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„Outlander“, S03E02, S03E03, S03E03 und S03E05

Die Beiträge, auf die ich mich freute sie zu veröffentlichen, liegen herum und werden nur unter Müh und Not vervollständigt und jene, die nicht geplant sind, schreiben sich quasi von selbst. Willkommen bei Outlander! Mittlerweile in der dritten Season angekommen, verweilt Claire in der Gegenwart, während Jamie nach der Schlacht bei Culloden versucht sein Leben zu leben.

Man merkt schnell, dass alles in der Gegenwart scheiße ist. Frank ist zwar nett und zuvorkommend, möchte aber mehr als Claire ihm gegeben mag und als sie schlussendlich kopulieren, frägt er, warum sie ihre Augen nicht öffnet. Jamie hingegen, der seit sechs Jahren mit keiner Frau mehr geschlafen hatte,  lässt die Augen beim Küssen offen. Er nimmt die Möglichkeit an, die seine Schwester (von der ich gern mehr sähe) für ihn mit der Magd eingefädelt hatte. Den Sex sehen wir nicht. Claire schreibt sich derweil in der Universität ein und studiert Medizin, sie ist die einzige Frau und freundet sich mit dem einzigen Schwarzen an.

In Episode drei erfahren wir, dass Frank über die Jahre hinweg eine Affäre hat und gegen Ende, als Brianna groß genug ist, die Scheidung will, die er Claire, als sie sie vor Jahren wollte, verweigerte. Am Tag ihrer Abschlussfeier – sie ist nun Ärztin – klopft Franks Affäre an die Tür. Aber TV-Frank war, wenn auch hervorragend gespielt, immer recht unsympathisch, Buch-Frank hatte ich viel sympathischer empfunden, interessanter sogar als Jamie. Ich kam allerdings nur bis zur Mitte des erstes Bandes – die „schlüpfrige Spalte zwischen meinen Beinen“ (oder so) war mir dann doch etwas zu viel. Aber ja, sexuelle Handlungen zu beschreiben sind ein schwieriges Unterfangen, weswegen ich meist darauf verzichte.

Jamie sitzt im Gefängnis. Dort ist es grausig und alle sind krank und es gibt ausser Ratten kaum etwas zu essen. Seit Jahren trägt er Ketten und Murtagh lebt noch! Kurz darauf macht Jamie Bekanntschaft mit Lord Gray, dem hoch gelobten britischen Soldaten, der ebenfalls homoerotische Tendenzen pflegt, seinen Geliebten in der Schlacht verloren hatte und sich in Jamie verliebt. Armer Lord Gray, Fans rufen bereits nach einem Spin-Off. Gegen Ende wird das Gefängnis geschlossen, Jamie in den Dienst einer englischen Familie aufgenommen und Murtagh in die Kolonien verschifft. Wir werden ihn sicher wieder sehen.

Es wird also Zeit, dass Claire wieder zurück durch die Steine geht.. dachte ich mir am Ende der dritten Folge, aber nein. Es dauert noch. Jamie dient derweil als Stallmeister bei einem englischen Herren, dessen Tochter (die wie Claire aussieht und auch etwas von deren Gemüt besitzt) sich in Jamie verliebt, ihn bittet ihr Erster zu sein, da sie bald einen alten Knacker heiraten muss. Er willigt ein, zeigt ihr „how it’s done“ und schwängert sie. Kurz nach der Geburt stirbt sie, und der Knacker, der nie mit ihr Sex hatte, bezichtigt sie der Hurerei und fast jeder weiß, dass es Jamies Kind ist. Er erschießt den Mann, bevor er das Kind töten kann. Das Kind wird ca. sechs und hatte eine enge Bindung zu ihm entwickelt. Aber Jamie darf gehen wann er möchte, irgendwann werde man die Ähnlichkeit nicht mehr leugnen können.

Clarie ist nach Franks Tod (ja, er stirbt) auf der Suche nach Hinweisen, wo und ob Jamie noch lebt. Findet aber nichts. Ihre mittlerweile erwachsene Tochter verliebt sich in Roger, den attraktiven schottischen Historiker, der bei der Suche hilft. Sie finden nur wenige Hinweise, und als die letzte Suche in einer Sackgasse endet (offenbar waren auch Ende der 60er Frauen an der Bar nicht gern gesehen), fliegen sie heim. The End.

Folge 5 erzählt von Claire. Sie ist wieder in Boston, arbeitet als Ärztin und schafft es in letzter Not einen Patienten zu retten. Ihr schwarzer Arzt-Kollege mit dem sie sich ein Büro teilt ist skeptisch. Was passierte in Schottland? Nach einem langen hin und her, erzählte sie, dass Jamie, der Schotte, Briannas tatsächlicher Vater ist. Ahhh.

Währenddessen taucht Roger auf. Zu Weihnachten. Brianna ist gerade dabei auszuziehen und möchte ihr Studium in Harvard abbrechen. Roger aber brachte interessante Neuigkeiten mit. Ein Artikel, gedruckt von Alexander Malcom. Ein anderer Name Jamies. Darin zitiert er die Stelle, die ihm Claire immer erzählt hatte: „Freedom and Whiskey go together.“ Robert Burns, der Verfasser des ursprünglichen Gedichtes wird ge-time-bombed, und ist zum erscheinen dieses Gedichtes, im Jahre 1765 gerade mal 6 Jahre alt und laut der persönlichen Timeline, die sie sich errechnet hatten, ist es lediglich ein Jahr her! Jamie lebt! Zumindest tat er das vor einem Jahr. Sie muss zurück!

Claire ist zunächst betroffen und bedrückt, spricht von Türen die auf und zu gehen, und sie könne doch Brianna nicht alleine lassen, aber diese ist sich sicher: Ihre Mutter muss gehen. Sie treffen alle Vorbereitungen, die Kinder schenken ihr altes Geld, ein schottisches Geschichtsbuch (welches das erste Mal nützlich gewesen wäre) und sie näht sich ihr Kleid, inklusive Taschen in denen sie Penicillin versteckt, die Leute damals werdens wohl eher brauchen.

Sie spricht von Pfützen, die nur ganz dünne Scheiben zwischen der Welt und dem Nichts darunter seien. Und seit sie ein Kind war, hatte sie Angst rein zu treten und diese Angst begleitet sie immer noch. Auch in der Vergangenheit – und während sie dies sagt, blickt die Kamera auf die Pfütze und ihren Schuh, der selbstbewusst hinein tritt. Zugegeben, ein netter Übergang. Sie ist wieder zurück und sucht den Print Shop auf. Jamie ist anwesend. „It’s me“ sagt sie und er fällt in Ohnmacht.

Fazit: Unterhaltsam.

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„Outlander“, S03E01

Ich habe nicht vor, regelmäßig zu Outlander zu bloggen, aber die erste Folge der dritten Season verlangt ein Kommentar – denn ich ertappte mich immer wieder bei der Frage: Hasst die Autorin ihre Charaktere? Quält sie gerne? Ist das schon Sadismus? Fazit: Wer sich am Leid anderer erfreuen kann und mag, dem sei Outlander ganz nah ans Herz gelegt. In Game of Thrones sterben Charaktere? Lächerlich. In Outlander leben sie.

Achtung Spoiler.

Wie man traumatisierte und zerstörte Charaktere schafft

Jamie Fraser, auch bekannt als „Red Jamie“, der soeben seine große Liebe, die sein Kind trägt, durch die magischen Steine zurück in die Zukunft schicken musste, stirbt fast auf dem Schlachtfeld, mit dem Mann über sich, der ihn einst vergewaltigt hat – aber nur fast. Denn er lebt. Seine Freunde finden ihn und bringen ihn in Sicherheit. Diese hält aber nur kurz. Denn bald darauf finden die Engländer das bruchreife Haus. Es gilt alle, ohne Ausnahme, zu töten. Aber der Offizier ist gnädig: Die, die nicht gehen können werden auf gestellt und wie Soldaten erschossen. Nur Halunken und Streuner werden gehängt. Ein jeder darf ein Brieflein schreiben, sein Name wird notiert und die beiden Jungs im Alter von 14 dürfen gemeinsam gehen. Das ist der nette Teil.

Der freundliche Rupert, der bereits seinen besten Freund verloren hat, geht hinaus und als Jamie an die Reihe kommt – seinen Namen sagt und nur mehr tot sein will – hält der Offizier inne. Nein, dieser nicht! Dieser muss leben! Und nur deswegen, weil er dem Bruder des Offiziers (der in Season 3 noch eine Rolle spielen wird) das Leben gelassen hatte. Und wenn der gnädige Offizier ihn erschießen ließe, beflecke es die Familienehre. Aber könnte man ihn nicht unter anderem Namen erschießen? Nein. Er wird Nachhause geschickt. All seine Freunde wurden vor seinen Augen erschossen, einer nach dem anderen, und er, der sterben will, muss leben und darf nach Hause zu zurück.

In der Gegenwart sehen wir  Claire wieder, die eben mit Frank (ihrem Mann) nach Bosten gezogen ist und Jamies Kind trägt. Frank erklärt sich bereit das Kind zu akzeptieren, wenn Claire ihre Vergangenheit, und die Liebe ihres Lebens – der, wie sie annimmt, in der Schlacht zu Culloden gefallen ist – hinter sich lässt. Klingt doch okay so weit. Und wenn es keine Serie wäre, bei der wir wüssten, dass das Liebespaar früher oder später durch Zeit und Raum wieder zueinander findet, wäre es auch vollkommen in Ordnung. Niemand nähme an, sie betrüge den seit Jahrhunderten toten Jamie mit ihrem Mann. Als sie das Kind bekommt und Frank Freudentränen weint und sie beide glauben, dass alles gut wird – frägt die Schwester: „Ohhh! Woher hat sie denn das hübsche rote Haar!?“ Sadismus oder klassisches Drama? So oder so: Grausam. Es wirkt weniger grausam geschrieben, als gesehen.

Geburt in den 1940ern

Irritierend war die Geburt-Szene. Die Gegenwart spielt Ende der 1940er, zeitlich nicht weit weg von Call the Midwife, was im East End (London) der 1950er angesiedelt ist, wo das Hebammen-Wesen (mehr oder weniger) gut ausgeprägt ist. Immerhin gibt es das. Und Nonnen wie Krankenschwestern kümmern sich darum. Kümmern sich um die Schwangeren, besuchen sie und kontrollieren die Geburt.

In Outlander hingegen wird Claire in einen sterilen Raum gebracht, betäubt und das Kind offenbar ohne ihre Zustimmung via Kaiserschnitt entbunden. Der Arzt richtete sich vorwiegend an Frank und niemand erklärte ihr, was als nächstes passieren würde. Die Art der Darstellung darf wohl auf das „moderne“ und „neue“ der USA hindeuten, das Fremde und einen Gegensatz skizzieren, wenn Claire es vorzieht am Kaminfeuer zu kochen, anstatt am Gasherd, der sowieso die Hälfte der Zeit nicht zu funktionieren scheint.

Fazit: Eine interessante Folge.

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„Outlander“, Season 1 und 2

Die gute Nachricht: Season 3 ist gerade JETZT in Produktion.
Die schlechte Nachricht: Der Sendetermin ist bis dato noch unbekannt.
Aber: Es gibt 8 Bücher!

Ich glaube das Review ist sogut wie Spoiler-frei.

Während das Tech-Magazin Wired die Serie lobt und auch das Netz sich dem Lob anschließt, so frägt man nach Sicht der ersten Episode: „Ja, warum denn eigentlich?“ Und polemisierend möchte man hinzufügen: „Verklärte Groschen-Roman Romantik, deren Szenerie zwischen Highlander und Game of Thrones angesiedelt ist, mit etwas Torture-Porn unterfüttert.“ Mark me, diese Einstellung wird sich noch ändern.

Kaum nieder gesessen, gerät man in eine harte und patriarchale, von Männern dominierte Welt nachdem die Protagonistin, Claire, ihre Hände auf heidnische Steine gelegt hatte. Von 1945 nach 1743. 200 Jahre in die Vergangenheit. Zeitreisen!

Schon in der ersten Folge erfährt man, dass ihre Lebenslinie „getrennt“ sei und Sex eigentlich das einzige ist, was sie mit ihrem Mann Frank Randall, einem Historiker, noch verbindet. Zu Claires Unglück wird sie beim Eintreffen in die Vergangenheit von dessen Vorfahr, Jonathan ‚Black Jack‘ Randall (gleicher Schauspieler), fast vergewaltigt, bevor bärtige Schotten ihr zu Hilfe eilen. Zur Sicherheit, sie könne ein englischer Spion sein, wird sie mitgenommen und die Geschichte beginnt.

Die Serie entstammt der Buchvorlage der amerikanischen Autorin Diana Gabaldon, deren erster Band 1995 publiziert wurde. Laut Frock Flicks, der wohl besten Anlaufstelle für Akkurarität was historische Kostüme in Film und TV angeht, solle die Serie recht nah der Buchvorlage folgen und sich, gemäß den Geschichten im Buch, angemessen Zeit lassen. Einzig wird der eingebüßte Sarkasmus Claires bedauert, der in den Büchern viel deutlicher zu tragen käme, sowie das Fehlen des „dicken Hinterns“ – laut diversen Foren.

Neben dem schottischen Dialekt, erfolgen auch viele Gespräche ohne Untertitel auf Gälisch und man fühlt sich etwas verloren. Gälisch wird heute von ca. 1% der schottischen Bevölkerung noch gesprochen, besonders aktiv auf den äußeren Hebriden (die kleine längliche Inselgruppe im Norden). Man erfährt, neben britischer wie schottischer Geschichte auch alltägliche Dinge – von der Toilette – Claire rechtfertigt ihren BH damit, dass er aus Frankreich stamme – bis hin zur normalen (oft gewaltvollen) Handhabung gegenüber Frauen und Kindern sowie den schottischen Alltag, der aus saufen, raufen und Clan-Mentalität besteht.

Und dann gibt es Momente, bei denen man sich immer wieder aufs neue denkt: „Nein, das werden sie jetzt aber nicht machen…“ – Doch. Sie machen es. Und lassen nichts aus. Während Wechselbälger zum sterben in den Wald gebracht werden und andere aus Not verhungern, werden Frauen vergewaltigt oder von ihren Männern mit dem Gürtel gezüchtigt, wenn diese der Meinung sind, die Frau tat Unrecht. Hexenverbrennungen sind noch immer Gang und Gäbe. Es fließen Blut wie Gedärme, richtige Fleischfetzen hängen den ausgepeitschten Personen vom Rücken, sodass man sich wundert, ob die Narben am Rücken nicht schlimmer aussähen müssten? Und ja, es gibt viel Sex – zumindest in den ersten Folgen, es mäßigt sich dann. Dieser wirkt jedoch selten deplatziert, noch bleibt der Eindruck, dass er lediglich zur Effekthascherei dienen soll. Es sind emotionale Bilder auf die sich der Seher einlassen muss, die in mitten karger, schottischer Landschaft und mystischer Ästhetik eingebettet werden.

Und wenn Claire, die aus dem 20. Jahrhundert kommt, die barbarischen Zustände nicht wahrhaben möchte und sich dagegen weigert und fast einen Krieg auslöst, so zieht sich ihre sture Haltung ebenso durch die Geschichte wie ihr Idealismus. Teilweise greift man sich verzweifelt an den Kopf und frägt sich: „Warum? Das war doch offensichtlich, dass es schief gehen wird.“ Aber es sei der Story wegen gerechtfertigt. Und für diese nimmt man sich ausreichend Zeit sie zu erzählen ohne Langatmig zu werden.

Beim genaueren Hinblick mag man auch den einen oder anderen feministischen Aspekt erkennen – wenn man davon ausgeht, dass Feminismus die „Befreiung aus patriarchalen Strukturen“ bedeutet. Denn so ist es der Mann, der jungfräulich in die Ehe geht und bei ihrer Rückkehr Tränen vergießt und Weiche zeigt, Verständnis und Vertrauen, in einer Welt wo Stärke und Härte regieren. Und dann sind es die Frauen, die selbstständig handeln, reiten und schießen, sich gegen Männer wehren und deren Geschichten aus ihrer Sicht erzählt werden.

Interessant ist auch der Aspekt wie Zeitreisen thematisiert werden. Je nach dem, von welchem Standpunkt aus man die Geschichte betrachtet: So passiert alles, weil sie handeln (daher: weil es eben passieren muss), oder eben, es passiert wenig, obwohl sie ständig handeln. Outlander vermittelt den Eindruck des letzteren: Der einzelne allein kann wenig ausrichten, besonders wenn man eine Frau ist. Weiß man zu viel oder verhält sich anders als wie die Norm gelegt ist, besteht die Gefahr verdächtigt und mit Jubel der Meute in den Kerker geworfen zu werden. Man könnte sagen: „Töte Hitler“ – aber komm erst in seine Nähe ohne negativ aufzufallen. Und selbst wenn man an der Quelle sitzt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Zukunft einfach zu ändern ist.

Das Zeitreiseelement wird bisher sehr sanft durch die historische Realität relativiert und es entsteht der Eindruck als habe man oft in diversen Filmen der Auswirkung des Einzelnen zu viel Raum gegeben. Sicherlich, der Mensch stellt sich und seine Handlungen gern in den Mittelpunkt und ja, ich kenne das Prinzip des Butterfly-Effects. Outlander entkräftet diese Vorstellung jedoch.

Fazit: Die Slow-Motion-Kaminfeuer-Sex-Szenen zu Beginn mögen zwar abschreckend wirken, aber die Geschichte dahinter verdient doch einen genaueren Blick. Jedoch seid gewarnt und erinnert euch an meine Worte: Sie lassen wahrlich nichts aus.

Bemerkung: Man könnte natürlich über einiges diskutieren. Alles was ich ausließ und Erwähnung finden sollte, findet sich in einem Überblick auf TheGuardian und 172 Gedanken, die ein Mann hatte, während der die Serie sah. Des weiteren lesenswert:

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