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„The Punisher“, Season 1

Nachdem Frank Castle bereits in Daredevil Season 2 debütierte und einen guten Eindruck hinterließ, war es offensichtlich, dass die eigene Serie bald folgen wird und mit Jon Bernthal fand sich ein Darsteller, dem es gelang, den emotional zerstörten Exsoldaten hervorragend zu porträtieren.

Vorweg

Gibt es einen geeigneten Zeitpunkt für eine Serie wie The Punisher? Vermutlich nicht, denn Diskussionen über Waffenkontrolle und Gewaltakte durch Waffengewalt sind in vielen Teilen der Welt, so auch in den Vereinigten Staaten an der Tagesordnung. Bestenfalls also wird die Serie kurz vor Weihnachten freigegeben, wo (vermutlich) Konsum und Besinnung über die, wenn auch nur dezent angeschnittene Thematik der Waffenkontrolle in den USA, überwiegen.

Interessant ist die Tatsache, dass weitaus weniger Gewalt zu sehen ist, als erwartet. Mindestens 10 brachial geschlachtete Statisten hatte ich mir pro Folge erwartet. Nichts dergleichen aber passiert. Gegen Ende, darf der Punisher richten und Schädel zu Brei schlagen, manchmal wen erschießen, aber das wars auch schon.

Sinnlos war meiner Meinung, eine quasi Romanze mit Karen anzudeuten (die seit Daredevil eine gewisse Verbindung zu Frank hat, sicherlich mit dem Potential für eine Romanze) um sie danach, als sie ihre Rolle als Damsel in Distress geliefert hatte, fallen zu lassen. Nicht die Romanze/Nicht-Romanze an sich, sondern wie der Charakter Karen in der Serie aufgegriffen und verwertet wird, war sinnlos. Ich mochte Karen und ihre Verbindung zu Frank in Daredevil Season 2 und hoffte auf eine Weiterführung, aber in diesem Falle wusste man wohl nicht so recht wohin mit ihr. Um aus The Punisher keine Romanze zu machen, wurde sie wohl nur so viel wie überhaupt notwendig hineingeschrieben und obwohl sie ja doch eine gewisse Berechtigung hat und in Verbindung mit Frank steht, hätte man auch auf sie verzichten können.

Kritik oder Verherrlichung?

“A well regulated Militia, being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.”(2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten)

Die in den USA in der Verfassung verankerte Ansicht, dass jedem Bürger Waffenbesitz zusteht, machen Lösungsansätze, sei es, das Recht zu verschärfen oder ein Waffenregister einzuführen, von vornherein zunichte. Zudem verfolgen unterschiedliche Bundesstaaten, unterschiedliche Gesetze. In New York ist es verboten eine Waffe offen zu tragen, während es in Texas Norm ist. Es könnte jeden Monat in einem anderen Bundesstaat über Massaker berichtet und Debatten noch stärker geführt werden, es ändere nichts. Darüber hinaus waren die Waffen, die die Gründungsväter der Vereinigten Staaten trugen, keine Assault Riffles sondern es musste nach jedem Schuss nachgeladen werden.

Die Frage, die man sich stellen könnte, wäre, ist es in Ordnung eine Serie wie The Punisher zu produzieren und zu zeigen? Ja. Aber würde dies nicht Nachahmer schaffen oder dazu verleiten, selbst den einen oder anderen Racheakt zu vollführen? Nein. Auch wenn Medien und konservative Menschen gerne Computerspiele und eben gewaltvolle Filme wie Serien für die Gewaltausbrüche verantwortlich machen. Wir erinnern uns, in den 1970er war es Steven King, der die Jugend verführte.

Was The Punisher neben dem Racheakt Frank Castles zeigt, ist die Realität zahlreicher Veteranen und dem ständigen Nachspiel. Sie sind es, die in diesem Falle gegen strikte Gesetze sind und aber auch unter den Folgen des Krieges leiden. Viele besuchen eine Selbsthilfegruppe um damit umzugehen. Dem einen gelingt es besser, dem anderen schlechter.

Interessant ist, dass Frank sich den Mitgliedern des Militärs annimmt, auch wenn es in diesem Falle Rache ist, da sie für den Tod seiner Familie verantwortlich sind. In Verbindung mit den angesprochenen Folgen und der Behandlung der Soldaten während des Krieges, was ein wichtiger Aspekt in dieser Season einnimmt, wenn nicht sogar Kernthema ist, kann The Punisher eindeutig als Kritik und nicht Verherrlichung verstanden werden. Des weiteren spricht dafür, dass Frank Bomben hasst und seinen Rachefeldzug persönlich gestaltet. Der Mord mit dem Messer ist intimer, direkter – auch wenn er genau so Handfeuerwaffen und Sniper verwendet.

Warum die Romanze?

Natürlich macht es in meinen Augen Sinn, entwickele sich etwas zwischen Karen und Frank, da sie einerseits die einzige war, die sich in Daredevil seiner annahm, andererseits stimmte die Chemie, die bei Matt und Karen eindeutig fehlte. Allerdings war die Thematisierung, die durchaus seine Berechtigung hatte – denn Frank sieht Karen als Familie, weiß aber auch, wie jeder „Superheld“, dass eine intime Beziehung nur zum Schaden der anderen Person führt –  und vielleicht in Franks Fall zu einer Charakterentwicklung führen könnte. Immerhin zeigt er authentische Emotionen, wird in ihrer Gegenwart nervös und bei dem Gedanken, jemand könnte Karen ein Haar krümmen, sogar aggressiv, während die Rückblenden mehr schlecht als recht ins Bild passten. In diesem Falle wurde uns erzählt, und immer und immer wieder (in vielleicht zu vielen Rückblenden, die leider weniger authentisch wirken als sie wirken hätten sollen) gezeigt, wie Frank seine Familie verlor, wie innig doch die Beziehung zu seiner Frau war und trotzdem ist es einem gleich. Dass allerdings ein jeder eine abschließende Szene mit Frank hatte, außer Karen, machte aus der angedeuteten Romanze lediglich eine Farce.

Abschließend

Zugegeben, ich mag Frank Castle. Und ich wiederhole mich: Jon Bernthal passt hervorragend in die Rolle und es macht Spaß ihm beim Racheakt zu folgen. Allerdings dachte ich mir, dass er mindestens fünf bis zehn Böslinge pro Folge schlachten wird und war überrascht, dass der große Akt erst gegen Ende zur Entfaltung gelangte.

Fazit: I like. Season 2 ist geplant.

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Woche #2604

Facebook fragte mich eben, ob ich der Gesichtserkennung zustimmen möchte, auf dass Facebook mein Gesicht scannt und mir folgend mitteilen möchte, auf welchen Bildern ich zu sein scheine. Ich lehnte ab – da ich mich weder in Menschenmengen befinde, noch möchte, dass Facebook mein Gesicht scannt (tut es vermutlich trotzdem) und dennoch überkam mich der Impuls, mich abzumelden. Es gibt auch neue Datenschutzbestimmungen – sowas habe ich noch mitbekommen – aber was genau dahinter steckt, blieb mir verborgen. Wir wissen, dass bezüglich Blogs etwas umgestellt werden muss – ich sollte mich darum kümmern. Das ist der Nachteil vom News-freien Leben: Man bekommt die Dinge nur am Rande und auch dann nur sehr vage und vermutlich nicht einmal korrekt mit. Auf die Frage, was denn nun passiert sei, sagte man mir nur: Das Volk habe die FPÖ gewählt.

*

Schottisches Wetter macht sich über das Bergdorf her. Wenn die letzten paar Tage sommerlich angenehm waren, kurze Hosen auch Abends getragen werden konnten, ist es heute kühl. Aber nur heute, morgen soll es wieder warm sein. Was bedeutet, dass ich erst ab 5 reiten gehen kann – oder vormittags, da die Sonne Nachmittags zu stark brennt. Sogar für mich, die die Sonne und Hitze liebt – wobei ich natürlich bei meinem „Die Sonne macht mir nichts aus“- Gerede vergessen hatte, dass ich mich trotz dessen am Meer oder am See unter einem Schirm aufhalte und da ich ohne jegliche Kopfbedeckung ritt, erlitt ich die letzten Tage eine Art Sonnenstich, der sich in Kopfweh äußerte. Mittlerweile geht es wieder.

Trotzdem erinnert mich der heutige Tag an Schottland, vor einigen Jahren. In Österreich gab es Temperaturen jenseits der 30 Grad während ich im kalten, und doch wunderschönen Schottland bei 16 Grad fröstelte. Trotzdem hätte ich gerne ein kleines Haus an der schottischen Küste.

*

Habe ich mich wieder einmal darüber beschwert, wie viele (selbst auferlegte) Dinge ich zu tun habe? Jammern auf hohem Niveau: Da wäre die Korrektur eines Buches, dass am 1.9. veröffentlicht wird – kein Roman, eine Essaysammlung. Und Gotham befindet sich aktuell bei Folge 20, ich korrigiere nun Episode 7. UnREAL, Season 3 läuft seit Februar und A Handmaids Tale, Seaosn 2 beginnt bald. Soviel zu schauen und so wenig Zeit! Soviele Serien, die man sehen möchte! Und Kino! Soviel Kino.

*

Und sommerliche Aktivitäten. Ich suche nach einem Ersatz für die Sommer-Monate wenn die Pferde sich ihre Zeit auf der Alm verdient haben. Schwimmen werde ich auf jeden Fall, aber ich möchte etwas, dass schnell ist (wie reiten) und nicht schädlich. Joggen macht die Knie hin, Klettern verlangt nach einem Kletter-Partner und Radfahren beziehungsweise Mountain-Biken, dazu fehlen mir Muskeln und finanzielle Mittel für Ausrüstung und dergleichen. Bergsteigen ist langweilig und langwierig. Vielleicht sollte ich den Kung-Fu-Kämpfern beitreten, die jeden Montag und Dienstag zwei Stunden draußen im Park trainieren.

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„Taboo“, Season 1

Wenn Schauspielern eine gewisse Rolle liegt, oder sie diese gerne spielen und sie die Möglichkeit bekommen, eine Serie mit zu produzieren und maßgeblich an der Story beteiligt sind, dann kommt im Normalfall das heraus, was man sich erwartet: Tom Hardy als unerschrockener Anti-Held auf Rachefeldzug im 19. Jahrhundert.

James Keziah Delaney, Hauptakteur mit klingendem Name, scheint – zumindest so meine Empfindung – eine Mischung aus Mr. Heathcliff (Wuthering Heights), John Fitzgerald (The Revenant) und Edmond Dantes (Der Graf von Monte Christo) zu sein. Er ist ein gebrochener Mann mit Hang zur Mystik und verantwortlich für ein Unglück, dass ihn nach wie vor verfolgt. Offenbar sieht er die Toten und kann, dank seines Aufenthaltes in Afrika (man erfährt nicht viel darüber) auch die eine oder andere Fernwirkung erzielen.

Taboo schlägt, neben einer gewissen Nähe zu Frontier, auch eine ähnliche Richtung wie der Roman von Alexandre Dumas ein. Quasi aus dem Nichts heraus, aber von Albträumen geplagt (wir erfahren, warum und wieso), kehrt er (mehr oder weniger) vermögend um 1814 nach England zurück um Rache zu nehmen. Im Mittelpunkt seines Feldzuges steht Sir Stuart Strange (gespielt von Jonathan Pryce, auch bekannt als High Sparrow), Chairman der East India Company und Hüter des einen oder anderen Geheimnisses. Daneben gibt es eine unglückliche Liebschaft und doch, wenn man so will, Gerechtigkeit. Denn Delaney ist zwar hart, aber fair und gerecht. Seht selbst warum.

Soviel zur Spoilerfreien Einführung.

Frauendarstellung, Spoiler

Als Mittel zum Zweck dient seine Halbschwester/ehemalige Freundin Zilpha Geary, mit welcher er einen unehelichen Sohn gezeugt hatte (irgendwas muss ja der Namensgebung „Taboo“ gerecht werden) und welche mittlerweile verheiratet ist. Zu Beginn wird klar, die Gefühle die beide füreinander hegen sind zwar stark aber verdammt. Via Voodoozauber bringt Delaney sie eines Nachts zur sexuellen Erregung, woraufhin ihr Mann sie von einem Exorzisten „heilen“ lässt, sprich sexueller Belästigung und psychischer Folter aussetzt. Zilpha tötet daraufhin ihren Mann und sucht Schutz bei Delaney, der sie zwar liebt, aber nicht mit nach Amerika nehmen kann. Er beseitigt die Leiche und sie bekommt ein paar Diamanten. Kurz gesagt, der Love-Interest, verantwortlich für Inzest, etwas Tragik und einen Bastard und die sich gegen Ende suizidiert um zu Gott zu finden. Wait, what? Der Sinn dieser Rolle entschließt sich mir nicht ganz, außer um des tragischen und Tabubrechenden Elementes vielleicht?

Etwas positiver bleibt die Frau seines verstorbenen Vaters, Lorna Bow, in Erinnerung. Sie beansprucht das Haus für sich, wird aber nach und nach seine Gehilfin. Natürlich entwickelt sie ein gewisses Interesse welches unerwidert bleibt, wird aber auch zu einem wichtigen Pfeiler – in seinen, so glaubt man, durchdachten Plänen oder zumindest wird sie miteinbezogen und darf, gemeinsam mit ein paar Huren, mit nach Amerika. Unfortunately, wird sie auf dem Weg angeschossen. Ich fände es schade, wenn sie in der zweiten Season nicht mehr dabei sein sollte.

Generelle Darstellung? Taboo dreht sich eben um die Rache eines Mannes, da haben Frauen wenig Platz, und die Geschichte will auch nicht von den Frauen erzählen. Es gibt da noch seine Mutter, die sein Vater aus Amerika mitgebracht (=gekauft), die geistig krank war und sein Vater sie deswegen ins Irrenheim gebracht hatte. Sie taucht wiederkehrend in Delaneys Visionen und Träumen auf.

Kritik

Immer wieder wundert man sich, wie das eine in das andere greifen kann und ob alles geplant ist, was vor sich geht. Denn irgendwie muss es so sein; Delaney muss alles durchdacht haben oder zumindest sehr kreativ sein, um Missgeschicke so einzufädeln, dass sie gegen Ende zu seinem Vorteil ausgespielt werden können. Er muss ungeheures Wissen von Zeitpunkt, Ort und Menschen besitzen. Und da schwächelt die Serie, denn nichts bringt Delaney aus seiner Ruhe oder in unkontrollierte Rage. Nur seine Albträume bezeugen den inneren Kampf, den er stetig mit sich trägt. Und klassisch, konstanter Alkoholmissbrauch.

Trotzdem: Auf der einen Seite steht der trunkene Rächer, der sich prügelt und mordet und Frauen droht, auf der anderen Seite gehen seine Pläne auf, er ist gerecht und zum Schluss nimmt er jene, die ihm Loyal zur Seite standen, mit nach Amerika. Was sich zwar nicht widerspricht, aber in der Darstellung, wie Tom Hardy Delaney spielt, auch nicht wirklich zusammen passt. Es wirkt unstimmig und gestaltet sich somit schwierig, dem Charakter zu folgen oder ihn in greifbare Nähe zu rücken.

Die Geschichte wurde um einen Charakter gesponnen, der einerseits eindeutig „dirty“ ist, aber auf der anderen Seite fair, also irgendwo auch „clean“ präsentiert wird; sich aber nicht so gibt und dadurch vermutlich zusammen mit Tom Hardys Inszenierung ungreifbar, unstimmig und oft auch unrealistisch wirkt. Vielleicht sind es die Missgeschicke, die zwischendurch passieren – und auf die Delaney immer eine Antwort parat hat. Who knows. Ich jedenfalls hatte meine Schwierigkeiten und noch fehlen mir die passenden Worte.

Kaum wieder zu erkennen ist Mark Gatiss als Prince Regent. Neben Tom Hardy mit seltsamen Hut, darf Tom Hollander für Amüsement sorgen (überwiegend aus dem Theater bekannt, aber man erinnert sich an Mr. Collins aus Pride and Prejudice).

Aktuell wird eben an der zweiten Season geschrieben.

Für Interessierte

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Die 5 Besten am Donnerstag #77

Zwar einen Tag zu spät, denn das „Ich leg mich mal kurz hin“ am frühen Abend mündete in ein „Ich steh nur noch mal zum Zähne putzen auf“. Nach den Filmen, diesmal Serien. Fünf Fortsetzungen (in diesem Falle), auf die ich mich bereits wirklich freue.

5 Serien, die ich 2018 sehen möchte

  1. The Expanse – Season 3: Melde mich zum Dienst an Bord der Rocinante. Bereits im März soll es weiter gehen, und die Inhalte des 3. und 4. Buches beinhalten. Ich bin gespannt.
  2. The Handmaid’s Tale – Season 2: Es wird vermutlich eine Auflösung geben, und die Geschichte weiter geführt werden. Zu Recht. Die Thematik ist wichtig und wird dank dem konservativen Rechtsdruck immer wichtiger.
  3. Westworld – Season 2: „Freeze all motor functions. Where are you? – „I’m in a dream.“ Auch wenn die zweite Season komplett anders sein und wir einen Ausflug nach Romanworld und Samuraiworld machen werden, letztere wurde bereits indirekt angekündigt, freue ich mich trotzdem schon sehr darauf und natürlich auf die Diskussionen auf Reddit. Zwar wird es nicht mehr so viel zu Rätseln geben, aber wer weiß? I, for one, welcome our AI Overlords.
  4. Jessica Jones – Season 2: Auch der 10. Doctor alias Killgrave wird wieder mit von der Partie sein.
  5. 13 Reasons why – Season 2: Ich frage mich zwar wieviel Sinn eine zweite Season machen soll, und welche Geschichte es drum herum zu spinnen gibt. Ich bin trotzdem gespannt, denn die erste Season war wirklich gut.
  6. The OA – Season 2: Seltsame Serie, aber ich liebe Brit Marling.

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Serienmittwoch #94

Wieder eine interessante, aber auch schwierige Frage von Corly, wenn auch etwas verspätet.

Welche Serien findet ihr besser: Die Serien von früher oder die Serien, die ihr heute guckt?

Eine sich über mehrere Folgen erstreckende Handlung (Thx to The Sporanos und The Wire), lassen aus einer 20-teiligen Serie zu je 45min pro Folge einen überlangen Film werden. Technische Möglichkeiten fassen spektakuläre Momente ins Bild, manchmal mit besserer, manchmal mit schlechterer CGI, und auch die Themen sind dank unterschiedlicher Plattformen genau so divers und vielseitig wie ihre Zuschauer. Und das ist gut! Und es gibt quasi nichts „schlechtes“ an einem vielfältigen Angebot. Allerdings wird man von guten Produktionen mittlerweile überrollt und das vom hören-sagen „gute“, dass man gesehen haben sollte, beinahe muss, gestaltet die Auswahl nicht einfacher. Und so verbringt man mehr Zeit als lieb mit Recherche und wendet sich schneller wieder ab, wenn es nicht gefällt. Nicht jede Serie überzeugt bei der ersten Folge. Manche brauchen eine gesamte Season! Aber ich polemisiere. Auch „früher“ sah man sich nicht alles an, was im TV lief – außer man hatte kein Kabel oder eine Satellitenschüssel, mit der man ganz seltsame und fremdsprachige Programme empfangen konnte..

Der Bruch kann wohl bei der Jahrtausend-Wende eingesetzt werden. Davor gab es ausschließlich TV ohne Streaming-Angebot. Wenn man eine Serie sehen mochte, dann geschah das an einem gewissen Tag zu einem gewissen Zeitpunkt. Die Wiederholung folgte Nachts oder am nächsten Vormittag. Veteranen erzählen, dass die Schlacht um „die Macht“ unter Geschwistern ein Kampf auf Leben und Tod war. Ich hatte das Problem nie. Als verwöhntes Einzelkind war „die Macht“ immer bei mir. Aber schon damals gab es großartige (unterhaltende) Produktionen, unterbrochen von seltsamen, Gehirn zerfressenden Werbeclips – die übrigens heute wieder Gestalt in Form von YouTube- oder Facebook-Video-Unterbrechungen annehmen. You can skip this video in.. 30 Trillionen seconds.. Nicht nur die Politik erleidet Rückschritte..

Klarerweise muss man sagen, dass die Serien von heute „besser“ sind, als die von damals – denn sie unterscheiden sich besonders in ihrer komplizierten Erzählweise (Westworld, Game of Thrones, LOST, Breaking Bad) und werden zu Recht „Quality-TV“ genannt. Der Konsument darf denken, miträtseln und freut sich wie ein kleines Kind, wenn die eine oder andere Theorie zu stimmen scheint. Produzenten stecken vergleichsweise genau soviel Budget in eine Serie, wie in einen Blockbuster und dank der Schnelllebigkeit des Internets können auf entsprechende Themen oder Reaktionen Rücksicht genommen werden. Man tritt in Kontakt mit Fans, belauscht sie auf Reddit und wirft ihnen den einen oder anderen Leckerbissen zu.

Trotzdem sind die Serien von damals, trotz kindlicher Verklärung und trüber Erinnerung, nicht soviel „schlechter“ – wenn auch heute nicht mehr wirklich ernsthaft ansehbar. Wenn ich mir TNG ansehe, dann nicht ohne gelegentlichen Picard’schen Facepalm. Könnte ich mir heute nochmal alle 10 Seasons von Stargate: SG1 ansehen? Schwierig. Selbst bei Buffy täte ich mir schwer. Würde ich die Zeit, in der ich mir neue Serien ansehen könnte, wirklich in 200 bereits gesehene Serien investieren? Die Antwort liegt klar auf der Hand.

Trotzdem, zum zweiten, hat die nicht zusammenhängende Erzählweise von damals auch seine Vorteile: Eine Folge TNG zwischendurch, ganz gleich aus welcher Season und ohne nachzudenken? Warum nicht. Eine Folge A-Team? Her damit. Eine Folge SeaQuest:DSV oder Sliders oder AkteX? Kein Problem. Xena! MacGyver! Hell yeah!

Die aktuelle Fernsehlandschaft wird sich dann vermutlich die erste Folge, oder das Season-Finale oder ein, zwei hervorragende Folgen ansehen, herausgefiltert durch eine Zusammenstellung auf YouTube oder eines Bloggers („The 10 best episodes of…“), während alte Serien den Vorteil haben, dass man zu jeder Zeit einsteigen kann, auch wenn sich vielleicht die eine oder andere Gehirnzelle dabei verabschieden möchte. Ade! Wir sehen uns bei Westworld Season 2 wieder!

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1996: Buffy (as we know it) begins!

Wir erinnern uns, dass die Serie Buffy The Vampire Slayer einen Vorgänger Film namens Buffy – Der Vampir-Killer hatte. Der Film ist so trashig wie der Titel selbst – auch wenn er mittlerweile Kultstatus genießt. Das Meisterwerk erschien 1992 und machte die Welt für diesen Piloten bereit, bevor die Serie 1997 startete:

Man muss sich dabei in Erinnerung rufen, dass die Anfänge von Buffy in einer Zeit stattfanden, bevor jeder Haushalt einen Internetanschluss besaß. Der Pilot startete, bevor das Produzieren von zusammenhängenden Folgen und hoch qualitativen Serien in Mode kam. Selbst Tony Soprano debütierte erst 1999 und The Wire folgte um 2002.

Wenn der Pilot zu Buffy also etwas „trashig“ anmutet oder gar ein „Wie konnte das damals in Serie gehen?“ heraus lockt – muss man lediglich etwas Geduld und Durchhaltevermögen besitzen, denn gegen Ende schimmert bereits der Charme durch, weswegen wir die Serie lieb(t)en.

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Serienmittwoch #93

Der aktuelle Serienmittwoch von Corly frägt heute nach den „Lieblingsseriencharakteren (männlich)„:

5 übliche Verdächtige

1. Oswald Cobblepot aka The Penguin (Gotham). Vergesst Jim Gordon oder Batman. Vergesst den Joker. Wenn der Penguin in jeder filmischen Adaption so gespielt werden würde wie in Gotham, würde niemand mehr nach einem Joker lechzen.
2. The Doctor (Doctor Who). Nummer 10 und 12.
3. John Chrichton (Farscape). Danke Aequitas et Veritas, ich hätte ihn komplett vergessen. Eine Serie übrigens, die absolut unterbewertet wird und viel mehr Achtung verdient. In diese Kategorie fällt dann wohl auch Cpt. Sheppard aus Stargate: Atlantis. Und ja, ich mochte Stargate: Atlantis.
4. Data und Mr. Spock aus dem Star Trek Universum. Man muss sie mögen. Wobei auch Q seine Vorzüge besitzt.
5. Spike (Buffy – The Vampire Slayer). War offensichtlich. Hier sind wohl auch Daryl Dixon (TWD) und Sawyer (LOST) zu nennen. Niemand kann Jack ernst nehmen, Jack war einer der schrecklichsten Seriencharaktere die je erschaffen wurden. Bitte um einen Serienmittwoch mit: „Schrecklichste männliche Seriencharaktere“.

4 gern Vergessene

6. Charlie Kelly (It’s always sunny in Philadelphia). Dayman! Fighter of the Nightman!
7. Moss (IT Crowd). Man muss ihn mögen. Moss war großartig!
8. Elliot (Mr. Robot). Statt Schülern sinnloses Programmieren bei zubringen, sollte man Mr. Robot zu einer Pflichteinheit machen.
9. Sylar (Heroes). Ohne Worte.

Ich könnte sicherlich noch eine Menge mehr aufzählen.. aber belassen wir es bei 9.

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Serienmittwoch #89

Die Frage von Corly lautet: „Welche Seriennews interessieren euch am meisten, falls ihr speziell danach such oder mal zufällig was mitbekommt? Was interessiert euch gar nicht?“

Was mich interessiert

  • Ausstrahlungstermin. Ich googelte sicher schon gefühlte 100x wann es denn endlich mit Gotham und The Expanse weiter geht.
  • Making-ofs. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie eine Szene/Folge produziert wird.
  • Ob es neue SF-Serien gibt. Meine neueste Entdeckung war die brasilianische Netflix-Produktion 3%. Sehr zu empfehlen (bestenfalls OV mit deutschen Untertiteln).
  • Tinfoil Theories! Ich liebe Reddit und das Internet für all die verworrenen Theorien – was aber auch nur bei gewissen Serien wie GoT, Westworld oder LOST funktioniert.
  • Memes. Fraglich, wie lange Memes ihren populären Stellenwert als amüsante Internet-Kultur noch behalten werden.
  • Wann (Datum von Beginn bis zur Ausstrahlung) was (welche Serie) wie (Genre, Art) und mit wem (Darsteller) und von wem (Sender, Produzent) produziert werden soll.
  • Ans Herz gewachsene Darsteller (wie bspw. Krysten Ritter oder Robin Lord Taylor) – wobei die Instagram-Accounts aller Wahrscheinlichkeit nach professionell verwaltet werden und vieles nur der ständigen Sichtbarkeit wegen inszeniert wird. Trotzdem werden Fotos oder Videos einer strickenden Krysten Ritter, (ab und an mit putzigem Hund) nie langweilig.

Was mich nicht interessiert

  • Trailer zur nächsten Folge (Spoiler!).
  • Beziehungsweise generelle Informationen über die Handlung der nächsten Episoden und Seasons.
  • DVD/Blu-Ray Veröffentlichungen. Ich kaufe seit Ewigkeiten keine mehr und im Gegensatz zu Büchern überleben sie mich (vermutlich) nicht und sind irgendwann unbrauchbar; Ich zöge es nur dann in Betracht, wenn es viel Bonus-Material gäbe, das wirklich, wirklich außergewöhnlich ist. Da dieses aber früher oder später dennoch auf YouTube landet, erübrigt sich der Kauf. Ich gleiche dafür wieder mit Merchandising aus.
  • Das Privatleben diverser Serien-Celebritys. Wobei es natürlich an verregneten und Motivationslosen Tagen dazu kommen kann, dass ich von „How to make a nuclear reactor“ bei „Why Hollywood won’t cast XY anymore“ lande oder bei „10 things you didn’t know about YX“. Aber das wäre dann dem time-sink geschuldet und nicht aktiver Recherche.

Zwiegespalten bei

  • Neuigkeiten von Preisverleihungen (wer gewonnen hat interessiert mich gelegentlich, aber nicht das gesamte Event an sich).
  • Conventions. Einerseits wäre ich selbst gerne im Zentrum, andererseits scheitere ich schon bei der Überlegung: Wen cosplaye ich – und wie? Und wie teuer wird das? Und sieht es nach was aus? Aber eigentlich will ich keine Aufmerksamkeit (Lösung: Stormtrooper oder sowas. Man ist im Zentrum, wird aber als Person nicht wahrgenommen). Und wie teuer kommt mich die Convention? Preis. Anfahrt. Übernachtung. Geschenke an mich selbst. Und will ich 50€ für ein 5 Sekunden dauerndes Photoshooting mit einem Star ausgeben und davor ewig anstehen? Ich würde dann vermutlich die „günstigen“ wählen. Und wie voll sind die Panel? Was wenn die zwei Panels, die mich interessieren, zur selben Zeit stattfinden? Und wie viele Leute werden dort sein? Ich mag keine Menschen-Mengen, selbst wenn es alles Geeks und Quasi-Friends sind. Lösung: Ich warte, bis Comics und Serien wieder out sind und gehe dann auf Veranstaltungen – oder überwinde mich eines Tages doch noch. TL;DR: Ich sehe mir gerne Bilder an, aber es interessiert mich nicht zwangsläufig, wo und wann die nächste Convention mit wem stattfindet.

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #50

Goranas heutige Aufgabe feiert den 50. Beitrag der 5 Besten am Donnerstag und fordert uns auf, unsere besten Einträge zu nennen.

Meine 5 besten/liebsten Blogbeiträge

Ich sehe schon, die ersten Beiträge die mir in den Sinn kommen, haben wenig mit Film oder Medien zu tun. Es ist eben die neugierige Katze, die ihre Nase in allerhand Dinge steckt und sich nicht auf einen Bereich fokussieren mag. Film- und TV-Kritiken, weil ich es gerne tue – besonders bei Gotham, und den Rest, weil es gefällt, und zugegeben leicht von der Hand geht.

1. „Killer Cookies from Outer Space!“ – Eine Weihnachtsgeschichte! Eine meiner Lieblingsgeschichten. Ich las sie tatsächlich zum letztjährigen Weihnachtsfest vor.

2. „3 Shows – Eine Timeline“ – Hier wird Science-Fiction Geschichte anhand der Zeitlinien dreier Serien miteinander verglichen: The Expanse, Doctor Who und Star Trek.

3. „Zum Kugelfisch – Relax and Spa“ ***** – Derzeit sind alle Zimmer belegt, ich bitte Interessenten sich in zwei Monaten wieder zu melden.

4. „Ein Kommentar zur gegenwärtigen Debatte um die Verschleierung“ – Anbei muss ich auf meinen ersten, feministischen Text verweisen: „Ein Sammelsurium an (feministischen) Gedanken im Jahr 2016“. Auch lesenswert meiner Meinung nach: „Politik könnte so einfach sein.. (?)“.

5. Und weil wir alle über Medien, Filme und Spiele zusammen kommen: Die Reviews zu „“Stranger Things“, Season 1″ und „“Humans“, Season 1 und 2″ erinnern mich, dass es doch funktionieren kann, mehr oder weniger gehaltvolle Film- und Serien-Kritiken zu verfassen.

In Ordnung, das waren jetzt weit aus mehr als 5 Einträge..

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG / FREITAG #44

Ein schwieriges Thema heute:

5 Serien die nicht alt werden

Ich versuchte zuerst das Spektrum einzugrenzen und nur Serien zu nennen, die nicht einer nostalgischen Verblendung unterliegen –  wie Serien, die ich seinerzeit innig geliebt habe und immer noch liebe weil ich sie damals geliebt habe und somit heute immer noch liebe. Damit fielen allerdings Buffy, Akte X und Twin Peaks weg. So auch TOS. Und Stargate. Und noch vieles mehr. Ich gab dieses Vorhaben also auf.

Die nächste Strategie, war mir zu überlegen: Was kann ich heute noch anschauen, ohne mir an den Kopf greifen zu müssen? Nur weil mich Breaking Bad wirklich beeindruckte, bedeutet das nicht, dass.. Nein, bei Breaking Bad ist die Sache eindeutig. Breaking Bad wird auch in 20 Jahren noch gut aussehen.

Welche Serien sind also „gut“ gealtert?

1. The IT Crowd – „Have you tried turning it off and on again?“ Schon alleine der ganzen (einem oft selbst bekannten) Witze wegen.
2. The Happy Treefriends – Ich erspare dem freundlichen Leser das bemerkenswerte und erinnerungswürdige Intro und verweise auf die süßen, kleinen und glücklichen Baumfreunde.
3. Twin Peaks – war damals schon schräg – bleibt auch heute schräg, aber interessant. Vor allem das Intro, dass ich irgendwann spätnachts auf einem Camping-Platz aus weiter Ferne erlauschte: Eine surreale und fast schon gespenstische Erfahrung..
4. The X-Files – kann man sich auch heute immer noch anschauen, ohne sich an den Kopf greifen zu müssen. Solide Geschichten, solide Leistung, solides Team, solides Thema.
5. Buffy – kann man sich Buffy heute noch anschauen, ohne peinlich berührt zu sein? Natürlich! Viele Serien, die einen eindeutigen Bezug zur zeitgenössischen Kultur haben, laufen Gefahr, dass sie 20 Jahre später einfach nur mehr seltsam wirken. Meine nostalgische Verblendung verbietet mir ein schlechtes Wort über Buffy zu verlieren, aber als ich mir zum Jubiläum zwei Folgen ansah, gab es doch einige Momente.. Nichts desto trotz würde ich die Serie jederzeit von vorne nochmal anfangen.

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