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Diese Woche #106-16

Ich verbrachte das verlängerte Wochenende in Jesolo. Das Wetter war schottisch, das Essen günstig, im Allgemeinen viel zu kurz und sowieso zieht es nur Österreicher und Deutsche dorthin. Who cares. Ich hatte meinen eigenen Schirm und war zufrieden. Selbst das Meer schlug ein paar Wellen. Well done.

Dienstag Vormittag die große Überraschung: Mein Telefon ist tot. Sim entfernt. Funktioniert! Das Logo leuchtet, auch mit SD-Karte. Ich nahm also an, es läge an der Sim. Nachmittag. Schwarzes Display. Kein Lebenszeichen. Auch mit entfernter Sim blieb es dunkel. Akku für 10 Minuten entfernt, dann wieder eingesetzt. Nichts. Telefon am Kabel und ohne Kabel. Nichts. Abend. Wird vom PC insoweit erkannt, als dass ich einen Ton höre. Ansonsten nichts. Buchse sollte ok sein. Verschiedene Kabel ausprobiert. Nichts. Am nächsten Tag einen offiziell geprüften Telefon-Meister kontaktiert, dieser meinte, es läge wohl an der Software. Zwar lade es, aber man müsse es sich genauer anschauen. Ich solle die Rechnung mitbringen und die Daten sichern. Zwischenzeitlich lebt es wieder (Zombiephone!) und hängt zur Sicherheit am Battery Pack, des Technikgottes Prometheus‘ gütiges Geschenk an die süchtige Menschheit. Tratzte der Teufel mit moderner Technologie und höhnte mit schwachen Akkus, gab uns der listige Erfinder tragbare, finanzierbare Battery Packs! Halleluja.

Dann bemerkte ich meine Mr. Fusion-Stofftasche verlegt zu haben. Entweder im Bus oder im Kino. Das Kino war bereits geschlossen, die Putzfrau wusste von nichts. Nächster Tag. Das Kino hatte sie nicht, die Bus-Stelle hatte sie nicht und auch das Fundamt nicht. Der kleine Mann hinterm Tresen fragte mich denn, was denn so alles drinnen ist? Ein schwarzes Notizbuch, ein großes Notizbuch (Skizzen und Mindmapping für Geschichten), einen Kalender mit einer Eule, ein Spider-Man Comic und ein Tshirt. Man erinnere sich: Massen können Angstzustände hervorrufen, deswegen tut man oftmals gut, ein Ersatz Shirt dabei zu haben. Kurze Zeit und viel Tam Tam später: Man fand die Tasche wieder. Sie war doch im Kino! yay! Alles ist gerettet und ich teilte unnötig viele Informationen mit der gesamten Welt, yay!

Soviel Aufregung!

Mittwoch Vormittag, Kurs: Wir sollten eine Reportage schreiben. Das Thema: Man seziere eine Orange, rieche und schmecke und notiere alles was einem dazu einfällt. Aha. Ich begann. Und kurze Zeit später krabbelte aus meiner Orange eine kleine Made. Ich hatte allerdings schon etwas Orange gegessen. Etwas später krochen zwei weitere hervor und hüpften hin und her. Mein Magen fühlte sich seltsam an. Manche der Orangen wurden daraufhin nicht mehr fertig verzehrt. Die Demütigung will gekrönt werden, wenn Texte auserwählt, vorgelesen und kritisiert/besprochen werden – inklusive Namen. Einer sezierte chirurgisch, der andere hasste Orangen gänzlich, eine andere, allergisch auf Orangen wollte ihre Trauer kundtun in der früh nie Orangensaft trinken zu können (sie durfte dann nicht – sie hätte einfach tun sollen) und ein ganz anderer verfasste einen Softporno mit einer sehr bildhaften Beschreibung der spritzenden und fleischigen Orange. Wtf?

Persönlich amüsant fand ich, dass eine mir gänzlich unbekannte Person den fast selben Text verfasste wie ich. Selbiger Titel, ähnliches Thema und Aufbau (Erwähnung von Winter und Weihnacht, Herkunft laut Vorgabe, usw.). Meine erste Vermutung ist immer ein Keylogger, aber unwahrscheinlich. Meine zweite Vermutung ist Spionage, aber wozu? Meine dritte Vermutung bestätigt meinen Verdacht, dass auf Zwang und Kommando die Muse zickt und man deswegen schreibt, was einem unter Zeitdruck in den Sinn kommt und der selbige Gedanke eben allen einfällt. Meh. Wie in Minecraft. Wenn man das erste Holzhaus gebaut hat, baut man sich eine Burg. Dieser Vorfall erinnerte mich dann auch an meinen ersten Philosophie Kurs – ich hatte einen Gedanken und fühlte mich als große Philosophin und nahm an, niemand anderer hätte diesen einzigartigen Gedanken. Niemand! Das wäre vielleicht sogar meine Abschlussarbeit! Doch dann äußerte ein Student neben mir Denselben und der Professor zerschmetterte die Idee übelst an der Wand. Der Mensch, der Wicht.

Auch interessant, wenns ums Heiraten und Kinder kriegen geht, ist ein jeder noch so liberale Feminist traditionell verortet. Ist die Frau schwanger, wird geheiratet. Selbst Menschen, bei denen man das niemals vermuten würde! So wird die Möglichkeit der Abtreibung befürwortet (sofern kein Kinderwunsch besteht, auch wenn er zeitlich nicht passt) und ein jeder nennt sich Feminist! Gleichberechtigung und so! Die Ehe und Adoption für Homosexuelle sollte selbstverständlich sein und so! Bildung ist cool! Doch wenn es darum geht eine Familie zu gründen, gibt es das traute Heim, die Ehe und die Frau am Herd. I knew it! Aber sicherlich, liberale Denk- und traditionelle Verhaltensmuster müssen sich zwangsläufig nicht ausschließen..

Zöge ich es in Betracht mich fortzupflanzen, fände ich es viel toller, das Kind als Bastard aufwachsen zu lassen und es ständig an seine „miserable“ Position zu erinnern: „Kopernikus Gaius Julius, du Bastard! Du wurdest unehelich gezeugt und geboren und widersprichst aller Sittlichkeit, sei zumindest anständig und geh in dein Zimmer!“

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Die wichtigen Fragen im Leben #145-6

1456 zog der Halleysche Komet seine Runde und Nikolaus von Kues verfasste die Denkschrift über die Rechtsgeschichte von Buchenstein. Der Wiener Astronom Georg von Peuerbach entdeckte gemeinsam mit Regiomontanus Unterschiede zwischen Mondfinsternissen und dem Erscheinen von Kometen. Danke Wikipedia.

„Warum verwendest du keine Bilder in deinem Blog?“ fragte mich erst kürzlich eine bekannte Person.

Ich könnte klug und philosophisch argumentieren, dass der Bildausschnitt immer nur ein Teil des Eigentlichen ist, und es keinen adäquaten Zuschnitt gibt, der den Inhalt gerecht widerspiegelt, sodass ich ihn mit meinem Gefühl für Authentizität vereinbaren könnte. Und so ziehe ich es vor, Worte sprechen zu lassen. Auch bestehen Medien wie Blogs, Online-Zeitschriften und dergleichen zunehmend aus Bildmaterial. Auch in den Print-Medien ist dieser Trend zu beobachten. Also wozu sollte ich diesem Trend folgen? Und die Person möchte sagen: „Damit es interessanter wird! Anschaulicher!“ Mhm. Wäre eine Idee. Aber nein. Die ehrliche Antwort ist: Ich bin zu faul ständig und für jeden Beitrag ein geeignetes Bild finden zu müssen, Worte müssen ausreichen.

Aber hier, unzufriedener Leser, nimm eine Katze die ich vor x-Jahren in einem Photoshop Kurs machte:

katze drei augen

Cease to resist, giving my goodbye. Drive my car into the ocean. You’ll think I’m dead, but I sail away…

Übrigens: „(…) ist dieser Trend zu beobachten“ und „Werbung soll Aufmerksamkeit erregen“ sind wohl die häufigst verwendeten Sätze in Medien-Lehrveranstaltungen. Es ähnelt in dieser Hinsicht einer Art Gehirnwäsche. Werbung. Aufmerksamkeit. Trend. Werbung. Aufmerksamkeit. Werbung. Trend. Werbung. Vermutlich wird sich eines Tages eine Armee von Medienwissenschaftlern erheben, durchdrehen und irgendwas im Kollektiv in Brand stecken. Brrr.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die nächste Stufe des Journalismus: Drohnen via Kamera ausgestattet und per VR-Brille steuerbar. Man fliege also in Kriegsgebiete und berichte direkt vor Ort, während Einheimische mit Steinen danach werfen oder eine feindliche Drohne diese abschießt. Die Zukunft kriecht in Richtung Drohne vs. Roboter vs. Hacker. Wozu also noch herkömmlichen Militärdienst? Eventuell sollte man anfangen, gleichzeitig spezielle IT-Kurse ins Pflichtprogramm des Wehrdienstes mit aufzunehmen. Hmm..

Übrigens hasse ich Kälte. Ich sitze mit etlichen Kleidungsschichten in der Wohnung. Es gibt lediglich 3 Monate warm in diesem verdammten Land und 9(!) Monate kalt. Juni und August, während sich Mai und September den dritten Monat teilen. Der Juli wird aufgrund alljährlichem Wettertief ausgeschlossen. Armer Juli :(

„So definiere doch mal warm?“ mag der gewitzte Mensch hämisch grinsend fragen und ich antworte: „Wenn ich Rock, Kleid oder Hot Pants ohne Strumpfhose anziehen kann.“ Also ab 20+. Jetzt mag mir der eine andere oder andere mit Statistiken kommen, dass es vielleicht doch sogar 4 Monate über 20 Grad hätte, wenn nicht 5! Argh! Nein. 3 Monate. Drei. Tres. Ein Trio aus fröhlichem Sonnenschein, unbändiger Hitze und glücklichem Sommerregen! Außerdem mag der Basilikum, der mittlerweile seit über(!) einem Jahr lebt, Kälte nicht. Ja, er lebt noch. Er ist noch grün. Man kann ihm ab und an ein bis zwei Blätter abzupfen..

Und warum beruhen so viele Dinge auf ungeraden Zahlen? Clickbait Artikel locken mit „13 Gründe, warum..“ oder „7 Dinge die Sie noch nicht..“ oder „23 Geheimnisse, um..“. Offensichtlich interessieren 12 Gründe oder 8 Dinge oder 22 Geheimnisse nicht ausreichend.. Es muss wohl noch eines weniger oder eines mehr sein, damit die Neugier erweckt wird. Liegt es daran, dass man auch in der Kunst dazu rät, sich an ungerade Zahlen zu halten, da sie interessantere Ergebnisse bescheren? Blumensträuße sollen bei der Beerdigung ungerade sein? Danke Internet: Präzise Beträge wie 23 oder 13 suggerieren offensichtlich, dass man sich etwas überlegt haben muss, wobei 20 oder 70 eher willkürlich wirkte. Same same bei Gehaltsfragen oder Verkaufsangelegenheiten. Und nochmal ein Link diesbezüglich.

Es ist 19:25, Zeit für das Abendprogramm: Es gilt ein Referat über die Risiken von Castingshows zu recherchieren und 7 Fragen zur Wissenschaftsethik auszuarbeiten. Es endet nie. Nie. Nie. Nie.

Hier nochmal eine Katze, diesmal dreist aus dem Internet gestohlen:

seltsam_katze

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Diese Woche und so..

Was so alles geschah..

Ich werde nie bei der hiesigen Lokal-Zeitschrift einen Job bekommen, da ich die Chef-Redakteurin in einer LV zu Beginn des Semesters als „Ignorant“ bezeichnete, als sie nach „Brandschutzbestimmungen“ und „LV-Vorgaben“ endlich zugab, dass sie nicht nochmal eine Studentin aufnehmen „wolle“. Hätte sich nicht eine andere Studentin aufgeopfert, hätte das arme Mädel wohl ihr Studium nicht beenden können. Aber die Idee Journalistin zu sein hat sowieso einen fahlen Beigeschmack (Dieser Satz wird mich noch Jobs kosten): Wie wir heute lernten, diene der Journalist nur als Übermittler des Wissens, er selbst darf nichts wissen. Er solle hinaus in die Welt, mit Menschen sprechen und berichten. Da bleibe ich lieber bei gefährlichem Halbwissen mit akademischen Hintergrund und klugscheisse wo ich es mir einbilde. Zumindest hier. Privat. Auf meinem Blog.

Heute in der Pause kommunizierte ich verbal mit einem fremden Hund, der es lediglich auf mein Essen abgesehen hatte. Ich kraulte ihn und sagte ständig: „Neeeeiiin. Das ist mein Essen.“ Die Besitzerin beachtete ich kaum. Sie mich aber auch nicht.

Davor führte ich einen imaginären Dialog mit obiger LV-Leiterin. Sie: „Wollen Sie bei der BILD arbeiten? Denn so schreiben Sie nämlich!“ Und ich: „Ich dachte mir schon, dass es toll sein muss Headliners wie „Brutaler Rachemord in Österreich verübt!“ zu verfassen, aber dazu ist dann wohl doch meine Misanthropie zu wenig ausgeprägt.“ Es handelte sich um eine Art Bericht und meine Darstellung war wohl etwas.. „einfach“ im Vergleich zu den Fakten-Orientierten der anderen. Ich fuhr auf der „Interessant gestalten“-Schiene.

Eine MA-LV wurde gestern nur von zwei Menschen besucht und zuerst nur von mir. Der Unterschied zwischen einem Studium, für das sich 40 Leute auf 30 Plätze anmelden („Lol. 40? In meinem Studium gibt es 100 Leute auf 30 Plätze“) oder man hofft, dass mindestens 4 offiziell teilnehmen, sodass der Kurs zumindest stattfinden kann. Arme LV-Leiterin, ich finde sie so sympathisch..

Und warum eigentlich „Flücht-linge“ und nicht „Flüchtende“? Oftmals, wenn ich „Flüchtlinge“ höre/lese denke ich bei „Linge“ an ein kleines Volk aus einem magischen Dorf, dass von einer Kreatur wie Gargamel heimgesucht wird. Ja, auch Azrael braucht was zu fressen. Die Kräuterlinge! Ich fände „Flüchtende“ daher adäquater und neutraler. „Die Flüchtlinge aus Syrien“ oder „Die Flüchtenden aus Syrien“. Das Wort „Flücht-linge“ degradiert meiner Meinung nach durch das „verniedlichende“ „linge“ am Satzende. Der Standard berichtete bereits darüber.

Und sicherlich gäbe es wichtigere Dinge als wie sich über Nomenklatur zu mokieren, aber Worte schaffen Bewusstsein. Und Sprache ist Macht. Die Feder ist mächtiger als das Schwert. Es ist daher wichtig für gewisse Begriffe zu sensibilisieren.

Und dann beschwert sich die Welt über die arme Mariah Carey. Meine Güte. Lasst die arme Frau doch in Frieden. Aber zugegeben, der Verriss war gut. Dennoch war sie bis 1995 eine der besten Sängerinnen, stimmlich sowie technisch, und zwar weil sie es konnte, nicht aus künstlerischer Ambition, aber weil sie eben dazu fähig war. Und was ist falsch daran? Es folgte die Scheidung, der Zwang der „Jugend“ und Bergab ging es. Schade..

Zu guter Letzt präsentiere ich mein Gejaule und die Nachbarskatze. Immerhin saß ich auf ihrem Stuhl.

 

Ich glaube das war alles für heute.. Allons-y!

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So manch seltsames geschieht auf der UB…

Die Universitätsbibliothek (kurz: UB) ist ein seltsamer Ort: Manchmal befindet man sich doch tatsächlich in einer Zeitschleife, wenn einem bei jedem Augenaufschlag ein anderes Gesicht gegenüber sitzt ohne das man dessen kommen und gehen bemerkt hätte! Und während an anderen Tagen unbekannte betagte Helden ein- und ausgehen, ganz gleich ob sie den Alarm auslösen oder nicht, vergisst der ältere Herr vom ÖWD in all seiner Freundlichkeit die Garderobenschlüssel zurück zu buchen -.-

Bezahlt man hingegen seine aus ständigen einstelligen Schulden mit einem 100€ Schein, erlebt man Casino-Gefühle der höchsten Art versucht man jeden Schein einzeln der fangen der durch die Gegend flattert. Mein Glück also, dass es auf der UB nur ehrliche Menschen gibt. Aber nicht nur! Seltsame Gestalten tummeln sich und manchmal kommt man nicht an dem Gedanken vorbei „Austrias next UB-Model“? Und die Petze! Ein garstiges Facebook-süchtiges Weib das alle verpetzt die ihren durstigen Rachen mit dem kühlen Nass erfreuen wollen. Und auch die Obdachlosen machen vor der UB nicht halt und tun ihren Ärger in aller Öffentlichkeit kund.

Erneut, die UB ist ein seltsamer Ort und doch wird sie immer wieder von den gleichen Leuten besucht, die beinahe auch immer auf den gleichen Plätzen sitzen. Stalking-advanced könnte man meinen. Im Gegenteil, jeder Versuch wird sofort zur Anzeige gebracht! Und während man die von den Lettern müde gewordenen Augen durch die Gegend schweifen lässt, die eingefahrenen Glieder streckt oder sich mit dem Vorwand nach einem Buch zu suchen die Beine vertritt, vergeht doch kaum ein Tag, an dem nicht etwas seltsames geschieht…

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