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„Pacific Rim: Uprising“

Natürlich bekommt der Film 10 von 10 Punkten. Es gibt Roboter, Alienmonster, großflächige Stadtzerstörung, ein cooles Mädel und Charlie Day! Ich meine, mit dieser Kombination kann ein Film nur gewinnen – und wenn man möchte, wirft Pacific Rim: Uprising auch technisch-philosophische Fragestellungen auf.

Es folgt mehr ein persönlicher Eindruck, als ein Review, vermutlich mit Spoiler.

Was mir als erstes auffiel war, dass ich John Boyega nicht als nervig und lästig empfunden habe (zugegeben, ich habe ihn zuerst gar nicht erkannt ), sondern als angenehm und zeitweise sogar cool. Ja, ich kann weder mit Finn noch mit Poe etwas anfangen. Beide sind für mich austauschbare bis nervige Charaktere, von denen der eine dumme Entscheidungen trifft weil Coolness-Faktor überwiegt und der andere einfach da ist.

Nicht-lästiger Finn lässt uns bereits in den ersten Minuten wissen: Sein Vater habe gekämpft und sich geopfert – aber er sei nicht sein Vater. Mic Drop.

Ein Kind, geboren in eine Zeit der Alienmonster, richtet er mit deren Erbe seine Stärken auf den Ist-Zustand. Es herrscht Chaos und somit entwickelt er Fähigkeiten, die zum Überleben notwendig sind; stiehlt seltene Bauteile, um sie teuer zu verkaufen und lebt, wie es ihm gefällt. Er geht seinen eigenen Weg und Weltverbesserung interessiert ihn nicht. Kurz darauf lernt ein junges Mädel kennen, die sich einen eigenen Jaeger gebaut hatte, eine putzige kleine Kugel aus unterschiedlichsten Teilen – die ebenfalls in dieser Welt aufwuchs: Jaeger Natives.

Sie ist talentiert und schlagfertig. Um die Geschichte ins Rollen zu bringen, kommt es wie kommen muss, sie fliehen vor der Obrigkeit und anstatt bestraft zu werden, dürfen beide in die Akademie um einen Jaeger zu steuern. Sie als Nachwuchs und er darf/soll das Erbe seines Vaters annehmen – denn die ersten Anomalien zeigen sich bereits.

Mensch und Technik

“Technology is a state of culture, state of mind, the deification of technology, which means that the culture seeks its authorization in technology, its satisfactions, its orders…”
– Neil Postman

Wie im Vorgänger geht es nicht nur um Mensch vs. Aliens, sondern um die Verschmelzung Mensch und Technik. Sei es in der Medizin, der Arbeitswelt oder menschlichem Enchancement, Stichwort: Cyborgs. Nicht der Mensch selbst siegt über die außerirdische Bedrohung, sondern die vom Menschen geschaffene Technik und seine im Zuge dessen eigene Verbesserung.

„First we created God, and then we gave that credit to him, now we have created technology and now we want that very thing to over-take us.  Human beings seem to be obsessed with creating things that can control them.  But yet we are fooled into thinking the opposite is true.“ (MoviesandPhilosophyNow.com)

Auch treffend: „The biggest kaiju of them all, Godzilla, began not as a monster saving the planet from the bad monsters in silly man-in-suit fight scenes, but as a direct response to Japan€™s growing fear of nuclear weaponry. The original film, Gojira, is a dark and somber movie that depicts Godzilla laying waste to Tokyo, burning people alive and setting the entire city ablaze with chilling apathy.“ (whatculture.com)

Auch zeitliche Umbrüche werden thematisiert: Anstatt der Kombination zweier Menschen, die geistig im Jaeger verbunden sind, sollen diese durch Drohnen ersetzt werden. Aber diese könnten gehackt und zweckentfremdet werden – trotzdem sind sie einfacher und sicherer zu steuern. Die vom Menschen geschaffene Technik soll dem Menschen entfremdet werden, wie die Werkbank dem Fließband in der Fabrik weichen musste und den Menschen gänzlich ersetzbar machte.

Pacific Rim feierte die Verschmelzung zwischen Mensch und Technik, während Uprising, die Entfremdung zwischen Mensch und Technik kritisiert.

Fazit

Pacific Rim: Uprising zeigt uns, dass wir die Welt selbst im Umbruch erleben und demonstriert auch besonders eines: Zusammenhalt. Wie auch in vielen anderen Filmen, in denen eine überlegene Rasse unsere Existenz bedroht, schließen die Kriegsführenden Nationen der Erde sich zusammen und besiegen gemeinsam das Unheil, dass ihre eigenen Kriege (und Existenz) zu beenden droht.

Trotzdem ist Pacific Rim:Uprising ein Hollywood-CGI-Schlachten-Spektakel mit Happy End, dass uns (nach Jurassic World: Fallen Kingdom) vielleicht wieder an das Gute im Menschen glauben lassen könnte.

Dayman, Fighter of the Nightman! (Spoiler)

Es waren also die Menschen selbst. Nein, es war Charlie Day. Charlie, den wir aus IASIP kennen und lieben gelernt haben. Charlie, der sich von der Alienkreatur infizieren und sich einer Gehirnwäsche unterziehen lassen hatte. Herrlich.

Fazit: 10 von 10 Robotern und 10 von 10 Charlies.

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Ein Kommentar

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„Geostorm“

Man nannte es „Extrem Weather“ und nur mit vereinter Hilfe aller Erden Nationen konnten den Tornados, Hitzewellen und Überflutungen Einhalt geboten werden. Ein Netz aus Satelliten spannt sich um die Erde und reguliert das Wetter, bis plötzlich etwas unvorhergesehenes passiert: Ein Dorf in Afghanistan friert ein. Inklusive Mensch und Esel.

Willkommen zum Spoiler-Review von Geostorm, einem SyFy-Polit-Intrigen-Katastrophenfilm, der nichts für Cineasten oder Filmliebhaber ist. Er bedient Trash-Junkies und Menschen, die sich an fiktionalen Katastrophen ergötzen, aber auch jene, die Weltall und Raumstationen lieben, Elektroautos sehen möchten und auch Katzen- wie Hundefreunde kommen auf ihre Kosten.

Soviel zur Euphorie.

Was kann der Film tatsächlich? Eine kurze Inhaltsangabe

Ein Zwist zwischen zwei Brüdern, eine geheime Affäre, das Kidnappen des Präsidenten in einem selbstfahrenden Elektroauto (was tatsächlich sinnvoll sein kann) und dem Klischee, dass es für Selfdestruction immer eine manuelle Kraft braucht, sind die Zentralen Elemente, mit denen hier und da etwas gespielt wird. Erneut, was kann der Film tatsächlich? Kurzum: Die ISS wird zerstört. Aber das war klar. Wann immer sich die Handlung auf der ISS abspielt, wird sie zerstört – sie tut mir wirklich leid.

Max (Jim Sturgess) und Jake (Gerard Butler) oder auch Jude (Across the Universe) und König Leonidas (THIS. IS. SPARTA!!!!) sind Brüder, verantwortlich für die Planung und Entwicklung. Bruder Max entzieht Jake die Kontrolle, da dieser sich nicht aufführt wie er sollte und just als das Unheil ausbricht, nach ca. 3 Jahren, wird er wieder angeworben und fliegt sofort zur ISS. Cape Canaveral ist mittlerweile ein quasi Flughafen mit ganz vielen Space Shuttels (I want to go to there!) und auch die ISS sowie das Shuttle selbst tragen mindestens 20 Flaggen aller vereinter Nationen zur Schau. Dort angekommen ist alles in Ordnung, die Crew leidet zwar an Originalität, doch plötzlich, kaum wenige Sekunden danach, passiert das nächste Unglück: Chinas Gasleitungen explodieren, die Straße bricht auf – die Katze weiß das und klettert in den Kühlschrank – Häuser stürzen ein.

Irgendwann wird klar: Das ist kein Zufall. Und irgendwann erfährt man: Es ist ein Virus! Aber König Leonidas weiß was zu tun ist: Have you tried turn it off and on again? Ein Reboot soll den Virus rauswerfen und dann ist alles wieder in Ordnung. Wäre da nicht der Selbstzerstörungs-Modus, der – sollte die ISS zur Erde krachen – einprogrammiert wurde und nur manuell abgeschaltet werden kann. Und all das passiert gleichzeitig!

Währenddessen friert das Meer bei Rio zu, Dubai wird überschwemmt und in Indien gibt es Tornados. Ein kleiner Junge verliert seinen Hund – aber ja, ich gebe Entwarnung – sie überleben beide und eine kleine Träne verließ mein Auge.

Und wer war Schuld? The Man in Black, the Gunslinger, Ed Harris alias der Vizepräsident persönlich. Und warum? Macht. Wäre es nicht toll, wenn man alle Feinde auslöschen und die Welt zurück ins Jahr 1945 bringen könnte, als (Nord)Amerika noch groß und strahlend war? Und wie König Leonidas richtig erkennt: Kaum hat der Mensch etwas geschaffen, dass allen zu Gute kommt, kommt der nächste und macht eine Waffe daraus. Der Präsident ist übrigens Demokrat und the good guy.

Die Frauenrollen war gut besetzt, ich bin zufrieden: Chief-Scientist auf der ISS, schlagfertige Leibwache des Präsidenten und eine Hackerin, die leider irgendwann im Plot liegen gelassen wird. Ein leicht bekleidetes Damsel in Distress gab es noch. Und eine Mutter und Exfrau, sowie eine Tochter.

Fazit: 9 von 10 fetten Hagelkörnern, 2 von 4 Tornados, 5 von 6 Überschwemmungen und 10 von 10 Satellitennetzen. Nein, man muss den Film nicht gesehen haben, aber man kann.

Nebenbemerkung

Drei Leute hatten Einzeltickets reserviert, der alte britische Mann (den ich öfters sehe; ihm gefiel der Film), eine Frau und ein Pärchen ganz hinten. Es ist ein Film, bei dem andere sagen: „Naaaaa… I mag nit. Geh du alleine…“ Und zurecht. Nur so kann man einen Film – mit 5 Leuten, und keiner in der gleichen Reihe, geschweige denn dahinter oder davor – genießen und sich auf drei, vier Sitzen ausbreiten. Kein Lärm, kein reden, kein tuscheln, nichts. Kein Popcorn Geknirsche oder der Geruch ekliger Käsesoße zu lauten Nachos. So macht Kino Spaß.

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