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Was du in deinen 30ern erreicht haben solltest

Erste und ultimative Antwort: Gar nichts.

Es geht niemanden einen Scheißdreck an, was du nach welchen Standards erreicht haben solltest. Wobei doch, wenn du geschafft hast, dir bisher nicht das Leben zu nehmen: Gratulation!

Madame (8) meinte einst: „Warum willst du mit 30 aussehen wie 20? Willst du die alte, creepy Frau in der Disco sein, die du damals mit Anfang 20 belächelt hast?“ – selbst wenn, who cares? (Okay, wenn wir ehrlich sind: Niemand will die creepy, alte Frau/(und schlimmer noch) der creepy, alte Dude sein, der in der Disco herum hampelt und sich an die jungen Mädels ran macht. Niemand. Übrigens, gehen wir nicht mehr in Discos. Wir besuchen Salsa-Abende. Oder Konzerte. Wenn überhaupt. Meistens ist es doch nur mehr Karaoke oder Kino. Wenn überhaupt. Die Couch ist auch okay. Oder das Bettchen. Mit Twitter. Vollkommen ausreichend.

Trotzdem. Was kann ich dafür, dass die Abstinenz von Alkohol und Tabak meine Haut noch nicht ganz so arg altern lassen haben, wie bei manchen anderen? Und hätte ich regelmäßig Sonnencreme verwendet, gäbe man mir sicher noch die Anfang 20. Merke: Verwendet auch tagsüber eine Creme mit mindestens LSF15! Und vergesst nicht, diese ab und an nachzutragen. Und hätte ich mich besser ernährt, mehr auf Obst und Gemüse geachtet, ginge ich sicherlich noch als 18jährige durch. Und hätte ich regelmäßig Sport betrieben, dann .. nun gut, lassen wir das.

Nachdem ich in den 1980ern geboren bin und jeder, der in den 1980ern geboren ist, dieses Jahr 30 oder darüber sein wird, muss auch ich erkennen, dass die feinen, aber kleinen Schwindeleien (die mir übrigens außerordentliche Freude bereiten) irgendwann nicht mehr ganz aufgehen werden, bestehe ich weiterhin darauf, als Mitte 20jährige durch zugehen. Irgendwann ist die Rechnerei nicht mehr spannend, sondern mühsam. Irgendwann stimmen Details nicht mehr miteinander überein und irgendwann macht einfach alles keinen Sinn mehr. In den 90ern geboren zu sein und einen Teil der Jugend ohne Internet und Handy verbracht haben? Nicht unmöglich, aber schwierig. In den 90ern geboren zu sein, und sagen können: „Ja, das waren halt die 80er! I’ve been there!“ You get the point.

Und natürlich stellt sich zeitweise die Frage, was man in seinen 30ern erreicht haben muss/sollte.

Die einen lassen sich scheiden, bei anderen ist das zweite Kind bereits unterwegs, mei nett! Das dritte auch? Ja! Aber meine Frau mag nicht so wirklich; die Jugend hat sich noch nicht ganz unter den Stirnfalten verkrochen, und man zockt gelegentlich das eine oder andere Spiel; der Job wird immer mühsamer, der Chef war auch schon netter, die Überstunden machen zu schaffen, die Bandscheiben, ja, das Kreuz auch, und ausgehen ist auch nicht mehr so wie früher, 3 Bier, dann ist genug! Mei, die Kinder, holst du sie am Freitag von der Kita? Aber Schatz, ich wollte doch.. nein, ist gut, ich verzichte gerne auf mein Leben. Ist in Ordnung. Und unter all diesem Gedöns und Getöse unterschiedlicher Aussagen diverser 30- bis 40jähriger, steht man auf weiter Flur und überlegt: „I’m a f*cking loser! Wait, but, why?“ Bis man realisiert: „It’s not me! It’s them! All of them!“

„Du kannst aber nicht ewig Kind sein!“ – „Doch kann ich.“

Es wird immer Leute geben, die dir sagen werden: „Mit 30 ist das Leben vorbei! Mit 40 musst du was erreicht haben. Da kannst du nichts mehr ändern. Da solltest du gefestigt sein!“ Und natürlich hinterlassen diese Sätze Unsicherheit sowie gewisse Fragen: Muss ich das tatsächlich? Was wenn nicht?

Googelt man kurz, finden sich zig Artikel, dass man auch mit 40 oder 50 sein Leben noch komplett neu ausrichten kann. Oder mit 60! Und besonders unsere Generation, von denen die wenigsten (so zumindest mein Eindruck) tatsächlich erwachsen geworden sind, nagen an der Definition von „Erwachsen-sein“. Erwachsen-sein, einst definiert als die Elterngeneration, dieses biedere, langweilige Dasein, ohne Wahnsinn durchs Leben schreiten, rationale Entscheidungen treffen, Versicherungen verstehen und ohne Angst wo anrufen zu können. Die Generation, die keine Fehler macht und sich nicht mit diesen Halbgaren Memes identifizieren mag. Erwachsen-sein, definiert durch: sein Leben im Griff zu haben und zu wissen, wohin man möchte und sich zu kennen, das Leben zu akzeptieren, weil man hat ja mit 30 bereits gefestigt sein müssen und da wäre unschicklich, jetzt noch an allem zu zweifeln!

Who are these people?

Ich hasse Fragen, die einen zwingen sich mit dem eigenen Selbst auseinander zu setzen. Das, was ich in meinen 20ern noch gern getan habe, da das Selbstbewusstsein groß und fern jeglicher Kritik stärker strahlte als Tschernobyl, geriet irgendwann immer mehr in den Hintergrund. Sicherlich, selbst in meinen 20ern war mein Selbstbewusstsein angeknackst, aber zumindest konnte man sich die Fehler schön reden. Und sicherlich, in den 30ern fällt alles auf eine gewisse Narrenfreiheit zurück, während man in den 20ern ausprobieren konnte, und nichts (von all dem, oder das wenigste zumindest) kleben blieb.

Und es stellt sich die Frage: Wer sind diese Leute? Die, die alles auf die Reihe kriegen. Wer sind sie? Und gibt es sie tatsächlich? Sind sie nicht vielleicht nur ein Mythos der Eltern-Generation, der in das Unterbewusstsein ihrer Kinder tradiert wurde und kontinuierlich wird, weil sie selbst nichts auf die Reihe brachten, um so den Schein zu wahren? So wird es sein!

Die Alten, unsere Eltern, und die Jungen, diese Digital-Natives, Generation Laptop (nicht Stand-PC, wie wir), die Streamer (und nicht alten CD-Gamer), die jungen, dynamischen Start-Up Menschen, nicht wir, die wir Schiss vor einem Anruf bei der Krankenkasse haben, um irgendwas Belangloses in Erfahrung zu bringen. Die, die hinaus ins Leben schreiten, sich optimiert selbst präsentieren und damit massiv Kohle scheffeln.

Werden wir je deren Level erreichen, oder werden wir ewig die creepy Zwischengeneration sein, die weder dies noch das ist. Wer sind wir? Und existieren wir tatsächlich? Sind wir nicht nur Einbildung unseres gekränkten Selbst, dass in die Welt geworfen wurde und in der Zerworfenheit der Generationen keinen Ausweg mehr findet?

„Du musst erwachsen sein!“

Wir sind erwachsen (glauben wir) und haben Verpflichtungen (die wir hassen) und kommen diesen nach (lol, ja genau), ohne darüber zu jammern (haha, nice try), weil jeder die gleiche Last zu tragen hat, manche sogar noch mehr. Aufgrund der etwaigen Diskriminierung bestimmter Gesellschaftsmodelle verzichte ich an dieser Stelle auf Beispiele.

Irgendwo im Zuge meiner Recherchen las ich, dass man in den 30ern erkannt hat, dass die Erwachsenen, vor denen man soviel Respekt und Ehrfurcht hatte, gar nicht soviel wissen, wie man einst glaubte. Im Gegenteil, den wohl höchsten allgemeinen Bildungsgrad haben Maturanten, Menschen zwischen 18 und 20. Die wissen über Mathematik, Biologie, Politik und Geschichte Bescheid. Danach fokussiert man sich auf Spezialgebiete, wenn überhaupt. Will ich damit sagen, dass wir zunehmend verdummen? Natürlich!

Back to the roots

Ja, fellow friends, die 30er sind angebrochen – nicht nur bei uns selbst, sondern auch in der weltpolitischen Lage scheint alles wieder dorthin zurück zu kehren, wo das Übel einst begann, von dem sich das kollektive Gedächtnis noch nicht erholt hat und die Schuld noch immer mit sich trägt (und offenbar nichts daraus gelernt hat, weil, ja.. kollektives Schuldgefühl und so, und den gleichen Fehler, am besten noch zur gleichen Zeit, noch fünfmal machen muss um daraus zu lernen.. whatever).

Und trotz dessen sind wir mittlerweile die Alten, fern ab von den jungen Influencer und smarten Start-Up-Gründern, die ihre Mitzwanziger richtig geil fetzen lassen. Könnten wir auch, aber wir sind die Generation in between. Weder Digital-Native, noch Digital-Immigrant. Verloren in der Zeit.

Wie will man also von uns erwarten, dass wir jemals erwachsen werden, gemessen an den Standards der Elterngeneration vor uns, deren Ideale nicht mehr anstrebbar sind, beziehungsweise sein wollen und auch nicht angestrebt werden können, weil es schlicht und einfach nicht mehr möglich ist (aus allerlei Gründen)? Und wir auch nicht wissen, wie sich die Nachfolge Generation verhält, wenn diese erwachsen ist – derer wir auch kein Vorbild sein können; wenn überhaupt nur als Karikatur dienlich sind, die sie lässig beiseite schieben, weil sie soviel toller sind und soviel mehr erreicht haben als wir, vor allem, weil sie viel mehr Möglichkeiten und das besonders wichtige, die Jugend dafür besitzen!

Tja, ihr lieben Leute, die in den 1980ern geboren sind:

Wir sind die seltsamen Between’ers, die schrägen Alten, die Generation, die nicht erwachsen werden will (oder kann!). Generation XYZ Whatever. Generation „I don’t give a fuck und jeder sagt mir, was ich zu tun habe und ich mag eigentlich nur am Strand liegen und meine Ruhe haben“, Generation „Schleich di mit deiner deppaten Erwartungshaltung; geh, mach ein Bild für Instagram für dein Start-Up für Wasserflaschen für Armlose“, Generation „Geh mir nit auf die Eierstöcke!“ und zu guter Letzt: Generation „I don’t give a fuck.“ Oder so.

Anyway, was ich damit sagen will, falls sich jemand angesprochen fühlt und am gelebten Leben zweifelt, wenn die Erwartungshaltung anderer regelmäßig an die Tür klopft, in die Timeline gespült und unter die Nase gerieben wird:

Du musst gar nichts erreicht haben.

Und viel wichtiger: Don’t give a fuck.

Wenn du in deinen 30ern noch ein Studium anfangen willst, who cares. Wenn du auf 26m2 lebst und glücklich damit bist, so what? Und wenn du einfach nur faul sein und schlafen willst, do it!

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150€ für 60h/w!

Achtung, irreführender Headliner! Entspricht (noch) nicht der Realität! Vorsicht!

Aber es wäre doch eine Idee, nicht? Man stelle sich vor, das Pensionssystem kann von Grund auf reformiert werden: In zehn Jahren gibt es nur mehr private Kassen, die sich der gemeine Arbeiter nicht leisten kann und aufgrund Mangelernährung und Überarbeitung früher stirbt. Und wenn er doch noch lebt, kracht er 70jährig mit 150km/h in eine Mauer. Win Win für alle! Naja, fast. Wen interessieren Volksbefragungen und der Wille des Volkes. Ernsthaft, gewöhnt euch eure illusorische Haltung ab.

Man kommt nicht ganz an politischen Beiträgen vorbei.

Im Urlaub war es mir jeden Morgen aufs neue ein herrliches Vergnügen durch Twitter zu scrollen, während ich am Strand den Wellen lauschte, das Glitzern der Sonne auf der Oberfläche bewunderte (dabei immer wieder an Ghibli-Filme denken musste, folgend auch diverse Stücke immer wieder laut nebenbei laufen ließ), mich unterm Schirm verkroch und ein Zucker-Milch-Kaffee-Gemisch schlürfte. Ich verfasste (vermutlich) unqualifizierte Antworten zu irgendwelchen Themen und es war ein Teil meiner Entspannung. Warum? Es war so weit weg! Es war wie ein interaktives Spiel, dass ich starten und beenden konnte, wann immer ich mochte – zumindest fühlte es sich so an. Nichts, dass mich in dem Moment wirklich berührte. Die Realität lag irgendwo fern am Rande des Meeres am anderen Ufer, in einem kleinen Land, welches den Wunsch hegt, wieder ins 19. Jahrhundert zurück zu kehren und fleißig an der Umsetzung arbeitet. Tu felix Austria nube. Als Jane Austen und Brontee-Liebhaberin müsste mich das eigentlich freuen – tut es aber nicht.

Die Aussage der österreichischen „Sozial- und Gesundheits“-Ministerin, dass 150€ locker zum Leben reichen, wenn die Miete übernommen wird, fand ihren Weg natürlich auch zu mir. Stimmt. Handy- und Internetkosten, öffentliche Verkehrsmittel, Kleidung, Hygiene, Arzt und Nahrung lassen sich locker damit finanzieren. Easy. Man kann ja auch täglich bei der Obdachlosen-Kantine speisen und Kleidung aus Bedürftigen-Zentren holen: Alles kein Problem. Lebt sich super damit! Kino und gesellschaftliche Veranstaltungen, wozu? Gibt ja Social Media! Aber eh, war ja nur für die dunkelhäutigen Zuwanderer gemeint, ganz gleich welchen Status er gerade hat. Dumm nur, dass lediglich Asylwerber aus der Mindestsicherung heraus fallen (der Rest bekommt sie und da dürfen keine Unterscheidungen bzgl. Hautfarbe gemacht werden. Nein!? Doch! Oh.. So an Dreck). Und diese bekommen (neben Unterkunft und Verpflegung) aktuell ein Taschengeld von 40€. Ob unter all dem Hass doch ein gutes, warmes Herz steckt? Oder liegt es an der fehlenden politischen Bildung, die mit 2 Minuten Google aufgeholt wäre? Wir werden es nie erfahren..

Internet, so meine ich, ist ein Grundrecht, wie der Besitz eines Fernsehers zwecks Recht auf Information. Ergo, müsste man die Internetkosten ebenfalls übernehmen. Auch fraglich, ob die Wohnkosten mit oder ohne Strom/Heizung berechnet werden. Winter is coming!

Folgt man dem Trend, werden sicherlich auch mehr Kinder gezeugt, denn für Verhütung muss jeder selbst und besonders die Frau aufkommen („Abtreibungen pfui Spinne, wer tötet denn kleine Kinder! Stopft die Bauernkatzen in den Sack und ab in die Tonne! Na kastrieren geht nit, is unnatürlich!“), und somit wird auch der illegalen Einwanderung Einhalt geboten, wenn die gute, heimische Frau wieder 6-8 Kinder wirft und erneut: Pensionssystem. Dank gestrichenen finanziellen Mitteln für Frauenhäuser und Initiativen (die meisten Mordfälle resultieren aus Beziehungsstreits, aber der heilige Bund der Ehe steht natürlich über der Sicherheit von Frauen (Moment.. Religion und Staat sind aber noch getrennt, oder? Planen die bereits eine österreichische Sharia? What? Hm? War was?), erhöhter Müttersterblichkeit (an Krankenhäusern und vor allem bei Hebammen wird ebenfalls gespart) – haben wir wenige alte, aber viele neue junge Menschen, die im Glauben aufwachsen, es ist okay 60 Stunden die Woche für einen Mindestlohn zu arbeiten, immerhin ist Freizeit kein Grundrecht. Kontakt zu Freunden und Familie gibt es nur mehr über soziale Medien. Immerhin sind es „soziale“ Medien. Wers dann doch noch schafft sich aufzuraffen, ins Beisel zu schleppen und 3 Bier konsumiert (Aber nur 3!), bekommt einen „Wirtschaftsbonus“ von 20€ im Monat. Macht keinen Sinn? Is wurscht. Tut der Rest auch nicht.

Zurück zum Vorfall:

Meine Theorie ist ja folgende: Durch unqualifizierte Aussagen schafft sich die konservative Partei gleich zwei Vorteile: Einerseits säbelt sie eine „böse Hexe ab, die gegen die Interessen des Volkes handelt. Verbrennt sie!“ und sichert sich somit Wählerschaft („Mir sein fürs Volk da!“) und kann gleichzeitig als Beispiel für „Frauen hobn nix in da Politik verloren. Da hobts 300€ im Jahr mehr wenn es in da Küche bleibts. Geil, ha?“ herangezogen werden – womit sie die „Familien“-Ministerin gleich mit rausschmeißen, um den Punkt zu unterstreichen. Win Win!

Das Volk ist zufrieden, die Politik geht gewohnte Wege – statt Erbschaftssteuer wird im Falle des Falls komplett enteignet und alle sind happy, weil der böse „Auslender!“ auch eins auf die Fresse kriegt. Yay!

*

Aber wisst ihr was wirklich traurig ist? Folgendes:

 

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Thoughts and Prayers.. it’s a game

Das ultimative Spiel: Thoughts and Prayers – gefunden (wieder mal) bei escapology done wrong. It’s the Internet of things! Of many useless things!


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