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Woche #2604

Facebook fragte mich eben, ob ich der Gesichtserkennung zustimmen möchte, auf dass Facebook mein Gesicht scannt und mir folgend mitteilen möchte, auf welchen Bildern ich zu sein scheine. Ich lehnte ab – da ich mich weder in Menschenmengen befinde, noch möchte, dass Facebook mein Gesicht scannt (tut es vermutlich trotzdem) und dennoch überkam mich der Impuls, mich abzumelden. Es gibt auch neue Datenschutzbestimmungen – sowas habe ich noch mitbekommen – aber was genau dahinter steckt, blieb mir verborgen. Wir wissen, dass bezüglich Blogs etwas umgestellt werden muss – ich sollte mich darum kümmern. Das ist der Nachteil vom News-freien Leben: Man bekommt die Dinge nur am Rande und auch dann nur sehr vage und vermutlich nicht einmal korrekt mit. Auf die Frage, was denn nun passiert sei, sagte man mir nur: Das Volk habe die FPÖ gewählt.

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Schottisches Wetter macht sich über das Bergdorf her. Wenn die letzten paar Tage sommerlich angenehm waren, kurze Hosen auch Abends getragen werden konnten, ist es heute kühl. Aber nur heute, morgen soll es wieder warm sein. Was bedeutet, dass ich erst ab 5 reiten gehen kann – oder vormittags, da die Sonne Nachmittags zu stark brennt. Sogar für mich, die die Sonne und Hitze liebt – wobei ich natürlich bei meinem „Die Sonne macht mir nichts aus“- Gerede vergessen hatte, dass ich mich trotz dessen am Meer oder am See unter einem Schirm aufhalte und da ich ohne jegliche Kopfbedeckung ritt, erlitt ich die letzten Tage eine Art Sonnenstich, der sich in Kopfweh äußerte. Mittlerweile geht es wieder.

Trotzdem erinnert mich der heutige Tag an Schottland, vor einigen Jahren. In Österreich gab es Temperaturen jenseits der 30 Grad während ich im kalten, und doch wunderschönen Schottland bei 16 Grad fröstelte. Trotzdem hätte ich gerne ein kleines Haus an der schottischen Küste.

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Habe ich mich wieder einmal darüber beschwert, wie viele (selbst auferlegte) Dinge ich zu tun habe? Jammern auf hohem Niveau: Da wäre die Korrektur eines Buches, dass am 1.9. veröffentlicht wird – kein Roman, eine Essaysammlung. Und Gotham befindet sich aktuell bei Folge 20, ich korrigiere nun Episode 7. UnREAL, Season 3 läuft seit Februar und A Handmaids Tale, Seaosn 2 beginnt bald. Soviel zu schauen und so wenig Zeit! Soviele Serien, die man sehen möchte! Und Kino! Soviel Kino.

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Und sommerliche Aktivitäten. Ich suche nach einem Ersatz für die Sommer-Monate wenn die Pferde sich ihre Zeit auf der Alm verdient haben. Schwimmen werde ich auf jeden Fall, aber ich möchte etwas, dass schnell ist (wie reiten) und nicht schädlich. Joggen macht die Knie hin, Klettern verlangt nach einem Kletter-Partner und Radfahren beziehungsweise Mountain-Biken, dazu fehlen mir Muskeln und finanzielle Mittel für Ausrüstung und dergleichen. Bergsteigen ist langweilig und langwierig. Vielleicht sollte ich den Kung-Fu-Kämpfern beitreten, die jeden Montag und Dienstag zwei Stunden draußen im Park trainieren.

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Woche #1904 – Newsfrei

Der Wochen- beziehungsweise Tagesbeitrag hatte sich in der Vergangenheit unter anderem auch Politik-Bashing beschäftigt. Warum? Weil die aktuelle Lage einfach zum Haare raufen ist. Nicht nur im Alpenreich, sondern überhaupt.

Irgendwann war es mir zu mühsam – generell. Ich hatte angefangen, die Gesichter von diversen Politikern via Plugin durch Katzenbilder ersetzen zu lassen und nach langen Wochenenden, die ich ausschließlich draußen verbrachte, habe immer wieder bemerkt, dass meine Gesamtstimmung einfach besser ist. Und dies ist nicht nur der frischen Luft, den Tieren oder der Sonne zuzuschreiben. Sondern auch der kurzweiligen Abstinenz von Social Media und dem Internet sowieso.

Immer dann, wenn sich Vormittags die Möglichkeit ergab zu scrollen, keimte der Menschenhass, die Abneigung gegen die eigene Spezies und generelles Unwohlsein. Kurzum: Mein Befinden war schlecht, und ein gewisser Teil Energie dahin.

It’s a mad world

Jeden Tag mit schlechten oder irrwitzigen Nachrichten zugemüllt werden – und sicherlich, als erwachsener Mensch sollte man ausreichend Abstand nehmen können und sich denken: „Jo, mei.. is halt so“ – war mir zuviel. Wenn ich schon bei der täglichen Kommunikation entscheide, ob und wann ich diese führen will (alles ist auf Lautlos, keine Vibration, keine Benachrichtigung durch Blinken oder Anzeige), dann auch, wenn ich mich schlecht fühlen oder über den Irrsinn der Menschen wundern will. Ich entscheide.

Lustig, aber eigentlich auch nachvollziehbar, dass dieses Bedürfnis zu einer Zeit entsteht, in der uns Technik alle Entscheidungen abnehmen möchte. Du weißt nicht, wen du daten sollst? Gib deine Informationen ein und wir sagen es dir! Du weißt nicht, was du kaufen sollst? Aufgrund dieser oder jener Angabe, halten wir Produkt X für das für dich geeignetste!

Die Lösung?

Sämtliche Newsportale und auch feministische Seiten wurden ent-abboniert, sowie Menschen, die überwiegend schlechte Nachrichten verbreiten. Lediglich die ZEIT Online darf bleiben, sowie Katzen-, ein-zwei Pferde- und Geekgruppen. Gruppen, in denen wenig Neid gesät und wenig Hass geerntet wird. Alles andere wurde aus meinem Feed verbannt. Alles. Auch Gruppen, deren Mitglieder mich eigentlich nervten, aber ich mir anfangs erhofft hatte, sie könnten irgendwie sinnvoll sein. Alles, was mich dazu brachte den Kopf zu schütteln oder aus dem Fenster zu springen. Alles, was mich „Meine Güte!“ ausrufen ließ. Everything.

Und das Resultat?

Ich bekomme zwar nur mehr am Rande etwas von Trump, Kurz und Strache mit – aber mein Gemüt und Befinden sind eindeutig besser. Kein Kopfschütteln mehr beim scrollen, keine Wtf-Momente – oder zumindest viel, viel seltener. Im Idealfall erhalte ich nur mehr Katzenbilder, den einen oder anderen Trailer, die eine oder andere Diskussion und nur mehr ganz selten, einen Bericht die Zustände da draußen.

Sicherlich sollte man wissen, was in der Welt abgeht – und zu einer anderen Zeit hätte ich gesagt: Ja, auf jeden Fall. Doch aktuell ist es immer das gleiche: Sozialabbau, Menschenverachtung, Hetze, Idiotie, Hass und weiß der Teufel was noch alles.

Muss man?

Ich stelle die durchaus berechtigte Frage: Muss man sich das geben? Muss man wissen, was in der Welt abgeht, wenn man es eigentlich eh schon weiß und sich nur mehr Details, Umstände und Land ändern? Muss ich jeden Tag damit konfrontiert werden, dass Mädchen (auch in Österreich) beschnitten werden? Muss ich jeden Tag lesen, dass Arme mit Füßen getreten werden, von Menschen, die sich nie zwischen dem einen oder anderen entscheiden mussten, weil sie nie in der Situation waren? Muss ich mir die trottligen Aussagen von Strache und Trump geben? Den manchmal ermüdenden Disput unter Feministinnen, den Hass und Neid unter Tierfreunden, das Mimimi aller anderen Gruppen? Muss ich mir das geben? Nein, muss ich nicht. Ergo bleibe ich für die nächste Zeit Newsfrei.

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