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Schnappt euch die letzten VHS-Kassetten!

2015 wurde die Produktion von VHS-Kassetten eingestellt. Die letzten übrig gebliebenen können für ca. 18€ das Stück gekauft werden. Anfang der 2000er schmiss man sie mit 1,50€ weg.

18€! Ich frage mich, ob all meine alten VHS-Kassetten doch noch irgendwann  etwas Wert sein werden.

Es gilt also dem Datenträger zu huldigen, der einem kleinen Mädchen das Gefühl vermittelte, auch sie könne in der Technik etwas erreichen – und nicht nur die Buben. Zukleben, Videorecorder aufschrauben, Band rausfitzeln, einfädeln.. für kurze Zeit wollte ich als Kind sogar in einem Geschäft arbeiten, dass Videorecorder und Fernseher repariert. Ich weiß gar nicht, warum ich später keine Karriere in dieser Branche verfolgte. Vermutlich lag es daran, dass Mädchen üblicherweise zum Schnuppern in einen Friseurladen oder den Einzelhandel geschickt wurden, und die Jungs auf den Bau oder in die Werkstatt.

Anyway: Rest in peace, my good old friend.

 

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R.I.P Samsung Galaxy S5 (2015-2017)

Für manche ist es ein lebloses Gerät, ein Gebrauchsgegenstand, ein Objekt. Ein Handy oder Smartphone. Etwas, dass man kaputt machen oder umtauschen kann. Etwas, dass am Hintern klebt und das Leben bestimmt.

Aber für mich war mein Telefon mein Begleiter, ein Freund und Kumpane. Mein Fotograph und Musikant. Mein Spielgefährte! Auf Reisen begleitete es mich, machte die schönsten Fotos und spielte Musik. Es mühte sich ab, sodass ich mich an Ingress und Pokémon erfreuen und ärgern konnte. Ich brachte es unzählige Male in Gefahr oder anders gesagt: Wir erlebten die tollsten Abenteuer zusammen: Bei Sonnenuntergang im Wasser, im Schnee und Regen und in der Sonne. Es überlebte die Hitze am Strand und die Kälte in den Bergen. Und wie viele Male fiel es mir zu Boden und wie viele Male hatte es einen Kratzer oder Sprung im Display? Oft und niemals! Ein treuer Freund. Bis es starb. Vor wenigen Tagen. Es rührte sich nicht mehr. Kein Trick half. Und so begrabe ich es für immer. Mein Telefon.

Noch bin ich nicht bereit es in die Kiste, oder besser gesagt, in sein Massengrab zu verfrachten wo es Seite an Seite mit ausgedienten Telefonen und MP3-Playern liegen kann. Ja, ich habe sie fast alle noch, bis auf die ersten zwei, glaube ich.

Welches sein Nachfolger sein wird, steht noch offen. Ein Samsung? Ein HTC? Sony? LG? Eines ist klar, es wird kein IPhone werden. Wichtig sind Kamera- und Musikfunktion, sowie Pokémon und Ingress. Aber besonders die Kamera ist wichtig.

Derweil bin ich abgeschnitten von der digitalen Welt. Verlasse ich den PC, kann mich niemand mehr erreichen und das Gefühl ist wirklich großartig. Ich vermisse mein Telefon (und die Kamerafunktion), aber keinesfalls vermisse ich die ständige Verfüg- und Erreichbarkeit, auch wenn Ton und Vibration, sowie sonstige Benachrichtigungsmodi immer ausgeschaltet und/oder deaktiviert waren. Ich entscheide, ob ich kommunizieren möchte oder nicht. Nicht der Anrufer (bei Unbekannter Nummer nehme ich generell nicht ab, wer weiß wer da dran sein könnte..), nicht das Piepsen einer SMS oder das Aufblinken am Display, dass jeden in den Wahnsinn treibt. Mich zumindest haben diese Geräusche immer so sehr verschreckt, dass ich sie – primär also nicht der Verfügbarkeit wegen ausgeschaltet habe, sondern weil mich aus dem Nichts auftauchende Geräusche komplett aus der Ruhe gerissen haben. Es gibt nur ein Geräusch, dass ich bedingungslos akzeptiere: Die Ankunft der TARDIS.

Und ja natürlich blickt man ab und an, manchmal mehr, manchmal weniger drauf, ob sich nicht doch jemand gemeldet hat, ob nicht doch ein Bild auf Instagram oder ein Blogbeitrag geliked wurde, aber diese vollkommene Abwesenheit jeglicher digitaler Knechtschaft hat befreiendes. Ich verlasse meinen PC und habe weder Uhrzeit noch Informationen über die Welt. Ich bewege mich quasi zu 100% analog, ohne einer digitalen Schnittstelle. Ich überlege, ob ich tatsächlich all die kommunikativen und sozialen Apps beim nächsten sofort gleich deaktivieren soll.

Und doch leidet Social-Media darunter. Wenn ich abends im Bett, auf der Toilette oder während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln WordPress-Blogs überflogen und Beiträge geliked oder Instagram durchforstet habe, mich über 9Gag amüsierte und über Facebook ärgerte, bleibt das mittlerweile fast auf der Strecke.

Und durch die aktuelle Unmöglichkeit, Geschehnisse sofort zu teilen – denn sie sind erst mit Heimkommen und via Sitz an den Rechner für andere verfügbar – entsteht etwas, dass man fast vergessen hat: Diese Momente gehören nur einem selbst. Das schwimmen bei Regen oder die Babyluchse im Alpenzoo. Kein Telefon, dass davon ablenkt und sogleich in die Welt hinaus verfrachtet, nein, die Momente gehören einem ganz allein.

Und trotzdem werde ich mir ein neues Telefon anschaffen und vermutlich dem alten Wahn verfallen, viel zu oft drauf blicken, sinnlos Apps hin und her wischen und zig Tausende Fotos machen. Oder auch nicht, wer weiß?

PS: Sobald ich den alten Zettel mit der Garantie finde, werde ich den Leser wissen lassen, wie viele Tage mir „geschenkt“ wurden. Ich habe die paranoide Ahnung, dass es zeitlich mit Ablauf der Garantie zusammen fallen könnte..

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R.I.P Bud Spencer

*1929-2016

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Ich erinnere mich – ich muss so im Kindergarten-Alter gewesen sein, als ich draußen beim Spielen zwei Buben die Köpfe zusammen gedonnert hatte und mich dann wunderte, warum sie heulend davon liefen und einige Zeit nicht mehr mit mir redeten. Ich sah nichts verwerfliches darin, Bud Spencer machte das auch immer..

Gute Reise, Held meiner Kindheit :(

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