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The Adorkable Misogyny Of „The Big Bang Theory“

Fazit: Sehenswert!

Viele der negativen Verhaltensweisen, die im Video als Beispiel heran gezogen werden, sind uns nicht als solche bewusst. Selbst ich wuchs mit allgemein akzeptierten und romantisch-verklärten (Stalker-)Vorstellungen auf, wie etwa: „Oh, er stellt ihr, während sie schläft, einen Weihnachtsbaum im Zimmer auf, wie aufmerksam!“ (Untamed Heart, 1993) oder „Oh, er droht Suizid an, wenn sie nicht mit ihm ausgeht, wie nett!“ (The Notebook, 1996). Und auch ich musste lernen, dass diese Vorgehensweisen nicht romantisch, sondern gefährlich sind – auch wenn Medien, Filme, Bücher, Fernsehen und weiß der Teufel was, es uns anders verkaufen möchten. Hier noch weitere Film-Beispiele.

„Nerds sind cool!“

The Big Bang Theory fiel und fällt, wenn überhaupt, nur unter jene Kritik, dass Nerds – wenn auch sichtbarer, und in ein „cooles“ Zentrum gerückt (Nerds waren/sind plötzlich cool) – immer noch „lächerlich“ gemacht werden und dem Kanon der Trottel-Inszenierung folgen – auch wenn sie hoch intelligente Physiker sind und mit einer Reihe, für den Normalverbraucher, unverständlicher Begriffe um sich werfen. Im täglichen Leben wird trotzdem über „Nerds“ gelästert und sich auf ihre Kosten amüsiert – außer vielleicht sie sind erfolgreich, gesellschaftstauglich und ansehnlich. Nicht zu vergessen, dass TBBT eine Comedy-Sendung sein will, die sich selbst nicht all zu ernst nehmen mag und teilweise auch gezielt selbstironisch mit seinen Inhalten umgeht und deren Handhabung so in gewissem Maße legitimiert.

Auch ich mochte die Serie zu Beginn, vor allem der wissenschaftlichen und geek’schen Aspekte wegen, bis diese mehr und mehr in der Hintergrund gerieten und ich irgendwann bei Season 6 oder so ausstieg, da der Fokus nur mehr auf Liebes-Drama als wie auf Wissenschaft und Popkultur gerichtet war. Also fern ab einer feministischen Sichtweise – denn damals hatte ich noch nicht ganz das Bewusstsein dafür und Madame (8) hatte noch viel Arbeit vor sich. Sicherlich fiel mir auf, dass die einzige (blonde) Frau das Dummchen ist und die Sendung generell kein gutes Licht auf Frauen wirft – nahm es aber, wie vieles andere, einfach hin. Ein feministisches Bewusstsein kann (und soll auch) nicht erzwungen werden, es entwickelt sich. Manchmal kommt es urplötzlich, manchmal schleichend.

The Adorkable Misogyny Of „The Big Bang Theory“

Investiert diese 20 Minuten eures Lebens.

 

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Ein Kommentar

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„Valerian and the City of a Thousand Planets“

Mein erster Gedanke, während und nach dem Film war: „Was für eine sexistisch, rassistische Scheiße.“

Sexistische, rassistische Scheiße

Ist es wirklich notwendig, dass über die ganze Geschichte hindurch bis ins 28. Jahrhundert es immer weiße Männer sind, die den Fremdlingen die Hand reichen? Kann man an dieser Stelle schon von Kritik sprechen? Satire? Parodie? Einen Seitenhieb? Ist die Comic-Vorlage dafür verantwortlich? War es ein Augenzwinkern, allerdings mit einem sehr weinenden Auge und einem lachenden, so dümmlich lachend, wie die klatschende Kreatur, die dem Vielfraß-König Caras Kopf servierte? Lasst mich die Umgebung in Erinnerung rufen: Eine interstellare Millionenmetropole im Jahre 2740 mit über 17 Millionen Einwohner aller nur erdenklichen Arten, Farben und Formen, die ihr gesamtes Wissen miteinander geteilt haben und es sind weiße, männliche Homo Sapiens an der Spitze? Hallo?

Gleichzeitig gibt es lediglich in einer führenden Position einen Schwarzen, aber keine Frauen oder Aliens. Einzig allein ein Asiate gerät ins Blickfeld der Kamera, aber auch nur um das zu tun, worin er gut ist: Die Technik reparieren. Dass die höher entwickelten und friedlichen Pastellfarbenen Muschel-Insel Bewohner weiß, hochgewachsen und dünn sind, während die gewitzten, aber auch primitiven drei „Tauben-Enten-Aliens“ oder die grob gewachsenen Vielfraße, Erdfarben sind – kann entweder als Übersensibilität meinerseits gewertet oder der westlich-kulturellen Auffassung zugeschrieben werden, dass weiße, helle Farben Reinheit symbolisieren und Erdfarben eben Schutz und Unreinheit, Primitivität und Wildheit. War es einfach nur Unaufmerksamkeit? Aber auf dieses Problem wies ich einst bei Star Trek TNG hin. Es kann aber auch einfach nur Zufall sein. Immerhin hatte sich James Cameron in Avatar entschlossen, die überlegende Rasse blau zu gestalten.

Und ist es wirklich notwendig, dass Frauen nur hübsches Beiwerk sind? Immer noch? Ist es das? Rihannas Zweck besteht allein darin halbnackt eine (zugegeben ästhetische) Show zu liefern und sich dann für den Helden aufzuopfern, während Cara die meiste Zeit in luftigen Kleidchen herum läuft und gegen Ende das tut, was jede gute Frau tun soll – den Antrag des Hauptdarstellers, dem sie kurz zuvor noch einen sehr klugen Monolog geliefert hatte, anzunehmen. Sie ist Beiwerk. Und auch wenn sie eine Waffe in der Hand hält, ist sie Beiwerk. Niemand sagt etwas dagegen, wenn Frauen Sexy sind, aber in diesem Falle ist wieder einmal pure Reduzierung darauf.

Auch interessant ist, dass der Mythos, der „armen aber glücklichen Fischer“ und dessen karge Realitäten wieder einmal mit idyllischer Wunschromantik ersetzt werden und Glück und Frieden propagieren. Ein kleines Stück Technikkritik? Seit den 1920ern scheint sich nichts verändert zu haben. Zur Erinnerung: die neapolitanische Filmemacherin Elvira Notari hatte für die in die USA emigrierten Italiener, idyllische Heimatfilme produziert und so kräftig am Mythos des „armen aber glücklichen Fischers“ mitgeschraubt.

Und nein, auch nicht die gewaltige Bilderflut, die Welten und die gesamte CGI-Operette hilft nicht über diesen Faux-Pas hinweg.

CGI – ein gehyptes Übel

CGI und ich werden keine Freunde mehr. Warum wirken Horrorfilme aus den 1980ern? Warum gruselte man sich bei Nightmare on Elm Street und Freitag der 13., Es, Omen und Alien? Sogar Der Blob macht eine bessere Figur, von Chucky und der Fliege ganz zu schweigen. Warum? Weil sie einfach sind. Hand gemachte Puppen, die tatsächliches Kunstblut speien, jagen 100x mehr einen Schrecken über den Rücken als zerfetzte, zuckende CGI Leichen. Warum wirkte Humans, auch wenn die Methoden teilweise extrem billig waren? Eben deswegen. Warum hinterlässt The Expanse Eindruck? Weil es „billiger“ (gemacht) ist und somit authentischer. Es wirkt. Es hinterlässt einfach etwas. Ideen, Emotionen, Herzblut, Schweiß und Tränen! All dieser digitale Wahnsinn bei Avatar und Herr der Ringe und auch Valerian, so beeindruckend er für sich selbst genommen sein mag (und ist!), und man den Künstlern, die das auf die Leinwand brachten, applaudieren will, wirkt (auf mich) oftmals nicht. Es lässt mich kalt und ringt mir ein dezentes Lächeln ab, aber keine Emotion. Ein anerkennendes Staunen, was alles möglich ist, aber kein Gefühl an das ich mich erinnere.

Einzig allein die Stadt hätte ich gerne – ohne 3D – gesehen. Die Stadt, das Gebilde und die Ideen dahinter hätten mehr verlangt als wie eine verschwommene Kamerafahrt bei der man Kopfweh bekam. Zuviele CGI-Details und 3D beißen sich. Ja, sie waren schön, die Landschaft, auch Pastell-Island. Und ich, ich ginge die Stadt gerne in einem Walking-Simulator ab, gerne auch mit einer VR-Brille.

Was war noch:

Die alternative Dimension, die nur via VR erreicht werden kann. Seitenhieb, der Comicvorlage entnommen oder Ideenlosigkeit? Die Zeit arbeitete gegen Luc Besson. Was in den 1960ern vielleicht noch revolutionär war, und auch in den 1990ern funktionieren hätte können, tut es heute nicht mehr. Die Charaktere wirkten flach und besonders der Versuch den Hauptdarsteller in eine Art Bruce Willis zu verwandeln, misslingt kläglich. Er wirkt unsympathisch, arrogant und schon in der ersten Szene frägt man sich: Warum? Aber vielleicht war ich durch die hervorragende schauspielerische Leistung des jungen Mannes in Dunkirk noch geblendet.

Btw, bei Doctor Who floriert im 28. Jahrhundert das Erd-Imperium und es herrscht starker Luftverkehr im All. London gibt es nicht mehr, sondern an Stelle dessen ist der gesamte Süden Englands zu einer gewaltigen Stadt verschmolzen namens Central City.

Abschließend

Als Vorlage diente das Comic „Valérian et Laureline“ von 1967. Der 6. Band „Botschafter der Schatten“ diente als lose Vorlage, 22 Bände wurden mit den Texten von Pierre Christin und Zeichnungen von Jean-Claude Mézières geschaffen.

Der Film war eine Herzensangelegenheit von Luc Besson, der sich Jahrzehnte damit befasst und das Budget von 200 Millionen fast allein geliefert hatte. Vermutlich liegt darin der Fehler des Filmes: Nicht umsonst wird in der ersten LV eines jeden Studiums davor gewarnt Arbeiten über Dinge zu schreiben, die einem Nahe liegen. Warum? Weil man die Distanz verliert – was zwar nicht ganz auf einen Film umgemünzt werden kann, aber verbunden mit den „Jahrzehnten“ die währenddessen verstrichen sind und die ins unermessliche gewachsenen Möglichkeiten, Visionen exakt so um zu setzen, haben wohl dazu beigetragen, dass Luc Besson sich wohl in seinem eigenen Werk irgendwie verloren hatte. Hatte der Film mehr als 2 700 Spezialeffekte waren es bei The fifth Element nur 188.

Fazit: Der Lichtblick, das putzige Tierchen als letztes seiner Art – was durch die Einzigartigkeit speziell und hervorgehoben werden hätte sollen, wirkt leider nur grausam: Und wenn das Tierchen stirbt, sind auch die Pastell-Muschel-Insel Bewohner (erneut) zum Tode verurteilt. Ahja, wer hat sie beim ersten Mal zerstört? Der weiße Mann. Selbstironie und/oder tatsächliche Anklage?

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The 13th Doctor

Zeit wurde es. In allerlei Hinsicht.

Welcome Jodie Whittaker!

Schon zu Beginn war klar: Der- oder Diejenige, welche/r den Doctor die folgenden 1-2 Seasons darstellen soll, wird die nächsten Jahre in Cardiff verbringen und dem großen Filmgeschäft eher wenig zur Verfügung stehen; es war also ableitbar, dass es kein aller Welt bekannter Name sein wird. Zudem wird man einer ganzen Reihe (kritischen) Fans ausgesetzt sein, popkulturelle Geschichte schreiben und jede Menge Fanservice leisten (müssen). Wem der Trouble von Conventions und das ganze nicht so wohl bekommt, der wäre wohl auch nicht gut mit der Rolle des Doctors beraten. Kurz: Der- oder in diesem Falle Diejenige, die den Doctor darstellen darf, muss wissen, worauf sie sich einlässt.

Dass es lediglich ein paar Crybabies sind, für die ein paar Genitalien ausschlaggebend sind – in einer Serie die vom Wandel lebt, einem Alien handelt, das durch ständige Regenerationen die Idee des Neuen immer mit sich getragen hat – ist überschaubar. Jodie Whittaker als Doctor zu casten war ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Die Fans werden bleiben. Und wenn nicht, dann muss das Drehbuch und die Geschichte dafür verantwortlich gemacht werden. Sicherlich, wenn man den Schauspieler nicht mag, tut man sich generell schwer – was dann aber nicht am Geschlecht liegt. Ich tippe darauf, dass die „I hate the Show, they  ruined my childhood!-But I stay in all groups to rant“ die Minderheit ist, die ihrem Zorn gern via Internet Ausdruck verleihen und dass es meisten regelrecht egal sein wird.

Missy: “Is the future all girl?”
The Doctor: “One can only hope.“

Dass der 13. Doctor nun weiblich ist finde ich großartig – einzig allein die Tatsache, dass es nicht Katherine Parkinson geworden ist stimmt mich dezent traurig. Ob sie jemand gefragt hat? Ob sie gewollt hätte? Ich hätte sie gerne als neuen Doctor gesehen. Ich finde, sie wäre perfekt gewesen.

Jodie Whittaker hingegen ist mir gänzlich unbekannt. Ich finde es positiv, dass es eine Frau Mitte 30 ist, hätte aber – bis zur Verkündung – auch nichts dagegen gehabt, erneut einen Mann als Doctor zu sehen. Mittlerweile bin ich jedoch sehr froh und erleichtert darüber, dass der 13. Doctor von einer Frau gespielt wird. Warum? Weil es wichtig ist. Als Companion hoffe ich doch sehr auf Nardole. Ich mag ihn. Vermutlich bin ich die einzige, aber ich mag den kleinen Briten. Oder Captain Jack Harkness, allerdings ohne Romanze.

Es liegt jetzt natürlich an der Geschichte und dem Storywriting selbst, wie man den weiblichen Doctor einsetzt. Man kann die Chancen nutzen oder sie komplett versemmeln.

Die (schreckliche) Fanbase

Fans, so weiß man, sind das schrecklichste. Festgefahren in ihren Schienen, muss und soll alles so laufen, wie sie es gerne hätten und wie sie die Show einst gekannt haben und seien es bloß verklärte Erinnerungen aus der Kindheit. Und jeder hat eigene Vorstellungen von „seiner“ Serie, die die Produzenten und Schreiberlinge auch zu erfüllen haben. Dass, ganz gleich bei welcher Serie und welcher Besetzung, gemotzt wird ist klar, denn wir Leben im Zeitalter des Internets. Das Internet besteht aus Shitstorm, Porn und Katzenvideos. Mein Lieblingsvergleich: „Fans“, die das zu signierende Game of Thrones-Poster Lena Heady unter den Fingern weg reißen, weil sie Cersei spielt (und das grandios!). Das Aufbegehren der „Fans“, kann getrost übersehen werden.

Das mag jetzt so „gelassen“ klingen, aber als ich die ersten misogynen und frauenfeindlichen Kommentare las, musste ich mir immer wieder an den Kopf greifen, den Kopf schütteln und wäre es nicht so traurig, könnte man sogar darüber lachen. Natürlich war ich wütend, aber das beste Mittel dagegen ist, wie Laurie Penny einst sagte: „Don’t read the comments.“

Dass es vielfach Frauen sind die negativ kommentieren, liegt wohl einerseits an den „heterosexuellen Fangirls“, denen nun ein weiterer „Traummann“ abgeht, und vielleicht an einer generellen Unsympathie für die Schauspielerin selbst. Ich wurde nie mit River Song warm, liebte aber Clara (und ich fand es großartig, dass sie dem Doctor ebenbürtig war). Ich fand Amy schrecklich, aber Rose toll und Doctor Donna sowieso. Martha Jones war in Ordnung.

Dass jetzt „Fans“ durchdrehen und die Serie für sie „gestorben“ ist, weil der Doctor eine Frau ist, kann und darf und sollte und mit etwas Abstand betrachtet, wirklich nur ein kopfschüttelndes, Augenverdrehendes Lächeln hervorrufen. Wer dahinter PC und eine ideologische Frauen-Unterwanderung sehen will, dem sei so. Und selbst wenn, dann ist es trotzdem nicht falsch eine Frau in den Mittelpunkt zu stellen. Ein Kommentar war: „Mit wem sollen sich die kleinen Jungen jetzt am Spielplatz identifizieren?“ Guess what, kleine Jungen identifizieren sich auch mit Wonder Woman. Kleine Jungen werden zu starken Frauen wie Rey, Wonder Woman und dem/der neuen Doctor(in?) aufschauen, und sich vermutlich ebenso jemanden an ihrer Seite wünschen. Es bringt nur Vorteile!

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das Weihnachtsspecial, die kommende Season und werde mir Broadchurch bis dahin ansehen.

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #50

Goranas heutige Aufgabe feiert den 50. Beitrag der 5 Besten am Donnerstag und fordert uns auf, unsere besten Einträge zu nennen.

Meine 5 besten/liebsten Blogbeiträge

Ich sehe schon, die ersten Beiträge die mir in den Sinn kommen, haben wenig mit Film oder Medien zu tun. Es ist eben die neugierige Katze, die ihre Nase in allerhand Dinge steckt und sich nicht auf einen Bereich fokussieren mag. Film- und TV-Kritiken, weil ich es gerne tue – besonders bei Gotham, und den Rest, weil es gefällt, und zugegeben leicht von der Hand geht.

1. „Killer Cookies from Outer Space!“ – Eine Weihnachtsgeschichte! Eine meiner Lieblingsgeschichten. Ich las sie tatsächlich zum letztjährigen Weihnachtsfest vor.

2. „3 Shows – Eine Timeline“ – Hier wird Science-Fiction Geschichte anhand der Zeitlinien dreier Serien miteinander verglichen: The Expanse, Doctor Who und Star Trek.

3. „Zum Kugelfisch – Relax and Spa“ ***** – Derzeit sind alle Zimmer belegt, ich bitte Interessenten sich in zwei Monaten wieder zu melden.

4. „Ein Kommentar zur gegenwärtigen Debatte um die Verschleierung“ – Anbei muss ich auf meinen ersten, feministischen Text verweisen: „Ein Sammelsurium an (feministischen) Gedanken im Jahr 2016“. Auch lesenswert meiner Meinung nach: „Politik könnte so einfach sein.. (?)“.

5. Und weil wir alle über Medien, Filme und Spiele zusammen kommen: Die Reviews zu „“Stranger Things“, Season 1″ und „“Humans“, Season 1 und 2″ erinnern mich, dass es doch funktionieren kann, mehr oder weniger gehaltvolle Film- und Serien-Kritiken zu verfassen.

In Ordnung, das waren jetzt weit aus mehr als 5 Einträge..

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„Rogue One“

Es hätte nicht geschadet, sich den ersten Teil (Teil 1 bzw. „Teil 4“) nochmal anzusehen, um sich auf die Geschichte einzustimmen. Man wird vergesslich.

Rouge One war einer jener Filme, die mich gut unterhielten, ausreichend Stoff für Diskussion gaben und am Ende des Tages unter „gelungen“ eingeordnet werden konnte.

Nett war: Die Stormtrooper Holzpuppe. Fun Fact: Felicitiy Jones (Jyn Erso) ist gerade mal einen cm größer als ich: 159 cm. Ich mochte den „sassy robot K-2SO“, eine Haushaltshilfe mit seiner Attitüde würde zumindest für Abwechslung und Unterhaltung sorgen. Der attraktive Vater von Jyn Erso aka Gegenspieler von Doctor Strange (und Hannibal Lecter persönlich) segnete recht früh das zeitliche und auch wenn man spätestens jetzt annehmen konnte, dass der gesamte Maincast seinem Beispiel folgen wird, so war man zumindest etwas überrascht, dass sogar die Hauptcharaktere starben – aber sicherlich: Wo waren sie in Episode 4, die direkt daran anknüpft? Sie waren tot, Jim. Und die angedeutete Romanze? Ich erinnere zurück, als ich sagte, Liebesg’schichten in Filmen wo sie nichts zu suchen haben, seien schrecklich – in diesem Falle allerdings war selbst die Andeutung spärlich – und sie starben. Es solle also die Affektion zweier attraktiver Hauptdarsteller zueinander in einer Ausnahmesituation verziehen werden.

Diversität

Was nützt Diversität wenn doch wieder nur Klischee gecastet wird? Rogue One darf sich davon etwas distanzieren, da lediglich Donnie Yen („I am one with the Force, the Force is with me“) in das Klischee des kämpfenden Asiaten fällt. Und ja, das Problem ist nach wie vor gravierend. Am schlechtesten gehandhabt wurde es aktuell in der Mystery Netflix-Serie Sense 8. Das Review hier trifft es vielleicht am ehesten.

CGI

Peter Cushing starb 1994. Die Meinungen zur CGI-Wiederbelebung gehen weit auseinander: Die einen finden es toll, die anderen schrecklich. Für die Geschichte war Tarkin unverzichtbar und nach 10 Jahren hätte man ihn auch recasten können. Ich bin kein Freund von CGI-Menschen. Das CGI Gesicht wirkte befremdlich, die Bewegungen übertrieben menschlich. Und nein, es geht mir hier nicht darum, dass der original Geist von Star Wars, dessen Special Effects revolutionierend waren, nun gänzlich inflationär eingesetzt wurden oder man eben via CGI versuchte daran anzuknüpfen.

Es vollbrachte einfach nicht den gewollten Retro-Effekt, wie „Ohhh, der Böse aus der Kindheit!“ sondern hinterließ ein WTF? So auch bei Twitter. Warum? Man könnte es fast mit den Worten des Onlinemagazins Collider wiedergeben: „Digital resurrection doesn’t honor a late actor. It denigrates him.“

Was passiert also mit Carrie Fisher in Episode VIII und IX? Das Studio hat sich mittlerweile dazu entschlossen Carrie Fisher NICHT via CGI in naher wie ferner Zukunft zurück zu holen. Gut!

/fem-mode on

„[…] whereby Ms. Jones’s character is notable specifically because she is the lone woman in a story otherwise populated by men. The problem with this concept, even if the intentions are good, is that it teaches female audience members (and male audience members) that females being in said adventure situations is not „normal“ and should be treated as „unique.““ (Forbes)

Warum eine gute Formulierung stehlen, wenn man sie auch kopieren und kommentieren kann: Absolut richtig. Die Produktion hätte sich also ruhig trauen und mehr Frauen unter die Rebellen mischen dürfen. Und natürlich sollte man nehmen was man bekommt und zufrieden damit sein; denn die Tatsache, dass es lediglich einer weiblichen Hauptdarstellerin bedarf um die Alt-Right Bewegung in Rage zu versetzen, verdeutlicht nur all zu gut, dass man noch weit weg vom eigentlichen Ziel ist, weswegen sich Rogue One sich dennoch einen Pluspunkt verdient hat, auch wenn letztendlich signalisiert wird: Es ist nicht die Norm, dass Frauen kämpfen. Klicktipp: We Need More Than Female Protagonists: Women Only Spoke 27% of the Dialogue in 2016’s Top Grossing Films (themarysue.com)

RIP Carrie Fisher, drowned by Moonlight, strangled by her own bra.

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„Suicide Squad“

Spät, aber doch.

Suicide Squad ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie der Trailer auf ein Event hyped und die Geschichte dahinter dann eine komplett andere ist, als wie der Sneak Peak vermuten lässt. Gefühlt fehlten über die Hälfte der Trailer-Szenen im eigentlichen Film, was daran liegt, dass via DVD/Blu-Ray und den „Extras“ nochmal kräftig der Verkauf durch „Special Editions“ angekurbelt werden soll. Preiset den Kapitalismus!

Wurde im Trailer vermittelt, dass all die Fieslinge und Übeltäter und Diebe gemeinsam gegen andere Fieslinge, Übeltäter und Diebe kämpfen, so war das nicht so wirklich der Fall.  Ja, was war denn eigentlich der Fall? Die Geschichte war konfus und meiner Meinung weder gut durchdacht noch geplant. Schade, denn die Einführung gelang und man war gespannt, doch dann folgte eine 20 bis 30 Minütige Schießerei und man ist im Hauptquartier, das zufällig dort gelegen war und plötzlich: der Endfight. Es war jedenfalls angenehmer anzusehen als wie Batfleck V Superman.

Studio-Issues und Joker Fail

Im Gegenzug dazu, was der Trailer versprochen hatte, hatte der Joker, auf dem die Hoffnungen aller ruhten, sehr wenig Screentime und diente lediglich als liebeskranker Wahnsinniger um die Geschichte um Harley Quinn zu bereichern. Wenn also manche Leute auf eine ikonenhafte Szene hofften, die einen neuen Kult Joker gebären möchte, so wurden diese enttäuscht und jede Szene die Will Smith in diesem Film zuviel hatte, fehlten in Independence Day Ressurgence.

Aber dies lag vor allem daran, dass es zwei Fassungen gab: Eine Fassung des Regisseurs persönlich und eine des Trailer Teams und Warner Bros., die die erste Fassung als zu wenig Humorvoll empfanden. Really? Are you f*cking kidding me?

Nerdist fasst die Situation besser zusammen: „There were a LOT of problems with Batman v Superman: Dawn of Justice, which WB has tried to course-correct, but it seems their correction for Suicide Squad has been much more about damage control than making a good movie.“

Suicide Squad musste also lustiger sein, eben wie es der Trailer versprochen hatte. Und wenn die Studios unbekannte Namen verheizen, so mag es einfach deren Schuld sein, wenn ein Film nicht gelingt.

Im Zuge des Nachdrehs und der Version, an welcher mehrere Editoren ihre Finger im Spiel hatten, wurde der Film lustiger und der Joker verschwand beinahe komplett. Es war jene Fassung, in denen die Charaktere früh eingeführt wurden und grelle Lichtspiele den Sieg davon trugen. Meiner Meinung nach erklärt das wohl am besten, warum sich der Film so verdammt unstimmig anfühlte. Er war okay, sicherlich. Er war unterhaltsam zu einem gewissen Punkt, aber gewaltig unstimmig. Es wundert also in diesem Falle kaum, wenn Fans beginnen Studios zu verklagen und ja, einer der Trailer machte einen deutlich anderen Eindruck.

Was ebenso einen fahlen Beigeschmack lieferte, war die Tatsache, dass Popmusik der 1990er verwendet wurde. Was bei Guardians of the Galaxy funktionierte funktioniert nicht überall. In jenem Fall nahm die Musik Einfluss auf die Entwicklung des Protagonisten und war im Film sehr wohl positioniert eingesetzt. Die Musikwahl in Suicide Squad hingegen fühlte sich, trotz wippen des Fußes, etwas verloren an.

Suicide Squad – vermutlich ein Opfer des Krieges um die Gunst der klingenden Kasse.

Übersexualisierung der Frauencharaktere /fem-mode on

Harley Quinn und die weibliche Belegschaft waren dramatisch übersexualisiert. Und damit beziehe ich mich weniger auf deren Kostüme, als wie auf deren Darstellung in der Geschichte. Zieht man in Betracht, dass Fieslinge und Bösewichte sicherlich wenig Wert auf eine korrekte und dem Feminismus gerechte Umgangsweise mit Frauen legen, könnte man dies zumindest von den Verantwortlichen erwarten. Im allgemeinen kann ich diesen Artikel von TheDailyBeast nur empfehlen, etwas extrem, aber sicherlich stimmig, aus dem auch einige Denkanstöße genommen wurden.

Geht man davon aus, dass Harley Quinn aus einer extrem gestörten und gewalttätigen Beziehung kommt, beziehungsweise daraus geboren wurde und folgend Gewalt frivolisiert, hinterlässt die Vision der treuen Ehefrau und Mutter als Ziel doch ein gewisses What the F*ck und degradiert sie dadurch zum Anhängsel des Jokers, anstatt sie selbstständig in der Geschichte stehen zu lassen, und zwar unabhängig vom Mann. Und so erging es auch den anderen, weiblichen Charakteren wie der Enchantress oder Katana. Und wenn eine Frau, wie Amanda Waller, alleine die Fäden in der Hand hält, wurde kaum eine Möglichkeit auszulassen, zu verdeutlichen, dass sie wohl wahnsinnig und „evil“ sein musste.

Die New York Times’  beschrieb es folgendermaßen: “a frat boy’s idea of what a feminist action heroine might look like.“

Fazit: Harley Quinn hätte eine großartige Heroine werden können und wurde als „Babydoll“ sozusagen verschossen. Der Film war an gewissen Stellen unterhaltsam und sicherlich besser als seine Vorgänger, trotzdem bleibt die zweifelnde Stirnfalte.

Quellen:

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Ein Kommentar zur gegenwärtigen Debatte um die Verschleierung

Oftmals irritieren mich die Dinge im weiten Web mehr, als wie sie mich schockieren. Das Internet ist ein seltsamer Ort mit noch viel seltsameren Gestalten und man sollte sich nicht, insbesondere auf Social Media Portalen, über gewisse Meldungen wundern.

Denn nehmen wir die (erneut oder immer noch) aktuelle Diskussion um das Verbot der Burka in Deutschland her, oder nennen wir sie, um eine Definitionsschlacht zu vermeiden, Diskussion um die Voll-Verschleierung.

Neben den Dingen über die ich mich wundere, irritierte mich schlicht und einfach die Blindheit und die Art und Weise der Argumentation vieler Leute. Manche Kommentatoren zogen beispielsweise den fehlenden Integrationswillen heran, wenn sich eine Frau komplett bedecke, worüber man durchaus streiten kann; manche andere argumentierten damit, man solle den Frauen doch ihren Willen lassen und eine Kleiderordnung führe zurück ins Mittelalter. Oder seien es Religion oder Politik, die heran gezogen werden, denn die Burka bedeute Abgrenzung zu westlichen Werten. Sicherlich, wenn in Aleppo die vom IS befreiten Frauen ihre Gesichtsschleier wegwerfen oder sie gar verbrennen und die Männer sich ihre Bärte stutzen, kann/mag man eine gewisse Nähe darin sehen. Und wenn konservative Gruppierungen sich plötzlich Gedanken zum Burka-Verbot machen, also zur „Selbstbestimmung der Frau“ kann man es den Gegenstreitern nicht verübeln, wenn diese von einer „Scheindebatte“ sprechen, denn Politik ist nun mal Politik und hat selten was mit den Rechten der Frauen an sich zu tun.

Worum geht es denn bei einer Voll-Verschleierung im Sinne einer Burka oder einem Niqab? Um ein Mittel, die Frau als Frau verschwinden zu lassen, kurz: Um die Unterdrückung der Frauen an sich. Oder treffender, wie von der Seite Terre des Femmes formuliert: „Alle Formen des Körperschleiers und des Gesichtsschleiers, sind Ausdruck religiösen Fundamentalismus, der Missachtung und Erniedrigung der Frau und ihrer Degradierung zu einem Objekt.“

Das Kopftuch selbst lasse ich mir vielleicht noch einreden, sei es als dass sie es als religiöse Pflicht wahrnehmen; dann allerdings müsste auf Verhübschung zwecks Make-up oder Mode gänzlich verzichtet werden, wie mir eine muslimische Arbeitskollegin erzählte. Aber genau so wenig, wie ein ordentlich gläubiger Christ jeden Sonntag zur Messe eilt, verzichtet die gläubige Muslima auf Make-up. Oder sei es tatsächlich, dass ihnen die Blicke der Männer unangenehm sind. Dann wiederum leuchtete mir die Kombination mit engen Leggings nicht ein.

Aber eine Voll-Verschleierung? Wieviele Männer oder Familienclans stehen dahinter und zwingen mehr oder weniger die Frauen diese zu tragen? „Ja, fragt doch mal die Frauen selbst, was sie wollen?“Und wieviele Frauen werden sich trauen die Wahrheit sagen? „Dann sollen sich die Frauen doch weigern!“ Um dann ausgestoßen und verfolgt zu werden? Im schlimmsten Falle ermordet? Und wenn die Leute dann von „Selbstbestimmung“ sprechen, wie weit hat eine Frau in dieser Kultur wirklich selbstbestimmt Möglichkeiten bzw. Möglichkeiten zur Selbstbestimmung? Diesen Punkt scheinen alle, die behaupten, man solle nicht über die Selbstbestimmung von Frauen richten, irgendwie zu übersehen und nehmen offensichtlich unreflektiert an, in deren Kultur hätten Frauen tatsächlich ein Mitspracherecht.

Wäre ein Verbot richtig? Ja! Denn man würde ein Zeichen setzen, dass dies in Europa nicht erwünscht ist. Verbiete man es nicht, wird eine Propaganda ermöglicht, wie Frauen zu sein hätten. Verbiete man es nicht, beginnt man Intoleranz zu tolerieren. Würde das Verbot etwas nützen? Vielleicht! Sieht man sich die Situation in Tessin (CH) an, wo die Frauen dann ihre Schleier abnehmen und sich den Gesetzen fügen, scheint dies funktioniert zu haben. Es kommt mir allerdings so vor, als leide der Deutschsprachige Raum immer noch unter den Nachwehen des zweiten Weltkrieges: jede Kritik an fremdländischen Gedanken wird sogleich als Rechtsextrem und Islamophob gewertet, als hetzender Nazi vom Dienst schlecht hin. Selbst liberale Islamgelehrte weisen auf einen ordentlichen Diskurs hin, und sprechen davon, dass der Niqab dem Islam schaden würde.

Erneut, würde das Verbot etwas nützen? Ich fürchte kaum. Es beschränkte sich dann vermutlich auf die Zahlung einer Bußsumme. Aber immerhin setzte es ein Zeichen. Der Zwang sich zu entkleiden jedoch, lädt die Diskussion emotional auf und wenn Bilder, wie aus Frankreich in der Burkini-Debatte (wenn auch nicht ganz vergleichbar), die Rundreise machen, so tut einem vor allem die Frau leid, die sich vor drei Männern ausziehen musste. Fiel jemanden schon mal auf, dass es immer Männer sind, die bestimmen was Sache ist?

Und alsbald man sich in die Debatte einklinkt, folgt die nächste Absurdität, deswegen ein kleiner Exkurs dahin:

„Aber Highheels sind doch genau so unterdrückend. Die Frau fügt sich den wollenden Blick der Männer!“ Richtig. Aber rate, mein lieber Leser, wer gab denn dem Minirock, der Seidenstrumpfhose und den Highheels den erotischen „Code“? Männer! Nicht Frauen müssen sich anders kleiden, der Mann muss aufhören Frauen zu objektifizieren, ganz gleich ob ihr Ausschnitt tief und der Rock kurz ist.

Und ziehen wir zum Vergleich die Parallele zum Thema „Vergewaltigung“ heran, denn oft heißt es: „Frauen, geht nicht nach 10 Uhr Nachts auf die Straße, sonst könntet ihr vergewaltigt werden. Zieht euch nicht sexy an!“ Wtf? Seriously? Die Frau ist also Schuld, wenn sie vergewaltigt wird? Genau das, wird mit dieser Aussage behauptet. Warum heißt es nicht: „Männer, sauft nicht und geht nach 10 Uhr nicht auf die Straße, die Chance, dass eine Frau vergewaltigt wird, sinkt dadurch.“

Es gibt derzeit eine Aktion von Männern, die das Kopftuch für ein Foto tragen, während die Frauen daneben sitzen, mit sichtbarem Haar. Das ist an sich eine lobenswerte Aktion, aber die Unterdrückung durch den gesellschaftlichen Zwang werden die Männer kaum spüren. Und natürlich dankt der Kapitalismus und hievt das Kopftuch zum Fashion Accessoire empor und alles mündet in der Diskussion: Will man Frauen vorschreiben was sie zu tragen haben? Es schließt sich der Teufelskreis.

Interessant ist auch Verbindung zum Alltagssexismus. Ich sah auf Facebook erst kürzlich eine Grafik die sinngemäß sowas sagte wie: „Wann wird über die mangelnden Rechte von Frauen diskutiert: Bei geschlechtsspezifischen Lohnunterschied, bei Alltagssexismus, bei Chancenungleichheit und: Wenn eine Frau ein Kopftuch trägt“ – letzter Teil der Grafik nahm 3/4 ein. No na nit. Während das Kopftuch als sichtbares Zeichen der Unterdrückung gewertet wird – oder eben nicht – so trifft das auf den Alltagssexismus nicht zu, aus dem einfachen Grund, weil man ihn nicht physisch sieht.

Alltagssexismus nehmen viele nicht wahr und/oder registrieren diesen nicht mal, denn ein misogyner Witz „war ja eh nur Spaß“. Chancenungleichheit nehmen ebenso wenig Leute wahr und geschlechtsspezifischer Lohnunterschied resultiert genau daraus und die Leute argumentieren auch noch absurderweise damit. Ja natürlich bekommt die Frau weniger Lohn, wenn sie von vornherein weniger Chancen hatte. Wtf world, are you mad?

Das Kopftuch aber, um in dieser Diskussion den Kreis zu schließen, die Burka sowie der Niqab, sind sichtbar und fremd und fügen sich durch den bedeckenden Aspekt nicht der westlichen patriarchalen Struktur, dass die Frau für den Mann verfügbar sein soll, jedoch aber jenem Aspekt des Patriarchalismus, dass der Mann der Frau vorschreibt was sie zu tragen habe, sei es der Blicke anderer wegen, und/oder weil er sie für sich besitzen möchte; und/oder sie es tragen „will“, eben der männlichen Blicke wegen.

Warum reißt nicht einfach mal der Mann sich am Riemen und achtet auf „seine“ Verhaltensweisen, anstatt dass (oftmals) Männer über das Wohl von Frauen diskutieren?

Und wenn die Süddeutsche Zeitung im Forum frägt ob Westliche Werte und Burka vereinbar sind, so haben es auch diese wirklich nicht verstanden, erneut:

Es geht hier insbesondere nicht einmal nur um die westlichen Werte, sondern um die Werte der Frauen die via Voll-Verschleierung begraben werden. Selbst der Westen hat diesbezüglich noch was zu lernen, was es bedeutet Frauen die exakt selben Rechte zuzugestehen wie den Männern. Es ist immer noch die Frau die Karriere zwecks Kind zurück stellt. Niemand verlangt dies beispielsweise vom Mann, zugegeben in sicher Hinsicht sind auch seine Möglichkeiten begrenzter. Es ist immer noch die Frau, die daheim beim Kind bleibt, wenn es krank ist und die Frau, die nun alles tun soll. Von Haushalt, bis Kind, bis Job und im folgenden diskriminiert wird, wenn sie nur eines der Dinge tun möchte. Möglichkeiten, Herrschaften, es geht hier besonders auch um Möglichkeiten!

Kann ein reformierter Islam helfen? Wenn der Islam – der um ca. 650 Jahre jünger ist als das Christentum und nie eine Aufklärung durchlaufen hat, und somit in vielen Dingen als rückständig gesehen wird – diese althergebrachte Haltung ablegt, so kann er das tatsächlich, sofern er sich der gleichen Aufgabe annimmt, derer man auch in Europa langsam Gewicht einräumt.

Muss man eine Kultur akzeptieren, die anderen Menschen Autonomie nimmt? Nein! Man muss und darf und soll dies nicht. Weiße privilegierte Europäer glauben, man müsse nach jahrelangem Missionieren und der damit oft einhergehenden Auslöschung des einen oder anderen Volkes, alles tolerieren nur weil es von einer anderen Kultur kommt, sei es aus Schuldgefühl oder, dass Multikulti im Neoliberalismus kapitalistisch vermarktbar wird, weil Diversität und so. Warum nimmt man nicht Leute aus dieser betroffenen Kultur und gibt ihnen mehr Sprachraum? Warum glaubt der Europäer er wisse alles besser? Der Aufklärung wegen? Man klagt den Islam der Frauenfeindlichkeit wegen an, aber reißt selbst sexistische Witze. What the hell, world?

Und ja, ich biete eine Lösung: Einzig allein Bildung, Aufklärung und vor allem die Möglichkeit(!) für betroffene Frauen ernsthafte Hilfe und Schutz in Anspruch nehmen zu können, würde vielleicht ein Umdenken bringen. Wenn diese Frauen informiert und sich dessen bewusst wären, dass es eine Möglichkeit gäbe sich aus dem System aus zu klinken ohne sich in Gefahr zu bringen, dann, so denke ich mir, könnte man vielleicht etwas erreichen. Dann könnte ein Bewusstsein geschaffen werden, ein Selbstbewusstsein, dass sie doch mehr sind als wie nur Mutter oder Ehefrau. Mehr als nur ein hübsches Gesicht unter Make-up. Dass sie aus diesem System ausbrechen dürfen, können und sogar sollen.

Und wenn mir einer sagt „Sie können ja!“ Dann wundere ich ernsthaft mich über dessen Geisteszustand: Warum gibt es nicht mehr Berichte von muslimischen Frauen aus islamischen Staaten? Warum lesen wir nicht ständig Reportagen oder Kommentare oder Interviews? Weil diese Frauen in Angst leben. Man braucht nur die simple Biographie von Sabatina James lesen um das Ausmaß zu erahnen. Vielleicht haben wir uns aber nur daran gewöhnt, wie an die verhungernden afrikanischen Kinder. Ja, es gibt sie immer noch! Kümmert es irgendwen? Nein, es betrifft uns ja nicht. Verdammte Wohlfühlgesellschaft.

Es muss sich also etwas in der Grundhaltung gegenüber Frauen ändern. Generell. Solange sie entweder als Objekt zur Unterdrückung, als Eigentum oder als Objekt zur Sexualisierung gesehen werden, wird sich nichts ändern. Da ändert kein Gesetz der Welt etwas dagegen. Und dieser Appell richtet sich an Frauen, wie an Männer gleichzeitig.

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