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Serienmittwoch #94

Wieder eine interessante, aber auch schwierige Frage von Corly, wenn auch etwas verspätet.

Welche Serien findet ihr besser: Die Serien von früher oder die Serien, die ihr heute guckt?

Eine sich über mehrere Folgen erstreckende Handlung (Thx to The Sporanos und The Wire), lassen aus einer 20-teiligen Serie zu je 45min pro Folge einen überlangen Film werden. Technische Möglichkeiten fassen spektakuläre Momente ins Bild, manchmal mit besserer, manchmal mit schlechterer CGI, und auch die Themen sind dank unterschiedlicher Plattformen genau so divers und vielseitig wie ihre Zuschauer. Und das ist gut! Und es gibt quasi nichts „schlechtes“ an einem vielfältigen Angebot. Allerdings wird man von guten Produktionen mittlerweile überrollt und das vom hören-sagen „gute“, dass man gesehen haben sollte, beinahe muss, gestaltet die Auswahl nicht einfacher. Und so verbringt man mehr Zeit als lieb mit Recherche und wendet sich schneller wieder ab, wenn es nicht gefällt. Nicht jede Serie überzeugt bei der ersten Folge. Manche brauchen eine gesamte Season! Aber ich polemisiere. Auch „früher“ sah man sich nicht alles an, was im TV lief – außer man hatte kein Kabel oder eine Satellitenschüssel, mit der man ganz seltsame und fremdsprachige Programme empfangen konnte..

Der Bruch kann wohl bei der Jahrtausend-Wende eingesetzt werden. Davor gab es ausschließlich TV ohne Streaming-Angebot. Wenn man eine Serie sehen mochte, dann geschah das an einem gewissen Tag zu einem gewissen Zeitpunkt. Die Wiederholung folgte Nachts oder am nächsten Vormittag. Veteranen erzählen, dass die Schlacht um „die Macht“ unter Geschwistern ein Kampf auf Leben und Tod war. Ich hatte das Problem nie. Als verwöhntes Einzelkind war „die Macht“ immer bei mir. Aber schon damals gab es großartige (unterhaltende) Produktionen, unterbrochen von seltsamen, Gehirn zerfressenden Werbeclips – die übrigens heute wieder Gestalt in Form von YouTube- oder Facebook-Video-Unterbrechungen annehmen. You can skip this video in.. 30 Trillionen seconds.. Nicht nur die Politik erleidet Rückschritte..

Klarerweise muss man sagen, dass die Serien von heute „besser“ sind, als die von damals – denn sie unterscheiden sich besonders in ihrer komplizierten Erzählweise (Westworld, Game of Thrones, LOST, Breaking Bad) und werden zu Recht „Quality-TV“ genannt. Der Konsument darf denken, miträtseln und freut sich wie ein kleines Kind, wenn die eine oder andere Theorie zu stimmen scheint. Produzenten stecken vergleichsweise genau soviel Budget in eine Serie, wie in einen Blockbuster und dank der Schnelllebigkeit des Internets können auf entsprechende Themen oder Reaktionen Rücksicht genommen werden. Man tritt in Kontakt mit Fans, belauscht sie auf Reddit und wirft ihnen den einen oder anderen Leckerbissen zu.

Trotzdem sind die Serien von damals, trotz kindlicher Verklärung und trüber Erinnerung, nicht soviel „schlechter“ – wenn auch heute nicht mehr wirklich ernsthaft ansehbar. Wenn ich mir TNG ansehe, dann nicht ohne gelegentlichen Picard’schen Facepalm. Könnte ich mir heute nochmal alle 10 Seasons von Stargate: SG1 ansehen? Schwierig. Selbst bei Buffy täte ich mir schwer. Würde ich die Zeit, in der ich mir neue Serien ansehen könnte, wirklich in 200 bereits gesehene Serien investieren? Die Antwort liegt klar auf der Hand.

Trotzdem, zum zweiten, hat die nicht zusammenhängende Erzählweise von damals auch seine Vorteile: Eine Folge TNG zwischendurch, ganz gleich aus welcher Season und ohne nachzudenken? Warum nicht. Eine Folge A-Team? Her damit. Eine Folge SeaQuest:DSV oder Sliders oder AkteX? Kein Problem. Xena! MacGyver! Hell yeah!

Die aktuelle Fernsehlandschaft wird sich dann vermutlich die erste Folge, oder das Season-Finale oder ein, zwei hervorragende Folgen ansehen, herausgefiltert durch eine Zusammenstellung auf YouTube oder eines Bloggers („The 10 best episodes of…“), während alte Serien den Vorteil haben, dass man zu jeder Zeit einsteigen kann, auch wenn sich vielleicht die eine oder andere Gehirnzelle dabei verabschieden möchte. Ade! Wir sehen uns bei Westworld Season 2 wieder!

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Serienmittwoch #93

Der aktuelle Serienmittwoch von Corly frägt heute nach den „Lieblingsseriencharakteren (männlich)„:

5 übliche Verdächtige

1. Oswald Cobblepot aka The Penguin (Gotham). Vergesst Jim Gordon oder Batman. Vergesst den Joker. Wenn der Penguin in jeder filmischen Adaption so gespielt werden würde wie in Gotham, würde niemand mehr nach einem Joker lechzen.
2. The Doctor (Doctor Who). Nummer 10 und 12.
3. John Chrichton (Farscape). Danke Aequitas et Veritas, ich hätte ihn komplett vergessen. Eine Serie übrigens, die absolut unterbewertet wird und viel mehr Achtung verdient. In diese Kategorie fällt dann wohl auch Cpt. Sheppard aus Stargate: Atlantis. Und ja, ich mochte Stargate: Atlantis.
4. Data und Mr. Spock aus dem Star Trek Universum. Man muss sie mögen. Wobei auch Q seine Vorzüge besitzt.
5. Spike (Buffy – The Vampire Slayer). War offensichtlich. Hier sind wohl auch Daryl Dixon (TWD) und Sawyer (LOST) zu nennen. Niemand kann Jack ernst nehmen, Jack war einer der schrecklichsten Seriencharaktere die je erschaffen wurden. Bitte um einen Serienmittwoch mit: „Schrecklichste männliche Seriencharaktere“.

4 gern Vergessene

6. Charlie Kelly (It’s always sunny in Philadelphia). Dayman! Fighter of the Nightman!
7. Moss (IT Crowd). Man muss ihn mögen. Moss war großartig!
8. Elliot (Mr. Robot). Statt Schülern sinnloses Programmieren bei zubringen, sollte man Mr. Robot zu einer Pflichteinheit machen.
9. Sylar (Heroes). Ohne Worte.

Ich könnte sicherlich noch eine Menge mehr aufzählen.. aber belassen wir es bei 9.

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Serienmittwoch #89

Die Frage von Corly lautet: „Welche Seriennews interessieren euch am meisten, falls ihr speziell danach such oder mal zufällig was mitbekommt? Was interessiert euch gar nicht?“

Was mich interessiert

  • Ausstrahlungstermin. Ich googelte sicher schon gefühlte 100x wann es denn endlich mit Gotham und The Expanse weiter geht.
  • Making-ofs. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie eine Szene/Folge produziert wird.
  • Ob es neue SF-Serien gibt. Meine neueste Entdeckung war die brasilianische Netflix-Produktion 3%. Sehr zu empfehlen (bestenfalls OV mit deutschen Untertiteln).
  • Tinfoil Theories! Ich liebe Reddit und das Internet für all die verworrenen Theorien – was aber auch nur bei gewissen Serien wie GoT, Westworld oder LOST funktioniert.
  • Memes. Fraglich, wie lange Memes ihren populären Stellenwert als amüsante Internet-Kultur noch behalten werden.
  • Wann (Datum von Beginn bis zur Ausstrahlung) was (welche Serie) wie (Genre, Art) und mit wem (Darsteller) und von wem (Sender, Produzent) produziert werden soll.
  • Ans Herz gewachsene Darsteller (wie bspw. Krysten Ritter oder Robin Lord Taylor) – wobei die Instagram-Accounts aller Wahrscheinlichkeit nach professionell verwaltet werden und vieles nur der ständigen Sichtbarkeit wegen inszeniert wird. Trotzdem werden Fotos oder Videos einer strickenden Krysten Ritter, (ab und an mit putzigem Hund) nie langweilig.

Was mich nicht interessiert

  • Trailer zur nächsten Folge (Spoiler!).
  • Beziehungsweise generelle Informationen über die Handlung der nächsten Episoden und Seasons.
  • DVD/Blu-Ray Veröffentlichungen. Ich kaufe seit Ewigkeiten keine mehr und im Gegensatz zu Büchern überleben sie mich (vermutlich) nicht und sind irgendwann unbrauchbar; Ich zöge es nur dann in Betracht, wenn es viel Bonus-Material gäbe, das wirklich, wirklich außergewöhnlich ist. Da dieses aber früher oder später dennoch auf YouTube landet, erübrigt sich der Kauf. Ich gleiche dafür wieder mit Merchandising aus.
  • Das Privatleben diverser Serien-Celebritys. Wobei es natürlich an verregneten und Motivationslosen Tagen dazu kommen kann, dass ich von „How to make a nuclear reactor“ bei „Why Hollywood won’t cast XY anymore“ lande oder bei „10 things you didn’t know about YX“. Aber das wäre dann dem time-sink geschuldet und nicht aktiver Recherche.

Zwiegespalten bei

  • Neuigkeiten von Preisverleihungen (wer gewonnen hat interessiert mich gelegentlich, aber nicht das gesamte Event an sich).
  • Conventions. Einerseits wäre ich selbst gerne im Zentrum, andererseits scheitere ich schon bei der Überlegung: Wen cosplaye ich – und wie? Und wie teuer wird das? Und sieht es nach was aus? Aber eigentlich will ich keine Aufmerksamkeit (Lösung: Stormtrooper oder sowas. Man ist im Zentrum, wird aber als Person nicht wahrgenommen). Und wie teuer kommt mich die Convention? Preis. Anfahrt. Übernachtung. Geschenke an mich selbst. Und will ich 50€ für ein 5 Sekunden dauerndes Photoshooting mit einem Star ausgeben und davor ewig anstehen? Ich würde dann vermutlich die „günstigen“ wählen. Und wie voll sind die Panel? Was wenn die zwei Panels, die mich interessieren, zur selben Zeit stattfinden? Und wie viele Leute werden dort sein? Ich mag keine Menschen-Mengen, selbst wenn es alles Geeks und Quasi-Friends sind. Lösung: Ich warte, bis Comics und Serien wieder out sind und gehe dann auf Veranstaltungen – oder überwinde mich eines Tages doch noch. TL;DR: Ich sehe mir gerne Bilder an, aber es interessiert mich nicht zwangsläufig, wo und wann die nächste Convention mit wem stattfindet.

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Serienmittwoch #71

Das heutige Thema bietet die Möglichkeit für etwas „Motion“ am Blog:

Welche Serie habt ihr zuletzt für euch entdeckt?

The Expanse (2015-), basierend auf der Roman-Reihe von James S.A. Corey. 2018 folgt die dritte Season. Der sechste Teil der Roman-Reihe erscheint im Dezember.

Soviel nur dazu, ein ordentliches Review folgt in Kürze.

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Serienmittwoch #69

Was ist der Serienmittwoch? Der Serienmittwoch ist so etwas wie die „5 besten am Donnerstag“. Eine Bloggerin stellt Fragen und gibt der Blogger-Commune Gelegenheit sie zu beantworten. Die aktuelle Idee gefällt mir besonders, auch wenn mein Beitrag etwas zu spät dran ist.

 Entwerft eure Serien-WG

Zugegeben, ich fand HIMYM schrecklich und das einzige was ich mir bezüglich WG-Serien ansah war Friends (damals gab es kein Internet und keine Streaming-Angebote) und Big Bang Theory – bevor die Sendung, die u.a. durch Insider-Witze unterhaltsam auf Physik und Geek-tum referierte, zu einer Beziehungs-Soap wurde. Allerdings muss auch TBBT als das gesehen werden, was es ist: Zwar wird der Klischee-Nerd ins Zentrum gerückt und erfährt somit Aufmerksamkeit (Nerd-sein wird en vouge), aber aufgrund spezieller Präsentation wieder ins Lächerliche gezogen. Die Leute lachen nach wie vor über den pickligen Nerd mit Karohemd und Brille und auch TBBT konnte das leider nicht ändern.

Da ich in der Science-Fiction zuhause bin, verfrachte ich meine Serien-WG auf ein Raumschiff, die „Eviltree“ – so auch vermutlich der Titel der Serie.

Mit dabei wären meiner Meinung nach:

1. James Holden (The Expanse) – Nachdem in Social Media Gruppen gelästert wird, welches denn überhaupt seine Fähigkeiten sind, außer allen Kaffee zu bringen – dachte ich mir, sollte man die überaus wichtige Fähigkeit auch nutzen. Außerdem ist er ein guter Captain. Die „Rosinante“ muss also für kurze Zeit auf Holden verzichten.

2. Oswald Cobblepot aka The Penguin (Gotham). Es braucht einen geschickten Redner, einen Wahnsinnigen und einen Helden, jemanden mit Stil und Flair.

3. Clara (Doctor Who) – Ihr neugieriges, optimistisches Wesen und ihre Erfahrung müssen dabei sein, denn die Daleks sind im Anmarsch, außerdem besitzt sie eine TARDIS, die jedoch (in der Serien-WG) defekt ist.

4. Jessica Jones (Jessica Jones) – Jede Serie braucht ihren Anti-Helden.

5. Jack Harkness (Doctor Who, Torchwood) – Eyecandy und eventueller Love-Interest für..

6. Dirk Gently (Dirk Gently’s Holistic Detective Agency) – Ich sehe schon wie Dirk Gently aus dem Raumschiff geworfen wird, weil er jeden in den Wahnsinn treibt. Immerhin versteht er sich mit Nummer 8.

7. Selina aka Catwoman (Gotham) – Eine geschickte und vorlaute Diebin kann auch in der Science-Fiction nützlich sein. Partner in Crime für Nummer 2.

8. Data (The Next Generation) – Ein Muss! (Oder Spock…).

9. Pa’u Zotoh Zhaan (Farscape) – Eine Heilerin und Priesterin als eine Art Doktor-Ersatz.

10. Ich – natürlich bin ich mit an Bord, als Erdling, ohne Fähigkeiten, ohne Erfahrung, die alle anderen in Schwierigkeiten bringt. Man braucht einen Klischee-Erder. Ich wäre vermutlich mit Clara und Dirk befreundet.

Jetzt sähe ich gern so eine Serie. Fraglich wer sie produzieren soll: AMC, HBO, Netflix oder Starz?

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