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Der Planet, der bereits Parkplätze hatte

Wir landeten spät nachts mit unseren Raumschiffen auf einem fremden Planeten.

Vor uns lagen Parkplätze auf Pflastersteinen, aber das verwunderte nicht. Wir bauten unser Lager auf. Ein Crew-Mitglied versuchte in das innere der Gebäude zu gelangen, aber die Türen ließen sich nicht öffnen. Meine Freundin und ich verbrachten die Zeit derweil mit Dokumentation der Umgebung. Wir wollten alles festhalten, was wir auf diesem fremden Planeten erlebten, immerhin würden wir ab jetzt unser restliches Leben hier verbringen. Ein wenig später druckten wir die Fotos aus und bemerkten, dass es bewegte Bilder war – auch von fremden Menschen, die wir nicht kannten. Es erinnerte mich etwas an die Zeitungen aus Harry Potter, nur dass die bewegten Bilder auf den Fotos viel länger in der Dauer und unterschiedlicher waren. Und ich fragte mich, warum wir jetzt Druckerpapier für die Menschen verschwendet hatten, die wir gar nicht kannten und überhaupt, warum waren die da oben?

Wir wollten unseren Fund den anderen zeigen – und da fielen mir die Pflastersteine auf. Wieso gab es hier Pflastersteine? Es lebte also schon wer hier? In einer Garage sahen wir kleine Häuser, und ich dachte mir, warum wir nicht in eines dieser aufstellbaren Gartenhäuser ziehen, anstatt in unseren Zelten zu wohnen. Man könnte sie draußen aufstellen, aber draußen ist es zu gefährlich und hier, in der Garage, wäre es geschützt vor Witterung und Meteoren. Unsere Zelten hielten dem sicherlich besser stand, als diese vorgefertigten Häuser.

Von irgendwo her hörten wir Stimmen. Als ich den Teppich beiseite schob, sah ich darunter Licht. Da wohnte wer! Plötzlich öffneten sich kleine Spalten und wir sahen Menschen. Menschen, die wie Tiere bei Massentierhaltungen in kleinen Käfigen gehalten wurden. Andere Menschen schnitten sich aus dem Fleisch Stücke heraus, aßen diese und schlugen auf deren Köpfe. Sie lachten dabei. Nicht jene, die die Menschen, die in den Käfigen waren aßen, sondern die anderen, die, die gefangen waren. Sie lachten. Offenbar gefiel es ihnen, eingepfercht zu sein und entstellt und aufgegessen zu werden. Bald stellte sich heraus, dass es die herrschende Klasse war, die in den Käfigen lebte und gerne gefoltert wurde. Ja, sie wollten es so!

Wir wollten fliehen, aber man versicherte uns, dass uns nichts passieren würde, solange wir keine Religion mitgebracht hätten oder sie ausübten. Alles war gut. Wir aber blieben skeptisch.


Interpretationen, anyone?

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Der Raubüberfall

Es war dunkel. Die Luke des Flugzeuges öffnete sich und ich hatte mich schon vertikal positioniert, um nicht mit der Bombe gemeinsam raus geworfen zu werden. Sie landete Ziel gerecht auf einem beliebigen Feld.

Kurz darauf stürmten wir das Gebäude. Auf den Tischen lagen Sicherheitsnadeln. Jemand hatte ihnen gesagt, dass wir kommen würden. Die Dame, die mir die Tische und Stühle gezeigt hatte, zeigte sich ahnungslos, doch das Blitzen in ihren Augen stellte sie bloß. Ich versuchte die anderen zu warnen, aber nur einer verstand, was ich meinte. Mal mehr, mal weniger geschickt, entfernten wir die Sicherheitsnadeln, und schmissen sie weg. Manche waren offen und manche kaputt.

Plötzlich fand ich mich in einem Raum wieder, in welchen die Dame mich gebracht hatte. Eine blonde Begleiterin stand neben ihr. Sie wirkte ebenfalls wie eine Verkaufsdame, hatte aber einen Kugelschreiber in ihrem Strumpf stecken.

Ich rief: „Wenn man nicht gerade ein Auftragskiller ist, trägt man keinen Kugelschreiber im Strumpf!“

Da zückte sie den Kugelschreiber und griff mich an. Ich entwendete ihr den Kugelschreiber geschickt und katapultierte sie gegen die Wand, sodass die Vase der Pflanze zerbrach.

„Ich war eh noch vorsichtig!“ sagte ich (und ich war tatsächlich vorsichtig, denn ich hatte sie ganz behutsam gegen die Wand geworfen), und fügte hinzu: „Schau, du hättest es erst gar nicht versuchen sollen. Ich bin da einfach besser als du.“

Wir verließen das Gebäude. Ich war die letzte. Das Flugzeug startete, aber etwas war falsch. Ich rief es meinen Kollegen zu, aber sie hörten mich nicht, sie starrten nur auf ihre Telefone.

„Die Drehzahl ist zu hoch, vielleicht sollte sich das wer anschauen und ich hätte übrigens auch gerne den größeren Teil der Beute, immerhin habe ich mich in Gefahr gebracht“ meinte ich zu einem, der den Sack voller Gold auf seinem Schoß hatte.

Dann legte sich das Flugzeug in die Vertikale und die Luke öffnete sich. Die Bombe flog gezielt auf eine beliebige Stelle.


Manchmal frage ich mich wirklich, was mein Gehirn verarbeitet, dass ich einen derartigen Blödsinn träume.

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#8887 (Weil mir kein Titel einfällt…)

Eine Gestalt huschte eben durch die heiligen Hallen der Bildung und pfiff die letzten Töne des X-File Intros. Ein creepiger Moment, der mich an meinen Traum von letzter Nacht erinnerte.

Ich habe herausgefunden, dass, wenn man die Schultern kreist, sich in den Gelenken Atome bilden und somit den Schulterschmerz lindern. Wer hätte das gedacht?

Folgend befand ich mich in einer Gegend, deren Boden mit Steinen ausgelegt war, die alle bunt und in einer Art Kreis gelegt wurden, alle in verschiedenen Farben, die Abgrenzung bildeten größere Steine. Ich hatte mich dort mit Menschen getroffen, aber sie reisten ohne mich ab und ich musste all die Last alleine nach oben tragen (hatten sie mich doch zunächst mit runter genommen).

Aus Mitleid bot mir eine blonde Frau an, ihr Haus in Tennessee zu kaufen, um 299 000 britische Pfund. In Ordnung, sagte ich und als wir ankamen, waren es mehrere Häuser, die allesamt aus dem 19. Jahrhundert stammten und bei näherer Sicht keine Wände mehr hatten. Ich meinte, darin könne man unmöglich schlafen und ich nähme es für die Hälfte. Immerhin könne man sich eine Farm bauen und Pferde halten, aber ich bemerkte, dass die anderen Häuser zu Nahe beieinander standen und bereits von Deutschen bewohnt wurden. Es erinnerte bald an eine Siedlung und keine Farm und ich war etwas enttäuscht.

Ich fragte nochmal, wo wir seien und sie sagte: Tennessee, oh! Die Heimatstadt von Taylor Swift! Und sie rollte mit den Augen. Nebenan ritten Native Americans Haflinger. Ich sagte: Oh! Die kommen aus Österreich! Alpen Mustangs! Und sie rollte die Augen.

Das muss das Ende gewesen sein, denn es gibt keine Erinnerungen mehr an den Fortgang.

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„Sind 99€ zuviel für ein altes Funkgerät?“

.. fragte ich mich, zögernd den Kauf abzuschließen. Ich wollte noch wen anrufen, und mich erkundigen, aber da war es bereits zu spät.

Es war durchaus ein altes Gerät, groß und klobig, ein richtiger Klotz, mit ganz vielen Schaltern, Hebeln und Lämpchen. Ich hatte mich gewundert, ob nicht auch 20€ ausreichend gewesen wären. 99€ schienen mir für so ein altes Gerät doch sehr viel zu sein: Andererseits konnte es nicht nur funken, sondern auch morsen, also telegraphieren. Der junge Mann mit den schwarzen Haaren, der mich zum Händler geführt hatte, bestätigte das.

„Oh, das ist toll!“ Ich war ganz begeistert und fügte hinzu, dass ich gerade den Morsecode lerne, und mittlerweile passabel senden kann – was auch halb der Wahrheit entspricht. Das richtige Timing zwischen Buchstaben und Leerzeichen zu finden ist wirklich mühsam, und frustrierend. Der junge Mann hatte geantwortet, dass das besonders wichtig sei. Ich erinnere mich, ihn danach gefragt zu haben, aber die Antwort mag mir nicht mehr einfallen. Ich war übrigens zufällig an diesem Ort, aber es passte hervorragend in meinen Zeitplan.

Angefangen hatte es mit Gesangsunterricht. Ich wollte meine Stimmbänder wieder mal trainieren und fand mich an besagtem Ort ein. Wohl musste ich wen kontaktiert haben, der mir sagte, ich solle zu dieser Adresse gehen.

Vor einem Haus, dass Eierschalen Gelb war, lag ein altes Funkgerät – und dadurch, dass einer der Knöpfe rot war, was meistens „Rec“ für Record bedeutet, wusste ich, dass ich damit senden konnte. Gesagt getan, sprach ich ein paar Worte und Sätze wie „Hallo! Ist da wer?“ Und „Das ist so cool! Das wollte ich schon immer mal machen!“ und ließ den roten Knopf wieder los. Und tatsächlich, ich bekam Antwort. Der Typ am anderen Ende sagte zu mir, ich solle um 2 an einem gewissen Platz sein, dessen Namen ich vergessen habe. Dort werde man mir dann alles zeigen.

Aber zuvor, Gesangsunterricht. In der schäbigen, braunen und staubigen Bude, die durchwegs mit braunen Schnürsamt Möbeln ausgestattet war, fanden sich drei Leute, die belanglose Videos schauten. Es waren Erwachsene. Eine Zeit verweilte ich dort, aber nichts passierte. Sie saßen nur da. Einer klimperte auf einem kleinen Keyboard, dass auf seinem Schoß ruhte, etwas rum und meinte, ich solle doch summen, während die anderen daneben saßen und in die Glotze starrten.

Ich beschloss zu gehen und traf auf eine Bekannte. Wir spazierten eine Weile, bis uns ein T-Rex auf den Fersen war. Er war tatsächlich groß, grün und ohne Federn. Wir trennten uns. Während ich an etwas Felsigem hinauf kletterte, war meine Bekannte mit meiner Tasche bereits woanders hin gelaufen. Flink über den Stein gehuscht, hatte ich den T-Rex abgehängt. Kurz darauf suchte ich nach meiner Bekannten, aber keine Spur – fand mich aber, durch Zufall, tatsächlich um 2 auf besagten Platz ein und dachte mir: „Okay, warum nicht.“ Aus der Entfernung sah ich bereits meine Tasche an einem Baum hängen und nahm an, dass es meiner Bekannten gut ging und sie die Tasche für mich da gelassen hatte. Ich erinnere mich noch, mich gewundert zu haben, warum an diesem öffentlichen Ort. Einerseits toll, dass ich sie gleich wieder finde – aber was ist mit Dieben?

Plötzlich wurde ich von einer Bande Jugendlicher umringt. In mitten ein schwarzhaariger vielleicht Ende 20 Jähriger mit Mittelscheitel, der mich sogleich zum Händler brachte. Ich sagte noch: „Falls ein T-Rex irgendwo raus rennt – der kommt vermutlich von mir.“ Aber das schien ihn nicht weiter zu kümmern. Passiert offenbar öfters. Und so brachte er mich zu einem kahlen Mann, der mir das klobige Funkgerät mit dem man auch morsen konnte um 99€ verkaufen wollte. Der junge Mann meinte, es sei ein guter Preis. Aber ich zögerte. War der Preis wirklich gut? Ich meine, es war ein altes Gerät. Und wer funkt heute noch. Geschweige telegraphiert. Ich wollte mich noch erkundigen und wen anrufen, aber dann war es bereits zu spät.

Frage an meine Leserschaft: Soll ich, sollte ich irgendwann weiter träumen, das Funkgerät um 99€ kaufen oder es etwas runter handeln versuchen?

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Von langbeinigen Mardern und anderen Dieben

Ein Tier scharrte. Das muss wohl der Zeitpunkt gewesen sein, an dem ich aufwachte.

Öfters finden sich Marder und andere Nager auf dem Dachboden ein. Manchmal werden sie vertrieben, manchmal dürfen sie bleiben, sofern sie sich nicht bemerkbar machen. Als ich dann meine Augen öffnete, sah ich, wie der Marder auf seinen langen, pelzigen Hinterbeinen stand und den Kühlschrank öffnete. Seine Zähne waren spitz und lang und der Körper groß. Er bemerkte meinen Blick und fauchte bestialisch. Hektisch schloss ich die Glastür zu meinem Zimmer, und beobachtete aus dem Fenster die anderen, hochgewachsenen und fauchenden Marder, die um das Haus herum streunten, aber sich irgendwann in den Wald zurück zogen.

Wenig später tauchten kleinere Varianten eines Paraceratheriums auf, schnelle – bei Angriff aber aggressive nashornartige Lasttiere, die seit sicher 22 Millionen Jahren ausgestorben sind. Sie stahlen Socken und andere Kleidungsstücke, aber ich konnte sie daran hindern, damit abzuhauen. Schnell hastete ich ihnen hinter her und riss ihnen die Stofffetzen aus dem Maul. Ich achtete nicht weiter auf die Tür, die offen stand und weitere Diebe sich derweil an den Gegenständen im Haus zu schaffen machten. Sie eilten mit Kugelschreibern und Blöcken davon. Aber auch sie konnte ich einholen und die Beute an ihren rechtmäßigen Platz, meinen Schreibtisch, zurück verfrachten.

Es stellte sich heraus, dass die Diebe freundlich waren und die gesichtslose Person neben mir, sich bereits mit ihnen verbrüdert hatte. Wir wurden auf eine Party eingeladen, passierten einen blauen Pool, dessen Wasser warm, aber von Glas abgeschirmt war und landeten schlussendlich bei der Zusammenkunft. Die Diebe waren attraktiv und in der Ferne entdeckte ich viele Orte, die ich während meines Aufenthalts noch besuchen wollte, wie drei verschiedene Burgen, die allesamt rauchten, in Pastellfarben gehalten waren und jeweils im Sonnenlicht standen. Als ich meiner Begleitung dies mitteilen wollte, war sie nicht mehr da.

Wo war sie? Wohin sollte ich gehen? Die Diebe wiesen mir den Weg; den, den ich gekommen sei, es sei doch so einfach den Weg zurück zu finden, warum fände ich diesen denn nicht. Vorbei am Restaurant, einfach nur die Straße hinunter. Ich huschte hinab, am Pool vorbei, das Wasser war noch immer warm, ich testete es mit der linken Hand und fand mich im Restaurant wieder. Dort setzte ich mich nieder. Der Inhaber sagte, ich dürfe dort nur bis drei bleiben, dann werde geschlossen.

Als ich aufbrach, war es bereits Nacht. Ein langer Weg breitete sich vor mir aus, ein dunkler Weg, ohne Licht und auf beiden Seiten mit hohen Gräsern gesäumt. Ich hörte sie im Wind rascheln und rannte, ich konnte tatsächlich laufen, wurde dann aber immer langsamer und merkte, wie ich abdriftete. Ich war im Gras, und erinnerte mich daran, dass es eine Art Gras war, die die Lungen lähmten und Menschen ersticken ließen. Ich erinnerte mich, dass man ruhig bleiben soll und langsam atmen, aber da war es bereits zu spät.

Ein Tier scharrte.

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