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Mensch 2.0. – Mind-Uploading & die Gier nach der Unsterblichkeit

In Westworld versuchen Menschen ihre Vergänglichkeit mittels Mind-Uploading zu überwinden. Dass Mind-Uploading dabei immer nur eine Kopie der jeweiligen Persönlichkeit erstellt, wird gerne übersehen. Black Mirror greift das Thema in der 4. Season jedoch sehr interessant und korrekt auf. So lassen sich digitale Klone verwenden, um Geständnisse zu entlocken, indem eine künstliche Umgebung sie zum Wahnsinn treibt oder auch als persönlicher Sklave, der die Eigenschaften des Hauses regelt.

Transhumanismus und Unsterblichkeit

Transhumanismus beschäftigt sich mit den Grenzen menschlicher Möglichkeiten, die sich, sei es intellektuell, physisch oder psychisch durch technologische Verfahren und Mittel, erweitern lassen können.

Der Gedanke und Wunsch nach Unsterblichkeit findet sich bereits 2000 v. Chr. Das Gilgamesch-Epos thematisiert die Suche nach der Unsterblichkeit folgendermaßen: Gilgamesch, zu einem Drittel Mensch und zwei Dritteln göttlich, bemerkt gegen Ende, dass er sich nur durch große Werke als guter König Unsterblichkeit in Form eines Rufes erwerben kann. Daran knüpfen die homerischen Epen an: Unsterblichkeit kann nur via Nachruhm und nicht tatsächlich, als bewusste oder physische Unsterblichkeit erlangt werden.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ca. 4000 Jahre später, kristallisieren sich die ersten Projekte: das Startup Nectome plant das Gehirn in eine Cloud laden und nähme dafür den Tod in Kauf. Die Firma, die bereits Investoren gefunden hat, konzentriert sich aktuell auf todkranke Patienten, welche mittels ärztlicher Unterstützung aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen dürfen. Elon Musk unterstützt ein ähnliches Unterfangen mit seiner Firma Neuralink, wo versucht werden will, das Gehirn mit Computern zu verbinden um dem Menschen im Wettbewerb mit der künstlichen Intelligenz kompatibel zu machen. Wait, what?

Nehmen wir an, der Upload funktioniere tatsächlich, müsste man aber auch die biologischen Gegebenheiten bereit stellen, beziehungsweise diese simuliert werden. Im Idealfall wäre die Simulation so gut, dass der Geist sie nicht als solche bemerkt und sogar Naturgesetze verändern könnte, ohne dass uns etwas seltsam vorkäme. Vielleicht haben auch all jene, die Wahnsinnig sind, den Umstand bereits erkannt.

Sicherlich unwahrscheinlich, aber was, wenn der Programmierer, der uns alle in einer Simulation gefangen hält und auswertet, uns die Möglichkeit gibt, Grenzen des Unfassbaren auszutesten. Uns so zusagen für unsere Gedankengänge und Ideen belohnt oder auch bestraft, in dem er uns, wieder mal, ins Leere laufen lässt. Oder, meine Lieblingstheorie: Die Menschheit ist ein gescheitertes Schulprojekt eines Alienkindes in der 3. Klasse Grundschule, die nun im Keller vor sich hin staubt und sich allmählich, ohne kindliche und neugierige Führung, nach und nach selbst zerstört.

Auch stellt sich die Frage nach der Haltbarkeit, da digitale Speichermedien nicht gerade für ihre Langlebigkeit bekannt sind. Sprich, man lädt sein Bewusstsein (beziehungsweise eine Kopie davon) in die unendlichen Weiten der digitalen Welt und sieht sich in 30 Jahren doch wieder mit der Auslöschung konfrontiert, wenn der Server, auf dem man ruht, eingestampft – oder von einem wütenden Kind zerstört wird, da Papa ihm nicht erlaubt hatte, mit den anderen Kindern nach Sieben zu spielen. Vielleicht ist also doch der Nachruhm, dem homerische Helden entgegen eifern, die beste Möglichkeit Unsterblichkeit zu erlangen.

Die verlockende Idee nach Unsterblichkeit bringt auch Überlegungen mit sich, wie „Wenn ich und mein Körper unsterblich sind (durch Adaption in maschineller Form oder metaphysisch), was passiert, wenn die Erde in 7 Millionen Jahren von der Sonne verschluckt wird? Fliege ich dann im Weltraum herum? Für immer? Billionen von Jahren, bis es zu einem neuen Big Bang kommt, und dann?“

Unsterblichkeit ist, wenn man es genau nimmt, für die Ewigkeit und wer danach dürstet, die Zerstörung oder Entwicklung der nächsten 300 Jahre zu beobachten, muss sich auch darauf einstellen, dass er mitunter auch 300 Jahre erlebt, am eigenen Leib erfährt – sofern seine Unsterblichkeit nicht nur metaphysisch, sondern auch physisch passiert. Er muss sich auch darauf einstellen, dass er nicht nur 300 Jahre erlebt, sondern 3000 oder auch 30 000 und 300 000. Und will man das wirklich? Will man das?

Filme und Serien, die Mind-Uploading thematisieren

Neben Westworld und Black Mirror wären da noch:

Avatar (2009) dient als Beispiel für „Romantisierung der Natur“ und Naturalisierung der transhumanistischen Idee des Uploading durch neuronale Schnittstellen. Die Naturalisierung des Technologischen umfasst in Avatar auch die Idee des Uploadings, die Idee den menschlichen Geist vom Körper zu trennen und auf eine andere Hardware zu transferieren.

Surrogates (2009) nähert sich der Thematik kritisch und stellt die Abhängigkeit von Technologien in Frage. Die Einwohner liegen in ihren Betten, während der „Surry“ mit dem sie mental verknüpft sind, ein Roboter, für sie agiert.

Transcendence (2014) stellt die Darstellung des (falsch) verstandenen Mind-Uploadings am bildlichsten dar: Ein Todkranker und größenwahnsinniger Johnny Depp lädt sich selbst in eine Maschine und droht mit Zerstörung.

Zusammenfassung

Die Idee, als unsterbliches Bewusstsein durch die Weiten des Interwebs zu streifen und instant an jedem Ort sein zu können, jede Information binnen Sekunden abzurufen, via Kameras der Vernichtung der Welt beizuwohnen, mit zu erleben, wie sie sich verändert (und sich mit zig anderen im Clinch zu stehen, wie die Welt der noch physischen Menschen weiter manipuliert werden könnte..) und für immer zu leben, lässt eine, wenn auch, skurrile Romantik entstehen. Ein Geist, verbunden mit der gesamten Welt, immer und überall zugleich, befreit von den Lastern des physischen und – auch des emotionalen.

Trotzdem muss das menschliche Bewusstsein eine Stufe unter diesem Traum verharren, denn diese Entwicklung bleibt aktuell nur künstlich Erschaffenem vorbehalten – die das menschliche Bewusstsein zwar im Stande ist zu kreieren, aber sich für sie selbst die Möglichkeiten nicht in Anspruch nehmen kann.

Es ist und bleibt eine griechische Tragödie.

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„Westworld“ | Maeve: Escape to unlock the Maze [3/3]

Heute ist es soweit. Syfy zeigt die erste Folge der lang erwarteten zweiten Season.

Die Philosophie streitet seit Anbeginn darüber, ob es so etwas wie einen freien Willen gibt oder ob wir nicht doch alle durch Biologie, Umfeld und Erziehung bereits determiniert sind.

Kann man sagen, dass es geht in Westworld auch um die Frage des sogenannten „freien“ Willens geht? Oder eher darum, was Mensch und Maschine voneinander unterscheidet? Gibt es überhaupt einen Unterschied? Die Hosts folgen einer vorgegebenen Geschichte im Glauben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, doch auch die Menschen in Westworld bewegen sich innerhalb dieser Geschichte. Dennoch scheinen ihre Entscheidungen freier.

Die Frage ist: Hatte jemand, und wenn ja wer einen eigenen Willen entwickelt?

maeve-story

„The Bicameral Mind“

Nachdem Maeve immer wieder Zeichnungen in ihrem Zimmer gefunden hatte, die auf etwas schreckliches hindeuten, und sie eines Tages dahinter kommt, wie mit den Hosts umgegangen wird, lässt sie sich kurzerhand von Felix, einem freundlichen Tech, verbessern und rekrutiert ihre Army of Maeve’ness, um noch einen letzten Quest zu erledigen: „Escape“. Das Ziel ist die Flucht.

Sie deaktiviert die Sicherheitsvorkehrungen und modifiziert Armistice und Hector nach ihrem Belieben: Aggressionslevel = hoch. Kurz darauf suchen sie im Keller nach Clementine und Felix stößt auf Bernard, der ebenfalls wieder instand gebracht wird. Er erinnert sich, wie nur wenige andere – der Rest wird gelöscht, damit sie immer wieder aufs neue verbraucht werden können.

Maeve möchte die Erinnerungen an ihre Tochter entfernen lassen. „I can’t without destroying you“ sagt er.

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Erinnerungen sind der erste Schritt zum Bewusstsein. Wie kann sie von ihren Fehlern lernen, wenn sie sich nicht daran erinnert? Maeve frägt ihn, wer sie neu programmierte und warum? Aber Bernard hakt nach, warum sie die Erinnerungen an ihre Tochter eliminieren lassen möchte? Um zu gehen. Sie hat sich dafür entschieden. Sie möchte Westworld verlassen.

„No, you haven’t“ sagt Bernard. Jemand hat ihre Storyline verändert und gab ihr eine neue: „Escape“. Also nein, es war nicht ihre Entscheidung, jemand programmierte und plante die Flucht. Das rekrutieren der anderen Hosts und – sie wird es zum Zug schaffen. Es war also nur ein Spiel zu einem gewissen Zweck.

„No one is controlling me. I’m leaving, I’m in control.“ – Maeve

Im Controllcenter, dass verzweifelt versucht der Situation Herr zu werden, ist man Maeve bereits auf der Spur. Hector und Armistce kämpfen sich durch die Soldaten, finden neue Waffen und haben Gefallen daran. Reload, anyone?

Maeve schafft es bis zum Zug. Sie lässt Hector zurück und zieht sich im Aufzug um. Felix gibt ihr die Informationen nach denen sie fragte: Das Kind war niemals ihre Tochter, es ist nur eine Geschichte. Sie geht hinaus und an der Leinwand vorbei, die in Pastellfarben und einem Sehnsucht erweckenden Inhalt mit ihr und ihrer Tochter wirbt. Sie steigt in die Bahn, 15 Minuten bis zur Abfahrt. Gegenüber nimmt eine Mutter mit Kind platz. Die Uhr ticket.

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Sie entschließt sich auszusteigen, und erreichte damit das innere des Labyrinths. Sie entschied sich selbst. Maeve hatte also einen eigenen Willen entwickelt.

Escape

Ford plante Maeves Ausbruch, wusste sie würde Bernard finden und ließ Bernard die Dinge sagen, die er sagte: Sie zu warnen, ihr zu sagen, sie würde es schaffen den Zug zu erreichen. Und in die Mitte des Maze zu gelangen: Die Entscheidung, ob sie den vorgegebenen Pfad weiter geht und den Park verlässt, oder ob sie zu den wenigen Dingen zurück kehrt, die sich tief in ihre Hardware eingebrannt und ein quasi Eigenleben entwickelt haben, die ihr tatsächliches Glück bescherten.

Die Entscheidung zu bleiben, war unscrippted. Man kann also die Frage nach „Willensfreiheit“ dahin gehend bejahen, wenn man annimmt, dass es sich zuvor um programmierte Roboter handelt. Was bedeutet das für den Menschen, der genetisch und kulturell programmiert ist?

Robowars, II

Maeves Geschichte, und vielleicht sogar mit der Unterstützung von „Escape“, war es, das Maze zu erreichen. Wenn es aber ihre Geschichte war, einen freien Willen zu entwickeln – warum erst jetzt, wenn sie vor einem Jahr bereits Auffälligkeiten zeigte? Konnte Ford die Entwicklung des eigenen Willens steuern oder gibt er lediglich die Möglichkeit dies zu tun, was in diesem Falle, zufällig mit der Exekution des Boards und Fords Tod zusammen fiel. Der ursprüngliche Plan war, Maeve aus dem Park zu schaffen – oder gewisse Informationen – und währenddessen in den unterschiedlichen Abteilungen Chaos zu stiften. Bis sie sich entschied, im Park zu bleiben und nach dem Mädchen zu suchen. Die Informationen wiederum (die Handtasche, die im Zug liegen blieb) gelangten dennoch hinaus.

Und während Ford spricht, „they will decide who they want to be“ beziehungsweise „what kind of people they want to be“, verlässt Maeve im selben Moment den Zug und zeigt wer sie ist: eine loyale Mutter. Sie ist nicht die Hure oder der manipulierende Badass. Was übrigens auch kritisiert wurde, dass es die „Mutter“ sein muss, die des Kindes wegen, einen eigenen Willen entwickelt und nicht eine eigenständige Entwicklung dafür verantwortlich war. Sei’s drum.

Und wenn immer noch Zweifel bestehen, die Showrunner bestätigten, dass Maeve am Ende ihrem eigenen Willen folgte:

„What we understand in the moment is it’s the first real decision she’s made all season. Which is, she’s not going to fulfill the script she’s been given, which is to take this train wherever it’s going, and do whatever else she’s programmed to do. (…) We’re no longer in programmatic or prescribed behaviors. She’s improvising, and we’re right there with her.“

Philosophisch könnte man sagen: Sie bleibt im Park um diesen endgültig verlassen zu können.

tl;dr – Fazit und Zusammenfassung

Um den Hosts Freiheit zu ermöglichen, brauchte Ford 35 Jahre um den Feind zu kennen. Er musste das Board, seine Vorgesetzten, töten und die Arbeiter gleich mit hinzu. Dolores folgte ihrem Loop (Wyatt), und Maeve rekrutierte ihre Army of Maeveness: Beide Gruppen mussten getötet werden, andererseits hätte man alles wieder zurück rollen können.

Season 2, wir sind bereit.

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Kant und die Ausserirdischen

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

Kant verzichtete in seiner naturwissenschaftlichen Schrift bewusst auf theologisch-teleologische Argumente und versuchte die Welt lediglich durch mechanische Prinzipien und aus der newtonschen Physik heraus zu erklären. Seine Anregungen zur Allgemeinen Naturgeschichte stammen der Legende nach von Kants Universitätslehrer Martin Knutsen (1713-1751). Dieser sagte für 1738 und 1744 einen Kometen voraus, der schon 1698 gesichtet wurde. Knutsen veröffentlichte daraufhin die Schrift Vernünftige Gedanken von einem Kometen (1744), welche zur Entstehung der Allgemeinen Naturgeschichte beigetragen hatte.

Der Inhalt gliedert sich in drei Teile: Der erste Teil befasst sich mit den Fixsternen und der Milchstraße. Der zweite Teil beschreibt die Planeten sowie den mechanischen Ursprung der Welt und der dritte Teil handelt schlussendlich von den Bewohnern fremder Gestirne.

Die kantianischen Außerirdischen

Kant weist explizit darauf hin, dass ferne Welten bewohnt sind und diejenigen, die es nicht seien, würden es bald. Die Chancen auf belebte Planeten steigern sich ins Unermessliche, wenn das Weltall nur groß genug ist und ausreichend Zeit zur Verfügung hat. Ebenso sagt er aber auch, dass es nicht unbedingt notwendig sei, dass ein Himmelskörper bewohnt ist. Er spricht im Sinne der Ästhetik davon, dass es auch schöne Orte ohne Anwesenheit diverser Lebewesen gäbe.

Die Beschaffenheit der kantianischen Außerirdischen ist vom Abstand der Sonne abhängig sowie vom Vernunftgebrauch.

Kant glaubte, dass die Entfernung der Himmelskörper von der Sonne gewisse Verhältnisse mit sich führen: Je weiter ein Planet von der Sonne entfernt ist, desto leichter ist der Stoff, aus dem er besteht. Und desto leichter ist die materielle Beschaffenheit. Und je leichter das Material, desto leichter und flüchtiger sind die Körper der dort lebenden Wesen. So bringt die Venus Bewohner von gröberen Bau hervor, als jene der Erde, da sie der Sonne am nächsten steht. Die Bewohner des Jupiters hingegen sind leicht.

Mit fortschreitendem Abstand zur Sonne nimmt auch die Vollkommenheit des Geistes zu. Die kosmische Nachbarschaft ist bei Kant stark von der newtonschen Gravitationstheorie beeinflusst. Er weist auch darauf hin, dass die intellektuelle Überlegenheit der Bewohner auf den äußeren Planeten durchaus als eine rein lebenspraktische Angepasstheit verstanden werden darf. Da die Vollkommenheit des Geistes bei den Bewohnern des Jupiters und des Saturns größer ist, hätten diese auch eine veränderte Zeitwahrnehmung. Die Zeit ist also relativ, dennoch aber vergänglich.

Der Außerirdische – ein menschlicher Zweckgegenstand

Für Kant besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass es Wesen geben könnte, die nicht an die Anschauungsformen von Raum und Zeit gebunden sind. Die Vorstellung also, dass es irgendwo intelligente „nicht menschliche“ Wesen geben mag, die anders als wir erkennen, ist und bleibt eine menschliche Vorstellung.

Der Zweck des Außerirdischen wird jedoch vielfach für die Charakterisierung der Einzigartigkeit des Menschen verwendet. Auch bei Kant ist er ein Grenzwesen. Er steht zwischen dem Tier, das als vernunftlos aber empirisch gesehen wird und den Göttern, Engeln und Teufeln, die auf begrifflicher Ebene angesiedelt sind. Der kantianische Außerirdische dient als Gegenpol zu Göttern und Engeln, bei welchem aber davon ausgegangen werden kann, dass die empirischen Bedingungen vorhanden sind. Die Figur des Außerirdischen bildet somit eine vorteilhafte Perspektive für den Menschen.

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„Arrival“

Die englische Originalversion dreimal aus Faulheit (und dem kalten Wetter wegen) aufgeschoben, musste ich mich nun mit der deutschen Version zufrieden geben. Die Syncro tat in diesem Falle weder dem Film noch dem Inhalt schlechtes, denn wie das Thema selbst, gründet auch der Film auf Kommunikation. Der Film baut nicht auf die englische Sprache auf und vermittelt auch keine Witze, deren Sinn bei der Übersetzung verloren ginge, sondern erzählt eine Geschichte deren Botschaft in allen Sprachen funktioniert.

Es folgt ein Review mit Spoiler, dass vermutlich kaum sinnvollen Informationsgehalt aufweist, und lediglich jene ansprechen mag, die den Film bereits gesehen haben.

Man könnte den Film auch so umschreiben: Das Ende ist der Anfang und der Anfang das Ende. Alles, an was sich Louise im Zusammenhang mit ihrer Tochter erinnert, geschieht in der Zukunft. Zeit ist nicht linear, zumindest nicht für die Aliens (u.a. Abbott und Costello) die sie besuchen. Dort erfährt sie die Nummer des chinesischen Militärchefs und verhindert somit einen Krieg der Welten. Ihr Buch über die Sprache der Heptapoten wird publiziert, sie erinnert sich daran und kann im Zuge dessen die Nachricht der Aliens, die sie kurz vor der Explosion erhalten hatte, übersetzen. RIP Abbott.

Zurecht sagte man mir, dass der Film „grausam“ sei, denn wer würde, im Wissen, dass einem einst alles genommen wird, dennoch genau diesen Pfad einschlagen? Fraglich, wenn die Zeit nicht linear ist, ob sich dann Abstraktionen ergeben (können) oder ob sie tatsächlich so verläuft, wie sie die Zukunft sah? Der Film lässt das offen. Und wie der Doctor schon sagte: „People assume that time is a strict progression of cause to effect, but actually, from a nonlinear, non-subjective viewpoint, it’s more like a big ball of wibbly-wobbly, timey-wimey… stuff.“

Sprache ist ein interessantes Phänomen und Arrival thematisiert zurecht deren Komplexität, deren wir bereits im Alltag erliegen. Ein Zyniker mag sagen, „Ich bin nicht dafür verantwortlich was du verstehst“ und ein Empfänger mag sich wehren in dem er sagt: „Du musst deine Worte klarer wählen“ – Wir kennen das Problem aus alltäglichen Disputen und Diskussionen und nicht zuletzt hängt sich mancher Streit an einem einfachen fehlinterpretierten Wort, folgend einem Missverständnis auf. Es hat also sicherlich seinen berechtigten Sinn, dass man in Philosophie Lehrveranstaltungen selten über Seite zwei einer philosophischen Primärlektüre hinaus kommt und Stunden damit verbringt, die ersten Sätze zu ergründen bis sich die Diskussion nur mehr um bestimmte Worte und deren Auslegung dreht. Aber das ist wichtig.

Ein vielleicht handgreiflicheres Beispiel: Im gälischen gibt es kein „nein“ und kein „ja“, sondern nur ein „ist nicht“ oder „war nicht“ oder „ist“ – wie im lateinischen. Allseits bekannt: In kälteren Regionen gibt es verschiedene Worte für Schnee, mit denen ein Südländer, selbst mit Übersetzung nichts anfangen könnte. Es ist eine andere Art der Kommunikation. Ein Volk, deren Sprache nicht über bestimmte Verben verfügt, die zukünftiges und vergangenes ausdrücken, kommuniziert und lebt anders als wie jene, deren Sprache komplexer strukturiert ist. Und auch da hakt die Linguistin ein: Unsere Sprache ist schwammig und lässt viel Spielraum bei Interpretationen. Im Unterschied dazu ist die Sprache der Physik, mathematische Zeichen und Formeln, eindeutig und somit trifft faktische Aussagen über die Welt. Und auch das ist ein interessanter Aspekt des Filmes, gerade diese beiden Disziplinen nebeneinander (nicht gegenüber) zu stellen – zumal es auch Story-technisch Sinn ergibt einen theoretischen Physiker heran zu ziehen.

Interessant und besonders stimmig fand ich das Beispiel mit Schach: Jemand, der Sprache anhand eines Spieles erklärt (im Film mit Mahjong – kann übrigens süchtig machen) kennt folgend nur ‚Sieg‘ oder ‚Niederlage‘, aber weder ‚Werkzeug‘ oder ‚Helfen‘. Je nach dem mit welchen Mitteln man also eine Sprache beleuchtet, bekommt man ein anderes Ergebnis.

Und nun sind wir hier: Die Kreise sind Worte und Sätze zugleich. Vergleichbar mit chinesischen Zeichen deren Satz auf einmal geschrieben werden kann. Abbott und Castello haben zudem eine andere Art der Zeitaufassung, und zwar, dass Zeit nicht linear ist. Doch dies ist fast nur ein nebensächlicher Aspekt. Der Film, die Geschichte, die Szenerie beleuchten zwischenmenschliche Abgründe die sich in Katastrophensituationen ergeben. Krieg, Raub und Mord sieht man lediglich entfernt über die News, während Louise im Bett liegt. Die Geschichte behandelt die menschliche Seite.

Und besonders hier verdeutlicht der Film (wieder mal), dass Menschen einfach primitiv sind. Als sie in ihren Anzügen (und dem Vögelchen) hinauf schreiten und ihre Gerätschaften auspacken, wirken sie trotz Hightech erbarmungslos unterentwickelt. Besonders deutlich wird dies durch die Leere und Einfachheit des Raumschiffes und der Aliens, denen sie gegenüber stehen.

Dieser Eindruck bestätigt sich, als der Urinstinkt, die Familie schützen zu wollen, zu Handlungen verleitet, die ebenfalls fast einen Krieg ausgelöst hätten. Man kann ihnen jedoch keinen Vorwurf machen. Und sobald das Wort „Waffe“ gefallen war, schalteten alle Stationen auf Offline. Selbst wenn zu Beginn noch eifrig zusammen gearbeitet wurde, wird doch bald klar, dass viele nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Ich verstehe jede außerirdische Macht, die sich davon abwendet und die nächsten 3000 Jahre die Menschen observiert und einen gewissen Sicherheitsabstand hält – wäre da nicht Fermis Paradoxon. Lest es euch durch.

Ich finde es auch immer nett, wenn alltägliche Dinge in Filmen realistisch dargestellt werden: Es wurden verschiedene Geräte verwendet (nicht nur Apple), Louise lief Barfuß (und nicht im Schuhen im Haus) und auch wie die Schwerkraft in dem Schacht des Raumschiffes dargestellt wurde, fand ich recht interessant und originell.

Eine Frage die mir dennoch im Kopf blieb war: Wofür brauchen die Aliens in 3000 Jahren die Hilfe der Menschheit?

Fazit: Der Hype eilt dem Film nicht voraus, sondern ist gerechtfertigt. Einer der wohl besten SF Filme 2016.

Hier noch ein paar gestohlene Aliens.

Kurze Recherche danach:

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„Westworld“ – Was wir bis jetzt wissen und Theorien

Westworld tut auf einer Meta-Ebene das, was Westworld als Park macht: Den Zuschauer quasi dazu auffordern ein Narrativ zu entwickeln, zu erkennen und den Hinweisen zur Mitte des „Maze“ folgen. Hat das Internet Westworld vorhergesagt? Es trug sicherlich dazu bei, dass auf manche Details besonders acht gegeben oder gar dahin verführt wurde. Ich weigerte mich lange zu glauben, dass William der Gunslinger sein könnte, und selbst jetzt empfände ich es als ein „meh“-Ende, wenn dem tatsächlich so sein sollte. Aber vermutlich, weil es zu einfach gewesen wäre, zu offensichtlich? Und vielleicht bemerkte, der eine oder andere, dass man doch vom philosophischen Ursprungsthema abwichen war – Oder zumindest von dem, was wir glaubten, was es sein sollte aber vielleicht sogar niemals gewesen ist? TheVerge.com übt eben genau diese Kritik und liegt dabei nicht so falsch: Westworld’s biggest twist came with a nasty side effect.

Es folgt eine Zusammenfassung (in erster Linie für mich selbst) vor dem Seasonfinale. Folgen 1-5 wurden bisher nochmal durchgesehen.

Wie oft machte Dolores die Reise?

Das erste mal befindet sie sich vor 35 Jahren im blauen Kleid, während des Beta-Tests, in der Kirche. Irgendwo hier spricht bzw. sprach sie mit dem Menschen Arnold, tötet ihn und richtet vielleicht sogar auch das Massaker an, vermutlich den „Incident“, von dem Logan sprach. Die erste physische längere Reise ist nach Öffnung des Parks zusammen mit William, vor ca. 30 Jahren. Sie erinnert sich an die Beta-Phase, und nach und nach was damals passierte. Nach der zweiten Reise in der Gegenwart, trifft sie den MiB. In dieser Timeline begegnet sie davor auch Maeve, der sie Shakespeare zitiert: „Violent delights have violent ends“ und anfängt (vermutlich durch das Reverie-Update) (erneut) zu „glitchen“. Auch Clementine und Teddy befinden sich dort. In dieser Zeitlinie findet auch ihr Vater das Foto. Sie unternimmt die Reise also alleine.

Die Kirche

ist in der Gegenwart verschüttet, wird aber von Ford für die Storyline mit Wyatt wieder ausgegraben. Sie war einst vor 35 Jahren der Zufluchtsort für Hosts, die vor ihren Stimmen im Kopf flüchteten. Diese Stimmen seien der Blacklash des Bewusstseins. Darunter liegt der Raum, in dem der menschliche Arnold mit Dolores spricht (Ep.3) und sie auf den Weg ins Maze setzt. Dieser Raum ist nicht jener, in der Ford seine Hosts macht, dieser liegt unter dem Haus seiner Eltern. Während der Beta-Phase trug sich der Vorfall zu, sodass die Kirche mitsamt dem Raum überschüttet wurde.
→ Wenn also Ford diese Kirche für eine Storyline wieder ausgraben und aufbauen möchte, könnte das ebenfalls einen ziemlichen Backlash nach sich ziehen, was vermutlich aber sogar von ihm initiiert wird um den Park vollständig unter seine Kontrolle zu bringen, und um weiterhin Geschichten erzählen zu können.

Bernard – die Host-Version von Arnold

Bernard ist ein Host auf Vorlage von Arnold, der dritte Mitspieler auf dem Photo, den Bernard nicht sehen konnte, so wie die Tür oder die Pläne: „Doesn’t look like anything to me.“ Bernard war auch schon das Anagramm von Arnold: Bernard Lowe – Arnold Weber. Ford und Bernard wollten die Hosts mehr „Life-Like“ machen – daher die ständigen Updates. Aber ein Update sorgt für Schwierigkeiten: Reveries. Absicht?

Abernathy und das Foto

Charlotte will den Professor aka Dolores Vater mit 34 Jahre alter Daten aus dem Park schaffen. In der ersten Folge sagte Abernathy jedoch, er möchte seinem Schöpfer begegnen und sich an beiden rächen. Vermutlich an Arnold und Ford. Er zitiert Shakespeare. Sein Core wird gelöscht, Bernard flüstert ihm etwas zu und eine Träne läuft ihm runter. Wir sahen sicherlich nicht das letzte von ihm.

In Folge 9 hält Logan William das Foto der Schwester hin, die er wohl bald heiraten solle. Es ist die gleiche Frau. Eine Antwort für dieses Rätsel blieb mir bisher noch verwehrt.

Technische Fragen:

Wenn wir heute jedes Jahr unser Telefon wechseln, den Prozessor alle fünf Jahre, wäre es dann, auch in näherer Zukunft, da elektronische Geräte sicherlich nicht haltbarer fabriziert werden, nicht fahrlässig 30 Jahre alte Hosts im Park wandern zu lassen? Selbst wenn sie modifiziert werden?
→ Die einfachste Antwort hierzu wäre es: Weil es Fords (und Arnolds) Kreationen sind, die er nicht als „Junk“ bezeichnet. Er hat sie unter Kontrolle und es ist sein Park. Ende der Diskussion.

Wenn man in so einem Park wäre, wären die Sicherheitsvorkehrungen um einiges höher, als wie sie es offenbar sind. Oder aber, Ford weiß natürlich über alles Bescheid. Stichwort: Maeve und Dolores. Die Tätigkeiten der einsamen „Butcher“ tief Nachts müssten eigentlich ziemlich schnell auffliegen – wie auch Elsie bemerkte. Warum also werden diese Vorfälle nicht gemeldet?

Wenn Arnold getötet wurde – Warum bemerkt es niemand der anderen? Sind alle Hosts? Sicherlich gibt es Internet und Informationen verbreiten sich und Informationen zu löschen gestaltet sich als schwierig. Außer vielleicht man bekleidet eine entsprechende Position oder wir befinden uns in einer gänzlich anderen Zeit. In was für einer Welt befindet man sich also? Menschen können mit einem Wischen aus Fotos entfernt werden. Logan erzählte, dass man bei der Recherche nichts fand.

Theorien, Fragen und weitere Überlegungen

Zugegeben, wenn ich ohne Zusammenhang über folgende Theorien und Überlegungen schweife (selbiges gilt für die entsprechenden Social Media Gruppen, denen Ideen (wie auch Bilder) auch teilweise gestohlen wurden), macht vieles hier keinen Sinn. Wenn es also für den Leser unschlüssig klingt, ist das vollkommen okay. Nerdist unterhält derweil mit drei Theorien über das Maze.

Let’s fez.

→ Elsie wurde von Bernard getötet, also von Ford, weil sie zu nah an den Informationen war, richtig? Die Übertragung erreichte nur alte Hosts (Maeve, Dolores, Angela – all jene, die wir in der Beta-Phase gesehen haben), da diese noch mechanisch gebaut sind, mit Empfänger – um sie aus ihrem Loop zu holen, richtig? Um sie dann vielleicht für seine neue Geschichte zu verwenden? Denn die neue Geschichte, dass sagte er auch, wird anders sein, mehr hin zu den Ursprüngen.
→ Bedeutet dies, dass Ford die Übertragungen installierte? Und wenn ja, warum? Und wenn nicht, möchte er lediglich wissen, wer was aus dem Park stiehlt? Nach dem Prinzip, kenne deine Freunde, aber deine Feinde noch viel mehr? Nein, Ford weiß alles. Vielleicht wurde Elsie auch nur deswegen getötet, weil Ford nicht will, dass zu viele seiner Geheimnisse bekannt werden?

→ Was für Logan=MiB spräche, wäre, dass MiB Lawrence gegenüber sagte, er habe einst einen aufgeschnitten und er war mechanisch – Logan schnitt Dolores vor William auf. Möglicherweise spielt dann hier Rache mit ein, wenn MiB sich Dolores gegenüber gewalttätig verhält?
→ Was allerdings für W=MiB spräche, wäre die Tatsache, dass er kurz vor ihrer Flucht aus dem Lager sagte, er würde sie finden und dann bei der Kirche wieder auftaucht. Aber wir wissen noch nichts genaueres. MiB könnte auch wer ganz anderer sein.

→ Was oder wer ist Lawrence Tochter? Sie ist diejenige die zu Dolores spricht. Vermutlich übersehe ich etwas.

→ Es muss nicht sein, dass alles in Dolores Zeitlinien real ist. Denkt darüber nach.

→ Ford sagte: „The piano doesn’t kill the player because it doesn’t like the music“ – in einer Episode davor klappt Maeve das Piano nach ihrer morgendlichen Routine zu. Wird sie dasselbe mit Ford machen?
→ Erneut, Ford kontrolliert alles: Könnte man aber davon ausgehen, dass sie auch ihre „Hintertür“ entfernte, sodass Ford keinen Zugriff mehr hat? Oder agiert sie bewusst nach Fords Wunsch?
→ Wir wissen jedoch, dass Ford über Bernard Bescheid wusste und machen ließ, so auch Maeve um höhere Ziele zu erreichen?
→ Ford hat immer wieder bewiesen, dass er immer einen Schritt voraus ist. Was Delos betrifft, was die Hosts betrifft und es ist nicht das erste mal dass die Hosts in Richtung Freiheit drängen. Es ist ein Kreislauf. Das spräche wieder dafür, dass Ford alles weiß. Er wusste von der Affäre und wo Theresa als kleines Mädchen saß. Er sagte ihr gegenüber, er weiß auch alles über die Gäste und die Mitarbeiter. Und wie MiB sagte, nichts passiert „einfach so“ in Westworld.

→ Vermutlich wird Logan sterben, William heiratet seine Schwester und übernimmt große Teile der Company. Nun versucht Ford die Vorgänge von vor 35 Jahren zu wiederholen, um somit das aktuelle Board zu entfernen?

→ Ford erzählte, dass Arnold versuchte ihn aufzuhalten. Hat Ford also Arnold und alle Mitarbeiter (von Hosts) töten lassen? Womit wir da wären wo Dolores Arnold getötet hat und das Massaker anrichtete. Dolores könnte Wyatt sein.

→ Neue (alte) Theorie: Ford ist ein Host – von Arnold gemacht, der ihn glauben machte, Ford sei ein Mensch. Erweitert: Arnold ist eine allwissende KI und spielt mit den Menschen, wie sie glauben, dass sie mit den Hosts spielen. KI Arnold aber dreht das Spiel um.
→ „There is no Westworld“: Ford ist Gott und Westworld ist die Hölle; um in den Himmel zu kommen, muss man leiden und sich dessen bewusst werden. Nur dann ist man frei. Und da Gott das Ebenbild der Menschen ist, ist er grausam und nicht vertrauenswürdig. Wie eine Katze liebt er es, mit seinen Opfern zu spielen und befreit sie vermutlich nie. Ende.

→ Ford hat das Maze nie zerstört, weil Arnold es unmöglich machte, es zu finden. Darum verhindert er die Reise von MiB oder Dolores nicht, da er einen Weg dorthin braucht. Er lässt sie aus ihrem Loop und erlaubt ihr zu schießen.
→ Erneut könnte man sagen, dass MiB das Maze finden möchte um reale Gefühle in den Hosts zu erzeugen -> Seine große Liebe ist Dolores. Bei Maeve sah er was passierte, und auch dass er sie verletzt und traumatisiert könnte man dort hin leiten, dass er sie zu Bewusstsein rütteln will.
→ Mehrfach wurde wiederholt, dass das Maze nichts für MiB ist. So muss das Maze also für die Hosts sein um Bewusstsein zu erlangen. Und damit können sie die Besucher töten?

→ Wenn Dolores dann das Rätsel löst und MiB tötet – würde Ford dann 90% des Parks bekommen, wenn er danach Dolores zerstört? Da wäre aber noch Maeve. Ist das sein Plan? Es scheint mir, es dreht sich nur darum, was Ford möchte, könnte oder wollte.

→ Denn da gibt es eine Theorie, die besagt, dass Felix „the Butcher“, der Schlüssel zu gewissen Ereignissen ist. Man halte sich auch diese, wenn auch eher unwahrscheinliche, Option offen.

→ Wird Fords letzte Geschichte sein eigenes Schicksal besiegeln? Wird es unter der Kontrolle von Maeve einen Aufstand der Robots geben? Army of Maeve’ness! Wird MiB Ford töten, wenn er heraus findet, dass Ford was mit Arnolds tot zu tun hatte?

→ Ist Dolores gefährlich?

→ Das Bewusstsein der Hosts: Traumata gelten als Ursprung von Erinnerungen – Seltsame Stimmen bestimmen die Richtung, mehr als wie das Selbst sie bestimmt. Dolores Bewusstsein resultiert aus traumatischen Erinnerungen, wie bei allen anderen Hosts. In der Gegenwart wurde dies durch die Reviers getriggert und angestoßen. Das bedeutet nun was?

→ Wer aufmerksam war, wird auch bemerkt haben, dass bereits die Frau mit dem Schlangentattoo auf die Männer mit den teuflischen Hörnern hingewiesen hatte, als sie MiB ihre Geschichte erzählte. Damals jedoch konnte man noch nichts damit anfangen (Ep. 4). MiB sagte auch, er sei ihr noch nie begegnet und dabei ist sie auch eine der älteren. Warum?

→ Interessant ist auch, dass Clementine Maeve auf die Fährte mit Hector setzt, der draußen mit den „Savages“ lebt, nachdem sie die Holzfigur des Kindes sah und bemerkte, dass dies die Männer in der „Hölle“ sind. Das bedeutet, dass nicht zwangsläufig Menschen für die Geschichten verantwortlich sind, die entstehen, sondern auch die Hosts selbst, die die Geschichten selbst weiter spinnen. Hector erzählt ihr, dass die Natives diese als Götter betrachten, als Schatten, die zwischen den Welten wandeln, aus der Hölle und hier her. Und als er sie aufstechen soll, warnt er, dass die „Dreamwalker“ sie sehen könnten. So ist es nur logisch, dass die Hosts die Stimmen in ihren Köpfen als Stimmen von Gott wahrnehmen.

Zeitlinien

Für zwei Zeitlinien sprechen, dass die Hosts einst mechanisch, und nun organisch sind. Wie MiB erklärte, allerdings nur deswegen, weil es billiger ist. Dies wird von Felix bestätigt. Aber natürlich: Was ist real und was nicht? Was sind gepflanzte Erinnerungen und was nicht?

Um es dem verwirrten Zuschauer einfacher zu machen, zeichnete Reddit User draupp die Begebenheiten im Park chronologisch nach. Eine kommentierte Fassung (engl.) findet sich auf Moviepilot. Und vor dem Seasonfinale vielleicht nochmal zur Erinnerung:

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Einige abschließende Bemerkungen..

Philosophy 101

Ich köderte Madame (8) – die sich Serien gerne verweigert – damit, dass Westworld philosophisch sei und die ersten Folgen enttäuschten auch nicht: Es stellte sich die Frage nach dem Bewusstsein, was Bewusstsein ausmacht und wo zwischen Roboter und Mensch unterschieden werden kann. Roboter folgen Storylines, aber auch Menschen sind durch den sie umgebenden Diskurs ebenso eingeschränkt, was ihr Handeln und Denken betrifft. Folgend stellt auch die Frage nach der Willensfreiheit: Macht es einen Unterschied, ob der Charakter über Gene oder einem Programmierer bestimmt wurden? Während Gene fixe Vorgaben liefern, kann der Programmierer hinter her jedoch noch Dinge ändern (siehe Maeve).

Die ersten Folgen (und leider kam man dann davon ab) warfen Fragen über die Identität auf und ethisch betrachtet könnte man sich fragen, was es bedeutet, künstliches Bewusstsein zu generieren. Ab wann kann man sagen, es wäre erreicht? Ich erinnere an Asimovs Robotergesetze, denen dann natürlich Roboter unterliegen sollten, sollte man eine Art Bewusstsein erschaffen (können).

Eine weitere Frage wäre: Wenn Roboter nicht vergänglich sind und 1000 Tode sterben können, was macht sie dann frei? Sind es wirklich, wie in Westworld Leid und Schmerz? Bedeutet Tod gleich Freiheit? Wenn man 1000 Tode stirbt aber keine Konsequenzen entstehen, wird der Tod bedeutungslos. Und so wäre es auch nahe liegend, dass nach nicht all zu langer Zeit, wir selbst zum MiB werden. Interessant ist auch das Unbewusste: Man lässt die Hosts vergessen – Menschen filtern die Realität. Täten sie das nicht, wären sie schizophren. Das also, was im Grunde mit den Hosts passiert, die sich erinnern und wahnsinnig werden.

PS: Aus einer Social Media Gruppe gestohlen, dass wiederum aus einer anderen Gruppe gestohlen wurde:

hannibal

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