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Über Reitbeteiligungen

Der Traum vom eigenen Pferd lässt sich aufgrund mannigfaltiger Gründe nicht verwirklichen? Eine Reitbeteiligung kann der Sehnsucht nach einem Pferd, dem reiten und samtigen Nüstern Abhilfe verschaffen.

Es folgt ein Eintrag aus Sicht einer Reitbeteiligung. Vielleicht wird dies nicht der einzige bleiben. Wir werden sehen.

Die Vorteile

Als Reitbeteiligung (kurz RB) hat man viele Vorteile: Man zahlt einen gewissen, fixen Betrag und kann, je nach Belieben, zu fix vereinbarten Zeiten ein Pferd reiten, streicheln, spazieren gehen, dazu lernen, Reitstunden nehmen und sich weiter bilden. Kurz: Zeit mit einem Pferd verbringen, ohne für die gesamten Kosten aufkommen zu müssen; und ohne viel Verantwortung.

Im Normalfall sind das 2-3 Tage wöchentlich für ca. (je nach Ausbildungsgrad des Pferdes und Kosten des Stalles) 60-160€. Manchmal wird auch nur Mithilfe im Stall gefordert. Dann kommt ca. eine halbe Stunde misten und bei der Fütterung helfen dazu. Manche verlangen auch nur den Schmied, was alle 6-8 Wochen oder auch weniger 80€ aus machen kann. Oder was auch immer gebraucht wird. Es gibt aber auch Angebote für 2x die Woche und 200€, was meistens auf Turnierpferden mit fixen Zeiten und Aufgaben angeboten wird, wo aber auch die Möglichkeit besteht, an Turnieren teilzunehmen.

Abzuwägen ist, ob eine RB nicht nur zur Mitfinanzierung des Stalles gebraucht wird (was auch öfters der Fall ist wenn bspw. für 2x die Woche und 160€ auf einem mäßig ausgebildeten Pferd inkl. 2. RB gesucht wird) oder tatsächlich deswegen, weil der Besitzer nicht ausreichend Zeit hat, aber sein Pferd bewegt haben möchte.

Jedenfalls; man kann ein Pferd relativ kostengünstig reiten, ohne die volle Verantwortung zu tragen oder sich weitere Gedanken machen zu müssen, wie Tierarzt, Schmied, Entwurmen, richtige Fütterung, Gesundheit, Sattel, Zaumzeug, und so weiter. In der Regel kümmert sich der Besitzer darum. Und wenn nicht, dann muss es einem egal sein.

Die Nachteile

Aber es gibt auch Nachteile: Nachteile, eigentlich unter „, aber – es sind (oder können), für die RB, gefühlt, Nachteile sein: Das Pferd gehört einem nicht; und der Besitzer kann tun und lassen was er möchte, und wie er möchte. Ob man damit einverstanden ist oder nicht, man muss sich damit abfinden. Man hat sich an die Regeln des Besitzers zu halten, auch wenn dieser sie alle drei Monate ändert.

Steht das Pferd nur in der Box und wird nur zum reiten raus geholt, hat das die RB nicht zu kümmern. Kommt der TA nicht regelmäßig oder der Schmied nur alle 6 Monate (üblich sind alle 6 Wochen bis 3 Monate), dann hat die RB auch das zu akzeptieren. Wird das Pferd mit unpassender Ausrüstung geritten? Finde dich damit ab, geh, oder kauf eigene Sachen. Und wenn der Besitzer verbietet, dass kein Mesh (eine Futtermischung, die mittlerweile in vielen Ställen nach dem reiten üblich ist, mit beispielsweise rote Beete, Leinsamen und was auch immer für das jeweilige Pferd gut ist) gegeben wird, dann ist das so. Als RB hat man nichts zu melden. Man zahlt ja auch nur einen Minibetrag in einem gesamten Kostengefüge.

Oft auch, und verständlicherweise, wird auch gefordert, dass man so reitet, wie der Besitzer es für richtig hält. Das ist per se kein „Nachteil“, kann sich aber nachteilig anfühlen, wenn man mit der Reitweise nicht vertraut ist, oder die Art und Weise, den Ansatz, die Schule oder was auch immer, nicht vertretbar findet:

Jemand der mit positiver Verstärkung arbeitet, wird keinen Gefallen an Parelli finden. Westernreiter können selten was mit der englischen Reitweise anfangen und umgekehrt, und ich, als „Bareback-Reiter“ (ohne Sattel-Reiter, bestenfalls auch Gebisslos), kann einer eingeschnürten Reitweise nichts abgewinnen. Sicherlich, für manche Pferde braucht man das eine oder andere Tool, schon alleine der eigenen Sicherheit wegen (ich reite auch nicht jedes x beliebige Pferd ohne Sattel) oder bezüglich gesunder Gymnastizierung; aber dazu ein ander Mal.

Und jene, die mit Pferden zu tun haben, Besitzer und Kundige, Interessierte und Vergraulte, kennen diese ganz, ganz unterschiedlichen und teilweise kuriosen Ansichten, die sich bei jedem nach einer Zeit einschleichen, über die in Stallgassen gelästert, und als merkwürdig empfunden werden (oder falsch); und einen gemeinsamen Nenner zu finden, gestaltet sich tatsächlich oft schwierig. Und in der Reiterei gibt es so viele verschiedene Meinungen! Jeder Reiter kennt das.

Vorsicht!

Als Reitbeteiligung genießt man in vielen Ställen kein gutes Ansehen.

Die RB ist zu arm für ein eigenes Pferd und kann auch nicht viel; denn wenn sie was könnte, dann würde man ja sie bezahlen, nicht? Oder sie hätte Gratis ein Pferd zur Verfügung. RBs erfahren oft auch nur das notwendigste, oder gar nichts. Ist ja nicht ihr Pferd. Warum sollte man denen was sagen, die zahlen, damit sie reiten dürfen, is doch eh schon toll, nicht? Wozu müssen sie in alles andere eingebunden werden; hat sie nicht zu interessieren. Sie sind da, um zu reiten, aber bitte nicht mehr und bitte so, wie der Besitzer das will, und nicht anders, und wenn der Besitzer das Pferd kurzfristig braucht, ja, Pech gehabt.

Das ist natürlich der Worst Case. Es kann aber durchaus möglich sein, dass man als RB lediglich Mittel zum Zweck ist, ein gewisses, sicheres Einkommen darzustellen und 6x oder auch nur 1x die Woche ein Pferd bewegt.

Zusammenfassend

Eine gute Reitbeteiligung ist schwierig zu finden: Angenehm sind, gewisse Regeln die von Anfang an bestehen; es gibt fixe Tage, und die Möglichkeit Unterricht zu nehmen, auch andere Reitweisen kennen zu lernen; man genießt das Vertrauen der Besitzer und arbeitet zusammen. Heute das, morgen das, und wenn es ginge, am Freitag dies und jenes bitte, wenn nicht auch nicht so schlimm. Man kann sich auch absprechen und pflegt einen guten und kollegialen Umgang miteinander und wertet niemanden von vornherein ab.

Wie überall dort, wo gewisse Vereinbarungen getroffen werden, ist es wichtig, dass Besitzer und Reitbeteiligung sich auf gleicher Augenhöhe befinden und vielleicht auch, dass die Ansichten nicht komplett auseinander gehen.

Eine Reitbeteiligung wird, im Idealfall, gesucht, weil der Besitzer nicht so oft Zeit hat sein Pferd 5x die Woche zu bewegen und sich deswegen mit jemanden zusammen tut, der seinen Vorstellungen entspricht, oder eben jemanden, der sich um das Tier kümmert, wenns Freizeit-mäßig geritten wird. Viele Besitzer sind durchaus liberal und lassen gewisse Freiheiten. Du magst meinem Pferd ein blaues Halfter kaufen, ja bitte, wenns dich freut, dann mach. Und ja, RBs kaufen Sachen für das Tier, das ihnen nicht gehört. Das ist normal.

Ich bin mir sicher es gibt ausreichend Beschwerde-Beiträge von Besitzern über unzuverlässige, schlampige und schreckliche RBs, und die gibt es sicherlich, aber ich gehe jetzt, als RB, davon aus, dass sich die meisten anständig verhalten und auch zuverlässig sind.

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Woche #2711

Soweit sogut. Das Jahr ist bald vorbei. Eine Bilanz wird nicht gezogen, es würde vermutlich nur demotivieren.

MissBooleana zu diesem Thema übrigens einen sehr tollen Beitrag verfasst, den ich mit einem bewundernden und einem neidischen Auge betrachte. Ich hätte auch gerne die Disziplin zu planen und wöchentlich drei Beiträge zu veröffentlichen, dann noch nach Themen sortiert und regelmäßig, aber das wäre dann künstlich und gänzlich unauthentisch und es ist ja auch wichtig, authentisch zu bleiben. Aber zu Recht meint sie, dass sich die Leute fragen können: „Gibts XY noch und warum schreibt er/sie nichts?“ Und sie hat auch recht damit, dass man sich überlegen muss, ob man „frei“ sein will, und dann und wann bloggen, wenn es einem selbst gefällt, oder ob man mehr erreichen möchte.

*

Interessant ist, dass der alte Mann vom Stall meinte, es sei absurd, dass man jetzt noch mit dem Pflug den Boden bearbeiten könne – und deutete damit auf den Klimawandel hin. Denn eigentlich sollte der Boden bereits gefroren sein. Auch die Heuernte war wegen der Hitze dieses Jahr sehr dürftig, weswegen ich öfters hörte, dass Heu sowie wie Gold sei. Interessant (irgendwo auch logisch, aber andererseits auch wieder seltsam), dass die lokalen Auswirkungen die Menschen dazu bringen, den Klimawandel als gegeben anzusehen, während die großen Katastrophen, die medial transportiert werden, eher ignoriert werden. Ihr versteht was ich meine, oder?

*

An der Pferdefront gibt es nichts erwähnenswertes zu berichten. Wir reiten Gebisslos und sind rundum zufrieden. Interessant aber ist dennoch, dass wenn ich angepisst ist, sie angepisst ist und öfters versucht, zu grasen und ganz und gar nicht das tun mag, was ich will. Hingegen wenn ich gut drauf bin, alles im reinen ist und einfach nur den Tag genieße, grast sie nicht und macht, was ich möchte. Tiere sind große Lehrmeister, und es heißt ja immer, man solle seine negativen Emotionen bevor man den Stall betritt, abschütteln – was sich natürlich nicht immer so leicht umsetzen lässt. Sie versteht ja nicht, warum ich gerade schlecht drauf bin – sie merkt nur, ich bin nicht gut gelaunt und reagiert entsprechend darauf.

Und wenn sie schon unsere kleinste Nervosität und Unsicherheit spüren, spüren sie auch alles andere. Auch wenn ich öfters zum Telefon greife, um Sprachnachrichten zu senden, nutzt sie die Situation um das zu tun, was ihr im Moment mehr bringt – oder macht sich bemerkbar, ich solle mich jetzt auf sie konzentrieren. Sie mögen es wirklich nicht, wenn man nebenbei was anderes tut. Sie mögen es auch nicht, wenn man ständig mit der Freundin schwatzt während des Reitens. Sie wollen, soweit ich bisher bemerkt habe, dass man sich vollends auf sie konzentriert – und mit ihnen im Moment ist.

Wenn ich Fotos mache, bleibt sie meist von allein stehen – möchte aber dann eine Belohnung. Eine Freundin meinte, ich hätte sie hervorragend darauf konditioniert, dass, wenn sie glaubt was gut gemacht zu haben, sich eine Belohnung erwartet.

Manchmal bietet sie auch Übungen einfach so an: Sie geht aus dem Nichts heraus rückwärts und schaut dann her, als wolle sie sagen: „Schau, hab ich das nicht gut gemacht? Wo ist meine Belohnung?“ Ich zweifle dann immer das Verhalten zu belohnen, weil sie eigentlich nichts falsch gemacht hat, im Gegenteil, aber unaufgefordert kann, je nach Situation, eben doch gefährlich werden.

*

Das Wetter ist aktuell zu kalt. Und es wird zu früh dunkel. Wenn ich gegen 5 den Stall verlasse, erinnere ich mich öfters, dass ich im Sommer erst gegen 7, halb 8 reiten konnte, weil es sonst zu warm war.

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Woche #1110

Heut aber! (vor einer Woche ca.)

Der Kaffee-Automat an der Architektur funktionierte nicht, was mich dazu brachte ins Bauingenieur-Gebäude zu gehen und mir dort einen zu holen. Zumal sich zig Architekturstudenten in meinem kleinen Büro befanden, das Licht somit eingeschaltet sein musste (was ich in der früh hasse wie die Pest) und sie laut quasselten ohne Sinn und Zweck. Kurzum: Es nervte mich. Im Bauingenieurs-Gebäude sprang mir sogleich ein Poster ins Auge, dass ich haben musste. Glück im Unglück. Unglück im Glück: Ich weiß nicht wo aufhängen..

Lustig auch, dass ich erneut eine Rechnung einer Versicherung bekam, die ich bereits im Juni (!) gekündigt habe. Es ist sooo mühsam der Erwachsenen-Welt Folge zu leisten, nach deren Regeln spielen und deren Lefzen lecken, dass ich es verstehe, wenn der Geist sich in einer Art konstruierter Kindheit zurück zieht, aber dafür auch Freiheitsentzug in Form einer geschlossenen Anstalt in Kauf nimmt. Ich kanns nachvollziehen.

Als ich dann ein Let’s Play schneiden wollte (die letzten drei geplanten konnten aufgrund fehlender Tonspur beim Video nicht verwendet werden – so ein guter Cave!) bemerkte ich, dass der Content soooo langweilig war, dass ich mein Vorhaben aufgab. Zumal auch eine wichtige Sequenz fehlte (die ich verpasst hatte aufzunehmen) und es sonst keinen wirklichen Sinn ergab. Gut, es sind erst 3 Tage seit dem letzten vergangen. Dennoch. Ich startete ein anderes Spiel, aber die Technik verweigerte sich diesem ebenso. Und als ich mir dachte, gut, dann halt Minecraft, muss irgendwas mit der Grafik passiert sein, dass es mir gänzlich (für heute) die Lust raubte, auch nur irgendwas zu spielen. Morgen vielleicht wieder. Oder nächste Woche.

Dann wollte ich dank diesem Tweet hier, folgende Serie anschauen – natürlich wird sie erst im Oktober veröffentlicht!

Manchmal geben Tage einem deutlich zu verstehen, dass sie dich heute nicht mögen und alles daran setzen, um dir diese 12-24h besonders unfein zu gestalten.

Pferdecontent

Ich bin gestern mit der Herde ohne Sattel/Pad/Zaumzeug einen Hang hoch galoppiert. Ein kleiner Kindheitstraum hat sich erfüllt.

Auf dem Grundstück, auf dem sie grasen dürfen, schließt eine Wiese an, die weiter unten liegt, und nicht ihrer zugehörig ist. Ratet, wo sie sich in letzter Zeit gerne befinden: Auf der unteren Wiese.

Ich hatte mich heute im Zuge eines Shootings (leider war zuviel Sonne) schon mal ohne allem auf sie gesetzt, glaubte aber, sie werde mich eh runter werfen. Nein, tat sie nicht. Sie trabte zwar nicht dahin, wo ich wollte (an den Bein- und Gewichtshilfen müssen wir also noch üben – oder sie wollte einfach nicht), aber immerhin warf sie mich nicht ab. Als sie wieder das fremde Grundstück infiltrierten, dachte ich mir: Setz dich doch drauf und treib sie hoch. Natürlich lief sie zur Leitstute, diese aber dann doch hoch – und siehe da. Sie duldet mich tatsächlich auf ihrem Rücken. Einfach so. Ich glaube, sie mag mich. Oder ist gehorsam geworden (wobei nein – beim Spazieren gehen, grast sie ständig obwohl sie weiß, dass sies nicht darf).

Stichwort Spazieren gehen: Nachdem wir die letzten Tage viel geritten sind, hatte ich vor, nur gemütlich im Wald spazieren zu gehen. Welch nobler Gedanke und welch mühsames Outcome. Ständig steckte ihr Kopf im Gras und saß ich auf ihr, liefs perfekt. Dann eben reiten, dumm halt, dass wir nur mit Stallhalfter und Strick am Weg waren, was etwas unsicher und gefährlich und ich glaube, nicht mal ganz legal ist.

Eine Freundin meinte, spazieren gehen wird ihr wohl zu langweilig sein, weswegen sie sich eine andere Beschäftigung sucht und grast. Wenn ich reite, kann sie selbst die Geschwindigkeit regeln und ist damit zufriedener, so ist sie unzufrieden und sucht nach Verbesserungen. Argh!

Und ich habe versucht mit Shaka Schafe zu treiben (Achievement unlocked!), die sich unerlaubt an der Pferdewiese zu schaffen machten, nachdem sie wieder mal eine Möglichkeit gefunden hatten, den Zaun zu umgehen. Aber sie haben keine Angst vor Pferden. Im Gegenteil. Sie waren neugierig. Als ich dann klatschte, eilten sie hoch, Shaka verlor die Lust daran und wollte grasen. Recht hatte sie.

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Woche #2709

Und schon wieder ist eine halbe Ewigkeit seit dem letzten Eintrag vergangen – aber es gab/gibt gute Gründe dafür:

1. Die Fohlen sind gerettet!

Maizauber und Newton, deren Zukunft recht ungewiss war, haben einen guten Platz gefunden – dank meines Videos und der Initiative der Besitzerin, die das Video weiter schickte, dürfen beide gemeinsam aufwachsen und sehen einer hoffentlich guten Zukunft als Kutschpferde entgegen. Sie wachsen nun 800km entfernt in Norddeutschland auf. Ich hatte davor noch zig Leute angeschrieben – und gegen Ende drei Menschen gehabt, die beide, und nur gemeinsam, aufgenommen hätten. Wenn das alles ist, was es braucht – dann bitte.

Dadurch ergab sich die Möglichkeit, für weitere Fohlen via Videos einen Platz zu finden. Seis drum, die Videos sind schnell geschnitten, es ist kein Aufwand – und wenn sich dadurch das Leben von kleinen Fohlen retten lässt. 11 Jungs sind aktuell noch zu vermitteln.

2. Videos..

Auch auf Instagram tummeln sich Videos – allerdings habe ich dieses mal mit dem Material aus Korsika so meine Probleme, und ich bin mir unsicher, wie viele gute Videos sich noch heraus holen lassen.

Kreta war neu, eine gänzlich unbekannte Insel, wir fuhren viel herum, und auch wenn sich die Motive der Videos wiederholten, war doch jedes für sich einzigartig. Jetzt, nachdem alles vieles bekannt und bereits gemacht ist, fühlt man sich etwas Ideenlos und setzt die Messlatte höher. Ich denke mir: „Was? Schon wieder Meer und Wind? Ah geh, das geht auch besser“ oder „Wellen, yay! Toll, aber…“ Irgendwie will es noch nicht so richtig.

Btw. Korsika war großartig. Ich glaube, dieser Campingplatz wird öfters besucht: Kaum Menschen, günstig, klares Meer, Platz direkt am Strand mit Sonnenaufgang.. I want to go to there!

3. Dorena!

Dorena ist wieder da! Allerdings hatte sie sich auf der Alm ihre Hufe derart abgetragen, weswegen die nächsten 2 Wochen nur wenig getan werden darf. Spazieren, Schritt und Trab sind okay, aber so, dass die Eisen oben bleiben. Aber das ist okay, ausreichend Zeit sie ans Flower Hackamore zu gewöhnen.

Mit Shaka hatte ich vor einigen Wochen einen Moment, der mich echt wieder zur Verzweiflung gebracht hatte. Ich stand heulend auf der Straße und wollte eigentlich alles lassen. Alles. Dann gabs eine Reitstunde – und danach: „durchsetzen“. Und zwar nicht mit Gertenhieben und Gewalt, sondern einem gezielten Klapps auf die Schulter, strenger Stimme und einem deutlichen Ziel vor Augen, wie „Wir gehen jetzt“. Offenbar braucht es bei Shaka nicht mehr, denn seit dem geht sie motiviert in Richtung Feld. Sie ist, glaube ich, auch sehr klug und durchschaut Menschen sofort. Sie weiß, wer sich durchsetzen kann, wer angeschlagen ist, wer schwach ist, wer mit ihr umgehn kann. Aber sie lernt auch schnell, und das „Steh“ funktioniert jetzt so gut, dass ich sie auch ohne anzubinden, abduschen kann. Sie wartet, bis sie das Leckerli bekommt.

Da jede RB ihr eigenes Pferd hat, sozusagen, dachte ich mir letzthin „Schade, bald werde ich Shaka nicht mehr (so oft) reiten können.“ Als ich Tags darauf in den Stall kam, begrüßten mich alle Pferde, hoben den Kopf, schnupperten, außer eine: Shaka. Ist auch gut.. dann seis halt so. Immerhin ist Dorena wieder da.

4. Let’s Play

Ja! Ich habe mein erstes Let’s Play veröffentlicht. Sucht erst gar nicht danach. Noch bleibt es Inkognito. Wer wissen will, wonach er suchen muss, muss mich direkt kontaktieren und mir Antwort auf folgende Frage geben: Was war das schrecklichste, was ihr je getan habt?

Bis ich allerdings soweit war und ein Spiel gefunden hatte, hatte ich unzählige andere ausprobiert – die mich übrigens sehr motiviert haben, selbst ins Geschäft einzusteigen – was mich dazu gebracht hatte, mir Unity zu besorgen (die kostenlose Version) und daraufhin via YouTube Mentor versuchte, mein erstes Spiel zu erstellen. Natürlich werde ich es bereit stellen, sobald es fertig ist und natürlich selbst Let’s Playen. Es ist wirklich aufwendig, und eigentlich nicht das was ich mir vorgestellt hatte, aber irgendwie muss man ja die Basics lernen. Aber ich glaube, wenn man die beherrscht, lässt sich einiges machen.

Gut, weder „The Beginners Guide“ noch „Time Frame“ eigneten sich für Let’s Plays. Zumindest nicht für den Anfang. Man müsste zwar meinen, ein Walking Simulator eigne sich hervorragend, aber nein – tut es nicht. Allerdings kann ich beide Spiele empfehlen, besonders „The Beginners Guide“.

Und bis ich eine Software gefunden hatte, die so aufnimmt wie ich das will – und alles so eingestellt hatte, und eine einfache Videobearbeitungssoftware ausfindig machen konnte – vergingen mit der Zeit auch eine Menge an Nerven verloren. But, I did it!

5. Generell

Weder für Supergirl noch für Kino blieb Zeit. Und ich weiß gar nicht mehr, was alles an aktuellen Serien läuft, die gesehen werden müssen. So viel zu tun und so wenig Zeit!

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Woche #0609

Ich bemerkte gestern wieder einmal, nein, eher: Ich wurde gestern wieder mal darin bestätigt, dass ich bei allen Terminen pünktlich bin. Selbst wenn ich glaube es diesmal verschissen zu haben: Selbst dann. Immer. Ist das meine geheime Superkraft? Wär a bissl langweilig.

Und selbst dann, wenn es sich eigentlich, realistisch gesehen, gar nicht mehr ausgehen dürfte pünktlich zu sein. Ich hatte Bus Nummer 1 und somit Bus Nummer 2 verpasst. Bus Nummer 1 fährt nur alle 30 Minuten, und somit lief ich 20 Minuten den Berg hinab, um einerseits noch Proviant zu kaufen und in Richtung Bus Nummer 2 zu gehen, der alle 15 Minuten fährt und laut Fahrplan 1259 an gewünschter Haltestelle ankommen sollte. Und das ein Bus wirklich pünktlich ist, ist unrealistisch. Aber in diesem Fall war er es. Und der Termin nur eine Minute von der Haltestelle entfernt. Ergo = Ich war doch pünktlich. Trotzdem könnte man das verpassen des ersten Busses (ich hatte irgendwo bei Social Media noch was kommentiert und die Zeit übersehen) als einen klassischen Akt der Selbstsabotage betrachten.

*

Achtung, diesmal mehr Pferdecontent, lohnt sich aber.

Der Ausritt mit Shaka gestern war .. emotional fordernd.

Sie hatte sich die letzten Tage generell geweigert raus zu gehen. Die Fohlen sind bereits in eigener Box, und somit schmerzten ihre Euter. Umso wichtiger, dass sie bewegt und die Milch zum abfließen angeregt wird.

Dennoch, keine Chance, sie in Richtung Feldweg zu dirigieren, der hinten den Hügel runter führt. Vorgestern hatte ich sie am Platz mit der Flower Hackamore geritten, eine Gebisslose Trense, welche auf die Nase wirkt uns als Sidepull eingestellt, also ohne Hebelwirkung. Shaka war sehr aufmerksam, motiviert, hatte meist ein Ohr bei mir, einen dezenten Schaumrand, schnaubte regelmäßig ab (Anspannungen lösen sich) und kaute oft (was bedeutet, sie hat nachgedacht), während die Unterlippe entspannt rumbaumelte. Sie glich einem Paradebeispiel für ein losgelassenes Pferd bei der Arbeit. Wenn jetzt noch dem Befehl „Steh“ mit leichtem Zupfen, nicht mehr willkürlich gefolgt wird, sondern generell, würde ich es wagen auch Gebisslos mit ihr ins Gelände zu gehen.

Gestern habe ich es also wieder versucht ins Feld zu gehen. Keine Chance. Dann eben Richtung Wald. Der Weg in Richtung Wald (auch „Waldweg“ genannt), eine ca. 45 minütige Strecke, ist zunächst sehr steil, was aber ein gutes Training für ihren Rücken ist. Teilweise trabte sie diesen brav hoch, auch wenn ich sie ständig treiben musste.

Plötzlich aber blieb sie wieder stehen. Und wollte umdrehen. Irgendwas war ihr ungeheuerlich. Ein Hämmern aus einem Baum, das Geschrei der Kinder, die sie nicht sah? Ich versuchte zuerst noch ein paar Runden zu reiten und sie aus dieser Bewegung erneut anzutreiben, was aber nicht funktionierte. Sie blieb immer wieder stehen – oder ging rückwärts. Also stieg ich ab und versuchte sie zu führen. Selbiges Spiel. Aber auch da hatte ich keine Chance und sobald wir in der Nähe des Grases waren, schnellte der Kopf nach unten. Also sooooo ängstlich kann sie auch nicht gewesen sein.

Zwei junge Burschen, die vermutlich am nahe gelegenen Hof arbeiteten, beobachteten mich, waren aber keine weitere Hilfe. Irgendwann kreuzte ein Bauer meinen Weg, der versucht hatte sie anzuschieben. Natürlich funktionierte auch das nicht. Er meinte, er möge die modernen Haflinger nicht, da sei zuviel Araber drinnen. Ja, der klassische Haflinger wäre wohl noch sturer.

Gut. Strategieänderung: Ich wartete. Und wenn sie einen Schritt trat, wurde sie ausgiebig gelobt. Sie tat irgendwann tatsächlich immer wieder einen Schritt und schaute sich alles genau an. Sie war aufmerksam und auch etwas nervös. Es ist übrigens erstaunlich wie schnell sich, ob vom Boden oder von oben, Spannungen gegenseitig übertragen.

Ich versicherte ihr, stimmlich und emotional, dass alles in Ordnung ist und die schreienden Kinder, die sie nicht sah, keine Gefahr sind, dass das Hämmern aus dem Baum, nichts schlimmes ist. Und die schreienden Kinder hatten mich so unfassbar genervt. Aber es war alles okay. Ich streichelte sie langsam und bewusst am Hals. Und gab ihr Zeit. Versicherte ihr, in dem ich ruhig blieb und wartete, dass es okay ist zu warten.

Es hatte in diesem Fall keinen Sinn sie vorwärts zu treiben. Und sollte sie mich „testen“ wollen, hätte sie gesehen, dass sie damit nicht durchkommt. In diesem Falle glaube ich, war sie tatsächlich verunsichert.

Schlussendlich fasste sie Mut und ging mehrere Schritte. Die Sachen die ihr Angst machten, berührte ich mit der Gerte, alles kein Problem. Sie ging wieder weiter. Bis sie dann aufgeregt schneller wurde und wir den Weg in Normalgeschwindigkeit fortsetzen konnten. Immer wieder blickte sie hier hin, dort hin, ich ließ sie schauen. Und irgendwann wars geschafft. Dann gabs ein Leckerli. Und viel Abschnauben. Die Anspannung war weg und alles war wieder gut.

Man hätte auch umdrehen können – aber das ist nicht immer eine Lösung. Manchmal, ja. Wenn die Gefahr in den Augen des Pferdes zu groß ist, und ich als Leittier nicht ausreichend vermitteln kann, dass ich sie sicher durchbringen werde. Ich muss nicht meinen Willen durchsetzen, wenn ich selbst dabei nervös und genervt bin. Man geht einfach am nächsten Tag denselben Weg nochmal, und versucht bewusst ruhig und gelassen zu sein. Aber in diesem Falle hats geklappt. Der Galopp daraufhin war sehr schnell (Shaka ist von gemütlicher Sorte und ihr Galopp schrecklich holprig) und für eine Sekunde dachte ich mir, jetzt geht sie durch. Nein, ich hatte sie noch. Die weiteren Galopps waren ebenso schnell, und gut zu sitzen.

Er war erfolgreich, aber fordernd. Ja, man lernt jeden Tag, bei jeder Begegnung etwas neues. Sie lernen von dir, und du von ihnen. Sie lernte gestern, dass ich sie an etwas Seltsames sicher vorbei bringen kann, und ich lernte, dass ich ihr viel mehr Zeit geben muss. Aber das ist in Ordnung. Und nein, ich habe sie davor nicht durchgepeitscht, auch wenns manchmal einen Klapps gibt. Die ersten paar Male habe ich aufgegeben und sie nur mehr selten geritten. Einmal, als sie vorm Feld stehen blieb (gut, es war grad Fütterungszeit), wartete ich eine halbe Stunde und versuchte durch Kreise gehen, sie zum weitermarschieren anzuregen. Irgendwann gab sie nach – war danach wieder lammfromm und ich kürzte den Weg ab. Und einmal, als ich mit einer Bekannten nur spazieren gehen wollte, hatte ich mich, nach einer Portion Verzweiflung, dann doch drauf gesetzt, einen anderen Weg gewählt und siehe da, kein Problem.

Interessanterweise wurde ich 5x gefragt: „Ohne Sattel?“ und 5x sagte ich: „Ja, is feiner. Und sicherer. Und sie mag es auch lieber :)“ Aber nicht wegen des fehlenden Helmes angesprochen.

Und ja, ich sitze sicherer ohne Sattel. Wenn irgendwas ist, hält man sich an der Mähne fest und rutscht runter, und landet zu 90% auf den Beinen. Geht zwar mit Sattel auch, aber die Gefahr sich im Steigbügel zu verheddern, ist doch gegeben, wodurch man vorsichtiger rutscht. Aber schlussendlich geht es auch ganz viel darum, wie man sich fühlt: Fühle ich mich sicherer ohne Sattel, reite ich natürlich besser. Und jeder hat eigene Vorlieben und Präferenzen.

An dieser Stelle bitte ich Reiter und Interessierte von einem Shitstorm abzulassen. Ich lerne, jeden Tag. Vermutlich wird mir der eine sagen: Aber! Und der andere: Warum? Und der nächste: Oh mein Gott! Jeder Reiter hat seine eigene, feste Meinung und glaubt Pferdegerecht zu agieren. Auch ich. Eh klar. Deswegen, bitte kein Shitstorm.

*

Und es gibt noch was zu berichten.

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Almfeeling, 2018

Selige Ruhe und Harmonie. Stille und Frieden. Bis auf das vereinzelte Läuten der Kuhglocken, oder den immer wieder durchquerenden Autos, den Rufen der Sportbegeisterten jeden Alters, die mit E-Bike oder zu Fuß, schnaufend und fluchend, oder via Mountain-Bike strampelnd dem Volkssport frönen.

Nein, das Almleben ist keine Flucht in die Einsamkeit. Im Gegenteil. Ein Hort für Touristen und Laufsteg diverser Sportartikelhersteller.

[2018 verfasst]

Als vorletzten Dienstag die Pferde auf die Alm gebracht wurden, wurde es allmählich Zeit sie zu besuchen. Der Tag begann kühl und es wurde nie unerträglich heiß. In meiner Phantasie tollte bereits eine Fury-Szene über saftige Wiesen: Wenn Madame mich sehen wird, wird sie auf mich zustürmen und uns vor Tiroler Killerkühen beschützen, die sich uns bei unserer Flucht in die Wildnis in den Weg stellen, bis wir abstürzen und gemeinsam sterben. Oder so. Oder ich fürchtete sie werde weglaufen.

[Anmerkung: Nein, solche Szenen passieren nicht. Pferde kommen auch ohne uns Menschen super zurecht. Und diese 3-4 Monate Auszeit sei ihnen wohl gegönnt. Und trotzdem ist viel zu viel los, als dass sie tatsächlich wirklich Ruhe hätten.]

Wir erwischten die Tiere wohl gerade zur Mittagsruhe, die Hälfte lag dösend und schlafend am Boden. Ganz gleich, wie viele Menschen zwischen ihnen rumtrampeln oder sie streichelten. Alle waren tiefenentspannt und im puren Urlaubsfeeling, so wie wir Menschen, wenn wir am Strand liegen, lesen und in Gemütlichkeit zerfließen

[Ich erinnere mich tatsächlich noch daran, es war der erste Besuch. Auch an den zweiten, und den dritten. Und den Besuch in diesem Jahr, 2019. Wie vieles sich dazwischen getan hat..]

Trotzdem, so kann man sagen, freuten sie sich, gekrault, gestreichelt und umschmust zu werden. Nachdem die beiden Jungtiere erwacht waren, taten sie das, was sie immer taten: dem Menschen folgen, sich gegenseitig wegdrängen und versuchen mehr gestreichelt zu werden. Madame musste mich ein paar Mal vor fremden Pferden, deren Neugier geweckt wurde und (vermutlich) ebenfalls gerne gestreichelt werden wollten (wie eine große, Respekt einflößende aber sanfte Norikerstute) beschützen. Die Fohlen waren zutraulich, auch die Fremden und den Müttern war es offenbar gleich, dass irgendwer ihre Kinder betatscht.

[Sie sind auf der Alm generell zutraulich; trotzdem sollte man sich fremden Pferden nicht einfach so nähern. Wenn sie zu einem kommen, mit aufgestellten Ohren und neugierigen Augen, kann man durchaus die Hand hinstrecken und sich beschnuppern lassen. Allerdings kann es durchaus sein, dass sie von einem Ranghöheren Pferd vertrieben werden und wenn der Mensch grad im Weg steht, tjo, pech. Deswegen: Vorsichtig sein!]

Auch Madames Freund, der schwarze Wallach [der im darauffolgenden Jahr an einer Kolik verstarb], stand in der gemischten Herde – doch zu meiner Enttäuschung grasten sie nicht (ständig) beieinander; glaubte ich doch eine Liebesgeschichte im Frühjahr beobachtet zu haben, denn wann immer ich an seiner Wiese vorbei geritten bin (die er sich mit einem Haufen neugieriger Kühe teilt), hatten sie sich erfreut angeschnaubt und die Nüstern aneinander gestubst. Am liebsten wäre er mit uns gelaufen.

[Die letzten Male übrigens, hat er sich nicht für Madame, sondern für die jüngere Gefährtin mit der durchaus längeren Mähne interessiert. Madame war nicht begeistert davon.]

Der Tag endete mit Knödelsuppe und zuviel Pago-Fruchtsaft, einem mühseligen Abstieg, gefolgt von einer guten Portion Nachmittags-Schlaf. Ich hoffe, sie alsbald wieder besuchen zu können.

Und wären die Menschen nicht, würde mich man wohl im Sommer in trauter Einsamkeit auf einer Alm finden können.

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Summerdreams

Vor wenigen Tagen hatte ich die Möglichkeit ein paar jener Erinnerungen fest zu halten, die mir vieles andere, was einst meine Prioritätenliste dominierte, als nichtig erscheinen lassen. Gleichzeitig war es wohl (vermutlich) die letzte Möglichkeit, nochmal einmal in diesem Sommer frei übers Feld zu fetzen.

Denn als ich gestern auf der Wiese stand und das hintere Stück der Mähne flechten wollte, was beim Reiten ohne Sattel und kurzen Hosen manchmal doch störend sein kann, bemerkte ich, dass sie sich wieder mal ein Eisen abgetreten hatte. Keine gemütlichen Abendausritte mehr. Und Dienstag gehts auf die wohlverdiente Alm. Aber das ist okay, ich verbringe auch so gern Zeit mit ihr.

Anmerkung, bevor sich in den Kommentaren ein Shitstorm wiederfindet – und dies passiert in Pferde-Foren ganz ganz ganz schnell. Unfassbar schnell.

Ich reite ohne Helm, da ich den passenden noch nicht gefunden habe und es fahrlässiger finde, mit einem schlecht sitzenden zu reiten als ohne. Außerdem bin ich volljährig und entscheide selbst, wie ich reite. Es obliegt einzig und allein in meiner Verantwortung. Weder die Besitzer noch sonst wer, können dafür belangt werden, sollte mir irgendwann mal was passieren. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit größer, bei einem Verkehrsunfall oder beim ausrutschen im Bad zu sterben. Ich mag zwar leichtsinnig sein, bin aber trotzdem vorsichtig: Wenn ich etwas als unsicher empfinde (Boden, Umgebung, Tagesverfassung), steige ich ab und führe sie.

Ja, sie kann/darf ohne Sattel geritten werden, der TA (und die Besitzer) gaben ihr Ok. Ihr Rücken ist gut bemuskelt und sie selbst mag eigentlich keine Sättel; denn versucht man auch nur andeutungsweise einen aufzulegen, zeigt sie deutlich Unwillen. Das Brockamp-Reitpad duldet sie zwar, aber am liebsten ist es ihr ohne allem. Und ja, wenn sie nicht will äußert sie dies auch mal mit Buckeln und Bocken. Beispielsweise am Reitplatz bei Reitstunden (aber da müssen wir durch) oder früher eben auch mit Sattel. Seit ich sie jedoch ohne Sattel reite beziehungsweise mit dem Reitpad.. nichts. Keine Unart mehr oder sonst was. Und sie könnte mich abwerfen, ganz locker. Und das weiß sie, immerhin hat sie mich schon mal abgeworfen. Aber sie tut es nicht und zeigt auch sonst keinen Widerwillen. Ich schließe also daraus: Es ist in Ordnung für sie.

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Woche #2103

Frühlingsbeginn, und es schneit. Warum auch nicht? Dafür wird es wieder mal Zeit für einen Wochen-Beitrag, der in unregelmäßigen Abständen mit unterschiedlichen Themen erscheint. Eigentlich habe ich zwischenzeitlich wieder 2-3 weitere geschrieben, mich aber dann gegen die Veröffentlichung entschieden, weil.. Warum eigentlich? Anyway, alles wiederholt sich und die Themen gehen ja nicht verloren. Ob ich sie dann unter 3457 Entwürfen wieder finde, ist allerdings fraglich.

„Geld macht sehr wohl glücklich […]. Es trägt zu dem Glücksgefühl bei, dass ich handeln und autonom leben kann.“ Es sei wichtig, aber nicht alles, so der Wissenschafter. (derstandard.at)

Meine erste Reaktion: No na nit? Natürlich sind wir mit Geld glücklicher. Wer nicht am Rande der Armut lebt und sich gelegentlich Urlaub leisten und einem Hobby nachgehen (denn Hobbies sind teuer) kann, ist definitiv glücklicher. Ob man nun drei Yachten (eine fürs Mittelmeer, eine am Atlantik, und eine in Australien) braucht ist natürlich die andere Frage – aber.. ja, Geld macht glücklich. Vermutlich sträubt sich die Obrigkeit deswegen gegen das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen), da selbst bestimmte Menschen eine Gefahr für deren Hirnamputierte Regierungsweise darstellen und Leute, die um ihre Existenzen fürchten müssen, lassen sich viel besser flexibler als Arbeitskraft verwerten einsetzen. 12 Stunden Arbeitstag? Fress ma! Einsparungen? Fress ma.

Auf Social Media meinte dann jemand: Aber dann könne man doch nicht mehr die „kleinen“ Dinge genießen! Was mir ehrlich gesagt komplett wurscht wär, solange meine Existenz gesichert ist. Auch wenn ich ausreichend finanzielle Mittel für Wohnung, angenehmes Leben und vielleicht drei Pferde mit eigenem Stall hätte – könnte ich trotzdem die „einfachen“ Dinge genießen. Und ich behaupte sogar noch mehr, da alltägliche und existentielle Fragen und Sorgen einfach weg fallen. Das Geräusch von Regen und die Stimmung, die er erzeugt, lässt sich halt eher unter einem Dach im Warmen eher genießen, als einer Brücke, wo es einem vielleicht auch noch ständig auf den Kopf tröpfelt. Und ja, genau das meinen Leute, die von den „kleinen“ Dingen sprechen.

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Wenn wer kurz Zeit hat, der lese diesen Artikel: „Die Scham sitzt Frauen in den Knochen„, ein Interview mit Sandra Konrad, welche die aktuelle Lage bezüglich Frauen, Emanzipation und Feminismus adäquat auf den Punkt bringt. Sie schreibt zu Beginn, dass mit der Anforderung „sexuell aktiv sein zu müssen“ wieder gewisse Normen gesetzt werden, die es zu erfüllen gilt. Man könnte noch viel mehr darüber schreiben, aber lest euch das Interview selbst durch. Es ist gut.

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Heute stolperte ich diesen bissigen aber die Situation treffenden Artikel: „Unpünktlichkeit: Meine Zeit gehört dir nicht!“ Und wäre dieser Beitrag nicht in dieser Form geschrieben worden, hätte ich ihn so geschrieben. Vielleicht nicht ganz so drastisch, aber ähnlich:

„Diese zehn, fünfzehn Minuten sind nicht dein Eigentum, aber du nimmst sie dir einfach. Denn deine Unpünktlichkeit ist ein Machtbeweis: Du zeigst mir, wie frei du bist, dass du bestimmst, wann es losgeht.“ (dieZeit.de)

Obwohl ich weder in Deutschland geboren bin, noch mit der dortigen Kultur in enger Verbindung stehe oder stand, bin ich pünktlich. Zugegeben, oft 5 Minuten zu früh da – was aber meine Entscheidung ist. Ich hasse es, wenn andere bereits warten und alle Augen zu einem her schielen, als wäre man ein tapsiges Alien, dass dann tatsächlich noch stolpert oder sich derart unnatürlich die Jacke auszieht und sich hinsetzt, als täte man dies zum ersten Mal im Leben. Nein, ich bin gerne diejenige, die andere beobachtet. Interessanterweise bin ich auch pünktlich, wenn ich glaube, dass ich zu spät bin.

Auf Social Media meinte wer, er verschenke doch Zeit und Entspannung, die man sonst nicht hätte. Nein, er drängt sie mir auf und vermittelt dadurch: Ich sage, wann du dich entspannen sollst. Sicherlich, ich bin gewappnet, nehme ein Buch mit, like Beiträge auf WordPress, fotografiere für Instagram, trotzdem. Ich hasse es, wenn ich warten muss. Einst musste ich eine halbe Stunde auf Madame (8) warten, weil sie ihren Schlüssel nicht finden konnte – es war Mittag und wir waren zum Essen in der Mensa verabredet. Ich war, zurecht, sehr sauer.

Achtung, Pferde-Content

Tja, der Frühling will nicht kommen – aber ich habe mich nun doch entschlossen in ein Brockamp Reitpad Spezial zu investieren. Ohne Sattel über die Wiesen fetzen ist großartig, dass das Tier mir allerdings am Heimweg im Wald einmal eine Strecke einfach los gerannt ist – war weniger toll. Ich hatte sie bald wieder im Griff, und war danach sauer – trotzdem bietet ein Reitpad doch etwas mehr Halt – was wiederum Sinn macht, um das Tier besser im Griff zu haben. Ich saß den wilden Gallop zwar gut aus, aber um Paraden zu geben und ihr anständig zu vermitteln „Hey, bleib stehen!“, war ich dann doch mehr mit Festhalten und aufpassen beschäftigt.

Und ja, wir sind seitdem die Strecke zweimal zu Fuß (einmal allein, einmal mit Begleitung) gegangen und einmal mit Begleitung geritten. Demnächst werde ich die Strecke alleine, aber inklusive Sattel im Schritt reiten, folgend gezielt traben und galoppieren versuchen – und wenn das Tier verstanden hat, dass dies keine neue Galoppstrecke ist, die man unbedingt entlang fetzen muss, kann ich ihr den lästigen Sattel vielleicht wieder ersparen. Sie hasst ihn. Sie hasst ihn wirklich (Ja, der Tierarzt gab sein Einverständnis, das Tier kann bedenkenlos, auch häufiger, ohne Sattel geritten werden). Wenn sie erneut glaubt, sie müsse schneller werden, werden wir den Weg erneut gehen. Warum sie los gerannt ist.. darüber kann gerätselt werden. Vielleicht war ich selbst angespannt, vielleicht hatte sie vor etwas Angst (allerdings lässt sie sich dann leicht zurück nehmen), aber auch wenn sie sich arg erschrickt, hüpft sie maximal 3 Hirschsprünge nach vorne. Vielleicht dachte sie sich auch: „Yay, Heim gehts!“ Who knows?

Jene Galoppstrecke am Feld konnte ich ihr erfolgreich abgewöhnen, auch da war sie unkontrolliertes Losrennen gewöhnt. Mittlerweile kann die gesamte Strecke (hin und retour) quasi normal, ohne nervöse Anwandlungen von „Ich muss jetzt los rennen, weil ich es gewohnt bin“ geritten werden.

Zurück zum Reitpad, die Frage die mich beschäftigt ist.. Welche Farbe für einen Haflinger? Ich tendiere zu Türkis, Jeansblau, Marineblau oder Bourdoux (dunkles rot).

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Woche #2602

Aktuell durchleben wir die wohl kälteste Periode seit gut 10 oder 12 Jahren. Minus 20 Grad Nachts, kaum weniger als Minus 10 Tagsüber. Es ist kalt. Wirklich kalt. Und der garstige Nordostwind aus der Arktis (auch bekannt als „Väterchen Frost“) macht das ganze nicht besser. Auf freiem Feld hat es ca. gefühlte Minus 20 Grad.

Achtung, Pferde-Content

Woher ich das weiß? Ich war heute draußen, samt Pferd. Allerdings musste ich irgendwann einsehen, schon wegen des Gefröstels meines Körpers und den zur Seite gelegten „Muli-Ohren“ meiner felligen Begleiterin, dass der Wind heute siegen würde. Es war einfach zu kalt, und ganz gleich wie viele Schichten ich noch hätte anziehen können, ich spürte ihn direkt auf der Haut. So kehrten wir um und auch sie war darüber erfreut.

Warum zum Teufel ging ich überhaupt hinaus? Ich hatte der Dame versprochen, dass wir heute ins Feld gehen. Gestern waren wir auf dem Platz und sie ließ es mich durch eine kurze und/aber harmlose Bockerei zu Beginn spüren, was sie davon hielt. Nämlich nichts. Sie tat ihre Meinung kund und verhielt sich danach wieder artig. Außerdem wollte ich wieder allein auf Weg, da sie, was ich immer noch seltsam und zeitgleich amüsant finde, wenn wir allein am Weg sind, viel sicherer und furchtloser ist. Sind wir mit der Leitstute unterwegs, übernimmt sie sofort deren nervösen Charakter und erschreckt vor Dingen, die ihr sonst egal sind.

Ich wollte also keinen tänzelnden Nervösling unter mir haben, sondern ein Abenteuerpferd. Zuerst hatte ich Angst alleine hinaus zu gehen und suchte ständig wen, lag der Besitzerin in den Ohren sie möge doch Zeit haben, und jetzt versuche ich auch oft alleine hinaus zu kommen. Andererseits, von vier Pferden ist sie die einzige, die sich motiviert mit mir ins Abenteuer stürzt. Wenn die Leitstute als „die Schnelle mit Gas“ vorgestellt wird, ist sie die „Zickige“, die eben auch nicht mit jedem kann oder mag. Die „Junge“ und die „Faule“ sind aktuell schwanger, nachvollziehbar also, dass sie nicht mehr so recht wollen. Einst spürte ich sogar einen harten Tritt des kleinen Monsters. Ich habe vollstes Verständnis für die beiden. Dennoch und zugegeben, es dauerte ca. etwa drei Monate bis wir so weit waren.

Warum ich nicht regelmäßig über meine Pferde-Erlebnisse blogge?

Zum einen, weil ich glaube und annehme, dass es kaum wen interessiert – wobei mir das noch egal sein könnte; zum anderen, weil Pferdemenschen und besonders Pferdefrauen sehr, wie soll ich sagen… mühsam sind und ich mich, zumindest hier, nicht deren Kritik aussetzen möchte.

Um die Dimensionen etwas zu veranschaulichen: Nehme einen Star Trek- und einen Star Wars-Fan und gebe beide in einen Raum, sie werden debattieren, vielleicht sogar laut werden und sich anschreien. Oder meinetwegen einen DC- und einen Marvel-Fan. Disney vs Warner Bros. Konsole vs PC.

Setzt man zwei Pferdefrauen mit unterschiedlichen Meinungen in einen Raum, hagelt es Kritik, Neid, Blut und Hass. Es wird beleidigt und angefaucht. Ich beobachte es tagtäglich in Foren und Social Media Gruppen. Jede Meinung wird angefeindet und die Bezeichnung „Tierquäler!“ fällt nicht selten. Nein, ich übertreibe nicht. Wer einst in einem Stall zu tun hatte, weiß wovon ich spreche. Nur in ganz wenigen Gruppen wird Wert auf einen neutralen Umgang gelegt, ohne dass man den Fragensteller gleich zerfetzt. Denn auch die „falschen Fragen“ zu stellen, werden, wenn nicht mit Hass, aber mit Hohn und Spott bedacht.

„Stallweiber“, wie sie umgangssprachlich genannt werden, „seien die schlimmsten!“ meinte eine frühere Bekannte zu mir, die ich einst wegen Rat angerufen hatte. Hebe ich mich aus dem ganzen heraus? Natürlich! Ich weiß viel zu wenig und bin über jede Gelegenheit zu lernen dankbar, und trotzdem glaube ich (und da haben wir die Antwort, also nein, ich bin auch nicht besser), dass man ein Pferd nicht unbedingt, polemisch gesagt, bewusstlos prügeln muss („Du musst dich durchsetzen!“), dass es tut, was man möchte. So lasse ich das Pferd, welches ich meistens reite, auch mal diskutieren. Zwar sage ich bestimmt „Nein“ und treibe mit Schenkeldruck weiter und manchmal gibt sie gleich nach und akzeptiert meine Meinung. Manchmal diskutieren wir etwas länger. Und wenn sie wirklich hartnäckig „Nein“ sagt, versuche ich den Grund zu erkennen. Gab ich ihr falsche Hilfen? Macht ihr was Angst? Bin ich selbst unruhig oder unkonzentriert? Verlange ich zuviel? Hat sie heute einfach keine Lust mehr? Der Fehler, so glaube ich, liegt in erster Linie immer beim Menschen. Aber auch da scheiden sich die Meinungen. „Es gibt einen Grund, warum…“ und „Der verarscht dich!“ Die Wahrheit liegt wohl dazwischen.

Aber ja, auch das könnte mir egal sein – trotzdem habe ich nicht das Verlangen viel oder oft darüber zu schreiben. Vielleicht ab und an. Hin und wieder. In Beiträgen wie diesen.

Und der übliche Rest

Ich sah übrigens auch, dass der letzte Eintrag wieder Ewigkeiten her ist (und sich die Entwürfe wie Fruchtfliegen vermehren) – was an der Tatsache liegt, dass ich Tagsüber nach der Erwerbstätigkeit in den Stall eile und Abends meine Zeit mit (aktuell) Ark Survival (Aberration DLC) verbringe. Das Schreiben leidet, das Bloggen leidet, das Lesen leidet. Sogar Instagram leidet! Immerhin komme ich zum Serien schauen: Everything sucks und The End of the fucking World. Man möchte fast wieder Teenager sein – aber nur fast.

Am Wochenende sah ich Black Panther und musste (erneut) feststellen, dass mich männliche Superhelden langsam ermüden. Viel interessanter fand ich die Geschichten um die beteiligten Frauen. Sie hatten Raum, die Charaktere waren hervorragend gespielt und überragten die männlichen Darsteller mit Leichtigkeit. Und ja, männliche Film-Helden haben bisher nur deswegen profitiert, weil die weibliche Rolle einfach scheiße geschrieben war. Mittlerweile ändert sich das. Denn sowie in Everything sucks und The End of the fucking World, interessiert mich die Geschichte des Mädchens mehr, als die des Jungen.

Nebenbei erwähnt hatte Tirol vergangenen Sonntag Wahlen; die 60%ige Wahlbeteiligung ist wohl Väterchen Frost zu verdanken. Das Ergebnis blieb wie erwartet gleich. Manche Dinge ändern sich nicht mehr.

Ps: Ich hatte und habe aktuell das Gefühl, dass die Kälte wohl niemals mehr aufhören wird. Sie wird bleiben und es wird für immer kalt sein. Kein Frühling und keinen Sommer mehr. Nur mehr Winter mit Minus 10 Grad. Minus 20 Grad. Gefühlte Minus 30. Die Erklärung ist einfach: Habe ich mich früher bei diesem Wetter mit Laptop unter der Bettdecke verkrochen und die Zeit ausgesessen bis es wärmer wurde, erlebe ich es jetzt jeden Tag direkt und ungefiltert an Haut und Haar.

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Woche #3001

Es ist noch immer Winterszeit im Bergdorf, Nebel kommt und geht, die Sonne bleibt, Schnee wird zu Matsch und dann wieder zu Eis. Da ich durch meine Reitbeteiligung (kurz: RB) öfters Zeit im Freien verbringe, nehme ich die Unterschiede natürlich viel intensiver wahr. Erst gestern war es gegen Mittag warm und friedlich, die Pferde dösten in der Box und ich beobachtete eine der Schwangeren beim wegschlafen, bis sie durch ihren zurückfallenden Kopf selbst wieder aufschreckte. Gegen drei war es allerdings wieder eisig kalt und meine Finger froren. Erfolg im Misserfolg: Beinahe alle Schafe, auch die jungen, lassen sich mittlerweile streicheln und kraulen (zu Beginn nur zwei) und drängeln sich nun gegenseitig weg, sodass es fast schon mühsam ist, jedem die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken.

Dass ich kein Menschen-Mensch bin, dürfte dem Leser meiner Texte wohl bekannt sein. Dass sich dies auch bis in die Onlinewelt zieht, war mir zwar in gewissem Ausmaß bekannt, wurde mir aber anhand einer mittlerweile amüsanten Diskussion in aller Deutlichkeit (wieder mal) bewusst. Nein, ich bin offenbar kein Gruppenmensch. Anyway, es gibt eben Menschen, die über ein gewisses Herdenverständnis verfügen und sich dementsprechend unterordnen können, und manche eben nicht. Trotzdem finde ich Gruppendynamiken immer wieder spannend, einerseits auch weil offensichtlich wird, wie wenig Diversität und Vielfalt eigentlich erwünscht ist, und auch nur dann, wenn es den Kanon nicht verletzt oder die Hierarchie bedingungslos akzeptiert wird. Im großen Stil ist das natürlich in der Politik zu beobachten: Ein homogenes Dorf am Land will keine Geflüchteten. Städter sind für Migration und Integration, sprich Diversität, generell offener. Führte man der Vergleich weiter, hinkt er natürlich, trotz dem sind in einer größeren Gruppe auch unterschiedlichere Leute zu finden, während eingeschworene Teams nur ganz, ganz selten einen Neuling aufnehmen, der sich dann zuerst beweisen muss, und hebt er seine Stimme zu schnell, sagt etwas, was den Meistern nicht gefällt, sinkt er tief in der Gunst aller Beteiligten. So zumindest meine Erfahrungen.

Ansonsten verkrieche ich mich hinter unzähligen Serien (wie Wynnona Earp, Frontier, die dritte Season von Misfits, The Marvelous Mrs Maisel) und versuche zu meinen Blog am laufen zu halten. Bald gibt es Fortsetzungen von The Handmaid’s Tale und Gotham und The Expanse und Star Trek: DSC. Das Kino zeigt sich aktuell von seiner weniger interessanten Seite.

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