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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #50

Goranas heutige Aufgabe feiert den 50. Beitrag der 5 Besten am Donnerstag und fordert uns auf, unsere besten Einträge zu nennen.

Meine 5 besten/liebsten Blogbeiträge

Ich sehe schon, die ersten Beiträge die mir in den Sinn kommen, haben wenig mit Film oder Medien zu tun. Es ist eben die neugierige Katze, die ihre Nase in allerhand Dinge steckt und sich nicht auf einen Bereich fokussieren mag. Film- und TV-Kritiken, weil ich es gerne tue – besonders bei Gotham, und den Rest, weil es gefällt, und zugegeben leicht von der Hand geht.

1. „Killer Cookies from Outer Space!“ – Eine Weihnachtsgeschichte! Eine meiner Lieblingsgeschichten. Ich las sie tatsächlich zum letztjährigen Weihnachtsfest vor.

2. „3 Shows – Eine Timeline“ – Hier wird Science-Fiction Geschichte anhand der Zeitlinien dreier Serien miteinander verglichen: The Expanse, Doctor Who und Star Trek.

3. „Zum Kugelfisch – Relax and Spa“ ***** – Derzeit sind alle Zimmer belegt, ich bitte Interessenten sich in zwei Monaten wieder zu melden.

4. „Ein Kommentar zur gegenwärtigen Debatte um die Verschleierung“ – Anbei muss ich auf meinen ersten, feministischen Text verweisen: „Ein Sammelsurium an (feministischen) Gedanken im Jahr 2016“. Auch lesenswert meiner Meinung nach: „Politik könnte so einfach sein.. (?)“.

5. Und weil wir alle über Medien, Filme und Spiele zusammen kommen: Die Reviews zu „“Stranger Things“, Season 1″ und „“Humans“, Season 1 und 2″ erinnern mich, dass es doch funktionieren kann, mehr oder weniger gehaltvolle Film- und Serien-Kritiken zu verfassen.

In Ordnung, das waren jetzt weit aus mehr als 5 Einträge..

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Die Woche um den #0206, Bestandsaufnahme

Wenn der tägliche Feed mit Lobpreisungen zu Wonder Woman überschwemmt wird und man selbst noch bis zum 15. Juni warten muss, finde ich das nicht toll. Wenn die schwarz-konservative Partei in Österreich gedenkt Hartz IV einzuführen so nach dem Motto: „Hey.. die Studie sagt wir sparen uns eine Milliarde aber die Armut wird massiv steigen“ und jemand mit „Passt, mach ma“ antwortet, greife ich mir an den Kopf, wie bei der Meldung Trumps, die USA steige aus dem Klimavertrag aus. Immerhin zeigen sich einige Bürgermeister vernünftig und setzen die Ziele weiterhin um, die für Nicaragura zu wenig hoch waren, weswegen sie neben Syrien, die sich im Krieg befanden und -finden, die einzigen sind, die nicht dabei sind.

Aber vielleicht verstehen wir Trump nur falsch und er präsentiert uns ein viel strengeres Abkommen. Vielleicht zeigt uns Trump absichtlich und vollkommen altruistisch den Teufel, sodass die Menschheit sich gegen ihn verschwört und in Zusammenarbeit die Erde rettet! Aber eher unwahrscheinlich. In diesem Zuge möchte ich auf die Aktion „Superheroes against plastic“ aufmerksam machen. Es wird gebeten sich lediglich 5 Minuten Zeit zu nehmen um am Strand Müll zu klauben, und das Ergebnis auf Instagram zu präsentieren (@superheroes.against.plastic). Es ist Sommer, partizipiert. Und wenn wir dabei sind, vergesst nicht reichlich After-Sun-Creme zu verwenden. Sonnencreme ist gut. After Sun ist besser.

Auch gut zu wissen, dass der 2. Juni der 153. Tag des gregorianischen Kalenders ist, womit 212 Tage bis zum Jahresende bleiben. 1966 gelingt den Amerikanern an diesem Tag mit Surveyor 1 die erste weiche Mondlandung und Java in Indonesien fordert 1994 ein Erdbeben der Stärke 7,8 277 Menschenleben.

Das Wetter ist abends kühl und regnerisch, tagsüber aber ausreichend warm für Kleid und kurze Hosen. Das vorletzte Semester neigt sich dem Ende zu, mein Arbeitskollege bestellte sich einen Ventilator (nachdem der nebenanliegende Serverraum zugemauert wurde, darf auch ich feine 26 Grad genießen) und ich hasse die Tatsache, dass ich zwei Wochen auf Wonder Woman warten muss. Warum? Warum?

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Politik könnte so einfach sein.. (?)

Über kurz oder lang findet sich der Kern der Wahrheit. Der Kern der Sache muss kurz gehalten werden. Kernig wird in aller kürze erzählt. Die Spanne an Wortwitzen, die sich aus dem aktuellen politischen Debakel in Österreich finden lassen, ist unendlich. Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, steht Österreich wieder einmal politisch vor einem Dilemma: Der Vize-Kanzler sprang ab und Außenminister Kurz zieht Neuwahlen in Erwägung mit 7 Bedingungen und eigener Liste. Hofer meinte sogar, es handle sich um eine Staatskrise! Bei Verlaub, Mr-You’re-Not-President: Venezuela hat eine Staatskrise, Österreich hat ein Kasperltheater.

Und so schlug man mir die Loswahl vor, genannt Demarchie. Eine Gruppe, via Loswahl, zusammengewürfelt aus allen Schichten als Entscheidungsträger über Investitionen und Gesetze. Menschen aus dem Volk. Menschen, wie du und ich. Menschen aus dem wahren Leben. Und so wie sich das anhört, ist das gut! Und ja. Ist es! Aber die Umsetzung könnte sich etwas schwieriger gestalten als manch einer annehmen möchte – oder auch nicht; und da ich nicht anders kann, als das durchaus gute Konzept in einer Parodie zu simplifizieren, greife ich auf Klischees zurück: Die Loswahl entscheidet sich für den rechtsextremen Georg, die 6fache Mutter Barbara, den Pensionisten Gunnar, die Philosophiestudentin Annika und den Hipsterhippie Moskul.

Diese fünf Menschen, wie das Leben sie kennt, wie wir sie kennen und wie RTL und Arte sie uns seit Jahren medientauglich Nachmittags überspitzt serviert hat, werden über unterschiedliche Dinge und Themen diskutieren und darüber abstimmen.

Mindestsicherung / Bedingungsloses Grundeinkommen: Ja/Nein?

Der rechtsextreme Georg ist dagegen: ein jeder solle arbeiten, sowieso werde die Mindestsicherung beziehungsweise das Bedingungslose Grundeinkommen nur ausgenutzt. Pensionist Gunnar sieht das ähnlich, schließlich hat er fast 50 Jahre für den Staat gearbeitet und er sieht nicht ein, warum jemand fürs nichts tun bezahlt werden sollte. Mutter Barbara ist dafür. Ohne Mindestsicherung säße sie auf der Straße

„Ja hättest nit so viel gworfen!“ ruft Georg dazwischen. Barbara wurde mit 17 ungewollt schwanger, behielt das Kind, der 20jahre ältere Michael machte sich nach der Geburt aus dem Staub. Kind ja, Verantwortung nein. Die anderen kamen ebenfalls unerwartet, aber Leben ist leben. Pensionist Gunnar sieht das gelassen, seine Rosi habe schließlich 8 gesunde Buben zur Welt gebracht.

Philosophin Annika ist ebenfalls dafür: Ein jeder solle die Freiheit haben zu entscheiden, was er tun und wie er arbeiten möchte und dürfe nicht durch die Leistungsmaschinerie verbraucht werden. Hipsterhippie Moskul weist darauf hin, dass zusätzlich zur 30h Woche, einerseits ausreichend Zeit für die Freizeit bliebe, was glücklichere Menschen bedeute, und andererseits auch zum Konsum, denn der bewusste Österreicher kauft dann mit dem Geld, über das er nicht zweimal nachdenken muss, beim heimischen Bauern ein, der zwar teurer aber dafür qualitativer ist – und bringt somit die heimische Wirtschaft in Aufschwung. Philosophin Annika stimmt dem zu. Passt. Beschlossen. 1500 Netto (statt Brutto) für alle.

Öffentliche Krankenhäuser sollen Abtreibungen anbieten: Ja/Nein

Barbara ist dagegen. Mord! Auch Georg ist dagegen, schließlich ist es die Pflicht einer Frau zu gebären. Annika weißt darauf hin, dass manche Frauen nicht gebären wollen und Georg beschimpft sie als verblendete Feministintussi die von Alice Schwarzer „gebrainwashed“ wurde. Schlimmer noch, es sei eine Intrige der Grünen, die heimlich mit dem Islam zusammen arbeiten, um den weißen Mann auszulöschen! Georg redet sich in Rage und klopft auf den Tisch. Gunnar ist auch dagegen. Kinder seien das Gold der Erde. Immerhin hat seine Rosi 8 gesunde Buben auf die Welt gebracht. Er schwelgt in Erinnerungen.

Hipster Moskul spricht sich wie Annika für die Wahl zur Abtreibung aus, denn ein jeder solle selbst bestimmen können, ob und wann er Kinder haben möchte. Beide plädieren für bessere Aufklärung und Gratisverhütung, Frauen wie Männer. Damit beschlossen: Keine Abtreibung an öffentlichen Spitälern. Derzeit ist die Lage so, dass der Abbruch innerhalb der ersten drei Monate straffrei ist. In Tirol und Vorarlberg bieten nur Privatärzte einen Abbruch an.

Gleiche Entlohnung bei gleicher Beschäftigung unabhängig vom Geschlecht: Ja/Nein?

Georg ist dagegen, er ist der Meinung Frauen seien körperlich schwächer, und fallen häufiger wegen Menstruationsbeschwerden aus und könnten schwanger werden, deswegen sollen sie sich erst beweisen und sowieso weniger verdienen. Annika ist empört. So auch Gunnar. Seine Rosi hatte mehr Holz gehackt als er. Außerdem habe sie ihn ständig mit dem Nudelholz verdroschen wenn er betrunken heim kam. Die gute alte Zeit. Er ist für gleiche Entlohnung. Auch Barbara stimmt dafür, fürchtet aber, dass Frauen, die dann mehr verdienen, keine Kinder mehr in die Welt setzen und die Welt dann traurig wird. Sie fürchtet auch, dass die Kinder dann darunter leiden. Annika versichert ihr: durch den beschlossenen Mindestlohn ist es möglich geworden, dass abwechselnd Vater oder Mutter daheim bleiben können, und jeder die Möglichkeit hat, sich zu entscheiden. Sie stimmt dafür. Währenddessen stillt sie Cosimos, Georg schaut angewidert zu. Frauensachen gehören nicht in die Öffentlichkeit, sagt er. Auch Moskul stimmt dafür, immerhin ist er Feminist. Damit beschlossen: Gleiche Entlohnung, unabhängig der Geschlechter.

Kopftuchverbot: Ja/Nein?

Georg haut den Tisch: „Islamistenpack! Terroristen! Alle!“ Und stimmt für ein Verschleierungsverbot. Philosophin Annika weißt darauf hin, dass das Thema komplex ist. Sie fügt bei, dass bevor man überhaupt über so etwas abstimme, sich bewusst sein soll, dass viele Frauen in vielen Ländern gezwungen werden, das Kopftuch zu tragen. Religionsfreiheit sei in Ordnung, aber man müsse die Gesamtsituation im Auge behalten. Sie stimmt gegen ein Hidschab-Verbot, aber wenn, dann für ein Burka-Verbot. Georg, der rechtsextreme Feminist, pflichtet ihr frei. Niemand darf unsere Frauen unterdrücken! Barbara sagt, sie fühle sich bedroht und findet, Frauen werde die Freiheit genommen. Sie stimmt für ein Verbot. Annika gibt ihr recht, dass das Kopftuch auch für häusliche Gewalt und politische Zwecke instrumentalisiert werde. Moskul hakt sich ein: Gegen ein Verbot, solle jeder tragen was er will! Gunnar blickt verträumt. Er erinnert sich an seine 20 Jahre ältere Geliebte Hildegard, die umwerfend im Kopftuch aussah. Zu seiner Zeit, so erzählt er, hat man das Kopftuch getragen, weil man sich nicht so oft die Haare waschen konnte, schwierige Zeiten warens. Er hat ihr dann eines aus Seide gekauft, und sie sah umwerfend aus. Als es zur eigentlichen Abstimmung kommt, stimmen Georg und Barbara dafür, und Annika, aber erst nach zögern, wie Moskul dagegen. Gunnar starb derweil am Herzinfarkt. Die Erektion, die er durch die Erinnerung an seine frühere Geliebte bekommen hatte, war zuviel für sein schwaches Herz. Er lächelt.

Die Angst geht um sich: Wer wird der 5. im Bunde? Wer wird gewählt? Russische Hacker werden engagiert um die Wahl zu sabotieren, die Lose werden gefälscht und das Papier löst sich auf. #papergate wird zum Wort des Jahres gewählt. Österreich versinkt derweil in Chaos und man liebäugelt mit der Monarchie in Großbritannien. So ein nettes Königspaar, na so lieab, na so nett, schean gell? Man überlegt die Wiedereinführung der Monarchie. Die letzten verbliebenen und untergetauchten Habsburger melden sich. Nach und nach kriechen auch andere stigmatisierte Adelsträger aus ihren Höhlen. 200 Jahre später: Kaisertum Österreich! Und da Österreich gänzlich dem Königswahn verfallen war, verschlief es auch das erwachen der fliegenden, menschenfressenden Katzen! 300 Jahre später: Es gibt kaum mehr Menschen, da sie alle von fliegenden Katzen gefressen wurden.

Versteht mich nicht falsch, ich finde die Idee großartig per Los die Entscheidungsträger wählen zu lassen, aber vermutlich käme genau so wenig dabei heraus, wie jetzt. Oder auch nicht? Vielleicht sollte man es auf einen Versuch ankommen lassen?

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Ein Kommentar zur gegenwärtigen Debatte um die Verschleierung

Oftmals irritieren mich die Dinge im weiten Web mehr, als wie sie mich schockieren. Das Internet ist ein seltsamer Ort mit noch viel seltsameren Gestalten und man sollte sich nicht, insbesondere auf Social Media Portalen, über gewisse Meldungen wundern.

Denn nehmen wir die (erneut oder immer noch) aktuelle Diskussion um das Verbot der Burka in Deutschland her, oder nennen wir sie, um eine Definitionsschlacht zu vermeiden, Diskussion um die Voll-Verschleierung.

Neben den Dingen über die ich mich wundere, irritierte mich schlicht und einfach die Blindheit und die Art und Weise der Argumentation vieler Leute. Manche Kommentatoren zogen beispielsweise den fehlenden Integrationswillen heran, wenn sich eine Frau komplett bedecke, worüber man durchaus streiten kann; manche andere argumentierten damit, man solle den Frauen doch ihren Willen lassen und eine Kleiderordnung führe zurück ins Mittelalter. Oder seien es Religion oder Politik, die heran gezogen werden, denn die Burka bedeute Abgrenzung zu westlichen Werten. Sicherlich, wenn in Aleppo die vom IS befreiten Frauen ihre Gesichtsschleier wegwerfen oder sie gar verbrennen und die Männer sich ihre Bärte stutzen, kann/mag man eine gewisse Nähe darin sehen. Und wenn konservative Gruppierungen sich plötzlich Gedanken zum Burka-Verbot machen, also zur „Selbstbestimmung der Frau“ kann man es den Gegenstreitern nicht verübeln, wenn diese von einer „Scheindebatte“ sprechen, denn Politik ist nun mal Politik und hat selten was mit den Rechten der Frauen an sich zu tun.

Worum geht es denn bei einer Voll-Verschleierung im Sinne einer Burka oder einem Niqab? Um ein Mittel, die Frau als Frau verschwinden zu lassen, kurz: Um die Unterdrückung der Frauen an sich. Oder treffender, wie von der Seite Terre des Femmes formuliert: „Alle Formen des Körperschleiers und des Gesichtsschleiers, sind Ausdruck religiösen Fundamentalismus, der Missachtung und Erniedrigung der Frau und ihrer Degradierung zu einem Objekt.“

Das Kopftuch selbst lasse ich mir vielleicht noch einreden, sei es als dass sie es als religiöse Pflicht wahrnehmen; dann allerdings müsste auf Verhübschung zwecks Make-up oder Mode gänzlich verzichtet werden, wie mir eine muslimische Arbeitskollegin erzählte. Aber genau so wenig, wie ein ordentlich gläubiger Christ jeden Sonntag zur Messe eilt, verzichtet die gläubige Muslima auf Make-up. Oder sei es tatsächlich, dass ihnen die Blicke der Männer unangenehm sind. Dann wiederum leuchtete mir die Kombination mit engen Leggings nicht ein.

Aber eine Voll-Verschleierung? Wieviele Männer oder Familienclans stehen dahinter und zwingen mehr oder weniger die Frauen diese zu tragen? „Ja, fragt doch mal die Frauen selbst, was sie wollen?“Und wieviele Frauen werden sich trauen die Wahrheit sagen? „Dann sollen sich die Frauen doch weigern!“ Um dann ausgestoßen und verfolgt zu werden? Im schlimmsten Falle ermordet? Und wenn die Leute dann von „Selbstbestimmung“ sprechen, wie weit hat eine Frau in dieser Kultur wirklich selbstbestimmt Möglichkeiten bzw. Möglichkeiten zur Selbstbestimmung? Diesen Punkt scheinen alle, die behaupten, man solle nicht über die Selbstbestimmung von Frauen richten, irgendwie zu übersehen und nehmen offensichtlich unreflektiert an, in deren Kultur hätten Frauen tatsächlich ein Mitspracherecht.

Wäre ein Verbot richtig? Ja! Denn man würde ein Zeichen setzen, dass dies in Europa nicht erwünscht ist. Verbiete man es nicht, wird eine Propaganda ermöglicht, wie Frauen zu sein hätten. Verbiete man es nicht, beginnt man Intoleranz zu tolerieren. Würde das Verbot etwas nützen? Vielleicht! Sieht man sich die Situation in Tessin (CH) an, wo die Frauen dann ihre Schleier abnehmen und sich den Gesetzen fügen, scheint dies funktioniert zu haben. Es kommt mir allerdings so vor, als leide der Deutschsprachige Raum immer noch unter den Nachwehen des zweiten Weltkrieges: jede Kritik an fremdländischen Gedanken wird sogleich als Rechtsextrem und Islamophob gewertet, als hetzender Nazi vom Dienst schlecht hin. Selbst liberale Islamgelehrte weisen auf einen ordentlichen Diskurs hin, und sprechen davon, dass der Niqab dem Islam schaden würde.

Erneut, würde das Verbot etwas nützen? Ich fürchte kaum. Es beschränkte sich dann vermutlich auf die Zahlung einer Bußsumme. Aber immerhin setzte es ein Zeichen. Der Zwang sich zu entkleiden jedoch, lädt die Diskussion emotional auf und wenn Bilder, wie aus Frankreich in der Burkini-Debatte (wenn auch nicht ganz vergleichbar), die Rundreise machen, so tut einem vor allem die Frau leid, die sich vor drei Männern ausziehen musste. Fiel jemanden schon mal auf, dass es immer Männer sind, die bestimmen was Sache ist?

Und alsbald man sich in die Debatte einklinkt, folgt die nächste Absurdität, deswegen ein kleiner Exkurs dahin:

„Aber Highheels sind doch genau so unterdrückend. Die Frau fügt sich den wollenden Blick der Männer!“ Richtig. Aber rate, mein lieber Leser, wer gab denn dem Minirock, der Seidenstrumpfhose und den Highheels den erotischen „Code“? Männer! Nicht Frauen müssen sich anders kleiden, der Mann muss aufhören Frauen zu objektifizieren, ganz gleich ob ihr Ausschnitt tief und der Rock kurz ist.

Und ziehen wir zum Vergleich die Parallele zum Thema „Vergewaltigung“ heran, denn oft heißt es: „Frauen, geht nicht nach 10 Uhr Nachts auf die Straße, sonst könntet ihr vergewaltigt werden. Zieht euch nicht sexy an!“ Wtf? Seriously? Die Frau ist also Schuld, wenn sie vergewaltigt wird? Genau das, wird mit dieser Aussage behauptet. Warum heißt es nicht: „Männer, sauft nicht und geht nach 10 Uhr nicht auf die Straße, die Chance, dass eine Frau vergewaltigt wird, sinkt dadurch.“

Es gibt derzeit eine Aktion von Männern, die das Kopftuch für ein Foto tragen, während die Frauen daneben sitzen, mit sichtbarem Haar. Das ist an sich eine lobenswerte Aktion, aber die Unterdrückung durch den gesellschaftlichen Zwang werden die Männer kaum spüren. Und natürlich dankt der Kapitalismus und hievt das Kopftuch zum Fashion Accessoire empor und alles mündet in der Diskussion: Will man Frauen vorschreiben was sie zu tragen haben? Es schließt sich der Teufelskreis.

Interessant ist auch Verbindung zum Alltagssexismus. Ich sah auf Facebook erst kürzlich eine Grafik die sinngemäß sowas sagte wie: „Wann wird über die mangelnden Rechte von Frauen diskutiert: Bei geschlechtsspezifischen Lohnunterschied, bei Alltagssexismus, bei Chancenungleichheit und: Wenn eine Frau ein Kopftuch trägt“ – letzter Teil der Grafik nahm 3/4 ein. No na nit. Während das Kopftuch als sichtbares Zeichen der Unterdrückung gewertet wird – oder eben nicht – so trifft das auf den Alltagssexismus nicht zu, aus dem einfachen Grund, weil man ihn nicht physisch sieht.

Alltagssexismus nehmen viele nicht wahr und/oder registrieren diesen nicht mal, denn ein misogyner Witz „war ja eh nur Spaß“. Chancenungleichheit nehmen ebenso wenig Leute wahr und geschlechtsspezifischer Lohnunterschied resultiert genau daraus und die Leute argumentieren auch noch absurderweise damit. Ja natürlich bekommt die Frau weniger Lohn, wenn sie von vornherein weniger Chancen hatte. Wtf world, are you mad?

Das Kopftuch aber, um in dieser Diskussion den Kreis zu schließen, die Burka sowie der Niqab, sind sichtbar und fremd und fügen sich durch den bedeckenden Aspekt nicht der westlichen patriarchalen Struktur, dass die Frau für den Mann verfügbar sein soll, jedoch aber jenem Aspekt des Patriarchalismus, dass der Mann der Frau vorschreibt was sie zu tragen habe, sei es der Blicke anderer wegen, und/oder weil er sie für sich besitzen möchte; und/oder sie es tragen „will“, eben der männlichen Blicke wegen.

Warum reißt nicht einfach mal der Mann sich am Riemen und achtet auf „seine“ Verhaltensweisen, anstatt dass (oftmals) Männer über das Wohl von Frauen diskutieren?

Und wenn die Süddeutsche Zeitung im Forum frägt ob Westliche Werte und Burka vereinbar sind, so haben es auch diese wirklich nicht verstanden, erneut:

Es geht hier insbesondere nicht einmal nur um die westlichen Werte, sondern um die Werte der Frauen die via Voll-Verschleierung begraben werden. Selbst der Westen hat diesbezüglich noch was zu lernen, was es bedeutet Frauen die exakt selben Rechte zuzugestehen wie den Männern. Es ist immer noch die Frau die Karriere zwecks Kind zurück stellt. Niemand verlangt dies beispielsweise vom Mann, zugegeben in sicher Hinsicht sind auch seine Möglichkeiten begrenzter. Es ist immer noch die Frau, die daheim beim Kind bleibt, wenn es krank ist und die Frau, die nun alles tun soll. Von Haushalt, bis Kind, bis Job und im folgenden diskriminiert wird, wenn sie nur eines der Dinge tun möchte. Möglichkeiten, Herrschaften, es geht hier besonders auch um Möglichkeiten!

Kann ein reformierter Islam helfen? Wenn der Islam – der um ca. 650 Jahre jünger ist als das Christentum und nie eine Aufklärung durchlaufen hat, und somit in vielen Dingen als rückständig gesehen wird – diese althergebrachte Haltung ablegt, so kann er das tatsächlich, sofern er sich der gleichen Aufgabe annimmt, derer man auch in Europa langsam Gewicht einräumt.

Muss man eine Kultur akzeptieren, die anderen Menschen Autonomie nimmt? Nein! Man muss und darf und soll dies nicht. Weiße privilegierte Europäer glauben, man müsse nach jahrelangem Missionieren und der damit oft einhergehenden Auslöschung des einen oder anderen Volkes, alles tolerieren nur weil es von einer anderen Kultur kommt, sei es aus Schuldgefühl oder, dass Multikulti im Neoliberalismus kapitalistisch vermarktbar wird, weil Diversität und so. Warum nimmt man nicht Leute aus dieser betroffenen Kultur und gibt ihnen mehr Sprachraum? Warum glaubt der Europäer er wisse alles besser? Der Aufklärung wegen? Man klagt den Islam der Frauenfeindlichkeit wegen an, aber reißt selbst sexistische Witze. What the hell, world?

Und ja, ich biete eine Lösung: Einzig allein Bildung, Aufklärung und vor allem die Möglichkeit(!) für betroffene Frauen ernsthafte Hilfe und Schutz in Anspruch nehmen zu können, würde vielleicht ein Umdenken bringen. Wenn diese Frauen informiert und sich dessen bewusst wären, dass es eine Möglichkeit gäbe sich aus dem System aus zu klinken ohne sich in Gefahr zu bringen, dann, so denke ich mir, könnte man vielleicht etwas erreichen. Dann könnte ein Bewusstsein geschaffen werden, ein Selbstbewusstsein, dass sie doch mehr sind als wie nur Mutter oder Ehefrau. Mehr als nur ein hübsches Gesicht unter Make-up. Dass sie aus diesem System ausbrechen dürfen, können und sogar sollen.

Und wenn mir einer sagt „Sie können ja!“ Dann wundere ich ernsthaft mich über dessen Geisteszustand: Warum gibt es nicht mehr Berichte von muslimischen Frauen aus islamischen Staaten? Warum lesen wir nicht ständig Reportagen oder Kommentare oder Interviews? Weil diese Frauen in Angst leben. Man braucht nur die simple Biographie von Sabatina James lesen um das Ausmaß zu erahnen. Vielleicht haben wir uns aber nur daran gewöhnt, wie an die verhungernden afrikanischen Kinder. Ja, es gibt sie immer noch! Kümmert es irgendwen? Nein, es betrifft uns ja nicht. Verdammte Wohlfühlgesellschaft.

Es muss sich also etwas in der Grundhaltung gegenüber Frauen ändern. Generell. Solange sie entweder als Objekt zur Unterdrückung, als Eigentum oder als Objekt zur Sexualisierung gesehen werden, wird sich nichts ändern. Da ändert kein Gesetz der Welt etwas dagegen. Und dieser Appell richtet sich an Frauen, wie an Männer gleichzeitig.

Links (Auswahl):

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Rundschaufolge #107

Die Satirezeitschrift Der Postillon hat es richtig erkannt: Österreicher sind zu dämlich zum wählen. Vielleicht sollte die Bundespräsidentschaftswahl mit Elfmeterschießen entschieden werden? Auch gut, die Tagespresse. Achtung Satire, Gott verdammt nochmal. Es ist Satire und sie ist so wahr. Würde man Bildung fördern, verstünde das Volk auch Satire. Grundgütiger! Marty! Wir müssen zurück!

Verdammter Medienzirkus. Es wurde also keine Manipulation nachgewiesen und Hofer sollte soviel Anstand haben und auf eine Neuwahl verzichten. Zu frühes Auszählen rechtfertigt keine Neuwahl. Das Kreuz bleibt gleich. Und nur, weil ein jeder sofort das Ergebnis wissen wollte und nicht abwarten konnte. Die Server der Liveticker und Streams brachen zusammen. Mr. Robot? Anywhere?

Schnell! Hast! Eile! Der Österreicher nimmt sich bei jeder kleinen Schei*erei so unglaublich wichtig. Wenn es ums eigene Ego geht, kann es dem Österreicher nicht schnell genug gehen, aber wenn es um wirklich wichtige Dinge wie Bildung und Feminismus oder auch Nichtraucher-Schutz geht, da is ma gmiatlich, weil wos immer funktioniert hot, des bleibt a so. Geh, du Luder, bring ma no a Bier.

Ich hoffe der Optimismus der meisten bewahrheitet sich: VdB macht das Rennen, erneut. Jetzt noch viel mehr und im worst-case wird Hofer Bundespräsident, setzt Neuwahlen an, Strache wird Kanzler und es kommt zum #outstria, sodass man nicht mal mehr in andere EU-Länder flüchten könnte. Folgend wird der Wert der Bildung noch mehr Einbußen verzeichnen und Frauen an (generellen) Möglichkeiten beschnitten. Das Rauchverbot aufgehoben und das Recht auf Abtreibung verboten. Pressefreiheit? Nope. Werde ich dann ausgewiesen? Oh ja bitte! Reicht es, wenn ich die „braune FPÖ“ schreibe?

Gut, zumindest war das Mittagessen ganz in Ordnung. Es gab Apfelschmarren mit Nüssen und Ahornsirup und eigentlich bin ich kein Freund von Ahornsirup, daher kann ich die Faszination der Nordamerikaner nicht ganz nachvollziehen. Aber ich kann so vieles nicht nachvollziehen. Aber: Meine Abschlussarbeit einer LV wurde genehmigt: Feminismus und Popkultur. Yay. Kurzinterview, Kommentar und Reportage. Whoho Baby, bring it on.

God Dammit.. ich freute mich auf das Sommerloch, jetzt tobt der populistische Medienwahnsinn. Vielleicht täte man gut, auf soziale Medien einstweilen zu verzichten. Nur bis es vorüber ist.

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Wochenschau No. 256: #brexit vs. #anfechten

Im Hinblick auf den Wettlauf „Wie mache ich mich möglichst gut lächerlich“ gesellen sich neben Nordamerika und Österreich, nun auch Großbritannien, wobei sich die letzten Beiden gar nicht so unähnlich sind.

Während also die einen beinahe paranoid die Wahl anfechten, satirisch-medial auch beim Fußball – wobei mir der Witz „Österreich-Ungarn? Gegen wen?“ besser gefiel – googeln die anderen nach der Abstimmung was denn nun die Konsequenzen, und woraus sie eigentlich ausgetreten sind. Wtf?

Aber zu deren Verteidigung: Ich wette mehr als die Hälfte könnte auch hier zu Lande nicht genau erklären, was die EU ist und was für Konsequenzen drohen, träten Deutschland oder Österreich aus. Herrlich, der Konjunktiv II. Ich kenne zwar eine Handvoll, die sich dafür interessieren und eine Antwort liefern könnten, aber ich wage zu behaupten, dass der Großteil kaum Ahnung hat. Aber Ho(h)nig ist der Speichel der Medien, insofern also sicherlich auch das Resultat einer unglücklich formulierten Sucheingabe.

#brexit

Laut TheGuardian solle Brexit ein internes Machtspiel gewesen sein, eine Art Stimmungsmache, wie sie gerade auch beim Anfechten der Bundespräsidentschaftswahl auftritt. Es wurde damit geworben, aber eigentlich wollte man es nicht so wirklich. Ein Pyrrhus-Sieg also. Und ich denke mir zeitgleich, eigentlich hoffen die freiheitlichen Braunen Blauen auf gar keine Neuwahlen, da, wenn erneut Grün gewählt wird, diese ziemlich dämlich dastünden – aber schon alleine mit Stimmung und Angst kann beim Volk ausreichend erzeugt werden. Der interessierte lese Canettis Masse und Macht und Gustav Le Bons Psychologie der Massen.

Ein weiterer Vergleich besteht in der Wählerschaft, während in GB hauptsächlich ältere, weiße und ungebildete Leute für den Brexit stimmten, sind es in Österreich ebenfalls die Ungebildeten und alten Leute, die sich den Nationalen und Traditionellen verkaufen. Junge Leute mit Bildung wählen anders, und sind zufrieden. Deswegen sage ich ja immer wieder: Fördert Bildung! Aber nein.. Lieber am Stammtisch stänkern, „gmiatlich sei Bier mit na Tschick saufn“ und alles ist in Ordnung, bloß nichts verändern, bloß nicht den Hintern riskieren, es könnte sich etwas verändern und Veränderungen sind böse! Des Teufels Werk! Rufezeichen!

Die Frage jedoch, die sich Wirtschaftstheoretiker, Politiker und alle möglichen Leute stellen: Ist die EU jetzt zum Scheitern verurteilt? Ich, als Laie, werde mich hüten über etwas zu mutmaßen, worin sich selbst die Experten uneinig sind und ein jede Zeitschrift, jeden Tag neue Erkenntnisse, neue Studien und andere Ansichten liefert. So oder so. Wobei, wenn es sich nun günstiger einkaufen lässt, sollte ich eventuell noch mal einen Flug nach London buchen und den Forbidden Planet ausräumen..

#anfechten

Mag es verwundern, dass wenn während der Wahlauszählung mit blau-weißen Heimatgeschichten (inklusive entlaufender Löwe) unterhalten wird, das grüne Ergebnis möglichst schnell von der braunen blauen Fraktion angefochten werden möchte? Es klingt wie Gesellschaftssatire. Ein österreichisches Kabarett könnte es nicht treffender formulieren.

Fragen über Fragen: Sind die Anfechter im Recht? Gab es tatsächlich Wahlbetrug? Betrug! Eine grüne Verschwörung gegen die rechtmäßigen Traditionellen im Reich? Omfg! Oder könnte es doch bloß Taktik sein, mit derer die blauen Querulanten erfolgreich von den Medien verbreitet werden?

Mit 30 000 Stimmen ist die Wahl zwar per se gewonnen, das Land jedoch gespalten. Freundschaften zerbrachen, der Stammtisch trägt die tiefe Kerbe der politischen Faust am Tisch und während Zeugen befragt werden, reiben sich die nationalen Freiheitlichen die Hände und freuen sich über mehr Wählerschaft. Weil der, der am lautesten schreit, hat doch Recht. War es nicht immer so? Oder doch nicht? Denn könnte es sein, dass wenn, gegen Ende doch für den Mann mit dem Stock geschummelt wurde? Omg! Skandal!

Die Wahlanfechtung wird derzeit vom Verfassungsgerichtshof verhandelt. Und ja, es tauchten Unregelmäßigkeiten und Schlampereien auf, obwohl die gesetzlichen Bedingungen klar formuliert sind. Offensichtlich aber lassen sich Gesetz und Praxis nicht miteinander vereinen. Alleinig die „Möglichkeit“ zur Manipulation muss ausreichend sein, um dem Sachverhalt näher nachzugehen. Wo kämen wir da sonst hin? Die Bürokratie erfüllt die Ordnungsquote.

Es darf also in diesem Falle auch nicht verwundern, dass wenn sich Österreich acht Jahre Zeit lässt um die Nichtrauchergesetze ordentlich durchzusetzen, auch die Wahlkarten nicht zwangsläufig manipuliert, sondern einfach eher einfach ohne Struktur und a bissal schlampig gezählt wurden. Gmiatlich sans halt, die Österreicher. Alles hat seine Vor- und Nachteile..

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Eingeordnet unter Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

Woche #20

Für (8). Sie mag meine Wochen-Einträge.

Just in dem Moment, als ich mich Zuhause bei etwas Minecraft von den anstrengenden Strapazen des universitären Alltags erholte (Block-LV, Samstags um 8:30…), las ich mit entsetzen, dass im bergigen Tal des ewigen Winters (bis auf drei Monate) Dieter Bohlen mit einem offenem Casting antanzen möchte, bei dem ein jeder Wicht zeigen soll, was er kann. Ein jedes Talent (laut FB) sei willkommen. Hurra! Hurra! „Offen“ bedeutet vermutlich: Ich mache mich nicht nur auf YouTube und der gesamten Welt zum Affen, was sich via Internet-Verweigerung zeitlich ausblenden lässt, sondern auch live vor eventuellen Bekannten und Arbeitgebern? Wtf?

Und wie es der Zufall will, referierte ich heute über Castingshows! Und was trug ich zu den Problematiken und Risiken vor? Der Sender hat u.a. das Recht zur Verfälschung und wiederholenden Demütigung und klärt die jungen Leut natürlich nicht über deren Rechte auf. Man muss sich darüber im klaren sein, dass Castingshows von Inszenierung und Belustigung leben und diverse Typen stilisiert werden: Freaks, Zicken, Supertalente, was auch immer, nur um danach gebrochen oder weiter vermarktet zu werden. Das Dschungelcamp recycelt gekonnt die „Meeedchen“ von GnTM. Pro7-Ception.

The Voice hat immerhin begleitend einen Therapeuten dabei, was wichtig ist, da die gesamte Teilnahme von Bühnenpräsenz bis zur Ablehnung aufs Gemüt schlagen kann.

Soviel dazu.

Dann hörte ich ein Referat über Game of Thrones und einer der Referenten meinte, Ned Stark und Daenerys seien die „moralischen Anker“ der Serie. Ned Stark, okay. Aber Daenerys? Sie ist genau so heiß auf den Thron wie alle anderen, außer Jon Snow. Haben die die Serie überhaupt gesehen? Ich wollte etwas sagen, wollte mich kundtun, aber ich hasse Aufmerksamkeit. Also überlegte ich und zerbrach gänzlich an meinem Zwiespalt. Aber dann erinnerte ich mich an meinen Blog hier und alles war gut :)

Aber wer zum Teufel hat sich das einfallen lassen? Aber je länger ich darüber nachdenke: Sie kämpft um Autonomie, Macht und ihr Geburtsrecht auf den Thron. Sie brennt nur die nieder, die ihr im Weg stehen. Wenn ich jemanden nieder brennen würde, der mir im Weg steht, würde man mich mit Zwangsjacke (Eurovision, wtf…) einweisen. Realität =/= Fiktion. Hm. Was? Da war eben ein Schmetterling. Nachtfalter sind auch Schmetterlinge. Es ist 00:40.

Das leidige Thema: PowerPoint. Links funktionierten nicht, Videos wurden nicht eingeblendet. Ich gebe dem Konstrukt selbst, der PowerPoint an sich, die Schuld. Nicht nur bei uns. Viele hatten das Problem. Und sicherlich, bei einem Thema wie „Medien“ oder dergleichen erlaube ich auch digitales Bildmaterial und als wundersame Bildschau funktioniert sie auch einwandfrei. Aber, Interaktivität! Bald fertigen wir Inhalte und Präsentationen für die VR an! Dennoch: Ich hasse PowerPoint. Ich, persönlich, bin unfähig eine ästhetische PowerPoint herzustellen. Außerdem sollen die Leute während meinem Referat auf ihr Telefon schauen oder am Thesenblatt kritzeln..

Achja, Sonne! Endlich. Wärme. Hitze!

Doch die Wolken der BP-Wahl mögen die euphorisch kindliche Freude etwas im Zaum halten.

Und so meinen böse Zungen zu zischen, die zur Schaustellung sei nicht minder inszeniert: Vom TV-Duell auf ATV ist die Rede, ein Nebenprodukt der derzeitigen politischen Situation Österreichs, die sogar in der NYT eine Wähnung findet. Ich gebe keine Wahlempfehlung ab, aber in diesem Falle bekenne ich mich zur Grünen Option. Wir können nicht alle nach Kanada auswandern. Ob deren Zäune flauschig weich sind? Zäune aus Zuckerwatte!

Zum TV-Duell:

Bis zur Minute 20 dachte ich mir: Joa. Gesittet. Ein Professor, den ich mir bei der Prüfung freundlich aber streng vorstelle: „Also Frau XY, a bissl was lernen hättens schon können. Ich gebe Ihnen eine drei.“

Ab Minute 22 dachte ich mir: Hofer-Wähler sollten entmündigt werden. Ernsthaft. Wtf? Mit solchen Mitteln? „Jop, Mädel. Das ist Politik.“ Wtf? Selbst wenn jemand seine Ansicht teilt, diese Art sich zu präsentieren war ein kräftiger Schlag ins Gesicht. Aber in Ordnung, die Medienmacher bekommen was sie wollen – Lügner nenne ich jene, die behaupten, es war nicht beabsichtigt. Und das Volk sieht was es sehen will, aber auf Kosten der Repräsentanz und der Zukunft Österreichs? Offensichtlich reicht der Keller-Fetisch nicht aus..

Wenn man negative Werbung machen möchte, dann ist dieses legendäre Medienereignis („seit 40 Jahren“) wohl der beste Lehrmeister: Für beide Kandidaten. Der Professor ließ sich wie ein Schuljunge einschüchtern, während der Populist zeigte, dass er im Rhetorik-Unterricht aufgepasst hatte. Never ever ever again. Ernsthaft. Was soll das? Der eine verlor, weil er sich nicht adäquat wehren konnte, der andere verlor, weil er es offenbar notwendig hatte, jemanden anzugreifen, um sich besser zu stellen. Es war eine Katastrophe.

Und bald geschickt es sich für den anständigen Bürger, der Jahrhunderte lang um Mitbestimmung kämpfte, zur Wahlurne zu schreiten und Österreich nicht komplett dämlich aussehen zu lassen.

Literaturtipp übrigens: Sabatina James: Sterben sollst du für dein Glück. Gefangen zwischen zwei Welten. München 2004.

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