Schlagwort-Archive: nope

„Independence Day Resurgence“

ship-day
Ein Ding braucht Weile. Ein sehr verspätetes Review..

Lasst mich einige Worte zum ersten Teil sagen, den Kritiker gerne als „Guilty Pleasure“ verdammen: Independence Day war großartig. Ich mochte den Film und zitierte zitiere bei Gelegenheit immer wieder gewisse One-Liner. Die Anzahl der Charaktere war adäquat, sodass es möglich war mit dem einzelnen mitzufiebern. Jeff Goldblum und Will Smith standen in der Blühte ihrer Schauspielkarriere und harmonierten mit der gesamten Szenerie. Sicherlich, Independence Day war klischeehaft, voller Pathos und Heroismus und dennoch besinnt man sich gern daran zurück.

Erinnert man sich also zurück, waren 1996 außerirdische Lebewesen die „real“ angenommene Gefahr und wenn auch nur aus dem Wunschdenken heraus, mit einer fremden Zivilisation in Kontakt zu treten. Nach dem alle fremden Kulturen auf dem Planeten Erde kolonisiert und/oder verdrängt wurden und die SF über die letzten 100 Jahre erfolgreich zum Hype beigetragen hatte und der Mensch immer nach „mehr“ träumt, ist die Faszination verständlich – der Kapitalismus dankt. Durch Serien wie The X-Files bis Roswell und diversen Pseudo-Dokumentationen, über die Alien-Reihe selbst und was es noch alles gab, florierte das Genre. Und dabei bedenke man, dass sich bereits Kant Überlegungen zu extraterretistischen Lebensformen gemacht hatte und davor die Griechen. Niemand nahm 1990 an, dass einst Maschinen mit künstlicher Intelligenz die große Bedrohung sein könnten, denn der Terminator war besiegt. Maschinen waren besiegbar. Dies war Thema 1980 gewesen, als die ersten Heimcomputer in die Wohnzimmer einzogen und Cyberpunk aktuelle Popkultur war. Und Kriege im Zeichen der Religion? Fanden wie eh und je statt. Was die Menschen heute fürchten sind Chaos, Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, künstliche Intelligenz im Form von Supercomputer sowie genetisch veränderte Kreaturen, seien es Mutanten, Superhelden oder was auch immer. Nennen wir es Machtverlust und/oder Machtlosigkeit. „Genetisches Enhancement“ ist längst Kern vieler philosophischen und medizinischen Debatten, siehe das „Gattaca-Argument“: Wieviel ist erlaubt, sodass kein Wettbewerbsvorteil und eine Zweiklassen-Gesellschaft alá Gattaca entstehen und was sind die genetischen, biologischen Konsequenzen für künftige Generationen?

Nun aber zu Independence Day Resurgence.

Um was ging es? Was war die Geschichte? Alien vs. Mensch? Alien vs. Alien co-op Mensch? Mensch vs. Alien co-op Alien vs. Alien?

Man tut einem Film nichts gutes, wenn man versucht ihn extra groß zu machen, ihn mit zig kleinen Nebenstorys ausfüllt und mit Charakteren belädt und dabei das wesentliche, „the big picture“, vergisst: Die Geschichte an sich, das Gefühl und die Spannung. Er tut beinahe krampfhaft zuviel, für das was er sein möchte. Nur was möchte der Film sein? Eine Hommage? Ein selbstständiger SF-Film? Ein Blockbuster?

Hatte Independence Day eine einfache Geschichte, war Independence Day Resurgence überladen mit belanglosen Nebengeschichten, die alle einer eigenen Szene bedurften, anstatt die Figuren so zu schreiben, dass es nicht notwendig gewesen wäre, als die Szenen tatsächlich zu filmen. Die vielen Figuren, die man fast krampfhaft versuchte instand zu halten, scheiterten dann doch an der Realität: Was in einer Serie funktioniert, muss nicht zwangsläufig im Film funktionieren. Weniger ist mehr. So wie dieser Eintrag. Er ist viel zu viel für das was er sein will: Eine Kritik. Ein Raunzen. Eine Enttäuschung, aber! Es ist mein Eintrag. Independence Day Resurgence wurde nicht für sich produziert und wenn man versucht der Masse zu gefallen, allen zu gefallen, muss man in Kauf nehmen, dass die Masse nicht dankt.

Weiter. Einerseits ließ man den Charakteren ausreichend Screentime und einen Platz am Rande der Geschichte, der sie dann auch gegen Ende im Gesamten legitimierte, andererseits erlaubte ihnen das Drehbuch nicht, ihre Rollen zu spielen. Jeff Goldblum war da, aber wo war sein Charakter? Wo war David Levinson? Das hat nichts mit Charakterentwicklung zu tun, sondern mit „Bringen wir die Alten an Bord, aber nicht zuviel, weil sie sind alt und zweckdienlich für die Älteren. Jugend Ftw!“

Brent Spinner aka Data aka der verrückte Wissenschaftler, hell yeah! Wenigstens einer hat es zurück geschafft und Spaß daran. Bill Pullman, Mr. President, Sir! Wo waren Sie? Minus zwei der Jüngeren, plus der Ausbau einer der alten Figuren und diesem Aspekt wäre etwas geholfen. Und auch wenn der Fokus auf die jüngere Generation gerichtet sein möchte, so verfehlt dieser ebenfalls gänzlich sein Ziel. Sie sind da. Okay. Und weiter? Niemand hätte es gekümmert, wenn die Aliens sie alle aufgefressen hätten. Im Gegenteil, das hätte den Film zu einem großartigen Film inklusive philosophischer Botschaft gemacht! Aber.. so?

So ergab zum Beispiel die Geschichte um die Mutter (Vivica A. Fox) keinen Sinn. Sie war da, sie spazierte durchs Bild, sie starb. Es beeinträchtigte nicht einmal den Sohn (Jessie Usher) sonderlich, bis auf die Tränen bei der Ansprache. Die Mutter starb eben, und er steht da? Emotionen! Wo sind die Emotionen? Ich sah kaum welche und die Szene lies mich kalt. Der junge Freund (Travis Tope) von Liam Hemsworth sowie der Aktenkoffermensch (Ich finde ihn bei Imdb nicht mal) und der afrikanische Warlord (Deobia Oparei). Wozu? Diversität? Okay.

Meine Idee? Weg damit und stattdessen einen ausgereiften Charakter. Der Zwist zwischen dem Sohn und Liam Hemsworth hätte keiner eigenen Szene bedurft, sondern lediglich etwas schauspielerische Leistung abverlangt. Selbiges Erzählprinzip bei den Aliens: Man hätte ihrer Angst und später ihrer Freude ruhig etwas mehr Spielraum geben können ohne den Überraschungseffekt zu vereiteln.

Es fehlte Klischee und Hommage an die 1990er. Ich vermisste Irrwitz und Wahnsinn und jegliche Realitätsferne. Physik und Logik wurden zwar wie so oft (Tendenz bessernd) ignoriert, und auch wenn das überdimensionale Raumschiff mit eigenem Biotop anreist, dass offenbar für Menschen nicht gefährlich ist und das Wasser eine angenehme Dichte zu haben scheint, sowie auch der Retterplanet, der die „primitive Sprache sprechende“ Spezies aufnehmen möchte, und es zumindest die Richtung anpeilte, in der ich den Film gerne durchgehend gehabt hätte, so wirkt es alles in allem verdammt unstimmig.

Entweder man macht es pompös und unrealistisch und denkt sich: Scheiß drauf oder man lässt es. Und ich dachte nie, dass ich das einst schreiben würde: Mir fehlte Testosteron und Girlpower und Stereotype One-Liner. Man darf nicht ein Thema wie Aliens vs. Aliens vs. Mensch nehmen und daraus versuchen eine ernste Geschichte zu machen, denn so wirkte es. Und das funktioniert nicht. Schon gar nicht, wenn dieser Geschichte ein Kultstatus vorauseilt.

Zuerst vernichten die Menschen den „Lifestar“ der friedlich aus dem Wurmloch heran schwebt und dann bietet Eve’s kuglige Schwester ihnen an, die Revolution zu führen, denn einen weiteren Angriff überlebten sie vermutlich nicht. No na nit. Hauptsache die gesamte Welt wählt demokratisch den Faschismus zurück, stellt sich aber mit vereinten Kräften gegen Aliens.

Die, wenn auch nicht so liebevoll wie erwartet, aber dennoch vorhandene Hommage, besteht in der Kopie einiger klassischer Szenen aus dem Vorgänger. Die Hail Mary erfuhr nicht einmal ansatzweise an Würdigung wie sie es verdient hätte und auch die Liebesgeschichte war flach und eindimensional. Wem war damit gedient? Wozu ein semi-romantisches Element? Die Charaktere waren wie wahllos aneinander gewürfelte Verbindungen ohne jeglichem Gefühl dazu. Ich beginne mich zu fragen, ob irgendeiner der Schreiber den ersten Film überhaupt gesehen hat. Ich beginne mich zu fragen, ob nicht eine unausgereifte AI hinter dem Drehbuch stand.

Und auch wenn manche Kritiker sagen möchten, Will Smith habe gefehlt. Nein, auch Will Smith hätte das Drehbuch nicht mehr retten können. Sicherlich, das Drehbuch wäre dann gänzlich ein anderes gewesen, aber auch Will Smith hätte einen typischen Emmerich nicht mehr „besser“ machen können, die wehende US-amerikanische Fahne und der stehende Eiffelturm. Anderes Thema.

Was gut war? 3D wurde eingesetzt, wie es sich für 3D ziemt: Kamerafahrten durchs All, ansonsten fiel es mir nicht störend auf. Der Film wurde offensichtlich von Dell und Windows gesponsert und Apple-Produkte fehlten in diesem Universum gänzlich.

Fazit: „Independence Day: Wiederkehr lebt sehr stark vom Erbe seines filmischen Vorfahren – und verprasst es.“ (Zitat vip.de)

Damit gute Nacht.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

„The last man on Earth“, S01E05 und S01E06

Episode 5 startet mit einem weiterem, unbekanntem Auto. Sonnenbrille und Coolness over the top. Phil schlägt Carol, im ehrlichen Sinne der Re-Population der Welt, einen Plan vor. Heulend und kreischend verdeutlicht er seine Misere. Nein. Er könne gar nicht daran denken. Oh nein. So schrecklich! Wolle sie denn wirklich, dass ihre Kinder miteinander Sex haben?! Inzucht! Der Genpool! Nein, es gibt nur eine Lösung: Er muss auch mit Melissa Sex haben. Für das Schicksal der Menschheit! Nein, er wolle das gar nicht. Niemals! Und Carol bemerkt seine Absichten. Fiele doch nur ein Stein vom Himmel und träfe Phil am Kopf, die Welt wäre soviel besser dran. Sicherlich hat er dem Genpool bezüglich Recht, aber die Motivation! Arghs.

Carol und Melissa sind außer sich – Phil hat die Freundschaft der beiden letzten Frauen auf der Welt zerstört. Doch die Damen halten zusammen und kommen zum Entschluss: Phil darf Melissa begatten. An drei darauf folgenden Tagen im Monat. Ohne Romantik, ohne Zusatz. Und sobald Melissa schwanger ist, ist physischer Kontakt verboten. Phil erkundigt sich, ob der Koitus dazugehöre.

Zwischendurch sieht man immer wieder ein „Flitzer“ vom feinsten, unterlegt mit Synthesizern. Kommen die 80er wieder in Mode?

Es kommt der Tag. Phil trägt eine Art Anzug und Carol frägt ihn, ob er seine Genitalien ordentlich für Melissa gewaschen habe. Ja, hat er. Carol sichtlich enttäuscht, für sie tut er dies nie. Himmel, Stein, Phil’s Kopf.

Alles war perfekt vorbereitet: ein Bett in der freien Natur und ein Herz, Feuer, ein Feuerwerk via E-Gitarre. Etwas.. romantisch? Melissa will es nur hinter sich bringen, die Schuld nagt an ihr. Arme Carol.

Der Mann mit der Sonnenbrille im Flitzer bemerkt das Feuerwerk. Er eilt zum Ort der Re-Population. Der Fuß stapft ins Gras: „Hey!“ ruft ein dicker, halbglatziger Mann mit „Pornoschnautzer“, erstaunt und froh, andere Menschen zu sehen.

Episode 6 und ich will Phil eine Pistole ins Gesicht halten und abdrücken. Dieser unglaubliche, zum fremd schämende Trottel! Meine Güte! Im Ernst? Nur um die hübsche January Jones flach zu legen? All die Anstrengungen für einmal Sex? Ernsthaft! Die Serie hatte Potential. Plusquamperfekt!

Melissa jedoch interessiert sich für Ted. Was? Den dicken Ted? Ted wurde als Kind gemobbt, traurige Klaviermusik im Hintergrund. Melissa und Ted, nachdem Carol einen genialen Plan ausheckte um die beiden näher zu bringen, amüsieren sich und Phil beobachtet heimlich. Sie kommen sich näher.

Phil lädt alle zum Tennis ein. Perfekt im Klischee-Tennis-Dress gekleidet betreten die vier Protagonisten den Platz. Phil und Ted sind in der „Shirtless“-Gruppe. Ha! Aber…? Was ist das? frägt Melissa und Phil scherzt, dass seien nur die Überbleibsel des Übergewichtes. Nein, die Narbe! Traurige Klaviermusik im Hintergrund. Einst gab er (Ted) seine Niere seinem Stiefbruder, die Eltern verstarben früh und er dann auch. Dann Ted läuft weg. Melissa ihm nach. Sie küssen sich.

Phil klopft an Melissas Tür und erzählt ihr, er spreche mit Bällen die ein Gesicht tragen und gesteht seine Verliebtheit. Empfindet sie genau so? Nein. Tja, dann wird er das wohl genau so jetzt Carol sagen. Genau so, oder doch etwas anders? Nein, genau so sei in Ordnung. Sie wird es mögen.

Pistole. Phil’s Kopf.

Aber im ernst und erneut: Die Serie hat(te) Potential und dann sowas? Es gibt einen dezenten Unterschied zwischen peinlich und amüsant-lächerlich. Es gibt einen Unterschied zwischen, zu glauben, es sei witzig – was der Darsteller und Creator der Serie, Will Forte, offensichtlich glaubt und tatsächlichem Amüsement, das durch die Dynamik (Phil und Carols Charakter) passiert. Aber diese peinliche, lächerliche Darstellung eines von sexgeilen und übertriebenen Trottels.. Nope.

Was in It’s always sunny in Philadelphia funktioniert, funktioniert aber auch nur dort. Wie ich bereits sagte: Ein Trottel. Carol darf ab und an glänzen. Der Fokus liegt nun offenbar auf Ted, Melissa und Phil. Meh. Ich wünschte mir einen etwas intelligenteren Fortgang.

Fazit für diese zwei Folgen: Meh. Ich hoffe auf etwas .. Intelligenz.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, TV-Shows!

„The Walking Dead“, S06E16

Du meine Güte, ernsthaft? Wer soll TWD denn jetzt noch ernst nehmen? Erneut ein Cliffhanger? Ein interessanter Thread hierzu auf Reddit („fuck you twd“). Lohnt sich :D

Vergesst das Review hier, klickt den Link.

Zugegeben, die letzten paar Sekunden fieberte ich mit, meine Hände wurden feucht, ich zupfte an meinen Haarspitzen und starrte gebannt auf den Monitor – auch wenn Super-BadAss-Villain-Negan eine Spur zu schlacksig und via Lederjacke in seiner Gesamtgestalt etwas an die Homoerotik der 1980er erinnerte. Oder zumindest einer Parodie darauf. Oder so. Ich stellte ihn mir „mächtiger“ vor, in Gestalt und Wirken. Aber vielleicht täusche ich mich und die wahre Brutalität kommt noch zum Vorschein. Das Gesicht fand ich sympathisch. Schade, dass er jemanden den Kopf zertrümmern musste. Was gäbe seine Gestalt für eine herrliche Liebeskomödie her! Der kleine Serienkiller Coooral dessen Auge an Rick verfüttert wird, das war nett.

Also gut. Carol und das reitende Gewissen fanden offensichtlich neue, mit Speer bewaffnete und berittene Freunde. Soweit, so gut. Bis auf die Tatsache, dass Carols fast-Mörder das Tier lange bevor das Gewissen ihn stellte, hören hätte müssen. Es gibt also noch ein Hintertürchen für Rick und seine Gruppe, die nun Negans Untertanen sein sollen, um die Macht wieder an sich zu reißen. Und natürlich gibt es noch die Dorfbewohner. Arme Dorfbewohner. Also wird das ganze vermutlich so weitergehen: Rick muss das „Angebot“ annehmen und die berittene Belegschaft hilft den „walkies“ aus der Misere. So oder so.

Das war also Season 6, ein unfassbar langwieriger Trailer für Season 7, die nun hoffentlich etwas an Gestalt gewinnen wird. Meine Güte, bin ich gelangweilt von dieser Serie. Ich entschuldige mich für das sinnlose Review und blicke voller Hoffnung in Richtung Game of Thrones (Team Arya und Team Daenerys).

Gute Nacht.

Update am folgenden Morgen:

Weil ich eben über ein Review von Nerdbastards stolperte und meinen drei Lesern nicht vorbehalten möchte: Was, wenn Maggie ihr Kind verliert – es also in ihrem Leib stirbt – dann wird dieses zu einem Zombie, der sie dann von innen her auffrisst bzw. sie schon infiziert hat? Arme Maggie.

Laut diversen Artikeln soll es übrigens Glenn erwischt haben, Comics und so. Und ja verdammt, ich werde vermutlich im Oktober weiter schauen. Dammit.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, The Walking Dead, TV-Shows!

„Batman V Superman“

 

Robo-Batfleck versus The Man of Steel und etwas Wonder Woman. Wonder Woman war gut. Die E-Gitarren Untermalung ihrer Szenen war gut. Aber das wars schon. Man freut sich auf den 23. Juni 2017. Lense Flares? Wirklich? Haben wir nichts aus Star Trek gelernt? Etwas Aquaman (Khal Drogo, Ronon Dex) und etwas Flash und etwas Cyborg zeigten die Aussichten auf die künftigen Pläne im Hause DC. Alles andere müssen wohl diverse Referenzen auf verschiedene Graphic Novels gewesen sein. Und was genau war Lex Luthors Motivation?

Und ich überlege seit einer bald 90 Minuten was ich dem Film noch hinzuzufügen hätte, aber da kommt nichts. Einfach gar nichts. Nichts, das die Muse kitzelt oder sie zwingt, zumindest etwas von sich zu geben. Ich war gelangweilt, wippte mit den Füßen und gähnte öfters. Da war nichts was mich mit riss, bis auf Wonder Woman, die erstaunlich gut in Szene gesetzt wurde, sofern(!) sie alleine im Bild war.

Fazit: Meh.

Wen eine gute Kritik interessiert: Die Kritik vom Filmstarts.de trifft es so ziemlich und die englische Variante davon auf Ars Technica. Und der Sad Affleck darf natürlich nicht fehlen.

 

Dafür könnte man etwas anderes kurz anreißen:

Wonder Woman

Kurz nachdem bekannt war, dass Gal Gadot die Rolle der Wonder Woman übernehmen sollte, wurde Kritik über ihren schlanken Körperbau geäußert. Sie sei zu dünn, zu süß, zu jung. Man kannte Wonder Woman als eher ‚kurvige‘ Frau, als Amazone – Sicherlich, der Sexismus der Comic-Branche, lässt es kaum anders zu, dass Frauen mit überdimensionalem Busen, Wespentaille und spanischem Hinterteil ausgestattet werden. In diesem Falle könnte man den Einsatz einer schlanken und jungen (Gal Gadot, *1985;  für Hollywood-Verhältnisse wiederum alt (30+)) Schauspielerin einerseits als Bruch mit den althergebrachten Traditionen sehen oder aber lediglich als Widerspiegelung des derzeitigen Schönheitsideals. Aber vermutlich interpretiere ich zuviel.

Ich selbst war ebenfalls etwas kritisch. Ich kannte Gal Gadot nicht und recherchierte. Eine sehr hübsche und sehr schlanke Frau. Aus Trainings-Videos ließ sich kämpferisches Potential erschließen und auch die Tatsache, dass die gebürtige Israelin zwei Jahre der israelischen Armee diente, schenkte der Wahl mehr Glaubwürdigkeit.

Bevor ich heute Abend im Kino war, hätte ich der Version von George Miller mit Megan Gale (beide Mad Max: Fury Road) den Vortritt gegeben. Sie wirkte auf mich schon eher wie eine erfahrene und reife Wonder Woman, die bereits weit aus länger wie 30 Jahre unter den Menschen weilt. Und vielleicht hätte es (fast) jede werden können, wie ein jede eine Daisy Ridley sein hätte können. Wobei man der hübschen Israelin das gewisse Etwas zu Gute halten muss. Sie hat es. Sie hat es wirklich. Ja, sie war eine gute Wahl.

Fazit: Schlussendlich bin ich sehr zufrieden, dass die Wahl auf eine natürlich-schlanke Frau gefallen ist, was sehr gut verdeutlicht – blendet wenn man den Aspekt des zeitgenössischen Schönheitsideals aus und fokussiert sich lediglich ihre Qualitäten und Wirken – dass auch eine schlanke, zerbrechlich-wirkende Frau kämpferisches Potential haben kann, darf und soll. Eine Frau die kämpft, muss nicht zwangsläufig eine Xena oder Ellen Ripley sein.

Erneut, ich bin zufrieden und freue mich sehr auf Juni 2017.

Kritisch betrachtet werden könnte dies jedoch im Hinblick auf eine weitere Objektifizierung, eine Kriegerin in so wenig Kleidung und Rüstung wie möglich zu stecken, sowie die Tatsache, dass der Film auch dazu dient, die  Justice League  im November 2017 zu unterstützen.

Allerdings, so empfinde ich als Semi-Feministin, sollte man froh über darüber sein, dass sie überhaupt einen eigenen Film bekommt und(!) die Hauptdarstellerinnen alle über 30 sind und zumindest nicht der Hollywood geliebten Jugend frönen.

Entweder ist die Muse heute nicht willig oder der Zombie Jesus fraß sie auf.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Comic-Verfilmungen, Filme!, Kritik und Rezension