Schlagwort-Archive: tv-show

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG / FREITAG #44

Ein schwieriges Thema heute:

5 Serien die nicht alt werden

Ich versuchte zuerst das Spektrum einzugrenzen und nur Serien zu nennen, die nicht einer nostalgischen Verblendung unterliegen –  wie Serien, die ich seinerzeit innig geliebt habe und immer noch liebe weil ich sie damals geliebt habe und somit heute immer noch liebe. Damit fielen allerdings Buffy, Akte X und Twin Peaks weg. So auch TOS. Und Stargate. Und noch vieles mehr. Ich gab dieses Vorhaben also auf.

Die nächste Strategie, war mir zu überlegen: Was kann ich heute noch anschauen, ohne mir an den Kopf greifen zu müssen? Nur weil mich Breaking Bad wirklich beeindruckte, bedeutet das nicht, dass.. Nein, bei Breaking Bad ist die Sache eindeutig. Breaking Bad wird auch in 20 Jahren noch gut aussehen.

Welche Serien sind also „gut“ gealtert?

1. The IT Crowd – „Have you tried turning it off and on again?“ Schon alleine der ganzen (einem oft selbst bekannten) Witze wegen.
2. The Happy Treefriends – Ich erspare dem freundlichen Leser das bemerkenswerte und erinnerungswürdige Intro und verweise auf die süßen, kleinen und glücklichen Baumfreunde.
3. Twin Peaks – war damals schon schräg – bleibt auch heute schräg, aber interessant. Vor allem das Intro, dass ich irgendwann spätnachts auf einem Camping-Platz aus weiter Ferne erlauschte: Eine surreale und fast schon gespenstische Erfahrung..
4. The X-Files – kann man sich auch heute immer noch anschauen, ohne sich an den Kopf greifen zu müssen. Solide Geschichten, solide Leistung, solides Team, solides Thema.
5. Buffy – kann man sich Buffy heute noch anschauen, ohne peinlich berührt zu sein? Natürlich! Viele Serien, die einen eindeutigen Bezug zur zeitgenössischen Kultur haben, laufen Gefahr, dass sie 20 Jahre später einfach nur mehr seltsam wirken. Meine nostalgische Verblendung verbietet mir ein schlechtes Wort über Buffy zu verlieren, aber als ich mir zum Jubiläum zwei Folgen ansah, gab es doch einige Momente.. Nichts desto trotz würde ich die Serie jederzeit von vorne nochmal anfangen.

9 Kommentare

Eingeordnet unter Just about Life, Popkultur 'n Geek-ish

Serienmittwoch #71

Das heutige Thema bietet die Möglichkeit für etwas „Motion“ am Blog:

Welche Serie habt ihr zuletzt für euch entdeckt?

The Expanse (2015-), basierend auf der Roman-Reihe von James S.A. Corey. 2018 folgt die dritte Season. Der sechste Teil der Roman-Reihe erscheint im Dezember.

Soviel nur dazu, ein ordentliches Review folgt in Kürze.

20 Kommentare

Eingeordnet unter Just about Life, TV-Shows!

Serienmittwoch #69

Was ist der Serienmittwoch? Der Serienmittwoch ist so etwas wie die „5 besten am Donnerstag“. Eine Bloggerin stellt Fragen und gibt der Blogger-Commune Gelegenheit sie zu beantworten. Die aktuelle Idee gefällt mir besonders, auch wenn mein Beitrag etwas zu spät dran ist.

 Entwerft eure Serien-WG

Zugegeben, ich fand HIMYM schrecklich und das einzige was ich mir bezüglich WG-Serien ansah war Friends (damals gab es kein Internet und keine Streaming-Angebote) und Big Bang Theory – bevor die Sendung, die u.a. durch Insider-Witze unterhaltsam auf Physik und Geek-tum referierte, zu einer Beziehungs-Soap wurde. Allerdings muss auch TBBT als das gesehen werden, was es ist: Zwar wird der Klischee-Nerd ins Zentrum gerückt und erfährt somit Aufmerksamkeit (Nerd-sein wird en vouge), aber aufgrund spezieller Präsentation wieder ins Lächerliche gezogen. Die Leute lachen nach wie vor über den pickligen Nerd mit Karohemd und Brille und auch TBBT konnte das leider nicht ändern.

Da ich in der Science-Fiction zuhause bin, verfrachte ich meine Serien-WG auf ein Raumschiff, die „Eviltree“ – so auch vermutlich der Titel der Serie.

Mit dabei wären meiner Meinung nach:

1. James Holden (The Expanse) – Nachdem in Social Media Gruppen gelästert wird, welches denn überhaupt seine Fähigkeiten sind, außer allen Kaffee zu bringen – dachte ich mir, sollte man die überaus wichtige Fähigkeit auch nutzen. Außerdem ist er ein guter Captain. Die „Rosinante“ muss also für kurze Zeit auf Holden verzichten.

2. Oswald Cobblepot aka The Penguin (Gotham). Es braucht einen geschickten Redner, einen Wahnsinnigen und einen Helden, jemanden mit Stil und Flair.

3. Clara (Doctor Who) – Ihr neugieriges, optimistisches Wesen und ihre Erfahrung müssen dabei sein, denn die Daleks sind im Anmarsch, außerdem besitzt sie eine TARDIS, die jedoch (in der Serien-WG) defekt ist.

4. Jessica Jones (Jessica Jones) – Jede Serie braucht ihren Anti-Helden.

5. Jack Harkness (Doctor Who, Torchwood) – Eyecandy und eventueller Love-Interest für..

6. Dirk Gently (Dirk Gently’s Holistic Detective Agency) – Ich sehe schon wie Dirk Gently aus dem Raumschiff geworfen wird, weil er jeden in den Wahnsinn treibt. Immerhin versteht er sich mit Nummer 8.

7. Selina aka Catwoman (Gotham) – Eine geschickte und vorlaute Diebin kann auch in der Science-Fiction nützlich sein. Partner in Crime für Nummer 2.

8. Data (The Next Generation) – Ein Muss! (Oder Spock…).

9. Pa’u Zotoh Zhaan (Farscape) – Eine Heilerin und Priesterin als eine Art Doktor-Ersatz.

10. Ich – natürlich bin ich mit an Bord, als Erdling, ohne Fähigkeiten, ohne Erfahrung, die alle anderen in Schwierigkeiten bringt. Man braucht einen Klischee-Erder. Ich wäre vermutlich mit Clara und Dirk befreundet.

Jetzt sähe ich gern so eine Serie. Fraglich wer sie produzieren soll: AMC, HBO, Netflix oder Starz?

5 Kommentare

Eingeordnet unter Just about Life, Popkultur 'n Geek-ish, So sei es

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #40

Zeitlich etwas sehr spät, aber dennoch. Das Thema dieser Woche:

5 Serien, die ich immer wieder empfohlen bekomme, aber bisher noch nicht gesehen habe

Ha! Oftmals sind es immer wieder die gleichen und ab Nummer 3 merkte ich, dass ich tatsächlich überlegen musste, was ich nicht schon gesehen habe.

1. The Wire: Eine Folge gesehen, aber irgendwie nicht so sonderlich einen Weg dahin gefunden, auch wenn sie wirklich gut sein soll. Allerdings tat ich in diesem Fall genau das nicht, was ich anderen immer rate: „Du musst mindestens 4 Folgen sehen, bevor du etwas über eine Serie aussagen kannst, oder eine ganze Season (LOST)„. Vielleicht eines Tages..

2. The Sopranos: Eine halbe Season gesehen.. und auch wenn mir bewusst ist, dass Die Sopranos maßgebend dazu beitragen haben, uns qualitatives Fernsehen zu bescheren, fürchte ich, mit Tony nicht mehr warm zu werden.

3. Hannibal: Steht bereits auf der Liste.

4. American Horror Story: Ich liebe Horror und Splatter, besonders wenn es sinnbefreite, kultige B-Movies aus den 80ern und frühen 90ern sind. Was ich hingegen nicht anschauen kann, sind Filme, die in ominösen, psychiatrischen Anstalten spielen, in welchen der Patient jeglichen Qualen ausgeliefert ist, während verstörte Kreaturen hin und her huschen. Zombies und explodierende Leichenteile? Lächerlich. Mörderpuppen und Serienkiller? Lachhaft. Aber eine creepy Psychiatrie? Ich weiß nicht wieso, aber das ist mein wunder Punkt. Wie Nadeln und Spritzen. Sicherlich, jede Season ist anders und ich glaube nur die zweite spielt in einer Psychiatrie .. Aber, nein danke.

5. Vikings: „Du magst doch Game of Thrones? Schau dir Vikings an“ – Werde ich eines Tages machen..

6 Kommentare

Eingeordnet unter Just about Life, Medien

„The OA“, Season 1

8 Folgen, weniger als 8h. Review wendet sich an jene, die die Serie bereits sahen.

Stranger Things meets Breakfast Club meets Brit Marling meets Conspiracy

Folgend eine Niederschrift, kurz nach Sicht plus eine Nacht und einen Tag darauf. Ich lass es mal so stehen..

Und ich glaube gestern Nacht im Halbschlaf heraus gefunden zu haben, wie es möglich sein kann, dass die eine Hälfte die Show für sinnlos erachtet und nichts damit anfangen kann, andere hingegen deren Genialität lobt: Das Ende. Wenn man dies akzeptiert und der Handlung bereitwillig glauben schenkt, funktioniert die Idee. Sie funktioniert auch, wenn man sich die Frage „Ob alles erklärt werden muss“ mit Nein beantwortet. Ebenfalls funktioniert sie, wenn man den tieferen Sinn dahinter zu erkennen versucht.

Die Idee funktioniert nicht für den bloßen Konsum wie Westworld, dass ebenfalls zum Denken animiert und durch wohl platzierte Details ein großes Ganzes ergibt. The OA beantwortet keine Fragen, so wie auch Stranger Things keine Fragen beantwortet hatte. The OA zeigt – zwar gibt es EasterEggs und natürlich, lässt sich mit Theorien alles zusammen schustern – aber führt den Seher nicht zu einem großen Ganzen. Wenn man sich die Frage, ob Prairie verrückt war, mit Ja beantwortet, macht natürlich alles Sinn und man frägt sich lediglich: „Okay.. und wo war sie jetzt all die Zeit – und, vor allem – Wie kann sie wieder sehen?“

„She [Brit Marling] creates a system of belief based in science with intricate details exemplified visually. Dance meets yoga, wormholes cross with the afterlife, and scientific study blends with religion. Such blending of big ideas creates questions, and “The OA” doles out answers quickly and effectively, making the simple entertainment value of putting the pieces together quite satisfying.“ (Indiewire.com)

Nimmt man jedoch die Idee dahinter als gegeben an, die Geschichte vielleicht nicht unbedingt als wahr, so kann es durchaus mehr Sinn machen. So kann man sich den Symbolen, oder auch den Farben annehmen: Achtet auf die Farbe Violett. Man darf sich auch in Erinnerung rufen, was Zal Batmanglij dazu sagt: „Well, it’s very important that what you’re seeing is not a flashback—it’s the boys‘ interpretation of the story she’s telling, and their imagination of it“ – dann macht vieles plötzlich noch mehr Sinn..

Besonders durch Zusammenfassungen, deren Editoren Reddit durchforsten und versuchen, alle Details zu einem sinnvollen Ganzen zu verschmelzen, vermittelt das Gefühl, dass da tatsächlich etwas sein muss, no matter what. Und auch die Fernsehlandschaft, durch LOST geprägt und mit Westworld gezielt angewandt, hat sich darauf eingelassen, den Seher zu teasen, zum rätseln animieren, anstatt zum bloßen konsumieren. Will The OA nur konsumiert werden? NEIN! Auch The OA regt zum Denken an, aber auf einer anderen Ebene.

Man frägt sich dann gegen Ende, als French die vier Bücher unter ihrem Bett findet, dass Prairie vermutlich wahnsinnig ist, oder sich alles nur ausgedacht hat – und wieviel von ihrer Geschichte stimmt. Creator und LeadAcress dazu: “I think there is something really delicious in the mystery about questioning the storyteller’s truth. Certainly, you go back and forth on it.“ Und: “Maybe it doesn’t matter as much if the details are true, because there’s some essential core that she’s imparting that smacks of honesty.“

Stranger Things, und auch The OA, so auch die Aussage von Brit Marling, verdeutlichen – dass es vermutlich an der Zeit ist, von der Dateil-Besessenheit und dem Erklärungswahn weg zu gehen, und „hinter die Dinge“ zu blicken. Man nimmt sich Zeit und reflektiert über Details, die sichtbar ins Bild gerückt, und nach zweitem, dritten mal sehen, hervorragend observiert werden können, vergisst jedoch dabei das „dahinter“, die Geschichte.

Aber was erzählt The OA? Geschichten über Jugendliche und Menschen, die in dieser Welt keinen Platz gefunden haben, ständig mit ihrer Umwelt im Kampf liegen und nicht wissen, wohin sie gehören? Unter Druck versuchen etwas auf die Reihe zu bekommen und gewissen Erwartungen zu entsprechen? Ging es bei der Serie jetzt um NDE (Near Death Experiences) oder um Jugendliche, die versuchen einen Platz in dieser Welt zu finden und durch „the original angel“ einander fanden? Verbundenheit durch etwas, dass komplett aus der Reihe fällt, in einer Welt, in der durch allgegenwärtige Verknüpfung nur noch mehr Abstand herrscht?

Und zu guter Letzt gipfelt sich die alltägliche Realität in einem Schoolshooting, dass schlussendlich OA trifft. Sie stirbt und macht sich auf den Weg in eine andere Dimension – und hatte durch die 5 Movements manche Schüler, die sonst nie etwas miteinander zu tun gehabt hätten, zusammen geführt und gegen Ende alle Schüler gerettet.

Trotzdem bleiben bei mir einige Fragen offen, die ich doch gerne beantwortet hätte:

Wie konnte Prairie wieder ihre Seefähigkeit erlangen? Wenn es die anderen Gefangenen gab: Wo gingen sie aufs Klo? In dem kleinen Bächlein, dass durch all die anderen Zellen floss? Warum bekamen sie Rasierklingen? Und warum hatte niemand Selbstmord begangen? Müsste man nicht extreme Mangelerscheinungen über die Jahre hinweg bekommen, wenn man sich nur von Tiernahrung ernähren kann? Keine Frage, und vielleicht etwas fehl am Platz, hinsichtlich realer Zustände: Prairie trägt sieben Jahre dasselbe Gewand. Sieben Jahre! Zumindest stellen sich die Jugendliche Prairie sieben Jahre lang mit dem gleichen Gewand vor..

Für all jene, die etwas „mehr“ brauchen, fresst euch durch EasterEggs und Theorien:

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, TV-Shows!

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #27

5 Serien, die ich 2017 sehen möchte

Erneut eine tolle Möglichkeit, um zu überlegen was man sehen möchte (die Liste ist lang) und um gegen Ende des Jahres zu überprüfen, was tatsächlich geschaut wurde. Theoretisch könnte die aufgeführte Aufzählung in einem Monat beendet werden, aber wer hat Zeit und Muse dafür? Dank gilt der Fragenstellerin!

Ich gehe davon aus, dass 2017 noch eine Menge anderer Serien auf den Schirm treten werden, bekannte, unbekannte, geplante, empfohlene oder einfach nur aus Langeweile angeklickte. Ich sähe mir gern wieder einmal Star Trek TNG oder Farscape an. Farscape war großartig.

Hinzukommend also zu aktuellen Serien stünden folgende auf dem Plan:

1. The OA (USA, Netflix) – Schon alleine wegen Brit Marling. Wem die Dame unbekannt ist, dem empfehle ich Another Earth und The East aus ihrer Feder.

2. Mindestens eine historisch angelegte Serie: Victoria (GB, ITV – Clara!) und/oder The Crown (GB, Netflix). Die Miniserie To Walk Invisible: The Bronte Sisters (GB, BBC) wird sich aber vermutlich auch noch mit einschleichen.

3. Hannibal (USA, NBC) und/oder Lucifer (USA, FOX) – Auch wenn der Inhalt der letztgenannten unglaublich 0815 klingt, so soll sie ganz akzeptabel sein.. Mal schauen, ich zögere noch.

4. Humans (GB, Channel 4) und/oder Star Trek: Discovery (USA, CBS) – Ich finde den Namen nach wie vor etwas unglücklich gewählt, wo doch Serien oftmals abgekürzt werden: „Hey, what you’re doing tonight?“ – „I’m at home with STD“. Intended pun?

5. Bleibt offen für Altlasten, die es zu beenden gilt und Dinge, die ausprobiert werden. Ich teste derzeit No Tomorrow (USA, The CW) und Da Vinci’s Demons (USA/GB, STARZ. Meine Mutter schwärmte davon, und nachdem sie meinem Rat folgte und mittlerweile eingeschworener GoT Fan ist, versprach ich ihr, einen Blick darauf zu werfen.. Ein Review folgt). Besonders begeistert bin ich jedoch derzeit von Dirk Gently’s Holistic Detective Agency, einfach nur großartig!

8 Kommentare

Eingeordnet unter Just about Life, So sei es

„Outlander“, Season 1 und 2

Die gute Nachricht: Season 3 ist gerade JETZT in Produktion.
Die schlechte Nachricht: Der Sendetermin ist bis dato noch unbekannt.
Aber: Es gibt 8 Bücher!

Ich glaube das Review ist sogut wie Spoiler-frei.

Während das Tech-Magazin Wired die Serie lobt und auch das Netz sich dem Lob anschließt, so frägt man nach Sicht der ersten Episode: „Ja, warum denn eigentlich?“ Und polemisierend möchte man hinzufügen: „Verklärte Groschen-Roman Romantik, deren Szenerie zwischen Highlander und Game of Thrones angesiedelt ist, mit etwas Torture-Porn unterfüttert.“ Mark me, diese Einstellung wird sich noch ändern.

Kaum nieder gesessen, gerät man in eine harte und patriarchale, von Männern dominierte Welt nachdem die Protagonistin, Claire, ihre Hände auf heidnische Steine gelegt hatte. Von 1945 nach 1743. 200 Jahre in die Vergangenheit. Zeitreisen!

Schon in der ersten Folge erfährt man, dass ihre Lebenslinie „getrennt“ sei und Sex eigentlich das einzige ist, was sie mit ihrem Mann Frank Randall, einem Historiker, noch verbindet. Zu Claires Unglück wird sie beim Eintreffen in die Vergangenheit von dessen Vorfahr, Jonathan ‚Black Jack‘ Randall (gleicher Schauspieler), fast vergewaltigt, bevor bärtige Schotten ihr zu Hilfe eilen. Zur Sicherheit, sie könne ein englischer Spion sein, wird sie mitgenommen und die Geschichte beginnt.

Die Serie entstammt der Buchvorlage der amerikanischen Autorin Diana Gabaldon, deren erster Band 1995 publiziert wurde. Laut Frock Flicks, der wohl besten Anlaufstelle für Akkurarität was historische Kostüme in Film und TV angeht, solle die Serie recht nah der Buchvorlage folgen und sich, gemäß den Geschichten im Buch, angemessen Zeit lassen. Einzig wird der eingebüßte Sarkasmus Claires bedauert, der in den Büchern viel deutlicher zu tragen käme, sowie das Fehlen des „dicken Hinterns“ – laut diversen Foren.

Neben dem schottischen Dialekt, erfolgen auch viele Gespräche ohne Untertitel auf Gälisch und man fühlt sich etwas verloren. Gälisch wird heute von ca. 1% der schottischen Bevölkerung noch gesprochen, besonders aktiv auf den äußeren Hebriden (die kleine längliche Inselgruppe im Norden). Man erfährt, neben britischer wie schottischer Geschichte auch alltägliche Dinge – von der Toilette – Claire rechtfertigt ihren BH damit, dass er aus Frankreich stamme – bis hin zur normalen (oft gewaltvollen) Handhabung gegenüber Frauen und Kindern sowie den schottischen Alltag, der aus saufen, raufen und Clan-Mentalität besteht.

Und dann gibt es Momente, bei denen man sich immer wieder aufs neue denkt: „Nein, das werden sie jetzt aber nicht machen…“ – Doch. Sie machen es. Und lassen nichts aus. Während Wechselbälger zum sterben in den Wald gebracht werden und andere aus Not verhungern, werden Frauen vergewaltigt oder von ihren Männern mit dem Gürtel gezüchtigt, wenn diese der Meinung sind, die Frau tat Unrecht. Hexenverbrennungen sind noch immer Gang und Gäbe. Es fließen Blut wie Gedärme, richtige Fleischfetzen hängen den ausgepeitschten Personen vom Rücken, sodass man sich wundert, ob die Narben am Rücken nicht schlimmer aussähen müssten? Und ja, es gibt viel Sex – zumindest in den ersten Folgen, es mäßigt sich dann. Dieser wirkt jedoch selten deplatziert, noch bleibt der Eindruck, dass er lediglich zur Effekthascherei dienen soll. Es sind emotionale Bilder auf die sich der Seher einlassen muss, die in mitten karger, schottischer Landschaft und mystischer Ästhetik eingebettet werden.

Und wenn Claire, die aus dem 20. Jahrhundert kommt, die barbarischen Zustände nicht wahrhaben möchte und sich dagegen weigert und fast einen Krieg auslöst, so zieht sich ihre sture Haltung ebenso durch die Geschichte wie ihr Idealismus. Teilweise greift man sich verzweifelt an den Kopf und frägt sich: „Warum? Das war doch offensichtlich, dass es schief gehen wird.“ Aber es sei der Story wegen gerechtfertigt. Und für diese nimmt man sich ausreichend Zeit sie zu erzählen ohne Langatmig zu werden.

Beim genaueren Hinblick mag man auch den einen oder anderen feministischen Aspekt erkennen – wenn man davon ausgeht, dass Feminismus die „Befreiung aus patriarchalen Strukturen“ bedeutet. Denn so ist es der Mann, der jungfräulich in die Ehe geht und bei ihrer Rückkehr Tränen vergießt und Weiche zeigt, Verständnis und Vertrauen, in einer Welt wo Stärke und Härte regieren. Und dann sind es die Frauen, die selbstständig handeln, reiten und schießen, sich gegen Männer wehren und deren Geschichten aus ihrer Sicht erzählt werden.

Interessant ist auch der Aspekt wie Zeitreisen thematisiert werden. Je nach dem, von welchem Standpunkt aus man die Geschichte betrachtet: So passiert alles, weil sie handeln (daher: weil es eben passieren muss), oder eben, es passiert wenig, obwohl sie ständig handeln. Outlander vermittelt den Eindruck des letzteren: Der einzelne allein kann wenig ausrichten, besonders wenn man eine Frau ist. Weiß man zu viel oder verhält sich anders als wie die Norm gelegt ist, besteht die Gefahr verdächtigt und mit Jubel der Meute in den Kerker geworfen zu werden. Man könnte sagen: „Töte Hitler“ – aber komm erst in seine Nähe ohne negativ aufzufallen. Und selbst wenn man an der Quelle sitzt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Zukunft einfach zu ändern ist.

Das Zeitreiseelement wird bisher sehr sanft durch die historische Realität relativiert und es entsteht der Eindruck als habe man oft in diversen Filmen der Auswirkung des Einzelnen zu viel Raum gegeben. Sicherlich, der Mensch stellt sich und seine Handlungen gern in den Mittelpunkt und ja, ich kenne das Prinzip des Butterfly-Effects. Outlander entkräftet diese Vorstellung jedoch.

Fazit: Die Slow-Motion-Kaminfeuer-Sex-Szenen zu Beginn mögen zwar abschreckend wirken, aber die Geschichte dahinter verdient doch einen genaueren Blick. Jedoch seid gewarnt und erinnert euch an meine Worte: Sie lassen wahrlich nichts aus.

Bemerkung: Man könnte natürlich über einiges diskutieren. Alles was ich ausließ und Erwähnung finden sollte, findet sich in einem Überblick auf TheGuardian und 172 Gedanken, die ein Mann hatte, während der die Serie sah. Des weiteren lesenswert:

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter /fem-mode on, Kritik und Rezension, TV-Shows!