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„A quiet Place“

Offenbar dachte sich jemand: „Machen wir doch einen klassischen Horrorfilm!“ Und ich muss sagen, es funktioniert – in beiderlei Hinsicht: Meine ängstliche Begleiterin hielt sich immer wieder die Hände vor die Augen und war somit (erneut und wie immer) ein perfektes Opfer für unerwartete Schreck-Attacken. Und ich konnte mich über die klassischen Horrorfilm-Szenen und den Fortgang der Geschichte amüsieren, sowie über die Leidende neben mir.

Worum geht es? (Spoiler)

Aliens bevölkern seit über einem Jahr die Erde. Sie sind blind, erinnerten mich etwas an den Demogorgon und nehmen jedes Geräusch war. Jeden Tritt, jedes Wort – außer eine andere Geräuschkulisse übertönt die menschlichen Laute. Die letzten Verbliebenen müssen sich via Zeichensprache unterhalten und darauf achten keinen Laut von sich zu geben. Wirklich, keinen. Keinen einzigen.

Die Geschichte handelt von Familie Abbott (John Krasinski (u.a. für Regie, Drehbuch und Co verantwortlich) und Emily Blunt) und ihren drei Kindern. Die Tochter taubstumm, die Söhne ängstlich. Der jüngste möchte eine Rakete, um dieser verlassenen und ruhigen Welt zu entfliehen und schnappt sich das Space Shuttle. Die Eltern verbieten es, entfernen die Batterien und machen sich erneut auf den Weg – der mit Sand ausgestreut ist. Aber die Tochter gibt es dem kleinen, traurig drein blickenden Buben und natürlich passiert, was passieren muss: Als er das Space Shuttle auf weiter Flur einschaltet, fetzt die Kreatur durchs Bild und reißt den Buben mit sich.

Kritik

Ein Jahr später lebt die Familie auf einer Farm, Emily Blunt ist schwanger (wtf?) und drei Kreaturen befinden sich in der Gegend. Der Vater versucht mit anderen Überlebenden Kontakt aufzunehmen, aber nichts (und siehe da – Morsecode erweist sich als hilfreich!). Die Geschichte hat kein Endziel, sie läuft einfach und folgt dem klassischen Horrorfilm-Prinzip und ist damit natürlich auch vorhersehbar.

Trotzalldem steht das Geschehen um die Familie im Zentrum: Das taubstumme Mädchen möchte mit ihrem Vater mit auf die Jagd, während der Bub Angst hat und daheim bleiben möchte. Die Tochter trägt eine Art Vorrichtung, die ihr das Hören ermöglicht und auch noch eine andere, sinnvolle Nebenfunktion besitzt.

Logiklöcher und Fragen

Ja natürlich gibt es Logiklöcher. Und zwar in Hülle und Fülle. Wenn diese Viecher schon so gut hören, müssten sie dann nicht auch das Atmen und den Herzschlag von Menschen wahrnehmen? Und hätten irgendwelche brillanten Wissenschaftler nicht daran denken können, hohe/niedrige Frequenzen auszutesten, bis das Ding kaputt geht? Waren sie alle tatsächlich sofort tot? „Indestructable“ schreibt eine Zeitung, deren Seite an der Wand klebt. Und die Viecher sind schnell, zerfetzen in Sekundenschnelle Leiber und können sogar tauchen! Why not! Und warum zum Teufel denkt man, dass es eine gute Idee ist, Kinder(!) in die Welt zu setzen – auch wenn gewisse Vorkehrungen dafür getroffen wurden.

Und was passiert, wenn jemand niest? Oder andere menschliche Gase von sich lässt? Was, wenn jemand im Traum schreit? Man kann nicht ständig aufpassen, nichts zu sagen. Oder doch?

Aliens!

“They are absolutely aliens. They’re from another planet. Where I developed the idea of them and what I wanted them to look like was most alien movies are about takeovers, agendas, they’re a thinking alien creature, and for me this idea of a predator, this idea of a parasite, this idea of something that is introduced into an ecosystem [was interesting]. One of my favorite movies I love to watch is RocknRolla and they tell that whole story about the crawfish in the Thames and that’s what I mean, the introduction of something that can’t be held back.” (John Krasinski, collider.com)

Und:

“The idea behind all that is they’re definitely aliens and they’re an evolutionarily perfect machine. So the idea is if they grew up on a planet that had no humans and no light then they don’t need eyes, they can only hunt by sound. They also develop a way to protect themselves from everything else so that’s why they’re bulletproof and all these things. I had to make it make sense. I needed the rules of the monster to adhere as tightly to the rules of the family. The family, we had set up all these incredible rules, and I needed the monster to not just be convenient.” (Quelle: Siehe oben)

Fazit

Aber all die Logiklöcher sind zu vernachlässigen, denn die amüsanten Klischee-Horrorfilm-Szenen, über die sich jeder Filmliebhaber freut, lassen die Logik beiseite schieben und sie später wieder aufnehmen. Denn so amüsant der Film im Kino ist, bleibt er es wohl nur für diesen Moment – oder stilisiert sich in 20 Jahren zum Kultfilm. Who knows.

8 von 10 Kreaturen (Creature-Feature!), 7 von 10 Post-Apokalyptischen Szenarien (mal etwas anderes) und generell eine 6, 5679 von 10,1 für den gesamten Film. Vielleicht sogar eine 7,0001 für die komödiantischen Elemente.

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Die 5 BESTEN am Horror-DONNERSTAG #66

Runde 2:

Die 5 spektakulärsten Horrorfilmtode

Interessant. Sehr interessant. Und schwierig! Reihung entspricht nicht der Wertung.

1. Platzhalter. Ich bin gerade Ahnungslos. Wirklich. Ahnungslos.

3. Kann man es schummeln nennen? The Gunslinger hatte vorab gepostet und mir eine großartige Szene in Erinnerung gerufen: Nightmare on Elmstreet 3: Venen als Marionettenschnüre. Herrlich! Aber ist es die beste?

5. Jene Szene als der Hellraiser im gleichnamigen Film zuerst das Gesicht mit Fleischerhaken malträtiert und die arme Seele gleich noch vier, fünf und sechsteilt.

4. Sich für eine der zahlreichen und kreativen Saw-Szenen zu entscheiden ist schwierig. Aber ich glaube das Gestell, dass Ober- und Unterkiefer auseinander reißt, ist eines meiner Lieblinge. Ich schaffe es nicht einmal einen USB-Stick richtig anzustecken, geschweige denn bei Licht das Schlüsselloch zu treffen. Wie zum Teufel schafft man es dann unter Panik und Adrenalin blind(!) ein Schloss zu öffnen, dass sich am Hinterkopf befindet?

2. Auch wenn ich keine genauen Erinnerungen mehr an die Final Destination Reihe habe, bin ich mir sicher, dass sich dort die einen oder anderen Perle eines kreativen Todes verstecken. Wo sind meine Erinnerungen? Total Recall? Bin ich ein Replikant mit gelöschter Erinnerung? Sind wir alle nur eine Simulation? Das Schulprojekt eines Aliens, dass eine 3- darauf bekommen hat und wir nun in einem Glasbehälter auf dem Nachtisch stehen?

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Die 5 BESTEN am Horror-DONNERSTAG #65

Horroctober, die 1. – auch wenn schon Mitte des Monats. In diesem Falle handelt es sich um die 5 besten Horrorfilme.

Stellt sich die Frage, was fällt unter „Horror-Film“. Sind Splatter wie Braindead (1992), The Toxic Avenger (1984) und Bad Taste (1987) noch Horrorfilme? Sind Zombiefime wie Night of the Living Dead (1968) und 28 Days Later (2002) Horrorfilme? Was ist mit Tortureporn à la Saw (2004) und Hostle (2005)? Es ist schwierig sich abzugrenzen, all diese Subgrenes. Ist Alien (1979) ein Horrorfilm? Bei mir fiele er zunächst unter Science-Fiction. Ich halte mich also an die Klassiker und daher eindeutig dem Genre zugewiesene Filme:

Die 5 besten Horrorfilme

1. A Nightmare on Elmstreet (1984) – Nicht die Neuverfilmung! Stellvertretend für Teenie-Slasher wie Freitag, der 13. und Halloween, die Teil vieler jugendlicher Nächte waren. Wer keine Freunde hatte, der suchte sie wo anders. Im TV – oder der Videothek (Das war der Laden, in dem man sich VHS Kassetten ausleihen und mit einem zweiten Videorekorder den Film kopieren konnte).

2. The Evil Dead (1981) – Nicht die Neuverfilmung! Damals noch bekannt unter Tanz der Teufel. Ganz gruselig und schrecklich; der Wald mit den vergewaltigenden Ästen (und ich mich als unschuldiges, naives Ding ständig fragte.. hat der Ast eben tatsächlich..?) und das Buch, aus Menschenhaut gebunden und mit Menschenblut beschrieben. Die Geräusche, das kratzen an den Fenstern. Wenn man jung ist, flößt einem dies wirklich Angst ein. Heute sind wir alle drüber hinweg und lachen.

3. Das Omen (1976) und Der Exorzist (1973) – Nicht die Neuverfilmung! Psycho-Horror vom feinsten. Zugegeben, Damian war auch sehr gespenstisch. Das Kind mit dem Satans Mal! Satans Kind! Ebenfalls darunter fallen Rosmaries Baby (1962) – Nicht die verdammte Neuverfilmung! – und Poltergeist (1982).

4. Saw (2004) – Man darf dem sinnlosen (wenn auch kreativen) Gewaltporno abgeneigt sein, aber eines muss man dem ersten Teil der Reihe lassen: Es war etwas neues. Und kreatives. Das Ende unvorhersehbar. Und die Quälvorrichtungen.. Wer und wie und unter Einfluss welcher Drogen, kommt man auf diese kranken Auswüchse? Ich bin immer wieder fasziniert, verschreckt und auch etwas neidisch.

5. Die Vögel (1963) – wenn schon nicht Psycho von Alfred Hitchcock – den ich eher langweilig empfunden habe – dann aber zumindest die Vögel. Gespenstisch. Und gut!

5.1. Es (1990) – Nicht die verdammte Neuverfilmung! Auch Es war ein guter Horrorfilm und Steven King (Literatur wie Filme) ein hervorragender Begleiter für junge Nächte. Erinnert sich wer an die Tommynockers (Das Monstrum, 1993), den Menschen fielen die Zähne aus! Oder an den Friedhof der Kuscheltiere (1989). Ich weiß nicht warum, aber so schlecht fand ich die Steven King Verfilmungen damals nicht. Christine (1982), Kinder des Zorns (1984), Misery (1990) , Carrie (1976, NICHT DIE VERDAMMTE NEUVERFILMUNG!!), ..

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