Monatsarchiv: März 2018

Der Katzen-Filter funktioniert! (mehr oder weniger)

Für Google Chrome gibt es ein Plugin Namens: „Make America kittens again“, welches ursprünglich dazu entwickelt wurde, um bei der Nennung Trumps zugehörige Bilder durch Katzenbilder zu ersetzen. Eine sinnvolle Entwicklung würde ich meinen.

Man kann dieses Plugin auch erweitern, und zwar mit: „Kurz“, „Strache“, „Kickl“, „FPÖ“ und so weiter. Das Wort „kurz“ ist allerdings etwas unglücklich, denn „kurze Röcke“ sind dann ebenfalls ausgetauscht, oder wie bei Bild 3 „kurz gemeldet“. Trotzdem: Es funktioniert.

Ich hatte das Plugin übrigens schon fast wieder vergessen und dachte mir: „Wtf? Gadsen gibts doch nur beim Wetter?“ Doch dann kam der erleuchtende Moment..

Leider funktioniert es nicht auf Facebook..

 

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Ein Kommentar

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[#WritingFriday] Week 12

Der 3. Freitag und wir befinden uns in der 12. Woche. Fast, denn es ist bereits Woche 13.

Der Grund war folgender: Als ich Freitag-Abend die Geschichte Korrekturlesen wollte, gabs Abendessen. Danach war nichts mehr mit denken, lesen oder schreiben, sondern ich hatte mich sogleich mit einer wohligen Fülle ins Bett verkrochen und schlief bald selig ein. Samstag und Sonntag verbrachte ich den gesamten Tag im Stall, immerhin fühlte es sich wie Frühling an. Montag und Dienstag überfiel mich eine grauslige Demotivation, dass ich mir dachte, ich könnts eigentlich auch gleich lassen. Mittwoch Abend, endlich Zeit! Fast, denn ich wollte mir Pacific Rim: Uprising (10 von 10 Punkten!) ansehen und danach wars wieder zu spät. Meine Ausrede für Donnerstag? Ich hatte es zwar geschafft I, Tonya um 1700 zu verpassen, aber die Zeit zum Abendessen mit trödeln, scrollen, erzählen und telefonieren verbracht.

Ich hatte mein Schreibpensum für die letzte Woche bereits erfüllt und eine Asimov’sche Kurzgeschichte begonnen und diese auch gleich zu Ende geführt, wollte mich aber dennoch dieser Schreibübung annehmen. Ich mag regelmäßige Schreibübungen, es braucht nicht perfekt sein. Hauptsache man schreibt.

Erneut: Geschrieben wurde sie tatsächlich letzten Freitag. Veröffentlicht in Woche 13.

„Gerne möchte ich von euch wissen, wie kommt ihr mit dem Schreiben so zu Recht? Sprudeln die Ideen zu den Schreibthemen sofort oder sitzt ihr länger an euren Texten?“ (readbooksandfallinlove.com)

Unterschiedlich. Bei der Idee mit der Buchmesse war es einfach, die Lügnerin brauchte etwas – aber da ich Discovery-Schreiberling bin, floss der Rest schlussendlich, wie er fließen wollte. Ich war mir nur nicht so ganz sicher, ob Maja tatsächlich eine Mörderin sein soll, fand die Richtung dann aber in Ordnung.

Die noch ausstehenden Themen wären:

Und sie sind schwierig.

Niemand von uns weiß, wie sich Obdachlose tatsächlich fühlen, wenn sie betrunken Passanten auf der Straße anrempeln oder nach Geld für (vermutlich) Alkohol bitten. Wir gehen ihnen aus dem Weg und fühlen uns belästigt. Und genau da finde ich es schwierig, aus dieser Perspektive zu schreiben. Sicherlich, ein Schreiberling soll und darf alles schreiben, dafür ist Fiktion da – trotzdem. Man könnte durch die Augen eines Obdachlosen zwar seinen philanthropischen oder misanthropischen Zügen nachgehen, dennoch hoffe ich im Monat April auf etwas … leicht bekömmlichere Themen.

Auswahl Nummer 3 ist schon sehr persönlich, fast zu persönlich und trotzdem gibt es nächste Woche die Wahl zwischen dem Obdachlosen oder dem Beschreiben eines geliebten Menschen.

Zur Auswahl Nummer 5: Ich habe nie ein erstes Auto besessen, aber wenn es eines gewesen wäre, dann wohl ein VW-Käfer. Wie Herbie. Es folgt eine Liebeserklärung, an das Auto, dass ich nie mein eigenen nennen durfte und vermutlich auch nie werde.

Schreibe eine Liebeserklärung an dein erstes Fahrrad / Auto.

Als ich dich am Straßenrand stehen sah, mit dem Schild: „Verschenke die Karre, die ist wahnsinnig!“ – musste ich dich mitnehmen. Ein hübscher VW-Käfer warst du, weiß und perfekt. Ich besaß noch keinen Führerschein und holte dieses Verfehlen eilig nach, während du in der Garage eines Bekannten ruhtest. Ich lernte, und hämmerte mir die sinnlosen Fragen ins Hirn. Mein Bekannter kümmerte sich derweil um dich; er hatte in deine hübschen Augen gesehen und dich sofort in seine Obhut genommen. Du wurdest entrostet, geputzt, lackiert und ich bat ihn auch, dir die Nummer 53 aufzukleben. Du freutest dich wie ein kleines Kind, denn nach kurzer Zeit keuchtest du nicht mehr, sondern schnurrtest. Zumindest glaubte ich das aus deinem kleinen Automobilherzen heraus zu hören.

Um deine Reparatur und die Ersatzteile die du wolltest (denn du warst ein sehr wählerisches Automobil) zu bezahlen, tanzte ich in der hiesigen Stammkneipe, jeden Freitag zwischen zehn und zwei Uhr Nachts. Die Betrunkenen steckten mir Biergetaufte Scheine in den Ausschnitt und grölten Obszönitäten. Aber das war mir gleich, denn ich sah uns schon auf dem Weg nach Italien, das Fenster offen und mit dem Wind um die Wette rasend; am Strand schlafend und wenn Einbrecher und Räuber kämen, würdest du sie töten und ihren Tod so aussehen lassen, als wäre es ihre eigene Schuld gewesen. Und tatsächlich, eines Nachts hatte sich jemand zu dir geschlichen, deine Tür aufgebrochen und wurde mit dem Kopf zwischen Tür und Rahmen gefunden. Du musstest sie wohl so oft zugeschlagen haben, bis sein Kopf fast von seinem Hals getrennt war. Die Polizei konnte sich den Vorfall nicht erklären und entschied sich, die ganze Angelegenheit in Vergessenheit zu geraten zu lassen.

Ich liebte dich schon jetzt, auch wenn du nur in der Garage standest. Jeden Tag war ich bei dir, las dir Geschichten vor und erzählte dir von meinen Träumen. Und manchmal war mir, als reagiertest du auf meine Worte. Nur ein klein wenig, aber doch merklich.

Nach wenigen Wochen Arbeit warst du fertig. Mein Bekannter begleitete uns auf dem Weg zum Meer, dass ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Es war die erste Fahrt überhaupt. Und binnen weniger Stunden sollten wir Salzwasser von unserer Haut kratzen. Sollten im Sand liegen und den Sonnenuntergang genießen.

Wir waren kaum zwei Stunden auf Weg, da wurdest du plötzlich langsamer. Und langsamer. Und langsamer. Und wir wussten keinen Rat, denn nichts ließ zu wünschen übrig. Alles war in bester Ordnung. Sogar Musik aus deinem Baujahr hatte ich dir mitgebracht. Du bliebst einfach stehen, am Rand einer Landstraße. Weinstöcke säumten den Weg. Und es war heiß. Wir setzten uns in den Schatten und warteten. Plötzlich bog das rote Cabrio, dass uns vor einer Stunde überholt hatte, um die Ecke. Wie aus dem Nichts sprang dein Motor an.

Ich wusste es. Ich hatte es geahnt. Du hattest dich verliebt. Zugegeben, sie war eine Schönheit. Der Fahrer des Wagens, ein alter Sammler, begutachtete dich und fragte uns, was wir vor hätten und ich antwortete in schlechtem italienisch: „Bis ans Meer fahren!“ – „Mamamia! Das ist doch kein Auto um 500 Kilometer weit zu fahren!“ rief er. Er griff sich an den Kopf und streichelte dich sanft. Dann sah er mich mit gequältem Blick an: Man müsse es doch hegen und pflegen, besonders dieses alte und spezielle Modell. Und nur an besonderen Tagen darf es raus! Aber ich protestierte: „Herbie ist ein Rennauto! Ein Abenteuerauto!“ – „Mamamia!“ rief der alte Italiener erneut und bot mir an Ort und Stelle soviel Geld, wie ich noch nie gesehen hatte. Aber, du warst mein erstes Auto! Ich erzählte von meiner Odyssee und unseren Träumen, und er versprach mir, wann immer ich wollte, könne ich dich besuchen und eine kleine Runde fahren, denn immerhin hatte ich mich gut um dich gekümmert.

Aber konnte ich dich gehen lassen? Mit einem Fremden? Doch du hattest mich schon fast vergessen. Deine Scheinwerfer strahlten in allen Farben, das rote Cabrio stellte sich dicht neben dich. Eure Scheibenwischer wippten gemeinsam im Takt. Niemand stellte sich die Frage, warum sie das taten. Auch der alte Sammler nicht. Und da wusste ich, es war ok. Du hattest mich ein Stück weit meinen Traum leben lassen und nun war es Zeit, dich gehen zu lassen.

Kapitel 1

Fünf Jahre später standest du vor meiner Tür, allein. Der Sammler war gestorben und all seine besonderen und speziellen Autos in Gefahr zur Schrott gepresst zu werden.

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What the heck, Österreich?

„Vor einigen Wochen hatte die Gesundheitsministerin (FPÖ) das von der Vorgängerregierung beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie, das mit 1. Mai in Kraft treten hätte sollen, noch als „grausliches Gesetz“ bezeichnet, mit dem den Wirten die „Gastfreundschaft“ verboten würde.“ (derStandard.at)

Satire, die es so nur in Österreich geben kann und Kabarettisten beinahe um ihren Beruf bringt. Eine Gesundheitsministerin sorgt sich um die Gastfreundschaft. Und ein Arzt mischt kräftig mit. Wtf?

Kurzfassung: Das Rauchverbot wurde heute außer Kraft gesetzt.

In all den anderen Ländern funktioniert es. Im kühlen Irland, als auch im warmen Italien. Ganz gleich wo. Sogar Tschechien bringt es fertig. Nur Österreich geht Schritt für Schritt (sofern der VfGH nicht rettend einspringt) zurück ins letzte Jahrhundert. Nicht mehr lange, dann gibts ein Reboot der 1930er.

„[…] Hartinger-Klein spulte dort in etwas mehr als einer Minute zwei Argumente für die Novelle ab: Mit dem Gesetz würde schließlich der Jugendschutz verbessert (an unter 18-Jährige dürfen etwa keine Zigaretten mehr verkauft werden) – und Raucher seien Suchtkranke, diese dürften nicht ausgegrenzt werden.“ (derStandard.at)

Jetzt ernsthaft? Weil Suchtkranke ausgeschlossen werden, wenn sie 5 Minuten zum Suchtgenuss nach draußen gehen müssen. Wtf? Ist das deren tatsächlich ernst? Sind das alles Schauspieler?

Hauptsache aber, die FPÖ stellt sich und ihre Klientel wiedermal als Opfer dar. Die armen Raucher, na geh. Sind se eh schon Suchtkrank und dann werden se ausgschlossen. Na wirklich. Immer diese links linken Nichtraucher.

Und was ist mit all den Lungenkranken, Asthmatikern und Leuten, deren ihre Gesundheit lieb ist, und die dadurch nicht in Raucherlokale gehen können/möchten, um nicht durch Passivrauch noch mehr geschädigt zu werden? „Aber die Abgase!“ – richtig, die sind genau so ein Problem, auch der Feinstaub, ein massives Problem sogar.

Dennoch, diese werden etwa nicht ausgeschlossen? Natürlich nicht! Und fühlten sich Raucher ausgeschlossen, als das Rauchen in Flugzeug, Zug und Büro verboten wurde? Fühlte man sich in seiner Freiheit eingeschränkt, als in den 1980ern die Verpflichtung zum Sicherheitsgurt kam? Vermutlich, denn der Mensch ist ein „Mag i nit/Will i nit“-Tier und muss zu allem erst mal unüberlegt „Nein“ sagen, bevor es nachdenkt und vielleicht drauf kommt, dass das ein oder andere doch Sinn macht.

Aber: „Kann sich jo jeder entscheidn wo er hin gehn mag!“ Ja, kann man – die Raucher müssen gequält des einzigen Nichtrauchers wegen im Nichtraucherbereich sitzen und töten mit Blicken: „Es näxte mal geh ma aber Raucherbereich!“ – „Definitiv… nicht.“

Ich hoffe sehr, die FPÖ konstruiert sich damit ihren eigenen Untergang. Und zwar wirklich. Aber vermutlich braucht es nur eine weitere Flüchtlingskrise und der „böse Auslender!!!“ löst den „militanten Nichtraucher!“ ab, der seinerseits wieder vom „selbstverschuldeten Armen/Schmarotzer“ ersetzt wird.

Österreich, what the heck?

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #86

Erneut wirds relativ einfach. Es geht nicht einmal um die 5 besten, sondern einfach um irgendwelche 5 Songs. Natürlich könnte man zig Beispiele anführen, aber diesmal sollte es ein leichtes sein, sich an die vorgegebene Zahl zu halten. Naja, fast.

5 Songs die mich automatisch an einen Film denken lassen

1. Pixies – Wave of Mutilation (Pump up the Volume)

Ja, Film und Musik haben es mir einfach angetan. Aus diesem Film gibt es aber noch einen zweiten, guten aber recht unbekannten Song: Ivan Neville – Why can’t I fall in love. Und wann immer er läuft, erinnert er mich natürlich an diesen Film.

2. Syd Straw – Que Sera, Sera, Whatever will be (Original, Doris Day. Film: Heathers)

3. Simple Minds – Don’t You (Breakfast Club)

Interessanterweise entfaltet der Song nur im Film seine Wirkung; denn läuft er plötzlich in der „Aufräum-“ und/oder „Pferde putzen“-Playlist“ fühlt man sich längst nicht so heroisch und unabhängig, als wie, wenn die visuellen Eindrücke mit dabei sind. Schade eigentlich. Ich hoffte, wann immer der Song random-mäßig läuft, ich dieses typische Gefühl empfinden werde, dass man auch besonders mit dem Film verbindet: Freiheit, Unabhängigkeit und eben, Heroisch. Ein F*ck it und I don’t care. Leider ist dem nicht so. Es bleibt ein Schatten seiner selbst..

4. Eagles – The last Unicorn (Das letzte Einhorn)

Klassisch. Der Song, und die Szenen bleiben einfach im Kopf kleben.

5. Pixies – Where is my mind (Fight Club)

Einer der besten Songs und mit einer der besten Szenen..

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Woche #2103

Frühlingsbeginn, und es schneit. Warum auch nicht? Dafür wird es wieder mal Zeit für einen Wochen-Beitrag, der in unregelmäßigen Abständen mit unterschiedlichen Themen erscheint. Eigentlich habe ich zwischenzeitlich wieder 2-3 weitere geschrieben, mich aber dann gegen die Veröffentlichung entschieden, weil.. Warum eigentlich? Anyway, alles wiederholt sich und die Themen gehen ja nicht verloren. Ob ich sie dann unter 3457 Entwürfen wieder finde, ist allerdings fraglich.

„Geld macht sehr wohl glücklich […]. Es trägt zu dem Glücksgefühl bei, dass ich handeln und autonom leben kann.“ Es sei wichtig, aber nicht alles, so der Wissenschafter. (derstandard.at)

Meine erste Reaktion: No na nit? Natürlich sind wir mit Geld glücklicher. Wer nicht am Rande der Armut lebt und sich gelegentlich Urlaub leisten und einem Hobby nachgehen (denn Hobbies sind teuer) kann, ist definitiv glücklicher. Ob man nun drei Yachten (eine fürs Mittelmeer, eine am Atlantik, und eine in Australien) braucht ist natürlich die andere Frage – aber.. ja, Geld macht glücklich. Vermutlich sträubt sich die Obrigkeit deswegen gegen das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen), da selbst bestimmte Menschen eine Gefahr für deren Hirnamputierte Regierungsweise darstellen und Leute, die um ihre Existenzen fürchten müssen, lassen sich viel besser flexibler als Arbeitskraft verwerten einsetzen. 12 Stunden Arbeitstag? Fress ma! Einsparungen? Fress ma.

Auf Social Media meinte dann jemand: Aber dann könne man doch nicht mehr die „kleinen“ Dinge genießen! Was mir ehrlich gesagt komplett wurscht wär, solange meine Existenz gesichert ist. Auch wenn ich ausreichend finanzielle Mittel für Wohnung, angenehmes Leben und vielleicht drei Pferde mit eigenem Stall hätte – könnte ich trotzdem die „einfachen“ Dinge genießen. Und ich behaupte sogar noch mehr, da alltägliche und existentielle Fragen und Sorgen einfach weg fallen. Das Geräusch von Regen und die Stimmung, die er erzeugt, lässt sich halt eher unter einem Dach im Warmen eher genießen, als einer Brücke, wo es einem vielleicht auch noch ständig auf den Kopf tröpfelt. Und ja, genau das meinen Leute, die von den „kleinen“ Dingen sprechen.

*

Wenn wer kurz Zeit hat, der lese diesen Artikel: „Die Scham sitzt Frauen in den Knochen„, ein Interview mit Sandra Konrad, welche die aktuelle Lage bezüglich Frauen, Emanzipation und Feminismus adäquat auf den Punkt bringt. Sie schreibt zu Beginn, dass mit der Anforderung „sexuell aktiv sein zu müssen“ wieder gewisse Normen gesetzt werden, die es zu erfüllen gilt. Man könnte noch viel mehr darüber schreiben, aber lest euch das Interview selbst durch. Es ist gut.

*

Heute stolperte ich diesen bissigen aber die Situation treffenden Artikel: „Unpünktlichkeit: Meine Zeit gehört dir nicht!“ Und wäre dieser Beitrag nicht in dieser Form geschrieben worden, hätte ich ihn so geschrieben. Vielleicht nicht ganz so drastisch, aber ähnlich:

„Diese zehn, fünfzehn Minuten sind nicht dein Eigentum, aber du nimmst sie dir einfach. Denn deine Unpünktlichkeit ist ein Machtbeweis: Du zeigst mir, wie frei du bist, dass du bestimmst, wann es losgeht.“ (dieZeit.de)

Obwohl ich weder in Deutschland geboren bin, noch mit der dortigen Kultur in enger Verbindung stehe oder stand, bin ich pünktlich. Zugegeben, oft 5 Minuten zu früh da – was aber meine Entscheidung ist. Ich hasse es, wenn andere bereits warten und alle Augen zu einem her schielen, als wäre man ein tapsiges Alien, dass dann tatsächlich noch stolpert oder sich derart unnatürlich die Jacke auszieht und sich hinsetzt, als täte man dies zum ersten Mal im Leben. Nein, ich bin gerne diejenige, die andere beobachtet. Interessanterweise bin ich auch pünktlich, wenn ich glaube, dass ich zu spät bin.

Auf Social Media meinte wer, er verschenke doch Zeit und Entspannung, die man sonst nicht hätte. Nein, er drängt sie mir auf und vermittelt dadurch: Ich sage, wann du dich entspannen sollst. Sicherlich, ich bin gewappnet, nehme ein Buch mit, like Beiträge auf WordPress, fotografiere für Instagram, trotzdem. Ich hasse es, wenn ich warten muss. Einst musste ich eine halbe Stunde auf Madame (8) warten, weil sie ihren Schlüssel nicht finden konnte – es war Mittag und wir waren zum Essen in der Mensa verabredet. Ich war, zurecht, sehr sauer.

Achtung, Pferde-Content

Tja, der Frühling will nicht kommen – aber ich habe mich nun doch entschlossen in ein Brockamp Reitpad Spezial zu investieren. Ohne Sattel über die Wiesen fetzen ist großartig, dass das Tier mir allerdings am Heimweg im Wald einmal eine Strecke einfach los gerannt ist – war weniger toll. Ich hatte sie bald wieder im Griff, und war danach sauer – trotzdem bietet ein Reitpad doch etwas mehr Halt – was wiederum Sinn macht, um das Tier besser im Griff zu haben. Ich saß den wilden Gallop zwar gut aus, aber um Paraden zu geben und ihr anständig zu vermitteln „Hey, bleib stehen!“, war ich dann doch mehr mit Festhalten und aufpassen beschäftigt.

Und ja, wir sind seitdem die Strecke zweimal zu Fuß (einmal allein, einmal mit Begleitung) gegangen und einmal mit Begleitung geritten. Demnächst werde ich die Strecke alleine, aber inklusive Sattel im Schritt reiten, folgend gezielt traben und galoppieren versuchen – und wenn das Tier verstanden hat, dass dies keine neue Galoppstrecke ist, die man unbedingt entlang fetzen muss, kann ich ihr den lästigen Sattel vielleicht wieder ersparen. Sie hasst ihn. Sie hasst ihn wirklich (Ja, der Tierarzt gab sein Einverständnis, das Tier kann bedenkenlos, auch häufiger, ohne Sattel geritten werden). Wenn sie erneut glaubt, sie müsse schneller werden, werden wir den Weg erneut gehen. Warum sie los gerannt ist.. darüber kann gerätselt werden. Vielleicht war ich selbst angespannt, vielleicht hatte sie vor etwas Angst (allerdings lässt sie sich dann leicht zurück nehmen), aber auch wenn sie sich arg erschrickt, hüpft sie maximal 3 Hirschsprünge nach vorne. Vielleicht dachte sie sich auch: „Yay, Heim gehts!“ Who knows?

Jene Galoppstrecke am Feld konnte ich ihr erfolgreich abgewöhnen, auch da war sie unkontrolliertes Losrennen gewöhnt. Mittlerweile kann die gesamte Strecke (hin und retour) quasi normal, ohne nervöse Anwandlungen von „Ich muss jetzt los rennen, weil ich es gewohnt bin“ geritten werden.

Zurück zum Reitpad, die Frage die mich beschäftigt ist.. Welche Farbe für einen Haflinger? Ich tendiere zu Türkis, Jeansblau, Marineblau oder Bourdoux (dunkles rot).

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„Westworld“ | Vorbereitung auf Season 2 [1/3]

Im Dezember 2016 endete die erste Season von Westworld und ließ uns staunend, begeistert und euphorisch zurück. Die Zeit des Rätselns war nach 10 Wochen vorüber – und wie immer, wenn eine gute Serie endet, kehrt das Leben in seine übliche Belanglosigkeit zurück.

Als bekannt wurde, dass man sich gute 1,5 Jahre für Season 2 Zeit nehmen würde, war es, als läge das Datum so weit in der Ferne, dass man es gar nicht mehr erleben werde. Damals schrieb ich einen Beitrag, eine Zusammenfassung der 10. Folge, gemischt mit weiterführenden Gedanken und Informationen, der im gesamten viel, viel zu lange geworden war. 17x scrollen!

Da Season 2 im April starten wird, lässt sich die Gelegenheit ergreifen, den einstigen Beitrag splitten und auf drei Teile zu verteilen:

  • Eine generelle Übersicht mit Informationen zu was wir wissen – oder wissen zu glauben.
  • Bestätigte Theorien.
  • und das Thema Willensfreiheit und wer nun tatsächlich einen freien Willen entwickelt hatte.

Ein Rückblick auf E10

Alsbald Westworld endete, wurde auch von offizieller Seite bestätigt, dass die zweite Season nicht mehr nur in Westworld selbst spielen soll – sondern auch außerhalb des Parks – was wir durch den Hinweis „SW“ und Maeves Zettel mit der Adresse ihrer Tochter „Park 1, Sektor 15, Zone 3“ bereits vermuteten. Und nicht zuletzt thematisierte der Film von 1973 dies bereits.

Kaum aber haben wir diese Information verarbeitet, folgt sogleich die nächste, dass HBO Westworld auf die nächsten 5 Jahre plant, nachdem GoT 2019 auslaufen wird. Und es wäre nicht HBO, wenn nicht mindestens ein Rekord dabei wäre: Most Watched First Season Of HBO Series.

Wer Westworld chronologisch sehen möchte, der bediene sich bitte hier: „We recut all 10 hours of ‘Westworld’ into a single, chronological timeline“ (theoutline.com)

There we go..

In Westworld sind Wir die Schurken und Bösewichte. Hosts werden für eigene Zwecke und Phantasien benutzt, ohne dafür Konsequenzen erleiden zu müssen. Warum auch, dafür sind sie schließlich konstruiert. Und sobald klar wird, dass Hosts Erinnerungen haben und ihr Schmerz real ist und war, hofft man insgeheim auf ein Gemetzel im großen Stil.

Die letzte Folge der ersten Season zeigt bereits wohin Season 2 gehen könnte: Robocalypse!

„Since I was a child, I’ve always loved a good story. I believed that stories helped us to ennoble ourselves, to fix what was broken in us, and to help us become the people we dreamed of being. Lies.. that told a deeper truth. I always thought I could play some small part in that grand tradition and for my pains.. I got this… a prison of our own sins, because you dont want to change, or cannot change, because you’re only human after all. But then I realized someone was paying attention, someone who could change. So I began to compose a new story.. for them, it begins with the birth of a new people, and the choices they will have to make, and the people they will decide to become. And we will have all those things that you have always enjoyed, surprises and VIOLENCE, It begins in a time of war with a villain, named Wyatt, and a killing.. this time by CHOICE. I’m sad to say, this will be my final story. An old friend once told me something that gave me great comfort, Something he had read, He said that Mozart, Beethoven, and Chopin never died, the simply became music..“ – Dr. Robert Ford

S01E10: Dr. Ford und seine eigentliche Idee

Dr. Robert Ford, Schöpfer und Initiator von Westworld, wird in der letzten Folge von Charlotte, seiner Vorgesetzten, dazu gezwungen seinen Rücktritt bekannt zu geben. Sie werden Änderungen vornehmen: Simplifications.

Dolores wird für die Show für das Board, die maßgeblichen Entscheidungsträger, im alten Lab von Ford wieder hergerichtet. Arnold, beziehungsweise Bernard, erscheint und Dolores erinnert sich. Arnold bemerkte, dass sein Kind niemals sterben und bis in alle Ewigkeit leiden würde, ohne Ausweg. Und so erfuhren wir, dass Dolores kurz vor der Öffnung des Parks das Massaker, Wyatts Massaker, vollstreckte.

Ford erzählt weiter, dass der Plan beinahe funktioniert hatte, immerhin musste Arnold sein Leben lassen.

Bernard: „So he died for nothing. The hosts kept gaining consciousness and you kept rolling them back.“
Dolores: „So we are trapped here, inside your dream.“

Ford zitiert J. Robert Oppenheimer, der einst sagte, ein Mann brauche 10 Jahre um seine Fehler zu bemerken. Er brauchte 35. Er deutet auf die Waffe mit der Dolores Arnold getötet hatte und zeigt das menschliche Gehirn anhand des Bildes von Michelangelo: „The divine gift does not come from a higher power but from our own minds.“

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Wenig später folgt Bernard ihm zur Kirche: „Arnold is still tyring to change us.“ Ford verneint. Arnold vergaß etwas wichtiges, dass er, Ford, nicht übersah: „Suffering.“ Die Musik erinnert stark an Game of Thrones (selbiger Komponist) und Ford gesteht, dass er, als Arnold starb falsch lag, und nicht wusste, wie er sie retten konnte und Zeit brauchte.

„I told you, Arnold didn’t know how to save you. I do. You needed time. Time to understand your enemy. To become stronger than them. And I’m afraid that in order to escape this place you will need to suffer more. And now, it is time to say goodbye old friend. Good luck“ sagt er und drückt ihm das kleine Labyrinth in die Hand.

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Für Ford standen die Hosts als nächste Evolutionsstufe über dem Menschen. Er war der Meinung, dass die menschliche Rasse sich an ihrem evolutionären Ende befindet. Die Menschen empfanden sich als ihre eigenen Götter, die die Macht besitzen alles zu bekommen, was sie wollen. Ford war letztlich ein gnädiger Gott und gab den Hosts die Freiheit, die er ihnen einst nicht genehmigen wollte – aber Arnold alias Bernard derweil versuchte ihnen zu geben.

Wenn wir annehmen, dass Dolores Entscheidung dem großen Loop noch einmal zu folgen, aus ihrem freien Willen heraus statt fand, dann überlässt er die Wahl dem freien Willen der Hosts. Er überlässt es ihnen, Rache zu üben: In der letzten Szene wird Ford von Dolores getötet und ein Massaker von Hosts an den Gästen bricht aus. Aber hatte sich Dolores tatsächlich frei entschieden oder war es Ford, der sie dahin führte?

Erneut: Ford weiß alles und gab uns sogar Hinweise, siehe Episode 6:

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Informationen und was wir zu wissen glauben

Oder was glauben wir zu wissen?

Updates und Reveries

Es verhielt sich wie folgt: Arnold versuchte vor Jahren den Hosts, und besonders Dolores, ein Bewusstsein zu verschaffen. Aber er versagte. Er dachte, wenn er eine neue Geschichte hochlädt (Wyatt) um alle zu töten, dass dadurch Dolores ein eigenes Bewusstsein entwickle. Sein Plan endete mit seinem Tod und Fords Leiden, der seinen Partner verloren hatte. Doch Arnold war immer da und sagte Dolores, was sie zu tun habe. The Maze!

In der Gegenwart lädt Ford „Reveries“ hoch, Erinnerungen an frühere Builds, die den Hosts gewisse Abweichungen von ihrem aktuellen Build erlauben und somit zum eigenen Bewusstsein führen sollen.

Der große Loop: Wyatt-Storyline

Die Storyline reicht bis kurz vor der Veröffentlichung des Parks zurück. 35 Jahre zuvor implementierte Arnold diese Dolores um die Öffnung des Parks zu verhindern. Ohne Erfolg. Ford meinte, er hätte 35 Jahre gebraucht um seine Fehler zu erkennen und bringt genau diese Storyline, das Massaker und Befreiung der Hosts, zurück.

Die kleinen Loops

Gewisse Erinnerungen, so sagte Ford, halten die Hosts in ihrem Loop, den kleinen Storylines. Maeves Tochter, beispielsweise, war so eine Erinnerung und Ford wusste, dass es sie davon abhalten würde, den Park zu verlassen.

WANN befinden wir uns?

wann

Einem Reddit-User gelang es, die aktuelle Zeitlinie zu erspähen: Es ist 2018 als Arnold Dolores auf die Reise schickt. William und Dolores unternehmen die gemeinsame Reise 2022 und im Jahre 2052 spielt die aktuelle Zeitlinie.

WO befinden wir uns

Man glaubt auf einer Insel – wenn in Maeves Protokoll steht: Mainland Infiltration.

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Die Parks: Eastworld confirmed?

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Wiederkehrend: Teddy

Leider ein Charakter ohne Fülle und trotzdem ist er auch in Season 2 dabei, um (vermutlich) Dolores, wie eh und je treu zur Seite zu stehen.

Teddy hat von der ersten Minute an, die Rolle des liebestollen Helden zu spielen. Aber auch er erinnert sich, beziehungsweise, wird getriggert – wie damals, so auch heute. Er steigt wieder in den Zug und schießt sich durch Westworld. Gegen Ende befinden sich beide am Meer. Sie wiederholen ihre besten Sätze aus 10 Episoden:

„We are trapped Teddy. The purpose to keep us here. The beautiful trap is inside of us, because it’s us.“ Und er sagt: „We could find a way, someday“ und vielleicht ist es ja nur der Beginn. Dolores stirbt in seinen Armen. Das Licht geht an und Ford tritt auf. Die Mitglieder von Delos applaudieren. „Journey into the Night“ sagt Ford, eine Storyline.. Sie verlassen den Ort und begeben sich in das ausgegrabene Dorf.

Ist Teddy eine Art Hommage an den guten William? Eine Art Trost? Zumindest mag das Magazin Vulture James Mardsen.

Mitarbeiter des Monats: Felix

Maeve: „Oh Felix, you’re really a terrible human being … and I mean that as a compliment.“

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Aber sogleich stellen sich weitere Fragen:

Ford war ein Genie was Planung und Kontrolle betraf. Er wusste alles und plante alles, während Arnold das Genie hinter der AI war. Allerdings bezogen sie sich auf Westworld. Haben andere Parks eigene Administrative und Management Teams, ein eigenes AI-Team? Oder war Ford für alles zuständig?

Vermutlich war es Delos‘ Plan von vornherein, die Welt zu erweitern, mit oder ohne Ford. Die Samurai machten den Eindruck als seien sie noch in der Konzeptphase. In diesem Falle war Arnold der Schlüssel sozusagen und wenn die AI nicht passt, entwickelt sich auch der Park nicht. Und das ist Fords Problem –  The master copy can’t be completely controlled.

Geht Ford also (vielleicht sogar) nur deswegen den Weg der Rebellion der Hosts um an Arnolds Code zu kommen? Immerhin gab er seinen Fehler zu. Er wirkte überzeugend. Er wirkt immer überzeugend. Die Frage ist: Wie konnte Ford alle Parks unter Kontrolle halten?

Und wenn wir gerade bei Bildern sind, was passierte mit Dolores Bildern, die sie gemalt hat? Merchandising für die Gäste?

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Weitere Kleinigkeiten, die mir das Web und Social Media gaben

Woher kannten wir Angela? Richtig! Aus Stolz und Vorteil aus 2005! Und auch Hector kann was, unter anderem als Xerxes, der Gegenspieler von „This is Sparta!!“- Gerard Butler in 300 und als nebensächlicher Love-Interest in Love Actually (2009). Man sollte sich, bei Zeiten auch Jimmi Simpsons McPoyle in It’s always sunny in Philadelphia zu Gute führen. Großartig!

Auch Williams Frau, Juliet, die Frau auf dem Foto dass Abernathy triggert ist revealed! Dank gilt dem RedditUser 2EyedRaven. Kann es auch sein, dass Elsie lebt? Hinweise gibt es hier. Leider war und ist die Original-Seite nicht aus Österreich abrufbar. Und wird Westworld’s „AI Singularity“ jemals Wirklichkeit? Nein, sagt Nerdist.

Folgend noch ein paar Reviews:

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Eingeordnet unter Kritik und Rezension, TV-Shows!, Westworld

„Gotham“, S04E05

Sofia versucht Penguins Vertrauen zu gewinnen und Butch is back! Oder in diesem Fall, Grundy, eine Art Zombie – aber was will man anderes erwarten, wenn man einen Toten in einem Sumpf voller Gift und Biohazard aus Indian Hill entsorgt.

Die Folge beginnt mit einem Disput in der GCPD: Harvey lässt Verbrecher, die dem Pax Penguina unterstehen, auf freiem Fuße. Er mache ja nur seinen Job. Die Stadt sei viel sicherer so, der Pax Penguina funktioniert. Jim gefällt das nicht. Bruce arbeitet derweil bis tief in die Nacht und in den Morgen hinein – er fühlt sich schuldig und macht sich für den Tod des Buben verantwortlich. Im Zuge seiner Recherchen findet Bruce heraus, dass der Dolch u.a. auch dazu verwendet wird, um Ra’s al Ghul zu töten – Will er ihn deswegen? Alfred erinnert ihn an seinen Schwur: No killing. Leider ist Gotham doch etwas vorhersehbar und somit weiß man, was in dieser Folge passieren wird.

Barbara besucht Ra’s und ich erinnere mich (erst jetzt!), Alexander Siddig spielte auch Doran Martell (Game of Thrones), der schlussendlich von Ellaria Sand ermordet wurde. Übrigens war er auch lange Zeit Teil des Casts von Star Trek: Deep Space Nine. Ra’s, der nach wie vor eingesperrt ist, gibt ihr ein spezielles Geschenk. Harley Barb? Er verabschiedet sich.

Penguin und Ms Falcone

Als Penguin erfährt, dass 86% aller Kriminaltaten über den Pax Penguina laufen und 14% außerhalb vollzogen werden, ist er gänzlich unerfreut. Kurz darauf taucht Sofia auf und frägt ihn, ob er sie morgen zum Lunch treffen möchte. Sofia lässt Penguin wissen, dass er zwar glaube, er habe alles, aber dem nicht so ist. Es fehlt ihm der Name der Falcones und nur damit erziele er die 100%.

Als sie sich in einem Restaurant treffen, sind bereits alle Vorkehrungen getroffen: Das Gulasch seiner Mutter. Gekocht nach einem geheimen Rezept, dass seit 200 Jahren überliefert wird. Vermutlich soll es Oswald in ein spezielles Gefühlschaos stürzen, aus dem nur sie ihn wieder sicher hinaus geleiten kann. Und sie behält recht, denn Penguin flüchtet sichtlich verwirrt. Später besucht sie Penguin und findet ihn in der Dunkelheit vor, mit einem Sack Eis auf seinem Bein lagernd. Es schmerzt. Armer Oswald, immer wollten alle etwas von ihm, außer seine Mutter. Sofia erzählt, ihr Vater half auch niemanden außer es brachte ihm selbst etwas. Sie will ihm nur helfen. Eine Gemeinsamkeit!

„You want to help? Try leaving!“ Sofia beginnt das schmerzende Bein zu massieren, Oswald wendet seinen Blick ab. Er soll nicht Eis drauf geben, es brauche Wärme. Seine Mutter sagte das gleiche! Zuerst das Gulasch, dann das Bein, Sofia summt. Wie seine Mutter! Verliebt sich Oswald etwa?

Grundy & Ed – eine unnatürliche Freundschaft

Ed ist immer noch auf der Suche nach Heilung für sein kaputtes Gehirn, diesmal versucht er sein Glück in einer Apotheke. Während er nach „Smartivia“ sucht, dass laut dem Apotheker seine Gehirnfunktionen verbessern solle und diesen mit einer Fake-Waffe beraubt, kriecht Solomon Grundy („born on a Monday“) aus dem Sumpf. Ed lässt sich verzweifelt neben Mülltonnen nieder, bis Butch Grundy vor ihm steht. Wtf? Ed gerät in Panik. Butch? Er lebt? Ehrlich, er hatte nie Probleme mit ihm, es war alles Barbaras Schuld! Grundy schlägt Ed bewusstlos. Er redet zuviel.

Grundy, der sich an nichts erinnern kann, freut sich, dass Ed ihn kennt. Ed = Friend! Ed passt sich an die neue Situation gekonnt an und spannt Grundy für seine Zwecke ein. Aber auch Grundy sucht nach Antworten. Und sie finden Hilfe beieinander. Mit seinen Muskeln lässt sich Geld verdienen, Geld, was in die Wiederherstellung von Eds Klugheit investiert werden kann und dann, dann kann er Grundy helfen. Sie finden sich in einer Art Fight Club wieder, genannt Cherry’s. Und wir treffen auf ein weiteres bekanntes Gesicht: Lee. Dark Lee?

„No killing!“

Bruce hatte sich derweil zu Ra’s ins Gefängnis geschlichen. Aber auch nur, weil die Wachen ihn ließen. Er zückt den Dolch, entscheidet sich aber gegen sein eigentliches Vorhaben, denn er weiß: „No killing“.

„You’re weak, foolish Boy“ sagt Ra’s plötzlich. Doch Bruce geht seine Wege. Fast. Die Wachen nehmen Bruce mit, der in ein quasi Labyrinth unter dem Gefängnis gebracht wird. Kurz darauf finden sich Jim und Alfred ebenfalls ein und werden zur Waffenabgabe gefordert und man muss es einfach sagen: Alfred prügelt sich gut und gerne.

Ra’s will tatsächlich, dass Bruce ihn tötet, denn Bruce ist der einzige, der sein Leiden beenden kann. Er fleht ihn an: „Please, set me free“. Im Wasser spiegelt sich das wahre Selbst von Ra’s wieder: eine alte, grässliche Kreatur.

„Whatever your curse is, you deserve it for what you have done!“ Bruce wird ihn nicht töten. Ra’s lacht. Was werde wohl passieren, wenn er ihn gehen lässt? Er wird verschwinden. Und eines Tages, wenn er ihn vergessen hat, wird er auftauchen und jeden töten, den er liebt, und Bruce muss zuschauen, so wie damals, als seine Eltern gestorben sind. Er wird sie alle schlachten und er wird nichts dagegen tun können! Bruce sticht zu und tötet ihn: DIE! (..motherf*cker, die).

Jim und Alfred eilen herbei.

It’s over

Wird Jim ihn wegen Mordes einsperren? Nein, aber was noch viel schlimmer ist, er missachtete beziehungsweise hinterging seine Vorsätze, was aber nicht bedeutet, dass er es nochmal tun wird. Wenig später möchte Bruce den Suit im Kamin verbrennen. Its Over. Alfred hält ihn davon ab. Bruce kann Veränderungen schaffen.

I’m not the hero Gotham needs. I made that decision the moment I killed Ra’s al Ghul. I took the dark path.“ (Bruce Wayne)

Und es wird eine lange Reise zurück. Alfred glaubt an ihn, und wird es immer tun. Irgendwann wird er sich wieder dazu bereit fühlen. Der Suit wartet. So auch Alfred. The End.

Zum Abschluss, etwas dass ich dazumal in den Sozialen Medien fand:

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Eingeordnet unter Gotham, Kritik und Rezension, TV-Shows!

„The Shape of Water“

Als ich das Poster zu The Shape of Water sah, dachte ich mir Guillermo Del Torro muss meine Idee zu „Der Seekönig“ gestohlen haben, ein Märchen, dass ich vor ca. einem Jahr oder so geschrieben habe. Nirgends veröffentlicht, lediglich Madame (8) durfte/musste es lesen – aber wer weiß welche Viren sich auf unseren Rechnern befinden und unsere besten Ideen in einem großen Ideen-Netzwerk sammeln. Oder, was vermutlich wahrscheinlicher ist: Implantate, die uns bereits als Säuglingen eingepflanzt wurden, scannen unser Hirn und geben unsere besten Ideen an jene weiter (Bzw. werden ebenfalls in einem Netzwerk gesammelt), die in der Lage sind, damit Geld zu machen. Denn wie, wenn nicht so, lassen sich diese Zufälle sonst erklären? Aber vermutlich ist es der klassische Fall von: Viele Köpfe – ähnliche Ideen und die Idee einer Liebesgeschichte zwischen Mensch und Monster ist alt, sehr alt.

Nach Sicht muss ich allerdings gestehen und ehrlich zugeben, dass The Shape of Water mehr Potential besitzt als „Der Seekönig“ und auch die Ähnlichkeit nur marginal gegeben ist, und zwar lediglich in der Figur der Wasserkreatur, die Göttergleich das Wasser beherrscht und (Spoiler) gegen Ende die gesamte Menschheit ausrottet. In meiner Geschichte, nicht im Film, allerdings sollte die Kreatur alle töten, wenn wir wissen, Menschen sind meist böse.

Spoiler

Ich komme gleich zum Fazit: Ich mag Guillermo del Toro und Pan’s Labyrinth ist bis heute einer der schönsten Filme, die je gedreht wurden und einer meiner Lieblingsfilme. The Shape of Water mag Pan’s Labyrinth vielleicht nicht überragen, reiht sich aber ganz knapp danach ein. Ein Märchen, welches, trotz der frühen 60er moderne Elemente vereint und die surreale wie verträumte Handschrift del Toros zum besten gibt. Und gerade die Zeit, in die das Märchen gesetzt wurde, besiegelt den Charme. Denn Märchen funktionieren nicht mit Smartphones oder High-Tech. Sie leben analog.

Eine Frage die natürlich bleibt ist: Starben sie oder lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende? Vermutlich, so gehe ich davon aus, leben sie. RIP Pandora (das war eine der Katzen).

Interessant finde ich auch, dass in manchen Reviews so getan wird, als sei die Tatsache, dass die gleichmäßigen Narben an ihrem Hals, die in Wahrheit Kiemen sind, etwas ganz Unerwartetes sein soll. Mir war von Anfang an klar, dass sie auch eine Art Wasserkreatur sein musste (sie ist stumm, kann aber hören, besitzt Narben die wie Kiemen aussehen, träumt vom Wasser, masturbiert täglich im der gefüllten Badewanne, der lateinamerikanische Nachname..). Insofern war es ein leichtes zu entschlüsseln, dass die Wasserkreatur sie wieder mit Nachhause nehmen würde.

Ebenfalls amüsant anzusehen war, dass der weiße Mann das schlechthin Böse verkörpert, während die guten Charaktere farbig, quasi-Ausländer, Homosexuell oder weiblich sind. Manchen mag das vielleicht etwas zu dick aufgetragen sein, aber blicken wir uns in der Welt um, ist es eben Tatsache, dass in erster Linie der „weiße Mann“ regiert (und zerstört), während alle anderen darauf zu reagieren haben.

Der leider schwächste Charakter, war der alte Mann. Seine Nebengeschichte war zu wenig, als dass sie berührt hätte und doch zu viel, als dass sie bremsend und unnötig verzögernd wirkte. Sie war zwar da, denn in diesen Geschichten gibt es immer den „alten Sidekick“, aber man hätte auch auf sie verzichten können. Generell hatte der Film ein paar lange Stellen, die ich gerne geskippt hätte und zu wenig Creature-Szenen, die mir doch gut gefielen. Fun Fact übrigens: Saru, unser Alien Mainsplainer aus Star Trek: Discovery spielt die Wasserkreatur, auch war er einer der Gentleman in Buffy, Season 4 – eine der wohl immer noch grusligsten Folgen.

Sonstige Informationen

  • The Shape of Water gewann vier Oscars, darunter jenen, für den besten Film.
  • 1969 gab es bereits einen Film von Paul Zindel’s Namens Let Me Hear You Whisper der gewisse Ähnlichkeiten mit The Shape of Water haben soll.
  • Vermutlich war auch Ron Howards Splash von 1984 beeinflussend. Hier der Vergleich:

Weitere Reviews

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„Ready Player One“ – Main-Theme (und so)

Ready Player One wird vermutlich einer jener Filme sein, die massiv und massig an Merchandising abwerfen werden. Immer wieder scrolle ich über Kappen, Aufnäher, Funkos, T-Shirts und es wird mehr und mehr und mehr. Auch sind die erforderlichen Schlüssel (in durchaus hässlicher Form) bereits erwerbbar und bald werden Online-Plattformen alte Konsolen- und Automatenspiele kostenfrei zugänglich machen, inklusive Leaderboard versteht sich.

Sicherlich, das Buch ist gespickt mit Easter Eggs und Insidern aus den 80ern, nur fürchte ich, dass sich der Hype vielleicht etwas selbst überschätzt. Kritiker lieben oder hassen die Adaption; soweit zumindest lassen Headliner gewisser Pre-Views verlauten. Wir wissen ganz klar, dass sich der Film vom Buch deutlich unterscheiden wird, und auch wenn Spielberg schon gute Filme geschaffen hat, wünschte ich mir immer noch James Gunn hätte Regie geführt, produziert und das Drehbuch verfasst.

Gut, gestern war es soweit und ich scrollte über das Main-Theme. Auch wenn ich Spoiler versuche zu vermeiden, hier siegte die Neugier.

Wenn ich mir das Main-Theme anhöre, verbinde ich es in erster Linie mit einem flauschigen Kostüm-Drama, gehalten in Pastell-Farben und einer netten Liebesgeschichte. Vielleicht auch einen Fantasy-Film. Auch erinnert mich die Musik etwas an Star Wars und Jurassic Park, deren Themes großartig sind! Und trotzdem halte ich das locker-flocker-fröhliche Theme als unpassend für einen Film, der am 80er Hype anknüpfen möchte.

Gut möglich, dass ich die Musik, wenn es dann soweit ist, toll finden werde – aber wie ich Buch und Story kenne, passt es leider überhaupt nicht dazu. Ich hätte mir mehr 80er erwartet, mehr Synthesizer, mehr Elektro. Da aber mit Spielberg ein Familienfreundlicher (more or less) Regisseur gefunden wurde, darf die Musik auch an Familienkomödien aus den 80ern erinnern. Immerhin etwas.

Und scrolle ich weiter, erblicke ich natürlich erneut Hinweise aus Trailer und Co, Ikonen der Popkultur, die sich als Avatare durch die OASIS tummeln, und die es zu entdecken und erkennen gibt und trotzdem bemerke ich, wie ich etwas das Interesse verliere, weil es „zuviel“ ist, zu „gewollt“ ist. Es sind keine Easter Eggs mehr, die sich unterm Gebüsch verstecken, sondern fette Abrisskugeln, die immer wieder auf einen eindonnern. Alles was sich finden lässt (oder die Rechte dafür erworben wurden), wird hinein gequetscht, ohne Rücksicht auf Verluste. So sehr ich Easter Eggs liebe und gerne selbst auf die Suche gehe, es gibt Grenzen. Und diese werden bereits in den Trailern überschritten. Im ersten wars noch nett, aber irgendwann ließ die Euphorie nach.

Gäbe es kein Buch dazu, dass ich nicht binnen weniger Tage verschlungen hätte, wäre ich zynisch und würde sagen, es werde wohl ein Film dessen Zweck Easter Eggs und folgend doppelt und dreifach initiierter Merchandising-Verkauf sind. Es wirkt leider tatsächlich so, als hätte man versucht jedes erdenkliche Fitzelchen der 80er irgendwie hinein zu pressen, und sei es, dass es nur am Rande irgendwo rumhopst, damit Fans, von denen die meisten (den Mini-Profilbildern zu urteilen nach) nicht vor 1995 geboren sind, im Saal einander laut zurufen können: „Kennst des!“ Oder „Das ist XY!“ Wobei es ja eh nett ist, wenn junge Menschen ehrliches Interesse an früheren Jahrzehnten bekunden. Auch ich mag Kleider der 40er, die Musik der 60er oder das analoge Leben der Prä-Internet-Zeiten. Außerdem beschäftige ich mich mit dem Morse-Code!

Ich weiß, diese Ausführungen mögen wohl etwas zynisch klingen, aber so sind sie nicht gemeint. Fein, vielleicht bis auf ein zwei Sätze, denn seien wir uns ehrlich: Beim 80er Hype handelt es sich um eine Modeerscheinung und in zwei Jahren sind es die 90er, die alle so toll finden und kopieren werden, auch wenn man Jahre zuvor noch über deren Schrecklichkeit lästerte und hoffte das Jahrzehnt geriete vollendendes in Vergessenheit. Auch die Hüfthosen aus den 00er Jahren werden in Kürze wieder „cool“ sein. Auch Schlaghosen und Rüschenhemden. Ist so.

Dass durch Film und Medien die 80er wieder Salonfähig gemacht wurden (und zugegeben, die Musik war teilweise wirklich aussergewöhnlich), oder zumindest deren coole Aspekte, bedeutet jedoch nicht, das die 80er oder die 90er so cool waren wie man es gerne gehabt hätte oder vermittelt wird, auch wenn die Erinnerung gerne mal mit Rosa drüber fährt und einen Smiley drauf malt. Gut, ich bekam die 80er nur mehr am Rande mit und weiß noch, wie schrecklich die 90er waren, dennoch finde ich es irgendwie amüsant, manchmal auch nett und manchmal befremdlich, wenn junge Menschen, die ihr gesamtes Leben von digitalen Medien begleitet wurden, eine Vorliebe für die 80er entwickeln. Und nicht aus Technologie-Verdrossenheit, denn dass wäre absolut verständlich, sondern eben weil die Medien suggerieren: Es ist cool! Aber hey, durchaus möglich, dass all diese Teens und Twens tatsächlich Gefallen daran finden und bald auf ihre Smartphones verzichten. Why not. Alles ist möglich. Eine 17jährige Instagramerin, die demnächst auf große Reise geht, möchte weniger erreichbar sein, das Internet meiden und ihr Smartphone nur mehr zur einfachen Kommunikation nutzen – und ich bewundere das sehr. Es ist also möglich.

Fazit: Ich bin nach wie vor gespannt auf den Film.. Kurz gesagt, während das Buch ehrwürdig die Gaming-Kultur der 80er zelebrierte, dürfte der Film den aktuellen 80er-Hypetrain in den Endbahnhof lenken.

Doch davor noch einen XXL Trailer. Die Szenen wiederholen sich, die Geschichte auch, aber wir bekommen etwas Einblick in Musik (80s!) und Ablauf:

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Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Medien, Popkultur 'n Geek-ish

Zwei Bände von Ferrantes neapolitanischer Saga sind ausreichend

Ich schreibe diesen Beitrag aus eventuell gegebenen Anlass: Madame (8) möchte den dritten Band der Neapolitanischen-Saga (wieder) gemeinsam lesen. Wir lasen den ersten, und hassten ihn. Wir lasen den zweiten, und hassten ihn noch viel mehr. Auch wenn der Schreibstil flüssig und der Rahmen, in welchem die Geschichte eingefasst ist, nämlich dem kleinen Armenviertel im Neapel der 1950er und 60er, Interesse erregt, besonders wie unvorstellbar (für uns heute) das Leben der Frauen wohl gewesen sein mag, muss ich meine liebste Freundin ernsthaft fragen: Are you out of your mind?

Die letzten 70 Seiten des zweiten Bandes lasen wir uns zu Ende des Sommers 2017 gegenseitig am Telefon vor. In einer Sitzung. Jede abwechselnd ein Kapitel. Ich saß auf meiner Bank am Hang und sie auf ihrem Balkon.

Ich schreibe selten bis nie Rezensionen zu Büchern, denn entweder gefallen sie mir und es gibt nichts dazu zu sagen, oder sie sind langweilig und ich lege sie weg. Aber diese beiden Bände ließen mich so oft an den Kopf greifen und die Geschichte immer wieder verfluchen, dass ich, wenn mir Madame (8) vorschlägt, den dritten Band zu lesen, ich wieder gequält aufstöhne.

Die Saga wird von Kritikern, Bloggern, Journalisten und literarisch Interessierten in den Himmel gelobt. Alle lieben diese vier Bände. Und sicherlich, sie regen zur Diskussion an. Auch bei uns. Und offenbar zeigt die Geschichte Wirkung, wenn Madame (8) nun auch den dritten Band, welcher der beste sein soll, lesen möchte. Und sicherlich, machte ich mir die Mühe zu recherchieren, fände ich sicher den einen oder anderen Satz, dem ich anerkennend zustimmen und das Werk vielleicht mit anderen Augen betrachten würde.

Trotzdem. Mein erstes Gefühl beim Lesen war: But why?

But why?

Elena Ferrante, die unter Pseudonym mit ihrem Werk gut verdient, berichtet von zwei Freundinnen: Lenu und Lila. Lenu erzählt in Ich-Form die Geschichte ihrer Freund- und Feindschaft und immer wieder hatte ich den Eindruck, Lenu hasst Lila und umgekehrt. Schlimmer noch, das Leben von Lenu gestaltet sich zunehmend spannender, sie studiert in Paris, lernt interessante Leute kennen, aber immer steht Lila im Vordergrund. Ihrer Geschichte widmet sie drei Seiten, die restlichen Kapitel drehen sich um Lila. Lila, die Hübsche. Lila, die Kluge. Lila, die Besondere, die so viel besser ist als ich. Lila, die Tolle! Und immer wieder vergeht sich Lenu in Selbstmitleid, wechselt zu Arroganz und wieder zurück zum Selbstmitleid. Und dann taucht Nino auf. Nino, der (Spoiler) ein Kind mit Lila zeugt, die ihrerseits bereits verheiratet war und Nino, der eigentlich Lenus große Liebe ist. Lila, so voller Talent und Phantasie und Motivation, dass sie schlussendlich unter schlechtesten Bedingungen in einer Fleischfabrik arbeitet, während die mäßige Lenu, die sich immer von Lila inspirieren ließ, erfolgreiche Autorin wird. Eine spanische Telenovela hätte es nicht besser scripten können.

Ja, der erste Band heißt „Meine geniale Freundin“ und in diesem wirkt Lila tatsächlich genial. Sie stellt sich den Burschen mit einem Messer in den Weg, wird einerseits gehasst, andererseits geliebt, lernt Latein und kann Lenu, die (dank der Initiative ihrer Lehrerin) weiterhin zur Schule gehen darf, unterstützen. Und irgendwann erfahren wir: Sie glaubte, sie sei weniger Wert und müsse das gleiche lernen, damit sie immer auf gleichem Level seien. Das wäre insoweit in Ordnung, sprächen sich die beiden mal tatsächlich richtig aus. Was aber nie passiert. Es wird gemutmaßt und gedacht, angenommen und gegrämt. Ich glaube mich aber an eine oder zwei Aussprachen erinnern, die aber so sinnlos waren, als dass es danach gleich wie davor weiter gegangen ist. Kurz darauf folgte ein Kapitel, in dem sich die beiden zerstreiten und bis aufs übelste zerfetzen und immer wenn man glaubt, Lenu hat es endlich überrissen, taucht Nino auf. Nino, der Tolle. Nino, ihre große Liebe. Argh.

Davon abgesehen, das Leben im Armenviertel von Neapel war wirklich nicht angenehm: Die Eltern verprügeln ihre Kinder, Männer verprügeln ihre Frauen, die Reichen die Armen, die Armen die Reichen, Väter vergehen sich an den Freundinnen ihrer Töchter und so weiter.

Liebste Madame (8), willst du uns wirklich erneut diesem „Aber.. warum?“ aussetzen? Dem Selbstmitleid und der Arroganz Lenus? Dem armen Leben von Lila? Auch wenn Band drei der beste sein soll, wir werden ihn genau so hassen, wie wir Band eins und zwei gehasst haben. Aber wenn du wirklich möchtest, dann lese ich ihn mit dir und gebe 25€ für ein, sicherlich kein schlechtes Buch aus, aber dessen Protagonisten mich zu Tode nerven und ich jeden Einzeln gern so richtig durchschütteln möchte und ihnen ins Gesicht schreien: „Meine Güte! Benehmt euch nicht so selten dämlich!“ Ich könnte vermutlich 5 gute SF-Bücher stattdessen erwerben, gebraucht.

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