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„The Handmaid’s Tale“ und warum die Thematik wichtiger denn je ist

Wenn ich lese, habe ich immer einen Stift zur Hand. Manche Stellen muss man kommentieren. In „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood finden sich häufig drei kleine Buchstaben: wtf. Wenn im Buch die Langeweile und Eintönigkeit zur Geltung kommen, sind es in der Serie die Grausamkeiten, die oft angedeutet, aber nicht direkt zur Schau gestellt werden. Und das ist gut so. Aber all jene Grausamkeiten die nüchtern gezeigt oder mit Leichtigkeit erahnt werden können, sind nichts unbekanntes. Irgendwo, irgendwann, war alles schon einmal da.

Dass Religion ein nicht unwesentlicher Teil in der ganzen Misere spielt, wundert nicht. In jeder Gesellschaft, in der eine monotheistische Religion einen hohen Stellenwert einnimmt, leidet am Ende die Frau. Sei es, dass sie ein „unfertiger Mann“ sei (Thomas von Aquin) oder lediglich dazu dient, Kinder zu werfen wie Haus und Herd zu hüten (generelle Annahme).

Aktuell wird es in Nordamerika und manchen Ländern Europas, Frauen immer schwieriger gemacht an Verhütungsmittel zu gelangen oder Abtreibungen vornehmen zu lassen – oder sich gar darüber öffentlich zu informieren. Manche Länder verbieten Abtreibung komplett, außer das Leben der Mutter ist in Gefahr. Immer und immer wieder findet man „Glanzstücke“ solch konservativer Ausbrüche. Und manche Irren sind tatsächlich der Meinung, ein Kind, dass aus der Vergewaltigung durch den eigenen Vater entstand, ebenfalls Gottes Geschenk ist. Ich verstünde Abtreibungsgegner/Recht auf Leben-Verfechter, wenn es ihnen tatsächlich um das Leben des Kindes ginge, und sie sich um bessere Bedingungen in Waisenhäusern, ein sinnvolles Adoptionsrecht (schnelleres Verfahren, auch für Homosexuelle) und kostenlose Verhütungsmittel, Frauengesundheit und vor allem aber für Aufklärungsarbeit einsetzen würden. Was aber nicht der Fall ist, denn alsbald das Kind auf der Welt ist, interessiert sich niemand mehr dafür. Dies lässt zu Recht annehmen, dass es den meisten Institutionen nicht um das Leben an sich, sondern um die Fremdbestimmung des weiblichen Körpers geht.

June: „They should have never given us uniforms if they didn’t want us to be an army.“

So auch in The Handmaid’s Tale. Fruchtbare Frauen werden einmal im Monat im Beisein der sterilen Frauen, mit ihrem Kopf in deren Schoß liegend, von den (ebenfalls oftmals sterilen) Männern vergewaltigt. Zuvor aber wird aus der Bibel gelesen, die diesen Akt rechtfertigen soll. Alsbald das Kind da ist, werden sie zu einem anderen Ehepaar gebracht. Um ihnen jegliche Identität zu nehmen, bekommen sie immer einen neuen Namen. „Offred“, „Ofdaniels“, „Ofsteven“ und so weiter, was soviel bedeutet wie „of Fred“ – „die Fred zugehörige“. Es wird ihnen verboten zu lesen und der einzige Weg nach draußen ist der tägliche Einkauf zu zweit. Fast unmöglich ist es, private Gespräche zu führen oder das „davor“ zu thematisieren, denn jeder könnte ein „Auge“, ein Spion, sein.

Margaret Atwood meinte zwar, dass wenn jemand die Zukunft so detailliert vorhersehen könnte, sie sicherlich niemals so eintreffen werde, aber es reicht schon, wenn man nicht hinhört. Zuerst werden die Kreditkarten gesperrt, folgend verlieren Frauen ihre Jobs und auch jene Frauen, die an der Schaffung des neuen Systems beteiligt waren, werden ihren Pflichten entledigt. Wenn folgend der Umstand der Kinderlosigkeit beziehungsweise der Kindersterblichkeit mit einspielt könnte dieses Szenario durchaus Realität werden.

Die Thematik ist heute wichtiger denn je.

Gerade mit Einbruch konservativer Kräfte in Europa, Nordamerika und seit den 1970ern auch in arabischen Ländern, sollte man die Augen offen halten und für seine Rechte kämpfen. Wenn Rechte von Frauen beschnitten werden oder Ableger von Instituten wie Planned Parenthood aufgrund Förderungsentzug geschlossen werden müssen, sollte man aufmerksam werden. Wenn sich auch nur eine politische Partei damit rühmt, dass die Frau das Herzstück der Familie ist und der Zugang zu Betreuungsstellen für Kinder erschwert wird, gilt es wachsam zu sein. Ein jeder, ganz gleich ob es sie oder ihn direkt betrifft, sollte sich dafür einsetzen, dass all diese makaberen Gedankenspiele solche bleiben.

Wir sind noch lange nicht in einer Idealgesellschaft angekommen, in der Frauen den Männern gleichgestellt sind. Bis in die 1970er durfte in Deutschland der Ehemann seiner Frau den Job kündigen, wenn diese sich nicht angemessen um den Haushalt kümmerte. Wenn politische Parteien Themen wie Verbote für Vollverschleierung ansprechen, sich aber gleichzeitig einen Dreck um Alleinerzieherinnen scheren, sollte das ebenfalls zu denken geben.

Es gilt aufmerksam zu sein, denn in einem politisch konservativen Worst Case, würde man Frauen nicht nur das Selbstbestimmungsrecht (über ihren Körper, Bildungsweg, Tätigkeit) nehmen, sondern auch nur jenen Förderungen zu Teil werden lassen, die sich der neuen Gesellschaft anpassen. The Handmaid’s Tale zeigt neben einer dystopischen Perspektive in wenigen Szenen, was passieren kann, wenn wir nicht aufpassen.

Fazit: Ein muss!

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Mission accomplished, Achievement unlocked

Dieses Foto stand tatsächlich auf meiner New York To-Do Liste:

[x] Mit Nygmobblepot-Fans am Gotham-Set auf die Schauspieler warten und wenn möglich ein Foto erhaschen.

Wie kam es dazu?

Zwei Anläufe waren notwendig. Der erste fand am Montag statt, einem Nachtdreh mit Sean Pertwee (Alfred) bei eisiger Kälte. Die Crew war weniger von meinem Dasein begeistert, auch wenn ich mich ruhig verhalten und genau so gut ein Baum hätte sein können. Nach 4 Stunden und ausreichend Film- und Fotomaterial dachte ich mir: Immerhin sah ich das Set und filmte eine Szene. Dazu aber mehr, sobald die Folge tatsächlich läuft.

Der zweite Anlauf war deutlich einfacher. Wir waren zu dritt und suchten erneut in der Kälte das Set (folgten den Hinweisen, die sagten „SET“ oder den Zetteln, in denen die Anrainer darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass am jeweiligen Datum die Straße zu räumen ist). Wir warteten vielleicht 2-3 Stunden, die Crew war freundlich – und alsbald die Schauspieler das Set verließen, mussten wir die Gelegenheit ergreifen und nach einem Foto fragen. Zum Glück rechtzeitig, bevor ich auf meinen Flug Richtung Europa musste, der um 22 Uhr startete – und ich dort mein Telefon (und 5000 Fotos) liegen ließ (aber das ist eine andere Geschichte, und wird ein ander mal erzählt).

Erwähnenswert:

  • Ich war froh meine beiden Komplizinnen (Alex und Amy) dabei zu haben. Zu dritt kommt man sich wirklich weniger dämlich vor und traut sich eher etwas zu sagen, als wie wenn man alleine ist.
  • Catwoman (Camren Bicondova) hatte sich Zeit genommen und war sehr freundlich. Sie wirkte weder gestresst noch in Eile und unterhielt sich kurz mit uns.
  • Lucius Fox (Chris Chalk), der von Alex gerufen wurde, kam nochmal zurück. Ich hatte nur Jim Gordon gesehen und war ihn quasi angesprungen, ohne den Rest zu sehen. Und wir wissen jetzt: Jim Gordon, Lucius Fox, Catwoman und Poison Ivy, die wir nicht mehr gesehen haben, sind offenbar gemeinsam in einer Szene. Spoiler!
  • Die Bodybuards der Schauspieler kannten meine beiden Begleiterinnen bereits.
  • Und sogar an mich erinnerte sich ein Crew-Mitglied, ob ich nicht schon letzte Woche beim anderen Set gewesen wäre.
  • Last but not least: Jim Gordon (Ben McKenzie) antwortete auf „I’m a huge fan!“ mit einem grinsenden „I know“.

Fazit: Eine sehr nette Begegnung. Ich muss wieder nach New York und werde auch beim nächsten Besuch wieder einen oder zwei Tage investieren. Und man weiß ja in etwa, wann gedreht wird: Gegen 1 bis 4, von 4 bis 7 und von 8 bis 11 Uhr Abends. Warum auch nicht? Manch einer wartet ewig beim Empire State Building und ich am Set. Wer wissen möchte, welche Serie wo (in den Staaten) gedreht wird, der besuche die Seite: On Location Vacations.

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1996: Buffy (as we know it) begins!

Wir erinnern uns, dass die Serie Buffy The Vampire Slayer einen Vorgänger Film namens Buffy – Der Vampir-Killer hatte. Der Film ist so trashig wie der Titel selbst – auch wenn er mittlerweile Kultstatus genießt. Das Meisterwerk erschien 1992 und machte die Welt für diesen Piloten bereit, bevor die Serie 1997 startete:

Man muss sich dabei in Erinnerung rufen, dass die Anfänge von Buffy in einer Zeit stattfanden, bevor jeder Haushalt einen Internetanschluss besaß. Der Pilot startete, bevor das Produzieren von zusammenhängenden Folgen und hoch qualitativen Serien in Mode kam. Selbst Tony Soprano debütierte erst 1999 und The Wire folgte um 2002.

Wenn der Pilot zu Buffy also etwas „trashig“ anmutet oder gar ein „Wie konnte das damals in Serie gehen?“ heraus lockt – muss man lediglich etwas Geduld und Durchhaltevermögen besitzen, denn gegen Ende schimmert bereits der Charme durch, weswegen wir die Serie lieb(t)en.

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„Outlander“, S03E01

Ich habe nicht vor, regelmäßig zu Outlander zu bloggen, aber die erste Folge der dritten Season verlangt ein Kommentar – denn ich ertappte mich immer wieder bei der Frage: Hasst die Autorin ihre Charaktere? Quält sie gerne? Ist das schon Sadismus? Fazit: Wer sich am Leid anderer erfreuen kann und mag, dem sei Outlander ganz nah ans Herz gelegt. In Game of Thrones sterben Charaktere? Lächerlich. In Outlander leben sie.

Achtung Spoiler.

Wie man traumatisierte und zerstörte Charaktere schafft

Jamie Fraser, auch bekannt als „Red Jamie“, der soeben seine große Liebe, die sein Kind trägt, durch die magischen Steine zurück in die Zukunft schicken musste, stirbt fast auf dem Schlachtfeld, mit dem Mann über sich, der ihn einst vergewaltigt hat – aber nur fast. Denn er lebt. Seine Freunde finden ihn und bringen ihn in Sicherheit. Diese hält aber nur kurz. Denn bald darauf finden die Engländer das bruchreife Haus. Es gilt alle, ohne Ausnahme, zu töten. Aber der Offizier ist gnädig: Die, die nicht gehen können werden auf gestellt und wie Soldaten erschossen. Nur Halunken und Streuner werden gehängt. Ein jeder darf ein Brieflein schreiben, sein Name wird notiert und die beiden Jungs im Alter von 14 dürfen gemeinsam gehen. Das ist der nette Teil.

Der freundliche Rupert, der bereits seinen besten Freund verloren hat, geht hinaus und als Jamie an die Reihe kommt – seinen Namen sagt und nur mehr tot sein will – hält der Offizier inne. Nein, dieser nicht! Dieser muss leben! Und nur deswegen, weil er dem Bruder des Offiziers (der in Season 3 noch eine Rolle spielen wird) das Leben gelassen hatte. Und wenn der gnädige Offizier ihn erschießen ließe, beflecke es die Familienehre. Aber könnte man ihn nicht unter anderem Namen erschießen? Nein. Er wird Nachhause geschickt. All seine Freunde wurden vor seinen Augen erschossen, einer nach dem anderen, und er, der sterben will, muss leben und darf nach Hause zu zurück.

In der Gegenwart sehen wir  Claire wieder, die eben mit Frank (ihrem Mann) nach Bosten gezogen ist und Jamies Kind trägt. Frank erklärt sich bereit das Kind zu akzeptieren, wenn Claire ihre Vergangenheit, und die Liebe ihres Lebens – der, wie sie annimmt, in der Schlacht zu Culloden gefallen ist – hinter sich lässt. Klingt doch okay so weit. Und wenn es keine Serie wäre, bei der wir wüssten, dass das Liebespaar früher oder später durch Zeit und Raum wieder zueinander findet, wäre es auch vollkommen in Ordnung. Niemand nähme an, sie betrüge den seit Jahrhunderten toten Jamie mit ihrem Mann. Als sie das Kind bekommt und Frank Freudentränen weint und sie beide glauben, dass alles gut wird – frägt die Schwester: „Ohhh! Woher hat sie denn das hübsche rote Haar!?“ Sadismus oder klassisches Drama? So oder so: Grausam. Es wirkt weniger grausam geschrieben, als gesehen.

Geburt in den 1940ern

Irritierend war die Geburt-Szene. Die Gegenwart spielt Ende der 1940er, zeitlich nicht weit weg von Call the Midwife, was im East End (London) der 1950er angesiedelt ist, wo das Hebammen-Wesen (mehr oder weniger) gut ausgeprägt ist. Immerhin gibt es das. Und Nonnen wie Krankenschwestern kümmern sich darum. Kümmern sich um die Schwangeren, besuchen sie und kontrollieren die Geburt.

In Outlander hingegen wird Claire in einen sterilen Raum gebracht, betäubt und das Kind offenbar ohne ihre Zustimmung via Kaiserschnitt entbunden. Der Arzt richtete sich vorwiegend an Frank und niemand erklärte ihr, was als nächstes passieren würde. Die Art der Darstellung darf wohl auf das „moderne“ und „neue“ der USA hindeuten, das Fremde und einen Gegensatz skizzieren, wenn Claire es vorzieht am Kaminfeuer zu kochen, anstatt am Gasherd, der sowieso die Hälfte der Zeit nicht zu funktionieren scheint.

Fazit: Eine interessante Folge.

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„Game of Thrones“, S07E03

Bei 64 Minuten Laufzeit darf man sich Zeit nehmen. Zeit, für das erste Treffen zwischen Jon und Daenerys, Cersei’s Rache und Jaimes Besuch bei Olenna Tyrell.

A Song of Ice and Fire

Missandei: „You stand in the presence of Daenerys Stormborn of House Targaryen, rightful heir to the Iron Throne, rightful Queen of the Andals and the First Men, Protector of the Seven Kingdoms, the Mother of Dragons, the Khaleesi of the Great Grass Sea, the Unburnt, the Breaker of Chains.“
Davos Seaworth: „This is Jon Snow… He’s King in the North.“

Jon und Daenerys, beide werden von ihrem Volk geliebt und geachtet. Daenerys, die schon viel früher nach Westeros segeln hätte können, aber stattdessen Sklaven befreite; und Jon, der Wildlings und die Völker hinter der Wall in seinem Reich willkommen hieß. Sie sind nicht wie ihre Väter. Daenerys entschuldigt sich für das Vergehen ihres Vaters und mahnt ihn dennoch 15 Minuten lang, das Knie zu beugen. Jon, the King in the North kann lediglich Warden of the North sein, wenn Daenerys Queen ist. Was demnach auch richtig ist, Definitionstechnisch. Titel schaffen Identität. Und wenn Daenerys „Queen“ ist, kann er nur unter einer Bedingung „King“ sein – und als Fan dieses Schiffs, hoffe ich, dass es nicht von Euron zerstört wird.

Die Szenerie nimmt sich Zeit. Viel Zeit. Und beide meistern den Anflug von Romantik ohne kitschig zu werden. Weder wird zu wenig, noch zu viel Zeit darauf verwendet. Und trotzdem ist er da und genau richtig dosiert. Alles andere wäre aber auch unrealistisch gewesen.

Daenerys Targaryen: „Do you know what kept me standing through all those years in exile? Faith. Not in any gods, not in myths and legends. In myself. In Daenerys Targaryen. The world hadn’t seen a dragon in centuries until my children were born. The Dothraki hadn’t crossed the sea, any sea. They did for me. I was born to rule the Seven Kingdoms, and I will.“
Jon Snow:You’ll be ruling over a graveyard if we don’t defeat the Night King.

Daenerys glaubt seinen Erzählungen nicht und Tyrion spielt erneut die vermittelnde Rolle. Er glaubt Jon, der Dragonglas/Obsidian, braucht um damit Waffen zu schmieden und Daenerys, die unwissend auf einem Berg davon sitzt, soll es ihm doch geben. „Giving him something by giving him nothing.“ Wir werden Tyrions „Ancient Wisdom“ vermissen.

Gegen Ende stellt sie Männer und Material zur Verfügung um das Dragonglas abbauen zu können. Und selbst Jon weiß, dass seine Geschichten wie ein düsteres Märchen klingen, aber immerhin glaubt Tyrion ihm.

Davos Seaworth (to Daenerys): „You don’t believe him. I understand that. It sounds like nonsense. But if destiny has brought Daenerys Targaryen back to our shores, it has also made Jon Snow King in the North. You were the first to bring Dothraki to Westeros? He is the first to make allies of wildlings and Northmen. He was named Lord Commander of the Night’s Watch. He was named King in the North. Not because of his birthright. He has no birthright. He’s a damn bastard. All those hard sons of bitches chose him as their leader because they believe in him. All those things you don’t believe in, he faced those things. He fought those things for the good of his people. He risked his life for his people. He took a knife in the heart for his people. He gave his own l- (Jon gives him a look to make him shut up) If we don’t put aside our enmities and band together, we will die. And then it doesn’t matter whose skeleton sits on the Iron Throne.

Jon Snow erweckt immer und immer wieder den Eindruck eines getretenen Hundes. Er weiß was kommen wird, er hat keine Zeit sich mit politischem Kleinkram und Wortklauberei aufzuhalten und trotzdem wirkt er hin und her gerissen, stark verzweifelt und auch in gewisser Weise stolz. Von den Drachen war er beeindruckt.

Ich hätte übrigens den Vorschlag, die Drachen zu besteigen und Eurons Flotte zu vernichten tatsächlich für die bessere Lösung gehalten. Erstens Luftlinie, zweitens Drachen. Sicherlich, ein Pfeil wäre gefährlich, aber drei große Drachen? Übrigens, während Euron zwischen King’s Landing, Dragon Stone und Casterly Rock hin und her segelt, befindet sich Arya immer noch irgendwo im Nirgendwo. Wer sich für das Zeitproblem in GoT näher interessiert, der möge hier klicken.

Und was Melisandre im Schilde führt, weiß niemand: Sie hatte Jon’s Ankunft von oben herab betrachtet. Ihr Dienst, Feuer und Eis zusammen zu bringen ist getan und ihre, wie Varys letztes Aufgabe wird sein, in diesem Land zu sterben. Auch Jorah the Explorer of Friendzonian ist geheilt und macht sich auch gleich auf dem Weg zu seiner geliebten Königin.

Samwell: „I read the book and followed the instructions.“

Sansa’s Realm

Sansa schneidet im Vergleich zu ihren Geschwistern (aktuell) etwas schlechter ab: Jon, der einst tote und wieder auferstandene Bastard, vom Volk erwählte King in the North und Halb-Targaryn; Bran, zwar gehbehindert aber allwissender Three Eyed Raven und rechtmäßiger Herrscher über Winterfell und Arya, die Faceless Assassin, die die gesamte Frey-Sippe ausgelöscht hat, und zwar mit Stil.

Bran kehrt nach Winterfell zurück und wird von Sansa alsbald in die Arme geschlossen, die versucht einen Überblick über die Reserven zu bekommen. Sein Blick bleibt starr. Er weiß und sieht alles, die Vergangenheit und das Jetzt, überall und jederzeit und alles. Fragmentarisch. Er spricht ihre Hochzeit an, was für eine schöne Nacht, und der Schnee. Wie jetzt. Ihr Kleid, es war so schön. Welch wohl dosierte Warnung. Sollte Sansa der Macht wegen Jon hintergehen, was vermutet werden kann, so gilt es nun, Bran aus dem Weg zu schaffen.

Vs. The Lannisters

Wie erwartet brachte Euron, nach einem siegreichen Ritt durch den jubelnden Mob, die Sandschlangen Cersei als Geschenk. Sie willigt ein ihn zu heiraten, allerdings nach der Schlacht, um gleich darauf mit Jaime anzubandeln. Ellaria Sand wird eingesperrt und muss mit ansehen, wie die Tochter auf die gleiche Weise stirbt, wie sie Myrcella getötet hatte. Sie bleibt im Kerker zurück, bei Licht, sodass sie keinen Augenblick verpasst, um das hübsche Gesicht ihrer Tochter verrotten zu sehen.

Grey Worm hatte indes Casterly Rock durch die Hintertür eingenommen. Tyrions Gang, mit dem er sämtliche Huren in sein Zimmer befördert hatte, erweist sich als sinnvoll und die Festung kann gestürmt werden. Grey Worm wundert sich allerdings, wo der Rest ist. Wir wundern uns, ob nicht gleich eine zweite Armee auftritt und die Unsullied abschlachtet. Plötzlich raucht es vom Meer und die die starke Flotte von Hunderten von Schiffen wird von Euron Greyjoy angegriffen. Zweifelt er an dem Wert der Sache? Ich glaube, er zweifelt daran.

Wie auch beim Gespräch zwischen Jon und Daenerys, hatte Tyrion festgestellt, dass Daenerys nicht über einen Haufen toter Leute herrschen könne, aber war die Aufsplittung besser? Sicherlich, das Wildfire, dass sich überall unter King’s Landing befindet, hätte die Stadt in Schutt und Asche gelegt, aber sich aufteilen und Häppchenweise Einbußen einstecken zu müssen bis am Ende nichts mehr übrig ist? Schwierig.

Zuguter Letzt und nicht nur, weil die Lannisters in finanzieller Not stecken (Mycroft ftw!), sondern auch weil sich Oma Tyrell gegen Cersei gestellt hatte, reitet die Streitkraft der Lannisters, geführt von Jaime in das Reich der Dornen ein. Die Männer werden gemeuchelt und Olenna gestellt. Sie warnt ihn, Cersei richte ihn noch Zugrunde, aber er ist bereits Jenseits jeglicher Rückkehr. Er weiß, dass seine Schwester „mad“ ist, aber er liebt sie.

Cersei habe sich viele Tode für Oma Tyrell ausgemalt: öffentliches Köpfen in King’s Landing oder lebendiges Häuten und danach an der Stadtmauer auf hängen. Aber Jaime ist ein stolzer Ritter und hatte es ihr ausgeredet. Er bietet ihr an, in Würde zu sterben und leert aus einem schwarzen Fläschchen Gift in den Wein. Schmerzt es? Nein. Sie greift zum Glas und trinkt. Sie kannte die Wirkung nicht, damals, als sie Joffrey getötet hatte. Und sie will, dass Cersei es weiß. Mic Drop, Olenna Tyrell over and out.

Quelle Oma-Tyrell Bild und Zitate: scatteredquotes.com
Quelle der anderen Bilder: Google.

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„Game of Thrones“, Spotted S07E02

Kurz nach Veröffentlichung der Folge schwärmten die ersten Beiträge im Feed ein. Der Algorithmus, der durch gezieltes „liken“ sinnloser Beiträge hervorragend manipuliert werden konnte (um jeden noch so erdenklich stumpfsinnigen Beitrag gefiltert-ungefiltert zu bekommen), lässt sich also auch zum eigenen „Vorteil“ nutzen. Fraglich nur, wie lange. Achtung, Spoiler.

  • „No, that’s not you“ sagte Arya zu Nymeria, die mit einem Wolfsrudel den Norden durchstreift und auf ihre alte Freundin traf. „No, that’s not me“ sagte Arya in der ersten Season zu Ned Stark, als er ihr sagte, auch sie werde eines Tages heiraten und Kinder bekommen. Arya hatte Nymeria gebeten mit nach Winterfell zu kommen, aber sie hat ihr eigenes Leben bereits gefunden und wird dieses, so scheint es, nicht mehr aufgeben.
  • Eine meiner Meinung nach eher aus den Fingern gesogene Fan-Theorie theoretisiert, dass Aryas Schicksal darin liegt, Sansa zu beschützen, die einst zu Jon sagte: „No one can protect me“, aber: „A girl is Arya Stark from Winterfell“. Auch Reddit ist davon nicht ganz so überzeugt und leitet daraus die Bestätigung für Half Life 3 ab.
  • Eine andere Fan-Theory bekam durch die 2. Folge neuen Aufschwung: Buzzfeed, treuer Dienstleister von Fan- und Verschwörungstheorien, der gerne Reddit-Beiträge aufhübscht und leicht bekömmlich serviert (denn wer hat Zeit sich das alles selbst zusammen zu suchen? No one), lieferte mir folgendes: Samwell Tarly soll der Autor von Game of Thrones sein. Passend dazu stolperte ich bei nächtlichen Scroll-Eskapaden über diesen Link hier:

    Der erste Teil, sowie „If Harry Potter had+++ Facebook“ sind recht amüsant. Nach dem 4. Video hat sich der Witz allerdings ausgelaufen und humpelt nur mehr in Richtung Ausgang.
  • Um die Rolle des Auserwählten tragen zu können, muss eine geliebte Person geopfert werden. Stannis war es nicht und Shireen brannte umsonst.

    Die Legende sagt: „There will come a day after a long summer when the stars bleed and the cold breath of darkness falls heavy on the world. In this dread hour a warrior shall draw from the fire a burning sword. And that sword shall be Lightbringer, the Red Sword of Heroes, and he who clasps it shall be Azor Ahai come again, and the darkness shall flee before him.“

    Sollte Daenerys die Auserwählte sein, wen wird sie opfern? Die Fan-favorisierte inzestuöse Fire and Ice-Romanze? Muss Jon Snow erneut sterben? Sollte Jon der Auserwählte sein, opfert er im Zuge dessen Daenerys? Oder Sansa? Oder Lyanna? Oder Arya? Da Daenerys offenbar für niemanden tiefere Gefühle hegt, als wie für das Königreich oder ihre Drachen wird die Opfergabe eher schwer werden. Wird niemand geopfert? Wäre es Jon, ergäbe es laut einer vier Jahre alten Reddit-Überlegung zufolge tatsächlich Sinn. Lest es. Es ist interessant.

    Clickbait Moviepilot geht weiter und bringt auch Jorah (weil auch ihm mal etwas gutes passieren könnte), The Hound (der seinen Bruder und Cerseis Wachhund im Zuge dessen tötet) und – was in diesem Falle Sinn macht – Jaime – mit in die Überlegungen. Jaime liebt Cersei, aber um dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten und zwar in doppelter Hinsicht, muss er Cersei verbrennen. Was aber der anderen Theorie, die wir letzte Woche hatten, etwas widerspricht. Verbrennen wäre in diesem Falle ein spektakuläreres Ende als erdrosselt zu werden.

Nicht nur inhaltlich finden sich viele Hinweise, sondern auch im Intro versteckt sich das eine oder andere:

  • Die Opening-Credits der letzten zwei Folgen gaben uns Aufschluss darüber, wie die White Walker – und nun haben wir den vermutlich endgültigen Beweis – in den Norden gelangen können. Thx Reddit.

  • Hier war jemand sehr aufmerksam: Nachdem Cersei Queen ist, sollte auch in den Opening Credits der Löwe der Lannisters am Siegel in King’s Landing zu sehen sein und nicht der Hirsch der Baratheons, oder?

    Und wo versteckt sich Gendry? Ich dachte übrigens, wie offenbar auch manch anderer, dass Podrick und Gendry ein und dieselbe Person seien, sie sehen sich aber auch sehr ähnlich und das Gendry irgendwie auf Brienne gestoßen sein muss. Falsch gedacht. Der Bastard von Robert Baratheon wurde von Ser Davos damals auf Dragonstone (wir erinnern uns an den Aderlass) gerettet, auf ein Schiff gesetzt und seit dem nimmer wieder gesehen. Bis jetzt. Moviepilot also frägt sich, ob den Machern von GoT einfach nur ein Fehler unterlaufen ist oder ob man mit dem Siegel darauf hinweisen will, dass Cersei nicht rechtmäßig Königin wurde. Manche Fans, so der Bericht, spekulieren darüber, dass Gendry auch Cerseis erster Sohn mit Baratheon gewesen sein könnte. Ja, Nein, Vielleicht? So erzählte sie in Season 1 Catelyn Stark, sie habe ihr erstgeborenes verloren, besuche aber die Gruft nie. Wenn Gendry der Erstgeborene von Cersei und der Sohn ihres toten Mannes ist, dann… haben wir einen weiteren Mitspieler, der die eh schon knappe Zeit mit weiteren LOST-esken Verstrickungen bereichern wird.

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#SDCC: Science-Fiction geht in Serie

Erst vor wenigen Jahren fiel mir auf, dass Science-Fiction wieder Saloon-fähig gemacht wurde. Zukunftsangst und Technik-Euphorie tragen ihrerseits sicherlich dazu bei, dass Science-Fiction wieder an Popularität gewinnt und dienen gleichzeitig als Spiegel ihrer Zeit. Star Trek und Prometheus und erwiesen dem Genre ihren Dienst, es folgten weitere Filme wie Ex Machina und Arrival, wie The Martian und Passengers oder Edge of Tomorrow und Interstellar und viele, viele mehr.

Star Trek: Discovery (CBS)

Mit Star Trek: Discovery (STD – nein, die offizielle Kürzung soll DSC oder DIS sein) wird uns eine weitere Star Trek Serie vorgelegt, die sich wie TNG von TOS und wie DS9 von TNG abhebt. Und jedesmal wird erneut gejammert es sei kein Star Trek mehr und man gehe von der Linie ab. Sicherlich verständlich: Die Uniformen schauen stark nach Kelvin-Zeitlinie aus, was sie aber nicht ist, die Klingonen sehen gänzlich anders aus (taten sie mit jedem seriellen Neustart ebenfalls) und auch die Lense Flares sind so gänzlich neu und modern. Den Kritikern leuchtet hoffentlich ein, dass eine Serie wie TOS nicht mehr produziert werden könnte, da sie keine Abnehmer mehr fände – und damals schon Schwierigkeiten hatte, weiter auf Sendung zu bleiben – die dritte Season wurde lediglich auf Drängen leidenschaftlicher Fans produziert. Star Trek war und ist ein Produkt seiner Zeit: Themen, Ausstattung und Szenerie. Punkt.

Mit der Veröffentlichung des Trailers waren auch erstmals die Darsteller in der Serie zu sehen. Michelle Yeoh (Crouching Tiger, Hidden Dragon) spielt Captain Philippa Georgiou und Sonequa Martin-Green (The Walking Dead) ist die erste Offizierin Michael Burnham, die beide auch im Trailer sehr präsent sind. Mit diesen beiden Frauen, haben wir erstens zwei Minderheiten in Führungspositionen (eine asiatische, wie eine afroamerikanische Frau) und die zweitens, so wie ich das bisher sehe, nicht in Stereotype verfallen. Damit ist dem popkulturellen Feminismus (wenn man es so bezeichnen mag) schon mal gedient.

The Oville (FOX)

Daneben haben wir The Orville von und mit Seth Mc Farlanne. Von vielen gehasst, war er mir nur als Schöpfer von Family Guy bekannt, dass ich vielleicht einmal gesehen und für schrecklich befunden hatte. Einerseits wirkt die Serie wie ein billiger Abklatsch von Space Balls und (T)Raumschiff Suprise – Periode 1, andererseits, so fern sie tatsächlich amüsant werden könnte, fürchte ich eine ähnlich dämliche Wendung wie in The Last Man on Earth, welche gut und interessant anfing aber ziemlich schnell in stupider Banalität und noch dümmeren Dialogen endete, die nicht mal mehr Kristen Schaal retten konnte. Was The Orville interessant machen könnte ist Scott Grimes, der neben Mr. Spock, Winona Ryder und vielen mehr, einer meiner Childhood-Crushes (Critters (1986)) war. Ich fand sie so putzig, die Critters. Ich liebte sie, die Critters.

The Expanse (SyFy)

The Expanse wurde erst kürzlich um eine dritte Season verlängert, was vermutlich Buch 3 und 4 behandeln dürfte. Es bleibt interessant. Der Trailer gibt eine Zusammenfassung von dem, was bisher passierte. Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf. Neben Humans eine der besten Science-Fiction Serien aktuell, auf die ich mich fast am meisten freue.

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