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„The Rain“, Season 1-3

Als The Rain Premiere feierte, so erinnere ich mich (oder glaube ich mich zu erinnern), wurde die Serie hochgelobt. Eine dänische Serie und Netflix-Produktion, post-apokalyptisch und der Inhalt liest sich auch super. Was kann also schief gehen?

Kurzum: Alles.

Achtung Spoiler.

Die Idee

Die Idee ist großartig: Ein Regen, der tödlich ist; das Virus im Wasser. Kein Entkommen. Wie ist es dann mit feuchtem Boden, Nebel und dergleichen? Ach, nevermind.. es geht ja um die Idee.

Die Serie hätte wirklich Potential haben können – aber dann beginnt das Desaster auch schon: Die Kinder, ein Geschwisterpaar, verbringen 6 Jahre im Bunker. Daddys Bunker, weil der Teil einer großen Verschwörung ist, die die Welt mit dem Virus – ja, was wollten sie eigentlich? Waffen? War es das? All der Terror für eine biologische Waffe? Da wird ein Bub infiziert und der gilt als Heilmittel und Waffe zugleich und wie dumm und unfähig sind Wissenschaftler in Serien und Filmen bitte? Alle Welt ist auf der Suche und als die Schwester, und die Ärztin ihm ein Gegenmittel spritzen wollen – machen sie das nicht, während er bewusstlos ist, nein sie warten, bis er aufwacht und sich wehren kann, sodass Zahnspangen-Girl sich opfern darf und ihr absolut bescheuerter Freund sich wie ein Kindergarten Kind aufführen und alle in weitere Gefahr bringen muss. Also, ja nein. Also bitte, warum?

Der unsympathische Bub wird leider zum Hauptdarsteller, er ist ab und an ansteckend durch Berührung und manchmal nicht, manchmal zieht das Virus erst nach vollendetem Koitus zur Ruhe und manchmal tötet es sofort. Ja, die Serie hat mehr als einen Logikfehler – und das ist Schade! Aber hey, welche Serie hat das nicht.

Aber gleichzeitig ist es auch egal, da die schauspielerische Leistung aller Darsteller an Laiendarsteller aus diversen deutschen Trash-TV erinnert. Fanden sich zu wenig Sponsoren und zwangen diese an, das Team, deren Kinder mit in die Serie zu nehmen? Nein, die darstellerische Leistung ist leider wirklich schlecht, die deutsche Syncro ist der in der Tat noch schlechter.

Man weiß auch nicht, ob das ganze nicht doch auf eine Love-Story rauslaufen soll oder nicht, also ein wenig Telenovela darf nicht fehlen. Es gibt sie, der Bub hat seine erste Liebe vergessen und zombifiziert die zweite.  Na eh, junge Liebe und so. Keine inniges bis der Tod uns scheidet-Romeo und Julia Konzept, wobei doch, denn gegen Ende…

Das Ende

Seriously? Das war das Ende? Wirklich? Eine Pflanze, die explodiert und alle Infizierten sterben? Das Liebespaar nackt und umschlungen inmitten der explodierenden, tödliche Dinge schießenden Pflanze, die dann auch kaputt war? Das war das Ende? Na eh.. der Regen ist übrigens gegen Ende nicht mehr böse. Es sind dann die Menschen. Soll uns das etwas sagen? Hat es eine tiefere Bedeutung, die wir einfach nicht verstehen und die Serie ist eigentlich ein Meisterwerk? Wir werden es nie erfahren..

Ein Kommentar

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„The last man on Earth“, S01E01 und S01E02

Eine Zusammenfassung, eine Inhaltsangabe und jede Menge Spoiler in adäquater Sprache verfasst.

Wir schreiben 2020. Ein Virus vernichtete die gesamte Weltpopulation. Bis auf einen Mann. Sein Name ist Phil. Phil mag Star Wars und Bier. Generell alle Sorten von Alkohol. Er nistet sich in einem Margarita-Planschbecken ein und scheißt in den Pool nachdem er es nicht zustande bringt, das Klo zu reparieren. Er lebt im Müll und spricht mit Bällen, die allesamt freundliche Gesichter tragen. Er ist dauerbesoffen und liebt eine Schaufensterpuppe. Als er sich dann endlich traut sie nach einem Jahr anzusprechen, bricht er ihr den Arm ab. Da wird ihm die Misere bewusst. Der einzige Ausweg: Suizid.

Und als er via Auto nach der Abschiedsrede gegen einen Stein mit Zielscheibe fahren mag, sieht er Rauch. Er lässt von seinem Vorhaben ab, die kugligen Freunde zurück und eilt hinüber. Ein Zelt. Eine Wäscheleine. Ein BH. Oh my f*cking God! Der Himmel auf Erden! Er steuert auf den BH zu und reibt ihn am ungewaschenem, bärtigem Gesicht. Eine Frau meldet sich. Sie ist unglaublich heiß und attraktiv und anziehend. Sie küssen sich sofort. Innig. Und als er seine Augen nach der Ohnmacht wieder aufmacht, sieht er sie: Kristen Schaal.

Freude klettert übers Gesicht. Pure, kindliche Freude und das dezente Gefühl von peinlicher Berührtheit verfliegt – denn seien wir ehrlich: Ein dauerbesoffener Trottel macht auf Dauer keine Laune.

Ich fand die Serie bis dahin in okay. Es gibt ausreichend ernsthafte Post-apokalyptische Serien und Filme, aber keine, die das Thema mit Humor nimmt. Und Kristen Schaal ist großartig. Die von ihr mir bekannten Darstellungen sind der Inbegriff einer nervtötenden Kreissäge.

So korrigiert sie ständig seine Grammatik, weist ihn an nicht auf dem Behinderten-Parkplatz zu parken und beginnt sein Haus aufzuräumen und findet es moralisch verwerflich Bilder aus Museen zu stehlen. Zur Erinnerung: Die Menschheit starb bis (auf vermutlich) diese beiden Prachtexemplare aus. Sie möchte bei ihm einziehen. Er verweigert. Dann zieht sie eben nebenan ein. Sie beide wurden nämlich auserwählt. Auserwählt um die Welt wieder zu bevölkern. Nein, ihr gefällt das auch nicht und als er die Hosen runter lässt um ihr zu zeigen wer der Mann ist, ist sie sichtlich belustigt und beginnt amüsiert mit seinem Penis zu sprechen. Phil ist schockiert. Oh my f*cking God?! Warum?

Doch bevor die Wiederbevölkerung ansteht, muss man heiraten. Sie nötigt ihn bei einem Kerzenschein-Dinner zum Antrag. Davor frisst er jedoch ihre Tomaten. Im Gegenzug dazu, denn die Schuld klopft ihm auf die Schulter, organisiert er auf mühsame Art und Weise Wasser für diese.

Vermutlich werden die beiden Freunde. Ich bin gespannt wie es weiter geht.

Fazit derzeit: Absolut empfehlenswert.

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