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Klimawandel, hell yeah!

Mit diesem Text wollte ich mich für den 1. Preis des Niederösterreichischen Journalisten Wettbewerbes bewerben. Leider hatte ich das Datum verwechselt. Es wäre der 21.5. gewesen, anstatt der 25.5.2019. Ah, das ist bitter. Ich bewerbe mich hiermit um den Publikums-Preis. Sollten Sie keinen haben, schaffen Sie einen!

Die Teilnahmebedingungen sehen voraus, dass man entweder unter 30 ist oder eine maximal 5-jährige Berufserfahrung vorweisen kann. Da ich diesen Blog, der als journalistisches Medium gilt, seit 2011 führe aber seit 2016 regelmäßig befülle (was dann 3 Jahre sind), sehe ich diese Anforderung als bestätigt.

Die Ausschreibung sieht vor, positive Aspekte des Klimawandels zu nennen:

Monatelange Dürre, Schädlinge befallen die Wälder, dann gehen wieder Teile des Landes in Schneemassen unter und Unwetter richten Schäden an – der Klimawandel wird auch in Niederösterreich immer spürbarer. Klimawandel, das heißt aber auch: Zitronen und Melonen wachsen bei uns, neue Weinsorten werden gebraucht und im Energiebereich werden alternative Wege gesucht. Der Tourismus sieht neue Chancen und viele sprechen davon, dass die Zukunft „Green Jobs“ gehören wird. Ist also der Klimawandel ausschließlich Bedrohung oder entsteht dadurch auch Neues, Kreatives, Innovatives? Wir suchen Beiträge, die sich mit Beispielen dazu beschäftigen: „Klimawandel – nur zum Fürchten?“.“


Klimawandel, hell yeah!

Jeder Wandel brachte Neues hervor; und jedes Massensterben schuf Möglichkeiten für bisher unbekanntes Leben. Das Sterben der Dinosaurier machte dem Menschen Platz in der Geschichte. Und diese Geschichte ist noch nicht vorbei. Sie fängt erst an.

Die Deutschen, ein freundliches Volk

Seit 1993 stieg der Meeresspiegel weltweit um durchschnittliche drei Millimeter pro Jahr. Das bedeutet, dass er bis zum Jahre 2100 um gute 1,70 Meter steigen wird. Aber das sind nur Berechnungen, denn seien wir realistisch: Die Auswirkungen, die unseren Planeten betreffen werden, entwickeln sich drastischer als angenommen. Folgen wir dem bereits eingeschlagenen Weg wie bisher, könnte der Meeresspiegel im Jahr 2100 bis zu 60(!) Meter steigen. Die Niederlande in der Nordsee wären versunken, genauso Dänemark und große Teile Norddeutschlands.

Aber neben all den schrecklichen Szenarien vergessen wir eines: Meeresklima macht Menschen freundlich. Die salzige Luft lässt Körper und Geist gesunden, Lungenkrankheiten werden zur Legende und das Krankheitsrisiko sinkt enorm.

Schauen wir uns Italiener und Spanier an, die quasi von Meer umgeben sind. Sind das etwa keine freundlichen, offenen Leute, die das Gemeinsame und Gesellige zelebrieren? Da beschwert sich abends niemand, dass es zu laut ist, oder die Kinder noch nicht im Bett. Alles ist lockerer und leichter. Wer will das nicht?

Der schrecklichen Engstirnigkeit und dem Ordnungswahn der Deutschen, den grauen und griesgrämigen Gesichtern, wäre ein Ende gesetzt. Sie wären frohen Lebensmutes, kümmerten sich nicht darum ob die Kinder jetzt noch um 11 draußen spielen und Pünktlichkeit? Wer braucht das schon! Und man würde sagen, die Deutschen, so ein freundliches Volk!

Florierender Tourismus im eigenen Land

Berlin liegt unter Wasser. Und wer braucht schon Berlin? Dortmund entwickelt sich zur florierenden Küstenstadt und Aachen gilt als Strandparadies schlechthin. Metropolen wie London oder Venedig lägen ebenso unter Wasser wie New York, Bangladesch oder das Amazonas-Becken. Und dies hat einen gewaltigen Vorteil.

Sehen wir uns an, wohin die ganzen Fern- und Kurzreisen übers Wochenende führen. Richtig, in die großen und historisch populären Städte. Wer unternimmt nicht gerne einen Kurztrip über die Feiertage nach New York oder Berlin? Statt 12 Stunden via Zug und 300€ leichter, fliegt der Urlauber schnell in einer Stunde in die Bundeshauptstadt und das für schlappe 40€.  Lägen diese gern besuchten Städte unter Wasser und wären nicht mehr zugänglich, der Flugverkehr würde sich um mindestens die Hälfte halbieren. Der CO2 Ausstoß verringere sich und das wiederum käme der Luft zu gute.

Strandnixen und Wassermänner wären nicht mehr gezwungen ewige Reisen mit dem Auto anzutreten, das Meer liegt ja bereits vor der Haustür. Elektro- und Solarbetriebene Shuttles bringen Sonnenanbeter und Familien stündlich zum Strand.

Auch der Bergtourismus erlebt einen ungeahnten Aufschwung und jeder radelt Sonntags mit dem Ebike auf den höchsten Gipfel. Die Menschen werden durch die Gefahren, die der Klimawandel mit bringt, aufmerksamer. Sie lernen, wieder mit der Natur zu leben und werden bezüglich dem Umgang mit Tieren sensibler. Massentierhaltungen gehören bald der Vergangenheit an, sowie Stallhaltung für Weidetiere. Die Kühe auf der Alm erfreuen sich der menschlichen Gesellschaft, anstatt sie zu fürchten.

Wein aus Südengland und österreichische Bananen

Hat sich die Gesellschaft nicht mittlerweile Satt getrunken von französischen und italienischen Weinen? Jahrhunderte lang derselbe Geschmack, dieselben Marken. Öde wirds langsam, nicht? Fad sogar. Wird es nicht langsam Zeit für etwas neues? Der Klimawandel ermöglicht das. Und zwar im Süden Englands. Eisweine aus Grönland folgen.

Und wäre es nicht nett, unter Olivenhainen in Paris zu schlendern? Die anhaltende Hitze und gelegentliche Dürren ermöglichen den Anbau von Zitronen und Mandarinen in Europa; Österreich wäre nicht nur mehr auf dem Papier eine Bananenrepublik! Diese Entwicklung käme der Umwelt zu gute, verzichtet man auf Flugzeuge und Containerschiffe. Mittels weniger Schiffsverkehr lässt das Fischsterben nach, so auch die Verschmutzung der Meere. An den Polarkappen bilden sich Korallenriffe, das Meer beginnt sich zu erholen. Neue Fischarten werden entdeckt. Zu guter Letzt wird der Kapitalismus in die Knie gezwungen und eine kollektive Zufriedenheit stellt sich ein.

Green Cities und kulturelle Vielfalt

Tropische Sommer schaffen Notwendigkeit, Städte zu begrünen. Auf den Dächern sprießen Blumenbeete, unzählige Bäume werden gepflanzt und urbane Gärten sind an jeder Ecke gern gesehen. Die Fassaden sind grün und erinnern erinnern ans Paradies. Die Städter lernen, mit der Natur im Einklang zu leben und entwickeln die Fähigkeit sich auf Veränderungen positiv einzustellen und das beste daraus zu machen.

Die Begrünung der Städte bringt auch mehr Arbeit: Gärnter und Floristen werden zu den beliebtesten Jobs, die Tätigkeit im Freien, im Warmen und Grünen schürt das Glücksgefühl. Ein jedes Hochhaus besitzt seinen eigenen Garten und die Gemeinschaft wechselt sich in Nachbarschaftlicher Zusammenarbeit ab.

Und es gibt ausreichend Zeit dafür: Die durch Überflutung der Küstenländer angestoßene Flüchtlingsbewegung lassen Dörfer und Städte einerseits kulturell diverser werden (exotische Küchen werden noch beliebter!) andererseits folgt der Ruf nach Arbeit. Die Regierung entscheidet sich dafür, die Arbeitszeit zu halbieren – bei gleichem Lohn. Die Arbeitslosenrate sinkt fast auf Null. Neben ihrer eigentlichen Tätigkeit, gehen die meisten Menschen nun auch noch einer Gemeinnütziger Arbeit nach, was den Pflegebereich deutlich aufwertet und die Steuern erleichtert.

Alle leben gesünder

Nicht nur die salzige Meeresluft macht die Leute gesünder, sondern auch frische Luft und eine angenehme Beschäftigung in der reinen und guten Natur. Nicht zu vergessen, halbierte Arbeitszeiten und ein Ausbleiben kapitalistischer Zwänge, die das Genießen des eigenen Lebens erst wieder möglich machen. Die Gemütlichkeit, die mit der Wärme mitschwingt, lässt sie den einstigen, alltäglichen Stress vergessen und der Mensch besinnt sich wieder auf das, was wichtig ist: Die Zeit, die gegeben wurde, zu nutzen.

Im Jahre 2100 wird es kaum mehr Krankheitsfälle geben, außer kleinere Schnittverletzungen, die durch Unachtsamkeit beim garteln passieren. Krankenkassen, die sich lediglich um den Inhalt der Geldtasche des Kranken sorgen, werden abgeschafft. Die sanfte Hitze sorgt nicht nur für angenehme Gemüter, sondern auch für weniger Unfälle: Das Fehlen von Wintern und Schnee lässt Skiunfälle gänzlich verschwinden, sowie frostige Straßen, auf denen die Leute ausrutschen können. Es gibt keine Lawinengefahren mehr und auch keine jährlichen Überschwemmungen. Auch sinken die Heizkosten und das Wohnen wird gänzlich günstiger.

Die Menschheit wird zunehmend gesünder und der fatale Wunsch, Menschen künstlich verbessern zu wollen, gerät in den Hintergrund und schließlich in Vergessenheit. Die Wissenschaft konzentriert sich wieder auf das wirklich wichtige: Die Erkundung des Weltalls. 2032 fliegt eine bemannte Mission zum Mars, welcher 2103 kolonisiert wird.

Fazit

Mögen Klimaschützer den Teufel an die Wand malen; der Klimawandel, so schrecklich die Medien seine Fratze zeichnen, wird das Gute hervor bringen – die Natur wieder im Einklang mit ihren Kindern, den Menschen und Tieren, leben und ihnen alle Möglichkeiten schenken, die sie zu einem guten Leben brauchen.

Überstehen wir die aktuellen Katastrophen, erwartet uns eine blühende und strahlende Zukunft!

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