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The Adorkable Misogyny Of „The Big Bang Theory“

Fazit: Sehenswert!

Viele der negativen Verhaltensweisen, die im Video als Beispiel heran gezogen werden, sind uns nicht als solche bewusst. Selbst ich wuchs mit allgemein akzeptierten und romantisch-verklärten (Stalker-)Vorstellungen auf, wie etwa: „Oh, er stellt ihr, während sie schläft, einen Weihnachtsbaum im Zimmer auf, wie aufmerksam!“ (Untamed Heart, 1993) oder „Oh, er droht Suizid an, wenn sie nicht mit ihm ausgeht, wie nett!“ (The Notebook, 1996). Und auch ich musste lernen, dass diese Vorgehensweisen nicht romantisch, sondern gefährlich sind – auch wenn Medien, Filme, Bücher, Fernsehen und weiß der Teufel was, es uns anders verkaufen möchten. Hier noch weitere Film-Beispiele.

„Nerds sind cool!“

The Big Bang Theory fiel und fällt, wenn überhaupt, nur unter jene Kritik, dass Nerds – wenn auch sichtbarer, und in ein „cooles“ Zentrum gerückt (Nerds waren/sind plötzlich cool) – immer noch „lächerlich“ gemacht werden und dem Kanon der Trottel-Inszenierung folgen – auch wenn sie hoch intelligente Physiker sind und mit einer Reihe, für den Normalverbraucher, unverständlicher Begriffe um sich werfen. Im täglichen Leben wird trotzdem über „Nerds“ gelästert und sich auf ihre Kosten amüsiert – außer vielleicht sie sind erfolgreich, gesellschaftstauglich und ansehnlich. Nicht zu vergessen, dass TBBT eine Comedy-Sendung sein will, die sich selbst nicht all zu ernst nehmen mag und teilweise auch gezielt selbstironisch mit seinen Inhalten umgeht und deren Handhabung so in gewissem Maße legitimiert.

Auch ich mochte die Serie zu Beginn, vor allem der wissenschaftlichen und geek’schen Aspekte wegen, bis diese mehr und mehr in der Hintergrund gerieten und ich irgendwann bei Season 6 oder so ausstieg, da der Fokus nur mehr auf Liebes-Drama als wie auf Wissenschaft und Popkultur gerichtet war. Also fern ab einer feministischen Sichtweise – denn damals hatte ich noch nicht ganz das Bewusstsein dafür und Madame (8) hatte noch viel Arbeit vor sich. Sicherlich fiel mir auf, dass die einzige (blonde) Frau das Dummchen ist und die Sendung generell kein gutes Licht auf Frauen wirft – nahm es aber, wie vieles andere, einfach hin. Ein feministisches Bewusstsein kann (und soll auch) nicht erzwungen werden, es entwickelt sich. Manchmal kommt es urplötzlich, manchmal schleichend.

The Adorkable Misogyny Of „The Big Bang Theory“

Investiert diese 20 Minuten eures Lebens.

 

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Ein Kommentar

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Lasst sie doch mit Würde sterben

Ich nehme das Murmeln über Norman Reedus eventueller Abschied aus TWD zum Anlass um auf eine wichtige Angelegenheit hinzuweisen, die mir in diesen Tagen wieder mal deutlich aufgefallen ist: Lasst ehemals gute Serien mit Würde sterben – bevor sie künstlich am Leben gehalten durch die Medienwelt trotten. Pro Sterbehilfe für komatöse Serien!

So hätte man Buffy nach der 5. Season absetzen können und Firefly katapultierte sich mit nur einer Season in den Legenden-Himmel. Ich gehe jede Wette ein, hätte es von Firefly mehr als 5 Seasons gegeben, wäre die Serie dem selben Schicksal erlegen wie es derzeit TWD, Doctor Who und TBBT erfasst. Letztere ist von mir, deren geekiger- und naturwissenschaftlicher Humor den besonderen Reiz ausmachten, schon vor Jahren begraben worden. Ich bekomme lediglich nur mehr via Social Media mit, dass Sheldon defloriert wurde und irgendwer schwanger ist. Wtf?

Und so auch TWD. Während ein jeder auf frisches Blut in FTWD hofft, scheitern beinahe alle Versuche mit Menschen über TWD ins Gespräch zu kommen. „Früher wars besser“ und „Interessiert mich nicht mehr“ sind die häufigsten Aussagen. Und ja, auch die Glenn-Aktion trug dazu bei, neben den sich endlos wiederholenden Geschichten und dem Gefühl, dass „die Luft draußen ist“ und „der Drive fehlt“, dass die Serie zum Produkt ihres Inhalts wurde. Sicherlich, TWD lebt von Gore und Zombies; ein friedliches Zusammenleben und Wiederaufbau wäre utopisch und schlecht für das nach Gewalt hechelnde Publikum, also die Quoten und Streams. Ja, es wäre langweilig und niemand interessierte sich dafür. Lösung: CGI-Zombies! Nein.

Erst vor wenigen Tagen kroch mir oben verlinkter Artikel über den Bildschirm und ich dachte an Darlys Ableben. Und zu allem Erstaunen berührte es mich weniger als erwartet; im Vergleich dazu, wie es mich noch vor zwei Seasons getroffen hätte. Also ja, natürlich wäre ich enttäuscht, aber .. Eben: Das „aber“ entkräftet mehr oder weniger die Aussage des Satzes. Damals hätte ich verbale Morddrohungen von mir gegeben und meine Trauer und Wut via Social Media geteilt. Davon abgesehen, dass heute niemand mehr Status-Beiträge verfasst.. Doch jetzt. Jetzt ist es okay. Es ist immer noch meh, aber soweit in Ordnung. Gebt ihm seinen Frieden. Daryls Geschichte ist zu Ende erzählt. Die Figur vollzog seine Verwandlung vom rassistischen Idioten hin zum integrierten Mitglied einer Gruppe, auf die er Acht gibt und an deren Seite er kämpft. Der Bad-Ass-Faktor ging an Carol und Daryl wurde zur Nebenfigur degradiert, dessen dürftige One-Liner kaum über die Tatsache hinweg trösten, dass es das eigentlich war. Ein kleiner Widerstand mag jaulen, aber es wäre besser so. Unter anderem ergäbe sein Ausstieg aus der Serie dahin gehend Sinn, als dass manche Darsteller bei diversen Conventions gewisse Aussagen tätigten und Reedus bereits für anderweitige Projekte unterzeichnete, wie beispielsweise – und das kann niemanden wundern: Eine Serie über Motorräder.

So gebt TWD und den noch verbleibenden Charakteren ihren würdevollen Tod. Eine Season noch, und dann ist Ende. Keine Spin-Offs mehr. Keine Fortsetzungen oder Specials. Der Doctor hätte es nötig, sowie die Zombies.

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