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Reden wir über Eigenverantwortung

Es ist immer toll, wenn versucht wird gesellschaftliche und strukturelle Probleme zu individuellen zu machen. Da kann sich die Politik toll ihren Kopf aus der Schlinge ziehen und stattdessen Hans-Günter und Elisabeth rein stecken. Die Politik ist schließlich nicht für die Menschen da, sondern für die Wirtschaft, und gehts der Wirtschaft gut, dann gehts uns allen gut.

Merkt euch: Es liegt nur an der Person selbst, an den einzelnen Personen, eine globale Katastrophe zu verhindern und abzuwenden.

Die aktuelle, gegen Ende Oktober 2020 erlassenen Beschränkungen

Zu siebt Pizza essen: Verboten.
Hunderte in Kirche: Erlaubt – Immerhin ist Adoleszenz-Covid kein Gläubiger, sonst könnte man ihn ja auch erfolgreich mit Globuli behandeln.
Hunderte bei Events: Erlaubt. Aber mit Maske! Und zu gewiesenem Sitzplatz. Aha!
Auf Begräbnis ein Vielfaches von 6: Erlaubt. Ich las einst etwas von 100 Leute. Ich kenne nicht einmal 100 Leute!
Öffentliche Verkehrsmittel: Tja, also. Man muss ja zur Arbeit fahren, nicht?

Alles andere obliegt oder unterliegt der Eigenverantwortung.

Was ist diese… Eigenverantwortung?

Eine hervorragende Möglichkeit, wenn nicht sogar die beste, Eigenverantwortung zu definieren schaffte dieser Herr:

„Eigenverantwortung ist, wenn du bereit bist, für dich ein Risiko einzugehen. Die Verantwortung dafür, zig Mitmenschen anzustecken, kannst du hingegen gar nicht tragen.“

Damit ist nichts weiter derweil zu sagen.

Übt euch in Eigenverantwortung, der Wohl der gesamten Bevölkerung, diverser Nation und globalen Gelingens liegt allein eurem Handeln!

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Wenn die Hausarbeit ruft… wirds politisch!

Ein jeder wundert sich, warum Politiker, wenn sie gewählt werden nie das einhalten was sie versprechen. Woran liegt das?

Es muss wohl die Koalition sein, der einstige Gegner den man bis aufs Übelste während der Wahl beschimpfte, nie werde man mit so einem Wicht zusammen arbeiten, nie werde man seine Seele verleugnen, lieber sterbe man davor! der einem nicht die Freiheiten lässt, die man so gerne hätte um die Welt zu verbessern, oder zumindest das eigene Land, deren Bevölkerung auf allen vieren daher kriecht und dem Elend nahe ist. Na eh, Grün stimmte bspw. gegen Erhöhung des Arbeitslosengeldes, gegen das Verbot von Kükenschreddern, kurz: stimmten für alles, was von Schwarz gefordert wird (damit die Koalition nicht brechen und an Blau übergeben werden kann, aber was, wenn man bereits wie Blau ist?). NEOS und SPÖ haben der Opposition leicht lachen. Hahahaha!

Vielleicht liegt es aber auch an diesem unsagbaren guten Gehalt von ca. 10 000 Netto. Ich meine 10k Netto, damit ist die Miete und der Kauf des Eigenheimes gesichert („Wer zu arm zum mieten ist, der soll halt kaufen!“). Damit sind gute Lebensmittel sicher (lokal und vom Bauern), damit sind Süßigkeiten sicher (die teuren von Alverde und so), und so weiter. Auch der Urlaub auf den Malediven stellt nun wirklich kein Problem mehr dar. Und ganz ehrlich, wer würde nicht wenn er könnte? Tuts nit so gschissen, ihr Heuchler!

Natürlich würde auch ich (und ich wette ihr alle) meine Wähler verraten, meine Werte in den Kübel schmeißen und mich so verhalten, dass ich auch lange genug im Amt bleibe, denn die Leute die mich rein gewählt haben, sind sowieso in der Minderheit, die können mich nicht mehr rauswählen. Und die, die mich nicht wählten, mögen zwar skeptisch sein, finden mich aber super! Win-Win! Ich meine, wer will danach wieder einen Job haben, wo man läppische 2k netto verdient, wenn man die 10k für viel weniger Aufwand gewohnt ist? Come on.. It’s tha maney maney maney!

Sollte ich je in die Politik gehen, ich verspreche euch nichts, aber wenn ihr mich wählt, dann wählt mich deswegen, weil ich euch zu Weihnachten etwas von eurer Amazon-Wunschliste kaufen werde. Und wenn ich wo wirklich daneben liege, dann wirds schon von der Marketing Abteilung so zurecht gebogen und argumentiert, dass alle zufrieden sind – oder gegen diese und jene Minderheit zwecks Ablenkung gebasht.

Konklusio

Also ja, ich tippe zu 99% stark darauf, dass die unfassbaren guten Gehälter der Grund sind, warum sich der eine oder die andere nicht an das hält, was so heilig beim Zeltfestl versprochen wurde.

Und wundert sich wer, dass Manager aktuell Boni für die guten Verdienste von 2019 bekommen, aus Steuergeldern wohl gemerkt! (Der Finanzminister, der das unterbinden hätte können, empört sich drüber (seht ihr, das ist es, Marketing machts aus! Studiert Marketing! Ihr werdet immer gebraucht!). Aber die Pflegekräfte, Frauen und alle anderen, die während der Corona-Krise an ihre Grenzen und zurück an den Herd gedrängt wurden, als Systemerhalter aber reichlich beklatscht wurden, abgespeist mit .. was warens? 400? 500 Euro? Es ist sogar noch weniger, 360€! Mag auch sein, dass ich das eine hoch- und das andere kleinrede, aber ihr sehts selbst, oder?

Also wenn einer jetzt wirklich noch glaubt, irgendwas zu bekommen (und er nicht zu den oberen 10k gehört), rate ich dazu, die Medikation zu ändern oder die Dosis drastisch zu erhöhen. Seriously Leute, des werd nix mehr.

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Ein Rückblick auf den Lockdown im Frühjahr 2020

Gekennzeichnete Absätze wurden am 10. Mai verfasst:

Wir haben die Ausgangsbeschränkungen hinter uns, die Ausgangssperre überlebt und es ist an der Zeit, gewisse Dinge wieder der Normalität zu überlassen. Der neuen Normalität, denn die App soll kommen. Im Moment aber nur für ausländische Reisende, die unbedingt Österreich besuchen wollen. Aber wer weiß wies tatsächlich ist; die Medien berichten einerlei, die Leute sagen anderlei und niemand weiß eigentlich so wirklich Bescheid. So hätte man bereits während der Ausgangssperre privat Leute treffen dürfen (aber nicht zu Ostern, da war es klar verboten). Meine Damen, meine Herren, das ist Österreich, ein Kabarett sondergleichen.

Es ist Oktober. Wir feiern zwar die doppelten Zahlen, dank doppelter Testkapazität (wobei ich nicht weiß, ob „Kapazität“ der treffende Begriff dafür ist, aber hey.. es wird mehr getestet, soviel sogar, dass die Zufahrt zur Bushaltestelle versperrt und der halbstündlich fahrende Bus einfach vorbei fährt, weil er keinen Platz hat), aber ein Lockdown, wie wir ihn vom Frühjahr her kannten, ist nicht in Sicht. Wie auch. Immerhin brachte er uns ein wenig sinkende Zahlen aber so ganz verhindern lässt sich der nun erwachsene, in seinen jungen 20ern befindende Covid halt doch nicht.

Mit Mitte Mai öffnen Restaurants und Bars (mit Reservierung), aber nur bis elf Uhr. Der kleine Covid, der bisher nur Spielplätze und Gärten unsicher machte, ist jetzt adoleszent und treibt sich spätnachts in Bars herum. Und welcher Jugendliche geht vor elf Uhr aus? Eben.

Auch steht zur Diskussion, ob die Maskenpflicht mit Ende Mai fallen sollen (aktuell gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln wie öffentlichen Gebäuden) und erneut zeigt die österreichische Regierung, dass sie aus ihren Fehlern nichts, aber auch gar nichts gelernt hat: Wie beim Nichtraucher-Schutz, wurden Firmen angehalten, selbst dafür verantwortlich zu sein, und jetzt, nach nur einem Monat soll das ganze obsolet sein?

Es gibt wieder eine Maskenpflicht. Und das ist angesichts der Situation angebracht.

Was übrigens noch Ende Mai passiert: Die Bäder dürfen öffnen! Aber vermutlich nur für eine gewisse Zahl an Menschen. Es wird ein trockener Sommer. Aber ganz gleich! Denn ich prognostiziere für Juli bereits die zweite Welle. Sie wird zwar nicht so stark ausfallen, wie die erste und auch werden gewisse Beschränkungen nicht wieder aufgenommen, aber, das was Spaß macht, wird gesperrt. So auch die Bäder. Der kleine Covid geht nämlich gerne schwimmen.

Das war tatsächlich eine sinnvolle Maßnahme! Und ich hatte Unrecht mit der zweiten Welle. Dann setzte ich sie für September an. Knapp. Es ist Oktober und da ist sie!

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Happy Zombie Jesus Day!

Es ist wieder so weit!

Diesmal weniger Zombie, aber mehr Corona.

Aber das nächste Zombie-Ostern kommt bestimmt!

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Woche #2403 – Corona, 2.0

Wir befinden uns noch immer im Krisengebiet. Die Todesrate steigt, die Zahl der Infizierten explodiert. An Tests zu kommen ist beinahe unmöglich: Sie sind fiebrig und schwach? Nix da. Sie husten und hatten Kontakt zu einer Person die in Italien war? Ah geh, bleibens‘ dahoam! Ja, na eh. Bleibt daheim!

Die Wärme hat sich verzogen, also ist es nicht mehr ganz so schlimm. Stellt euch vor, es wäre Sommer mit 25 Grad und die Badesaison hätte eben gestartet. Aber wer weiß schon, wie lange sich dies jetzt tatsächlich ziehen wird: 13. April heißt es offiziell – und ja, man wird am 13. April gewisse Bestimmungen (z.B. sportliche Outdoor Aktivitäten wie wandern, biken oder dergleichen) lockern müssen.

Für die Zahlen in Österreich empfehle ich übrigens diese interaktive Karte: Link. Aktuell zählen wir fast 5000 Erkrankungen.

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Lustigerweise hatte mich letzte Woche eine Magen-Darm-Grippe heimgesucht. Das erste Erbrechen zog sich furchtbar in die Länge. Ich dachte mir während des Vorganges, wie viel da Platz ist und ob das irgendwann wieder aufhört. Ich brauche wohl nicht alle Einzelheiten zu schildern; und nach zwei-drei Tagen fühlte ich mich wieder besser. Mittlerweile bin ich fast wieder fit und konnte mit Gobbolino auch schon kurze Spaziergänge unternehmen. Allerdings geht er auch gerne alleine bei diesem Wetter.

*

Wie nutze ich meine Zeit? Nicht sonderlich sinnvoll:

Serien. Im Bett liegen. Filme schauen. Schlafen.

Jurassic World Alive spielen: man kann sich aktuell täglich 4x 350 Pfeile für wenig Gold kaufen und bekommt täglich eine 3h-Anlock-Kapsel. Leider befindet sich das Raptorennest (welche ich dringend für den Unique-Indoraptor benötige) 50 Meter außerhalb meiner Reichweite… das ist sehr bitter.

Während ich im Bett liege und döse, denke ich mir, dass ich jetzt bspw. eine Zeitungs-Seite mit Blogartikeln aus diesem Blog machen könnte (oder gar eine ganze Zeitung!), mit Indesign oder Illustrator oder womit auch immer man sowas macht. Dann überlege ich mir und schmiede Pläne, wie ich die (aktuell stillgelegten) Blogs wieder aktualisieren und Öffentlichkeitstauglich herrichten könnte; ich könnte mich auch in Photoshop üben und kreative Katzen-Laser-Raumschiff Bilder gestalten, oder malen, oder eine Sprache lernen oder ein tolles, richtig gutes Video von Gobbolino machen. Gesangsübungen. Was aufnehmen. Let’s Plays. Ich verspüre nicht einmal eine große Lust was zu spielen! Gäbe es jetzt Elder Scrolls VI Single Player, ja, ich würde spielen. Aber nein, ich ziehe die Ruhe im Bett vor. Ist das bitter? Ist es.

Warum?

Weil draußen die Sonne scheint? Vermutlich! Wenn ich schon draußen nichts sinnvolles machen kann, dann soll es auch nicht herinnen sein.

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Soviel aus der Welt der Quarantäne.

Die Leute hier gehen übrigens Spazieren und halten sich marginal an die 1 Meter Abstands-Regel. Ich finde ja, diese Regel könnte und sollte man weiterhin beibehalten. Ich hasse es, geht man wo und ständig rempeln einen Leute an. Dieser Platz, den ein jeder einzelne dadurch bekommt ist wirklich schätzenswert.

Die Parks, die Wege zum Inn und Spielplätze sind allerdings durch sichtbare „Nein, du darfst da nicht rein“-Bänder gekennzeichnet. Aber nur die Eingänge, auf der Seite könnte man dann hinein gehen. Tun aber nur die wenigsten. Und sobald die Todesrate anfängt anzusteigen, in sagen wir…  10 Tagen ca. wird sich auch noch der letzte an all die Beschränkungen und Bestimmungen halten.

Tja. Wer hätte gedacht, dass dieser kleine Covid mal für solch einen großen Trouble verantwortlich sein wird?

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Ein authentischer Bericht aus dem Corona-Krisengebiet

Es ist Frühling. Der 16. März 2020. Morgen soll es laut Wetterbericht 20 Grad haben. 20! Inklusive Sonne. Die Ausgangssperre wäre wesentlich einfacher zu ertragen, hätte Väterchen Frost Einzug gehalten und unsere Glieder erzittern lassen. Vermutlich, oder sogar mit ziemlicher Sicherheit, wird, sobald die Sperre in 1-2 Monaten aufgehoben wird, Schneesturm und Hagel über uns herein brechen; aber dann ist es dem Klimawandel zu verdanken, welcher des Kapitalismus‘ fleißige Diener (noch) nicht von seiner Arbeitskraft entledigt, also ist es nicht ganz so tragisch. Auf auf ihr tüchtigen Bienchen!

Zahlen und Fakten

Wir befinden uns in Österreich. In Tirol. Nicht unbedingt St. Anton oder Ischgl (dem Virenpool, welcher sich via „Aber i hob doch nit an Lift zuasperrn kennen!“ mit schuldig an der europäischen Krise gemacht hatte), sondern im Bergdorf, der Provinz Innsbruck. Innsbruck beherbergt ca. 311 000 Einwohner. Tirol ca. 751 000, und Österreich ca. 8,8 Millionen. Der Stand der aktuell Infizierten liegt bei 254. 900 ca in ganz Österreich. Soweit die Fakten.

Die Zahlen mögen (eigentlich) nicht beeindrucken: 900 Fälle auf 8 800 000 (ca. 0,01%) klingt jetzt nicht danach, als wäre es notwendig, dass die Menschen nicht einmal mehr für einen Spaziergang im Wald das Haus verlassen dürfen (die Vorschrift vermittelt allerdings, dass kürzere Spaziergänge um den Kopf frei zu kriegen, durchaus erlaubt seien solange man alleine ginge, oder zu zweit aber nur, wenn man im gemeinsamen Haushalt lebt), andererseits ist es durchaus eine Notwendigkeit, geht man davon aus, dass 1 Mensch 2-3 andere Personen anstecken kann. Und da niemand anständig getestet wird (bzw. nicht einmal bei Symptomen) bzw. die Kapazitäten überlastet sind (max 300 Testes pro Tag), darf man wohl davon ausgehen, dass die Dunkelziffer sicherlich schon im 5-stelligen Bereich angelangt ist.

Woher?

Corona ist eine Rache der Natur an der Menschheit, welche Fledermäuse verspeist und Gottes Kreaturen in kleine Käfige zusammenpfercht, diese grausamst ermordet und sie hinter her zerstückelt, um sie dann in ihre großen Mäuler hinein stopfen zu können.

Corona ist Menschen gemacht, genauer, vom Herrn Bundeskanzler Kurz selbst in Umlauf gebracht worden, um Österreichs Grenzen endgültig zu sperren: „Ich habe nicht nur die Balkanroute gesperrt, sondern auch Österreich vor diesem unglücklichen Virus beschützt und die Grenzen geschlossen!“ sagte er im Juli 2020. Zusatzeffekt: Dass nur Alte und Schwache daran zugrunde gehen, spart sich das System Pensionen. Wohin diese Gelder fließen? Sicherlich nicht in die Gehälter jener Einzelhandels-Angestellten, die aktuell ihre Gesundheit riskieren.

Corona wurde von asiatischen Zwangsarbeitern, welche illegal in italienischen Fabriken schufte(te)n, aus China mitgebracht und via Tourismus verbreitet. Südtirol wurde lange Zeit nicht als Krisengebiet eingestuft, die fleißigen Studenten kehrten schnellstmöglich in die nahe gelegene Studentenstadt zurück. Da die Uni oft, und besonders zu Beginn langweilig ist, gingen diese Skifahren und siehe da, wer ist Schuld? Wer?

Der Politiker, der Retter des Volkes

„Nein, wir werden keine Ausgangssperre verhängen!“ hieß es erst noch vor kurzem, warum auch, das gesellschaftliche Leben solle nicht leiden, wählt uns! Wir verbieten euch eure Freiheit nicht. Wählt uns! Wir schauen aufs Volk. Ja, na eh. Freiheit! Wir schreiben niemanden etwas vor! FREEDOM!

Wäre zumindest sichergestellt, dass, sollten all die Alten wegsterben und Wohnungen frei werden, diese günstig an junge Leute vermietet werden, welche im Schnitt nicht 900€ für 32m² ausgeben möchten oder gar können, dann könnte man bei diesem Geschwafel vielleicht noch ein Auge zu drücken. Dem ist aber nicht so.

Es war also ein durch und durch dummer Zug, der vielleicht auch das eine oder andere Leben auf seinem Konto verbuchen darf: Denn seien wir ehrlich, bereits ab Tag 1 hätte man eine sofortige Sperre veranlassen sollen – dass sich immer noch Menschen tummeln, die das ganze als Hysterie betrachten, bzw. sich verarscht fühlen (ein Politiker spricht vor 10 Journos auf winzigem Raume, aber man selbst solle Zusammenkünfte über 5 Personen meiden), ist natürlich verständlich (nicht, dass sie sich dennoch treffen, aber verärgert sind) und liegt in der Natur des Menschen (schlussendlich das zu tun, was man selbst gerade will, ohne Rücksicht auf andere, weil die eigene Einschätzung die Richtige ist und wenn die sagt, dass das nicht so schlimm ist und der Staat nur kontrollieren möchte, dann ist das so!). Trotzdem gilt es, zumindest ein wenig bedächtig zu sein – auch, wenn man selbst sich nicht in Gefahr befindet, weil man Jung und Gesund ist. Die Wohnungen werden nicht günstiger wenn die Alten weg sind!

Die Sperre

Dass diese Sperre vorerst lediglich nur 1 Woche gelten soll war klar. Natürlich! Wer hielte sich dann ernsthaft daran, hätte die Politik gesagt: Mindestens 2 Monate dürfen Sie Ihr Haus nicht verlassen! Ganz, ganz im ernst. Niemand. Wirklich, niemand. Dass diese Sperre sicherlich (und mindestens) auf 3-4 Wochen ausgeweitet werden wird, ist auch klar.

Hätte man anderes verkündet, wäre vermutlich Chaos ausgebrochen, das Gejaule laut und Kurz nie mehr wieder gewählt worden (auch wenn er in diesem Falle nichts dafür gekonnt hätte; Pech halt, dass genau dessen Klientel eben diese Charakterzüge aufweisen, tja.. SSKM).

Aber bei einer Woche schaffen die Leute es, mit versammelter Kraft (denn wir müssen zusammenhalten!) via Social Media (ein Hoch auf Social Media! Was täten wir nur ohne Internet! Was haben die Leute davor getan!?), sinnlose Challenges zu veranstalten (damit einem nicht langweilig wird – oh my fucking God, seriously. Wenn du eine Woche im Haus bleiben musst und nichts mit dir anzufangen weißt, dann liegt das Problem nicht an der geforderten Isolation, sondern an dir), gemeinsame Balkonkonzerte zu veranstalten („Nit, es is zu laut!“, „Ruhestörung!“, „Es ist Mittagsruhe, die alten Leut wollen schlafen!“), Lesungen für Kinder die der Schule fernbleiben müssen und nicht auf den Spielplatz dürfen via Webcam zu organisieren (nette Idee, aber interessieren tuts halt wirklich niemanden… gebt ihnen Minecraft!), und einfach im Haus zu bleiben, denn wir müssen zusammen stark sein. Was haben diese Leute getan, wenns mal 3 Wochen durch geregnet hat? Oder man krank war?

I know, I know. Mein Zynismus wird mir noch auf den Kopf fallen; konnte man sich Vor-Corona frei für die heimische Isolation entscheiden und nicht, dass man von staatlicher Obrigkeit dazu gezwungen wird jegliche sozialen Kontakte einzudämmen. I know. I know. Trotzdem. Come on, people.

Dennoch belustigt mich diese Profilierung eines jeden einzelnen auf Social Media. Waren die Leut zuerst auf der „Ach, das ist alles nur Hysterie“-Schiene, schafft man das jetzt alles gemeinsam! Es bringt mehr Klicks! Mehr Likes. Und seien wir uns ehrlich: Genau darum geht es. Genau so wie dieser Eintrag hier Klicks und vermutlich Likes bringt (und ich freue mich über jeden einzelnen)! Und ja, auch ich werde wohl wieder vermehrt Let’s Plays aufnehmen um weitere Follower zu gewinnen: „Hot Girl plays Skateboard game!“ Ich rechne in 3 Wochen mit Fame und Fortune.

Übertriebene Hysterie?

Als all die Bilder von leergeräumten Lebensmittelgeschäften letzten Freitag (dem 13.) Twitter überfluteten, scherzte ich, man müsse sich das eigentlich alles Live anschauen, es sei eine „once in a lifetime“-Situation. Wer könne denn ehrlich sagen, er war dabei, war er doch nicht tatsächlich dabei. Und jetzt ist er wahrhaftig dabei, weil er eben nicht dabei ist. Und nein, dank meiner Faulheit (und meines Asthmas) konnte ich all den Wahnsinn nicht hautnah miterleben. Hätte ich aber gerne. Ich gehöre zur Sensationsgeilen, hechelnden Katastrophenhungrigen Meute; aber auch da wird man enttäuscht: Weder werden Fernseher gestohlen, noch Autos in Brand gesteckt. Auch wandeln keine Zombies, die Köpfe spalten und Gehirne essen. Es ist eigentlich alles ziemlich langweilig, Hollywood wird keine Freude damit haben..

Zurück zum Thema. Wer hätte zu Beginn gedacht, dass Corona derartige Auswirkungen nach sich ziehen würde? Niemand. Corona, a bissl grippig fühlt man sich, aber mehr auch nicht. Is bald vorbei. Viel Wind um nichts. Und ich kann es ja beizeiten immer noch nicht ganz glauben; da eben nicht 90 000 hinweg gerafft werden, sondern relativ wenig Leute, wirken all die (durchaus notwendigen) Maßnahmen, so unfassbar surreal. Die gemeine Hausgrippe wütet jeden Frühling und Herbst, nennt zahlreiche Todesopfer ihr Eigen, wird vernachlässigt, und dieses kleine chinesisch-italienische Corona, bekommt Sonderregelungen.

Ja na eh, die Ansteckungsgefahr ist deutlich höher, die Sterberate für alte Menschen fix. Die Übertragung ist einfach und hartnäckig, und ein jeder, auch jene die keine Symptome zeigen, könnens haben und verbreiten – ich versteh es, und ich halte mich auch daran, bis auf kleinere Spaziergänge natürlich – um den Kopf frei zu kriegen; trotz all dem wirkt diese Situation dennoch surreal. Fast Filmreif. Leben wir etwa doch nur in einer Simulation?

Zusammenfassung

Hier sind wir also.

Der erste Tag in häuslicher Isolation.

Das Leben geht weiter.

Ich werde weiter berichten.

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Corona-Virus, so so.

Es ist durchaus spannend zu beobachten, wie von „Ah geh, is ja lei a Grippe“ die meisten Menschen, auch jene, die davor Hamsterkäufe und übertriebene Vorsicht belächelten, selbst beginnen zu zweifeln und Vorsicht walten lassen.

Und ganz davon abgesehen – ob die mediale Berichterstattung zur Massenpanik führt(e) oder ob es tatsächlich eine Art „Survival of the Fittest“-Revival mit verschärften Spielregeln gibt, wie: Kein Impfstoff, keine Resistenz da neu sowie eine höhere Mortalitätsrate (besonders bei Alten und Kranken) – lassen sich doch einige Dinge generell benennen, an denen es mangelt oder welche bisher vernachlässigt wurden:

  • Überlastung von Krankenhäusern (mehr Personal! mehr Betten!)
  • Homeoffice als Teil der Arbeitskultur
  • Ausbau der digitalen Netz- und Infrastruktur
  • Regelmäßiges Händewaschen
  • Betreuungsplätze (falls Schulen geschlossen werden müssen)
  • Pflegekräfte besser entlohnen

Über die Mentalität krank arbeiten zu gehen

„Aber der Chef wird sonst böse!“, „Aber ich kann doch die Kollegen nicht im Stich lassen!“ oder aber auch: „Ich verliere sonst meinen Job!“ Tja. Willst du für den Tod deiner Kollegen verantwortlich sein? Willst du das? Nein? Dann bleib zuhause.

Die Universität Innsbruck schickte erst gestern eine E-Mail, mit der Aufforderung, dass man, wenn auch nur geringfügig unter – Halsschmerzen, Kopfschmerzen, leichter Husten, (geringfügig) erhöhte Temperatur, Übelkeit, Magen-Darm-Symptomatik, Unwohlsein leidet oder ein Schwächegefühl bemerkt, man mindestens 10-12 Tage daheim bleiben und LVs fernbleiben soll, während LV Leiter gesamtes Material online zur Verfügung stellen müssen und den Studierenden kein Nachteil im Studienverlauf droht, sollten sie aufgrund eines der Symptome nicht teilnehmen können. Klingt wie Weihnachten oder? Ich hätte dies vollends ausgenutzt und wäre wohl ans Meer gefahren derweil.

Droht uns eine tatsächliche Gefahr?

Vielleicht. Vermutlich. Oder auch nicht. Vielleicht entwickelt sich der Virus weiter und Infizierte bekommen Hunger auf Gehirne und Blut. Vielleicht sind wir auch übermorgen bereits in einer post apokalyptischen Zombie-Welt, in der es nur mehr 100 000 Menschen in ganz Europa gibt. Who knows? Niemand kann das wissen.

Wer kann schon sagen, wie viele Leute es dahin raffen wird: Die gemeine Hausgrippe heimst jährlich ca. 20 000 Tote allein in Deutschland ein. Medien berichten Corona habe bisher mehr Leute als SARS auf dem Gewissen. Aber wer vertraut schon blind den Medien? Wir aufgeklärten Millennials und digitalen Weltbürger doch nicht. Wir wissen, wie Medien arbeiten und werden der BILD sicherlich kein Vertrauen schenken.

Trotzdem schadet es sicherlich nicht, sich öfters als gewöhnlich die Hände zu waschen oder hustende Menschen in der Öffentlichkeit zu fragen, ob sie sich nicht doch testen lassen wollen. Nur zur Sicherheit, vermutlich is eh nix, aber who knows.

 

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Corona Virus Memes

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28. Januar 2020 · 11:08