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/fem-mode on: Fragen an die Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Ist es nicht verantwortungslos, dass eine Brustabtastung 20€ und eine Ultraschalluntersuchung 40€ kostet (Recherche), Globuli aber von der Krankenkasse übernommen werden?

Und ist es nicht auch irgendwo unfair, dass Menstruationsartikel mit einer Luxussteuer belegt werden, als ob man es sich aussuchen könnte? Sicherlich gibt es Kosten- und Umweltfreundlichere Alternativen als wie Binden und Tampons, trotzdem geht es ums Prinzip.

Warum spricht niemand (oder wenn nur selten) über #RegrettingMotherhood? Es ist nicht selbstverständlich, dass jede Frau, die sich für ein Kind entscheidet, hinter her in Glück zerfließt. Selbst über Postpartale Depressionen wird häufig geschwiegen und betroffene Frauen stigmatisiert.

Warum müssen alte, weiße Männer über Frauengesundheit, Frauenrechte und deren Bedürfnisse entscheiden? Warum kann ein solches Komitee nicht aus 100% Frauen bestehen? Wie wäre es, wenn ein Kabinett über Männergesundheit sich nur aus Frauen zusammen setzen würde? Lächerlich, oder?

Warum wird im Jahr 2017 eine Frau angeklagt, weil sie öffentlich über den Schwangerschaftsabbruch informiert (im Klartext: Ein Kontaktformular anbietet für weitere Informationen) und warum kommt die Diskussion nicht ohne Worte wie „Kindsmord“ aus? Warum kann über ein Thema, dass so wichtig ist und alle mögliche Aufklärung und Nüchternheit benötigt, nur emotional sprechen? Wer hat etwas davon, wenn er über den weiblichen Körper fremdbestimmt?

Warum also spricht man über Frauen als seien sie Menschen zweiter Klasse? „Aber die Frauen! Die müssen ja auch erhört werden! Geh hört, die Frauen! Die armen Frauen!“ Zugegeben, das Thema ist schwierig, aber wer sich etwas mehr damit beschäftigt, wird den einen oder anderen Gedanken schon mal gehabt haben.

Warum werden Männer aus der Verantwortung genommen, wenn sich eine Frau leicht bekleidet zeigt und stattdessen sie zur Keuschheit ermahnt? Spricht, warum ist es die Schuld der Frau, wenn sie belästigt wird? „Hatte zu wenig an“ oder „Der Ausschnitt war zu tief“ sind keine Rechtfertigung. Ist es das Ziel der Männerschaft als triebgesteuerte Versager wahrgenommen zu werden, die ihr Genital beim Anblick bloßer Brüste nicht unter Kontrolle halten können?

Warum müssen Brüste noch immer sexualisiert werden? Warum können Männer problemlos oben ohne spazieren gehen, wenn an vielen Stränden es Frauen sogar verboten ist, oben ohne zu liegen?

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Österreichs Wahlkabarett: Das „Sicherheitspaket“

Ein politischer Beitrag aus dem Jahr 2017:

In Österreich findet bald wieder ein ganz interessantes Ereignis statt: Die Wahl. Diesmal wird der Nationalrat gewählt und die Parteien versuchen erneut mit den skurrilsten Ideen Wählerschaft zu gewinnen. Heute auf dem Programm: Die ÖVP und das „Sicherheitspaket“.

Die Idee der heimlichen Überwachung heißt nicht „Bundestrojaner“ wie in Deutschland, sondern „Sicherheitspaket“. Neusprech lässt grüßen. „Der Computer wird nicht gehackt, er wird polizeilich ferngewartet“ schreibt ein User im Forum. Ein anderer frägt, ob man im Zuge dessen nicht alles mögliche auf das Telefon spielen könnte?

In Deutschland befindet sich seit diesem Jahr die TKÜ – die „Quellen-Telekommunikationsüberwachung“ Software im Einsatz, welche aber (aktuell) nicht auf Smartphones funktioniert. Im Jahr 2011 hatte der Chaos Computer Club (CCC) die Quellensoftware eines Trojaners durchsucht, und fand heraus, dass das Programm nicht nur umfassenden Zugriff auf die Festplatte erlaubte, sondern auch die Fernsteuerung des Computers. Danach wurde ein neues Programm entwickelt, eine Software, die lediglich den Kommunikationskanal überwachen sollte.

Im Bezug auf Österreich sagt der Chaos Computer Club Wien: „Mit der Forderung nach weiterer Handy-Überwachung durch IMSI-Catcher, Ausbau der Videoüberwachung und Einführung einer Kennzeichenerfassung können lückenlose Bewegungsprofile aller Bürgerinnen und Bürger angelegt werden. Die Relevanz dieser allumfassenden Überwachung in der Prävention von Verbrechen konnte bis jetzt keine Befürworterin der Generalüberwachung erbringen.“

Aber kein Grund zur Sorge: „Der Zugriff von der Staatsanwaltschaft angeordnet, bedarf der gerichtlichen Bewilligung und unterliegt der begleitenden Kontrolle des Rechtsschutzbeauftragten und der nachprüfenden Kontrolle des Gerichts“ heißt es. In Ordnung, aber wer sagt mir, dass Richter und Co über die technische Expertise verfügen, um die Reichweite dieser Software adäquat einschätzen zu können? Um überhaupt zu verstehen, was das bedeutet? Und wir wissen, das tun sie nicht.

Die Software, die es ermöglicht Daten eines jeden Smartphones abzulesen, soll ab August 2019 einsatzbereit sein. Bis zum 21. August hatten Bürgerinitiativen, Organisationen und Interessenvertreter Zeit, sich dieses genauer anzusehen. Die Resultate und verärgerten E-Mails wurden vom Bundesministerium jedoch blockiert. Wtf? Die Antwort: Aus Kapazitätsgründen könne man die E-Mails nicht beantworten. Ahja.

Seriously?

In Österreich ist man einerseits per Gesetz dazu verpflichtet, für Sicherheit zu sorgen – Türen verschließen und so, und nun soll dem Dieb Tür und Tor geöffnet werden? Mit anderen Worten: Man kauft sich eine Sicherheitslücke (von wem auch immer, und wer auch immer diese an wen auch immer sonst noch verkauft), bewahrt sich eine Sicherheitslücke im Betriebssystem (weder Hersteller noch Nutzer werden gewarnt) – denn diese ist für das aufspielen des Trojaners notwendig und nennt das dann „Sicherheit“? Dies muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Nun kauft sich der Staat seine Lücke, um bei Verdacht, den jeweiligen Verdächtigen ausspionieren zu können. Aufgepasst, bei „Verdacht“ und gefährdet damit Millionen andere. Hallo? Sinn und Vernunft? Liegen die Jahrhunderte der Rationalität und Verstand soweit zurück? Kant dreht sich kreischend im Grabe um. Und während der nächtlichen Recherche hatte ich das Gefühl eine „Dystopie Wolke“ hänge über uns, die an manchen Stellen undicht ist und immer wieder kleine Tropfen Dystopische-Zukunftsvision auf uns herab träufelt. Bis wir eines Tages aufwachen und uns tatsächlich in „1984“ befinden und uns fragen: Wie war das möglich?

Technisch scheint das ganze etwas schwierig zu werden – denn es sollten ja nicht nur Android-Systeme überwacht werden, sondern auch Apple, Windows Phone, Windows selbst und Linux mit seinen unzähligen Distributionen, die fast mit täglichen Updates ihre User peinigen. Für all diese Systeme wird eine entsprechende Software benötigt, regelmäßige Updates und vielleicht dieses oder jenes Feature, dass die eine oder andere Verschlüsselung außer Kraft setzt. Ich wage mir gar nicht auszudenken, was das an Steuergelder verschlingen wird. Und, technische Möglichkeiten, die unser guter Staat, und ich wette zu 100% nicht in der Lage ist zu durchschauen und/oder gewährleisten.

Was sind die Alternativen? Wir alle wissen: Je mehr Dinge, desto unübersichtlicher. Was bedeutet das richterliche Bescheide aus „Joa, wird scho passen“ bestehen und im Worst-Case jeden Bürger zum Verdächtigen macht. Was also tun? Ich stelle die Frage bewusst, ohne eine Antwort darauf zu haben – hätte aber gerne eine.

Aber! Vor der Wahl wird es nichts mehr.

Quellen:

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Leute, wir haben verloren: Neonazis

Sorry to say, but.. we lost.

Wenn Neonazis von den Medien „besorgte Bürger“ genannt werden und selbige Medien, sich dann ganz ungeniert fragen: „Wos? Wia hotn des passiern kennen?!“ – dann, mag das an nicht all zu ferne Zeiten erinnern.

Man mag den Kopf schütteln und stellt sich vor, wie es dem einfachen Bürger gehen mag, der Abends nach 10h 12h mühseliger Arbeit in der Krone/Bild schmökert und sich eh schon scheiße fühlt und warum? „Wegen den Drecks Auslända!!“ Aber gut, wir wissen ja, die wollen das so! Und ich habe erst kürzlich, dank eines anderen Twitter Users einen hervorragenden Artikel dazu gefunden:

Die (B)Österreicher – Warum Österreich rechts tickt

Und ja, ich unterschreibe jeden einzelnen Punkt. Jeder einzelne Punkt trifft auf den Österreicher zu. Ist so. Wir sind kein tapferes Kriegervolk, sondern ein Volk von Suderanten und Mimimis.

Und auch die Medien tragen einen großen, großen Batzen Verantwortung mit sich. Vor allem in Zeiten des Internets, wo ein jedes Medium sich als Zeitung und ein jeder sich als Journalist ausgeben kann. Allerdings ist es heute leichter FakeNews zu erkennen, als wie damals, als Zeitungen seriöse Institutionen galten: „I hobs in da Zeitung glesen, es muss stimmen!“ Heute gibt es die Möglichkeit, gezielt zu hinterfragen, „Einzelfälle“ zu sammeln und Faux-Pas mit einem Shitstorm zu bändigen. Die Kehrseite: Bots und Haters.

Trotzdem, wenn derartige Headliners in die wirre Menge geworfen werden (siehe Bild unten), welche jedes Wort aufsaugt und wieder auskotzt, dann darf man sich nicht wundern, wie es zu einer hasserfüllten und ängstlichen Gesellschaft kommen konnte. Wirklich nicht.

Ein Twitteruser meinte: „Ich frage mich ja, ob eine Gesellschaft, die von diffusen Ängsten und Alarmismus getrieben wird, den Zauber des Schreckens und des Ungewissen überhaupt noch nachvollziehen kann.“ Und bezog sich damit auf die Ästhetik eines bedrohlichen Gewitters. Ich mag Gewitter übrigens.

Deswegen lasst mich pessimistisch sein und verkünden: Wir haben verloren.

Vorerst.

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Causa #Dönmez, vom Wochenende

Einzelfälle und Ausnahmen, is ja nit so gmeint. War lei Spaß. Mei, jetzt sei halt nit so.

Ich hatte es gestern ja zuerst gar nicht überrissen was wieder vorgefallen war. Ich folge ja entweder nur linken oder liberalen Politikern/Usern (die zwar kommentieren aber nicht ganz so häufig den eigentlichen Vorfall retweeten, und wenn, dann nur die gut-kommentierten Antworten darauf) und Blödelaccounts wie Car Crash, Only in Russia, Hold my Beer und Oh Shit und dergleichen, was übrigens ein ziemlich bizarrer Mix in der Timeline (der Begriff verwirrt mich immer noch, weil ich ständig an Zeitreisen denken muss) hinterlässt.

Gestern jedenfalls trug sich folgendes zu.

Kurz zuvor postete der Herr folgendes:

Der Herr entschuldigt sich also nur „Aufgrund der ausgelösten Diskussion“? Und nicht, weil er dieser Frau (der deutschen Staatssekretärin Chebli) öffentlich unterstellte, sie hätte sich nur hochgeblasen – nicht einmal hochgeschlafen?

Zu Erinnerung, Österreich hat noch immer den Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne – bis zum Jahresende übrigens. Befänden wir uns zu Zeiten von (Hausnummer) Krieg und Frieden, könnte man dies durchaus auch als diplomatischen Fehltritt werten, worauf wegen Beleidigung einer fremden Staatsfrau der Krieg erklärt werden könnte. Aber hey. So barbarisch wollen wir auch wieder nicht sein. Belassen wirs bei einem „Tschuldigung“ und legen den Fall unter „Einzelfälle“ ab. Und heiraten.

Alles, aber auch alles an dem Tweet macht es nicht besser, sondern schlimmer: Er entschuldigt sich, weiter, nicht am Inhaltlichen an sich, sondern weil es andere Leute verletzt hat? Seriously? Mit dieser Antwort hat er sich noch mehr ins Aus geschossen, weil so alles, aber auch alles daran falsch ist. Alles.

Könnte natürlich auch reines Ablenkungsmanöver sein:

Wie:

Sicherlich, liebe Leser, es ist ja der „Schmäh“ der Stammtischwähler, der alten, weißen, männlichen Raunzer, die dann mit dem Generationenwechsel einfach so abgelöst werden. Guess what, it’s not just them.

Sein Fehlverhalten argumentiert er mit Schwäche. Sexismus ist kein Moment der Schwäche. Ein Moment der Schwäche ist es, mich nicht aufrappeln zu können, das richtige zu sagen oder zu tun, wenns gerade gefordert wird. Sexismus ist kein Moment der Schwäche. Und dass es nicht nur ein Ausrutscher war, beweist uns folgender Tweet:

Schau, nochmal ganz langsam und für Anfänger: Dein Frauenbild ist exakt das gleiche wie jenes der extremen Muslimen, über du dich so gerne hinweg stellst. Das ist eben das große, fette Problem, dass viele der treuen türkis/schwarz/blau Wähler nicht sehen möchten, wollen oder gar können – oder ist es tatsächlich in Ordnung, wenn inländische Männer Frauen belästigen, weil, sind ja ihre Frauen. Aber legt wer Hand an, der eine dunklerer Hautfarbe hat als Luigi von der Pizzeria nebenan, oder gar Luigi selbst, wohoo…

Ich sagte schon zur Beginn der Flüchtlingskrise (erneut, ein ungutes Wort), dass dies die perfekte Gelegenheit wäre, auch das Verhalten und Benehmen der hiesigen Herrschaften genauer zu betrachten. Aber naaa.. is lei Spaß, was hom ma glacht.

Und zu guter Letzt:

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150€ für 60h/w!

Achtung, irreführender Headliner! Entspricht (noch) nicht der Realität! Vorsicht!

Aber es wäre doch eine Idee, nicht? Man stelle sich vor, das Pensionssystem kann von Grund auf reformiert werden: In zehn Jahren gibt es nur mehr private Kassen, die sich der gemeine Arbeiter nicht leisten kann und aufgrund Mangelernährung und Überarbeitung früher stirbt. Und wenn er doch noch lebt, kracht er 70jährig mit 150km/h in eine Mauer. Win Win für alle! Naja, fast. Wen interessieren Volksbefragungen und der Wille des Volkes. Ernsthaft, gewöhnt euch eure illusorische Haltung ab.

Man kommt nicht ganz an politischen Beiträgen vorbei.

Im Urlaub war es mir jeden Morgen aufs neue ein herrliches Vergnügen durch Twitter zu scrollen, während ich am Strand den Wellen lauschte, das Glitzern der Sonne auf der Oberfläche bewunderte (dabei immer wieder an Ghibli-Filme denken musste, folgend auch diverse Stücke immer wieder laut nebenbei laufen ließ), mich unterm Schirm verkroch und ein Zucker-Milch-Kaffee-Gemisch schlürfte. Ich verfasste (vermutlich) unqualifizierte Antworten zu irgendwelchen Themen und es war ein Teil meiner Entspannung. Warum? Es war so weit weg! Es war wie ein interaktives Spiel, dass ich starten und beenden konnte, wann immer ich mochte – zumindest fühlte es sich so an. Nichts, dass mich in dem Moment wirklich berührte. Die Realität lag irgendwo fern am Rande des Meeres am anderen Ufer, in einem kleinen Land, welches den Wunsch hegt, wieder ins 19. Jahrhundert zurück zu kehren und fleißig an der Umsetzung arbeitet. Tu felix Austria nube. Als Jane Austen und Brontee-Liebhaberin müsste mich das eigentlich freuen – tut es aber nicht.

Die Aussage der österreichischen „Sozial- und Gesundheits“-Ministerin, dass 150€ locker zum Leben reichen, wenn die Miete übernommen wird, fand ihren Weg natürlich auch zu mir. Stimmt. Handy- und Internetkosten, öffentliche Verkehrsmittel, Kleidung, Hygiene, Arzt und Nahrung lassen sich locker damit finanzieren. Easy. Man kann ja auch täglich bei der Obdachlosen-Kantine speisen und Kleidung aus Bedürftigen-Zentren holen: Alles kein Problem. Lebt sich super damit! Kino und gesellschaftliche Veranstaltungen, wozu? Gibt ja Social Media! Aber eh, war ja nur für die dunkelhäutigen Zuwanderer gemeint, ganz gleich welchen Status er gerade hat. Dumm nur, dass lediglich Asylwerber aus der Mindestsicherung heraus fallen (der Rest bekommt sie und da dürfen keine Unterscheidungen bzgl. Hautfarbe gemacht werden. Nein!? Doch! Oh.. So an Dreck). Und diese bekommen (neben Unterkunft und Verpflegung) aktuell ein Taschengeld von 40€. Ob unter all dem Hass doch ein gutes, warmes Herz steckt? Oder liegt es an der fehlenden politischen Bildung, die mit 2 Minuten Google aufgeholt wäre? Wir werden es nie erfahren..

Internet, so meine ich, ist ein Grundrecht, wie der Besitz eines Fernsehers zwecks Recht auf Information. Ergo, müsste man die Internetkosten ebenfalls übernehmen. Auch fraglich, ob die Wohnkosten mit oder ohne Strom/Heizung berechnet werden. Winter is coming!

Folgt man dem Trend, werden sicherlich auch mehr Kinder gezeugt, denn für Verhütung muss jeder selbst und besonders die Frau aufkommen („Abtreibungen pfui Spinne, wer tötet denn kleine Kinder! Stopft die Bauernkatzen in den Sack und ab in die Tonne! Na kastrieren geht nit, is unnatürlich!“), und somit wird auch der illegalen Einwanderung Einhalt geboten, wenn die gute, heimische Frau wieder 6-8 Kinder wirft und erneut: Pensionssystem. Dank gestrichenen finanziellen Mitteln für Frauenhäuser und Initiativen (die meisten Mordfälle resultieren aus Beziehungsstreits, aber der heilige Bund der Ehe steht natürlich über der Sicherheit von Frauen (Moment.. Religion und Staat sind aber noch getrennt, oder? Planen die bereits eine österreichische Sharia? What? Hm? War was?), erhöhter Müttersterblichkeit (an Krankenhäusern und vor allem bei Hebammen wird ebenfalls gespart) – haben wir wenige alte, aber viele neue junge Menschen, die im Glauben aufwachsen, es ist okay 60 Stunden die Woche für einen Mindestlohn zu arbeiten, immerhin ist Freizeit kein Grundrecht. Kontakt zu Freunden und Familie gibt es nur mehr über soziale Medien. Immerhin sind es „soziale“ Medien. Wers dann doch noch schafft sich aufzuraffen, ins Beisel zu schleppen und 3 Bier konsumiert (Aber nur 3!), bekommt einen „Wirtschaftsbonus“ von 20€ im Monat. Macht keinen Sinn? Is wurscht. Tut der Rest auch nicht.

Zurück zum Vorfall:

Meine Theorie ist ja folgende: Durch unqualifizierte Aussagen schafft sich die konservative Partei gleich zwei Vorteile: Einerseits säbelt sie eine „böse Hexe ab, die gegen die Interessen des Volkes handelt. Verbrennt sie!“ und sichert sich somit Wählerschaft („Mir sein fürs Volk da!“) und kann gleichzeitig als Beispiel für „Frauen hobn nix in da Politik verloren. Da hobts 300€ im Jahr mehr wenn es in da Küche bleibts. Geil, ha?“ herangezogen werden – womit sie die „Familien“-Ministerin gleich mit rausschmeißen, um den Punkt zu unterstreichen. Win Win!

Das Volk ist zufrieden, die Politik geht gewohnte Wege – statt Erbschaftssteuer wird im Falle des Falls komplett enteignet und alle sind happy, weil der böse „Auslender!“ auch eins auf die Fresse kriegt. Yay!

*

Aber wisst ihr was wirklich traurig ist? Folgendes:

 

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Ein Kommentar zum „12h-Tag“

Selbst wenn man sämtliche Nachrichten Kanäle entabonniert und versucht, allem Schlechtem, dass einem entgegen geschleudert wird, auszuweichen, kommt man an manchen Nachrichten einfach nicht vorbei. Wie zum Beispiel dem 12h-Arbeitstag, der in Bälde Realität sein könnte und sein wird.

Ich hörte die Nachricht im Radio und einer der Menschen, wer auch immer es war, meinte, man solle doch jetzt bitte keine Gräuelpropaganda verbreiten, die 12 Stunden seien doch nur in Ausnahmefällen möglich und der Arbeitnehmer könne immer noch entscheiden und auch sogar ablehnen, wenn Gründe wie Kinder oder Pflege vorliegen. Wait, what?

Sicherlich, Nazi-Sprech ist in der aktuellen Regierung en vouge, während Kinderlose schon seit jeher die Arschkarte gezogen haben. Eine Bekannte arbeitete einst im Hard Rock-Café und bekam immer nur die Spätschichten zugeteilt. Der Grund? Sie ist kinderlos. Andererseits ist es natürlich wieder toll, dass es für Alleinerziehende solche Möglichkeiten gibt. So oder so ist das gesamte System suboptimal.

Da ich also informiert bin, dachte ich mir, lasse ich mich durch die Kommentare in meinem Lieblingsforum erheitern, welches ich so lange Zeit gemieden habe. Übrigens, selbst im berüchtigten Krone-Forum, einer schrecklichen Boulevardpresse (vergleichbar mit der BILD), bemerken die Leute langsam, dass nicht nur die „scheiß Auslända!“ verloren haben, sondern auch sie selbst. Tja, Pech gehabt. It’s too late baby now, it’s too late.

Aber nun zum Forum.

Ein nettes Posting war:

Ein anderer meinte: „Verkehrte Welt… Auf der einen Seite sollen, lt. Studien 50 % der Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verloren gehen, auf der anderen Seite wird so ein Gesetz beschlossen.“ Auf der anderen Seite sollen die Leute bis 70 arbeiten, andererseits „ver-altet“ die Gesellschaft, da der Großwurf an Nachwuchs fehlt und die Leute dank moderner Medizin immer länger leben. Sicherlich, so denkt die Logik, je älter, desto länger soll gearbeitet werden, dumm nur, dass ab 50 niemand mehr realistische Chancen hat eingestellt zu werden – und eben, die Hälfte der Jobs via Digitalisierung wegfallen werden. Insofern denkt man sich, wäre doch ein 20h/Tag sinnvoller um zumindest ein paar Leute unterbringen. Lustigerweise wird aber auch keine Maschinensteuer eingeführt, die unser sozialpolitisches System etwas entlasten könnte. Oder wie fast alle anderen Länder eine Vermögenssteuer, die, oh my f*cking god! die Leistungen sogar weiterhin gewährleisten könnte, aber nein, damit ließe sich wohl keine (un)ordentliche Politik machen. Offenbar ist nur ein gespaltenes Land ist ein einfach zu regierendes Land.

Der Kommentator schreibt weiter: „Auf der einen Seite gehen nordische Staaten dazu über die Normalarbeitszeit zu verkürzen, auf der anderen Seite [wird] so ein Gesetz beschlossen.
Also entweder wir leben auf einem falschen Planeten oder unsere Politiker sind äußerst kurzsichtig……..?“ Vermutlich steckt ein teuflischer Plan dahinter, teuflischer als der Teufel selbst. Und dieser diabolische Plan sieht vermutlich vor, dass alle Leute krank werden und in die Mindestsicherung fallen. Dann kann man sie zur Zwangsarbeit verpflichten und in großer, gnädiger Güte mit einem Euro die Stunde vergütet, während auf das Vermögen zugegriffen wird, sodass man nie und nimmer eine Chance hat, aus dem Sumpf heraus zu klettern.

Und was können wir dagegen tun? Am Stammtisch bei nam Bier ordentlich auf den Tisch hauen und sagen wies ist! Ernsthaft! Ironischerweise ist dieser Beitrag ist im Prinzip nichts anderes, er klopft auf den Tisch, nicht mit der Faust aber mit ein paar Fingern tippelt er nervös auf den Tasten, hat neben sich ein Glas Wasser stehen und sagt: So gehts nit!

Oh – und dann wäre noch dieses Problem:

Also, was ist die Lösung? Kornkreise malen und hoffen, dass Aliens auf uns aufmerksam werden, uns belehren und unterstützen – wie Karellen oder uns gänzlich vernichten, oder uns einfach richtig versklaven um, keine Ahnung, weil sie Sadisten sind und Freude daran haben, so wie manche Kinder Freude daran haben, Schneckenhäuser zu zertreten oder Ameisen via Lupe zu verbrennen.

Moment, was, wenn heimische Politiker bereits Goa’ulds in sich tragen und dies die Alienhafte Versklavung ist, die sich Schriftsteller und Filmemacher schon so lange wünschen mit der naiven Wunschvorstellung, dass sich die Menschen einander an den Händen greifen und gemeinsam für ihre Freiheit kämpfen? Freedom! Was ist, wenn wir schon seit Jahrzehnten von Aliens unterwandert werden? Mind Blowing!

Manche würden an dieser Stelle wieder sagen: „Dein Zynismus macht es nicht besser.“

Doch.

Und siehe da, was mich kurz vor der Veröffentlichung dieses Beitrages noch erreicht hat: Ein Lied! Und zwar ein ganz besonderes Lied. Achtung, dieses Lied könnte zu Ohrenkrebs und dem Absterben von Gehirnzellen führen, sowie zur berechtigten Frage: WHAT. THE. H…

Ich vermute mal, dass irgendwo ein Werbefutzi geknebelt und gefoltert im Keller der WKO (Kein Scherz – dieses Video produzierte die Österreichische Wirtschaftskammer(!), wodurch wir sicher sein können, dass es sich nicht um Satire oder Parodie handelt) eingesperrt ist und dieses Meisterwerk dichten musste. Und irgendwo, in irgendeinem Raum gab es Leute, die sich das ausdachten, produzierten und dann der Meinung waren: „Joa. Geil, oder?“ Für wie blöd hält Österreichs Elite eigentlich den Bürger?

Offenbar soll es auch schon im Radio zu hören gewesen sein.

W.T.F? Seriously? Too much Internet for today. Infiltrierung und Gehirnwäsche des Bürgers auf Kosten der Steuerzahler, you’re welcome:

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Woche #1904 – Newsfrei

Der Wochen- beziehungsweise Tagesbeitrag hatte sich in der Vergangenheit unter anderem auch Politik-Bashing beschäftigt. Warum? Weil die aktuelle Lage einfach zum Haare raufen ist. Nicht nur im Alpenreich, sondern überhaupt.

Irgendwann war es mir zu mühsam – generell. Ich hatte angefangen, die Gesichter von diversen Politikern via Plugin durch Katzenbilder ersetzen zu lassen und nach langen Wochenenden, die ich ausschließlich draußen verbrachte, habe immer wieder bemerkt, dass meine Gesamtstimmung einfach besser ist. Und dies ist nicht nur der frischen Luft, den Tieren oder der Sonne zuzuschreiben. Sondern auch der kurzweiligen Abstinenz von Social Media und dem Internet sowieso.

Immer dann, wenn sich Vormittags die Möglichkeit ergab zu scrollen, keimte der Menschenhass, die Abneigung gegen die eigene Spezies und generelles Unwohlsein. Kurzum: Mein Befinden war schlecht, und ein gewisser Teil Energie dahin.

It’s a mad world

Jeden Tag mit schlechten oder irrwitzigen Nachrichten zugemüllt werden – und sicherlich, als erwachsener Mensch sollte man ausreichend Abstand nehmen können und sich denken: „Jo, mei.. is halt so“ – war mir zuviel. Wenn ich schon bei der täglichen Kommunikation entscheide, ob und wann ich diese führen will (alles ist auf Lautlos, keine Vibration, keine Benachrichtigung durch Blinken oder Anzeige), dann auch, wenn ich mich schlecht fühlen oder über den Irrsinn der Menschen wundern will. Ich entscheide.

Lustig, aber eigentlich auch nachvollziehbar, dass dieses Bedürfnis zu einer Zeit entsteht, in der uns Technik alle Entscheidungen abnehmen möchte. Du weißt nicht, wen du daten sollst? Gib deine Informationen ein und wir sagen es dir! Du weißt nicht, was du kaufen sollst? Aufgrund dieser oder jener Angabe, halten wir Produkt X für das für dich geeignetste!

Die Lösung?

Sämtliche Newsportale und auch feministische Seiten wurden ent-abboniert, sowie Menschen, die überwiegend schlechte Nachrichten verbreiten. Lediglich die ZEIT Online darf bleiben, sowie Katzen-, ein-zwei Pferde- und Geekgruppen. Gruppen, in denen wenig Neid gesät und wenig Hass geerntet wird. Alles andere wurde aus meinem Feed verbannt. Alles. Auch Gruppen, deren Mitglieder mich eigentlich nervten, aber ich mir anfangs erhofft hatte, sie könnten irgendwie sinnvoll sein. Alles, was mich dazu brachte den Kopf zu schütteln oder aus dem Fenster zu springen. Alles, was mich „Meine Güte!“ ausrufen ließ. Everything.

Und das Resultat?

Ich bekomme zwar nur mehr am Rande etwas von Trump, Kurz und Strache mit – aber mein Gemüt und Befinden sind eindeutig besser. Kein Kopfschütteln mehr beim scrollen, keine Wtf-Momente – oder zumindest viel, viel seltener. Im Idealfall erhalte ich nur mehr Katzenbilder, den einen oder anderen Trailer, die eine oder andere Diskussion und nur mehr ganz selten, einen Bericht die Zustände da draußen.

Sicherlich sollte man wissen, was in der Welt abgeht – und zu einer anderen Zeit hätte ich gesagt: Ja, auf jeden Fall. Doch aktuell ist es immer das gleiche: Sozialabbau, Menschenverachtung, Hetze, Idiotie, Hass und weiß der Teufel was noch alles.

Muss man?

Ich stelle die durchaus berechtigte Frage: Muss man sich das geben? Muss man wissen, was in der Welt abgeht, wenn man es eigentlich eh schon weiß und sich nur mehr Details, Umstände und Land ändern? Muss ich jeden Tag damit konfrontiert werden, dass Mädchen (auch in Österreich) beschnitten werden? Muss ich jeden Tag lesen, dass Arme mit Füßen getreten werden, von Menschen, die sich nie zwischen dem einen oder anderen entscheiden mussten, weil sie nie in der Situation waren? Muss ich mir die trottligen Aussagen von Strache und Trump geben? Den manchmal ermüdenden Disput unter Feministinnen, den Hass und Neid unter Tierfreunden, das Mimimi aller anderen Gruppen? Muss ich mir das geben? Nein, muss ich nicht. Ergo bleibe ich für die nächste Zeit Newsfrei.

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Der Katzen-Filter funktioniert! (mehr oder weniger)

Für Google Chrome gibt es ein Plugin Namens: „Make America kittens again“, welches ursprünglich dazu entwickelt wurde, um bei der Nennung Trumps zugehörige Bilder durch Katzenbilder zu ersetzen. Eine sinnvolle Entwicklung würde ich meinen.

Man kann dieses Plugin auch erweitern, und zwar mit: „Kurz“, „Strache“, „Kickl“, „FPÖ“ und so weiter. Das Wort „kurz“ ist allerdings etwas unglücklich, denn „kurze Röcke“ sind dann ebenfalls ausgetauscht, oder wie bei Bild 3 „kurz gemeldet“. Trotzdem: Es funktioniert.

Ich hatte das Plugin übrigens schon fast wieder vergessen und dachte mir: „Wtf? Gadsen gibts doch nur beim Wetter?“ Doch dann kam der erleuchtende Moment..

Leider funktioniert es nicht auf Facebook..

 

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What the heck, Österreich?

„Vor einigen Wochen hatte die Gesundheitsministerin (FPÖ) das von der Vorgängerregierung beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie, das mit 1. Mai in Kraft treten hätte sollen, noch als „grausliches Gesetz“ bezeichnet, mit dem den Wirten die „Gastfreundschaft“ verboten würde.“ (derStandard.at)

Satire, die es so nur in Österreich geben kann und Kabarettisten beinahe um ihren Beruf bringt. Eine Gesundheitsministerin sorgt sich um die Gastfreundschaft. Und ein Arzt mischt kräftig mit. Wtf?

Kurzfassung: Das Rauchverbot wurde heute außer Kraft gesetzt.

In all den anderen Ländern funktioniert es. Im kühlen Irland, als auch im warmen Italien. Ganz gleich wo. Sogar Tschechien bringt es fertig. Nur Österreich geht Schritt für Schritt (sofern der VfGH nicht rettend einspringt) zurück ins letzte Jahrhundert. Nicht mehr lange, dann gibts ein Reboot der 1930er.

„[…] Hartinger-Klein spulte dort in etwas mehr als einer Minute zwei Argumente für die Novelle ab: Mit dem Gesetz würde schließlich der Jugendschutz verbessert (an unter 18-Jährige dürfen etwa keine Zigaretten mehr verkauft werden) – und Raucher seien Suchtkranke, diese dürften nicht ausgegrenzt werden.“ (derStandard.at)

Jetzt ernsthaft? Weil Suchtkranke ausgeschlossen werden, wenn sie 5 Minuten zum Suchtgenuss nach draußen gehen müssen. Wtf? Ist das deren tatsächlich ernst? Sind das alles Schauspieler?

Hauptsache aber, die FPÖ stellt sich und ihre Klientel wiedermal als Opfer dar. Die armen Raucher, na geh. Sind se eh schon Suchtkrank und dann werden se ausgschlossen. Na wirklich. Immer diese links linken Nichtraucher.

Und was ist mit all den Lungenkranken, Asthmatikern und Leuten, deren ihre Gesundheit lieb ist, und die dadurch nicht in Raucherlokale gehen können/möchten, um nicht durch Passivrauch noch mehr geschädigt zu werden? „Aber die Abgase!“ – richtig, die sind genau so ein Problem, auch der Feinstaub, ein massives Problem sogar.

Dennoch, diese werden etwa nicht ausgeschlossen? Natürlich nicht! Und fühlten sich Raucher ausgeschlossen, als das Rauchen in Flugzeug, Zug und Büro verboten wurde? Fühlte man sich in seiner Freiheit eingeschränkt, als in den 1980ern die Verpflichtung zum Sicherheitsgurt kam? Vermutlich, denn der Mensch ist ein „Mag i nit/Will i nit“-Tier und muss zu allem erst mal unüberlegt „Nein“ sagen, bevor es nachdenkt und vielleicht drauf kommt, dass das ein oder andere doch Sinn macht.

Aber: „Kann sich jo jeder entscheidn wo er hin gehn mag!“ Ja, kann man – die Raucher müssen gequält des einzigen Nichtrauchers wegen im Nichtraucherbereich sitzen und töten mit Blicken: „Es näxte mal geh ma aber Raucherbereich!“ – „Definitiv… nicht.“

Ich hoffe sehr, die FPÖ konstruiert sich damit ihren eigenen Untergang. Und zwar wirklich. Aber vermutlich braucht es nur eine weitere Flüchtlingskrise und der „böse Auslender!!!“ löst den „militanten Nichtraucher!“ ab, der seinerseits wieder vom „selbstverschuldeten Armen/Schmarotzer“ ersetzt wird.

Österreich, what the heck?

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Woche #0802

Neues aus der Rubrik: Erlebt, gesehen, gelesen und gehört. Unser Thema heute: Dinge, die mich während des scrollens ankotzen. Getippt am 8.2.2018. Veröffentlicht ein paar Tage später.

Ganz gleich ob Vergewaltigung, Beschneidung oder Stealthing, behandelt ein Artikel das Leid ausschließlich eines Geschlechts (überwiegend Frauen), meldet sich aus dem Nichts heraus ein Mimimi-Mann und weiß alles besser. Als ob es diesen Mimimi-Mann tatsächlich interessierte, wie es männlichen Opfern ginge. Don’t read the comments. Don’t read the comments. Stop it! Aber es nützt nichts, ich scrolle weiter.

Ich weiß nicht, ob die aktuelle politische Lage in Österreich Satire ist oder real. Seit einiger Zeit bin ich mir dessen nicht mehr ganz so sicher. Erkenntnis: Twitter ist dabei nicht hilfreich. Ein Blogger stellte sich die Frage, warum denn erst jetzt protestiert werde, und nicht schon bei schwarz-rot. Vermutlich weil nationalsozialistisches Gedankengut und die Häufung diverser „Einzelfälle“ selbst für konservative Politiker zu viel ist? Who knows? Andererseits wird seit Jahrzehnten gewitzelt („Keller?“ – „Na, des andere“), wenn es Österreich wieder mal in die internationalen Medien schafft, also ja – warum erst jetzt?

Dann sah ich einen Post von einer Dame, die ausschließlich Bio-Lebensmittel kauft und davon die Schnauze voll hat: Warum könne man nicht auf mit Pestiziden verseuchte Äpfel genau das drauf schreiben, anstatt auf heimisch gezüchtete (trotzdem neben der Straße und ebenfalls behandelt aber halt „bio“) Bio drauf klatschen. Und nicht, dass ich viel mehr über Bio wüsste als der Normalverbraucher, so verstehe ich trotzdem nicht, wie sich etwas Bio nennen kann, aber nicht nachhaltig (Stichwort Palmöl) produziert wird. Warum kann Bio nicht „rundrum natürlich und nachhaltig“ bedeuten? So richtig. Nicht nur als Marketing und Werbestrategie. Sondern wirklich. Aber vermutlich spielen EU-Normen und Co eine große Rolle und so. Dinge und Regeln und Erlässe und weiß die Hölle was, die niemand wirklich zu durchschauen vermag.

Etwas später stolperte ich in einer Feminismusgruppe über ein Video von jungen Mädels, die mit einem Song gegen Heidi Klums Horrorshow protestieren. Ein Kommentar darunter: „Warum kann es nicht mehr divers sein?“ oder „Warum sind die alle hübsch und schlank?“ Seriously? Dürfen nur dicke, dunkle, entstellte – kurz gesagt nicht „Normschöne“ (offenbar die Bezeichnung für weiße und schlanke) Menschen diesem Wahnsinn widersprechen? So wirkt es nämlich, wenn ständig rumkritisiert wird.

 

Das gleiche passiert wenn man dünn ist: Wird jemand, der in den Augen anderer zu dünn ist, kritisiert, ist es nur „lieb gemeint“, eine dicke Person auf ihr Dicksein anzusprechen ist hingegen pure Häme. Schäm dich! Body-Positive wirbt ebenfalls überwiegend mit Übergewichtigen und nicht Untergewichtigen. Sicherlich, Untergewichtige laufen am Laufsteg und junge Mädchen eifern dem nach. Trotzdem, schon mal daran gedacht, dass es auch „natürlich“ dünne Menschen gibt, die sich vielleicht ausgeschlossen fühlen wenn „Dick-sein“ als Ideal (wie bei Body-Positive) zelebriert wird? Keine Sorge, ich stehe mittlerweile darüber (hat aber gedauert), trotzdem. Warum kann „Body-Positive“ nicht „Alle Körper“ bedeuten? Oder besser: Kümmert euch um was anderes, als über das Aussehen von Frauen zu diskutieren.

Zuvor war mir auch ein Artikel über Adipositas ins Auge gesprungen, laut welchem Fettleibigkeit nicht selbstverschuldet ist. Da ich weder Kenntnisse noch Erfahrungen dazu besitze, enthalte ich mich einer Meinung. Oft aber wird die Sucht nach Essen mit der Sucht nach Tabak und Alkohol gleichgesetzt. Warum nie mit Nasivin (Beitrag folgt)? Das Zeug ist genau so teuflisch und verlockend. Ich bin übrigens wieder clean.

Anyway, ein Kommentar darunter sagte: Anstatt gesundes Essen mit hohen Steuern zu belegen, genannte Bio-Produkte sind meist doppelt so teuer, könnte man diese einfach günstiger machen und die ärmere Bevölkerungsschicht, die vermehrt unter Adipositas leidet, könnte sich anständiges Essen leisten anstatt Fast Food zu kaufen. Erneut, alles eine Strategie, die wir genormt geschulte Menschen nie in der Lage sein werden, zu überblicken oder gar zu begreifen. Moment.. könnte das meine Verschwörungstheorie sein?

Soviel dazu.

Ich habe übrigens aus Lust und Laune 20€ in die Bitcoin-Bubble investiert. Der Kurs ist gefallen und ich habe 6 Cent seitdem verloren. Damn. Eben nochmal geschaut: 50 Cent dazu bekommen.

Aber hey, immerhin geht in Richtung Space etwas weiter. Congratulations Space X!

 

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