Monatsarchiv: Oktober 2017

Schnappt euch die letzten VHS-Kassetten!

2015 wurde die Produktion von VHS-Kassetten eingestellt. Die letzten übrig gebliebenen können für ca. 18€ das Stück gekauft werden. Anfang der 2000er schmiss man sie mit 1,50€ weg.

18€! Ich frage mich, ob all meine alten VHS-Kassetten doch noch irgendwann  etwas Wert sein werden.

Es gilt also dem Datenträger zu huldigen, der einem kleinen Mädchen das Gefühl vermittelte, auch sie könne in der Technik etwas erreichen – und nicht nur die Buben. Zukleben, Videorecorder aufschrauben, Band rausfitzeln, einfädeln.. für kurze Zeit wollte ich als Kind sogar in einem Geschäft arbeiten, dass Videorecorder und Fernseher repariert. Ich weiß gar nicht, warum ich später keine Karriere in dieser Branche verfolgte. Vermutlich lag es daran, dass Mädchen üblicherweise zum Schnuppern in einen Friseurladen oder den Einzelhandel geschickt wurden, und die Jungs auf den Bau oder in die Werkstatt.

Anyway: Rest in peace, my good old friend.

 

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Paperclips – Wie man durch eine Büroklammer für Weltfrieden sorgt

Achtung. Ein neues Gespenst geistert im Internet. Paperclips!

Man beginnt mit wenigen Büroklammern, die man selbst herstellt und schaltet alsbald automatisierte Prozesse frei. Nach einer kurzen Zeit folgen weitere Projekte, die unterschiedliche Dinge verlangen. Manch einer durchschaut das System schneller, manch einer langsamer. Am 19.10. fing ich gegen 14:00 an und bin um 14:33 des darauffolgenden Tages auf gesamt 9,1 nonillion Paperclips. In Zahlen: 9.115.600.179.678.460.000.000.000.000.000.

Die wichtigste Frage wohl: Werden sämtliche Klicks und Handlungen aufgezeichnet und sind wir alle Teil eines großen Projektes, dass die These verifiziert sehen will, dass wenn Menschen selbst Kontrolle über das Weltgeschehen haben, nichts Gutes dabei raus kommt? Nein, das ist wohl die zweit wichtigste. Die wichtigste ist: Habe ich alles verstanden was ich mache? Vermutlich nicht. Aber das macht es spannend!

Interessant ist die Erkenntnis: Never touch a running System. Man verbringt schließlich nicht die gesamte Zeit vorm PC und wenn man wieder heimkommt, sieht das Ergebnis schon ganz anders aus. Hat durchaus was. Sobald man allerdings wieder anfängt, irgendwelche Regler umzustellen, sinkt die Produktion.

Spätnachts, gegen halb 2:

Ich schaffte es – nachdem ich für Weltfrieden gesorgt hatte, den Krebs besiegt und eine Lösung für Man-Made Global Warming gefunden hatte – nach einigen Umständen über Solar-Farmen ins Weltall. Dort hänge ich fest. Seit Stunden tut sich nichts, und für das nächste Event brauche ich 50 Nonillionen Paperclips.

Wie weiter?

Wann kommt das Ende?

Werde ich es je erreichen?

Abends, dem 20.10. gegen 18:00: Combat verläuft gut, die Erkundung des Weltalls ist nach wie vor schlecht.

3 Tage später gibt es zwar Veränderungen, aber die Überlegung zu cheaten rückt immer näher..

Und ja. Ich cheatete. Wie sogut jeder. Warum tat ich es nicht viel früher? In der Konsole gibt man folgendes ein:

 yomi+=100000000000
 honor+=10000000000000000
 trust+=1000
 probeCount+=100000

Zugegeben, es freut auch trotz cheaten, wenn die Zahlen fast ins Unendliche steigen und man binnen weniger Sekunden, das gesamte Weltall erkundet, wo man davor doch Tage und Stunden benötigte.

Am 22.10 um 19:00:

Und was passierte danach?

Nicht viel. Ein paar Messages der besiegten Spezies, aber nicht viel neues mehr – könnte aber auch an einem Bug liegen. Würde ich das Spiel nochmal spielen? Nur mit cheaten. Ich glaube, ohne cheaten säße man tatsächlich über Wochen dabei, oder aber man findet einen anderen, klügeren Weg. Who knows!

Probiert es doch auch aus!

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Postmodern Jukebox

Eben hatte ich von Nerdigo den Hinweis erhalten, dass mir ein wichtiges Cover im „Look what you made me do“-Beitrag fehlt und hänge zwei Stunden später immer noch davor. Postmodern Jukebox covert mit unterschiedlichen Musikern im Stil er 20er bis 70er, Jazz, Swing und Soul. Ein paar der interessanteren Interpretationen finden sich hier:

Endlich anhörbar!

Manche der Songs sind kaum mehr wieder zuerkennen:

Für jene Generation, die auf „What is love“ nicht weiß was sie antworten soll:

Soul vom besten:

Tonight I’m gonna have myself a real good time. I feel alive. And the world I’ll turn it inside out. And floating around in ecstasy. So don’t stop me now…

Last but not least: Taylor Swift:

 

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„Geostorm“

Man nannte es „Extrem Weather“ und nur mit vereinter Hilfe aller Erden Nationen konnten den Tornados, Hitzewellen und Überflutungen Einhalt geboten werden. Ein Netz aus Satelliten spannt sich um die Erde und reguliert das Wetter, bis plötzlich etwas unvorhergesehenes passiert: Ein Dorf in Afghanistan friert ein. Inklusive Mensch und Esel.

Willkommen zum Spoiler-Review von Geostorm, einem SyFy-Polit-Intrigen-Katastrophenfilm, der nichts für Cineasten oder Filmliebhaber ist. Er bedient Trash-Junkies und Menschen, die sich an fiktionalen Katastrophen ergötzen, aber auch jene, die Weltall und Raumstationen lieben, Elektroautos sehen möchten und auch Katzen- wie Hundefreunde kommen auf ihre Kosten.

Soviel zur Euphorie.

Was kann der Film tatsächlich? Eine kurze Inhaltsangabe

Ein Zwist zwischen zwei Brüdern, eine geheime Affäre, das Kidnappen des Präsidenten in einem selbstfahrenden Elektroauto (was tatsächlich sinnvoll sein kann) und dem Klischee, dass es für Selfdestruction immer eine manuelle Kraft braucht, sind die Zentralen Elemente, mit denen hier und da etwas gespielt wird. Erneut, was kann der Film tatsächlich? Kurzum: Die ISS wird zerstört. Aber das war klar. Wann immer sich die Handlung auf der ISS abspielt, wird sie zerstört – sie tut mir wirklich leid.

Max (Jim Sturgess) und Jake (Gerard Butler) oder auch Jude (Across the Universe) und König Leonidas (THIS. IS. SPARTA!!!!) sind Brüder, verantwortlich für die Planung und Entwicklung. Bruder Max entzieht Jake die Kontrolle, da dieser sich nicht aufführt wie er sollte und just als das Unheil ausbricht, nach ca. 3 Jahren, wird er wieder angeworben und fliegt sofort zur ISS. Cape Canaveral ist mittlerweile ein quasi Flughafen mit ganz vielen Space Shuttels (I want to go to there!) und auch die ISS sowie das Shuttle selbst tragen mindestens 20 Flaggen aller vereinter Nationen zur Schau. Dort angekommen ist alles in Ordnung, die Crew leidet zwar an Originalität, doch plötzlich, kaum wenige Sekunden danach, passiert das nächste Unglück: Chinas Gasleitungen explodieren, die Straße bricht auf – die Katze weiß das und klettert in den Kühlschrank – Häuser stürzen ein.

Irgendwann wird klar: Das ist kein Zufall. Und irgendwann erfährt man: Es ist ein Virus! Aber König Leonidas weiß was zu tun ist: Have you tried turn it off and on again? Ein Reboot soll den Virus rauswerfen und dann ist alles wieder in Ordnung. Wäre da nicht der Selbstzerstörungs-Modus, der – sollte die ISS zur Erde krachen – einprogrammiert wurde und nur manuell abgeschaltet werden kann. Und all das passiert gleichzeitig!

Währenddessen friert das Meer bei Rio zu, Dubai wird überschwemmt und in Indien gibt es Tornados. Ein kleiner Junge verliert seinen Hund – aber ja, ich gebe Entwarnung – sie überleben beide und eine kleine Träne verließ mein Auge.

Und wer war Schuld? The Man in Black, the Gunslinger, Ed Harris alias der Vizepräsident persönlich. Und warum? Macht. Wäre es nicht toll, wenn man alle Feinde auslöschen und die Welt zurück ins Jahr 1945 bringen könnte, als (Nord)Amerika noch groß und strahlend war? Und wie König Leonidas richtig erkennt: Kaum hat der Mensch etwas geschaffen, dass allen zu Gute kommt, kommt der nächste und macht eine Waffe daraus. Der Präsident ist übrigens Demokrat und the good guy.

Die Frauenrollen war gut besetzt, ich bin zufrieden: Chief-Scientist auf der ISS, schlagfertige Leibwache des Präsidenten und eine Hackerin, die leider irgendwann im Plot liegen gelassen wird. Ein leicht bekleidetes Damsel in Distress gab es noch. Und eine Mutter und Exfrau, sowie eine Tochter.

Fazit: 9 von 10 fetten Hagelkörnern, 2 von 4 Tornados, 5 von 6 Überschwemmungen und 10 von 10 Satellitennetzen. Nein, man muss den Film nicht gesehen haben, aber man kann.

Nebenbemerkung

Drei Leute hatten Einzeltickets reserviert, der alte britische Mann (den ich öfters sehe; ihm gefiel der Film), eine Frau und ein Pärchen ganz hinten. Es ist ein Film, bei dem andere sagen: „Naaaaa… I mag nit. Geh du alleine…“ Und zurecht. Nur so kann man einen Film – mit 5 Leuten, und keiner in der gleichen Reihe, geschweige denn dahinter oder davor – genießen und sich auf drei, vier Sitzen ausbreiten. Kein Lärm, kein reden, kein tuscheln, nichts. Kein Popcorn Geknirsche oder der Geruch ekliger Käsesoße zu lauten Nachos. So macht Kino Spaß.

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„Blade Runner 2049“

Der erste Gedanke war: Warum versagt(e) der Film an den Kino-Kassen? Der zweite: Was hatte man sich erwartet? Ein düsteres, surreales Science-Fiction Erlebnis?

Steht er in Tradition des Originals von 1982, welches so gut wie nichts mit dessen literarischen Vorlage zu tun hat? Natürlich. Längst aus der Mode gekommene Synthesizer Musik (oder etwas, dass sich so anhört wie), gewaltige Bilder von Wüsten und Städten, die in Regen und Rauch gefüllt sind und die nicht zu vergessende Einsamkeit des Protagonisten. Lange, ohne Schnitte auskommende Szenen und schlussendlich eine Länge von fast 3 Stunden – der Vorgänger diente eindeutig als Vorbild. Meine Erwartungen wurden dahingehend also erfüllt.

Und trotzdem wirft er ein Augenmerk auf die Moderne, die Jetzt-Zeit und adaptiert das Coca-Cola Logo von 2D zu 3D, das elektrisch betriebene Fluggerät darf gerne auch mal abstürzen und der Love-Interest ist ebenso künstlich wie der alte – nur eben, moderner. Auch gibt es ausreichend Action und zeitgenössische Dialoge.

Abgesehen vom bombastischen Setting stellt Blade Runner 2049 ein paar philosophische Fragen: Was macht den Menschen aus, seine Identität und was es bedeutet zu sterben oder zu leben. Er führt existentielle Einsamkeit vor, Herrschaft und Ausbeutung. Aber keine Sorge, Blade Runner 2049 wird die alten Fragen der Philosophie nicht beantworten und eine Inszenierung muss reichen.

K ist sympathischer als Deckard. Während Ryan Gosling seiner Gefährtin eine Fernbedienung schenkt, mit der er sie überall hin mitnehmen kann – auch wenn sie durch eingehende Anrufe auf Pause gestellt wird und ihn qualvoll daran erinnert, dass sie nicht real ist – verhält sich Harrison Fords Deckard manipulierend und boshaft. Die Verschmelzung von Joi (der AI) und Mariette ließ etwas an Her erinnern.

Aus feministischer Perspektive gesehen, versagt der Film auf ganzer Linie – wie das Original: Wenn auch keine Rape-Szene (ihr erinnert euch hoffentlich…), gibt es trotzdem viele sexualisierte Inhalte und unnötigerweise mehr nackte Brüste als in der letzten Season von Game of Thrones. Ihre Charaktere sind entweder Prostituierte, zur Befriedigung geschaffene Hausfrauen, knallharte Chefinnen oder eiskalte Killerinnen, wobei die zwei letzt genannten, die eindeutig interessanteren Charaktere waren und gleichzeitig einen grausamen Tod sterben dürfen. Und dann gibt es noch eine Frau, die im Glaskäfig lebt. Der Unterschied zwischen Replikanten-Frau und menschlicher? Im Gegensatz zu Replikanten (bis auf eine Ausnahme), können menschliche Frauen gebären. Autsch. Kurzum und überspitzt gesagt: Du bist keine Frau, kein in der Gesellschaft akzeptiertes Lebewesen, wenn du keine Gebärfähigkeit besitzt.

Ich freue mich auf Dave Bautista, eventuell im nächsten Star Wars, Star Trek und weiteren 100 Marvel-Filmen zu sehen, auf dass er seinem Popkultur-Image Ehre bereitet. Wenn Harrison Ford Blade Runner, Han Solo und Indiana Jones sein kann, schafft es Dave Bautista sicherlich noch in eine ähnliche, wenn nicht gleichwertige Liga.

Fazit: Darf man annehmen, dass aus den Google Nexus Modellen eines Tages Replikanten werden? Sei es aus Teilen davon oder in einer allumfassenden Neukonstruktion?

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Eine Fremde in der eigenen Stadt oder doch nur das Schulprojekt eines 8jährigen Aliens?

Man merkt, dass man nicht ausgeht, wenn folgendes passiert:

Ich: „Ich las letzthin wieder von einem Event im Moustache. Wo war das gleich nochmal? Ich weiß es nicht mehr. Liegt das im Bergdorf?“
Madame (8): „Das ist gegenüber vom Copa, dort wo du Jahrelang Karaoke gesungen hast.“
Ich: „Ahhhhhhh…. wtf?“

Vielleicht werde ich auch dement – oder, um an die Gedanken des letzten Beitrages anzuknüpfen: Vielleicht schüttelte das Alien, dessen Schulprojekt mit der Note 3- wir sind, die Glaskugel und sämtliche Erinnerungen aller Menschen fangen an sich zu verselbstständigen, sich zu verformen und auszutauschen oder ganz einfach, zu verschwinden. Vielleicht verbessert das Alien gerade seine Schularbeit.

„Mama, was kann ich tun, damit ich eine 2 bekomme?“
„Haben deine Kreaturen ein Bewusstsein?“
„Ich dachte, das macht sie spannender. Sie können sich selbstständig entwickeln.“
„Und du dachtest, das macht es einfacher?“
„Ja…“
Die Alienmutter schüttelt einen der drei Köpfe.
„So wird das nichts, Liebes. Magst du nicht von neuem beginnen?“
„Ok….“

Oder so.

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Die 5 BESTEN am Horror-DONNERSTAG #66

Runde 2:

Die 5 spektakulärsten Horrorfilmtode

Interessant. Sehr interessant. Und schwierig! Reihung entspricht nicht der Wertung.

1. Platzhalter. Ich bin gerade Ahnungslos. Wirklich. Ahnungslos.

3. Kann man es schummeln nennen? The Gunslinger hatte vorab gepostet und mir eine großartige Szene in Erinnerung gerufen: Nightmare on Elmstreet 3: Venen als Marionettenschnüre. Herrlich! Aber ist es die beste?

5. Jene Szene als der Hellraiser im gleichnamigen Film zuerst das Gesicht mit Fleischerhaken malträtiert und die arme Seele gleich noch vier, fünf und sechsteilt.

4. Sich für eine der zahlreichen und kreativen Saw-Szenen zu entscheiden ist schwierig. Aber ich glaube das Gestell, dass Ober- und Unterkiefer auseinander reißt, ist eines meiner Lieblinge. Ich schaffe es nicht einmal einen USB-Stick richtig anzustecken, geschweige denn bei Licht das Schlüsselloch zu treffen. Wie zum Teufel schafft man es dann unter Panik und Adrenalin blind(!) ein Schloss zu öffnen, dass sich am Hinterkopf befindet?

2. Auch wenn ich keine genauen Erinnerungen mehr an die Final Destination Reihe habe, bin ich mir sicher, dass sich dort die einen oder anderen Perle eines kreativen Todes verstecken. Wo sind meine Erinnerungen? Total Recall? Bin ich ein Replikant mit gelöschter Erinnerung? Sind wir alle nur eine Simulation? Das Schulprojekt eines Aliens, dass eine 3- darauf bekommen hat und wir nun in einem Glasbehälter auf dem Nachtisch stehen?

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Serienmittwoch #94

Wieder eine interessante, aber auch schwierige Frage von Corly, wenn auch etwas verspätet.

Welche Serien findet ihr besser: Die Serien von früher oder die Serien, die ihr heute guckt?

Eine sich über mehrere Folgen erstreckende Handlung (Thx to The Sporanos und The Wire), lassen aus einer 20-teiligen Serie zu je 45min pro Folge einen überlangen Film werden. Technische Möglichkeiten fassen spektakuläre Momente ins Bild, manchmal mit besserer, manchmal mit schlechterer CGI, und auch die Themen sind dank unterschiedlicher Plattformen genau so divers und vielseitig wie ihre Zuschauer. Und das ist gut! Und es gibt quasi nichts „schlechtes“ an einem vielfältigen Angebot. Allerdings wird man von guten Produktionen mittlerweile überrollt und das vom hören-sagen „gute“, dass man gesehen haben sollte, beinahe muss, gestaltet die Auswahl nicht einfacher. Und so verbringt man mehr Zeit als lieb mit Recherche und wendet sich schneller wieder ab, wenn es nicht gefällt. Nicht jede Serie überzeugt bei der ersten Folge. Manche brauchen eine gesamte Season! Aber ich polemisiere. Auch „früher“ sah man sich nicht alles an, was im TV lief – außer man hatte kein Kabel oder eine Satellitenschüssel, mit der man ganz seltsame und fremdsprachige Programme empfangen konnte..

Der Bruch kann wohl bei der Jahrtausend-Wende eingesetzt werden. Davor gab es ausschließlich TV ohne Streaming-Angebot. Wenn man eine Serie sehen mochte, dann geschah das an einem gewissen Tag zu einem gewissen Zeitpunkt. Die Wiederholung folgte Nachts oder am nächsten Vormittag. Veteranen erzählen, dass die Schlacht um „die Macht“ unter Geschwistern ein Kampf auf Leben und Tod war. Ich hatte das Problem nie. Als verwöhntes Einzelkind war „die Macht“ immer bei mir. Aber schon damals gab es großartige (unterhaltende) Produktionen, unterbrochen von seltsamen, Gehirn zerfressenden Werbeclips – die übrigens heute wieder Gestalt in Form von YouTube- oder Facebook-Video-Unterbrechungen annehmen. You can skip this video in.. 30 Trillionen seconds.. Nicht nur die Politik erleidet Rückschritte..

Klarerweise muss man sagen, dass die Serien von heute „besser“ sind, als die von damals – denn sie unterscheiden sich besonders in ihrer komplizierten Erzählweise (Westworld, Game of Thrones, LOST, Breaking Bad) und werden zu Recht „Quality-TV“ genannt. Der Konsument darf denken, miträtseln und freut sich wie ein kleines Kind, wenn die eine oder andere Theorie zu stimmen scheint. Produzenten stecken vergleichsweise genau soviel Budget in eine Serie, wie in einen Blockbuster und dank der Schnelllebigkeit des Internets können auf entsprechende Themen oder Reaktionen Rücksicht genommen werden. Man tritt in Kontakt mit Fans, belauscht sie auf Reddit und wirft ihnen den einen oder anderen Leckerbissen zu.

Trotzdem sind die Serien von damals, trotz kindlicher Verklärung und trüber Erinnerung, nicht soviel „schlechter“ – wenn auch heute nicht mehr wirklich ernsthaft ansehbar. Wenn ich mir TNG ansehe, dann nicht ohne gelegentlichen Picard’schen Facepalm. Könnte ich mir heute nochmal alle 10 Seasons von Stargate: SG1 ansehen? Schwierig. Selbst bei Buffy täte ich mir schwer. Würde ich die Zeit, in der ich mir neue Serien ansehen könnte, wirklich in 200 bereits gesehene Serien investieren? Die Antwort liegt klar auf der Hand.

Trotzdem, zum zweiten, hat die nicht zusammenhängende Erzählweise von damals auch seine Vorteile: Eine Folge TNG zwischendurch, ganz gleich aus welcher Season und ohne nachzudenken? Warum nicht. Eine Folge A-Team? Her damit. Eine Folge SeaQuest:DSV oder Sliders oder AkteX? Kein Problem. Xena! MacGyver! Hell yeah!

Die aktuelle Fernsehlandschaft wird sich dann vermutlich die erste Folge, oder das Season-Finale oder ein, zwei hervorragende Folgen ansehen, herausgefiltert durch eine Zusammenstellung auf YouTube oder eines Bloggers („The 10 best episodes of…“), während alte Serien den Vorteil haben, dass man zu jeder Zeit einsteigen kann, auch wenn sich vielleicht die eine oder andere Gehirnzelle dabei verabschieden möchte. Ade! Wir sehen uns bei Westworld Season 2 wieder!

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1996: Buffy (as we know it) begins!

Wir erinnern uns, dass die Serie Buffy The Vampire Slayer einen Vorgänger Film namens Buffy – Der Vampir-Killer hatte. Der Film ist so trashig wie der Titel selbst – auch wenn er mittlerweile Kultstatus genießt. Das Meisterwerk erschien 1992 und machte die Welt für diesen Piloten bereit, bevor die Serie 1997 startete:

Man muss sich dabei in Erinnerung rufen, dass die Anfänge von Buffy in einer Zeit stattfanden, bevor jeder Haushalt einen Internetanschluss besaß. Der Pilot startete, bevor das Produzieren von zusammenhängenden Folgen und hoch qualitativen Serien in Mode kam. Selbst Tony Soprano debütierte erst 1999 und The Wire folgte um 2002.

Wenn der Pilot zu Buffy also etwas „trashig“ anmutet oder gar ein „Wie konnte das damals in Serie gehen?“ heraus lockt – muss man lediglich etwas Geduld und Durchhaltevermögen besitzen, denn gegen Ende schimmert bereits der Charme durch, weswegen wir die Serie lieb(t)en.

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Die 5 BESTEN am Horror-DONNERSTAG #65

Horroctober, die 1. – auch wenn schon Mitte des Monats. In diesem Falle handelt es sich um die 5 besten Horrorfilme.

Stellt sich die Frage, was fällt unter „Horror-Film“. Sind Splatter wie Braindead (1992), The Toxic Avenger (1984) und Bad Taste (1987) noch Horrorfilme? Sind Zombiefime wie Night of the Living Dead (1968) und 28 Days Later (2002) Horrorfilme? Was ist mit Tortureporn à la Saw (2004) und Hostle (2005)? Es ist schwierig sich abzugrenzen, all diese Subgrenes. Ist Alien (1979) ein Horrorfilm? Bei mir fiele er zunächst unter Science-Fiction. Ich halte mich also an die Klassiker und daher eindeutig dem Genre zugewiesene Filme:

Die 5 besten Horrorfilme

1. A Nightmare on Elmstreet (1984) – Nicht die Neuverfilmung! Stellvertretend für Teenie-Slasher wie Freitag, der 13. und Halloween, die Teil vieler jugendlicher Nächte waren. Wer keine Freunde hatte, der suchte sie wo anders. Im TV – oder der Videothek (Das war der Laden, in dem man sich VHS Kassetten ausleihen und mit einem zweiten Videorekorder den Film kopieren konnte).

2. The Evil Dead (1981) – Nicht die Neuverfilmung! Damals noch bekannt unter Tanz der Teufel. Ganz gruselig und schrecklich; der Wald mit den vergewaltigenden Ästen (und ich mich als unschuldiges, naives Ding ständig fragte.. hat der Ast eben tatsächlich..?) und das Buch, aus Menschenhaut gebunden und mit Menschenblut beschrieben. Die Geräusche, das kratzen an den Fenstern. Wenn man jung ist, flößt einem dies wirklich Angst ein. Heute sind wir alle drüber hinweg und lachen.

3. Das Omen (1976) und Der Exorzist (1973) – Nicht die Neuverfilmung! Psycho-Horror vom feinsten. Zugegeben, Damian war auch sehr gespenstisch. Das Kind mit dem Satans Mal! Satans Kind! Ebenfalls darunter fallen Rosmaries Baby (1962) – Nicht die verdammte Neuverfilmung! – und Poltergeist (1982).

4. Saw (2004) – Man darf dem sinnlosen (wenn auch kreativen) Gewaltporno abgeneigt sein, aber eines muss man dem ersten Teil der Reihe lassen: Es war etwas neues. Und kreatives. Das Ende unvorhersehbar. Und die Quälvorrichtungen.. Wer und wie und unter Einfluss welcher Drogen, kommt man auf diese kranken Auswüchse? Ich bin immer wieder fasziniert, verschreckt und auch etwas neidisch.

5. Die Vögel (1963) – wenn schon nicht Psycho von Alfred Hitchcock – den ich eher langweilig empfunden habe – dann aber zumindest die Vögel. Gespenstisch. Und gut!

5.1. Es (1990) – Nicht die verdammte Neuverfilmung! Auch Es war ein guter Horrorfilm und Steven King (Literatur wie Filme) ein hervorragender Begleiter für junge Nächte. Erinnert sich wer an die Tommynockers (Das Monstrum, 1993), den Menschen fielen die Zähne aus! Oder an den Friedhof der Kuscheltiere (1989). Ich weiß nicht warum, aber so schlecht fand ich die Steven King Verfilmungen damals nicht. Christine (1982), Kinder des Zorns (1984), Misery (1990) , Carrie (1976, NICHT DIE VERDAMMTE NEUVERFILMUNG!!), ..

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