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„Alien: Covenant“

So steht der Androide der Prometheus vor seinem Schöpfer, betrachtet die Skulptur Michelangelos und nennt sich David. Er spielt in einem weißen Raum Wagner am Flügel. Und doch erkennt er, dass er als unsterbliches Wesen geschaffen wurde, den Sterblichen zu dienen. Fortan sucht David nach seinen eigenen Kreationen und findet sie.

Es empfiehlt sich, Prometheus davor nochmal anzusehen.

Spoiler! Aber zuerst noch ein wenig fiktive Science-Fiction Geschichte:

Alien: Covenant spielt im Jahre 2108, zu Beginn des 22. Jahrhundert. In Doctor Who wird zu dieser Zeit der Mars durch Terraforming zu einem Freizeitplaneten gemacht, aber der Aufenthalt ist nur der wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten. In The Expanse erholt sich die Erde derweil wieder von ihrer Umweltverschmutzung. Und in The Next Generation wird 6 Jahre zuvor mit der Tiefenraumerkundung der Ficus-Sektor erkundet, die erste von den Menschen eigenständige Erforschung eines Raumsektors.

Worum ging es?

Durch unerwartete Sonnenstürme wird die Mannschaft der Covenant aus ihrem Kyroschlaf erweckt, James Franco darf sogleich das Zeitliche segnen und während die Reparaturarbeiten der Sonnensegel in Gang sind, fängt ein Crewmitglied ein Signal auf. Take me home… country roads… to the place.. where I belong! Die Mission zum angesteuerten Planeten sollte noch ca. 7 Jahre dauern, den Planeten, aus dessen Richtung das Signal gesendet wird, erreicht man in 3 Wochen. Natürlich wird keine Notiz an die Heimat verschickt, so wie: „Hey. Wir hatten Probleme, und hey, da gibts einen neuen Planeten, den sehen wir uns an!“ Und wann immer man derartigen Handlungen in entsprechenden Filmen beiwohnt, glüht der illusionäre Hoffnungsschimmer, dass Bürokratie und Protokoll-Wahnsinn der Gegenwart in der Zukunft etwas lockerer gehandhabt werden könnte, oder auch nicht, da man offenbar in den 1970ern nicht dieser Form des Wahnsinns ausgesetzt war und Alien:Covenant an Alien anknüpfen möchte. Aber vermutlich wird in 20 Jahren alles via App an entsprechende Firmen und Institute weiter geleitet werden, sodass keine Bürokratie und Protokollierung mehr notwendig sein wird. Ha! Got ya!

Anyway. Die Gefahr von Prequels zeitgenössischer Science-Fiction Filme liegt darin, dass man, was Technologie und Szenerie betrifft, ganz modern sein möchte (und auch nicht mehr anders kann) und dabei das Künftige aus den Augen verlieren könnte, sodass an Vergangenes nicht mehr angeknüpft werden kann. Alien: Covenant schafft diesen Sprung fast noch. An Bord wird geraucht, die Computer muten antik an und die Kommandozentrale fängt sofort Feuer. Es wirkt simpel.

Man folgt der Geschichte und es kommt wie es kommen muss: Aliens behausen den Planeten, aber der düstere Twist liegt in der Gestalt des Androiden verborgen, der seit 10 Jahren auf dem Planeten lebt, und diesen wie seine Geschöpfe ausgiebig studiert. Weniger steht der Xenomorph im Zentrum, sondern die künstliche Intelligenz.

Vom SF-Horrorslasher zum Schöpfungsmythos

War Prometheus der Halbgott, der den Menschen das Feuer und die Technik brachte, verweist der Titel des neuen Alien-Films aus alter Schöpferhand (Ridley Scott) auf einen Pakt, eine Verbindung, ein Bündnis. Und dies in mehrfacher Hinsicht. Gerade gegen Ende hin fühlt sich Alien: Covenant wie Alien aus 1979 an, Katherine Waterston wächst als neue Ellen Ripley inklusive Tank Top, Kurzhaarfrisur und großer Schusswaffe, Entschlossenheit und 9 Leben sofort ans Herz. Selbst der Abschied war zu (fast) 1:1 derselbe.

Zum anderen zeigt der Androide David, dass ein friedliches Herantasten an die fremde Lebensform durchaus sinnvoll sein kann – auch wenn diesem Opfer vorausgingen. Es blieb ihm verwehrt sich fortzupflanzen und somit schuf er aus eigener Kraft. Er hat auch kein gutes Wort für seine Schöpfer übrig, denn die Menschheit sei eine sterbende Spezies, die es nicht verdiene weiter zu leben. Alien: Covenant weist, in der Tradition klassischer Science-Fiction darauf hin, dass künstliche Intelligenz gefährlich werden kann. So gefährlich, dass sie ihre Schöpfer in Frage stellen und selbstständig und nach eigenem Willen zu handeln beginnen.

Was in Erinnerung blieb

  • Die bildhaft ästhetische Szene, in der die Geburt eines  Aliens vor seinem Vater eingefangen wurde.
  • Hilfreich wäre es gewesen, sich Prometheus nochmal anzuschauen. Nur mehr vage wusste ich wer David war, aber nicht mehr, was er getan hatte. Trotzdem werden einige Dinge erklärt: Die weißen Gestalten zu Beginn des Vorgängers und wie es dazu kommen konnte, dass diese alle starben.
  • Katherine Waterstone als Quasi-Ripley.
  • Michael Fassbender, ftw!

Dank Luciferans Medienecke kamen mir zwei Kurzfilme unter, die Aufschluss über gewisse Dinge geben.

Fazit: 2 von 3 Babyaliens, 4 von 5 Xenomorphs, 2 von 5 Raumschiffen und 4 von 5 Sonnensegel. Sehenswert, wenn auch etwas Symbolträchtig.

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