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#awletters

Für diejenigen, denen Postcrossing zu wenig ist, gibt es jetzt #awletters – auch wenn die Aktion schon vor Monaten ins Leben gerufen wurde. Trotzdem, eine erwähnenswerte Idee.

Was zur Hölle ist Postcrossing?

Kurz gesagt: Ein digitaler und anonymer Postkarten Service. Wer gerne Postkarten erhält und verschickt kann sich dort anmelden und bekommt, je nach Wunsch (am Anfang bis zu 5 oder 6) Adressen. Nein, man kann sich nicht aussuchen wem man schreiben möchte. Dazu gibt es Profile, die etwas von sich erzählen. Zu geschätzt 89% handelt es sich um Hausfrauen oder Studentinnen. Sich Motive wünschen ist zwar ausdrücklich untersagt, trotzdem hält sich keiner daran. Die Leute wollen Katzen, Stadt bei Nacht-Ansichten, Blumen, Berge, Züge, Flugzeuge, schwarz-weiß Fotografien der Heimatstadt und so weiter. Auf die Selbstbeschreibung kann man eingehen wenn man nicht weiß, was man schreiben soll, muss es aber nicht, besitzt man ausreichend Mitteilungsbedürfnis und Phantasie. Jede Karte ist mit einer Nummer versehen, die man bei Erhalt eingibt und somit auf Profil des Absenders verwiesen wird (um sich zu bedanken). Die (wenn) digitalisierte Karte, findet sich dann in einem Album wieder. Kam die Karte beim Empfänger an (sprich, wenn dieser sie registriert hat) wird irgendwer auf der Welt, der eben eine Adresse anfordert, deine bekommen und dir eine Postkarte schicken. Die Karten kommen aus aller Welt: Deutschland, Russland, China, Taiwan, Nordamerika, Italien.

Fun Fact: Die Karten aus China kommen schneller an, als jene aus Russland. Und ja, es ist ein nettes Gefühl, leert man das Postfach und hält 6 verschiedene Postkarten von wildfremden Menschen in der Hand. Allerdings ist das ganze auch etwas Kostspielig: Karten und Briefmarken (die manche wollen) sind nicht ganz so günstig.

#awletters

Das Prinzip bei #awletters ist ähnlich – nur dass es sich hierbei um Briefe handelt, die von zwei (ausgedachten) Charakteren ergo zwei Menschen geschrieben werden, in was für einem Setting auch immer, die sich bewusst dafür entschieden haben und nicht von einem System auserwählt werden.

Wobei es natürlich auch eine Idee wäre Profile anzulegen, mit Angaben in welcher Welt man spielen/schreiben möchte (SF, Fantasy, PostApokalyptisch, Weltall, Trolle, Elfen, Erotik, Kinder, Parodie, usw.), und diese werden dann mit einem Ideenvorschlag zusammen geführt. Gerne auch via Zufallsgenerator. Wie Beispielsweise: „2045. Zombies haben deine Heimatstadt überlaufen. Findet gemeinsam einen Weg aus der Misere und versucht zusammen zu kommen um nach XY zu fliehen.“ Oder „Ihr befindet euch in einer phantastischen Welt und seid Gefangene einer Troll-Horde, die euch zu Tierfutter verarbeiten möchte. Berichtet euch von eurem Elend in Briefen, die auf dem Rücken einer Ratte (sie heißt Betzy) von Zelle zu Zelle getragen werden.“ Okay. Jetzt will ich sowas machen.

Zurück zu #awletters. Es kann romantisch, dystopisch oder historisch sein. Die Charaktere können alles sein: von Massenmördern über Liebende, Detektive und so weiter. Gut, die einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass man sich tatsächlich hinsetzen muss, Stift und Papier zur Hand nimmt, einen Brief schreibt, diesen in ein Kuvert packt, damit zur Post geht und 90 Cent, oder wie viel eine Briefmarke kostet, zahlt.

Zurück zum eigentlichen.

Die Spielregeln kopiere ich direkt vom zugehörigen Blog.

#awletters Spielregeln

  1. Finde einen Spielpartner (z.B. unter deren Artikel, in der AW Community oder auf deren FB Seite unter dem zugehörigen Livestream)
  2. Denkt euch ein Setting aus (historisch, apokalyptisch, romantisch, Piraten, Soldaten, Detektive, getrennte Liebende, etc.)
  3. Schreibt euch Briefe per Hand auf Papier (keine elektronischen oder getippten Briefe) → Kopieren, fotografieren und scannen nicht vergessen!
  4. Habt Spaß!

Ich schrieb immer gern Briefe, nur wenn man so oder so schon via Social Media Kontakt hat, was will man sich großartig in den Briefen erzählen? Madame (8) und ich schickten uns eine Zeitlang parfümierte Briefe (man spaziere in eine Drogerie und „teste“ Parfüms). Tipp: Zuerst das Papier besprühen, trocknen lassen, und dann schreiben. Nicht umgekehrt! Tipp 2: Eine Ladung reicht, 15 sind zu viel). Einst schickte ich einen versiegelten Brief ab, mit Stempel-Siegel und so. Der Postmensch war nicht sonderlich davon begeistert und meinte, was der Blödsinn soll und ich mir das sparen sollen. Spielverderber..

Ich glaube zu wissen oder nehme zumindest an, dass sich ein oder zwei Schreib-interessierte Menschen unter meinen Lesern befinden. Dystopisches Setting, wer will?

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #29

Der Blog dem DeLorean stellt wieder eine interessante Aufgabe und erinnert zugleich daran, was noch alles auf einen wartet.

5 Bücher, die ich 2017 lesen möchte

Dirk Gently-Reihe (2,5 Bücher) von Douglas Adams, 1987.
Nach Sicht der Serie (Großartig!) nun auch die zugrundeliegende Literatur dazu. Mit Band Eins (Der elektrische Mönch) wurde bereits begonnen. Adams‘ Schreibstil ist einfach großartig – und zugegeben, auf Englisch täte ich mir etwas schwer damit.

Outlander – Die geliehene Zeit (Band 2) von Diana Gabaldon, 1992.
Zeitreisen und Schottland überlisteten mich in die Serie und schlussendlich zum ersten Band – der zwar auch seine Schwächen hat, aber IMHO flüssig zu lesen ist. Nun also der zweite Band, der eben zu Season 3 verfilmt wird. Gerade jetzt, in Edinburgh.

Neuromancer-Trilogie: Drei Romane in einem Band von William Gibson, 1984.
Der SF-Klassiker gilt als Grundlage des Cyberpunk. Ich las schon kurz in die „Überarbeitete Neuauflage“ hinein – der Stil liest sich schrecklich, aber es geht ja bei SF nicht um den Stil, die schönen Worte und treffenden Formulierungen, sondern um die Idee.

Feministische Werke dürfen nicht fehlen, folgend zwei Empfehlungen von Madame (8).

Vergewaltigung: Aspekte eines Verbrechens (Flugschrift) von Sanyal, Mithu M., 2015.
Aus der Inhaltsangabe bei Amazon: „Sie [die Autorin] zeichnet nach, wie wir als Gesellschaft über Vergewaltigung reden und wie sich das wiederum auf die Realität von Vergewaltigung auswirkt. Beim Sprechen über sexuelle und sexualisierte Gewalt halten sich hartnäckig die Vorstellungen von aktiver, aggressiver Männlichkeit und passiver, bedrohter Weiblichkeit. In diesem Zusammenhang betrachtet Sanyal auch die Rolle, die Rassismus spielt, was sexuelle Selbstbestimmung und Konsens wirklich bedeuten, und wie über die Jahrhunderte nicht nur Sexualität, sondern auch Gewalt gegendert wurde.“

Was vom Menschen übrig bleibt: Die Wahrheit über Prostitution von Rachel Moran, 2016.
Aus der Inhaltsangabe bei Amazon: „Die irische Autorin Rachel Moran tritt an gegen das Prostitutionsestablishment. Ihr brillanter und international hochgelobter Bericht, der nun erstmalig in deutscher Sprache vorliegt, entlarvt die romantisierenden Vorstellungen von der „selbstbestimmten Hure“. Er wendet sich gegen eine Scheinliberalität in der Prostitutionsgesetzgebung, die es unmöglich macht, Frauen vor dem Weg in ein ausbeuterisches „Gewerbe“ effektiv zu schützen.“

Wenn ichs schaffe, läse ich noch gerne: Agonie des Realen von Jean Baudrillard (1978) und Flächenland (reprinta historica didactica) von Edwin A. Abbott (1884), dass unter anderem Ideenstifter zum Film Arrival war. Zwei kleine aber Konzentrationsfressende Schriften. Sowie die eine oder andere Graphic Novel.

Ich erinnere mich an ein Zitat, dass sinngemäß sagt: Jemand der nicht fähig ist, Werke in ihrer Originalsprache zu lesen, solle sie besser gar nicht lesen (Quelle wird nachgereicht).

Warum also lese ich die deutsche Fassung, obwohl ich in der Lage wäre das englische Original zu verstehen? So banal es klingt, aber diese Frage ärgerte mich lange Zeit; besonders wenn ich (in anderer, als der vorhergesehenen Sprache) synchronisierte Fassungen ablehne (bei Animes gilt hartnäckig die OmU-Regel).

Ich haderte ziemlich lange mit einer Erklärung/Lösung. Zwar ist der Inhalt englischer Bücher (je nach dem) verständlich, aber ich könnte oftmals nicht sagen, ob es jetzt gutes oder schlechtes Englisch ist. Sicherlich Harry Potter lässt sich eindeutig von Wuthering Heights (Brontee) unterscheiden, aber Fakt ist: Ich liebe die deutsche Sprache, die Sprache Goethes als Schriftsprache, während ich in der gesprochenen Variante eindeutig Englisch bevorzuge. Außerdem bin ich beeinflussbar: Lese ich englisch, denke ich in englisch und finde die deutschen Worte nicht mehr (was auch ab und an beim Bingewatchen passiert). Es ist von Vorteil, wenn man sich in einem englischsprachigen Land aufhält, aber weniger, wenn man versucht auf Deutsch (Kurz-)Geschichten und Romane zu verfassen. Ich lese also deutsch, einerseits weil ich die Sprache mag, andererseits weil es meiner Schreiberei gut tut; außer bei GraphicNovels, die deutschen Fassungen sind oft schrecklich übersetzt..

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