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Österreichs Wahlkabarett: Pensionen? Altersarmut? Anyone?

Yay, Wahlen! Wieder mal! Gefühlte 23x pro Jahr. Verzeiht mir meinen Sarkasmus, wir und besonders ich als Frau sollte(n) dankbar sein, wählen zu dürfen. Denn bis 1918 war es Frauen in Österreich untersagt, die Schweiz brauchte bis 1970, 1984 Lichtenstein und 2015 erhielten sogar Frauen in Saudi Arabien ein Wahlrecht, aber nur mit Pass – und den besitzen die wenigsten.

Anyway.

Als Sozialstaat hat Österreich, neben der Migration, die für alles Schlechte verantwortlich ist (Sarkasmus, verdammt nochmal), ein anderes wichtiges Thema: Pensionen. Genauer: Anhebung des Pensions-Alters. Dass dies in anderen Ländern Gang und gäbe ist, bedeutet jedoch nicht, dass man unreflektiert deren Strategie übernehmen muss und kann. Sowieso gibt es wichtigeres.

Denn bei dieser Diskussion wird gerne vergessen, sich Gedanken über fortschreitende Automatisierung und künstliche Intelligenz zu machen. In diesem Falle könnte man bei einer Maschinensteuer anfangen und sich entsprechende Konzepte zur Umschulung ausdenken. Fail. Sinnvoller ist es offenbar, die Arbeitslosen-Zahl anzuheben indem alte Menschen noch länger arbeiten sollen. In Österreichs Parlamenten scheint die Devise „Mehr Arbeitslose und weniger Jobs“ eine Win Win Situation zu sein. Ich verstehe das Konzept, wirklich: Mehr Arbeit, mehr Steuern, Pensionen für alle, yay! Aber die Realität wird dabei hervorragend ausgeblendet: Wer will alte Menschen im Betrieb? Niemand. Betriebe wollen junge, flexible, dynamische und verwertbare Arbeitskräfte. Aber Prinzipiell ganz gleich: Seien es 500€ Arbeitslosen oder 500€ Pension. Aber haltet ein! Wer eingezahlt hat, soll auch viel heraus bekommen. Und wer ist in diesem Falle von der Altersarmut am meisten betroffen?

Altersarmut

Frauen. Und schon kriecht die Fraktion „Aber Frauen arbeiten weniger“ oder „Sie müssen ja nicht schwanger werden“ aus ihren Höhlen. Mein Favorit bis jetzt: „Sie hätten es sich ja anders aussuchen können. Hätten sie halt die Kinderpflege aufgeteilt“. Bis in die 1960er war es Frauen kaum möglich selbst zu entscheiden. Waren sie verheiratet, hatten sie eines zu tun: Den Haushalt führen und Kinder zu gebären. Bis in die 1970er stand es einem Mann frei, den Job seiner Frau zu kündigen, wenn diese der Arbeit wegen den Haushalt vernachlässigte. 1970er!

Des weiteren war es gesellschaftliche Norm, dass die Frau daheim beim Kind und der Mann das täglich Brot verdiente (1980er) und schon posaunt der nächste: „Dann darf sich die Frau aber nicht wundern, wenn sie nichts verdient, sie hat sich ja persönlich dafür entschieden.“ Sicherlich hätte eine Frau damals – als es Norm war, beim Ehepartner mitversichert zu sein, und man davon ausging, dass der heilige Bund der Ehe ewig hält und der Mann für das finanzielle Wohl der Frau Sorge trägt – für ihr Leben selbst aufkommen können. Und manche Frauen taten das. Und wie? Schlechter bezahlt. Und selbst wenn Ehen halten, spielt sich dieser Gedanke nicht mehr. Kein Mann kann heute, wenn er nicht gerade zum oberen Prozent gehört seine Frau und Kinder ernähren. It’s too late baby, now it’s too late. Zu sagen, die Schuld läge bei den Frauen selbst, wenn diese nur Teilzeit annähmen oder beim Kind sein wollen, ist so unglaublich anmaßend, dass ich drauf und dran bin, entsprechende Beiträge zu kommentieren.

Lösungen

Aber, ich habe Lösungen: Neben einem Solidaritätsbeitrag der Reichen, die ein wenig mehr in die Kasse einzahlen und etwas weniger heraus holen, sodass Altersarmut weniger Thema ist. Des weiteren sollte man Frauen und(!) Männer, die sich Kind und Haushalt zum Beruf machen (wollen, mit einer Karenzzeit von einem Jahr für beide Elternteile), mit einem Mindestgehalt entlohnen und diese Jahre als vollwertige Pensionsjahre anrechnen. Und ja, das ist mein ernst.

Denn ob man es glaubt oder nicht, es gibt tatsächlich Menschen, die gerne Eltern wären (mich ausgeschlossen, außer mein Kind hat vier Pfoten oder sechs beziehungsweise acht Beine), dies aber aufgrund aktuellen wirtschaftlichen Lage nur schwer sein können. Und niemand spricht davon, dass die Leute 10 Jahre Zuhause bleiben sollen, aber ein-zwei-drei Jahre sollten möglich sein. So oder so, als Frau verliert man oft: Eine Frau sollte nicht übermäßig viel arbeiten („Rabenmutter“), darf aber auch nicht Zuhause bleiben („Verhätschelt das Kind“), und sie darf auch nicht gar kein Kind wollen („Egoistische Hedonistin!“). Nebenbei wäre es auch geschickt, Kinderkrippen und Betreuungsmöglichkeiten zu verdoppeln und verdreifachen, dass jene Eltern, die sich im Job verwirklichen möchten, dies auch tun können.

Konklusio

Natürlich landen (vermehrt) Frauen in Altersarmut, wenn es
a) bis vor kurzem gar nicht möglich/gern gesehen war, dass Frauen sich einer Arbeit annahmen,
b) Betreuungsplätze einerseits genauso stigmatisiert sind („Rabenmutter“) und zweitens erst gar nicht zur Verfügung stehen und
c) alte Menschen sowieso keinen Job mehr finden. Wer will eine 55jährige einstellen, die womöglich schon diverse Gebrechen hat?

Und dann glaubt man allen ernstes, eine Arbeitszeitverlängerung(!) sei zielführend. Damit alte Arbeitslose also noch länger „arbeitslos“ sind? Aber ganz gleich, ob Pension oder Mindestsicherung oder vermutlich in naher Zukunft HarzIV, sofern Betriebe, Firmen und Wirtschaft florieren ist alles in Ordnung.

Vielleicht sollte man sich vom Gedanken des Sozialstaates verabschieden oder adäquate Lösungen suchen. Habe ich welche? Hell yeah! Bedingungsloses Grundeinkommen, eins. Wie bezahlen? Den einen oder anderen politischen Klogriff unterlassen und Bildung fördern, damit auch damit umgegangen werden kann, zweitens. Drittens, Politikern eine umfassende Ausbildung in Geschichte, Philosophie, Wirtschaft, Umwelt, Geographie, Informatik (!) und Sozialwesen absolvieren zu lassen, dazu mindestens drei Praktika in verschiedenen Berufen wie Pflegeberufe oder Gesundheitswesen. Wie bezahlen? Gar nicht. Es ist eine Voraussetzung um überhaupt in der Politik tätig sein zu dürfen.

Quellen und Links:

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The 13th Doctor

Zeit wurde es. In allerlei Hinsicht.

Welcome Jodie Whittaker!

Schon zu Beginn war klar: Der- oder Diejenige, welche/r den Doctor die folgenden 1-2 Seasons darstellen soll, wird die nächsten Jahre in Cardiff verbringen und dem großen Filmgeschäft eher wenig zur Verfügung stehen; es war also ableitbar, dass es kein aller Welt bekannter Name sein wird. Zudem wird man einer ganzen Reihe (kritischen) Fans ausgesetzt sein, popkulturelle Geschichte schreiben und jede Menge Fanservice leisten (müssen). Wem der Trouble von Conventions und das ganze nicht so wohl bekommt, der wäre wohl auch nicht gut mit der Rolle des Doctors beraten. Kurz: Der- oder in diesem Falle Diejenige, die den Doctor darstellen darf, muss wissen, worauf sie sich einlässt.

Dass es lediglich ein paar Crybabies sind, für die ein paar Genitalien ausschlaggebend sind – in einer Serie die vom Wandel lebt, einem Alien handelt, das durch ständige Regenerationen die Idee des Neuen immer mit sich getragen hat – ist überschaubar. Jodie Whittaker als Doctor zu casten war ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Die Fans werden bleiben. Und wenn nicht, dann muss das Drehbuch und die Geschichte dafür verantwortlich gemacht werden. Sicherlich, wenn man den Schauspieler nicht mag, tut man sich generell schwer – was dann aber nicht am Geschlecht liegt. Ich tippe darauf, dass die „I hate the Show, they  ruined my childhood!-But I stay in all groups to rant“ die Minderheit ist, die ihrem Zorn gern via Internet Ausdruck verleihen und dass es meisten regelrecht egal sein wird.

Missy: “Is the future all girl?”
The Doctor: “One can only hope.“

Dass der 13. Doctor nun weiblich ist finde ich großartig – einzig allein die Tatsache, dass es nicht Katherine Parkinson geworden ist stimmt mich dezent traurig. Ob sie jemand gefragt hat? Ob sie gewollt hätte? Ich hätte sie gerne als neuen Doctor gesehen. Ich finde, sie wäre perfekt gewesen.

Jodie Whittaker hingegen ist mir gänzlich unbekannt. Ich finde es positiv, dass es eine Frau Mitte 30 ist, hätte aber – bis zur Verkündung – auch nichts dagegen gehabt, erneut einen Mann als Doctor zu sehen. Mittlerweile bin ich jedoch sehr froh und erleichtert darüber, dass der 13. Doctor von einer Frau gespielt wird. Warum? Weil es wichtig ist. Als Companion hoffe ich doch sehr auf Nardole. Ich mag ihn. Vermutlich bin ich die einzige, aber ich mag den kleinen Briten. Oder Captain Jack Harkness, allerdings ohne Romanze.

Es liegt jetzt natürlich an der Geschichte und dem Storywriting selbst, wie man den weiblichen Doctor einsetzt. Man kann die Chancen nutzen oder sie komplett versemmeln.

Die (schreckliche) Fanbase

Fans, so weiß man, sind das schrecklichste. Festgefahren in ihren Schienen, muss und soll alles so laufen, wie sie es gerne hätten und wie sie die Show einst gekannt haben und seien es bloß verklärte Erinnerungen aus der Kindheit. Und jeder hat eigene Vorstellungen von „seiner“ Serie, die die Produzenten und Schreiberlinge auch zu erfüllen haben. Dass, ganz gleich bei welcher Serie und welcher Besetzung, gemotzt wird ist klar, denn wir Leben im Zeitalter des Internets. Das Internet besteht aus Shitstorm, Porn und Katzenvideos. Mein Lieblingsvergleich: „Fans“, die das zu signierende Game of Thrones-Poster Lena Heady unter den Fingern weg reißen, weil sie Cersei spielt (und das grandios!). Das Aufbegehren der „Fans“, kann getrost übersehen werden.

Das mag jetzt so „gelassen“ klingen, aber als ich die ersten misogynen und frauenfeindlichen Kommentare las, musste ich mir immer wieder an den Kopf greifen, den Kopf schütteln und wäre es nicht so traurig, könnte man sogar darüber lachen. Natürlich war ich wütend, aber das beste Mittel dagegen ist, wie Laurie Penny einst sagte: „Don’t read the comments.“

Dass es vielfach Frauen sind die negativ kommentieren, liegt wohl einerseits an den „heterosexuellen Fangirls“, denen nun ein weiterer „Traummann“ abgeht, und vielleicht an einer generellen Unsympathie für die Schauspielerin selbst. Ich wurde nie mit River Song warm, liebte aber Clara (und ich fand es großartig, dass sie dem Doctor ebenbürtig war). Ich fand Amy schrecklich, aber Rose toll und Doctor Donna sowieso. Martha Jones war in Ordnung.

Dass jetzt „Fans“ durchdrehen und die Serie für sie „gestorben“ ist, weil der Doctor eine Frau ist, kann und darf und sollte und mit etwas Abstand betrachtet, wirklich nur ein kopfschüttelndes, Augenverdrehendes Lächeln hervorrufen. Wer dahinter PC und eine ideologische Frauen-Unterwanderung sehen will, dem sei so. Und selbst wenn, dann ist es trotzdem nicht falsch eine Frau in den Mittelpunkt zu stellen. Ein Kommentar war: „Mit wem sollen sich die kleinen Jungen jetzt am Spielplatz identifizieren?“ Guess what, kleine Jungen identifizieren sich auch mit Wonder Woman. Kleine Jungen werden zu starken Frauen wie Rey, Wonder Woman und dem/der neuen Doctor(in?) aufschauen, und sich vermutlich ebenso jemanden an ihrer Seite wünschen. Es bringt nur Vorteile!

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das Weihnachtsspecial, die kommende Season und werde mir Broadchurch bis dahin ansehen.

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R.I.P Samsung Galaxy S5 (2015-2017)

Für manche ist es ein lebloses Gerät, ein Gebrauchsgegenstand, ein Objekt. Ein Handy oder Smartphone. Etwas, dass man kaputt machen oder umtauschen kann. Etwas, dass am Hintern klebt und das Leben bestimmt.

Aber für mich war mein Telefon mein Begleiter, ein Freund und Kumpane. Mein Fotograph und Musikant. Mein Spielgefährte! Auf Reisen begleitete es mich, machte die schönsten Fotos und spielte Musik. Es mühte sich ab, sodass ich mich an Ingress und Pokémon erfreuen und ärgern konnte. Ich brachte es unzählige Male in Gefahr oder anders gesagt: Wir erlebten die tollsten Abenteuer zusammen: Bei Sonnenuntergang im Wasser, im Schnee und Regen und in der Sonne. Es überlebte die Hitze am Strand und die Kälte in den Bergen. Und wie viele Male fiel es mir zu Boden und wie viele Male hatte es einen Kratzer oder Sprung im Display? Oft und niemals! Ein treuer Freund. Bis es starb. Vor wenigen Tagen. Es rührte sich nicht mehr. Kein Trick half. Und so begrabe ich es für immer. Mein Telefon.

Noch bin ich nicht bereit es in die Kiste, oder besser gesagt, in sein Massengrab zu verfrachten wo es Seite an Seite mit ausgedienten Telefonen und MP3-Playern liegen kann. Ja, ich habe sie fast alle noch, bis auf die ersten zwei, glaube ich.

Welches sein Nachfolger sein wird, steht noch offen. Ein Samsung? Ein HTC? Sony? LG? Eines ist klar, es wird kein IPhone werden. Wichtig sind Kamera- und Musikfunktion, sowie Pokémon und Ingress. Aber besonders die Kamera ist wichtig.

Derweil bin ich abgeschnitten von der digitalen Welt. Verlasse ich den PC, kann mich niemand mehr erreichen und das Gefühl ist wirklich großartig. Ich vermisse mein Telefon (und die Kamerafunktion), aber keinesfalls vermisse ich die ständige Verfüg- und Erreichbarkeit, auch wenn Ton und Vibration, sowie sonstige Benachrichtigungsmodi immer ausgeschaltet und/oder deaktiviert waren. Ich entscheide, ob ich kommunizieren möchte oder nicht. Nicht der Anrufer (bei Unbekannter Nummer nehme ich generell nicht ab, wer weiß wer da dran sein könnte..), nicht das Piepsen einer SMS oder das Aufblinken am Display, dass jeden in den Wahnsinn treibt. Mich zumindest haben diese Geräusche immer so sehr verschreckt, dass ich sie – primär also nicht der Verfügbarkeit wegen ausgeschaltet habe, sondern weil mich aus dem Nichts auftauchende Geräusche komplett aus der Ruhe gerissen haben. Es gibt nur ein Geräusch, dass ich bedingungslos akzeptiere: Die Ankunft der TARDIS.

Und ja natürlich blickt man ab und an, manchmal mehr, manchmal weniger drauf, ob sich nicht doch jemand gemeldet hat, ob nicht doch ein Bild auf Instagram oder ein Blogbeitrag geliked wurde, aber diese vollkommene Abwesenheit jeglicher digitaler Knechtschaft hat befreiendes. Ich verlasse meinen PC und habe weder Uhrzeit noch Informationen über die Welt. Ich bewege mich quasi zu 100% analog, ohne einer digitalen Schnittstelle. Ich überlege, ob ich tatsächlich all die kommunikativen und sozialen Apps beim nächsten sofort gleich deaktivieren soll.

Und doch leidet Social-Media darunter. Wenn ich abends im Bett, auf der Toilette oder während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln WordPress-Blogs überflogen und Beiträge geliked oder Instagram durchforstet habe, mich über 9Gag amüsierte und über Facebook ärgerte, bleibt das mittlerweile fast auf der Strecke.

Und durch die aktuelle Unmöglichkeit, Geschehnisse sofort zu teilen – denn sie sind erst mit Heimkommen und via Sitz an den Rechner für andere verfügbar – entsteht etwas, dass man fast vergessen hat: Diese Momente gehören nur einem selbst. Das schwimmen bei Regen oder die Babyluchse im Alpenzoo. Kein Telefon, dass davon ablenkt und sogleich in die Welt hinaus verfrachtet, nein, die Momente gehören einem ganz allein.

Und trotzdem werde ich mir ein neues Telefon anschaffen und vermutlich dem alten Wahn verfallen, viel zu oft drauf blicken, sinnlos Apps hin und her wischen und zig Tausende Fotos machen. Oder auch nicht, wer weiß?

PS: Sobald ich den alten Zettel mit der Garantie finde, werde ich den Leser wissen lassen, wie viele Tage mir „geschenkt“ wurden. Ich habe die paranoide Ahnung, dass es zeitlich mit Ablauf der Garantie zusammen fallen könnte..

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #50

Goranas heutige Aufgabe feiert den 50. Beitrag der 5 Besten am Donnerstag und fordert uns auf, unsere besten Einträge zu nennen.

Meine 5 besten/liebsten Blogbeiträge

Ich sehe schon, die ersten Beiträge die mir in den Sinn kommen, haben wenig mit Film oder Medien zu tun. Es ist eben die neugierige Katze, die ihre Nase in allerhand Dinge steckt und sich nicht auf einen Bereich fokussieren mag. Film- und TV-Kritiken, weil ich es gerne tue – besonders bei Gotham, und den Rest, weil es gefällt, und zugegeben leicht von der Hand geht.

1. „Killer Cookies from Outer Space!“ – Eine Weihnachtsgeschichte! Eine meiner Lieblingsgeschichten. Ich las sie tatsächlich zum letztjährigen Weihnachtsfest vor.

2. „3 Shows – Eine Timeline“ – Hier wird Science-Fiction Geschichte anhand der Zeitlinien dreier Serien miteinander verglichen: The Expanse, Doctor Who und Star Trek.

3. „Zum Kugelfisch – Relax and Spa“ ***** – Derzeit sind alle Zimmer belegt, ich bitte Interessenten sich in zwei Monaten wieder zu melden.

4. „Ein Kommentar zur gegenwärtigen Debatte um die Verschleierung“ – Anbei muss ich auf meinen ersten, feministischen Text verweisen: „Ein Sammelsurium an (feministischen) Gedanken im Jahr 2016“. Auch lesenswert meiner Meinung nach: „Politik könnte so einfach sein.. (?)“.

5. Und weil wir alle über Medien, Filme und Spiele zusammen kommen: Die Reviews zu „“Stranger Things“, Season 1″ und „“Humans“, Season 1 und 2″ erinnern mich, dass es doch funktionieren kann, mehr oder weniger gehaltvolle Film- und Serien-Kritiken zu verfassen.

In Ordnung, das waren jetzt weit aus mehr als 5 Einträge..

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Turbo Deep Art

Wer heute Nacht noch nichts zu tun hat, oder morgen früh sich die Zeit anstatt durch Arbeit und Studium mit anderen Dinge vertreiben will, der schaue doch hier vorbei:

Turbo.Deepart.Io

Eine Art künstliche Intelligenz, die aus Fotos wahre Kunst werden lässt. Zur Hölle mit Kunstakademien und Kunststudien, wenn man dafür eine künstliche Intelligenz haben kann, die mal hübscher, mal ästhetischer und manchmal gar grausliche Werke fabriziert! Ich mag so Spielereien. Es erinnert an Google Dream Art. Oder an Affinelayer.

Zig Filter, zig Möglichkeiten. Meine Güte, ich bin fasziniert und wollte eigentlich vor einer Stunde ins Bett.. Ich mag den Wellen-Filter und den Filter bei der ersten Collage rechts oben. Wobei man bei der letzten Collage sagen muss, dass ein paar wirklich gute dabei sind.. und das in wenigen Sekunden.

In diesem Sinne gute Nacht, oder guten Morgen und Have Fun! Achtung, es besteht Suchtgefahr.

Edit:

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Reality-TV?

„Alles Wirkliche wird phantomhaft, alles Fiktive wirklich“ – Günter Anders über das Fernsehen

Sibirische Hunger Games

pp-winter-game-2„Winter: Game 2“ nennt sich die geplante Reality-TV-Show, die ab 1. Juli 2017 24/4 die Medien interessierten könnte. 30 Teilnehmer, entweder via Online Voting auserkoren oder durch 155 000€ in die Show gekauft, sollen 9 Monate auf 900 Hektar ums blanke Überleben kämpfen. Um eine Idee zu haben wie groß 900 Hektar sind: Die selbe Größe hat die griechische Insel Schinoussa mit ihren ca. 200 Einwohnern in der südlichen Ägäis. Der Gewinn in „Winter: Game 2“ beträgt 1,65 Millionen Euro. Auch wenn mit Mord, Vergewaltigung, Rauchen und Alkohol geworben werden, wird von vornherein klar gemacht, dass die Macher keine Haftung übernehmen und die Teilnehmer sich jedoch an das Gesetz der russischen Föderation halten sollten, was von Polizisten kontrolliert wird.

Auf das Überleben vorbereitet werden die Teilnehmer durch Soldaten. Im Juli beträgt die Tagestemperatur noch 22°, in der Nacht 10°, kann jedoch während den Wintermonaten ganz schnell unter -40° sinken. Ein Messer ist erlaubt, Pistolen nicht. Der Erfinder Pyatkovsky weiß auch schon, wer sich von diesem Konzept angesprochen fühlen wird: „Reiche und risikofreudige Leute, die die ultimative Herausforderung suchen.“

Satire?

Willkommen in der absurden Welt des Reality-TV!

Reality-TV ist uns bestens bekannt aus den The Hunger Games (2012), Battle Royale (2000), The Truman Show (1998), Running Man (1987) aber auch aus banaleren Formaten, die die meisten von uns nur vom Hören-Sagen kennen.

Die Anfänge liegen in den US-amerikanischen 1940er begraben. Die Sendung Candid Camera filmte die Reaktion von Passanten auf Witze. In den 1950ern kletterten zahlreiche Spiel- und Wettbewerbshows aus den finsteren Höhlen des Markes (Miss America), bis in den 1970ern in An American Family eine Familie während der Scheidung von Kameras begleitet wurde. Ende der 1980er wurden Formate erfunden, die noch heute die Reality-Show Landschaft prägen. Auf dem europäischen Festland etablierte sich das Format ab den 1990ern. Voyeurismus und Überlegenheitsgefühl lockt zig Tausende, nach wie vor, vor den Bildschirm.

Den Anfang machte die schwedische TV-Show Nummer 28, die sieben Fremde in ein Studentenheim in Amsterdam setzte und deren Leben über Monate hinweg verfolgte. Noch ohne jeglichen Wettbewerbsaspekt und ohne von der Außenwelt abgeschottet zu sein, standen jedem Teilnehmer 20 Minuten pro Woche zu, die Erlebnisse während des Aufenthaltes zu reflektieren. 1992 griff MTV’s The Real World das Konzept auf und erlangte mit Big Brother 1999 seinen wahnwitzigen Höhepunkt.

Und man frägt sich: Wer sieht sich sowas an? Und warum? Neugier? Schaulust und Schadenfreude? Langeweile? Oder weil es sich zum einfachen Abschalten anbietet? Überlegenheitsgefühle wie „Denen gehts noch schlechter wie mir“? Während man früher Enthauptungen beiwohnte oder dem Gladiator zujubelte, sind es heute wohl die inszenierten Klischees des Reality-TVs.

Folgend wird eine Realität konstruiert, die keine Realität ist, aber als solche wahrgenommen und reflektiert wird. Man frägt sich, welche Auswirkungen diese Formate auf die Gesellschaft haben? Und wenn man weiter gehen möchte, lässt sich dieses Prinzip ganz einfach auf die Film- und TV Landschaft ausweiten, bei welcher man zwar weiß, dass es nur Film, somit lediglich eine Geschichte ist, diese aber dennoch Flächendeckend den Zuschauer beeinflusst und formt. Man geht davon aus, je häufiger und intensiver, desto einprägsamer. Aber gehen wir noch einen Schritt zurück: Wenn zu Anbeginn der Literatur der Liebesroman mit (idealistischen) Romanzen befüllt wurde, so entsprach auch das nicht der Realität, wollte jedoch als Realität praktiziert werden. Das gelebte und gewollte Sein gründet auf Schein während der Schein aus der Wunschvorstellung einiger weniger entsprang.

Meta-Reality-TV

DieZEIT sagte im Bezug auf die TV-Serie Unreal, die von der Produktion einer fiktiven Reality-TV handelt, angelehnt an The Bachelor: „Die Serie handelt von der Produktion einer Serie, die ihrerseits so tut, als würde sie Realität abbilden, während sie in Wahrheit diese Realität erst herstellt. Das ist das Betriebsgeheimnis jeder Reality-TV-Sendung; aber indem es in dem Rahmen einer fiktiven Serie enttarnt wird, wird auch diese Enttarnung schon wieder fiktiv. Was ist überhaupt noch wirklich?“ Die Produzentin der Serie Sarah Gertrud Shapiro, Feministin und selbst lange Zeit einst durch Knebelvertrag verpflichtet worden The Bachelor zu produzieren, weiß was sie produziert und wovon sie erzählt. Nacht Sicht einiger Folgen bleibt zu hoffen, dass ein Drittel erfunden und das zweite überspitzt dargestellt wurde. Anzunehmen ist jedoch, dass das letzte Drittel (womöglich auch mehr) vermutlich wirklich auf realen Ereignissen beruht. Der Serie liegt der Kurzfilm Sequin Raze zugrunde.

Scripted Reality

Ausgehend von dieser Fragestellung, wirft man einen kritischen Blick in Richtung Scripted Reality, wie Jan Böhmermann diese bereits scharf und polemisch kritisiert hatte. Es stellt sich die weitere Frage, was es mit der Realität der Rezipienten anstellt, wenn eine Realität vorgespielt, die aber als Wirklichkeit gesehen wird? Vielleicht gar nichts, wenn das Verfahren seit Jahrhunderten nach den gleichen Mustern abläuft. Vielleicht aber gerade durch die Vernetzbarkeit des Internets und der Allgegenwärtigen Verfügbarkeit, doch mehr als wir erahnen wollen oder gar können? Ich enthalte mich derweil einem Urteil. Man könnte die Diskussion über Realität und Wirklichkeit auch via Fakenews und Pornographie weiter führen. In beiden Kriterien werden Dinge als real dargestellt, die nicht der Realität entsprechen, wobei ersteres einem gewissen Ziel folgt, den Konsumenten zu manipulieren, während zweiteres zur Unterhaltung dient.

Und doch leidet das Format ein Personalproblem: Immer weniger Menschen sind bereit, sich für Formate wie Bauer sucht Frau oder Frauentausch oder Entmülle deine Wohnung und so weiter, herzugeben. Zwar präsentiert man sich im Internet freizügig und ohne Scham, doch die Gesellschaft scheint etwas klüger geworden zu sein, und zu verstehen, dass vor allem auch die Postproduktion eine große Rolle bei Verfälschung spielt. Folgend werden sich Geschichten ausgedacht und mit Laiendarstellern gefilmt. Am Ende eine kurze Notiz: Alles nur erfunden.

Gleichsam bei der Fotografie, die ebenfalls seit Anbeginn unter Manipulation leidet. Soldaten im ersten Weltkrieg stellten sich in heroische Posen und zeigten eine glorreiche Welt von Sieg und Heldentum. Bildausschnitte werden zurecht gerückt, Gegenstände und Figuren entfernt. Der Rest ist Mediengeschichte, weist aber eine unberechenbare Konstruktion der Wirklichkeit hin. So wie Reality-TV, um den Kreis zu schließen.

Und die Rezipienten?

Durch eine Einverständniserklärung sichern sich Sender ab. Problematischer aber vielleicht als der rechtliche Einspruch, ist der Einfluss der den Zuschauern suggeriert: „Auch DU kannst zum Star werden!“ und diese oftmals übersehen, dass sie lediglich Produkt in einer großen Maschinerie sind – und somit nicht anders behandelt werden. Es wird verdeutlicht, dass man ohne eine gewisse Leistung, Erfolg haben kann – wenn Erfolg sich über Popularität misst und nicht mehr über klassische Kriterien wie berufliche, wissenschaftliche, sportliche oder kulturelle Leistungen definiert. Der Erfolg des Konzeptes geht einher mit einer Veränderung der Wahrnehmung aller Beteiligten, seien es Zuschauer, Produzenten oder Mitwirkende. Sucht man nach Erfahrungsberichte, stößt man auf das eine oder andere zerstörte Leben.

Epilog

Zu guter Letzt möchte ich auf ein Beispiel aus den 1950ern hinweisen: Herbert Stempel. Ein intelligenter Mann, der das Pech hatte bei einer Quizsendung Twenty One mit zu machen. Nach Komplikationen und Umwegen, veröffentlichte 1958 das „Journal American“ seine Geschichte, die erzählte, dass die Gewinner bereits vor der Show feststanden und die Fragen mit den Kandidaten geübt wurden.

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„Westworld“ – Was wir bis jetzt wissen und Theorien

Westworld tut auf einer Meta-Ebene das, was Westworld als Park macht: Den Zuschauer quasi dazu auffordern ein Narrativ zu entwickeln, zu erkennen und den Hinweisen zur Mitte des „Maze“ folgen. Hat das Internet Westworld vorhergesagt? Es trug sicherlich dazu bei, dass auf manche Details besonders acht gegeben oder gar dahin verführt wurde. Ich weigerte mich lange zu glauben, dass William der Gunslinger sein könnte, und selbst jetzt empfände ich es als ein „meh“-Ende, wenn dem tatsächlich so sein sollte. Aber vermutlich, weil es zu einfach gewesen wäre, zu offensichtlich? Und vielleicht bemerkte, der eine oder andere, dass man doch vom philosophischen Ursprungsthema abwichen war – Oder zumindest von dem, was wir glaubten, was es sein sollte aber vielleicht sogar niemals gewesen ist? TheVerge.com übt eben genau diese Kritik und liegt dabei nicht so falsch: Westworld’s biggest twist came with a nasty side effect.

Es folgt eine Zusammenfassung (in erster Linie für mich selbst) vor dem Seasonfinale. Folgen 1-5 wurden bisher nochmal durchgesehen.

Wie oft machte Dolores die Reise?

Das erste mal befindet sie sich vor 35 Jahren im blauen Kleid, während des Beta-Tests, in der Kirche. Irgendwo hier spricht bzw. sprach sie mit dem Menschen Arnold, tötet ihn und richtet vielleicht sogar auch das Massaker an, vermutlich den „Incident“, von dem Logan sprach. Die erste physische längere Reise ist nach Öffnung des Parks zusammen mit William, vor ca. 30 Jahren. Sie erinnert sich an die Beta-Phase, und nach und nach was damals passierte. Nach der zweiten Reise in der Gegenwart, trifft sie den MiB. In dieser Timeline begegnet sie davor auch Maeve, der sie Shakespeare zitiert: „Violent delights have violent ends“ und anfängt (vermutlich durch das Reverie-Update) (erneut) zu „glitchen“. Auch Clementine und Teddy befinden sich dort. In dieser Zeitlinie findet auch ihr Vater das Foto. Sie unternimmt die Reise also alleine.

Die Kirche

ist in der Gegenwart verschüttet, wird aber von Ford für die Storyline mit Wyatt wieder ausgegraben. Sie war einst vor 35 Jahren der Zufluchtsort für Hosts, die vor ihren Stimmen im Kopf flüchteten. Diese Stimmen seien der Blacklash des Bewusstseins. Darunter liegt der Raum, in dem der menschliche Arnold mit Dolores spricht (Ep.3) und sie auf den Weg ins Maze setzt. Dieser Raum ist nicht jener, in der Ford seine Hosts macht, dieser liegt unter dem Haus seiner Eltern. Während der Beta-Phase trug sich der Vorfall zu, sodass die Kirche mitsamt dem Raum überschüttet wurde.
→ Wenn also Ford diese Kirche für eine Storyline wieder ausgraben und aufbauen möchte, könnte das ebenfalls einen ziemlichen Backlash nach sich ziehen, was vermutlich aber sogar von ihm initiiert wird um den Park vollständig unter seine Kontrolle zu bringen, und um weiterhin Geschichten erzählen zu können.

Bernard – die Host-Version von Arnold

Bernard ist ein Host auf Vorlage von Arnold, der dritte Mitspieler auf dem Photo, den Bernard nicht sehen konnte, so wie die Tür oder die Pläne: „Doesn’t look like anything to me.“ Bernard war auch schon das Anagramm von Arnold: Bernard Lowe – Arnold Weber. Ford und Bernard wollten die Hosts mehr „Life-Like“ machen – daher die ständigen Updates. Aber ein Update sorgt für Schwierigkeiten: Reveries. Absicht?

Abernathy und das Foto

Charlotte will den Professor aka Dolores Vater mit 34 Jahre alter Daten aus dem Park schaffen. In der ersten Folge sagte Abernathy jedoch, er möchte seinem Schöpfer begegnen und sich an beiden rächen. Vermutlich an Arnold und Ford. Er zitiert Shakespeare. Sein Core wird gelöscht, Bernard flüstert ihm etwas zu und eine Träne läuft ihm runter. Wir sahen sicherlich nicht das letzte von ihm.

In Folge 9 hält Logan William das Foto der Schwester hin, die er wohl bald heiraten solle. Es ist die gleiche Frau. Eine Antwort für dieses Rätsel blieb mir bisher noch verwehrt.

Technische Fragen:

Wenn wir heute jedes Jahr unser Telefon wechseln, den Prozessor alle fünf Jahre, wäre es dann, auch in näherer Zukunft, da elektronische Geräte sicherlich nicht haltbarer fabriziert werden, nicht fahrlässig 30 Jahre alte Hosts im Park wandern zu lassen? Selbst wenn sie modifiziert werden?
→ Die einfachste Antwort hierzu wäre es: Weil es Fords (und Arnolds) Kreationen sind, die er nicht als „Junk“ bezeichnet. Er hat sie unter Kontrolle und es ist sein Park. Ende der Diskussion.

Wenn man in so einem Park wäre, wären die Sicherheitsvorkehrungen um einiges höher, als wie sie es offenbar sind. Oder aber, Ford weiß natürlich über alles Bescheid. Stichwort: Maeve und Dolores. Die Tätigkeiten der einsamen „Butcher“ tief Nachts müssten eigentlich ziemlich schnell auffliegen – wie auch Elsie bemerkte. Warum also werden diese Vorfälle nicht gemeldet?

Wenn Arnold getötet wurde – Warum bemerkt es niemand der anderen? Sind alle Hosts? Sicherlich gibt es Internet und Informationen verbreiten sich und Informationen zu löschen gestaltet sich als schwierig. Außer vielleicht man bekleidet eine entsprechende Position oder wir befinden uns in einer gänzlich anderen Zeit. In was für einer Welt befindet man sich also? Menschen können mit einem Wischen aus Fotos entfernt werden. Logan erzählte, dass man bei der Recherche nichts fand.

Theorien, Fragen und weitere Überlegungen

Zugegeben, wenn ich ohne Zusammenhang über folgende Theorien und Überlegungen schweife (selbiges gilt für die entsprechenden Social Media Gruppen, denen Ideen (wie auch Bilder) auch teilweise gestohlen wurden), macht vieles hier keinen Sinn. Wenn es also für den Leser unschlüssig klingt, ist das vollkommen okay. Nerdist unterhält derweil mit drei Theorien über das Maze.

Let’s fez.

→ Elsie wurde von Bernard getötet, also von Ford, weil sie zu nah an den Informationen war, richtig? Die Übertragung erreichte nur alte Hosts (Maeve, Dolores, Angela – all jene, die wir in der Beta-Phase gesehen haben), da diese noch mechanisch gebaut sind, mit Empfänger – um sie aus ihrem Loop zu holen, richtig? Um sie dann vielleicht für seine neue Geschichte zu verwenden? Denn die neue Geschichte, dass sagte er auch, wird anders sein, mehr hin zu den Ursprüngen.
→ Bedeutet dies, dass Ford die Übertragungen installierte? Und wenn ja, warum? Und wenn nicht, möchte er lediglich wissen, wer was aus dem Park stiehlt? Nach dem Prinzip, kenne deine Freunde, aber deine Feinde noch viel mehr? Nein, Ford weiß alles. Vielleicht wurde Elsie auch nur deswegen getötet, weil Ford nicht will, dass zu viele seiner Geheimnisse bekannt werden?

→ Was für Logan=MiB spräche, wäre, dass MiB Lawrence gegenüber sagte, er habe einst einen aufgeschnitten und er war mechanisch – Logan schnitt Dolores vor William auf. Möglicherweise spielt dann hier Rache mit ein, wenn MiB sich Dolores gegenüber gewalttätig verhält?
→ Was allerdings für W=MiB spräche, wäre die Tatsache, dass er kurz vor ihrer Flucht aus dem Lager sagte, er würde sie finden und dann bei der Kirche wieder auftaucht. Aber wir wissen noch nichts genaueres. MiB könnte auch wer ganz anderer sein.

→ Was oder wer ist Lawrence Tochter? Sie ist diejenige die zu Dolores spricht. Vermutlich übersehe ich etwas.

→ Es muss nicht sein, dass alles in Dolores Zeitlinien real ist. Denkt darüber nach.

→ Ford sagte: „The piano doesn’t kill the player because it doesn’t like the music“ – in einer Episode davor klappt Maeve das Piano nach ihrer morgendlichen Routine zu. Wird sie dasselbe mit Ford machen?
→ Erneut, Ford kontrolliert alles: Könnte man aber davon ausgehen, dass sie auch ihre „Hintertür“ entfernte, sodass Ford keinen Zugriff mehr hat? Oder agiert sie bewusst nach Fords Wunsch?
→ Wir wissen jedoch, dass Ford über Bernard Bescheid wusste und machen ließ, so auch Maeve um höhere Ziele zu erreichen?
→ Ford hat immer wieder bewiesen, dass er immer einen Schritt voraus ist. Was Delos betrifft, was die Hosts betrifft und es ist nicht das erste mal dass die Hosts in Richtung Freiheit drängen. Es ist ein Kreislauf. Das spräche wieder dafür, dass Ford alles weiß. Er wusste von der Affäre und wo Theresa als kleines Mädchen saß. Er sagte ihr gegenüber, er weiß auch alles über die Gäste und die Mitarbeiter. Und wie MiB sagte, nichts passiert „einfach so“ in Westworld.

→ Vermutlich wird Logan sterben, William heiratet seine Schwester und übernimmt große Teile der Company. Nun versucht Ford die Vorgänge von vor 35 Jahren zu wiederholen, um somit das aktuelle Board zu entfernen?

→ Ford erzählte, dass Arnold versuchte ihn aufzuhalten. Hat Ford also Arnold und alle Mitarbeiter (von Hosts) töten lassen? Womit wir da wären wo Dolores Arnold getötet hat und das Massaker anrichtete. Dolores könnte Wyatt sein.

→ Neue (alte) Theorie: Ford ist ein Host – von Arnold gemacht, der ihn glauben machte, Ford sei ein Mensch. Erweitert: Arnold ist eine allwissende KI und spielt mit den Menschen, wie sie glauben, dass sie mit den Hosts spielen. KI Arnold aber dreht das Spiel um.
→ „There is no Westworld“: Ford ist Gott und Westworld ist die Hölle; um in den Himmel zu kommen, muss man leiden und sich dessen bewusst werden. Nur dann ist man frei. Und da Gott das Ebenbild der Menschen ist, ist er grausam und nicht vertrauenswürdig. Wie eine Katze liebt er es, mit seinen Opfern zu spielen und befreit sie vermutlich nie. Ende.

→ Ford hat das Maze nie zerstört, weil Arnold es unmöglich machte, es zu finden. Darum verhindert er die Reise von MiB oder Dolores nicht, da er einen Weg dorthin braucht. Er lässt sie aus ihrem Loop und erlaubt ihr zu schießen.
→ Erneut könnte man sagen, dass MiB das Maze finden möchte um reale Gefühle in den Hosts zu erzeugen -> Seine große Liebe ist Dolores. Bei Maeve sah er was passierte, und auch dass er sie verletzt und traumatisiert könnte man dort hin leiten, dass er sie zu Bewusstsein rütteln will.
→ Mehrfach wurde wiederholt, dass das Maze nichts für MiB ist. So muss das Maze also für die Hosts sein um Bewusstsein zu erlangen. Und damit können sie die Besucher töten?

→ Wenn Dolores dann das Rätsel löst und MiB tötet – würde Ford dann 90% des Parks bekommen, wenn er danach Dolores zerstört? Da wäre aber noch Maeve. Ist das sein Plan? Es scheint mir, es dreht sich nur darum, was Ford möchte, könnte oder wollte.

→ Denn da gibt es eine Theorie, die besagt, dass Felix „the Butcher“, der Schlüssel zu gewissen Ereignissen ist. Man halte sich auch diese, wenn auch eher unwahrscheinliche, Option offen.

→ Wird Fords letzte Geschichte sein eigenes Schicksal besiegeln? Wird es unter der Kontrolle von Maeve einen Aufstand der Robots geben? Army of Maeve’ness! Wird MiB Ford töten, wenn er heraus findet, dass Ford was mit Arnolds tot zu tun hatte?

→ Ist Dolores gefährlich?

→ Das Bewusstsein der Hosts: Traumata gelten als Ursprung von Erinnerungen – Seltsame Stimmen bestimmen die Richtung, mehr als wie das Selbst sie bestimmt. Dolores Bewusstsein resultiert aus traumatischen Erinnerungen, wie bei allen anderen Hosts. In der Gegenwart wurde dies durch die Reviers getriggert und angestoßen. Das bedeutet nun was?

→ Wer aufmerksam war, wird auch bemerkt haben, dass bereits die Frau mit dem Schlangentattoo auf die Männer mit den teuflischen Hörnern hingewiesen hatte, als sie MiB ihre Geschichte erzählte. Damals jedoch konnte man noch nichts damit anfangen (Ep. 4). MiB sagte auch, er sei ihr noch nie begegnet und dabei ist sie auch eine der älteren. Warum?

→ Interessant ist auch, dass Clementine Maeve auf die Fährte mit Hector setzt, der draußen mit den „Savages“ lebt, nachdem sie die Holzfigur des Kindes sah und bemerkte, dass dies die Männer in der „Hölle“ sind. Das bedeutet, dass nicht zwangsläufig Menschen für die Geschichten verantwortlich sind, die entstehen, sondern auch die Hosts selbst, die die Geschichten selbst weiter spinnen. Hector erzählt ihr, dass die Natives diese als Götter betrachten, als Schatten, die zwischen den Welten wandeln, aus der Hölle und hier her. Und als er sie aufstechen soll, warnt er, dass die „Dreamwalker“ sie sehen könnten. So ist es nur logisch, dass die Hosts die Stimmen in ihren Köpfen als Stimmen von Gott wahrnehmen.

Zeitlinien

Für zwei Zeitlinien sprechen, dass die Hosts einst mechanisch, und nun organisch sind. Wie MiB erklärte, allerdings nur deswegen, weil es billiger ist. Dies wird von Felix bestätigt. Aber natürlich: Was ist real und was nicht? Was sind gepflanzte Erinnerungen und was nicht?

Um es dem verwirrten Zuschauer einfacher zu machen, zeichnete Reddit User draupp die Begebenheiten im Park chronologisch nach. Eine kommentierte Fassung (engl.) findet sich auf Moviepilot. Und vor dem Seasonfinale vielleicht nochmal zur Erinnerung:

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Einige abschließende Bemerkungen..

Philosophy 101

Ich köderte Madame (8) – die sich Serien gerne verweigert – damit, dass Westworld philosophisch sei und die ersten Folgen enttäuschten auch nicht: Es stellte sich die Frage nach dem Bewusstsein, was Bewusstsein ausmacht und wo zwischen Roboter und Mensch unterschieden werden kann. Roboter folgen Storylines, aber auch Menschen sind durch den sie umgebenden Diskurs ebenso eingeschränkt, was ihr Handeln und Denken betrifft. Folgend stellt auch die Frage nach der Willensfreiheit: Macht es einen Unterschied, ob der Charakter über Gene oder einem Programmierer bestimmt wurden? Während Gene fixe Vorgaben liefern, kann der Programmierer hinter her jedoch noch Dinge ändern (siehe Maeve).

Die ersten Folgen (und leider kam man dann davon ab) warfen Fragen über die Identität auf und ethisch betrachtet könnte man sich fragen, was es bedeutet, künstliches Bewusstsein zu generieren. Ab wann kann man sagen, es wäre erreicht? Ich erinnere an Asimovs Robotergesetze, denen dann natürlich Roboter unterliegen sollten, sollte man eine Art Bewusstsein erschaffen (können).

Eine weitere Frage wäre: Wenn Roboter nicht vergänglich sind und 1000 Tode sterben können, was macht sie dann frei? Sind es wirklich, wie in Westworld Leid und Schmerz? Bedeutet Tod gleich Freiheit? Wenn man 1000 Tode stirbt aber keine Konsequenzen entstehen, wird der Tod bedeutungslos. Und so wäre es auch nahe liegend, dass nach nicht all zu langer Zeit, wir selbst zum MiB werden. Interessant ist auch das Unbewusste: Man lässt die Hosts vergessen – Menschen filtern die Realität. Täten sie das nicht, wären sie schizophren. Das also, was im Grunde mit den Hosts passiert, die sich erinnern und wahnsinnig werden.

PS: Aus einer Social Media Gruppe gestohlen, dass wiederum aus einer anderen Gruppe gestohlen wurde:

hannibal

Ein Kommentar

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