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„Salvation“, Season 2

Mittlerweile wissen wir: Es wird keine dritte Season geben, und somit werden nie wissen.. SPOILER [Text markieren, um zu erfahren] was.. Samson wirklich war.

Man muss leider sagen, dass die zweite Season nicht ganz so toll ist wie die erste. Der Komiker wurde gefeuert und stattdessen durfte ein Dan-Brown-Verschwörungs-Fan seinen Platz einnehmen. Dieser wird zwar zu Scrabble Abende eingeladen, aber man mag ihn auch nicht so besonders; wirft er ein Konzept nach dem anderen in den Raum, welche nicht ganz soooo stimmig sind. Seine Schreibweise versucht, das trashige Element etwas zu entschärfen und bringt Langeweile mit sich. Es dauerte tatsächlich länger, bis ich die zweite Season durch hatte.

Fließender Übergang von Season 1 zu Season 2

Die Handlungen der ersten Season sind weitreichend: Es kommt fast zu einem Angriff russischer, nuklearer Sprengkörper und Tech-Milliardär Darius Tanz schickt 160 Menschen, darunter Grace (seine OnOff-Liebelei), sowie Harris (FBI Chief und Graces‘ Ex) und Bardame Fiona (Harris‘ Affäre) in den Bunker. Dort verbleiben sie 5 Tage. Darius dachte offenbar an alles: es gibt Bäumchen, Pflanzen und frisches Essen. Alles, was man auf dem Mars hätte brauchen können. Nach dem 4. Tag passiert ein Selbstmord, oder war es ein Mord?

Ganz gleich, es wird recht früh aufgeklärt, dass es nicht Russland, sondern Re/Syst (die Hackergruppe!) war, die den nuklearen Sprengkörper in den Orbit verfrachtet hatte und Forderungen stellen: 30 Wissenschaftler wollen sie, um eigens an einer Lösung zu arbeiten, und vor allem wollen sie Liam (den MIT-Studenten) sowie Prof. Croft und Tanz Ind. als Hauptquartier. Vize Präsident der USA Darius zieht derweil ins weiße Haus. Re/Syst bringt Alicya mit, die einst für Darius gearbeitet hatte; und Liams OnOff Beziehung (diesmal mit Re/Syst) ist ebenfalls Thema, sowie Darius Versuche Grace zu erobern.

Soweit so gut. Sie versuchen die losen Enden zu nehmen und in die neue Szenerie weiter zu verspinnen. Es gelingt bedingt.

Season 2

Liam arbeitet an einem Solar Segel, während Darius mit einer überdimensionalen Railgun versuchen will, den Asteroiden Samson vom Kurs abzubringen. Natürlich funktioniert beides nicht: die Railgun ist zu schwach und das Solar Segel zu klein – und bald arbeiten sie wieder zusammen. Darius ist mittlerweile Mr. President – Dank seinem Onkel Nic (der seit dem 19. Jahrhundert einer geheimen Sekte angehört, die sich Q17 nennt, hier hatte wohl dieser dubiose und unkreative Dan Brown-Fan seine Finger im Spiel) und der Meinung war, Darius sei einer von ihnen. Der Mord an der Präsidentin geht also auf sein Konto.

Yes, the Trash is real!

Wie bereits erwähnt, gibt es ein Spiel um den Thron und Bennett (der neue Gegenspieler), der sich via Social Media verbindet um den Mob zu steuern (jede Ähnlichkeit zu etwaigen aktuellen Personen ist vermutlich nur Zufall), wird schlussendlich vom Thron gestoßen, den er nie tatsächlich besessen hatte. Anhand dieser Auseinandersetzung möchte Darius den Flow des Internets unterbinden, Alicya aber findet, dass nur Diktatoren den Zugang zu Informationen verbieten und auch Liam ist davon nicht überzeugt. Sie schalten also das Internet ab, aber auch die Kontrolle über die Raketen, die Re/Syst noch im Orbit hat, sind weg und könnten binnen 15 Minuten auf ihren vorprogrammierten Zielen landen.

Darius (der sich mittlerweile wie ein verknallter Schuljunge aufführt wenns um Grace geht) hat nur wenig Zeit, das Internet wieder in Gang zu bekommen (auch weil das Video gesendet werden muss, in welchem der oberste Richter vom Kranken/Sterbebett aus (auf welchem er liegt, weil er Opfer eines Anschlags wurde…), seine Entscheidung für den wahren Präsidenten fällt. Sie finden sich im Darkweb zusammen (warum kommt Re/Syst nicht früher drauf?) und schaffen es mit vereinten Kräften, (den Bösewicht) Bennett zu erledigen, die rechtmäßige (aber bereits tote) Präsidentin zu erhalten (oder so – dammit!), die Stadt vor den Raketen zu bewahren und der Tag ist gerettet.

Und es wäre keine richtige Trash-Serie ohne eine Sekte, die den Untergang der Welt feiert und das Ankommen des Asteroiden willkommen heißt. Denn so wie die Dinosaurier einst ihr Leben für eine höhere Spezies lassen mussten, so werden auch viele Menschen ihr Leben lassen, denn sie akzeptieren.

We accept! Jillian (die Ex von Liam und mittlerweile persönliche Assistenten von Darius) wird erfolgreich eingespannt und von einem irren Sektenführer benutzt, um Pläne des Maxwell Colliders zu beschaffen (warum frägt sie nicht nach?) sodass dieser zerstört werden kann – und auch wird. Ja, es wird keine Railgun geben und Grace verliert die Hoffnung – sie habens irgendwann tatsächlich geschafft, zueinander zu finden. Für kurze Zeit. Denn als sie ihre Hoffnung verliert, sieht Harris seine Chance gekommen, da Abgeordnete nun einen fixen Platz im Bunker bekommen und(! viel wichtiger) deren Angehörige; und so macht er Grace einen Antrag. Er möchte sie und Zoe (die Tochter von Grace, die von Dylan, seinem Sohn und Re/Syst-Mitglied) schwanger ist, schützen.

Wait, What?

Genau so.

Gegen Ende versagt jedoch auch die bereits abgefeuerte Ladung der Railgun und verpasst den Asteroiden – wo lag der Fehler? Ja, ihr erratet es bereits. Nicht bei Tech-Genius Darius Tanz, welcher sich übrigens auch selbst aufopfern möchte und Salvation, sein Schiff, als letzte Instanz, selbst gegen den Asteroiden zusteuern will (aber seine letzte Nacht bei Grace verbringt, bis ihn Onkel Nic anruft), sondern… Tja, das Ende werde ich euch definitiv nicht verraten. Schaut die Serie selbst.

Abschließende Gedanken

Auch wenn der Trash-Klischee-Faktor und die Absurditäten sich mit jeder Folge nochmal übertreffen (man glaubt zwar nicht, dass es möglich ist), war es dennoch sehr unterhaltsam, der Serie beizuwohnen. Eyecandy Santiago Cabrera (welchen wir aus der ersten Season Heroes kennen, wir erinnern uns, Isaac Mendes, der Künstler, der die Zukunft malen konnte. Save the Cheerleader, save the world!) macht es einem natürlich einfach, nicht das Interesse zu verlieren, sein Charme überzeugt durchaus – aber auch der restliche Cast verrichtet gute Arbeit.

Was die erste Season mit dem Seasonfinale verschissen hat, macht das zweite wieder gut. Das Ende ist gut. Es ist offen, aber kein Cliffhanger. Es könnte genau so gut auch der Anfang von H.G. Wells‘ „The Childhood Ends“ sein.

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Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Science-Fiction, TV-Shows!

„Salvation“, Season 1

Ich stelle mir bei Serien wie dieser, eine gut durchmischte Gruppe an Schreiberlingen und kreativen Köpfen vor, die an ihrem Tisch sitzen, mit Kaffee, Tee und Chai-Latte und einen grandiosen Einfall nach dem nächsten haben; dabei aber nach Lehrbuch vorgehen und nach wenigen Minuten bemerken, wie ihre Einfälle sämtliche Klischees miteinander verpaaren – und aus dieser Ernüchterung die Konsequenz ziehen und noch mehr absurdere Ideen (die sich alle gegenseitig an „Wtf? Lol!“ und „What the …?“ und „Whaaat! Wie genial!“ übertreffen wollen) hinein schreiben.

Das in etwa ist die Kurzfassung des Eindrucks, den Salvation hinterlässt.

Die Schreiberlinge kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen und bringen alle unterschiedliche Ideen mit: Hard Science-Fiction und Physik, Drama, Trash, Humor (ein Komiker ist für die humoristischen Elemente und Parodie zuständig, er wird aber nie zu Scrabble Abende eingeladen, weil seine Witze entweder zu flach, oder zu intelligent sind), Verschwörungen und (vorhersehbare) Plotwists und natürlich: Die Gefahr aus dem All – Asteroiden!

Kurz: Die Serie ist großartig! Auch wenn ein Klischee das andere jagt, jeder Plottwist den Weg für den nächsten ebnet, und die Serie eigentlich ganz schrecklich sein müsste (die Ratings der zweiten Season sind sehr schlecht, vermutlich wird es keine dritte Season mehr geben und der Asteroid die Erde zerstören), liebt man sie spätestens ab der dritten Folge.

Die Schauspieler sind sympathisch, so auch die Charaktere – und man bemerkt: Warum sind nur Männer kluge Techs, Military und Wissenschaftler, während Frauen Pressesprecherinnen, Journalistinnen, Self-Publish-Authors und reiche Damen sind? Andererseits, wer sind wir, dass wir Medienarbeit geringer bewerten als Wissenschaft? (Ich weiß, die Wissenschaft ist ein männlich dominierter Bereich und dies soll mit weibliche Präsenz aufgebrochen werden, was aber hier kaum der Fall ist). Dennoch, for all we know: Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert das Weltgeschehen. Der erste Gedanke war: „What, warum is da keine Frau dabei!“ Immerhin gibt es eine Madame President.

Worum gehts?

MIT-Student Liam entdeckt via Simulation etwas seltsames: Einen Asteroiden. Seine App warnt ihn, als er gerade Sex hat. Als er seinen Professor auf diese unglaubliche Nachricht aufmerksam machen will, findet er dessen Wohnung komplett zerstört vor. Nicht nur das: er wird beobachtet und verfolgt. Kurz um sucht er Hilfe beim Tech-Genie/Milliardär Darius Tanz, welcher eigentlich den Mars kolonisieren will.

In 168 Tagen soll der Asteroid einschlagen und ein 6. Massensterben zur Folge haben. Das Pentagon weiß bereits Bescheid und will Raketen zünden. Jedes Kind weiß mittlerweile, dass ein Asteroid dieser Größenordnung in zig Hundert Teile zerbersten und ebenfalls großen Schaden anrichten würde – natürlich würden die Teile des Asteroiden nur die östliche Hemisphäre treffen und der Grundstein zu Weltpolitischen Spannungen wird säuberlich in Reihe und Glied gelegt.

Darius hat eine andere Idee und wird sogleich von Liam unterstützt: Via Gravitation soll der Asteroid von seiner Bahn gelenkt werden. Wie sie dort hinkommen? Liams Professor beziehungsweise auch Darius hatten an etwas gearbeitet, dass sich EM-Drive nennt und eigentlich die klassischen Naturgesetze in Frage stellen würde, allen voran Newtons 3. Gesetz (allerdings gibt es Diskussionen darüber..). Darius aber lässt uns wissen, dass mit jeder Zeitwende, die vorigen Gesetze entkräftet und verbessert werden.

Yes, the trash is real! Und es ist großartig!

Während Darius also 100kg von angereichertem Uran und 2 Milliarden zur Verwirklichung braucht, schleicht sich Grace (die Pentagon Pressesprecherin) Nachts hinab und stiehlt die Codes von ihrem Freund Harris, der ebenfalls bei der CIA ist (und ihr Boss) um Darius das Uranium beschaffen zu können, denn sie ist sich sicher: Darius kann die Welt retten. Sie will nicht den Osten opfern, damit der Westen unbeschadet bleibt. Dabei verliert sie einen Ohrring im Koffer, und Chaos ist vorprogrammiert – aber! Darius braucht das Uran gar nicht für den EM-Drive…

Yes, the trash is real! Und es ist großartig! Ich liebe diese Serie schon jetzt.

Und damit beende ich die Inhaltsangabe, denn die Freude die Plottwists, seltsame und fragwürdige Entscheidungen, Verwicklungen, Verwirrungen und die kindlichen Einfälle der Schreiberlinge mit sich bringen, mag ich niemanden nehmen. Es ist wirklich großartig. Es ist trashig. Aber gut.

Die Serie, die 2017 das erste Mal auf CBS ausgestrahlt wurde, beendete eben seine zweite Season und läuft aktuell auf Netflix. Wie zu Beginn erwähnt sind die Ratings sehr schlecht, und vermutlich, wenn die Serie nicht von einem Streaming Sender gekauft, wird es keine dritte Season geben. Was ich sehr schade finde. Aber noch habe ich Season 2 nicht gesehen.

Kritik / SPOILER!

Natürlich freute ich mich auf das Season Finale, wurde aber leider enttäuscht.

Sicherlich, es kündigte sich schon über ein paar Folgen an, dass der Zwist zwischen Russland, die einst mit Absicht angegriffen wurden (aber die Sache als Asteroiden Einschlag vertuscht werden wollte) und den Staaten, zu eskalieren droht. Gegen Ende, als die Hacker Gruppe Re/Syst (die exakt so ist, wie man sich eine Hackergruppe vorstellt, im Untergrund, junge Leute mit Piercings und gefärbten Haaren, die für die Sache auch bereit sind zu sterben) ein US-Militärschiff, sowie eine russische Base in die Luft jagen, schlägt Russland zum Gegenangriff und sendet ein paar nukleare Bomben Richtung Washington (habe ich erwähnt, dass sehr viel SF-Trash dabei ist?). Die Leute befinden sich derweil im Bunker – der sie die nächsten 100 Tage sicher halten soll, oder auch, wenn der Asteroid auf die Erde einschlägt – genauer, in und bei „Salvation“, dem Raumschiff das mit 160 auserwählten Personen zum Mars fliegen hätte sollen, um dort die Menschheit weiter leben zu lassen.

Der Twist selbst, (der dem Komiker (den ich oben erwähnte) öfters Chancen gab, wenn auch humpelnde, Running Gags einzubauen) war gar nicht so das Problem, denn Verschwörungen gibt es immer wieder (und sie wurden auch sehr satirisch eingefädelt), und auch die fast schon Soap-Opera-artigen Liebesdramen hätte man akzeptieren können (Grace, eigentlich mit ihrem Boss Harris liert, verknallt sich in Darius, der trifft seine ehemalige große Liebe wieder, und auch wenn er an zweite Chancen glaubt, stimmt halt das Timing nicht, und klar, er ist auch in Grace verknallt; die On-Off Beziehung zwischen Liam und Jillian und die Affäre der Tochter von Grace mit dem Sohn von Harris und so weiter) – was aber leider einen tiefen Schatten über die Serie wirft war jenes:

Wenn die mitwirkenden Damen viel Spielraum einnahmen (auch wenn keine von ihnen Wissenschaftlerin war und zur Lösung des Problems direkt beitrug) und es Folgen gab, die sich lediglich um Grace drehten, verkamen alle drei, Grace, Jillian und Claire (die Ex von Harris) zu liebeshungrigen, weinerlichen „I want you“-Babes, die, auch wenn das Ende der Welt nahe steht, nur eines im Sinn haben: bei ihrer großen Liebe sein zu wollen. Dagegen spricht auch nichts, im Gegenteil – die Art jedoch, wie das ganze wieder in Szene gesetzt wurde, diente lediglich dazu, die eh schon heroischen Männer aus dem Drama heraus zu nehmen, und um sie noch heroischer zu inszenieren.

So meint Darius in letzter Sekunde zu Grace, sie solle gehen, denn Harris brauche sie. Ernsthaft? Warum nimmt er sie nicht mit? Gegen Ende finden sich Darius und Liam, der Jillian in letzter Sekunde verlässt, ohne ihr zu sagen warum (ich würd‘ den Typ so abschießen), wieder gemeinsam ein, weil sie beide eine Lösung haben, wie sie die Erde dennoch retten können. Ja, I get it. Er will sie sicher und verschlossen halten. Eh klar. Trotzdem. Das wie!

Leider wurde Amanda, die Reporterin, der das Wohl der Menschheit am Herzen lag, zu früh ermordet und auch die Präsidentin der Vereinigten Staaten entging nur knapp einem Mordkomplott.

Fazit

Wer SF-Trash mit Verschwörungen und Drama und Eyecandy mag, you’re welcome, thank me later.

Thx Reddit:

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