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„Transformers 5: The Last Knight“

Nach Guy Ritchie zeigt uns der nächste seine Idee der Arthus Saga, und in der Interpretation von Michael Bay gibt es sogar dreiköpfige Drachen und Dinosaurier! WHERE ARE MY DRAGONS! Dragon?

Es folgt ein Review mit Spoilern.

Den ersten Teil hatte ich gesehen und gemocht, den zweiten und dritten Teil zwar gesehen, aber weitgehend ignoriert, Teil vier nicht gesehen und ignoriert und die Sicht von Teil fünf war dem Tod meines Telefons (RIP) geschuldet. Und da lediglich drei Leute (inklusive mir) reserviert hatten, war der Quasi-Memorial Service mit hübschem Kleidchen, netten Sandalen mit Absätzen und rotem Lippenstift perfekt um mein (totes) Telefon ein letztes Mal auszuführen.

Und wenn die Stimmung bereits in die Tiefen des „F*ck it“ eingetaucht ist und man weiß, was man zu erwarten hat, nämlich einen dummen und hirnrissigen Actionknaller, dessen „Story“ nur dazu dient noch mehr Action-Szenen irgendwie aneinander reihen zu können, dann kann der Film tatsächlich unterhaltsam sein. Zugegeben, vermenschlichte Roboter und Hunde imitierende Dinosaurier(!)-Autobots haben ihre ganz eigene Wirkung. Und wenn gegen Ende die Erde fast zerstört wird, hat man mich soweit, dass ich handzahm aus dem Napf fresse und die Sinn- und  Zusammenhangslosen Storyelemente, die zahlreichen Regiefehler und das seltsame Bild bereitwillig akzeptiere. Lag es am Kino oder am Saal oder warum war der Film nicht 16:9? Und warum änderte das Bild immer wieder seine Größe?

Zur Story (?)

Optimus Prime und die Autobots verweilen schon seit geraumer Zeit auf der Erde – als des Menschen Freund und Helfer, was den Succubus in der Heimat ganz und gar nicht freut.

Magie gibt es wirklich! Und zwar an Bord eines Alienschiffes! Und auf der Erde in Form von Merlins Stab! Stanley Tucci (was auch immer ihn dazu bewogen hat, da mit zu machen. Nach kurzem Überfliegen einiger Kritiken las ich, dass er bereits in Teil vier dabei war, aber mit einer anderen Rolle. Wtf?) miemt zu Beginn den Zauberer. König Arthur und die Ritter der Tafelrunde bezwingen mit einem Dreiköpfigen Drachen-Autobot die Feinde!

Ganz zu Beginn wird das Mädel Izabella (mit z) dem vom Leben geschlagenen Marky Mark gegenüber gestellt (und ich mag dieses kleine Mädel) und alsbald ihr Autobotiger Beschützer von den bösen Menschen – die, die Erde von den Autobots, die täglich vom Himmel fallen, befreien wollen, töten – gibt es ganz große Gefühle! Aber Izabella ist ein starkes Mädchen.

Die Story rast voran – wir lernen Vivian kennen, Professorin für Geschichte und Love Interest für Marky Mark. Und wir sehen immer wieder Rückblenden zu Zeiten König Arthus, dessen Tafelrunde von zwölf Autobot-Rittern bewacht wurde.

Und ja, natürlich ist Vivian nur dazu da, um hübsch zu sein, auch wenn sie gegen Ende eine doch nicht so unwichtige Rolle einnimmt. Und ja, natürlich müsste ich als Feministin Filme wie diesen meiden, und natürlich wird die USA wieder zum Retter aller stilisiert, das wissen wir, wenn wir Michael Bay lesen. Und warum gab ich Geld ich diesen bescheuerten Film aus? Weil das Erwachsenen-Dasein manchmal keinen Spaß macht, mein Telefon gestorben ist und ich Lust auf einen No-Brainer hatte.

Aber Warum?

Und immer wieder taucht die Frage auf: Warum passiert sowas? Warum wird sowas produziert?? Es muss tatsächlich Menschen gegeben haben, die das Script lasen und sich dachten: „Yeah, geil Alter!“ Aber vermutlich lief es wirklich so ab:

„Irgendeiner in der Runde der Autoren hat den ersten Satz geschrieben, diesen abgedeckt, und der nächste hat den zweiten Satz geschrieben und immer so weiter. Und am Ende dieses Prozesses stand „Transformers: The Last Knight“.“ (welt.de) Derjenige, der den Film sehen und das Review schreiben musste, hat wohl sehr gelitten. Vermutlich hatte er eine Wette verloren oder so.

Folgend hier eine treffende Zusammenfassung von zwei aufeinander folgenden Szenen (musikexpress.de) und: „Man kann diesen Film als Kunstfilm verklären, so wie es mit der „Fast & Furious“-Reihe mittlerweile geschieht. Sollte man aber nicht, weil in diesen verfilmte Wirren nicht eine einzige Szene von gewisser Qualität steckt.“ Ich dachte tatsächlich auch schon an eine Art Kunstfilm, vielleicht eine Art versteckte Zeitkritik, in der niemand mehr dank der Ambivalenz zwischen Vernetzung und Durchsichtigkeit Orientierung findet, und sich deswegen an die einfachen Dinge hält, wie Merlins Stab? Oder so? Und welche Geheimnisse hat es mit der Uhr auf sich? Vielleicht wurde das Script auch nur von einer AI verfasst und die (gewollt) schlechten Kritiken sollen zeigen, dass es immer noch Menschen braucht? Oder so?

Ich meine ja, Blockbuster sind dazu da, dass sie das Kino-Publikum möglichst auf einfache Art und Weise unterhalten wird; und dann muss es Leute geben, ein Testpublikum oder so, deren Insassen entweder bezahlt wurden und/oder taub und blind waren, die diesen Film durchgewunken haben. Aber vermutlich hatten auch deren technische Geräte den Geist aufgegeben und somit träumten sie sich in eine Illusion hinein, in der das geliebte Gerät noch unter den Lebenden verweilt und sogar sprechen und sich verwandeln kann und gegen Ende die Welt rettet! Oder so.

Jedenfalls..Wtf?

Fragen und Gedanken, die hängen geblieben sind:

  • Wird es der kleine blaue Wall-E -Verschnitt schaffen?
  • Waren es damals (im Mittelalter) auch schon „Autobots“? Also „Auto“ bezogen auf Automobil oder Automatik? Automatik ergäbe Sinn, wenn sie sich automatisch/selbstständig in Dinge verwandeln können, aber da sie eine Spielzeug Reihe sind, die sich in Autos verwandeln können (was auch im Film – wenn auch nur ganz ganz am Rande – vorkommt), fragte ich mich irgendwann, ob die Autobots dann für die Erfindung vom Automobil maßgeblich beteiligt waren, oder ob sie diese sogar in irgendeiner Weise beeinflusst haben? Ich meine.. das muss doch irgendwo in der Geschichte durchgesickert sein. Wie war das mit Verschwörungstheorien?
  • Ich bekam nie Transformers als Kind, sondern Dinosaurier. Was auch okay war. Ich mag Dinosaurier und hey! Die Autobot-Dinosaurier! Warum gibt es keinen Film über Autobot-Dinosaurier?
  • Wie viel hat man Anthony Hopkins gezahlt, damit er da mitspielt?
  • Warum spielen alle so dermaßen schlecht?
  • Wann hatte Vivian bitte Zeit sich ständig umzuziehen? Und wozu?
  • Die Uhr die Hitler tötete. Wtf? Aber wie? Es war eine Uhr? Aha? Ich sags ja: Unsere Geräte leben! Mein armes Telefon allerdings nicht mehr..
  • Bumblebee zeigt ganz neue Seiten..
  • Immerhin gab es ganz viel Diversität: Bei den Kids.
  • Der Staff! Die Erde! OMG! Die Rettung! Die Rettung durch eine Frau! Immerhin etwas..
  • Optimus Prime mit einer Screentime von gefühlten 5 Minuten aber den epischsten Szenen und Momenten weil Optimus Prime.
  • Der Moment, als während einer der letzten Fights, das Arthus-Talisman-Ding an Marky Marks Arm runter kroch und man hofft, fleht, gerade zu betet: Bitte nicht. Und dann passiert es doch..
  • Stonehenge wtf?

Für meine Leserschaft recherchiert

  • Bumblebee erhält seinen eigenen Film (filmstarts.de), der dem aktuellen Trend folgend in den 1980ern spielen soll. Darf man, durch all die filmischen Geschichten der letzten Zeit, die in den 1980er angesiedelt sind, daraus schließen, dass man sich sowas wie eine De-Vernetzung wünscht? Back to the roots?

Fazit: Science-Fiction Mittelalter Trash der Trash sein will? Nicht sein will? Ein Film, der nie produziert hätte werden dürfen, aber so im Rückblick gesehen gibt es: 12 von 12 putzigen, süßen Haustier-Dinosaurier-Autobots, und das Mädel. Das Mädel war cool.

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„The Walking Dead“, S07E03

Ein jeder hat seine Geschichte zu erzählen. So auch Dwight, dessen Frau Sherry nun die Frau Negans ist. Wir kennen Dwight aus Season 6 (Die Schwester, die Medizin brauchte). Auch er rebellierte einst, kam dann jedoch zur Einsicht, dass es so wohl besser wäre: Es gibt keinen Ausweg und besonders nicht, wenn da noch jemand ist. Daryl, der nackt in einer Zelle sitzt und akustisch Zwangsbeglückt wird, wird von Dwight mit Hundefutter-Burger gefüttert. Systematisch versucht man dessen Willen zu brechen. Und man wird Zeuge davon, dass wohl alle irgendwann gebrochen werden, bis sie „Negan“ sind. Daryl wäre aber nicht Daryl aka „the sexiest redneck alive“, wenn er nicht sich selbst bliebe. Negan bietet ihm Zimmer und Bett an, doch Daryl lehnt dankend ab und dabei täte ihm eine ordentliche Dusche wirklich gut. Er schafft es aus der Zelle zu fliehen, doch Sherry warnt ihn, was auch immer passieren mag, es kann und wird schlimmer werden.

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Die wandelnden Toten sind schon lange nicht mehr die untoten Zombies, die irgendwo am Rand vor sich hin vegetieren, sondern es sind die eigentlichen Verlierer dieser postapokalyptischen Welt: Die Menschen. Denn egal welchen Schritt man unternimmt, der Tod lauert in jeder Form. Zombies auf der Straße, Menschen, Hunger, Zombies die von Brücken fallen, Krankheit, Schwangerschaften und Tod im Kindbett. Lacht, aber letzteres ist nicht zu unterschätzen: Eine Geburt ist und war nie etwas einfaches und ohne ordentlich ausgebildetes Personal kann schnell etwas passieren. Ja, ich weiß darüber mehr, als mir eigentlich lieb ist.

Fazit: Erneut bewegt sich TWD nur sehr langsam und versucht das Innenleben seiner Mitgefangenen zu ergründen. Daryl bricht weinend in der Zelle zusammen und mit Dwight fände sich vielleicht sogar ein Verbündeter, nachdem uns dessen grausame Geschichte erzählt und eine gewisse Verbindung zu Daryl aufgebaut wurde, denn eigentlich sind sich die beiden ja auch etwas ähnlich.

Zu guter Letzt, etwas angenehme Musik für den Abend. Möge der Ohrwurm sich in euren Gehörgängen fest fressen und ihr dieses Lied die nächsten drei Tage und Nächte apathisch vor euch her summen:

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„The Walking Dead“, S07E02

Es war einmal ein König und sein Königreich. Die Welt war gefährlich und zu Leid und Tod verurteilt. Nur im Königreich selbst war das Leben sicher und genehm. Zeitenwechsel: So lernt man in gemischten Klassen und ließt Bücher, man trainiert und singt im Chor. Man pflanzt reichlich Gemüse und Obst an. Eine berittene Truppe verteidigt glorreich (und ästhetisch) das Königreich gegen all das Böse, dass dort draußen lauert, trottet und vermodert. Des Königs Sch0ßkätzchen ist ein Tiger namens Shiva. Ein Tiger, welchen der König einst gerettet, und sich seitdem niemals gegen ihn erhoben hatte. CGI ftw. Des Königs Namen ist Ezekiel, soviel zumindest ist wahr.

Carol lacht und miemt die brave, die gute, die immer lächelnde und einfältige Hausfrau: „Amazing!“ Gerade noch, dass sie sich ihre Fassung behält:

„I would be speechless if I wasn’t already speaking. I don’t know what the hell’s going on in the most wonderful way.“

Ricks Gewissen (Morgan) schiebt sie mit dem Rollstuhl durch das Königreich. Was für ein verdammter Zirkus ist das? Ein Kind bekommt im Hintergrund Reitstunden. Sie muss von hier weg.

Doch der Schein trügt. Hinter den Kulissen werden Schweine gefangen und mit Zombies gemästet, um die wöchentlichen (!) Abgaben an Negan und die Saviors gewährleisten zu können. Morgan begleitet sie. Im Königreich selbst offenbart sich der König als gewöhnlicher Mensch und erklärt Carol, dass die Menschen eine Art „Fairytale“ brauchen und nun trägt er diese Last auf seinen Schultern. Nichts desto trotz mag Carol trotzdem diesen Ort verlassen und er bietet ihr an, zu gehen, oder auch nicht zu gehen. Sie bezieht ein Haus in der Nähe des Königreiches und Ezekiel besucht sie am gleichen Abend mit dem Tiger.

Und wenn sie nicht gestorben, dann wird irgendwer sich wieder selten dumm aufführen und alle in Gefahr bringen. Same old same.

Ende.

Fazit: Ein interessanter Kontrast zur Episode 1. Ich gehe davon aus, der Showdown wird sich zwischen dem Königreich/Rick vs. Negan ereignen? Ob Rick auch König sein möchte? Ich zweifle langsam an seiner Zurechnungsfähigkeit.. armer Rick.

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„Mike and Dave Need Wedding Dates“

Ohja! I did it! Es folgt ein höchst subjektives und kaum informierendes Review.

Ich musste zuerst lange überlegen, ob ich dafür Geld ausgeben soll oder nicht und hatte mich noch gewundert, wer sich in solch einen dämlichen Film setzt, als ich eine weitere einzelne Reservierung sah. Und schlussendlich waren es inklusive mir drei verzweifelte Gestalten, die sich, allesamt ohne Begleitung und aus welchen Gründen auch immer entschlossen hatten, sich den Film anzusehen. Das Mädchen war vermutlich wegen Zac Efron dort („Vorurteil!“), ich besuchte die Vorstellung wegen Aubrey Plaza (Parks and Recreation) und der Herr, der hinter mir saß, war vermutlich wegen Anna Kendrick dort („Vorurteil!“), derzeitige Favoritin um Marvel’s Squirrel Girl. Das Wunsch-Casting ist berechtigt. Allerdings äußerte auch Stranger Things Darstellerin Shannon Purser (Barb) Interesse. Eine wissende Meinung räumt ihr jedoch wenig Chancen ein, sie habe zu wenig gemacht und je nachdem wer schlussendlich den Film produziert, wären die Chancen gegeben oder auch nicht. Man zweifelt.

Zum Film:

Basierend, auf einer mehr oder weniger tatsächlich realen Geschichte (die Links informieren dezent), gewinnt der Film besonders durch die vier sympathischen und absolut derben Hauptdarsteller. Wir lieben Aubrey als zynische April Ludgate in Parks and Recreation; Adam DeVine darf derzeit etwas in Modern Family mitmischen; Zac Efron ist, meines Wissens, ein Teenieschwarm(?) und Anna Kendrick war bisher nur in Nebenrollen, u.a. in Twilight zu sehen – mir war sie, bis eben auf die Gerüchte um Squirrel Girl, unbekannt. Ein gute Gelegenheit also mir ein genaueres Bild von ihr zu machen.

Die Witze sind tief, manchmal sogar tiefer als man sie sich erwartete hätte, hätten jedoch durchaus noch tiefer sein dürfen, wie im Abspann gekonnt gezeigt bzw. improvisiert wurde. Die Story ist 0815: Allzeit Versager slash Party Jungs, die zur Hochzeit der kleinen Schwester, anständige Dates mitbringen sollen um nicht erneut Chaos zu stiften, treffen auf ihre (weiblichen) Meister und ruinieren (fast) die Zeremonie. Mit vereinten Kräften und bis dass der Tod sie scheidet, endet schlussendlich alles in einem Happy End, no na nit, wir sind immer noch in einer von Hollywood produzierten Komödie. Nett fand ich, dass die Selbsterkenntnis über das (fast) ruinierte Leben, Geschlechter unabhängig geschah. Das eine Geschlecht wollte sich nicht um des anderen wegen bessern, sondern um seiner/ihrer Selbstwillen. Immerhin etwas.

Fazit: Entgegen der Annahme, dass der Film richtig schrecklich sein musste, war er im Endeffekt, zu dritt allein im Kino und von Scham gepackt, für so etwas Geld ausgegeben zu haben, doch ganz unterhaltsam. Sicherlich, die spärlichen Besucher sprechen nicht unbedingt eine Empfehlung aus, aber er ist auch nicht so schlecht wie man zunächst annehmen mag. Die aktuelle Wertung von IMDB von 6,2 ist berechtigt.

Und wäre Madame (8) meinem Vorschlag gefolgt, und hätte sie sich den Film parallel in der ca. 400km entfernten Hauptstadt, geistig gemeinsam aber bedauernswerterweise physisch getrennt mit mir angesehen, hätten wir uns fabelhaft darüber amüsiert! Denn so blieb das Vergnügen nur auf meiner Seite und etwas unvollständig, als wie, wenn sie den Film mit mir gemeinsam angesehen hätte. Right in your feels! (8)

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„The last man on Earth“, S01E01 und S01E02

Eine Zusammenfassung, eine Inhaltsangabe und jede Menge Spoiler in adäquater Sprache verfasst.

Wir schreiben 2020. Ein Virus vernichtete die gesamte Weltpopulation. Bis auf einen Mann. Sein Name ist Phil. Phil mag Star Wars und Bier. Generell alle Sorten von Alkohol. Er nistet sich in einem Margarita-Planschbecken ein und scheißt in den Pool nachdem er es nicht zustande bringt, das Klo zu reparieren. Er lebt im Müll und spricht mit Bällen, die allesamt freundliche Gesichter tragen. Er ist dauerbesoffen und liebt eine Schaufensterpuppe. Als er sich dann endlich traut sie nach einem Jahr anzusprechen, bricht er ihr den Arm ab. Da wird ihm die Misere bewusst. Der einzige Ausweg: Suizid.

Und als er via Auto nach der Abschiedsrede gegen einen Stein mit Zielscheibe fahren mag, sieht er Rauch. Er lässt von seinem Vorhaben ab, die kugligen Freunde zurück und eilt hinüber. Ein Zelt. Eine Wäscheleine. Ein BH. Oh my f*cking God! Der Himmel auf Erden! Er steuert auf den BH zu und reibt ihn am ungewaschenem, bärtigem Gesicht. Eine Frau meldet sich. Sie ist unglaublich heiß und attraktiv und anziehend. Sie küssen sich sofort. Innig. Und als er seine Augen nach der Ohnmacht wieder aufmacht, sieht er sie: Kristen Schaal.

Freude klettert übers Gesicht. Pure, kindliche Freude und das dezente Gefühl von peinlicher Berührtheit verfliegt – denn seien wir ehrlich: Ein dauerbesoffener Trottel macht auf Dauer keine Laune.

Ich fand die Serie bis dahin in okay. Es gibt ausreichend ernsthafte Post-apokalyptische Serien und Filme, aber keine, die das Thema mit Humor nimmt. Und Kristen Schaal ist großartig. Die von ihr mir bekannten Darstellungen sind der Inbegriff einer nervtötenden Kreissäge.

So korrigiert sie ständig seine Grammatik, weist ihn an nicht auf dem Behinderten-Parkplatz zu parken und beginnt sein Haus aufzuräumen und findet es moralisch verwerflich Bilder aus Museen zu stehlen. Zur Erinnerung: Die Menschheit starb bis (auf vermutlich) diese beiden Prachtexemplare aus. Sie möchte bei ihm einziehen. Er verweigert. Dann zieht sie eben nebenan ein. Sie beide wurden nämlich auserwählt. Auserwählt um die Welt wieder zu bevölkern. Nein, ihr gefällt das auch nicht und als er die Hosen runter lässt um ihr zu zeigen wer der Mann ist, ist sie sichtlich belustigt und beginnt amüsiert mit seinem Penis zu sprechen. Phil ist schockiert. Oh my f*cking God?! Warum?

Doch bevor die Wiederbevölkerung ansteht, muss man heiraten. Sie nötigt ihn bei einem Kerzenschein-Dinner zum Antrag. Davor frisst er jedoch ihre Tomaten. Im Gegenzug dazu, denn die Schuld klopft ihm auf die Schulter, organisiert er auf mühsame Art und Weise Wasser für diese.

Vermutlich werden die beiden Freunde. Ich bin gespannt wie es weiter geht.

Fazit derzeit: Absolut empfehlenswert.

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„Le tout nouveau Testament“ zu deutsch: „Das brandneue Testament“

Und am 7. Tag ruhte der Herr.

Unmittelbarer Eindruck folgt. Spoiler! Ich wiederhole: Massive SPOILER! Erst NACH dem Film lesen. Lesen auf EIGENE Gefahr! Ich habe gewarnt.

Gott, der Griesgram, lebt in Brüssel. Hasse deinen Nächsten, wie dich selbst. Alles was schief geht, wurde von ihm kreiert. Das Marmeladebrot, welches auf die Marmelade-Seite fällt – ausser, die Marmelade wurde auf der anderen Seite gestrichen, dann fällt es auf die andere Seite. Und Flugzeugabstürze. Und wenn man erst grad in die Badewanne steigt, läutet das Telefon. Und dergleichen. Er ist schuld, an allem was schief gehen kann oder wird.

Gott hasst sich, verbietet seiner Frau (Ebenfalls Göttin) den Mund. Sie stickt und sammelt Baseball-Karten. Er hasst Baseball. JC, ihr ältester Sohn ging von zuhause fort, Gott hat nur Verachtung für ihn übrig und Ea, die junge Tochter, wird öfters mit dem Gürtel zurecht gewiesen. Gott ist ein garstiger, böser, alter Mann mit dickem Bauch im kartierten Schlafmantel und ausgeleierten Unterhemd. Vom PC aus, in einem Raum voller Akten, genießt er es Unheil anzurichten, Kriege in seinem Namen anzuzetteln und so weiter.

Eines Tages beschließt Ea sich an ihrem Vater zu rächen. Sie will die Welt besser machen. Aber sie zielt auf Rache ab. JC, die Jesus-Statue in ihrem Zimmer, rät ihr zu 6 Apostel, das ergebe zusammen mit seinen 12, 18 – die Zahl eines Baseballteams. Sie will ihr eigenes Testament schreiben und die Apostel von sich berichten lassen. Zuvor sendet sie alle Sterbedaten an die Menschen, die diese via Smartphone erhalten: „Sie haben X Jahre, X Monate, X Tage, X Stunden, X Minuten und X Sekunden zu leben.“ Sie sperrt den Computer ihres Vaters und gelangt durch die Waschmaschine zur Erde, ins Paradies.

Bald trifft sie auf einen Sandler, der ihr Schreiberling wird und die Story beginnt.

So. Eine etwas längere Einleitung zu einem genialen Film. Aber ich bin nicht überrascht, der zynische/ironische Amelie-Verschnitt in bester französischer/belgischer Manier erzählt, regt an mehr sehen zu wollen. Sechs Apostel gibt es. Bei Nummer vier dachte mir: Nur noch 2! Oh Nein! Ich würde gerne noch mehr Geschichten sehen. Ja fast war ich traurig, dass es bald ein Ende haben würde. Jedoch schafft der Film in der Art der Fortführung der Geschichte, die Wende zu einem – es ist ok, dass es zu Ende geht. Nicht, weil der Film schlechter wurde – aber weil man doch gespannt ist: Was kommt danach? Nach dem Tod kommt übrigens nichts.

Es wird wahrlich ALLES umgedreht. Und von Sodomie (der Gorilla!) bis über Transgender (Der Bub er ein Mädchen sein wollte) ist alles mit dabei: Gott wird in der Kirche von einem Priester verdroschen, den er mit Absicht aufs äußerste reizte und Jesus grinst dabei vom Kreuz. Herrlich. Besser hätte man es nicht schreiben können. Natürlich mit einem Augenzwinkern. Gott wird gegen Ende übrigens nach Usbekistan zum Waschmaschinen-Bau abgeschoben, da ihm die Papiere fehlen.

Und natürlich gibt es eine einfache Botschaft: Lebe! Verleihe/Verkaufe deine Lebensspanne nicht einem beschissenen Unternehmen, zu dem du demotiviert hingehst und es halb depressiv wieder verlässt. Tu das, was dir Freude bereitet! Reise! Synchronisiere einen Porno, wenn dir danach ist!

Denn nähmen wir an, wir wüssten, wann wir sterben – was würden wir tun? Manche würden ihr Leben weiterleben wie bisher, manche würden Reisen gehen. Ich würde Reisen gehen. Sicherlich, je nach Zeitspanne. Ob man nur mehr 4 Monate oder 40 Jahre unter den Lebenden verweilt, trägt zur Entscheidung bei. Und wenn das Todesdatum vorherbestimmt ist, lässt es sich auch öfters aus einem Flugzeug springen, ohne dabei in den Tod zu stürzen. Ein satirischer Anriss zur aktuellen Medienkultur.

Erneut: Ich fand den Film großartig, frisch und ironisch. Europäer halt. Dem Mädel prognostiziere ich eine große Karriere, sofern sie sich einen g’scheiten Agenten sucht, der ihr gute Rollen verschafft.

Fazit: Wenn man die Frau gleich von vorne alles machen ließe, wäre der Himmel bunter, man könnte unter Wasser mit Fischen an der Leine spazieren gehen und es gäbe keine Schwerkraft! Man könnte die globale Erwärmung genießen, ohne dass Flora und Fauna darunter leiden würden. Welch satirische Anekdote! Dass die Göttin als stereotype Frau gezeigt wird, häuslich und auf die schönen Dinge bedarft, wird in diesem Kontext, mit einem wohlwollenden Lächeln gerne hingenommen. /Fem-Mode off

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