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„Game of Thrones“, S07E03

Bei 64 Minuten Laufzeit darf man sich Zeit nehmen. Zeit, für das erste Treffen zwischen Jon und Daenerys, Cersei’s Rache und Jaimes Besuch bei Olenna Tyrell.

A Song of Ice and Fire

Missandei: „You stand in the presence of Daenerys Stormborn of House Targaryen, rightful heir to the Iron Throne, rightful Queen of the Andals and the First Men, Protector of the Seven Kingdoms, the Mother of Dragons, the Khaleesi of the Great Grass Sea, the Unburnt, the Breaker of Chains.“
Davos Seaworth: „This is Jon Snow… He’s King in the North.“

Jon und Daenerys, beide werden von ihrem Volk geliebt und geachtet. Daenerys, die schon viel früher nach Westeros segeln hätte können, aber stattdessen Sklaven befreite; und Jon, der Wildlings und die Völker hinter der Wall in seinem Reich willkommen hieß. Sie sind nicht wie ihre Väter. Daenerys entschuldigt sich für das Vergehen ihres Vaters und mahnt ihn dennoch 15 Minuten lang, das Knie zu beugen. Jon, the King in the North kann lediglich Warden of the North sein, wenn Daenerys Queen ist. Was demnach auch richtig ist, Definitionstechnisch. Titel schaffen Identität. Und wenn Daenerys „Queen“ ist, kann er nur unter einer Bedingung „King“ sein – und als Fan dieses Schiffs, hoffe ich, dass es nicht von Euron zerstört wird.

Die Szenerie nimmt sich Zeit. Viel Zeit. Und beide meistern den Anflug von Romantik ohne kitschig zu werden. Weder wird zu wenig, noch zu viel Zeit darauf verwendet. Und trotzdem ist er da und genau richtig dosiert. Alles andere wäre aber auch unrealistisch gewesen.

Daenerys Targaryen: „Do you know what kept me standing through all those years in exile? Faith. Not in any gods, not in myths and legends. In myself. In Daenerys Targaryen. The world hadn’t seen a dragon in centuries until my children were born. The Dothraki hadn’t crossed the sea, any sea. They did for me. I was born to rule the Seven Kingdoms, and I will.“
Jon Snow:You’ll be ruling over a graveyard if we don’t defeat the Night King.

Daenerys glaubt seinen Erzählungen nicht und Tyrion spielt erneut die vermittelnde Rolle. Er glaubt Jon, der Dragonglas/Obsidian, braucht um damit Waffen zu schmieden und Daenerys, die unwissend auf einem Berg davon sitzt, soll es ihm doch geben. „Giving him something by giving him nothing.“ Wir werden Tyrions „Ancient Wisdom“ vermissen.

Gegen Ende stellt sie Männer und Material zur Verfügung um das Dragonglas abbauen zu können. Und selbst Jon weiß, dass seine Geschichten wie ein düsteres Märchen klingen, aber immerhin glaubt Tyrion ihm.

Davos Seaworth (to Daenerys): „You don’t believe him. I understand that. It sounds like nonsense. But if destiny has brought Daenerys Targaryen back to our shores, it has also made Jon Snow King in the North. You were the first to bring Dothraki to Westeros? He is the first to make allies of wildlings and Northmen. He was named Lord Commander of the Night’s Watch. He was named King in the North. Not because of his birthright. He has no birthright. He’s a damn bastard. All those hard sons of bitches chose him as their leader because they believe in him. All those things you don’t believe in, he faced those things. He fought those things for the good of his people. He risked his life for his people. He took a knife in the heart for his people. He gave his own l- (Jon gives him a look to make him shut up) If we don’t put aside our enmities and band together, we will die. And then it doesn’t matter whose skeleton sits on the Iron Throne.

Jon Snow erweckt immer und immer wieder den Eindruck eines getretenen Hundes. Er weiß was kommen wird, er hat keine Zeit sich mit politischem Kleinkram und Wortklauberei aufzuhalten und trotzdem wirkt er hin und her gerissen, stark verzweifelt und auch in gewisser Weise stolz. Von den Drachen war er beeindruckt.

Ich hätte übrigens den Vorschlag, die Drachen zu besteigen und Eurons Flotte zu vernichten tatsächlich für die bessere Lösung gehalten. Erstens Luftlinie, zweitens Drachen. Sicherlich, ein Pfeil wäre gefährlich, aber drei große Drachen? Übrigens, während Euron zwischen King’s Landing, Dragon Stone und Casterly Rock hin und her segelt, befindet sich Arya immer noch irgendwo im Nirgendwo. Wer sich für das Zeitproblem in GoT näher interessiert, der möge hier klicken.

Und was Melisandre im Schilde führt, weiß niemand: Sie hatte Jon’s Ankunft von oben herab betrachtet. Ihr Dienst, Feuer und Eis zusammen zu bringen ist getan und ihre, wie Varys letztes Aufgabe wird sein, in diesem Land zu sterben. Auch Jorah the Explorer of Friendzonian ist geheilt und macht sich auch gleich auf dem Weg zu seiner geliebten Königin.

Samwell: „I read the book and followed the instructions.“

Sansa’s Realm

Sansa schneidet im Vergleich zu ihren Geschwistern (aktuell) etwas schlechter ab: Jon, der einst tote und wieder auferstandene Bastard, vom Volk erwählte King in the North und Halb-Targaryn; Bran, zwar gehbehindert aber allwissender Three Eyed Raven und rechtmäßiger Herrscher über Winterfell und Arya, die Faceless Assassin, die die gesamte Frey-Sippe ausgelöscht hat, und zwar mit Stil.

Bran kehrt nach Winterfell zurück und wird von Sansa alsbald in die Arme geschlossen, die versucht einen Überblick über die Reserven zu bekommen. Sein Blick bleibt starr. Er weiß und sieht alles, die Vergangenheit und das Jetzt, überall und jederzeit und alles. Fragmentarisch. Er spricht ihre Hochzeit an, was für eine schöne Nacht, und der Schnee. Wie jetzt. Ihr Kleid, es war so schön. Welch wohl dosierte Warnung. Sollte Sansa der Macht wegen Jon hintergehen, was vermutet werden kann, so gilt es nun, Bran aus dem Weg zu schaffen.

Vs. The Lannisters

Wie erwartet brachte Euron, nach einem siegreichen Ritt durch den jubelnden Mob, die Sandschlangen Cersei als Geschenk. Sie willigt ein ihn zu heiraten, allerdings nach der Schlacht, um gleich darauf mit Jaime anzubandeln. Ellaria Sand wird eingesperrt und muss mit ansehen, wie die Tochter auf die gleiche Weise stirbt, wie sie Myrcella getötet hatte. Sie bleibt im Kerker zurück, bei Licht, sodass sie keinen Augenblick verpasst, um das hübsche Gesicht ihrer Tochter verrotten zu sehen.

Grey Worm hatte indes Casterly Rock durch die Hintertür eingenommen. Tyrions Gang, mit dem er sämtliche Huren in sein Zimmer befördert hatte, erweist sich als sinnvoll und die Festung kann gestürmt werden. Grey Worm wundert sich allerdings, wo der Rest ist. Wir wundern uns, ob nicht gleich eine zweite Armee auftritt und die Unsullied abschlachtet. Plötzlich raucht es vom Meer und die die starke Flotte von Hunderten von Schiffen wird von Euron Greyjoy angegriffen. Zweifelt er an dem Wert der Sache? Ich glaube, er zweifelt daran.

Wie auch beim Gespräch zwischen Jon und Daenerys, hatte Tyrion festgestellt, dass Daenerys nicht über einen Haufen toter Leute herrschen könne, aber war die Aufsplittung besser? Sicherlich, das Wildfire, dass sich überall unter King’s Landing befindet, hätte die Stadt in Schutt und Asche gelegt, aber sich aufteilen und Häppchenweise Einbußen einstecken zu müssen bis am Ende nichts mehr übrig ist? Schwierig.

Zuguter Letzt und nicht nur, weil die Lannisters in finanzieller Not stecken (Mycroft ftw!), sondern auch weil sich Oma Tyrell gegen Cersei gestellt hatte, reitet die Streitkraft der Lannisters, geführt von Jaime in das Reich der Dornen ein. Die Männer werden gemeuchelt und Olenna gestellt. Sie warnt ihn, Cersei richte ihn noch Zugrunde, aber er ist bereits Jenseits jeglicher Rückkehr. Er weiß, dass seine Schwester „mad“ ist, aber er liebt sie.

Cersei habe sich viele Tode für Oma Tyrell ausgemalt: öffentliches Köpfen in King’s Landing oder lebendiges Häuten und danach an der Stadtmauer auf hängen. Aber Jaime ist ein stolzer Ritter und hatte es ihr ausgeredet. Er bietet ihr an, in Würde zu sterben und leert aus einem schwarzen Fläschchen Gift in den Wein. Schmerzt es? Nein. Sie greift zum Glas und trinkt. Sie kannte die Wirkung nicht, damals, als sie Joffrey getötet hatte. Und sie will, dass Cersei es weiß. Mic Drop, Olenna Tyrell over and out.

Quelle Oma-Tyrell Bild und Zitate: scatteredquotes.com
Quelle der anderen Bilder: Google.

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„Game of Thrones“, S07E02

„Stormborn“ lautet der Titel der zweiten Episode und die Fäden werden nach und nach zusammen geflochten, um gleich darauf wieder zerfetzt zu werden. Es wird taktiert und das Spiel geht in die nächste Runde. Achtung Spoiler.

Wer Daenerys hintergeht, soll bei lebendigem Leibe verbrennen. Varys, Diplomat und Taktiker, erhält eine Warnung als sie dessen flüchtige und anpassungsfähige Loyalität anspricht. Sie wirkt distanziert und herrisch, ganz anders als in Essos. Selbst Emilia Clarke scheint es keinen Spass zu machen. Aber der Eunuch weiß, wo er punkten kann: Beim Volk. Aufgewachsen in der Gosse gehört seine Loyalität dem Volk, und sie, die Völker von Sklaverei befreite, sei die richtige. Übrigens fühlt sie sich in Dragonstone nicht sonderlich Zuhause. Nachvollziehbar, es ist kalt – und trotzdem trägt man unter dem ledernen Kittel nichts. Missandei verabschiedet sich vom grauen Wurm.

Tyrion fungiert als wichtiges Bindeglied zwischen Daenerys, die ihn als Berater schätzt und Jon, der ihn achtet. Er sei ein weiser und guter Mann, auch Sansa kenne ihn nur als solchen. Er spricht in den höchsten Tönen von Jon Snow und ratet zu einem Treffen. Tyrion ist es auch, der einen konkreten Plan vorschlägt und Daenerys davon abrät, „Queen of the Ashes“ zu sein, in dem sie sofort zuschlägt und alles nieder brennt. Olenna Tyrell ist anderer Meinung. Sie habe viele Männer wie ihn gesehen, kluge Männer, dumme Männer und sie alle ignoriert. Daenerys sei kein Schäflein, sondern ein Drachen, „be one!“ Die alte Dame beherrscht das Spiel. Lässt sich Daenerys von ihr einwickeln?

Ein weiterer wichtiger Spieler in dieser Geschichte ist Jon Snow. Er erhält Nachricht von Tyrion über Daenerys Ankunft, ihren drei Drachen und weiß, dass er die Chance zwecks Allianzen nutzen muss, denn Drachen speien Feuer und vernichten Eis. Außerdem sitzt Daenerys auf einem Berg von Dragonglas. Seine Gefolgsleute, die ihn eigentlich „gegen seinen Willen“ gekrönt hatten, sind damit gar nicht einverstanden, auch unsere Heldin Lady Mormont findet, der King in the North gehöre in den Norden. Aber Jon setzt sich durch und übergibt die Krone in der Zwischenzeit Sansa. Mittlerweile haben wir auch die 100% Gewissheit, dass Littlefinger sie so liebt, wie er ihre Mutter geliebt hatte. Creepy.

Währendessen kümmert sich Samwell um (friendzoned) Jorah, dessen Vater er sehr schätzte und versucht ihn von seiner Krankheit zu heilen, in dem er ihm die kranke Haut vom Körper zieht – was er bei der Fläche eigentlich nicht überleben dürfte. Schnitt zu einer eitrig wirkenden Speise mit Kruste, die dem bärtigen im Bart kleben bleibt. Well done. Well done. Die gesamte Folge zeichnet sich immer wieder, durch interessant und stimmig übergeleitete Schnitte aus.

Arya erfährt von einem Kinderfreund, dass die Boltons besiegt wurden (wie konnte sie das nicht mitbekommen?) und dass Jon den Norden regiert.  Sie gibt ihr Vorhaben Cersei zu töten erstmals auf und reitet heim. Flauschige Freude bahnt sich an, als ihr Direwolf Nymeria mit einem Wolfsrudel auftaucht – sie nach etwas geknurre erkennt – und anstatt sie zu fressen, sie wieder alleine lässt (Wir erinnern uns, Nymeria hatte Joffrey um Arya zu schützen, angegriffen, aber anstelle von ihr musste Lady, Sansas Wolf, sterben – da Nymeria nicht auffindbar war). Ich mochte die Szene, weiß allerdings noch nicht, ob ich ihre Heimkehr nach Winterfell klug finde. Aber andererseits hätte Arya ein ziemlich leichtes Spiel Cersei zu erledigen und wir haben noch 5 und weitere 6 Folgen vor uns. Wo ist eigentlich Ghost?

Cersei versucht Allianzen mit allerhand Leuten zu schmieden und Jaime gäbe Lord Tarly den Süden, wenn er sich mit ihnen verbündet. Und wenn wir eben beim Süden sind: Daenerys folgte Tyrions Vorschlag und schickte Yara mit ihrer Flotte nach Dorn, um dort deren Armee nach King’s Landing zu führen. Was aber durch Euron Greyjoy mit einem nächtlichen Angriff vereitelt wird. Eine Seeschlacht mit brennenden Schiffen, aber keines der eigenen. Man darf nur hoffen, dass es nicht die gesamte Flotte der Greyjoys war und dass Yara, sowie Ellaria Sand noch am Leben sind. Die armen Sandschlagen Mädels.. Theon, der sich zuvor noch ins Wasser retten konnte, wird Daenerys Bericht abstatten, die alsbald ihre Drachen auf Euron ansetzen und dieser somit aus der Geschichte geschrieben wird. Manche mögen ihn, ich finde, es braucht keinen weiteren Super-Bösewicht. Eiszombies und Mad Queen Cersei sind ausreichend.

Abschließend:

Forbes trifft allerdings einen Punkt, wenn der Autor kritisiert, dass sämtliche Logik einfach mal aus den Fenster gekippt werden soll (und bezieht sich dabei auf die literarische Adaption bis zur 6. im Vergleich zur 7. Season): Warum sollte sich Daenerys als tyrannische Herrin aufspielen, wenn sie gerade durch Güte und Fairness zur Legende wurde? Warum sollte Sansa sich die Heimat gleich wieder zum Feind machen, jetzt wo sie in Sicherheit ist? Warum sollte man zuerst nach Dragonstone fahren, anstatt nach Dorn und dort die Pläne schmieden, um sich dann auf zu splitten – was ich übrigens für eine schlechte Idee halte. Dieser Handlungsstrang diente nur dazu, einen noch wahnsinnigeren Big Bad in die Geschichte einzuführen und weitere Fäden mit ein zu spannen, in dem – ihr wisst schon – das Ende der Sandschlangen. Das war grausam.

Trotzdem eine gute und weitere Fortführung der Dinge.

Credits – unknown (Social Media)

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„Transformers 5: The Last Knight“

Nach Guy Ritchie zeigt uns der nächste seine Idee der Arthus Saga, und in der Interpretation von Michael Bay gibt es sogar dreiköpfige Drachen und Dinosaurier! WHERE ARE MY DRAGONS! Dragon?

Es folgt ein Review mit Spoilern.

Den ersten Teil hatte ich gesehen und gemocht, den zweiten und dritten Teil zwar gesehen, aber weitgehend ignoriert, Teil vier nicht gesehen und ignoriert und die Sicht von Teil fünf war dem Tod meines Telefons (RIP) geschuldet. Und da lediglich drei Leute (inklusive mir) reserviert hatten, war der Quasi-Memorial Service mit hübschem Kleidchen, netten Sandalen mit Absätzen und rotem Lippenstift perfekt um mein (totes) Telefon ein letztes Mal auszuführen.

Und wenn die Stimmung bereits in die Tiefen des „F*ck it“ eingetaucht ist und man weiß, was man zu erwarten hat, nämlich einen dummen und hirnrissigen Actionknaller, dessen „Story“ nur dazu dient noch mehr Action-Szenen irgendwie aneinander reihen zu können, dann kann der Film tatsächlich unterhaltsam sein. Zugegeben, vermenschlichte Roboter und Hunde imitierende Dinosaurier(!)-Autobots haben ihre ganz eigene Wirkung. Und wenn gegen Ende die Erde fast zerstört wird, hat man mich soweit, dass ich handzahm aus dem Napf fresse und die Sinn- und  Zusammenhangslosen Storyelemente, die zahlreichen Regiefehler und das seltsame Bild bereitwillig akzeptiere. Lag es am Kino oder am Saal oder warum war der Film nicht 16:9? Und warum änderte das Bild immer wieder seine Größe?

Zur Story (?)

Optimus Prime und die Autobots verweilen schon seit geraumer Zeit auf der Erde – als des Menschen Freund und Helfer, was den Succubus in der Heimat ganz und gar nicht freut.

Magie gibt es wirklich! Und zwar an Bord eines Alienschiffes! Und auf der Erde in Form von Merlins Stab! Stanley Tucci (was auch immer ihn dazu bewogen hat, da mit zu machen. Nach kurzem Überfliegen einiger Kritiken las ich, dass er bereits in Teil vier dabei war, aber mit einer anderen Rolle. Wtf?) miemt zu Beginn den Zauberer. König Arthur und die Ritter der Tafelrunde bezwingen mit einem Dreiköpfigen Drachen-Autobot die Feinde!

Ganz zu Beginn wird das Mädel Izabella (mit z) dem vom Leben geschlagenen Marky Mark gegenüber gestellt (und ich mag dieses kleine Mädel) und alsbald ihr Autobotiger Beschützer von den bösen Menschen – die, die Erde von den Autobots, die täglich vom Himmel fallen, befreien wollen, töten – gibt es ganz große Gefühle! Aber Izabella ist ein starkes Mädchen.

Die Story rast voran – wir lernen Vivian kennen, Professorin für Geschichte und Love Interest für Marky Mark. Und wir sehen immer wieder Rückblenden zu Zeiten König Arthus, dessen Tafelrunde von zwölf Autobot-Rittern bewacht wurde.

Und ja, natürlich ist Vivian nur dazu da, um hübsch zu sein, auch wenn sie gegen Ende eine doch nicht so unwichtige Rolle einnimmt. Und ja, natürlich müsste ich als Feministin Filme wie diesen meiden, und natürlich wird die USA wieder zum Retter aller stilisiert, das wissen wir, wenn wir Michael Bay lesen. Und warum gab ich Geld ich diesen bescheuerten Film aus? Weil das Erwachsenen-Dasein manchmal keinen Spaß macht, mein Telefon gestorben ist und ich Lust auf einen No-Brainer hatte.

Aber Warum?

Und immer wieder taucht die Frage auf: Warum passiert sowas? Warum wird sowas produziert?? Es muss tatsächlich Menschen gegeben haben, die das Script lasen und sich dachten: „Yeah, geil Alter!“ Aber vermutlich lief es wirklich so ab:

„Irgendeiner in der Runde der Autoren hat den ersten Satz geschrieben, diesen abgedeckt, und der nächste hat den zweiten Satz geschrieben und immer so weiter. Und am Ende dieses Prozesses stand „Transformers: The Last Knight“.“ (welt.de) Derjenige, der den Film sehen und das Review schreiben musste, hat wohl sehr gelitten. Vermutlich hatte er eine Wette verloren oder so.

Folgend hier eine treffende Zusammenfassung von zwei aufeinander folgenden Szenen (musikexpress.de) und: „Man kann diesen Film als Kunstfilm verklären, so wie es mit der „Fast & Furious“-Reihe mittlerweile geschieht. Sollte man aber nicht, weil in diesen verfilmte Wirren nicht eine einzige Szene von gewisser Qualität steckt.“ Ich dachte tatsächlich auch schon an eine Art Kunstfilm, vielleicht eine Art versteckte Zeitkritik, in der niemand mehr dank der Ambivalenz zwischen Vernetzung und Durchsichtigkeit Orientierung findet, und sich deswegen an die einfachen Dinge hält, wie Merlins Stab? Oder so? Und welche Geheimnisse hat es mit der Uhr auf sich? Vielleicht wurde das Script auch nur von einer AI verfasst und die (gewollt) schlechten Kritiken sollen zeigen, dass es immer noch Menschen braucht? Oder so?

Ich meine ja, Blockbuster sind dazu da, dass sie das Kino-Publikum möglichst auf einfache Art und Weise unterhalten wird; und dann muss es Leute geben, ein Testpublikum oder so, deren Insassen entweder bezahlt wurden und/oder taub und blind waren, die diesen Film durchgewunken haben. Aber vermutlich hatten auch deren technische Geräte den Geist aufgegeben und somit träumten sie sich in eine Illusion hinein, in der das geliebte Gerät noch unter den Lebenden verweilt und sogar sprechen und sich verwandeln kann und gegen Ende die Welt rettet! Oder so.

Jedenfalls..Wtf?

Fragen und Gedanken, die hängen geblieben sind:

  • Wird es der kleine blaue Wall-E -Verschnitt schaffen?
  • Waren es damals (im Mittelalter) auch schon „Autobots“? Also „Auto“ bezogen auf Automobil oder Automatik? Automatik ergäbe Sinn, wenn sie sich automatisch/selbstständig in Dinge verwandeln können, aber da sie eine Spielzeug Reihe sind, die sich in Autos verwandeln können (was auch im Film – wenn auch nur ganz ganz am Rande – vorkommt), fragte ich mich irgendwann, ob die Autobots dann für die Erfindung vom Automobil maßgeblich beteiligt waren, oder ob sie diese sogar in irgendeiner Weise beeinflusst haben? Ich meine.. das muss doch irgendwo in der Geschichte durchgesickert sein. Wie war das mit Verschwörungstheorien?
  • Ich bekam nie Transformers als Kind, sondern Dinosaurier. Was auch okay war. Ich mag Dinosaurier und hey! Die Autobot-Dinosaurier! Warum gibt es keinen Film über Autobot-Dinosaurier?
  • Wie viel hat man Anthony Hopkins gezahlt, damit er da mitspielt?
  • Warum spielen alle so dermaßen schlecht?
  • Wann hatte Vivian bitte Zeit sich ständig umzuziehen? Und wozu?
  • Die Uhr die Hitler tötete. Wtf? Aber wie? Es war eine Uhr? Aha? Ich sags ja: Unsere Geräte leben! Mein armes Telefon allerdings nicht mehr..
  • Bumblebee zeigt ganz neue Seiten..
  • Immerhin gab es ganz viel Diversität: Bei den Kids.
  • Der Staff! Die Erde! OMG! Die Rettung! Die Rettung durch eine Frau! Immerhin etwas..
  • Optimus Prime mit einer Screentime von gefühlten 5 Minuten aber den epischsten Szenen und Momenten weil Optimus Prime.
  • Der Moment, als während einer der letzten Fights, das Arthus-Talisman-Ding an Marky Marks Arm runter kroch und man hofft, fleht, gerade zu betet: Bitte nicht. Und dann passiert es doch..
  • Stonehenge wtf?

Für meine Leserschaft recherchiert

  • Bumblebee erhält seinen eigenen Film (filmstarts.de), der dem aktuellen Trend folgend in den 1980ern spielen soll. Darf man, durch all die filmischen Geschichten der letzten Zeit, die in den 1980er angesiedelt sind, daraus schließen, dass man sich sowas wie eine De-Vernetzung wünscht? Back to the roots?

Fazit: Science-Fiction Mittelalter Trash der Trash sein will? Nicht sein will? Ein Film, der nie produziert hätte werden dürfen, aber so im Rückblick gesehen gibt es: 12 von 12 putzigen, süßen Haustier-Dinosaurier-Autobots, und das Mädel. Das Mädel war cool.

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„Wonder Woman“

Nach den Misserfolgen von Man of Steel oder Batfleck vs. Superman, schafft Wonder Woman den Absprung mit Farbe, etwas Naivität und Entschlossenheit, und reiht sich, so könnte man fast sagen, in die Marvel’sche Tradition ein.

So gut wie Spoilerfrei.

Die anfängliche 97%ige Wertung bei Rotten Tomatoes sank mittlerweile auf 93% was trotz alle dem immer noch verdammt hoch ist. Der Film bricht mit der düsteren Videoclip Ästhetik und setzt auf eine eindeutige Botschaft, die mich gegen Ende tatsächlich an Das letzte Einhorn erinnerte. Ein Film, den ich mir als kleines Mädchen gewünscht hatte. Ein Film, der zielgerichtet die Geschichte voran treibt, sich nicht mit Kleinigkeiten aufhält und gegen Ende den Big Bad besiegt.


Und wie so viele andere, fragte auch ich mich was das große Geheimnis ist, dass Wonder Woman so erfolgreich werden lässt. Ein Beitrag, der vor ein paar Tagen in meiner Mailbox landete, erklärt es ziemlich gut: Wonder Woman ist so, wie ein Superhelden-Film sein sollte: Positiv und Hoffnungsvoll. Die Heldin ist kein Jammerlappen, die beim Versuch Leben zu retten, die Hälfte dabei umbringt und ihre Kraft als Fluch sieht, sondern sie tut, was gemacht werden muss. Mehr noch, sie geht darin auf, ohne aber arrogant oder selbstgefällig zu werden. So stehen auch nicht die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund, das Techtelmechtel mit Steve ist lediglich (und nachvollziehbares) Beiwerk, sondern die Geschichte Dianas und ihr Werdegang zu Wonder Woman selbst. Anderseits wurde in der Vergangenheit gerade auch die zwischenmenschliche und menschliche Darstellung der Superhelden gelobt, bis dies bei Man of Steel und Batfleck vs. Superman grandios kippte und ins Lächerliche abdriftete.

/fem-mode on

Wonder Woman bewegt sich zwischen dezenter Kritik am Patriarchat und zieht gleichzeitig die stereotypen Geschlechterklischees des 20. Jahrhunderts ins lächerliche. So lässt sich Diana von Steve weder sagen, was sie zu tun oder lassen hat, bemerkt so ganz nebenbei, dass man auch ohne Männer zurecht kommt und begutachtet interessiert Korsagen, die sie für Rüstungen hält. Und trotz dessen, dass Diana dank ihrer Herkunft weitaus mächtiger ist, als all die Männer, die nach ihr aufs Feld stürmen, bleibt Gleichwertigkeit zwischen Frau und Mann bestehen: Steve Trevors Fähigkeiten werden nicht minimiert, um Dianas Stärke zu demonstrieren, denn auch er wird als Held inszeniert und in keiner Weise als „schwach“ dargestellt. Eines nur: Vielleicht hätte man die letzte seiner Szenen etwas anders lösen können.

Ebenfalls positiv sticht hervor, dass zwar Wonder Womans ikonisches Kostüm beibehalten wurde, aber die gesamte Szenerie auf eine sexualisierte Darstellung verzichtet. Nicht „sexy“, sondern ästhetisch. Sicherlich sieht man Beine und Dekolletees bei den Amazonen, aber das ist in Ordnung. Schon alleine aus praktischen Gründen: Einerseits scheint Themyscira sehr warm zu sein, andererseits kann eine Vollkörper-Ausrüstung behindernd wirken, je nach dem, was man sich für einen Kampfstil aussucht. Was hätte man stattdessen als Rüstung verwenden sollen? Wehende Kleider? Einfache Lumpen? Die einzige Problemzone, die ich aus Sicht einer ehemaligen (Mittelalter-)Schwertkämpferin sehe, sind die fehlenden Träger. Doch das Kostüm scheint ausreichend hoch geschnitten, um ein gewisses rutschen zu verhindern.

Fight!

Die Kampfszenen waren interessant choreographiert. Ich hätte auch mit einem Film, der aus dem Quasi Vorspann und der Vorgeschichte bestanden hätte, viel Freude gehabt und genoss die Abwesenheit männlicher Protagonisten zu Beginn gänzlich. Es hat tatsächlich etwas befreiendes und ein gewisses „empowerment“, eine starke Frau unter vielen anderen starken zu Frauen zu sehen, was in der Filmgeschichte relativ selten passiert. Denn häufig sehen wir nur eine, manchmal auch zwei oder auch drei starke Frauenfiguren neben- aber oftmals gegeneinander, und keine homogene Armee. Was aber natürlich auch durch die Inszenierung – Akrobatisch zu Pferd, im Kampf und im Training – besonders zur Geltung kommt. Wie gern hätte ich da mitgemacht. Ich rieche eine Marktlücke für einen Freizeitpark: „Amazon-Camp: Girls and Women only“: Auf dem Plan stehen täglich Reiten, Schwertkämpfen, Bogenschießen, voltigieren (turnen am Pferd), Lasso werfen und Katzen streicheln. Oder so.

Interessant und auffällig ist die Inszenierung von Professor Lupin als Ares, den Kriegsgott, den Big Bad, der gegen Ende in einer bombastischer Feuerschlacht vernichtet wird. Auch wenn oft kritisiert und als unnötig empfunden, erhält Diana dadurch eine Fülle an tollen Szenen, unterlegt mit farbiger, emotionaler Musik – die sie nochmal konkret in den Mittelpunkt stellen und erneut verdeutlichen: Eine neue Ära an bricht an. Professor Lupin aka Ares als Big Bad hält also, so möchte man meinen, als Alibi her, sodass jede Möglichkeit, Diana Prince als Ikone zu stilisieren, wahrgenommen werden kann.

Comic-Ästhetik

Diese kommt auch bei Wonder Woman wieder zu tragen, wirkt aber in diesem Falle weniger deplatziert – vielleicht weil mit kräftigen Farben unterlegt? Oder, weil sie erst gegen Ende so richtig in Szene gesetzt wird? Ich überlegte und kam zum Entschluss, dass es vielleicht die frontale und statische Aufnahme ist, die Comichafte Szenen in Zeitlupenoptik vielleicht etwas banal wirken lässt. Wären diese dynamisch, und bewege sich die Kamera um die Szene herum, könnte man eher schwer einen Bezug zu einer 2D-Szene herstellen. In diesem Falle nützt Farbe und positive, emotionale Musik doch einiges, um mit der Darstellung nicht ins Lächerliche zu segeln.

Manko

Der Trailer hatte bereits vorgewarnt: Ästhetische Action-Szenen werden von Zeit zu Zeit aus ihrer dynamischen Perfektion gerissen und durch Zeitlupenoptik ersetzt. Zack Synders Handschrift eben. Was ich in 300, der pompösen Slideshow, mochte, hasste ich in allen anderen Filmen. Qualität vor Quantität: Ab und an, und wohl eingesetzt, können diese tatsächlich Wunder und Staunen bewirken, in übertriebenen Maße und zur falschen Zeit, zerreißen sie den Fluss der Szene. Aber das ist auch das einzige und große Manko des Filmes, was ich leider anmerken muss. Es nervte mich tatsächlich, dass kaum eine Kampfszene ohne dieser Handhabung auskam (*). Man muss aber auch nicht ins Gegenteil verfallen, und die Szenen in 1,5facher Geschwindigkeit abspielen. Gut choreographiert und gut geschnitten und jede künstliche Veränderung wird obsolet.

Etwas lästig war vielleicht auch das Ver-englischen der deutschen Sprache, wenn unter Deutschen englisch gesprochen wurde, aber das kann man vernachlässigen, und wir entschuldigen auch Dianas perfektes Aussehen am Morgen, als sie die Nacht am freien Boot verbracht hatte. Aber das ist in Ordnung: Comic-Verfilmungen und Helden-Epen brauchen diese Form von Realismus nicht. Auch wenn dies wieder eine andere Kritik war, die James Gunn mit dem ersten GotG parodierte. So oder so, gewollte Kritik findet ihren Weg.

Fazit: Eine neue Ära hat begonnen, lasst uns das auf diesem Niveau weiter führen.

* Anmerkung: Nachdem ich mir den Film heute Abend nochmal ansehe, werde ich beobachten, ob mir diese Szenen erneut so negativ ins Auge stechen und bei einem zweiten Beitrag, vielleicht etwas Recherche mit einbeziehe.

PS: Ich finde es übrigens sehr positiv, dass eine nicht-US-amerikanische Schauspielerin in der Titelrolle steht, und so ein weiteres Stück der US-amerikanischen „one of us“-Tradition aufbricht.

Lesenswert und gut recherchiert:

Zu guter Letzt:

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„Alien: Covenant“

So steht der Androide der Prometheus vor seinem Schöpfer, betrachtet die Skulptur Michelangelos und nennt sich David. Er spielt in einem weißen Raum Wagner am Flügel. Und doch erkennt er, dass er als unsterbliches Wesen geschaffen wurde, den Sterblichen zu dienen. Fortan sucht David nach seinen eigenen Kreationen und findet sie.

Es empfiehlt sich, Prometheus davor nochmal anzusehen.

Spoiler! Aber zuerst noch ein wenig fiktive Science-Fiction Geschichte:

Alien: Covenant spielt im Jahre 2108, zu Beginn des 22. Jahrhundert. In Doctor Who wird zu dieser Zeit der Mars durch Terraforming zu einem Freizeitplaneten gemacht, aber der Aufenthalt ist nur der wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten. In The Expanse erholt sich die Erde derweil wieder von ihrer Umweltverschmutzung. Und in The Next Generation wird 6 Jahre zuvor mit der Tiefenraumerkundung der Ficus-Sektor erkundet, die erste von den Menschen eigenständige Erforschung eines Raumsektors.

Worum ging es?

Durch unerwartete Sonnenstürme wird die Mannschaft der Covenant aus ihrem Kyroschlaf erweckt, James Franco darf sogleich das Zeitliche segnen und während die Reparaturarbeiten der Sonnensegel in Gang sind, fängt ein Crewmitglied ein Signal auf. Take me home… country roads… to the place.. where I belong! Die Mission zum angesteuerten Planeten sollte noch ca. 7 Jahre dauern, den Planeten, aus dessen Richtung das Signal gesendet wird, erreicht man in 3 Wochen. Natürlich wird keine Notiz an die Heimat verschickt, so wie: „Hey. Wir hatten Probleme, und hey, da gibts einen neuen Planeten, den sehen wir uns an!“ Und wann immer man derartigen Handlungen in entsprechenden Filmen beiwohnt, glüht der illusionäre Hoffnungsschimmer, dass Bürokratie und Protokoll-Wahnsinn der Gegenwart in der Zukunft etwas lockerer gehandhabt werden könnte, oder auch nicht, da man offenbar in den 1970ern nicht dieser Form des Wahnsinns ausgesetzt war und Alien:Covenant an Alien anknüpfen möchte. Aber vermutlich wird in 20 Jahren alles via App an entsprechende Firmen und Institute weiter geleitet werden, sodass keine Bürokratie und Protokollierung mehr notwendig sein wird. Ha! Got ya!

Anyway. Die Gefahr von Prequels zeitgenössischer Science-Fiction Filme liegt darin, dass man, was Technologie und Szenerie betrifft, ganz modern sein möchte (und auch nicht mehr anders kann) und dabei das Künftige aus den Augen verlieren könnte, sodass an Vergangenes nicht mehr angeknüpft werden kann. Alien: Covenant schafft diesen Sprung fast noch. An Bord wird geraucht, die Computer muten antik an und die Kommandozentrale fängt sofort Feuer. Es wirkt simpel.

Man folgt der Geschichte und es kommt wie es kommen muss: Aliens behausen den Planeten, aber der düstere Twist liegt in der Gestalt des Androiden verborgen, der seit 10 Jahren auf dem Planeten lebt, und diesen wie seine Geschöpfe ausgiebig studiert. Weniger steht der Xenomorph im Zentrum, sondern die künstliche Intelligenz.

Vom SF-Horrorslasher zum Schöpfungsmythos

War Prometheus der Halbgott, der den Menschen das Feuer und die Technik brachte, verweist der Titel des neuen Alien-Films aus alter Schöpferhand (Ridley Scott) auf einen Pakt, eine Verbindung, ein Bündnis. Und dies in mehrfacher Hinsicht. Gerade gegen Ende hin fühlt sich Alien: Covenant wie Alien aus 1979 an, Katherine Waterston wächst als neue Ellen Ripley inklusive Tank Top, Kurzhaarfrisur und großer Schusswaffe, Entschlossenheit und 9 Leben sofort ans Herz. Selbst der Abschied war zu (fast) 1:1 derselbe.

Zum anderen zeigt der Androide David, dass ein friedliches Herantasten an die fremde Lebensform durchaus sinnvoll sein kann – auch wenn diesem Opfer vorausgingen. Es blieb ihm verwehrt sich fortzupflanzen und somit schuf er aus eigener Kraft. Er hat auch kein gutes Wort für seine Schöpfer übrig, denn die Menschheit sei eine sterbende Spezies, die es nicht verdiene weiter zu leben. Alien: Covenant weist, in der Tradition klassischer Science-Fiction darauf hin, dass künstliche Intelligenz gefährlich werden kann. So gefährlich, dass sie ihre Schöpfer in Frage stellen und selbstständig und nach eigenem Willen zu handeln beginnen.

Was in Erinnerung blieb

  • Die bildhaft ästhetische Szene, in der die Geburt eines  Aliens vor seinem Vater eingefangen wurde.
  • Hilfreich wäre es gewesen, sich Prometheus nochmal anzuschauen. Nur mehr vage wusste ich wer David war, aber nicht mehr, was er getan hatte. Trotzdem werden einige Dinge erklärt: Die weißen Gestalten zu Beginn des Vorgängers und wie es dazu kommen konnte, dass diese alle starben.
  • Katherine Waterstone als Quasi-Ripley.
  • Michael Fassbender, ftw!

Dank Luciferans Medienecke kamen mir zwei Kurzfilme unter, die Aufschluss über gewisse Dinge geben.

Fazit: 2 von 3 Babyaliens, 4 von 5 Xenomorphs, 2 von 5 Raumschiffen und 4 von 5 Sonnensegel. Sehenswert, wenn auch etwas Symbolträchtig.

Weitere Informationen

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„Star Trek: The Next Generation“ S01E03 und S01E04

Inhalt der Kritik: Die Darstellung von Aliens

Episode 3

Gleich zu Beginn der dritten Folge, stellten wir (Madame (8) und ich) uns die Frage: Ist es rassistisch, wenn die in traditionell-afrikanisch anmutenden Gewänder tragenden (von Afroamerikanern/Afrikanern dargestellten) Aliens, Frauenfeindlich sind? Bezieht man das heutige Verständnis und den Blick für die Problematik mit ein: Vermutlich! Und das aufgreifen einer Tatsache, dass viele Frauen in afrikanischen Gegenden wenig Rechte haben beziehungsweise viel Gewalt erfahren und dies in einer Sendung zu thematisieren? Ha! Got ya! Und wäre es rassistisch, wenn man gerade aus aktueller Sensibilität zur Problematik, auf diese Darstellung verzichtet hätte? Es wäre sensibel und eine Reaktion auf bestehenden Rassismus gewesen, so Madame (8).

Und die nächste Frage: Warum wählte man ausgerechnet Schwarze und steckte sie in traditionell-afrikanisch anmutende Gewänder? Weil in den 80ern die Problematik (vermutlich) anders lag: Erinnert man sich noch an die AIDS-Kampagnen, die afrikanische Kinder mit großen Augen zeigten. In dieser Episode geht es darum, von den Aliens einen Impfstoff zu bekommen. Die Problematik für Rassismus war offenbar medial noch nicht so greifbar, oder wurde anders bewertet. Wir kommen noch dazu.

Interessant auch, dass Cpt. Picard zwar den Kulturimperialismus im Bezug auf Werte anspricht, aber nicht auf die Technik? Folgend tauchte die Frage auf: Wird Technik als wertfrei im Star Trek Universum betrachtet? Die Menschheits-Geschichte wird einerseits von Technik-Euphorie, andererseits von Technik-Kritik begleitet. Q kreidete in der ersten Folge ja bereits die Primitivität der Menschen an.

Holger Götz, der einen Beitrag in Faszinierend! Star Trek und die Wissenschaften, Band 1 (2009) publizierte, bemerkt zur Thematik folgendes (S. 249-261) und bestätigt damit unsere Annahmen:

  • Im Kontakt mit Fremden wird oft nicht das Anderssein angesprochen, sondern das Gleichsein. Was zur Annahme anregt, dass jede intelligente Spezies, irgendwann eine Kultur hervorbringt (bringen muss), die den Menschen ähnelt
  • Die Kultur einer direkten Spezies wird direkt an deren genetischen Ausstattung rückgebunden: Die genetische Ausstattung einer Spezies ist die Grundlage ihrer Kultur. Mit in dieses Klischee fallen die Ferengi. „Die Hinterhältigkeit zeigt sich bereits in ihrer gebeugten Haltung […], und deren Aggressivität durch ihr Raubtiergebiss konnotiert wird.“
  • Zwar wird innerhalb der Serie immer wieder darauf verwiesen, dass man eine Spezies nicht nach ihrem Erscheinungsbild beurteilen soll, trotzdem bleibt das Äußere als „Marker des Charakters“ erhalten.
  • Auch interessant ist, dass jene Spezies, die den Menschen überlegen sind, weiß sind: Die Aldeaner („When the bough breaks“ S01E17) oder auch Q.
  • Auch die charakterliche Prägung, dass beispielsweise „alle“ Klingonen aggressiv und „alle“ Ferengi habgierig sind, deutet wieder auf eine genetische, als wie durch eine Kultur geprägte Veranlagung. Man wird im Folgenden vermehrt darauf achten. Ersichtlich wird das Beispiel an Lt. Worf, der von menschlichen Eltern aufgezogen wurde, aber trotzdem Züge zur klingonischen Kultur aufweist: Er spricht perfekt klingonisch, praktiziert die klingonische Religion und ist ein guter Nahkampfkämpfer. Götz merkt an, dass sich das Wie und  Warum nicht erklären lassen. Es wird damit begründet, dass er eben einer anderen Spezies angehört und sich zu dieser Kultur hingezogen fühlt, aber sich in beide, weder die menschliche, noch klingonische integrieren kann.

Götz fasst zusammen, dass TNG einen „deutlichen Kommentar zur Integration von Angehörigen anderer Kulturkreise in die dominante (Mittelschichts-) Kultur der US-amerikanishcen Gesellschaft ab [gibt].“ Und: „Damit bewegt sich TNG in einem neokonservativen biologistischen Diskurs, der der genetischen Veranlagung deutlich das Übergewicht für die Entwicklung der entscheidenden Wesensmerkmale eines Individuums zuweist und der kulturellen Prägung bestenfalls modifizierende Funktion zugesteht.“

Weil es gerade spannend ist, fahre ich fort:

  • Der offizielle Diskurs, der jeder intelligenten Spezies und ihrer Kultur die gleiche Wertigkeit zugesteht, hinkt im Narrativ etwas hinter her: Die Förderation steht an der Spitze, während die Individuen nur aufwärts-kompatibel sind. In Season 4 Episode 4, wenn wir es bis dahin schaffen, wird uns das Thema erneut begegnen.
  • Falls wir es nicht bis dahin schaffen, da uns der Tod ereilte oder die Welt einer Apokalypse zum Opfer fiel, hier eine kurze Ausführung: Das Menschenkind Jono wird von Talarianer aufgezogen und weist, nachdem er in einer Rettungsaktion an Bord genommen wurde, keine Affinität zu den Menschen auf. Somit zeigt sich, dass, was für alle anderen Spezies gilt, nicht auf den Mensch zutrifft: Die menschliche Kultur wird somit auf eine Stufe gehievt, die außerhalb dieser „genetischen Prädetermination“ liegt. Was heißt: Die symbolischen Handlungen der Menschen sind eine Kultur-Leistung. Somit wird unsere Kultur-Frage oben ansatzweise angerissen. Es ist anderen Wesen im Star Trek Universum schlicht und einfach nicht vergönnt via Kultur anders als genetisch bedingt, zu agieren – und das aus einem Herkunftsland, dass all seine Kultur aus Europa mitgebracht hatte. Ha!
  • An Jono wird nicht nur die Überlegenheit der menschlichen Kultur demonstriert, der menschlichen Rasse, sondern auch jene der menschlichen Gene: Während Worf zeigte, dass er sich aufgrund seiner Gene nie ganz in die menschliche Gesellschaft integrieren kann, ging Jono in der talarianischen Kultur auf. Mensch darf. Alien darf nicht. Aliens haben Integrations-Probleme. Menschen nicht. Nicht, dass uns das irgendwie bekannt vorkommt.

Zusammengefasst sagt Götz, dass TNG eine Abwärtskompatilbilität der Menschen konstruiert: Das Fremde kann sich nie vollständig in die menschliche Kultur integrieren, aber Angehörige der menschlichen Kultur haben keine Probleme sich in die Fremde zu integrieren. Mischlinge sind nur in der Lage, sich in eine „minderwertigere“ Kultur zu integrieren (Am Beispiel von K’Ehleyr) und bei Menschen wird deutlich Überlegenheit zelebriert (Riker in „A matter of honor“ S02E08) – aber dazu kommen wir noch.

Götz bemerkt, abschließend, dass TNG eine „kuriose Doppelstrategie“ anwendet. Einerseits, wird bei ethnisch abweichenden Menschen jede rassistische Thematik vermieden: Die Gesellschaft an Bord der Enterprise zeigt sich als Musterbeispiel einer „egalitären Homogenität“ – trotzdem sind diese noch unterpriviligiert. Zwar werden Homosexualität, Abtreibung und Sterbehilfe angesprochen, Rassismus aber vermieden. TOS selbst setzt sich in den 60ern deutlicher mit der Thematik auseinander, als TNG in den 80ern. Ich bin gespannt, wie STD (oder auch DIS/DSC?) dies im Jahr 2018 handhaben wird.  Im Gegensatz also Rassismus im Inneren der Gesellschaft zu thematisieren, überträgt TNG die Problematik auf Aliens. Eine andere Spezies ist aufgrund ihrer „genetischen Disposition“ nicht kompatibel mit der dominanten Kultur und vermittelt, dass bei einem Integrationsversuch zu „mental instabilen“ Persönlichkeiten führt.

Was nahmen wir aus der Folge noch mit, außer der eben angesprochenen Thematik? Yar’s „basic male interest“ und wir gingen davon aus, dass Völker, die entwickeltere Technologien benutzen, auch ein entwickelteres Verständnis für Gleichberechtigung haben müssten. Der Blick in die ferne und fiktive Zukunft verblendet, denn ein Blick auf die Gegenwart zeigt uns, dass dem nicht so ist.

Was wäre die Lösung für diese Episode gewesen? Die Heranziehung von grünen Aliens mit Tentakeln am Kopf? Zusammengefasst kann gesagt werden: Vor dem Hintergrund eines Science-Fiction Universums war die Idee wenig überlegt (oder gerade, nach dem Text zu urteilen, sehr überlegt) – oder gerade mit Absicht gewählt den Blick darauf zu lenken und Diskussion zu schaffen (eher nicht – oder schon?). Wir diskutieren immerhin.

Next!

Episode 4

Gegen Ende der Sicht der vierten Folge, als fauchende Ferenigs hinter Riker hin und her hüpfen, während dieser aufrecht stehend philosophiert, kommt das zu tragen, was ich oben so lange ausführte: Nicht wie in der ersten Folge und heute Kanon, sind es übermächtige, uns all überlegende Wesen, sondern dumme, primitive Tiere. Der Mensch damals fühlte sich überlegen und mächtig, heute regiert Furcht und Angst. Überlegene Aliens können nur durch eine Reihe glücklicher Zufälle ins All katapultiert werden oder mit menschlichen Emotionen zur Gesinnung gebracht werden: Nicht alle Menschen sind so!

Ebenfalls ist es unlogisch, dass die Crew der Enterprise einen Planeten findet, aber gleichzeitig überrascht ist. Ist es nicht deren Ziel und Aufgabe nach fremden Welten zu suchen? Madame (8) fragte mich zwischendurch: „Warum haben wir das damals weiter geschaut? Weil es im TV lief und wir nicht mehr Sender hatten?“ Oder weil die Enterprise hübsch war? Weil wir Raumschiffe mochten? Und Abenteuer?

Man muss leider sagen, dass die Ferengis wirklich als seltendämliche, primitive und sexistische Rasse eingeführt werden – was einem als Kind null auffällt. Null. Nada. Sie fauchen und schleichen in Fellen herum.

Was blieb hängen bei Folge Vier: Die dezente sexuelle Anspannung zwischen dem Captain und Dr. Crusher. Die eindeutige TOS-Kulisse und Rikers rechtes Auge.

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„Game of Thrones“, S06E09

Spoiler. Wirklich.

OMFG! Team DaenerYara! Team Sansa obviously! Lady Mormont! Drachen! Und! Und!

Zwei Fronten teilten sich 60 Minuten, 40 zu 60. 30 zu 70. Dammit! Daenerys hat ihre Drachen unter Kontrolle und Sansa verfütterte Ramsay an seine eigenen Hunde! Hell yeah! 25 Tage, 70 Pferde und Zig Hundert Leute extra..

„My rein has just begun.“

Drachen! Verdammt nochmal, Drachen! Daenerys befiehlt Drogon Feuer zu spucken, brennt gemeinsam mit seinen Drachengeschwistern ein Schiff nieder und die Überfahrt nach Westeros ist gesichert. Hochgradig episch! Zu guter letzt reiten Dothrakis in die Stadt und Daario schlägt dem Sektenmenschen den Kopf ab. Und während in Meereen die Menge tobt und die Kunde über Daenerys Sieg verbreitet wird, bereitet sich die andere Seite auf den Kampf der Bastarde vor.

„You’re going to die tomorrow, Lord Bolton. Sleep well.“

Noch am frühen Morgen entdeckt Sir Davos den Scheiterhaufen und Hirschfigur von Shireen. Die rote Hexe wird bezahlen müssen. The Lord of Light spricht zu ihr. Wie? Sie interpretiert seine Zeichen.. so gut sie kann. Sansa mahnt Jon zu warten, sie seien zu wenig, und wenn Ramsay sie in seine Finger bekäme, dann nicht lebendig. Die Schlacht, episch und mühselig und im letzten Augenblick, als sich der Norden in Unterzahl und am Ende befindet, ‚rettet‘ Lord Baelish mit einer Armee von Schwalben die Krieger von Winterfell, kurz bevor diese unter Leichenberge begraben werden. Die Gore Fraktion konnte sich wieder mal durchsetzen und der Sieg wird teuer erkauft sein.

„All memory of you will disappear.“

Die Konversation zwischen Daenerys und Yara war großartig. „The two were basically making eyes at one another the whole time they were on screen together, impressed by each other’s badassery and take-no-bullshit-from-the-man business“ (Nerdbastards.com). Ich hatte es mir fast noch etwas leidenschaftlicher und romantischer vorgestellt, aber immerhin ging es um harte Politik. Und der Flirt war im Endeffekt ebenso nett inszeniert als wie man es mit geschickter Dramaturgie hätte leidenschaftlicher machen können. 100 Schiffe? Euron Greyjoy kommt mit 1000. Dann sollte sie besser auf ihn warten? Mit ihm kommt aber auch die Heirat. Und was ist ihre Bedingung?

„I’d never demand but I’m up for anything, really.“

Hatten die Iron Islands denn je eine Königin? Genau so wenig wie Westeros. Die Kinder haben einiges gemeinsam, grausame Väter die eine noch kaputtere Welt zurück gelassen haben. Sie wollen es besser machen. „No more reaving, roving, raiding and raping“ – Aber so war es immer! Nicht mehr. Yara geht den Deal ein. Aber was, wenn jetzt jeder seine Unabhängigkeit fordert? Sie fordert nicht, sie frägt, korrigiert Daenerys Tyrion. Tyrion erinnerte sich an Theon, Season 1.

Und auch wenn die Männer die Schlacht austrugen, so waren es Daenerys und Yara, die sich gegenseitig als Herrscherinnen anerkannten und einen Pakt schlossen und Sansa, die einerseits Ramsay seinen Hunden verfütterte und mit Baelish Politik betrieb um Winterfell zu schützen. Zwar hätte sie es Jon mitteilen können und man hätte sich einige Männer gespart.. Nun ja. Hier ein lesenswertes Essay über die Frauen von Westeros: Friday essay: from Daenerys to Yara – the top ten women of Game of Thrones (theconversation.com)

Wie die Schlacht produziert wurde und um all jenen naiven Menschen, die ebenso um die Pferde fürchteten, eine ruhige Nacht zu bescheren, der siehe hier:

Und ein kleines Geschenk, danke Social Media:

ramsay

PS: Ich vermute das hier ist der Grund, warum GoT binnen 13 Folgen in den kommenden zwei Jahren sein Ende finden wird. Und vielleicht, weil die Geschichte zu Ende erzählt ist.. und weil irgendwer was von einem Jon Snow Spin-off verbrochen hat.. Ich bin immer noch für „The West of Westeros“ Starring: Arya Stark and Lady Mormont.

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