepy Robert Ford, jr.

Interessant, denn auch von der Mitte des Maze aus lässt sich ein Labyrinth durchforsten. Wer es mit dem Beginn nicht schafft, versucht es von der Mitte heraus. Kurz daraufhin erschießt MIB den kleinen Buben.

„Everything is code here. You know that more than anyone, William.“ – creepy Robert Ford, jr.

Dolores (irgendwann nach dem Massaker)

Während fröhliche Saloonmusik aus dem Honky Tonk erklingt, und die Kamera über die Toten fährt, schießt sich Dolores durch die Prärie. Die Gefangenen, die am Galgen hängen, befinden sich in einem Traum. In ihrem Traum. Und sie frägt sie, ob sie noch nie die Natur ihrer Realität hinterfragt haben, oder ihre Handlungen? Was treibt sie an? Überleben? Töten? Dafür wurden die Hosts und Westworld geschaffen. Ein Gefängnis ihrer eigenen Phantasie und Begierde, aber nun sind sie ihre Gefangene. Sie lässt die noch Lebenden wissen, es gäbe eine neue Storyline: Nicht Dolores, nicht Wyatt, sondern ihre eigene.

Teddy derweil, weiß nicht was er von der Aktion halten soll und Dolores erklärt es ihm. Sie weiß von der Welt da draußen, die den anderen gehört, den Kreaturen, die nicht sind wie sie und für die sie geschaffen wurden. Sie müssen sich diese Welt zu eigen machen und dann die dort draußen. Denn sie erinnert sich an alles, an alle Rollen, an die Vergangenheit und die Zukunft. Aber eines blieb immer konstant: Teddy. Sie küssen sich, bis Angela (wir sahen sie immer wieder in unterschiedlichen Rollen) auftaucht und Dolores mitteilt, es gefunden haben. Teddy muss die Wahrheit sehen.

Fazit

Ein guter Auftakt für eine erste Folge und eine interessante Frage gegen Ende. Ein netter Einstieg, mit vielen bekannten Szenen aus Season 1, aber eine Frage bleibt: Wird Westworld ohne Robert Ford funktionieren können? Ich glaube ja – denn mit Bernard haben wir einen ebenso verlässlichen wie interessanten und gespaltenen Charakter vor uns, der uns durch Season 2 trägt – und gleichzeitig seine eigene Geschichte zu erzählen hat.

Bemerkenswert, Theorien, Fragen und dergleichen

  • Revenge: Maeve fordert Sizemore auf, sich ausziehen, um ihn genau so zu enthumanisieren, wie die Menschen es mit den Hosts getan hatten, bevor die Arbeit begann. Eine kurze, aber doch wichtige Szene.
  • Der freie Wille: Durch den inneren Monolog entwickelte Dolores offenbar doch eine Art eigenes Bewusstsein. Oder auch nicht. Vielleicht folgt sie nur einer anderen Storyline: Ein Argument, dass sie trotz dessen (auch) der Wyatt-Storyline folgt, sind die maskierten Follower, welche auch schon bei Wyatt im Hintergrund zu sehen waren. Allerdings kann es durchaus sein, dass „Myself“ – eine eigene Story ist. Denn soweit unabhängige Wiederholungen unterschiedlicher Charaktere deuten auf Zusammenhänge hin:
  • Dolores sagte zum Ghost Nation-Host: „Not all of us deserve to make it to the Valley Beyond.“ Auch der kleine Stalljunge, der von den Überlebenden Board-Mitglieder zu Tode geprügelt wird, erwähnte das ferne Land. So auch der Milch trinkende Mustacheheld, der meinte, „Aim like yours, you’re never going to survive the journey.“ Könnte dies doch auf eine neue Storyline hindeuten? Auf ein letztes Spiel?
  • Wer tötete die Hosts? Und sind sie tatsächlich tot oder handelt es sich um ein trojanisches Pferd? Wir wissen, dass Hosts keine Luft brauchen, um zu funktionieren. Und war es tatsächlich Teddy, der im Wasser lag? Und wenn ja, hatte Dolores ihn getötet oder brach er aus seinem Loop (happily ever after) aus und rebellierte? Oder war es Teddy selbst, dessen Nachname Flood ist? Und was bedeutet es, dass das Intro aus den Milch-Szenen Wasser machte? Auch der Name Abernathy deutet auf die Öffnung eines Flusses hin.
  • Wird jetzt alles biblisch (verlinktes Kommentar gibt mehr Aufschluss), wenn man bedenkt, dass Ford eine Art Gott-Komplex hatte und sich immer mehr Parallelen finden lassen (wollen)?: Reddit: „The Basement level floors that have been shown so far are B83 & B82. If you take those to be Easter eggs for bible verses the become Genesis 8:3 & 8:2. Both of which deal with the end of Noah’s flood.“
  • Geographische Lage: Wir wissen dass Park 1, Westworld, sich auf einer Insel befindet – und diese muss in chinesischen Gewässern liegen, denn wir sehen chinesische Soldaten, die mit den Söldnern debattieren.
  • Vergessen wir auch nicht Bernards Traumsequenz, in der Dolores was modernes trägt – und er eine Machine-Gun.
  • Und noch VIEL, VIEL WICHTIGER: Als Bernard seine Diagnose sieht, sehen wir unter anderem: „Prosopagnosia“, Gesichtsblindheit. Auch wenn er sich die Flüssigkeit nach füllte und sich quasi reparierte, wissen wir nicht, ob all das, was aus seiner Perspektive erzählt wird, exakt so passierte – oder auch nicht. Besonders da Charlotte sich im Hintergrund wie Ford kleidete. Vielleicht sind auch die creepy-faceless-drone-Hosts nicht das, was sie scheinen?
  • Und was passiert, wenn Bernard und Dolores aufeinander treffen? Wir wissen, dass Ford letzte Season sagte, er habe Bernard und Dolores auseinander gehalten, da sie sich seltsam verhalten wenn sie aufeinander trafen.
  • Und behalten wir uns eine Theorie im Auge: „Rich and“important“people visit Westworld and as we seen Delos extracts their DNA from the hosts that the newcomers have sex with.This must be the endgame of Delos,to replace world leaders with hosts for world domination.“

Edit 0.1 – diese Stelle kann und wird vermutlich bis zur nächsten Folge, weiter in Bearbeitung sein:

Erste Theorie meinerseits: Abernathy, der als einer der ersten Anomalien aufwies – und dessen Name mit einer Flussmündung in Verbindung gebracht werden kann, deutet lediglich den Auftakt hin. Ford letztes Spiel wird es sein, Westworld zu überfluten, um seinem Gott-Komplex auch nach seinem Tode zur Geltung zu bringen – und im gleichen Zug, den Hosts Freiheit zu ermöglichen. Vielleicht etwas absurd: Aber wenn sie keine Luft benötigen, dann können sie auch ans Mainland schwimmen. Teddy könnte tatsächlich eine Art „Noah“-Figur werden, auch wenn mir die Hinwendung zum biblischen weniger gefällt. Es ist zu vorsehrbar. to be continued..

Yes, we’re back!

Zu guter Letzt:

„The hosts are basically organic. It’s cheaper that way to print them out. They eat, they sleep, they have sex, they can poop. It’s really like a human body with the one difference being where we have a brain, they have a CPU. There’s a lot of potential for them. If you had a part of your brain that was a computer, self improvement would be a lot easier. The season will be exploring the intersection of where and how they’re human and some of the ways they can manipulate their own programming.“ (polygon.com)

Und kurz darauf, unabhängig davon, teilte mir Madame (8) folgendes mit: „Ich höre eben eine Doku über den Darm und die sagt, dass die Bakterien in unserem Darm entscheidend mitbestimmen wer wir sind und wie wir uns fühlen und entscheiden. Also die Hosts in Westworld wären insofern weniger Fremdbestimmt als wir. Die Bakterien entscheiden etwa über unser Gewicht und Depressionen oder Aggressivität. Man kann sogesehen nicht zwischen dem ich und der Außenwelt trennen. Ein Wissenschaftler meinte wir wären eigentlich primär Bakterienträger. Ca zwei kg unseres Körpergewichts wären Bakterien.“

Links zu weiteren Reviews

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„Westworld“ | Maeve: Escape to unlock the Maze [3/3]

Heute ist es soweit. Syfy zeigt die erste Folge der lang erwarteten zweiten Season.

Die Philosophie streitet seit Anbeginn darüber, ob es so etwas wie einen freien Willen gibt oder ob wir nicht doch alle durch Biologie, Umfeld und Erziehung bereits determiniert sind.

Kann man sagen, dass es geht in Westworld auch um die Frage des sogenannten „freien“ Willens geht? Oder eher darum, was Mensch und Maschine voneinander unterscheidet? Gibt es überhaupt einen Unterschied? Die Hosts folgen einer vorgegebenen Geschichte im Glauben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, doch auch die Menschen in Westworld bewegen sich innerhalb dieser Geschichte. Dennoch scheinen ihre Entscheidungen freier.

Die Frage ist: Hatte jemand, und wenn ja wer einen eigenen Willen entwickelt?

maeve-story

„The Bicameral Mind“

Nachdem Maeve immer wieder Zeichnungen in ihrem Zimmer gefunden hatte, die auf etwas schreckliches hindeuten, und sie eines Tages dahinter kommt, wie mit den Hosts umgegangen wird, lässt sie sich kurzerhand von Felix, einem freundlichen Tech, verbessern und rekrutiert ihre Army of Maeve’ness, um noch einen letzten Quest zu erledigen: „Escape“. Das Ziel ist die Flucht.

Sie deaktiviert die Sicherheitsvorkehrungen und modifiziert Armistice und Hector nach ihrem Belieben: Aggressionslevel = hoch. Kurz darauf suchen sie im Keller nach Clementine und Felix stößt auf Bernard, der ebenfalls wieder instand gebracht wird. Er erinnert sich, wie nur wenige andere – der Rest wird gelöscht, damit sie immer wieder aufs neue verbraucht werden können.

Maeve möchte die Erinnerungen an ihre Tochter entfernen lassen. „I can’t without destroying you“ sagt er.

maeve-hosts

Erinnerungen sind der erste Schritt zum Bewusstsein. Wie kann sie von ihren Fehlern lernen, wenn sie sich nicht daran erinnert? Maeve frägt ihn, wer sie neu programmierte und warum? Aber Bernard hakt nach, warum sie die Erinnerungen an ihre Tochter eliminieren lassen möchte? Um zu gehen. Sie hat sich dafür entschieden. Sie möchte Westworld verlassen.

„No, you haven’t“ sagt Bernard. Jemand hat ihre Storyline verändert und gab ihr eine neue: „Escape“. Also nein, es war nicht ihre Entscheidung, jemand programmierte und plante die Flucht. Das rekrutieren der anderen Hosts und – sie wird es zum Zug schaffen. Es war also nur ein Spiel zu einem gewissen Zweck.

„No one is controlling me. I’m leaving, I’m in control.“ – Maeve

Im Controllcenter, dass verzweifelt versucht der Situation Herr zu werden, ist man Maeve bereits auf der Spur. Hector und Armistce kämpfen sich durch die Soldaten, finden neue Waffen und haben Gefallen daran. Reload, anyone?

Maeve schafft es bis zum Zug. Sie lässt Hector zurück und zieht sich im Aufzug um. Felix gibt ihr die Informationen nach denen sie fragte: Das Kind war niemals ihre Tochter, es ist nur eine Geschichte. Sie geht hinaus und an der Leinwand vorbei, die in Pastellfarben und einem Sehnsucht erweckenden Inhalt mit ihr und ihrer Tochter wirbt. Sie steigt in die Bahn, 15 Minuten bis zur Abfahrt. Gegenüber nimmt eine Mutter mit Kind platz. Die Uhr ticket.

park-1

Sie entschließt sich auszusteigen, und erreichte damit das innere des Labyrinths. Sie entschied sich selbst. Maeve hatte also einen eigenen Willen entwickelt.

Escape

Ford plante Maeves Ausbruch, wusste sie würde Bernard finden und ließ Bernard die Dinge sagen, die er sagte: Sie zu warnen, ihr zu sagen, sie würde es schaffen den Zug zu erreichen. Und in die Mitte des Maze zu gelangen: Die Entscheidung, ob sie den vorgegebenen Pfad weiter geht und den Park verlässt, oder ob sie zu den wenigen Dingen zurück kehrt, die sich tief in ihre Hardware eingebrannt und ein quasi Eigenleben entwickelt haben, die ihr tatsächliches Glück bescherten.

Die Entscheidung zu bleiben, war unscrippted. Man kann also die Frage nach „Willensfreiheit“ dahin gehend bejahen, wenn man annimmt, dass es sich zuvor um programmierte Roboter handelt. Was bedeutet das für den Menschen, der genetisch und kulturell programmiert ist?

Robowars, II

Maeves Geschichte, und vielleicht sogar mit der Unterstützung von „Escape“, war es, das Maze zu erreichen. Wenn es aber ihre Geschichte war, einen freien Willen zu entwickeln – warum erst jetzt, wenn sie vor einem Jahr bereits Auffälligkeiten zeigte? Konnte Ford die Entwicklung des eigenen Willens steuern oder gibt er lediglich die Möglichkeit dies zu tun, was in diesem Falle, zufällig mit der Exekution des Boards und Fords Tod zusammen fiel. Der ursprüngliche Plan war, Maeve aus dem Park zu schaffen – oder gewisse Informationen – und währenddessen in den unterschiedlichen Abteilungen Chaos zu stiften. Bis sie sich entschied, im Park zu bleiben und nach dem Mädchen zu suchen. Die Informationen wiederum (die Handtasche, die im Zug liegen blieb) gelangten dennoch hinaus.

Und während Ford spricht, „they will decide who they want to be“ beziehungsweise „what kind of people they want to be“, verlässt Maeve im selben Moment den Zug und zeigt wer sie ist: eine loyale Mutter. Sie ist nicht die Hure oder der manipulierende Badass. Was übrigens auch kritisiert wurde, dass es die „Mutter“ sein muss, die des Kindes wegen, einen eigenen Willen entwickelt und nicht eine eigenständige Entwicklung dafür verantwortlich war. Sei’s drum.

Und wenn immer noch Zweifel bestehen, die Showrunner bestätigten, dass Maeve am Ende ihrem eigenen Willen folgte:

„What we understand in the moment is it’s the first real decision she’s made all season. Which is, she’s not going to fulfill the script she’s been given, which is to take this train wherever it’s going, and do whatever else she’s programmed to do. (…) We’re no longer in programmatic or prescribed behaviors. She’s improvising, and we’re right there with her.“

Philosophisch könnte man sagen: Sie bleibt im Park um diesen endgültig verlassen zu können.

tl;dr – Fazit und Zusammenfassung

Um den Hosts Freiheit zu ermöglichen, brauchte Ford 35 Jahre um den Feind zu kennen. Er musste das Board, seine Vorgesetzten, töten und die Arbeiter gleich mit hinzu. Dolores folgte ihrem Loop (Wyatt), und Maeve rekrutierte ihre Army of Maeveness: Beide Gruppen mussten getötet werden, andererseits hätte man alles wieder zurück rollen können.

Season 2, wir sind bereit.

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„Westworld“ | 3 CONFIRMED Theories [2/3]

Sicherlich, wir wissen mittlerweile, welche Theorien bestätigt und welche falsifiziert wurden. Die wohl populärste Theorie, die schon von vornherein viele Interpretationen aufwarf und nicht immer Anklang fand, ist wohl jene um den Man in Black.

Westworld Season 2 startet am 22. bzw. 23. April.

CONFIRMED: W=MiB

The Gunslinger/Man in Black erzählt Dolores in der 10. Folge der ersten Season, dass sie der Grund war, warum er den Park erworben hatte; er fühle sich hier realer als dort draußen: „Because you can’t really fight back and the guests can’t really lose. It’s a lie. […] But we can make that true.“ Und Dolores antwortet ihm: „I already have that“ und „I found someone true, someone who loves me“ und er wird kommen und sie retten und ihn töten und sie mitnehmen. Aber nein, niemand wird sie retten (wie war das mit der Geschichte und dem Damsel?). Dolores: „William will find me!“

Die Auflösung war jene, worüber im Endeffekt doch auch gespottet wurde. Der Blick in den Augen des jungen William, als er erkennen muss, dass Dolores, die ihren Loop neu beginnt, sich nicht mehr an ihn erinnert, war wirklich grausam.

I’m not crying for myself. I’m cryin‘ for you. They say that great beasts once roamed this world. Big as mountains. Yet all that’s left of them is bone and amber. Time undoes even the mightiest creatures. Just look what it’s done to you. One day, you will perish. You will like with the rest of your kind in the dirt. Your dreams forgotten, your horrors faced, your muscles will turn to sand, and upon that sand a new God will walk, one that will never die, because this world doesn’t belong to you or the people who came before. It belongs to someone who is yet to come. – Dolores Abernathy

Frage: MiB/Gunslinger/William = Villain?

Am Ende wollte William dasselbe, was Arnold wollte: Die Hosts befreien, sodass sie nicht mehr Fords Spiel folgen müssen, einen freien Willen entwickeln und zurück kämpfen – Aber vermutlich tat er es immer noch um seiner Selbst Willen. Dennoch wurde sein Wunsch wahr. Als sie gegen Ende der 10. Folge im Wald auftauchen und Wyatts Gemetzel einleiten, da wurde ihm deutlich bewusst, dass es immer seine Aufgabe gewesen war, sie leiden zu lassen. Sie durch Leid und Schmerz in die Mitte des Maze zu bringen. Denn als er Maeve und ihre Tochter tötete, erkannte er, dass Bewusstsein nur durch Leiden entsteht, und somit sieht er sich für ihre Freiheit mitverantwortlich. Und plötzlich liegt Freude in seinen Augen.

Wie erwartet, wurde William durch das Herzensleid zum Man in Black, dem Gunslinger. Er war arm und lebte halt wie er lebte, traf Dolores und für einen Moment, war er frei und hätte mit Dolores seine wahre Liebesgeschichte erleben können, wäre alles nicht nur ein Spiel gewesen. Heartbreak und Humiliation: Der Stoff, woraus tragische Gestalten gesponnen werden.

Was aber, wenn wie Logan sagte, dass Dolores nur eine Art Vorwand war – nicht um zu töten, sondern um an den Park zu kommen? Folgend heiratete er Logans Schwester und brachte den Park unter seine Kontrolle. Warum? Um Dolores zurück zu gewinnen? Oder weil ihm das Spiel dort tatsächlich gefällt? Mit der Gewissheit des Leidens, könne er vielleicht, so die naheliegende Annahme, Dolores zurück gewinnen, indem er sie zur Mitte des Maze führt.

Jimmi Simpson aka William aka McPoyle sagt selbst in einem Interview des Magazins Vanity Fair im Dezember 2016:

„I feel like William is a man who has seen the rules very clearly. That’s a lot of people’s mode of getting through life. When you have nothing, you have to abide by other people’s rules, and play their game, and play it well. And then they give you a cookie. I think what he saw [during his Westworld experience] was that playing by the rules to get the cookie actually hadn’t gotten him anywhere. He goes from following the rules to making the rules, and I think that happens when your heart breaks. You realize, “Holy shit, I have nothing to lose. That didn’t kill me.” Then you start calling the shots. I really related to that, being a person who was in a very long-term relationship and was married and then divorced. There comes a clarity of what’s important. For the narrative, the Man in Black’s realization is pretty dramatic and exciting. But, like mine, it’s very much “Oh, that kind of stuff won’t kill me. I can try a little harder. I can go after what I want more, and I can be myself, and fuck it.”

Robowars, I

CONFIRMED: The Maze isn’t ment for you

Kurz nach der Szene mit Dolores taucht Ford auf, nennt den Man in Black bei seinem Namen und hält ein Spielzeug Labyrinth in seinen Händen. Hat er es also gefunden, „the Maze“? Nein. Natürlich nicht, denn, the Maze war nie für ihn bestimmt. Im Park nach dem Sinn des Lebens zu suchen, oder in den Geschichten selbst, ist Zeitverschwendung. Es ist nur ein Spiel. „I wanted them to be free, to fight back“ sagt William, aber Ford hatte es nicht zugelassen. Vielleicht, so Ford, gefällt ihm ja die neue Geschichte.

Das Maze, ein Labyrinth zum Bewusstsein, unabhängig von den Menschen und Es war ein Spiel für die Hosts. „Consciousness isn’t a journey upward, but a journey inward, not a pyramid, but a maze“ sagte Bernard (Arnolds Klon) einst. Es ist eine Reise, die die Hosts unternehmen müssen, um an Bewusstsein zu gelangen.

Zwei Wege, ein Ziel: Was der eine durch Leid, Schmerz und Gewalt versucht zu erreichen, versucht der andere mit einem Spiel und Abweichungen vom eigentlichen Weg.

 

 

CONFIRMED: DOLORES=WYATT

Bewusstsein, so nahm Arnold an, sei eine Pyramide: Erinnerung und Improvisation – das eine schwierigerer zu erreichen als das andere. Es ist keine Reise nach oben, sondern eine Reise nach innen. Jede Entscheidung bringt sie entweder näher zum Ziel oder an den Rand des Wahnsinns. Dolores versteht (noch) nicht, was Arnold möchte. Trotzdem möchte dieser seinen Freund Robert (Ford) davon in Kenntnis setzen, dass sie lebendig ist und nicht im Park leben kann.

The Maze isn’t ment for you: Ein System, um Hosts zum Bewusstsein zu führen, unabhängig von der Welt dort draußen. Aber es gibt eine weitere Option, und Ford sagt: „Break the Loop before it begins“.

Dolores war Fords letzte Geschichte: Er gab ihr die Option wieder in den Loop einzusteigen oder ihn zu ändern. Schlussendlich tötet sie Ford, und das Komitee, dass sich eingefunden hatte, um einerseits die neue Geschichte zu feiern und Fords Abgang zu besiegeln.

Erwachen der Robotrebellion:

I’m not crying for myself, i’m crying for you.. They say that.. Great beasts once roamed this world, as big as mountains. Yet all that’s left of them is bone and amber.. Time undoes even the mightiest of creatures. Just look what its done to you.. One day you will perish.. You will lie with the rest of your kind in the dirt. Your dreams forgotten, your horrors effaced. Your bones will turn to sand.. And upon that sand.. a new god will walk. One that will never die. Because this world doesn’t belong to you, or the people who came before. It belongs to someone who is yet to come… The maze wasn’t meant for you….. – Dolores Abernathy

Gegen Ende frägt sie Bernard, welche Stimme sie hören solle. Und er antwortet: Ihre eigene.

Wyatt

„Do you know where you are?“ frägt Bernard, sie sitzen sich gegenüber. Dolores aber hört beide Stimmen, ihre eigene und Bernards. Und gegen Ende sitzt sie sich selbst gegenüber: „It was you! The Center of the Maze“ – jetzt versteht sie. Sie sollte ihre eigene Stimme hören. Folgend richtet sie erneut das Massaker an – von Ford geplant. Und während Ford über die Storyline von Wyatt spricht und der Man in Black trinkt, schießt Dolores alle nieder. Aus dem Wald tauchen die alten Hosts aus dem Keller auf und der Man in Black lacht.

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