Archiv der Kategorie: Just about Life

Was eben so passiert, hier und dort und da und drüben und so weiter und so fort

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„Alles gute zum Geburtstag in einer Gesellschaft in der du noch immer als „Jungautorin“ rezensiert werden würdest und zu den „jungen Grünen“ gehen könntest (8).“(Madame (8))

It’s something!

Der natürliche Lauf der Dinge lässt sich nicht aufhalten. Das Altern schreitet unaufhörlich voran, ganz gleich mit wie viel Wasser und Schlaf man versucht den Prozess zu überlisten. Obst und Früchte und Gemüse isst um Elastizität und Frische der Haut zu behalten, ganz gleich wie viel direkte Sonne man meidet oder in Gedanken Sport betreibt.

Zynisch nenne ich es, wenn mir jemand „Alles Gute“ zum Altern wünscht, befinden wir uns doch in einer Kultur, die von Jugend und Schönheit dominiert wird. Und nur all zu schwer fällt der Blick in den Spiegel: Ist die Falte neu? Die war gestern noch nicht da; ist das etwa das erste Graue? Nein, das ist einfach nur sehr hell. Oder? Meine Mutter hatte die ersten Grauen mit Mitte 40, sage ich mir dann immer.

Und ja, für Frauen gestaltet sich das Altern durchaus schwieriger als für Männer. Diese sind mit 50 in ihren 30ern während Frauen in ihren 30ern bereits in den 50ern sind. Schauspielerinnen werden in diesem Alter immer seltener gecastet – und ich freue mich über jede Dame in der Hauptrolle, die über 30 ist. Ab 40 ist die Zeit dann vorbei, während der Mann erst sein Potential entdeckt. Und natürlich liegt es an uns, diese Klischees und Geschlechteridiotie aufzubrechen. Und trotz allem guten zureden und versuchen die Situation zu akzeptieren, das beste daraus zu machen – fällt es schwer sich in der Riege der Alten und Abgeschobenen einzufinden. Ganz davon abgesehen, dass die Jobmöglichkeiten für den gemeinen Bürger sich nach und nach voller Abscheu abwenden, hin zu den Jungen, den 20jährigen. Frischfleisch.

Aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, dass, hatte man vergessen das Datum aus diversen Social Medial Kanälen zu löschen – denn zugegeben, mein Datum ist einfach großartig; erkennt jemand den Zusammenhang? – längst vergessene oder nie gekannte Gestalten aus Löchern hervor gekrochen kommen um einem alles Gute zu wünschen. Leuten, von denen man nicht wusste, dass sie überhaupt existieren. Moment, wer warst du noch gleich? Kennen wir uns? Nein, in dir sah ich wohl einen potentiellen Kunden meiner künftigen Romane und Fürsorger meines Ruhmes (einer der spärlichen Gründe, warum ich mich ab und an mir gänzlich fremden Menschen hinzufügen lasse. Manchmal ist es aber auch Sympathie). Anstatt dieser Glückwünsche, die lieblos hingefetzt werden, wünschte ich mir Geld für Reisen, oder Bitcoins! Auch wenn es nur ein einziges ist.

Da sagen die Leute: Altern mit Würde! Meistens sind es jene, die entweder beruflich erfolgreich sind oder das Alter so galant und beneidenswert durch die Welt tragen, dass man erneut verzweifelt und sie frägt: Wtf? Wie zum Teufel? Durch Akzeptanz allein? Yoga vielleicht? Eine spezielle Müsli-Mischung? Ich rede mir ein, es sind die Gene. Die Wissenschaft sagt, es sind die Gene, also muss es stimmen.

Es wäre in diesem Falle das beste, gäben wir uns gar nicht mit der Thematik ab, der Zeit an sich. Vergessen wir Zeit und zeitliche Geschwindigkeit, deren teure Sklaven wir sind und sein müssen. Vergessen wir Termine und Stunden, die den Tag so mühsam teilen und an Vergänglichkeit erinnern, dass uns alles entrinnt und dahin fließt. Vergessen wir den Druck dahinter und leben, bis wir sterben, ohne auf das Alter oder geistigen wie körperlichen Verfall zu achten. Leben wir einfach.

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Die 5 Besten am Donnerstag #76

Die erste Frage im neuen Jahr lautet:
5 Filme, die wir 2018 im Kino sehen möchten:
  1. Ready Player One – Auch wenn ich davon ausgehe, dass der Film im Vergleich zur literarischen Vorlage enttäuschend wird bzw. als eigenständig gesehen werden muss, bin ich trotzdem sehr gespannt auf das Ergebnis.
  2. Diverse Comicverfilmungen wie Avengers – Infinity War, sowie Aquaman und natürlich Deadpool 2 so auch X-Men: Dark Phoenix.
  3. Ocean’s Eight – Kritiker werden wieder ihre „Freude“ mit dem Film haben, trotzdem ist das Gespann um Sandra Bullock und Cate Blanchett eine Erwähnung wert.
  4. Fantastic Beasts and where to find them 2 – Tierchen! Ich freute mich letztes Jahr auch über die Fortsetzung von Jurassic World, weil Dinosaurier (und nicht weil der Film so gut gewesen wäre), muss aber nach dem Trailer sagen: Nope. Weil? Es sterben viel zu viele Dinosaurier. Genauso wenig packe ich Tier-Dokumentationen; wahre Horrorfilme, vor allem, wenn um willkürliche Tiere noch eine mitreißende Story aufgebaut wird. Sicherlich, Tiere =/= Pixel, trotzdem. Und wenn ich sehe was im Trailer zu Jurassic World 2 passiert: Nope nope nope. Auch wenns mich interessieren würde, wie es mit der Rexdame weiter geht.
  5. Platzhalter für kommende Filme, die ich null am Radar habe oder sich im Zuge weiterer Recherche heraus kristallisieren, wie hier beispielsweise: 12 Filme mit weiblichen Hauptrollen (themarysue.com)

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It’s a new dawn, it’s a new day, it’s a new life

Willkommen zum 402. Eintrag dieses Blogs im Jahre 2018.

Es befinden sich aktuell 71 Entwürfe in quasi-Bearbeitung. Der 400. Beitrag, den ich extra kennzeichnen wollte, waren die Marder und Diebe – die sich übrigens nie mehr wieder blicken lassen haben. Aktuell zähle ich ca. 85 Follower (und freute mich über jeden einzelnen) und 7410 Aufrufe im Jahre 2017 mit knapp 4000 Besuchern; verglichen mit 2016 waren es 1600 Klicks und gerundet 670, 2015 81 mit stolzen 23(!) Besuchern, wobei es damals auch nur wenige Beiträge gab. Der meist geklickte Beitrag letzten Jahres war „Westworld“ – Was wir bis jetzt wissen und Theorien (ca. 365 Aufrufe), knapp gefolgt von der „Über mich“ Seite und dem Sadismus der Strumpfhose. 2016 war es das Sammelsurium an feministischen Gedanken im Jahre 2016 und wieder der Sadismus der Strumpfhose. Entweder gibt es viele Sadisten oder Strumpfhosen-Fetischisten oder ich sollte es in Erwägung ziehen, meine Beine als Vorschaubild eines jeden Beitrages einzufügen. Oder auch nicht.

Interessant, oder?

Ich darf auch verkünden, dass Madame (8) sich endlich dazu entschlossen hat, sich einem eigenen Blog anzunehmen. Mit Freude darf ich die „Briefe an [die] Katze“ empfehlen, gemeint bin damit ich und sie wird über Feminismus, Politik und dergleichen schreiben. Wer keine Furcht vor radikalen Theorien hat und offen für eine Debatte ist, der sei eingeladen, ihr zu folgen.

Silvester verbrachte ich mit Taboo (Review folgt (Irgendwann wird „Review folgt“ noch zum Insider)), vom Feuerwerk war nichts zu sehen, da das Bergdorf in eine dichte Nebeldecke gehüllt war (den ganzen Tag, auch wenn der Wetterbericht immer wieder Sonne versprochen hatte, was dann von Stunde zur Stunde mit dem Nebel-Symbol ersetzt wurde). Allerdings kann ich auch Feuerwerk und Knallerei nicht ausstehen. 1. Tiere, 2. Feinstaub, 3. wäre das Geld in meiner Reisekasse besser aufgehoben. Auch halte ich den Trubel um Silvester für etwas übertrieben, da sich lediglich das Datum ändert (was wieder Wochen benötigt, bis man sich daran gewöhnt hat und einen nur an Vergänglichkeit und das Eilen der Zeit erinnert (und die damit verbundene Fremdbestimmung, was es nicht alles zu tun gilt, zu (be)folgen und so weiter) – es sind übrigens tatsächlich bald 20! Jahre seit der Jahrtausendwende her und in einem Jahr sind alle, die vor diesem Ereignis geboren wurden, erwachsen und alle, die danach geboren wurden – noch Kinder. Think about it!) und ich der Meinung bin, dass ein Mensch sich einen Vorsatz zu Herzen nehmen kann, oder beginnen sein Leben zu verändern, wann immer er möchte. Dazu braucht es kein Datum oder einen Jahreswechsel, der eben auf eine gewisse Zeit fällt oder Menschen, Kultur und Medien einem sagen, dass es jetzt Zeit dafür ist. Stichwort: Weg von der Fremdbestimmung. Versucht es. Entscheidet euch aktiv dagegen! Sofern möglich, nicht illegal oder euer Leben in irgendeiner Form gefährdend..

Habe ich irgendwelche Ziele für 2018?

Ich hatte Ziele für 2014, 2015, 2016 und auch 2017 – und vermutlich auch zu all den anderen Jahren, weil es eben gebräuchlich ist, sich für das kommende Jahr Ziele zu setzen – und sie alle nicht erreicht. Oder? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Na, woll – da waren ein, zwei die ich erreicht habe (New York und Veröffentlichung). Jedenfalls, dieses Jahr verzichte ich darauf. Was kommt, das kommt und der Rest ist mir wurscht.

Und doch gibt es einen Vorsatz, den ich schon das letzte halbe Jahr (mehr oder weniger) erfolgreich angewendet habe: Don’t give a f*ck. Und, vielleicht noch mehr Instagram-Videos veröffentlichen, die aktuell unter dem Hashtag c4tvideo gesammelt sind. Vielleicht auch mehr Blödsinn auf Twitter posten, denn ich habe heraus gefunden, dass man sich selbst damit höchst köstlich amüsieren kann, ganz gleich obs wen interessiert oder nicht.

In diesem Falle wünsche ich allen Followern, Lesern und Interessierten ein gutes neues Jahr.

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Girl Power!

„Rentiere sind die einzige Hirschart, bei der auch die Weibchen ein Geweih tragen. Sie brauchen es, um während der Schwangerschaft im Winter die kargen Futterstellen gegenüber anderen Weibchen zu verteidigen und genug Nahrung für sich und ihr Kalb zu sichern. So werfen männliche Rentiere ihr Geweih schon im Herbst oder frühen Winter ab, weibliche dagegen erst im Frühling oder in manchen Subpopulationen sogar erst im Sommer.“ (Tierwelt.ch)

Und was bedeutet das? Dass Santas Rentiere, die den Wagen mit den Geschenken ziehen, schwangere Frauen sind!

Zynisch könnte man natürlich anmerken, ob es nicht grausam ist, trächtige Tiere vor einen Karren zu spannen und mit ihnen um den gesamten Erdball zu fliegen, nur damit Kinder Geschenke bekommen. Andererseits könnte die Idee aber auch auf einen heidnischen Fruchtbarkeitskult zurück gehen. Who knows! Soweit uns bekannt, wurde die Geschichte von einem Professor (der Name bleibt unsicher) um 1823 in einem Gedicht namens „The Night before Christmas“ veröffentlicht, was die Vermischung zwischen amerikanischem und europäischem Brauchtum, dank der starken Einwanderung im 19. Jahrhundert, sehr gut veranschaulicht. Erst 1939 tauchte Rudolf auf, und somit auch einer der schrecklichsten Ohrwürmer neben „Last Christmas“ und „Feliz Navidad“ – die ich beide noch kein einziges Mal in dieser Saison gehört habe.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Geschenkefest!

Schwangere Rentiere bei Alta

Bildquelle: Alta Museum – World Heritage Rock Art Centre in Norwegen

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Von langbeinigen Mardern und anderen Dieben

Ein Tier scharrte. Das muss wohl der Zeitpunkt gewesen sein, an dem ich aufwachte.

Öfters finden sich Marder und andere Nager auf dem Dachboden ein. Manchmal werden sie vertrieben, manchmal dürfen sie bleiben, sofern sie sich nicht bemerkbar machen. Als ich dann meine Augen öffnete, sah ich, wie der Marder auf seinen langen, pelzigen Hinterbeinen stand und den Kühlschrank öffnete. Seine Zähne waren spitz und lang und der Körper groß. Er bemerkte meinen Blick und fauchte bestialisch. Hektisch schloss ich die Glastür zu meinem Zimmer, und beobachtete aus dem Fenster die anderen, hochgewachsenen und fauchenden Marder, die um das Haus herum streunten, aber sich irgendwann in den Wald zurück zogen.

Wenig später tauchten kleinere Varianten eines Paraceratheriums auf, schnelle – bei Angriff aber aggressive nashornartige Lasttiere, die seit sicher 22 Millionen Jahren ausgestorben sind. Sie stahlen Socken und andere Kleidungsstücke, aber ich konnte sie daran hindern, damit abzuhauen. Schnell hastete ich ihnen hinter her und riss ihnen die Stofffetzen aus dem Maul. Ich achtete nicht weiter auf die Tür, die offen stand und weitere Diebe sich derweil an den Gegenständen im Haus zu schaffen machten. Sie eilten mit Kugelschreibern und Blöcken davon. Aber auch sie konnte ich einholen und die Beute an ihren rechtmäßigen Platz, meinen Schreibtisch, zurück verfrachten.

Es stellte sich heraus, dass die Diebe freundlich waren und die gesichtslose Person neben mir, sich bereits mit ihnen verbrüdert hatte. Wir wurden auf eine Party eingeladen, passierten einen blauen Pool, dessen Wasser warm, aber von Glas abgeschirmt war und landeten schlussendlich bei der Zusammenkunft. Die Diebe waren attraktiv und in der Ferne entdeckte ich viele Orte, die ich während meines Aufenthalts noch besuchen wollte, wie drei verschiedene Burgen, die allesamt rauchten, in Pastellfarben gehalten waren und jeweils im Sonnenlicht standen. Als ich meiner Begleitung dies mitteilen wollte, war sie nicht mehr da.

Wo war sie? Wohin sollte ich gehen? Die Diebe wiesen mir den Weg; den, den ich gekommen sei, es sei doch so einfach den Weg zurück zu finden, warum fände ich diesen denn nicht. Vorbei am Restaurant, einfach nur die Straße hinunter. Ich huschte hinab, am Pool vorbei, das Wasser war noch immer warm, ich testete es mit der linken Hand und fand mich im Restaurant wieder. Dort setzte ich mich nieder. Der Inhaber sagte, ich dürfe dort nur bis drei bleiben, dann werde geschlossen.

Als ich aufbrach, war es bereits Nacht. Ein langer Weg breitete sich vor mir aus, ein dunkler Weg, ohne Licht und auf beiden Seiten mit hohen Gräsern gesäumt. Ich hörte sie im Wind rascheln und rannte, ich konnte tatsächlich laufen, wurde dann aber immer langsamer und merkte, wie ich abdriftete. Ich war im Gras, und erinnerte mich daran, dass es eine Art Gras war, die die Lungen lähmten und Menschen ersticken ließen. Ich erinnerte mich, dass man ruhig bleiben soll und langsam atmen, aber da war es bereits zu spät.

Ein Tier scharrte.

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Es gibt keine Schreibblockaden

Wie fast jeder von uns, schreibe auch ich an einem Roman oder zwei, an Kurzgeschichten und veröffentlichte unter Pseudonym, zwar erst einmal – aber immerhin. Jemand befand meinen Text für gut – oder, wie manch einer höhnte, die Einsendungen waren knapp. Wie dem auch sei: Auch ich schreibe, wie wir alle – denn wir bloggen. Auch bloggen ist schreiben.

Ein Thema, welches mir auf Social Media und diversen Blogs immer wieder begegnet ist: Die Schreibblockade.

Schreiber jener Blogeinträge, die dieses Thema behandeln, beginnen meist mit „Ich sitze an meinem Tisch, tippe einen Satz und lösche ihn“ – manchmal direkt, manchmal umschrieben, ab und an regnet es, manchmal auch nicht, die Finger sind kalt oder auch nicht und die Klagenden werden oft sehr kreativ – und dann wird darüber philosophiert und reflektiert, warum man unter einer Schreibblockade leidet und ich denke mir: But.. you’re already writing! Und klicke den Beitrag weg. Nein, da können sie noch so toll geschrieben sein, mit Worten gefüllt, die ich nachschlagen muss und schön klingen und von Goethe selbst stammen, es interessiert mich nicht warum jemand darüber schreibt, dass er nicht schreiben kann, wenn er im Zuge dessen ja schreibt.

Auch bloggen ist schreiben – auch wenn es nichts zum Roman beiträgt, den man beenden möchte. Auch eine Kurzgeschichte verfassen, ist schreiben. Den Monolog eines Haupt- oder Nebencharakters zu Papier bringen, ist schreiben. Den Nebencharakter interviewen, was er getan hätte, wenn XY nicht in sein Leben getreten wäre, ist schreiben. Eine Schreibübung zu machen, ist schreiben.

1. Ein Autor, der vom Schreiben leben will, hat keine Schreibblockade

Warum? Weil er dann nicht davon leben könnte.

Die Idee der Schreibblockade hat natürlich auch einen romantischen Unterton. Der Autor oder die Autorin, die mit einer Tasse Kaffee am Vormittag am Tisch sitzen oder Abends mit einem Glas Wein und denen keine Zeile einfallen will. Sie klagen und jammern – anstatt tatsächlich etwas zu tun. Und manch einer ist uns bekannt: er nennt sich Hank Moody (Californication) und vögelt sich derweil durch ganz Hollywood. Thank you, but no thank you.

James Gunn erklärte es in einem Facebook-Post folgendermaßen:

„My inclination is to wait until I am in the mood. But I know, as a professional writer, my feelings are irrelevant. So I’ll write anyway. It is my belief that „writer’s block“ is often the inability to accept that writers write because we must, not because we feel like it, or even because we like what we do. We merely put pen to paper or fingertips to keys, and go.“

In den Kommentaren antwortet er: „It doesn’t matter if I’m motivated or not. That’s not my business. My business is to write. So I do it.

Und Steven King sagt dazu:

„The causes are even more varied. In my experience, I’ve found that writer’s block often is this: the excuse not to write. That may sound harsh, but I’m speaking for myself here, not pointing the finger at anyone else. Sure, we all get stuck sometimes. I’ve had my share of big, gaping plot holes to hurdle. I’ve also experienced creative funk (not the kind of funk that’s rockin’) when I had absolutely no motivation to work. It’s miserable. But often what we blame on writer’s block is nothing more than a lack of tenacity – not being willing to stick with it and write through the block. That said, when I get stuck, it’s usually because I don’t know what happens next.“

2. Es gibt keine Schreibblockade, es gibt nur den eigenen Stolz

Und James Gunns bester Tipp: „Write SHIT“ und „Finish it“:

„I always answer essentially the same way: I don’t believe in writer’s block. When I feel creatively inhibited or I feel like my writing sucks, I just continue to write. I allow myself to WRITE SHIT for hours, or even days. And, eventually, after writing enough shit, the good stuff starts to emerge. What separates the pros from the amateurs is that we write despite what we feel. It’s not letting our emotions dictate our actions (which is a good rule of thumb for relationships as well!)“

Deswegen: Erlaubt euch selbst Scheiße zu schreiben. Alles was am Papier ist, kann entweder weggeworfen, der Katze zum Spielen gegeben oder verbessert werden. Aber es ist da. Ein Schreiberling, der bei einer Schreibblockade tatsächlich nichts schreibt, hat danach nichts, gerät außer Übung und verliert das Ziel außer Augen, fühlt sich für den Beruf unzureichend und lässt es ganz. Dabei muss man nur das tun, was man gerne tut, ganz gleich ob man 100erte Klischees bedient und schlecht ist und niemand lesen will. Geschrieben ist geschrieben.

2.5. Schreibt an etwas, egal was, nur schreibt!

Ein anderer Tipp, der sich zwar mit jenem von James Gunn („Finish it!“) beißt, aber nicht minder interessant ist, kommt von Isaac Asimov, der Zeit seines Lebens über hunderte von Kurzgeschichten verfasste. Manch Autor ist der Meinung, mit Kurzgeschichten verbrenne man seinen Namen und verschwende Potential. Mag sein, aber eine vollendete Kurzgeschichte zwischen 10 000 und 20 000 Zeichen, die locker an einem Abend aus den Fingern läuft, ganz gleich wie schlecht, ist trotzdem geschrieben und schafft ein gutes Gefühl etwas geleistet zu haben. Auch das ist wichtig. Sogar ein einzelner Blogbeitrag kann das. Wertet euch nicht ab!

Isaac Asimov schreibt, dass wenn eine Geschichte nicht funktioniert, man sich an die nächste setzen solle oder ein neues Thema beginnen:

„Frequently, when I am at work on a science-fiction novel (the hardest to do of all the different things I write), I find myself heartily sick of it and unable to write another word. But I don’t let that drive me crazy. I don’t stare at blank sheets of paper… Instead, I simply leave the novel and go on to any of the dozen other projects that are on tap. I write an editorial, or an essay, or a short story, or work on one of my nonfiction books.“

3. Finde heraus, was für eine Art Typ Schreiberling du bist

Brandon Sanderson erklärt in seinen YouTube Lectures (gefunden bei Mario Zakall), die Unterscheidung zwischen „discovery writer“ und „outliner“. Der Blick lohnt sich tatsächlich.

„discovery writers“ sind jene, die „on the go“ schreiben, sprich, während sie schreiben entwickelt sich die Geschichte. Der erste Draft, die „flow-fassung“, die erste Version des Buches ist nicht das Endresultat. Dieses wird danach bearbeitet, Logiklöcher werden gefüllt und Dinge erklärt, die es zu erklären gilt. „outliners“ hingegen plotten ihre Geschichte und schreiben dann.

Achtung, schreibt man die Geschichte „on the go“ und beginnt zwischendurch immer wieder am Plot zu feilen – oder gar eine ganze Welt zu erschaffen, Karten zu zeichnen und sich genötigt fühlen alles erklären und argumentieren zu müssen, kann es durchaus dazu führen, dass man keine Lust mehr hat die Geschichte zu erzählen – und glaubt, eine Schreibblockade zu haben, weil man nicht mehr „kann“ oder „will“, „nichts einfällt“ oder die „Story scheiße“ ist, oder weil die Geschichte schlicht und einfach schon erzählt ist. Da gilt es: Weiterschreiben. Für „outliner“ habe ich leider keine Tipps, aber es gibt unterschiedliche Methoden, Google hilft.

Auch ich komme immer wieder an den Punkt, sehe diesen Zustand aber nicht als Schreibblockade, sondern weiß, dass meine Erwartungen an die Geschichte zu hoch sind, ich mit dem Endresultat nicht zufrieden sein werde oder ich bereits zu viel davon erzählt habe und keine Notwendigkeit mehr sehe, die Geschichte zu beenden. Erneut (und ich sage das auch immer wieder zu mir): Es handelt sich um den ersten(!) Versuch und dieser darf schlecht sein. Und wenn man ein Jahr später drauf schaut, ist es gar nicht so schlecht wie man während des Schreibens meinte.

Und da lässt sich der Bogen zu allem Übel, dem eigenen Stolz, wieder zu schließen:

Je mehr wir übers Schreiben lernen, je mehr wir schreiben, desto besser werden wir – und desto kritischer. Wir lesen die Texte anderer in Schreibgruppen und lernen mehr und mehr, was uns gefällt oder auch nicht. Und sich dann hinzusetzen und wortwörtlich Scheiße zu schreiben liegt uns gar nicht. Die Zeit ist knapp bemessen, wir wollen publizieren und verschicken. Und wer will sich mit schlechten Dingen aufhalten? Aber manchmal ist es notwendig.

Und da heißt es eben: Schreiben. Auch wenn es scheiße ist. Bloggt, schreibt eine Kurzgeschichte und das wichtigste: Ignoriert alle Tipps die das Internet ausspuckt. Sie sind Wegweiser, aber kein Garant, dass es für den Einzelnen funktioniert.

Wenn es also ums schreiben geht, und soweit ich dazu in der Lage bin Empfehlungen zu vergeben, empfehle ich Frau Schreibseele und diese Vorlesung:

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Woche #0612

Falls sich einer meiner treuen Leser wundert, warum aktuell 8 oder mehr Beiträge pro Woche eintrudeln: Keine Sorge, das ist kein Dauerzustand. Das Erwirtschaften des täglich Brots lässt es zu, dass ich mich anderweitig beschäftige – und viele der Beiträge existieren seit Monaten. Wurden fertig geschrieben, drüber gelesen, für noch nicht Veröffentlichungswert/reif befunden und gerieten somit wieder in der Versenkung. 62 Entwürfe! Filme und Serien, anderweitiges Zeug und teilweise sogar interessante Recherchen oder Vorträge. Alles liegt rum und wartet auf eine neutrale Sicht, die x-te Korrektur oder eben das „Schluss jetzt, ab damit“.

Des weiteren ist es kalt. Sehr kalt. Und neblig, was für das Bergdorf selten ist. Ich mag Nebel, hasse aber Kälte.

Auch ein Grund zum Feiern gibt es: Ich beendete letzten Sonntag meinen wohl ersten „Roman“ – mit ca. 42 000 Worten und 250 000 Zeichen darf man zwar nicht wirklich von einem Roman sprechen, aber mit einer Formatierung eines gewöhnlichen Taschenbuches ist man auf 200 Seiten. It’s something! Kurz danach entdeckte ich, dass die Fertigstellung von drei (!) weiteren nicht mehr soviel abverlangt wie zunächst gedacht. Kurzgeschichten ftw! Aktuell befinde ich mich in der lästigen Phase des Überarbeitens. In die Flow-Fassung wird Struktur gebracht, korrigiert, erweitert oder gekürzt und vereinheitlicht. Ob die Geschichte dann in die weite Welt entlassen wird, wird sich im letzten Lvl des „allgegenwärtigen Selbstzweifels“ beim Bossfight „Das ist Scheiße!“ und „Niemand wird das je lesen!“ und „Hahaha, ernsthaft? Vergiss es!“ zeigen. Und ob ich einen neuen Blog für meine Werke anlege und diesen mit den gängigen Social-Media Portalen verknüpfe und quasi ein Lichtlein auf den wohligen Schatten des Pseudonyms, der Sicherheit des Unbekannten, werfen mag.. Fragen über Fragen. Kennt jemand die Antworten? Ich wäre sehr dankbar dafür.

Auch interessant und eine neue Herausforderung: Es könnte sein, dass ich Freitags zum ersten Mal einer Reitbeteiligung nachgehe. Annonce gesehen und mir gedacht: Warum nicht? Es wäre in der Nähe. Als kleines Mädchen lernte ich voltigieren, bekam Reitstunden mit 10 und ritt ein paar Jahre später mit einer Schulfreundin wie kleine Mädchen eben ritten: Ohne Sattel und Helm (und niemand kümmerte es), den ganzen Tag und bis spät in die Nacht auf 20jährigen Kutschenpferden. Die Reitbeteiligung kostet 90€/Monat für „so oft wie du willst“ auf vier Haflingerstuten (Haflinger…). Aber davor gibt es zu klären: Wie sind sie geritten? Englisch? Western? Ist Liberty-Work überhaupt erwünscht? Und was, wenn man sich emotional zu sehr auf das Tier einlässt (ich denke immer noch abundzu an die kleinen Babykatzen in Kreta) und dann wieder gehen muss? Been there, done that. Es brach mir mein kleines Herz als Rocky, ein dreijähriger Oldenburger-Friesenmischling, vom Besitzer verkauft wurde, da er zum wiederholten Male in der Box randaliert hatte. Es war eine der besten Freundschaften die ich je hatte, trotz anfänglicher Schwierigkeiten.

So oder so: Ich sehe mir die Sache an und überlege dann. So oder so, erneut drückte ich mich vor der Arbeit. Und so oder so, wollte ich Madame (8) heute die dezent korrigierte Flow-Fassung zukommen lassen..

Procrastination, running circles in my head
While you sit there contemplating,
You wound up left for dead (left for dead)
Life is what happens while you’re busy making your excuses
Another day, another casualty
And that won’t happen to me..
(Simple Plan – When I’m gone)

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