Archiv der Kategorie: Medien

Erlebnisse aus dem MA-Medien-Studium, Medienereignisse, Kommentare und Reportagen und dergleichen, Übungen, Texte, und so weiter und so fort.

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #82

Haha! Diesmal ists einfacher – aber auch persönlicher.

5 Filmstars, die mir besonders ans Herz gewachsen sind

Wobei „besonders ans Herz gewachsen sind“, etwas anderes ist als – “ […] um die Liebe zu Filmstars. Ich für mich bin dauernd in irgendwelche Filmstars verliebt, manchmal aber auch nur in eine Rolle, die dieser Filmstar spielt.“

Diesmal ist es leider unmöglich, mich nur an 5 bis 7 Aufzählungen zu halten. Ich frage mich, wie das andere immer schaffen? Insofern nehme ich die Reihung anders vor:

  1. Kindheit/frühe Jugend: Winona Ryder (in all ihren Rollen). Ich wollte nicht sein wie sie, ich wollte bei ihr sein, wollte mit ihr Abenteuer erleben und .. mehr. Gleichzeitig waren es aber auch Christian Slater (besonders in Heathers und Pump up the Volume) und Ethan Hawke (und nein, nicht die Rolle des Troy in Reality Bites, sondern als junger Abenteurer, der einen Sack voller Bücher mit in die Wildnis schleppt und Tiere mag (Wolfsblut)). Ein wenig später kam auch Steve Buscemi als durchgeknallter Mathematiker in Armageddon dazu. Ich könnte die Liste an „Childhood-Crushes“ ewig weiter führen: Mr Spock, Howling Mad Murdock, Ferris Bueller, Michael J. Fox, …
  2. Wiederkehrend – Frauen: Evan Rachel Wood, Keira Knightley (Kostümdramen!), Jenna Coleman und Marion Cotillard. Vielleicht stehe ich auch ein klein wenig auf Taylor Swift.
  3. Wiederkehrend – Männer: Tom Hardy (besonders als Mr. Heathcliff), Tom Hiddleston, Harry Lloyd, James McAvoy, Jimmy Simpson und Cillian Murphy.
  4. Aktuell: Tim Rozon alias Doc Holliday und Dominique Provost Chalkley alias Waverly in Wynnona Earp. Letztere sogar noch mehr als ersterer, was vielleicht aber auch an der homoerotischen Beziehung zu Officer Haught liegen mag. Die beiden harmonieren einfach perfekt.
  5. Künftig und in Kürze (Juni…): Steven Strait alias James Holden in The Expanse, Season 3.

Ich hab sicher welche vergessen…

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Superheroes against Superheroes!

Kann was!

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Woche #0802

Neues aus der Rubrik: Erlebt, gesehen, gelesen und gehört. Unser Thema heute: Dinge, die mich während des scrollens ankotzen. Getippt am 8.2.2018. Veröffentlicht ein paar Tage später.

Ganz gleich ob Vergewaltigung, Beschneidung oder Stealthing, behandelt ein Artikel das Leid ausschließlich eines Geschlechts (überwiegend Frauen), meldet sich aus dem Nichts heraus ein Mimimi-Mann und weiß alles besser. Als ob es diesen Mimimi-Mann tatsächlich interessierte, wie es männlichen Opfern ginge. Don’t read the comments. Don’t read the comments. Stop it! Aber es nützt nichts, ich scrolle weiter.

Ich weiß nicht, ob die aktuelle politische Lage in Österreich Satire ist oder real. Seit einiger Zeit bin ich mir dessen nicht mehr ganz so sicher. Erkenntnis: Twitter ist dabei nicht hilfreich. Ein Blogger stellte sich die Frage, warum denn erst jetzt protestiert werde, und nicht schon bei schwarz-rot. Vermutlich weil nationalsozialistisches Gedankengut und die Häufung diverser „Einzelfälle“ selbst für konservative Politiker zu viel ist? Who knows? Andererseits wird seit Jahrzehnten gewitzelt („Keller?“ – „Na, des andere“), wenn es Österreich wieder mal in die internationalen Medien schafft, also ja – warum erst jetzt?

Dann sah ich einen Post von einer Dame, die ausschließlich Bio-Lebensmittel kauft und davon die Schnauze voll hat: Warum könne man nicht auf mit Pestiziden verseuchte Äpfel genau das drauf schreiben, anstatt auf heimisch gezüchtete (trotzdem neben der Straße und ebenfalls behandelt aber halt „bio“) Bio drauf klatschen. Und nicht, dass ich viel mehr über Bio wüsste als der Normalverbraucher, so verstehe ich trotzdem nicht, wie sich etwas Bio nennen kann, aber nicht nachhaltig (Stichwort Palmöl) produziert wird. Warum kann Bio nicht „rundrum natürlich und nachhaltig“ bedeuten? So richtig. Nicht nur als Marketing und Werbestrategie. Sondern wirklich. Aber vermutlich spielen EU-Normen und Co eine große Rolle und so. Dinge und Regeln und Erlässe und weiß die Hölle was, die niemand wirklich zu durchschauen vermag.

Etwas später stolperte ich in einer Feminismusgruppe über ein Video von jungen Mädels, die mit einem Song gegen Heidi Klums Horrorshow protestieren. Ein Kommentar darunter: „Warum kann es nicht mehr divers sein?“ oder „Warum sind die alle hübsch und schlank?“ Seriously? Dürfen nur dicke, dunkle, entstellte – kurz gesagt nicht „Normschöne“ (offenbar die Bezeichnung für weiße und schlanke) Menschen diesem Wahnsinn widersprechen? So wirkt es nämlich, wenn ständig rumkritisiert wird.

 

Das gleiche passiert wenn man dünn ist: Wird jemand, der in den Augen anderer zu dünn ist, kritisiert, ist es nur „lieb gemeint“, eine dicke Person auf ihr Dicksein anzusprechen ist hingegen pure Häme. Schäm dich! Body-Positive wirbt ebenfalls überwiegend mit Übergewichtigen und nicht Untergewichtigen. Sicherlich, Untergewichtige laufen am Laufsteg und junge Mädchen eifern dem nach. Trotzdem, schon mal daran gedacht, dass es auch „natürlich“ dünne Menschen gibt, die sich vielleicht ausgeschlossen fühlen wenn „Dick-sein“ als Ideal (wie bei Body-Positive) zelebriert wird? Keine Sorge, ich stehe mittlerweile darüber (hat aber gedauert), trotzdem. Warum kann „Body-Positive“ nicht „Alle Körper“ bedeuten? Oder besser: Kümmert euch um was anderes, als über das Aussehen von Frauen zu diskutieren.

Zuvor war mir auch ein Artikel über Adipositas ins Auge gesprungen, laut welchem Fettleibigkeit nicht selbstverschuldet ist. Da ich weder Kenntnisse noch Erfahrungen dazu besitze, enthalte ich mich einer Meinung. Oft aber wird die Sucht nach Essen mit der Sucht nach Tabak und Alkohol gleichgesetzt. Warum nie mit Nasivin (Beitrag folgt)? Das Zeug ist genau so teuflisch und verlockend. Ich bin übrigens wieder clean.

Anyway, ein Kommentar darunter sagte: Anstatt gesundes Essen mit hohen Steuern zu belegen, genannte Bio-Produkte sind meist doppelt so teuer, könnte man diese einfach günstiger machen und die ärmere Bevölkerungsschicht, die vermehrt unter Adipositas leidet, könnte sich anständiges Essen leisten anstatt Fast Food zu kaufen. Erneut, alles eine Strategie, die wir genormt geschulte Menschen nie in der Lage sein werden, zu überblicken oder gar zu begreifen. Moment.. könnte das meine Verschwörungstheorie sein?

Soviel dazu.

Ich habe übrigens aus Lust und Laune 20€ in die Bitcoin-Bubble investiert. Der Kurs ist gefallen und ich habe 6 Cent seitdem verloren. Damn. Eben nochmal geschaut: 50 Cent dazu bekommen.

Aber hey, immerhin geht in Richtung Space etwas weiter. Congratulations Space X!

 

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„Justice League“

Der Film wurde kurzfristig noch in einen anderen Saal verlegt, hatte dadurch Verspätung – und führte dazu, dass er ohne jegliche Werbung oder Trailer begann. Und so beginne auch ich ohne große Umschweife: Er war nicht ganz so schlecht, wie ich ihn mir erwartet habe, gäbe ihm aber trotzdem kein „befriedigend“. Ein schwaches „genügend“ muss ausreichen. Vielleicht wäre er richtig schlecht gewesen, hätte man die 50 Minuten von Zack Snyders Original Cut beibehalten. Ursprünglich war der Film auf fast 3(!) Stunden geplant gewesen. But.. Why?

Anyway. Spoiler

Wtf #1: Up-Skirt-Shots

Warum gerade zu Beginn sieben Pantie-/Hintern-/Up-Skirt-Shots (ab dem dritten Mal zählte ich) von Wonder Woman zu sehen waren und danach kaum mehr, lässt sich nur auf die unterschiedlichen Leute zurück führen, die hinter der Kamera zu Gange waren, oder auch nicht. Vielleicht war der Hintern-Fetisch auch irgendwann befriedigt. Trotzdem: Eine Frau steht breitbeinig mit kurzem Rock vor einem Abhang und der Kamera fällt nichts besseres ein, als überlange Sekunden auf ihrem Höschen zu verweilen? Wtf? Seriously?

Und hier beginnt die erste Kontroverse: Natürlich macht es einen Unterschied, ob, wie im Falle von Aquaman und Superman das maskuline Ideal ästhetisch und heroisch in Szene gesetzt wird, oder ob lediglich Hintern und Dekolletee besondere Aufmerksamkeit bekommen, und das in einer Weise, die an billigem Voyeurismus kaum mehr zu übertreffen ist. The Flash durfte sich übrigens nicht entblößen und trägt sogar drei Schichten an Kleidung.

Ja, man darf Frauen erotisch inszenieren. Und ja, Frauen dürfen sich sexy und erotisch kleiden – in diesem Falle aber übertreibt der Kostüm-Designer, wenn Diana nur eines trägt: Hauteng; und die Kamera erneut überlang auf ihrem Hintern verweilt. Ich sage auch nicht, dass es zwangsläufig schlecht ist, wenn das Kostüm knapp und eng ist, soll es so sein – sofern nicht nur eine gewisse Klientel bedient beziehungsweise eine gewisse Wirkung erzielt werden möchte. Aber warum der Rock im Vergleich zu Wonder Woman gekürzt werden musste, ist und bleibt mir schleierhaft. Die Kombination – „Mann = heroisch, maskulin“ und „Frau = A** and T*ts“ – tritt leider immer wieder in Erscheinung.

Mit anderen Worten: Die Inszenierung von Wonder Woman alias Diana Prince unterliegt dem „male gaze“ und Patti Jenkins täte gut daran, sich sämtliche Rechte für Wonder Woman zu sichern. Und auch wenn Gal Gadots Performance nicht unter der Darstellung litt, gleicht ihre Rolle in Justice League mehr der einer Mutter, die auf ihre Buben aufpassen und sich nebenbei dem Gegner, Steppenwolf, die meiste Zeit alleine annehmen muss.

Ich gehe davon aus, dass das Sequel zu Wonder Woman wie gewohnt über all die anderen Filme thronen wird.

Wtf #2: Die Amazonen

Auch ich kann nur wiederholen, was bereits gesagt wurde: Warum der Kostümwechsel? Ich unterstützte die Meinung, dass Frauen (im Argument wurde angemerkt „die in einer reinen Frauengemeinschaft leben“) sich so leicht bekleidet geben dürfen wie sie wollen – aber darum geht es nicht. Es geht nicht um knappe Kostüme, sondern um Funktionalität versus, erneut, „male gaze“. Ist es also notwendig und Zielführend, dass ein Kriegervolk Bauchfrei in den Krieg zieht? Warum nicht gleich mit freiem Oberkörper und ausgebrannter Brust, wie Herodot und Homer es gerne überlieferten? Zumindest griff man, wie bereits in Wonder Woman, auf tatsächliche Athletinnen und Boxerinnen zurück. Es ergibt einfach keinen Sinn. Im Training, ja. Im Krieg? Nein.

Lesenswert übrigens dazu:

Wtf #3: Dianas erzwungener Flirt mit Batfleck

Was dachte man sich dabei? Zwischen Mimimi-Batfleck und Diana gab es null Chemie. Nada. Niet. Es wirkte erzwungen und fehl am Platz, lieblos eingeschoben um irgendwann wieder darauf zurück greifen zu können. Außerdem, warum sollte sich Diana nach Steve Trevor mit Bruce Wayne abgeben? Ich spürte Chemie zwischen the Flash und Wonder Woman und überlegte für einen Moment lang, dass es nett wäre, wenn sich Wonder Woman dem Jüngling annähme – immerhin werden Beziehungen zwischen älteren Frauen und jüngeren Männern immer noch stigmatisiert, während der kahlköpfige 60jährige zu seiner jungen Freundin beglückwünscht wird. Davon abgesehen, dass Diana bereits weit aus älter ist, als alle anderen. Ich spürte sie auch etwas zwischen Aquaman und Wonder Woman, der unter Einwirkung des Lassos für einen sympathischen Moment sorgte.

Die Kontroverse: Fast jede Interaktion, sei es mit Batfleck, der sich wie ein kleiner Schulbub verhält, the Flash, der offenbar überwältigt ist (verständlicherweise) oder Aquaman, der ihr Komplimente macht (unter Einfluss des Lassos), legt nahe, dass ein Mann (sexuell) an Diana interessiert sein muss – bis auf Cyborg, dem offenbar die notwendigen Körperteile dazu fehlen. Erneut: Es ist nicht verwerflich, eine schöne Frau zu zelebrieren, aber in diesem Falle werden viele Interaktionen von einem unnötigen Sex-Appeal begleitet.

Die restlichen Charaktere

Batfleck, der sich noch mehr in Selbstmitleid suhlte als zuvor (Hello Darkness my old friend…), lässt sogar noch mehr nach. Er jammert und attackiert Diana verbal. Es tut nicht einmal zur Sache, dass er alt und gebrechlich wird, denn irgendwann ist auch die Zeit für Superhelden vorbei, aber dieses Leiden und endlos zur Schau gestellte Selbstqual.

Aber gut, Batman hat es nicht leicht. Nach Nolans The Dark Knight-Trilogie (und ja, man muss es immer wieder sagen) müsste man sich a) mehr Zeit nehmen oder b) eine komplett andere Richtung einschlagen, wie hier zum Beispiel. Der Trailer zu Batman Ninja von Warner Bros. Japan wurde in Tokyo auf der Comic Con vorgestellt und überzeugt sofort:

The Flash war, wie Spiderman in Civil War, der auflockernde Faktor. Er wirkte authentisch begeistert – und ich mag es, wenn sich Charaktere (oder auch reale Menschen) für etwas begeistern können – denn dies fehlt vielen Erwachsenen oder Superhelden, die nur mehr düster und leidend sind. Barry hingegen ist fasziniert von Batman, dem Batcave und alles um sich herum. Ein willkommener Lichtblick.

Cyborg war interessant, wenn auch seine Geschichte zu kurz geriet und man dadurch weniger Anteil an seinem Verlauf nahm.

Aquaman aka Khal Drogo aka Ronon Dex ist so wie Jason Momoas Instagram: Der trinkfeste Krieger. Wasserfest und ansehnlich darf er kämpfen, männlich und derb sein, heroisch durch Luft und Wasser wirbeln, Elemente bändigen und auf einem Insekt durch ein Hochhaus surfen. Leider gerät er aber schnell wieder in Vergessenheit.

Generelle Kritik

Die Geschichte war flach und dass der bereits tote Superman zurück geholt und folgend die gesamte Welt retten musste.. Und ja, die CGI-Lippe wirkte befremdlich. Superman hätte soviel mehr an Charakter und Charme gewonnen, hätte man all seine Szenen mit Moustache geschossen.

Fans setzten sich wenig später dafür ein, die original Zack Snyder-Fassung sehen zu können; trotzdem glaube ich dass Joss Whedon der Fassung Gutes tat. Mance Rayder, Anführer der Wildlings (GOT), synchronisierte übrigens den Bösewicht.

Eindeutige Heldin des Filmes: Das kleine, russische Mädchen mit dem Insektenspray, dass ihn aber schlussendlich doch nicht verwenden durfte. Warum? Warum ließ man das Mädchen nicht einmal abdrücken? Eine verschenke Chance.

Und weil Joss Whedon seine Finger im Spiel hatte, Thx Nerdist:

Lesenswert

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Sport und Sexismus

Ich bin kein Sportfan.

Als kleines Mädchen übte ich Karate. Das war okay. Ich siegte bei einem Turnier 5:0 gegen meine garstige Cousine, die bereits ein erprobter Gelbgurt war, während ich noch den läppischen Weißen trug. Einst bekam ich Eislaufunterricht, voltigierte und nahm später Reitstunden, eh klar. Ich versuchte mich in Taekwondo, bis der Trainer sagte: „Geh Mädel, des heat koan Sinn, mach Ballett“ – und er sollte Recht behalten. Mit 19 begann ich und tanzte fortan jeden Abend die Woche mehrere Stunden, inklusive Auftritte. Ja, man kann mit 19 noch mit Ballett anfangen. Als ich in eine Stadt zog, in der die einzelne Tanzstunde 10€ pro Einheit sprich 45 Minuten kostete, wars vorbei. Ich spaziere seitdem, quäle mich ab und an Berge hoch und schwimme in öligen Gruben. Einige Jahre betätigte ich mich noch bei einem mittelalterlichen Show-Schwertkampfverein, verließ diesen dann jedoch wieder. Aktuell reite ich. Immerhin etwas.

So manche (leider nicht jede) universitäre LV-Einheit birgt wahrlich interessante Themen und Diskussionen. Eine Stunde im Kurs „Medienrealität“ befasste sich mit Sport. Ich war angewidert und gelangweilt. Doch die Referentinnen legten Wert auf die Unterscheidung zwischen den Geschlechtern. Es war interessant. Daraus entstand folgender Beitrag.

Sexismus

Sport und Sexismus gehen Hand in Hand. In der Antike wurden Frauen von sportlichen Veranstaltungen ausgeschlossen – was in manchen Ländern immer noch so ist. In bestimmten Sportarten gibt es Kleidervorschriften für Frauen, vermutlich damit die Herren sich ein wenig dafür begeistern können und wenn es sich um eine traditionelle Männersportart handelt, wie Fußball, dann heißt das weibliche Pendant „Frauenfußball“. Knappe Höschen, nicht mehr als 10cm beim Beachvolleyball, Röcklein oder Kleidchen bei der Badmintonspielerin, und so weiter und so fort. So zumindest die westliche Norm.

Schnell bildeten sich Stereotype heraus: Frauen wurden hauptsächlich in ästhetischen Sportarten wie Rhythmische Sportgymnastik, Tennis oder Schwimmen medial vermittelt, in Sportarten in denen kein direkter Körperkontakt stattfindet, während Männer, die Aggressiven sind und mit Boxen, Motorradrennen oder Fußball vermarktet werden. Der Mann wird als Held stilisiert, die Frau als galant und zierlich, beweglich und feminin. Der Mann in Bewegung und bei Ausübung seiner Tätigkeit, die Frau stillstehend, oftmals nicht erkennbar wofür sie jetzt die Medaille gewonnen hat, solange sie hübsch aussieht und lächelt. Während bei Siegesehrungen Frauen devot in die Kamera blinzeln, vermittelt das emotionalen Aufbegehren der Männer ein leistungsorientiertes Bild. Beim Sport dürfen Männer Gefühle zeigen, Frauen offensichtlich nicht.

Wie in der Realität, so auch beim Sport: Hübschere Sportlerinnen sitzen am längeren Hebel – nicht jedoch ohne Kehrseite. Anna Kurnikowa brachte „Frauentennis“ zu den vordersten Fronten der Wohnzimmer. Die Surferin Silvana Lima hingegen wurde als zu „hässlich“ befunden, sodass Sponsoren sich für sie interessieren könnten, ganz gleich ihrer sportlichen Leistung.

Sexualisierung

Wenn sich attraktive Frauen, neben ihren sportlichen Errungenschaften, auch optisch verkaufen, sei es via Shootings für eine gewisse Marke oder mit sexualisierten Inhalten mehr Gewinn abschlagen, so folgt oft die böse Nachrede wie „Selbst schuld, wenn sie sich so präsentiert, dass sie nicht mehr ernst genommen wird“ oder „Die kann ja sonst nichts“ – ganz gleich ob die sportliche Leistung Top ist oder nicht. Bei Sportlerinnen steht oftmals das Privatleben im Vordergrund, oder das Kleid das sie eben trägt, die Frisur, der Körper an sich und wie sie sich fit hält. Männer werden hauptsächlich zu ihrer Leistung und dem Training befragt. Ein Leid, dass auch Schauspielerinnen zu tragen haben.

Und sicherlich – warum in aller Namen sollte man, wenn man gewisse Kleidungsvorschriften erlässt um Männer für Frauensport zu begeistern, sich hinter her beschweren, wenn Frauen die Möglichkeit ergreifen und daraus Gewinn schlagen? Sei es Modelvertrag, Werbeclip oder was auch immer hat nichts, aber auch gar nichts mit den sportlichen Leistungen zu tun. Es ist ein Zusatzverdienst.

„Aber dann soll sie sich nicht ausziehen, wenn sie ernst genommen werden will“ – dieser Meinung bin ich als Feministin nicht, sofern man nicht annimmt, sich auszuziehen wäre eine Stärke. Doch die Gesellschaft funktioniert anders und alles Weibliche, das sich plakativ präsentiert, verliert an Gesamtwert. Seriously, wtf? Hauptsache irgendwer schreibt vor, wie sich Frauen zu verhalten haben.

Inszenierung, I

Gut. Lassen wir die Damen die „sich selbst reinreiten“-„Argumentation“ beiseite und schauen wir uns die Tatsache aus anderer Perspektive an. Wie vermarktet man, beispielsweise, Frauenfußball?

In dem man sie auf ein Feld setzt, ein paar Turnübungen absolvieren lässt und in Slow Motion die tägliche Schminkroutine zeigt, die sagen soll: Wir können beides: Hübsch sein UND Fußball spielen. Mit Augenzwinkern. Denn in einer aufgeklärten Gesellschaft gibt es Sexismus doch gar nicht mehr und „a bissl Spaß derf scho sein“.

Im Vergleich dazu die Männer, ein Spot von 2010. Heroisch, stark und unabhängig.

Inszenierung, II

Und da war noch dieses Video:

Viele Menschen finden nichts verwerfliches daran: Man erkenne ja keine Frau und es sei ja nur eine Waschmaschine, sie verstünden nicht, was jetzt so verwerflich daran sein soll. Jeder muss waschen. Und Trotzdem: Es wird vermittelt, dass es den Frauen zwar erlaubt wird zu spielen, aber dann bitte sollen sie sich wieder auf ihre traditionellen und weiblichen Fertigkeiten fokussieren. Es folgte ein Shitstorm und eine dezent veränderte Version des Videos, die den Herren beim Bügeln zeigte. Und erneut: Dadurch, dass der Mann, die oft immer noch als „Frauenarbeit“ verstandene Tätigkeit macht, wird es nicht besser.

Folgend die Neufassung:

Trotzdem: Deswegen ist Feminismus wichtig.

Nicht nur um mit gewissen Strukturen zu brechen, sondern auch um Missstände aufzuzeigen und sei es „nur“ der Inszenierung wegen, die ein weiteres traditionelles Bild der Frau im Sport zeigt und vielleicht dazu beiträgt, dass „Frauensport“ nicht ernst genommen wird, ja ihn gerade als lächerlich macht. Oder an den Seitenrand stellt und eben als „Frauensport“ bezeichnet und somit abgesondert wird, als ob es etwas spezielles ist und etwas, dass man besonders bezeichnen müsste. Als ob man nicht einfach „Fußball“ sagen könnte, und dann: „Wer spielt?“ – „Damen“ oder statt nur „Fußball“ auch ein „Herren“ oder „Damen“ davor setzen.

Sicherlich könnte man das alles mit einem „Ist ja nicht so schlimm“-Augenzwinkern abtun, als Humor und Satire, doch dabei sollte nicht vergessen werden, dass Sexismus existiert. Existierte er nicht, wäre es vollkommen in Ordnung traditionelle Muster via Satire zur verharmlosen, aber das ist nicht der Fall.

Achtet darauf, wie Frauen im Sportfernsehen, bei Veranstaltungen und in der Berichterstattung inszeniert werden und vergleicht sie mit der Berichterstattung über Männer.

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Brienne of Tarth: Ausnahmeerscheinung, Heldin, Vorbild

Neben Daenerys, Cersei oder Arya, die einen überwiegenden Anteil in Artikeln, Essays oder Kritiken beherrschen, gibt es einen Charakter, der oft vernachlässigt und weniger beachtet wird: Brienne of Tarth. Ein Beitrag zur Ehre einer Kriegerin.

„We can’t defend the North if only half the population is fighting.“
– Lady Lyanna Mormont, „Dragonstone“

Immer wieder gab und gibt es vereinzelt historische Berichte über kriegerische Frauen. Homer widmete den Amazonen in Vorderasien ein paar Sätze, während die nordischen Schildmaiden häufiger in der Literatur zu finden sind, etwa in der Hervarar-Saga und in der Gesta Danorum, der Geschichte Dänemarks.

Dass überwiegend Männer in den Krieg zogen, galt lange Zeit als allgemein akzeptiertes Faktum. Dass es nur Männer waren, ist allerdings nachweislich falsch. Vor einiger Zeit veröffentlichten Forscher der Universität Stockholm im American Journal of Physical Anthropology, dass es sich bei einem reichlich bestatteten Wikinger-Krieger in Schweden von 1878 in Wahrheit um eine Kriegerin handelte.

Dank christlicher Lehre, genereller Auffassung und Geschichtsschreibung, gingen Forscher davon aus, dass es ein Mann war. Erst durch eine DNS-Analyse ließ sich dieser Irrtum bereinigen. Die Annahme legt also nahe, dass es mehr Kriegerinnen gab, als man denkt. In der Geschichte – und in der Popkultur. Und dies bringt uns zu Brienne of Tarth.

ASOIAF und Game of Thrones

Brienne wird als hässliche Frau in die Welt von Westeros eingeführt. Sie ist das einzige überlebende Kind von Selwyn Tarth, Lord of Evenfall und Tarth. Ihre Geschwister sterben im Kindesalter. Sie beschreibt sich selbst in A Feast for Crows als „the only child the gods let [my father] keep. The freakish one, one not fit to be son or daughter.“ Man begegnet ihr mit Missgunst und Hohn. Septa Roella sagte ihr einst, dass die Komplimente, die Männer ihr machen, Lügen seien. Wenn sie die Wahrheit wissen wolle, müsse sie nur morgens nur in den Spiegel schauen. Man verachtet und belächelt sie.

Ihr Vater beginnt früh, eine passende Partie für Brienne zu suchen, aber vergebens. Als sie 16 ist, trifft sie auf Humfrey Wagstaff, der einwilligt, sie zu heiraten, wenn sie sich nach der Hochzeit auch ordentlich weiblich verhält. Brienne stimmt zu, aber nur wenn er sie im Kampf besiegt. Needless to say: Sie bricht ihm drei Knochen und gewinnt das Duell. In Game of Thrones tritt sie in der zweiten Season auf, im Zweikampf gegen Ser Loras Tyrell, um sich nach ihrem Sieg in den Dienst von Renly Baratheon und der Kingsguard zu stellen.

Eine Heldenreise

Briennes Heldenreise startet mit Ablehnung und offensichtlicher Andersartigkeit. Sie erfüllt männliche Helden-Attribute wie physische Stärke, Kampfesmut und Tapferkeit und besitzt eine hochgewachsene Statur, wie die Clegane Brüder. Sie verkörpert ritterliche Ideale wie Ehre und Loyalität und weigert sich, ohne Grund zu töten. Sie ist selbstlos und beschützt die Schwächeren.

Dennoch trägt sie das Laster mancher Frauen in Westeros: Sie ist zu wenig Mann, um ein Ritter zu sein, aber auch zu wenig Frau, um in traditionelle Rollen zu schlüpfen. Sie ist weder ausreichend passiv, als dass Männer sie ihrer Weiblichkeit wegen respektieren könnten, besitzt aber auch nicht die biologische Notwendigkeit um als „Mann“ zu gelten, und ist somit für manche nicht mehr als ein Witz.

Und trotz allem ist sie naiv. Wie Sansa glaubt sie die Geschichten von Ehre, Mut und Tapferkeit. Sie verliebt sich in Renly Baratheon, der ihr nach dem Duell den ersten Tanz widmet, und auch an Jaime Lannister, mit dem sie gemeinsam in Gefangenschaft der Boltons landet, findet sie (unerwiderten) Gefallen. Ironischerweise, denn Jaime, der ein gänzlich anderes Verständnis vom ritterlichen Ideal in Westeros hat, sieht neben Ehre und Mut auch die Realität, mit der gebrochene Schwüre und moralische Konflikte einhergehen, die Brienne versucht auszublenden. Interessant, dass es gegen Ende sie ist, die Jaime dazu rät, Loyalität für „the greater good“ aufzugeben. Passend dazu ist auch, dass der Wildling Tormund, aufgewachsen in einer freien Gesellschaft, Gefallen an ihr findet und sich unsterblich in verliebt.

Mit Brienne wird ein Erzählstrang eingebracht, in dem Frauen sich offen und gegenseitig unterstützen. Sie schwört Catelyn Stark Treue und verspricht, ihre Töchter zu beschützen. Ihre Heldenreise bringt sie ferner zur „schönen Maid in Not“, aber nicht um sie zu heiraten, sondern um sie zu ihrer Mutter zurückzubringen – weil sie sich für das Wohl der anderen interessiert. Es ist eine seltene Geschichte, in der alle drei Frauen, Mutter, Tochter und Kriegerin, gleich viel Wertschätzung erfahren. Brienne verurteilt die Welt nicht wie sie ist, aber sie benutzt ihre Stärke und ihren Respekt um anderen Frauen zu helfen.

Ausnahmeerscheinungen

Bekanntlich wird die Geschichte von den Siegern geschrieben. Genauso wie übrigens auch Game of Thrones von einem Mann geschrieben und erzählt wird. Und auch wenn diese Kenntnis der Wikinger-Kriegerin nicht alles von heute auf morgen verändern wird, so werden doch verfestigte Strukturen aufgebrochen und die Möglichkeit von hochrangigen Krieger-Frauen eingeräumt, die Anerkennung wie Ansehen besaßen. Und so schickt es sich auch für die mediale Inszenierung an, kriegerische Frauen nicht mehr als Ausnahme sondern als Norm zu inszenieren.

Brienne of Tarth folgt der Tradition der kriegerischen Ausnahme-Erscheinung. In einer patriarchalen Welt lebt sie das (männliche) ritterliche Ideal, tritt in Unisex-Rüstung auf und gilt als eine der besten Kriegerinnen in ganz Westeros. Das aber macht sie nicht weniger wichtig, im Gegenteil. Solange Kriegerinnen nicht zur Norm gehören, müssen eben einzelne Heldinnen wie Jyn Erso, Jessica Jones oder auch Brienne of Tarth an dieser Kruste arbeiten um sie zu brechen.

Als eine Frau von 1,98cm stellt sie auch für jene ein Vorbild da, die sich in den gängigen Schönheitsidealen nicht repräsentiert sehen: für jene, die „zu groß gewachsen“ sind, oder jene, die von der Gesellschaft als für „zu dick“ empfunden werden. Oder einfach jene, die beim Cosplay mal in eine andere Haut schlüpfen möchten als üblich.

Quellen:

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Die 5 Besten am Donnerstag #76

Die erste Frage im neuen Jahr lautet:
5 Filme, die wir 2018 im Kino sehen möchten:
  1. Ready Player One – Auch wenn ich davon ausgehe, dass der Film im Vergleich zur literarischen Vorlage enttäuschend wird bzw. als eigenständig gesehen werden muss, bin ich trotzdem sehr gespannt auf das Ergebnis.
  2. Diverse Comicverfilmungen wie Avengers – Infinity War, sowie Aquaman und natürlich Deadpool 2 so auch X-Men: Dark Phoenix.
  3. Ocean’s Eight – Kritiker werden wieder ihre „Freude“ mit dem Film haben, trotzdem ist das Gespann um Sandra Bullock und Cate Blanchett eine Erwähnung wert.
  4. Fantastic Beasts and where to find them 2 – Tierchen! Ich freute mich letztes Jahr auch über die Fortsetzung von Jurassic World, weil Dinosaurier (und nicht weil der Film so gut gewesen wäre), muss aber nach dem Trailer sagen: Nope. Weil? Es sterben viel zu viele Dinosaurier. Genauso wenig packe ich Tier-Dokumentationen; wahre Horrorfilme, vor allem, wenn um willkürliche Tiere noch eine mitreißende Story aufgebaut wird. Sicherlich, Tiere =/= Pixel, trotzdem. Und wenn ich sehe was im Trailer zu Jurassic World 2 passiert: Nope nope nope. Auch wenns mich interessieren würde, wie es mit der Rexdame weiter geht.
  5. Platzhalter für kommende Filme, die ich null am Radar habe oder sich im Zuge weiterer Recherche heraus kristallisieren, wie hier beispielsweise: 12 Filme mit weiblichen Hauptrollen (themarysue.com)

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Girl Power!

„Rentiere sind die einzige Hirschart, bei der auch die Weibchen ein Geweih tragen. Sie brauchen es, um während der Schwangerschaft im Winter die kargen Futterstellen gegenüber anderen Weibchen zu verteidigen und genug Nahrung für sich und ihr Kalb zu sichern. So werfen männliche Rentiere ihr Geweih schon im Herbst oder frühen Winter ab, weibliche dagegen erst im Frühling oder in manchen Subpopulationen sogar erst im Sommer.“ (Tierwelt.ch)

Und was bedeutet das? Dass Santas Rentiere, die den Wagen mit den Geschenken ziehen, schwangere Frauen sind!

Zynisch könnte man natürlich anmerken, ob es nicht grausam ist, trächtige Tiere vor einen Karren zu spannen und mit ihnen um den gesamten Erdball zu fliegen, nur damit Kinder Geschenke bekommen. Andererseits könnte die Idee aber auch auf einen heidnischen Fruchtbarkeitskult zurück gehen. Who knows! Soweit uns bekannt, wurde die Geschichte von einem Professor (der Name bleibt unsicher) um 1823 in einem Gedicht namens „The Night before Christmas“ veröffentlicht, was die Vermischung zwischen amerikanischem und europäischem Brauchtum, dank der starken Einwanderung im 19. Jahrhundert, sehr gut veranschaulicht. Erst 1939 tauchte Rudolf auf, und somit auch einer der schrecklichsten Ohrwürmer neben „Last Christmas“ und „Feliz Navidad“ – die ich beide noch kein einziges Mal in dieser Saison gehört habe.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Geschenkefest!

Schwangere Rentiere bei Alta

Bildquelle: Alta Museum – World Heritage Rock Art Centre in Norwegen

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Ehe für alle ab 2019!

Nachdem Österreich bei der letzten Wahl eindeutig einen Schritt rückwärts gegangen ist, gelang es dem VfGH endlich, die Ehe für alle einzuführen, anstatt nur die „eingetragene Partnerschaft“ – und das gilt es zu feiern, oder zumindest medial festzuhalten.

Der Gerichtshof begründet diesen Schritt mit dem Diskriminierungsverbot des Gleichheitsgrundsatzes. Ab 1. Jänner 2019 wird es also auch Gleichgeschlechtlichen Paaren möglich sein, zu heiraten.

Also wen kümmert es, welches Geschlecht der Partner hat? Sicherlich mag der eine oder andere Vorlieben haben und das eine oder andere Geschlecht gänzlich ausschließen, aber im Endeffekt sind es nur Menschen. Wenn ich mich verliebe, verliebe ich mich in den Menschen und nicht (nur) in seine Hülle, die ganz gleich welches Geschlecht haben mag. Und ich verstehe nicht, wie irgendjemand ernsthaft sagen kann: „Des isch krank!“ oder „Das ist falsch!“ Warum glaubt die konservative Elite der Welt, dass eine romantische Gemeinschaft nur aus Mann und Frau bestehen soll? Auch im Tierreich wurden schon homosexuelle Interaktionen und Beziehungen gesichtet.

Dazu Anwalt Helmut Graupner auf seiner Facebook-Seite:

Natürlich gibt es auch Kritik aus den üblichen Reihen:

Wiener Kardinal Christoph Schönborn (im oben verlinkten STANDARD-Beitrag): „Es ist beunruhigend, dass sogar die Verfassungsrichter den Blick verloren haben für die besondere Natur der Ehe als Verbindung von Mann und Frau.“ Dass eine staatlich und eine kirchlich geschlossene Ehe zwei unterschiedliche Dinge sind, mag der Herr Kardinal auch weiterhin getrost ignorieren. Des weiteren zeigt er sich „zuversichtlich, dass sich langfristig die Einsicht in die Schöpfungsordnung wieder durchsetzen wird.“ What? Ein Grund mehr also, sich im 21. Jahrhundert von sämtlichen religiösen Instituten zu distanzieren.

Dazu musste ich an folgendes denken, auch wenn die Faust das Auge knapp verfehlt:

Schwarz/Türkis akzeptiert die Entscheidung: „Höchstgerichtliche Urteile sind stets zu akzeptieren und nehmen wir zur Kenntnis.“

Die FPÖ hingegen reagiert nicht anders als erwartet: „Dieses Instrument wird der Türöffner in Richtung einer Entwicklung sein, an deren Ende mit der sogenannten Ehe für alle, vulgo ‚Homo-Ehe‘, Ungleiches gleich behandelt wird. Jetzt ist es so weit.“ Richtig, jetzt ist es soweit – jetzt geht die Welt unter. Die vier Reiter der Apokalypse werden die Erde verwüsten, Heuschrecken Kinder fressen und sowieso, alles wird zugrunde gehen! Not.

So oder so: Ich freue mich :)

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Antwort auf: „Alkohol: 40 Fragen, die nüchtern schwer erträglich sind“

Redakteure der ZEIT stellten vor kurzem einen „interessanten“ Artikel zusammen, nachdem es eine ernsthaftere Umfrage über Drogen gab: 40 Fragen widmen sich dem Thema Alkohol. Fragen, die nüchtern nur schwer erträglich seien – offenbar. Und eigentlich wäre der Artikel nicht weiter beachtenswert, zöge man das Thema „Alkoholismus“ nicht ins Lächerliche und verharmlose es dadurch – wie eben in jenem Artikel.

Am Wochenende einen Schwips zu haben oder in jungen Jahren öfters einen drauf machen, ist etwas komplett anderes, als wenn erwachsene Menschen (oft mit Familie) sich 3-4x die Woche in ein Lokal setzen und richtig viel Alkohol konsumieren – und das bereitwillig akzeptiert, in manchen Fällen auch als Norm gesehen wird. Und dabei braucht es nicht einmal ein Lokal sein. Ein aufgeschnapptes Zitat eines Mannes mit Baby: „Jetzt kann i no trinken, jetzt merkt ers no nit.“ Kein Einzelfall.

Und schon alleine aus dem Grund, dass man in gesellschaftlicher Runde immer noch mit seltsamen Blicken beworfen wird, bestellt man sich einen Orangensaft und nur dann quasi Akzeptanz findet, wenn derjenige der verzichtet, „fahren“ muss, muss ich diese lächerlichen Fragen beantworten, um zu zeigen, dass das Problem, so sehr man „Spaß macht“, real ist. Nicht nur real, sondern omnipräsent. Immer, und überall. Nur gehört es eben zum Alltag. Denn sofern man nicht mit einer Alkoholvergiftung auf der Straße liegt, ganz gleich ob die Gruppe gute Überredungsarbeit geleistet hat oder ein ärgeres Problem dahinter steckt, ist alles in bester Ordnung. Nur wenn der Alkoholismus sichtbar zu Tage tritt, wird man gemieden und ignoriert. Was, glaubt ihr die betrunkenen Obdachlosen machen das freiwillig? Glaubt ihr, der alte Sack am Tresen sitzt gerne dort? Wir meiden sie. Auch ich. Keiner von uns ist besser.

Der Artikel beginnt mit: „Gestern wieder „ein Glas Wein“ trinken gewesen? Wir haben 40 Fragen, auf die jeder am liebsten antworten würde: „Will ich gar nicht wissen.““

  1. Bitte ein … ? Bitte einen Orangensaft.
  2. 0,33 oder 0,5? 0,5 mit Leitungswasser.
  3. Fährst du betrunken Auto? Wer das tut, dem gehört zu Recht der Führerschein entzogen. 1,5 Bier sind in Österreich erlaubt. Und ich weigere mich zu jemanden ins Auto zu steigen, wenn dieser auch nur ein halbes Bier darüber ist und fühle mich unwohl, wenn überhaupt etwas konsumiert wurde. Auch, wenn derjenige die Straße kennt. Auch, wenn es spät nachts und niemand am Weg ist. I don’t f* care.
  4. Aber Fahrradfahren ist okay? Nein. Tat ich aber in meiner Jugend auch schon. Trotzdem ist die Reaktionsfähigkeit vermindert.
  5. SCHÖNTRINKEN? Ein Mythos. Selbst wenn man betrunken ist, ist die andere Person, die man im nüchternen Zustand unattraktiv fand, immer noch unattraktiv. Es ist einem nur egal – oder man ist verzweifelt, aus welchem Grund auch immer.
  6. Wärst du manchmal nüchtern gern so, wie du betrunken bist? Ich bin nüchtern viel besser, als wie wenn ich betrunken bin. Ich habe mehr Spaß – und das beste, ich erinnere mich! Auch 7 Jahre später noch und nicht jede Story beginnt mit „Woasch no, wo ma so bsoffen waren!“
  7. Warum bist du’s dann nicht? Warum sind es die Leute nicht? Ich weiß es nicht. Weil Alkohol-Konsum zum geselligen Beisammensein gehört? Weil Alkoholismus (außer man landet im Krankenhaus) immer noch verharmlost wird? Weil Gruppenzwang auf manche wirkt und/oder man ausgestoßen wird oder als Loser gilt? Weil der Lieblingscharakter meiner Lieblingssendung Whiskey wie Wasser trinkt? I don’t know. People are strange.
  8. Wie viel Geld hast du diese Woche schon für Alkohol ausgegeben? „So geil Alter, geschtern hob i 100€ im XY liegen lassen!“ Aber wenn ich mir ein Computerspiel für 60€ kaufe, werde ich verachtet und blöd angeschaut. Dann heißt es: „60€! Is des nit a bissl viel?“ Mit einem guten Spiel kann ich mich 150 bis 200 Stunden beschäftigen, wenn nicht mehr. Oder anders gesagt: 100€ kostet mich der Transport via Bus und Billigflieger in eine andere Stadt.
  9. Was traust du dir nur betrunken zu? Nichts, was ich mir nicht auch nüchtern zutraue.
  10. Heute ein König? Ein was?
  11. Wann hast du das erste Mal getrunken? Mit 13 oder so? Gruppenzwang. Der Zwang, cool sein zu müssen. Hat sich aber schnell wieder gelegt.
  12. Wann dürfen deine Kinder das erste Mal trinken? Zöge ich es in Erwägung Kinder zu haben oder welche in die Welt zu setzen – dann, wann sie glauben, dass sie es müssen.
  13. WIE VIEL PROMILLE SIND EIN PROZENT? 10.
  14. Wann hast du dich das letzte Mal von Alkohol übergeben? Sicher schon x-Jahre her, kam aber vor und ich bin nicht stolz darauf.
  15. War das trotzdem ein guter Abend? So wie jeder andere, wenn man zuviel Alkohol trinkt. Irgendwann wird es lächerlich und banal.
  16. Wie viele Quadratmeter Regenwald hast du schon gerettet? Es gibt einen Zusammenhang zwischen Regenwald retten und Alkohol?
  17. HAT EINER DEINER FREUNDE EIN ALKOHOLPROBLEM? Ich gehe davon aus, dass viele der Leute die ich kenne ein Alkohol Problem haben. Offiziell gilt, wer jeden Abend (wenn auch nur ein Bier/ein Glas) trinkt, der ist gefährdet. Wer trinken muss, der hat eindeutig ein Problem.
  18. Hast du mal gefragt? Die Antworten sind immer dieselben: „Nein“ oder auf die Frage „Versuch mal einen Abend nichts zu trinken“ kommt meistens: „Kann i schon, mag i aber nit.“
  19. Wie entscheidest du dich vorm Weinregal? Den Wein, den ich trinken würde, wird im gewöhnlichen Sortiment nicht verkauft. Er nennt sich Kirschwein und ist meist nur auf Mittelalter-Lagern erhältlich.
  20. Wie viel kostet ein Wein, den du zu einem Geburtstag mitbringst? Ich bringe keinen Wein mit.
  21. Wie viel kostet ein Wein, den du allein trinkst? Nichts.
  22. Wann wolltest du zuletzt ein Glas Wein trinken gehen? Ich mochte den typischen Wein- oder Biergeschmack nie. In dem Fall wäre es Gin-Tonic oder eines dieser spanischen Biere, die nicht nach Bier schmecken.
  23. Wie viele Gläser hast du am Ende getrunken? Eines, max. zwei. Ich kann mit dem sinnlosen Betrunkenseins nichts anfangen.
  24. Welche gute Idee kam dir mal betrunken? Keine. Meine besten Ideen hatte/habe ich immer nüchtern.
  25. Shoooots? Thank you, but no thank you.
  26. Nie mehr Alkohol oder nie mehr Sex? Ersteres.
  27. Wann hattest du das letzte Mal nüchtern Sex? Was bitte ist das für eine dämliche Frage?
  28. Oder wenigstens ein gutes erstes Date? Gegenfrage: Wann hattet ihr das letzte Mal nüchtern ein gutes erstes Date?
  29. Wie war eigentlich die letzte Weihnachtsfeier? Weihnachtsfeiern sind immer langweilig. Chefitäten und Mitarbeiter spionieren sich gegenseitig aus, es gilt sich aufzuführen, das Buffet zu loben und den endlosen Reden zu lauschen. Wer glaubt, sich besonders bei der Weihnachtsfeier abschießen zu müssen..
  30. WAS SAGST DU ZU DEINEN FREUNDEN, WENN SIE NICHT TRINKEN WOLLEN? Gut so!
  31. Hättest du noch Freunde, wenn du morgen aufhören würdest zu trinken? Ich beschränke die Anzahl der Menschen in meinem Umfeld auf ein Minimum. Und denen ist es egal.
  32. Würdest du gern mehr vertragen? Die Fragen richten sich an Erstsemester oder? Man könnte auch so fragen: Würdest du gerne mehr Geld in Alkohol investieren? Würde du gerne einen Teil deines Gehirnes ausschaben und irgendwelchen Krähen zum fressen geben wollen? Warum haben die Leute, die diesen Artikel verfasst haben bei einer renommierten Zeitschrift einen Job und ich nicht?
  33. Bist du schon mal neben einem Döner aufgewacht? Indirekt. Nicht direkt daneben, nein. Manchmal war nach dem Ausgehen ein ganzer Döner zuviel. Entweder wird er verpackt und im Kühlschrank gelagert oder weggeschmissen.
  34. Hat dich schon mal ein Arzt gefragt, wie viel du trinkst? Vermutlich? Ärzte stellen solche Fragen. Rauchst du. Trinkst du. Machst du Sport. Sowas passiert.
  35. Hast du gelogen? Warum sollte ich? Warum sollte da jemand lügen? Etwa, weil es ihm oder ihr peinlich ist? Oder die Auswirkungen derart sichtbar sind? Und das gibt niemandem zu denken? Ernsthaft? 
  36. Mit wem trinkst du am liebsten? Einen Fruchtsaft mit Madame (8) ist mir immer willkommen.
  37. Mit wem trinkst du besser nicht? Wenn jemanden dazu neigt, in Gesellschaft (viel) zu trinken, gibt es tatsächlich Leute (mit entsprechendem Ruf), von denen man sich fernhalten sollte.
  38. Mit wem musst du trinken? What?
  39. WILLST DU WIRKLICH WENIGER NICHTS TRINKEN? Ja!
  40. Welche Frage hast du übersprungen? Keine.

That’s it. Have fun.

Interessant wäre noch die mediale Inszenierung von Alkohol zu betrachten sowie deren Auswirkungen. Nicht selten tritt auch das Nachahmer-Phänomen auf.

PS und Nachtrag: Wer möchte, der kopiere diese 40 Fragen, schreibe einen Beitrag dazu, beantworte sie und poste den Link hier in die Kommentar-Sektion.

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