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„Star Trek: Discovery“, S01E10 bis S01E13

Spoiler!

Einmal Mirror-Universe und zurück. Der klassische Trekkie erleidet vermutlich einen Herzkasperl nach dem anderen: Zuerst muss er einen gänzlich neuen Staubmilben-Antrieb akzeptieren, und dann wird ihm noch ein moralisch zwielichtiger Captain untergeschoben, der sich dann als Bösewicht aus dem Mirror-Universe entpuppt. Doch zum kardiologischen Wohl aller fliegt die Discovery wieder in eine gemächliche Richtung: Moment, die Klingonen haben den Krieg gewonnen? Was in neun Monaten nicht alles passieren kann.

Aber von vorne..

„This is not our universe!“ hieß es in Episode 10 als auch sogleich vulkanische Rebellen zum Angriff starteten. Und kurz darauf erinnern wir uns auch wieder: The Terran Empire! Nicht die Föderation, die im guten Sinne Hand und Tür für jede Kreatur öffnet, sondern das menschliche Böse regiert. Und an ihrer Spitze sitzt, man hätte es erwarten können: Philippa Georgiou.

Neben dem Mirror-Universe läuft die „Tyler-Voq“ Storyline weiter und wir erfahren, dass Voq, der Klingone, der von Michael Burnham getötet wurde, sich in den Knochen von Lt Tyler befindet und nach und nach mehr Macht über dessen Geist erlangt. War er zu Beginn einfach nur seltsam (und mühsam), wird er gegen Ende zu Voq, dessen DNA geerntet und mit seinem Verstand in Tylers Körper integriert wurde. Aber auch nur für eine kurze Zeit, denn so kompliziert die Prozedur war diesen in dessen Körper zu manövrieren, scheint es ein Kinderspiel zu sein, Voq in Tylers Geist wieder zu töten und zwar in der 12. Folge.

Stamets bemerkt recht früh, dass sich der Feind (in Form von Lt Tyler) an Bord befindet und auch sogleich seinen Geliebten tötet. Sie töten den „schwulen Schwarzen?“ Aber gut, mittlerweile ist es auch Gang und Gäbe Kinder in Anfangsszenen zu töten. Ich notierte mir, dass die 10. Folge bereits einen gewissen Seifenopern-Charakter aufweist.

Episode 11

Im Mirror-Universe angekommen, sollen sie so tun als ob Tilly ist Captain des Schiffes (was übrigens auch ihr Traum ist). Michael existiert in diesem Universum als Tochter von Philippa und Lorca, dessen Geliebte sie offenbar war (wait, what?) und der sie durch „Raum und Zeit“ hindurch verfolgte. Seifenoper? Spanische Telenovela! Einzig allein deren Empfindlichkeit gegenüber Licht unterscheidet sie von den anderen Menschen und somit entblößt sich der wohl konstruierte und feine Twist in DSC. Herrlich! Sicherlich, wer einst dem Haus Slytherin zugewiesen wurde und The one who must not be named diente, der kann nichts Gutes im Schilde führen.

Des weiteren begegnen uns die Andorians and Tellarites, die, wie wir aus der Geschichte Star Treks wissen, gemeinsam mit den Vulkaniern und den Menschen die Föderation gegründet haben. In Episode 11 sehen wir sie auf der Seite der Klingonen im Krieg der Aliens gegen das Terran Empire. Dort trifft Michael auf ihren Ziehvater, der sobald das Gute in ihr erkennt und einwilligt, ihr zu vertrauen. Doch noch bevor die Rebellion dem Hinweis zur Flucht folgen kann, zerstört Philippa den Aufstand.

Episode 12

In Folge 12 gibt es ein Wiedersehen zwischen Tocher und Mutter, während Stamets eine Konversation mit seinem Parallel-Alter-Ego führt und bemerkt, dass irgendwas „corrupted“ ist. Während Mutter und Quasitochter sich viel zu erzählen haben und einen Kelpianer (Saru!) verspeisen, sagt sie ihr gegen Ende die Wahrheit. Und ja, Philippa kennt die Föderation, sie sei gefährlich und das Prinzip verwerflich.

„Equality. Freedom. Cooperation…. delusions that Terrans shed millenia ago. Destructive ideals that fuel rebellions and I will not let you infect us again.“ – Mirror Philippa Georgiou

Stamets unterhält sich mit seinem toten Freund, der ihn darauf hinweist, dass dessen Mirror-Ich für die gesamte Misere überhaupt verantwortlich ist und wenn sie nicht bald handeln, wird das Mycelium, dessen Vorräte auf der Discovery infiziert wurden, alle Universen zerstören! Und alles was er tun muss ist aufwachen – denn er befindet sich immer noch in einer Art Koma. Das Netzwerk ist in Gefahr und der Schaden verbreitet sich weiter. Doch als er die Augen öffnet, ist es zu spät. Die Vorräte sind kaputt.

Episode 13, Zusammenfassung und Kritik

Auch wenn die Discovery durch Zufall in ein anderes Universum geschleudert wurde, so war es doch Lorcas Plan die ganze Zeit über. Er kehrt zurück und tötet die Mannschaft. Wie lange hatte er also, ohne aufzufallen, in diesem Universum verbracht? Monate? Jahre?

Kurz nachdem Philippa Seite an Seite mit Michael gekämpft und Lorca getötet hatte und der Quasi-Tochter den Weg zurück Rückkehr ermöglichen möchte, da sie selbst, als gefallene Herrscherin dem Tod geweiht ist, nimmt Michael sie in letzter Sekunde mit auf die Discovery und in das andere Universum. Eine gute Idee – ich mag den Charakter, besonders in dieser Form.

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„Star Trek: Discovery“, S01E06 bis S01E09

Lange ist es her und Season 2 wird nicht vor 2019 erhältlich sein. Discovery macht uns mit dem Spore-Drive bekannt und wie gegen Ende der letzten Folge bemerkt, zieht dieser – begibt sich ein Mensch an die Stelle des Tardigards (die große Staubmilbe) – merkwürdige Konsequenzen nach sich, bis zu einer doch recht unerwarteten Wendung.

Es wird immer offensichtlicher, dass Cpt. Lorca noch zwiespältigere Ideen verfolgt als bisher angenommen. Er geht nicht, wie man es von einem Captain erwarten möchte, mit seinem Schiff unter, sondern war der einzige, der heil davon kam und seine Crew dem Tod überließ. Admiral Cornwell rät ihm, sich darauf einzustellen, dass Kommando abzugeben. Und auch Michael Burnham weiß mittlerweile, warum Lorca Verwendung für sie hat: Sie würde vieles tun, dass nicht dem Kodex von Starfleet und der Föderation entspricht.

Star Trek: Discovery begibt sich also in Gebiete, in der zuvor noch nie eine Star Trek Serie gewesen ist – und erntet Hass, Spott und Häme.

Episode 6 bis 9

In Episode 6 lernen wir den künftigen Sicherheitsoffizier Lt. Tyler kennen, der einst Opfer klingonischer Folter und Missbrauchs war und sich alsbald zum Love-Interest für Michael Burnham entwickelt, die, so sagen manche, einen noch kaputteren Partner braucht, um selbst etwas empfinden zu können. Warum auch nicht.

Wir erfahren auch, dass sie ihren Ziehvater Sarek doch nicht enttäuscht hatte, was ihren Charakter doch maßgeblich beeinflusste. Es war nicht, wie sie angenommen hatte, dass sie nicht aufgenommen wurde, sondern weil sich Sarek zwischen Spock, seinem eigenen Sohn und ihr entscheiden musste und schlussendlich Spock den Vorzug für die Expedition gab (der aber gerne darauf verzichtete und ebenfalls zur Starfleet ging). Family things are never easy. Natürlich frägt man sich, warum Spock, in welchem Universum oder Timeline auch immer, nie von einer Schwester, aber einem Bruder spricht, aber ja – in Season 2 erfahren wir mehr, denn ein junger Spock soll gecastet werden.

Episode 7 präsentierte uns, was jede Serie einmal braucht: Eine Groundhog-Day-Folge. Stamets erlebt dieselbe Situation immer und immer wieder. Die Auflösung: Der mit Lt Tyler Mitgefangene aus Episode 6 machte sich an einem „Time Crystal“ zu schaffen, um hinter das Geheimnis des Spore Drives zu kommen und das Schiff sowie das Wissen, später an die Klingonen verkaufen zu können. Lt Stamets, der durch den Spore Drive offenbar mit jeder Zeitform, Zeit- und Alternativ-Welt verbunden zu sein scheint, ohne merklich den Verstand zu verlieren, kann als einziger den Tag retten. Welch unsägliche Tragik, dass Burnham und Tyler ihren ersten Kuss nie erlebt hatten.

In Episode 8 landen Saru, Lt Tyler und Michael auf einem fremden Planeten, um an eine Technologie, besser gesagt einen Kristall zu gelangen, der es möglich macht, Klingonenschiffe zu enttarnen. Wait, what? Yay! Eine klassische Star Trek-Episode! Bis auf das Fehlen des Captains, denn Cpt Lorca schätzt die Dunkelheit.. Dabei treffen sie auf mehr oder weniger friedliche Energiewesen, die einen starken Einfluss auf Saru haben und er daraufhin versucht, die Mission zu sabotieren. Wir werden darauf hingewiesen, dass Saru ziemlich schnell laufen kann – und demonstriert es wenige Minuten später sogleich. Show, don’t tell!

In Episode 9 mussten um die 133 Spore-Drive Sprünge gemacht werden, um das Klingonenschiff zu enttarnen, während Michael und Tyler an Bord gehen, um eine weitere Technologie zu kommen. Irgendwie kommt mir vor, versucht Starfleet immer wieder auf unterschiedliche Weisen, an unterschiedliche Technologien zu gelangen.. um für Frieden zu Sorgen.

Michael tötet Klingone Krell und Stamets, der mittlerweile doch verrückt geworden ist, wer kanns ihm verübeln, springt ins Mirror-Universe.

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„Star Trek: Discovery“, S01E03, S01E04 und S01E05

Episode 3 bis 5 sind jene, die den Spore-Drive einführen, oder wie ich sie nenne: Die „Das-arme-Tierchen!!“-Storyline. Die gute Nachricht zuerst, das Tierchen überlebt und die Idee legt den Grundstein für die darauf folgende Story, auf der man sicherlich noch aufbauen kann. Ich behandle sie trotzdem separat.

Michael Burnham wird von Cpt. Lorca angeheuert, während sie sich auf einem Gefangenentransport befindet. Wir vermuten bereits, dass der nicht ganz so tugendhafte Lorca andere Pläne hat, als dem ehemaligen ersten Offizier ihren Job zurück zu verschaffen. Wie Star Trek schon in der Vergangenheit seine Ideen mit Wissenschaft zu erklären versuchte, so auch hier. Es geht um Physik und Biologie als gemeinsames, und nicht getrenntes.

„Imagine a microscopic web that spans the entire cosmos. An intergalactic ecosystem. An infinite number of roads leading everywhere.“ (Cpt. Lorca)

The Spore Drive

Laut Memory Alpha Wiki war dieser in den 2240er und 2250er ein Experiment. Dabei wird ein Pilz der Spezies Prototaxites stellaviatori verwendet, um Sprünge von bis zu 90 Lichtjahren durch zu führen – oder, binnen kürzester Zeit überall hin zu können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Um sich diese Technologie nutzbar machen zu können, wird ein Tierchen, genannt Tardigrade, verwendet, das mit dem gesamten Universum verbunden zu sein scheint, dem „mycelial network“ und mit diesem kommuniziert. In Folge 5 allerdings wird das Tierchen von seinen unsagbaren Qualen, die es bei jedem Sprung erleidet, erlöst, da es via DNA Injektion auch bei Lt. Stamets funktioniert, der darauf hin jedoch seltsame Bewusstseinszustände davon trägt, womit sich Episode 6 bis 9 befasst.

Getestet wurde der Spore Drive zuerst auf der USS Glenn, die dann jedoch, quasi durch den Spore Drive selbst verschuldet in eine „Hawking radiation firewall“ crashte und die Crew ihr Leben verlor. Das Tierchen konnte noch an Bord der Discovery gebeamt werden.

Kritik und Fazit

Da der Spore Drive sowie auch Spocks Stiefschwester nie in irgendeiner der vorausgegangenen Serien erwähnt wurden, muss also etwas gravierendes passieren, dass dazu führt, dass sämtliche Geschehnisse auf der Discovery aus dem Gedächtnis aller gelöscht wird. Die Produzenten versicherten, dass in Season 2 einige dieser Unstimmigkeiten erklärt und bereinigt werden sollen.

Prinzipiell finde ich die Serie immer noch anschaubar. Ich kann aber auch nach Sicht aller bisherigen Folgen nachvollziehen, warum manche Leute Schwierigkeiten damit haben, DSC als „Star Trek“ zu akzeptieren. Cpt. Lorca ist kein freundlicher, positiver und aalglatter Captain wie Picard oder Kirk es waren. Er verfolgt eigene Ziele und lässt die Crew wie Starfleet darüber im Dunklen, die Föderation ist von seinem Vorgehen nicht begeistert und zu alle dem schaukelt sich der Krieg mit den Klingonen hoch.

Star Trek: Discovery bewegt sich im medialen Kontext des 21. Jahrhunderts, Krieg und düstere Charaktere sind ausschlaggebend für Handlung und Storyline. Es ist keine nette Welt mehr, sondern eine dystopische. So ist es eben aktuell. Wie ich immer sage: Star Trek ist ein Spiegel seiner Zeit. Die heile Welt gibt es nicht mehr, findet euch damit ab.

Vielleicht noch erwähnenswert: Das mansplainende Alien Lt. Commander Saru ist auf Michael Burnham (die übrigens tiefes Mitgefühl für das Tierchen empfand) eifersüchtig, da er nie die Chancen hatte, die ihr zu Teil wurden. Das erklärt seine Feindseligkeit. Saru ist zudem einfach ein unsympathischer und aktuell auch langweiliger Charakter. Man könnte ihn aus der Story schreiben und nichts würde sich ändern, leider.

Fazit: Immer noch nett anzuschauen.

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„Star Trek: Discovery“, S01E01 und S01E02

Keine Kritik, nur ein paar Gedanken.

Ich kann mir nicht erklären, warum die meisten Kritiker und Konsumenten die Serie so schrecklich finden – zugegeben, ich habe nicht aktiv recherchiert, sondern nur via scrollen und hören-sagen-drüber lesen irgendwo mitbekommen, dass DSC ganz fürchterlich sein soll und Roddenberry sich im Grabe umdrehen wolle.

Madame (8) und ich fanden die ersten zwei Folgen nett. Wir fanden sie sogar richtig gut. Die bemängelnswerten Effekte konnten ganz klar als eine Hommage an TOS gedeutet werden, sowie die Lense Flairs ganz klar auf JJ Abrams Konto gingen. Dass zwei Frauen in den Hauptrollen besetzt sind/waren, fanden wir ebenfalls sehr gut. Dass man dafür eine afro-amerikanische und asiatische Schauspielerin wählte, die beide im TV etabliert sind, mag zwar wie ein Zugeständnis an SJWs wirken (damit auch der „Diversity“ gedient ist) – muss es aber nicht. Warum? Weil es gute Schauspielerinnen sind! Und ganz ehrlich, was ist so schlimm an Diversity? Ich mag es schon gar nicht mehr aussprechen, weil es mir zu dämlich wird, weil ich es toll finde. Ich bin begeistert davon, dass die beiden Hauptdarstellerinnen nicht weiß sind.

Ich verstehe aber auch, warum manche der Kritiker sagen, DSC beiße sich mit Roddenberrys Vision einer friedlichen Erkundung des Weltraumes, wenn Sonequa Martin-Green alias 1st Commander Michael Burnham aufgrund ihrer quasi vulkanischer Ausbildung und Korrespondenz die Klingonen angreifen möchte, um das Leben der gesamten Crew zu retten. Denn Vulkanier machen nie denselben Fehler zweimal. Als eines ihrer Schiffe zerstört wurde, taten sie das, was notwendig war: Sie griffen die Klingonen an und verschafften sich Respekt in dem sie in deren Sprache „Hey! How are you!“ sagten.

Aber Captain Philippa Georgiou alias Michelle Yeoh ist dagegen, was am Ende ihren (vermutlichen?) Tod bedeuten soll. Commander Burnham wird für ihre Missachtung der Befehle vor Gericht gestellt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Wo genau wird jetzt Roddenberrys Vision massakriert? Und warum glaubt jeder am besten zu wissen was Gene Roddenberry wollte? Vielleicht hätte ihm die Serie gefallen, who knows?

Man könnte natürlich einwerfen, dass Star Trek nur mehr Effektspielerei ist, einfältige Geschichten präsentiert und die Gender-Race Debatte auf ganz neue Podeste stellt um ja keinem Rassismus oder Sexismus Vorwurf zu unterliegen. Was hätte man sich als „Hardcore to death Star Trek“-Fan denn erwartet? Eine Kopie von TOS? TOS sollte nach der zweiten Season abgesetzt werden. Als TNG auf den Markt kam, wurde genau so gelästert, es sei kein Star Trek mehr und unterscheide sich zu sehr vom Original. Dasselbe Mimimi gab es bei DS9 und Voyager. So auch jetzt. Und wird es auch beim nächsten Ableger geben und beim nächsten und nächsten, bis die Leute kapieren was Star Trek ist: Ein Spiegel seiner Zeit, eine Momentaufnahme und Reflexion.

Und genau das ist es, was ich (öfters wiederholend) meine, wenn ich sage, dass Fans Pest und Cholera für eine Serie sind. Zu einem gewissen Teil für den Hype und den Erfolg verantwortlich, entwickelt sich immer ein toxisches Verhältnis, dass nicht nur andere Fans abschreckt, sondern auch Produzenten und Filmschaffende in die Enge treibt. Sollen wir den Forderungen nachgehen oder „Fans“ verlieren? Vermutlich sind es sogar „Fans“, die schlimmer sind als jedes Studio, dass ebenfalls seine eigenen Vorstellungen hat. Fazit: „Fans“ wissen alles besser. „Fans“ akzeptieren keine Änderungen und sind in ihren (oftmals verblendeten) Erinnerungen an die Serie, wie sie doch einst war (oder gewesen sein soll), festgefahren.

Seid froh, dass wir aktuell eine richtige und eine quasi Star Trek Serie (The Orville, dazu komme ich noch) haben, die Filmwelt Science Fiction entdeckt und nach Comics daraus Profit zu schließen versucht. Immerhin bekommt man so den Content, den man sich über Jahre gewünscht hat. Dass die Filmwelt so aussieht wie sie aussieht heute ist, ist ein Zeitobjekt und Schuld daran sind wir: Die Konsumenten. Wir rennen ins Kino, wir kaufen Blu-Rays und DVDs, wir unterstützen diese Art des Films. Auch ich. Wir dürfen uns also nicht beschweren, wenn aus einer klugen Science-Fiction Vorlage Pop-Corn-Kino gemacht wird. Immerhin gibt es dadurch schöne Raumschiffe und, wie auch in DSC, wirklich bezaubernde Bilder.

Weitere Notizen

# Ich finde es nach wie vor seltsam, dass die Serie 10 Jahre vor TOS, und nicht in der Kelvin Zeitlinie spielen soll. Damit werden der Storyline Möglichkeiten beraubt und auch Inszenierung, Technik an Bord, Uniformen und Verhalten sind nicht mehr ganz so stimmig. Aber vielleicht muss man DSC einfach als eigenständige Serie betrachten und kein Prequel. TOS würde heute nicht mehr funktionieren. Es funktionierte auch damals nur knapp. Und wenn man nicht gerade mit TOS in der Kinderstube bekannt gemacht wurde und mit seltsam geformten Steinen, Farben und Musik kindliche Erinnerungen verbindet, kann ich es sogar nachvollziehen, wenn man heute den Kopf schüttelt. Selbst TNG hat seine seltsamen Momente, die man nur dann zu schätzen, oder auch zu wundern weiß (Zitat: „Wie konnten wir das gut finden?“ – „Wir waren Kinder…“), wenn man damit aufgewachsen ist.

# Ein Mansplainendes Alien… aber wirklich bei jeder Gelegenheit.

# Sonequa Martin-Green tat gut daran The Walking Dead für Star Trek zu verlassen. Ihr Charakter wirkt interessant.

# Und ja, die Klingonen sehen schrecklich aus. Das Feuer an Bord ließ sie sogleich noch primitiver wirken und wie Madame (8) richtig erkannte, konnten wir uns an keine weißen Klingonen erinnern.

# Unweigerlich erinnerte die erste Szene an Star Wars. Nicht die Fußstapfen, aus denen in weiter Entfernung ein erkennbares großes „We are here“ getreten wurde, sondern die Kleidung. Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen. Aber vielleicht sind diese Stoffwickeleien für diverse Wüstenplaneten einfach nur praktisch.

Fazit: Wenn Pseudo-Fans und Möchtegern-Kritiker, die alles bemängeln müssen was sich älteren Kults annimmt, die Serie nicht komplett zerstören, dann freue ich mich auf ein baldiges fortbestehen. 15 Folgen, mit einer Pause ab Mitte November. Why?

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#SDCC: Science-Fiction geht in Serie

Erst vor wenigen Jahren fiel mir auf, dass Science-Fiction wieder Saloon-fähig gemacht wurde. Zukunftsangst und Technik-Euphorie tragen ihrerseits sicherlich dazu bei, dass Science-Fiction wieder an Popularität gewinnt und dienen gleichzeitig als Spiegel ihrer Zeit. Star Trek und Prometheus und erwiesen dem Genre ihren Dienst, es folgten weitere Filme wie Ex Machina und Arrival, wie The Martian und Passengers oder Edge of Tomorrow und Interstellar und viele, viele mehr.

Star Trek: Discovery (CBS)

Mit Star Trek: Discovery (STD – nein, die offizielle Kürzung soll DSC oder DIS sein) wird uns eine weitere Star Trek Serie vorgelegt, die sich wie TNG von TOS und wie DS9 von TNG abhebt. Und jedesmal wird erneut gejammert es sei kein Star Trek mehr und man gehe von der Linie ab. Sicherlich verständlich: Die Uniformen schauen stark nach Kelvin-Zeitlinie aus, was sie aber nicht ist, die Klingonen sehen gänzlich anders aus (taten sie mit jedem seriellen Neustart ebenfalls) und auch die Lense Flares sind so gänzlich neu und modern. Den Kritikern leuchtet hoffentlich ein, dass eine Serie wie TOS nicht mehr produziert werden könnte, da sie keine Abnehmer mehr fände – und damals schon Schwierigkeiten hatte, weiter auf Sendung zu bleiben – die dritte Season wurde lediglich auf Drängen leidenschaftlicher Fans produziert. Star Trek war und ist ein Produkt seiner Zeit: Themen, Ausstattung und Szenerie. Punkt.

Mit der Veröffentlichung des Trailers waren auch erstmals die Darsteller in der Serie zu sehen. Michelle Yeoh (Crouching Tiger, Hidden Dragon) spielt Captain Philippa Georgiou und Sonequa Martin-Green (The Walking Dead) ist die erste Offizierin Michael Burnham, die beide auch im Trailer sehr präsent sind. Mit diesen beiden Frauen, haben wir erstens zwei Minderheiten in Führungspositionen (eine asiatische, wie eine afroamerikanische Frau) und die zweitens, so wie ich das bisher sehe, nicht in Stereotype verfallen. Damit ist dem popkulturellen Feminismus (wenn man es so bezeichnen mag) schon mal gedient.

The Oville (FOX)

Daneben haben wir The Orville von und mit Seth Mc Farlanne. Von vielen gehasst, war er mir nur als Schöpfer von Family Guy bekannt, dass ich vielleicht einmal gesehen und für schrecklich befunden hatte. Einerseits wirkt die Serie wie ein billiger Abklatsch von Space Balls und (T)Raumschiff Suprise – Periode 1, andererseits, so fern sie tatsächlich amüsant werden könnte, fürchte ich eine ähnlich dämliche Wendung wie in The Last Man on Earth, welche gut und interessant anfing aber ziemlich schnell in stupider Banalität und noch dümmeren Dialogen endete, die nicht mal mehr Kristen Schaal retten konnte. Was The Orville interessant machen könnte ist Scott Grimes, der neben Mr. Spock, Winona Ryder und vielen mehr, einer meiner Childhood-Crushes (Critters (1986)) war. Ich fand sie so putzig, die Critters. Ich liebte sie, die Critters.

The Expanse (SyFy)

The Expanse wurde erst kürzlich um eine dritte Season verlängert, was vermutlich Buch 3 und 4 behandeln dürfte. Es bleibt interessant. Der Trailer gibt eine Zusammenfassung von dem, was bisher passierte. Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf. Neben Humans eine der besten Science-Fiction Serien aktuell, auf die ich mich fast am meisten freue.

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