Archiv der Kategorie: Wtf Politik?

Ist der Veggie Burger bald kein Burger mehr?

Mittwochs soll im EU-Parlament abgestimmt werden ob der Veggie Burger sich noch „Burger“ nennen darf und ich frage mich, ob sich Leute ernsthaft persönlich angegriffen fühlen, wenn „Burger“ nicht nur für Fleisch- sondern auch deren Ersatzprodukte verwendet wird.

Dass die Fleischlobby dadurch gestärkt wird ist selbstredend. Und ich hätte auch nichts dagegen, wäre die Haltung besser beziehungsweise gut und Tiergerecht. I know, I know das ganze führt zu Klassismus, und dass sich dann nicht mehr jeder Fleisch leisten kann. Andere Frage: Muss sich jeder Fleisch leisten können? Okay, lasst mich anders fragen: Ist es unbedingt notwendig, dass Leute, ganz abgesehen von finanzieller Absicherung und sozialem Status soviel Fleisch essen müssen? Ist es das?

Anstatt die Fleischpreise niedrig zu halten, sollte man vielleicht an höhere Löhne denken, oh wait, nevermind. Welch dumme Idee von mir. Als ob mit gerechteren Löhnen das soziale Wohl und die Gesundheit der Menschen gerettet wäre, nein wirklich, wo sind denn nur meine Gedanken eben hin verschwunden? Und anstatt der Fleischlobby zu hofieren könnte man vielleicht daran denken, gesündere Alternativen günstiger anzubieten. Die Zutaten für mein morgendliches Porridge kosten eigentlich ein Vermögen!

Und wie, wenns durchgeht, sollen Leute dann nach einem Veggie Burger suchen, wenn dieser nicht mehr unter „Burger“ zu finden ist?

Ich kann solche Dinge wirklich nicht nachvollziehen. Selbst die Briten habens verstanden, und die Briten sind nun wirklich nicht für eine ausgeprägte und köstliche Kulinarik bekannt:

Und wenn wir schon dabei sind, sollten wir dann nicht auch andere, in die Irre führenden Begriffe verbieten?

Wie zum Beispiel Katzenzungen? Wer bitte kann annehmen, dass Katzenzungen köstliche Schokoladendinger sind und keine wirklich von Kätzchen abgezwickten Zungen? Das kann heute niemand mehr so genau wissen.

Und der Fisch Burger wurde ja auch noch nicht umbenannt! Vermutlich, weil totes Tier gleich totes Tier ist aber tote Pflanze, oh graus! Nein, das geht gar nicht. Oh wait, ich las eben: Auch Pflanzenmilch darf nicht Milch genannt werden, weil diese nicht vom Tier ist (und deswegen heißen diese ganzen Mandel- und Hafermilch-Dinger Drinks und ich frage mich noch, was denn ein Drink ist, ob da Zusätze drinnen sind, nein, es ist einfach nur Milch!). Aber was ist mit Scheuermilch oder Sonnenmilch?

Also, ja. Wenn ihr mich fragt..

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

Reden wir über Eigenverantwortung

Es ist immer toll, wenn versucht wird gesellschaftliche und strukturelle Probleme zu individuellen zu machen. Da kann sich die Politik toll ihren Kopf aus der Schlinge ziehen und stattdessen Hans-Günter und Elisabeth rein stecken. Die Politik ist schließlich nicht für die Menschen da, sondern für die Wirtschaft, und gehts der Wirtschaft gut, dann gehts uns allen gut.

Merkt euch: Es liegt nur an der Person selbst, an den einzelnen Personen, eine globale Katastrophe zu verhindern und abzuwenden.

Die aktuelle, gegen Ende Oktober 2020 erlassenen Beschränkungen

Zu siebt Pizza essen: Verboten.
Hunderte in Kirche: Erlaubt – Immerhin ist Adoleszenz-Covid kein Gläubiger, sonst könnte man ihn ja auch erfolgreich mit Globuli behandeln.
Hunderte bei Events: Erlaubt. Aber mit Maske! Und zu gewiesenem Sitzplatz. Aha!
Auf Begräbnis ein Vielfaches von 6: Erlaubt. Ich las einst etwas von 100 Leute. Ich kenne nicht einmal 100 Leute!
Öffentliche Verkehrsmittel: Tja, also. Man muss ja zur Arbeit fahren, nicht?

Alles andere obliegt oder unterliegt der Eigenverantwortung.

Was ist diese… Eigenverantwortung?

Eine hervorragende Möglichkeit, wenn nicht sogar die beste, Eigenverantwortung zu definieren schaffte dieser Herr:

„Eigenverantwortung ist, wenn du bereit bist, für dich ein Risiko einzugehen. Die Verantwortung dafür, zig Mitmenschen anzustecken, kannst du hingegen gar nicht tragen.“

Damit ist nichts weiter derweil zu sagen.

Übt euch in Eigenverantwortung, der Wohl der gesamten Bevölkerung, diverser Nation und globalen Gelingens liegt allein eurem Handeln!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

#Polizeigewalt

Niemand sucht sich dessen Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder sozialen Status aus. Ob man aber in einem (durchaus bereits bekannt) rechten Regime arbeiten möchte, das sucht man sich aus. Man weiß es. Man weiß es einfach. Und man weiß, worauf man sich einlässt.

Ich kenne eine, die wollte wirklich aus Überzeugung zur Polizei. Aufgrund der vielen negativen Berichte aber hat sie sich dagegen entschieden. In die Hundestaffel wollte sie. Verständlich. Ist sicherlich toll mit Hunden zu arbeiten, und sie für das Gute im Kampf gegen das Böse auszubilden, nur was, wenn du bereits im Umfeld des Bösen bist und das Böse, das bekämpft werden soll, den Mary-Jo-Boy, der ein paar Gramm zu viel hat, eigentlich nicht im Ansatz das Böse sein kann, welches du dir geschworen hast zu bekämpfen?

Das System kann nicht von innen geändert werden

Der Naivität zu erliegen, man könne ja das System von innen ändern, entlockt mir ein müdes Lächeln. Erst kürzlich kam der Vergleich, aber was, wenn Lehrkräfte versuchen, mit guten Intentionen das System zu ändern? Ja dann gut so! Vielleicht fruchtet der eine oder andere fabelhafte Gedanke in dem einen oder anderen Kinderkopf – wenn er nicht von der Realität, dem Umfeld, den Eltern und den Enttäuschungen des Lebens, noch in seiner Saat vernichtet wird. Aber, wenn du das Lehr-System generell ansprichst, dir eine generelle Änderung erhoffst, dafür kämpfst, dass auch der Bub aus schlechten Verhältnissen genau so akzeptiert wird, wie das Mädel aus reichem Elternhaus – dann solltest du nicht Lehrer werden, sondern in die Politik gehen, und bestenfalls was ganz anderes oder auch gar nicht studiert haben, aber gut-freund mit dem Zuständigen sein. Ja, so einfach ist es! Weil dann, dann kannst du vielleicht, wenn ausreichend Sponsoren auf deiner Seite sind, etwas ändern. Aber nicht von innen heraus.

Das rechte Regime

Aber wie möchtest du in einem rechten Regime etwas und genau jenes von innen ändern? Eben, es funktioniert nicht! Nein, wirklich. Das geht nicht. Entweder wirst du korrumpiert, wie Geld und Macht korrumpieren oder du wirst raus gemobbt. Und das Regime ist rechts. Natürlich werden auch gerne entsprechende, junge Menschen angeworben. Natürlich gerne auch jene, die eher schwächlich und leicht zu beeinflussen sind, denn das Militär, die Polizeiakademie oder ganz gleich, macht sie zu starken, richtigen Männern. Zu rechten Männern mit den rechten Gedanken und der rechten Einstellung, ihr seht das hervorragende und inhaltliche Zusammenspiel der Worte? Herrlich, nicht? Der Herr dankt.

Bisher waren es nur die eh schon durchgeknallten Amis, die durch Polizeigewalt negativ auffielen – aber ja eh, war nur Amerika. Der widle Westen, da passiert das halt, das ist weit weit weit weg von uns: Ja na eh, hab ma auf You Tube gesehen, ja na eh, ständig sterben Menschen. Is halt so. Schwarze, Kinder im Meer, generell überall. Is halt so. Kann man nichs machen, ne?

Mittlerweile passiert das auch in Deutschland, und ja, was soll ich sagen: Ich habe vor der Polizei mehr Angst, als vor dem Kleinkriminellen, der mir jetzt die 10€ aus der Tasche raubt. Zumal als Frau immer noch der „Was hatten Sie denn an?“-Sager dazu kommt, sie dich zur Täterin stigmatisieren und du dir, in gewissen Vorfällen, einfach keine Hilfe erwarten kannst. Und natürlich geht man zur Polizei, wenn man ausgeraubt wird, lässt Protokoll schreiben und als Weißer hat mans da auch einfach, oder als heller Schwede oder als heller Franzose. Aber wie viele dunklere Menschen haben reichlich Probleme mit? Dunklere Menschen, deutsche Staatsbürger ohne Akzent? Ich meine, come on. Auch Deutschland, wie Österreich („Aber die Migranten! Sie nehmen uns unsere Jobs weg! Na, aber des woll ma nit arbeiten! Gibt ja Saisonshelfer! Die verdienen da gut!“) haben ein Rassismus-Problem, und nein, ich bin definitiv kein Sprachrohr für Rassismus, denn als weiße Frau kann ich eigentlich nur über misogyne Dinge sprechen, niemals aber über Rassismus an sich. Deswegen: Hört auf die, die davon betroffen sind und euch sagen: das ist rassistisch.

Zusammenfassend

Nein, die Polizei ist (oft) kein Freund und Helfer mehr. Zumindest nicht so, wie sie sich aktuell präsentiert. Sie wird assoziiert mit Gewalt, Schlägen, Autorität und Angst. Und ich sehe aktuell wenig Möglichkeiten, wie die Polizei an sich aus diesem Debakel wieder heraus kommen könnte.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, So sei es, Wtf Politik?

Wenn die Hausarbeit ruft… wirds politisch!

Ein jeder wundert sich, warum Politiker, wenn sie gewählt werden nie das einhalten was sie versprechen. Woran liegt das?

Es muss wohl die Koalition sein, der einstige Gegner den man bis aufs Übelste während der Wahl beschimpfte, nie werde man mit so einem Wicht zusammen arbeiten, nie werde man seine Seele verleugnen, lieber sterbe man davor! der einem nicht die Freiheiten lässt, die man so gerne hätte um die Welt zu verbessern, oder zumindest das eigene Land, deren Bevölkerung auf allen vieren daher kriecht und dem Elend nahe ist. Na eh, Grün stimmte bspw. gegen Erhöhung des Arbeitslosengeldes, gegen das Verbot von Kükenschreddern, kurz: stimmten für alles, was von Schwarz gefordert wird (damit die Koalition nicht brechen und an Blau übergeben werden kann, aber was, wenn man bereits wie Blau ist?). NEOS und SPÖ haben der Opposition leicht lachen. Hahahaha!

Vielleicht liegt es aber auch an diesem unsagbaren guten Gehalt von ca. 10 000 Netto. Ich meine 10k Netto, damit ist die Miete und der Kauf des Eigenheimes gesichert („Wer zu arm zum mieten ist, der soll halt kaufen!“). Damit sind gute Lebensmittel sicher (lokal und vom Bauern), damit sind Süßigkeiten sicher (die teuren von Alverde und so), und so weiter. Auch der Urlaub auf den Malediven stellt nun wirklich kein Problem mehr dar. Und ganz ehrlich, wer würde nicht wenn er könnte? Tuts nit so gschissen, ihr Heuchler!

Natürlich würde auch ich (und ich wette ihr alle) meine Wähler verraten, meine Werte in den Kübel schmeißen und mich so verhalten, dass ich auch lange genug im Amt bleibe, denn die Leute die mich rein gewählt haben, sind sowieso in der Minderheit, die können mich nicht mehr rauswählen. Und die, die mich nicht wählten, mögen zwar skeptisch sein, finden mich aber super! Win-Win! Ich meine, wer will danach wieder einen Job haben, wo man läppische 2k netto verdient, wenn man die 10k für viel weniger Aufwand gewohnt ist? Come on.. It’s tha maney maney maney!

Sollte ich je in die Politik gehen, ich verspreche euch nichts, aber wenn ihr mich wählt, dann wählt mich deswegen, weil ich euch zu Weihnachten etwas von eurer Amazon-Wunschliste kaufen werde. Und wenn ich wo wirklich daneben liege, dann wirds schon von der Marketing Abteilung so zurecht gebogen und argumentiert, dass alle zufrieden sind – oder gegen diese und jene Minderheit zwecks Ablenkung gebasht.

Konklusio

Also ja, ich tippe zu 99% stark darauf, dass die unfassbaren guten Gehälter der Grund sind, warum sich der eine oder die andere nicht an das hält, was so heilig beim Zeltfestl versprochen wurde.

Und wundert sich wer, dass Manager aktuell Boni für die guten Verdienste von 2019 bekommen, aus Steuergeldern wohl gemerkt! (Der Finanzminister, der das unterbinden hätte können, empört sich drüber (seht ihr, das ist es, Marketing machts aus! Studiert Marketing! Ihr werdet immer gebraucht!). Aber die Pflegekräfte, Frauen und alle anderen, die während der Corona-Krise an ihre Grenzen und zurück an den Herd gedrängt wurden, als Systemerhalter aber reichlich beklatscht wurden, abgespeist mit .. was warens? 400? 500 Euro? Es ist sogar noch weniger, 360€! Mag auch sein, dass ich das eine hoch- und das andere kleinrede, aber ihr sehts selbst, oder?

Also wenn einer jetzt wirklich noch glaubt, irgendwas zu bekommen (und er nicht zu den oberen 10k gehört), rate ich dazu, die Medikation zu ändern oder die Dosis drastisch zu erhöhen. Seriously Leute, des werd nix mehr.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, So sei es, Wtf Politik?

Ein Rückblick auf den Lockdown im Frühjahr 2020

Gekennzeichnete Absätze wurden am 10. Mai verfasst:

Wir haben die Ausgangsbeschränkungen hinter uns, die Ausgangssperre überlebt und es ist an der Zeit, gewisse Dinge wieder der Normalität zu überlassen. Der neuen Normalität, denn die App soll kommen. Im Moment aber nur für ausländische Reisende, die unbedingt Österreich besuchen wollen. Aber wer weiß wies tatsächlich ist; die Medien berichten einerlei, die Leute sagen anderlei und niemand weiß eigentlich so wirklich Bescheid. So hätte man bereits während der Ausgangssperre privat Leute treffen dürfen (aber nicht zu Ostern, da war es klar verboten). Meine Damen, meine Herren, das ist Österreich, ein Kabarett sondergleichen.

Es ist Oktober. Wir feiern zwar die doppelten Zahlen, dank doppelter Testkapazität (wobei ich nicht weiß, ob „Kapazität“ der treffende Begriff dafür ist, aber hey.. es wird mehr getestet, soviel sogar, dass die Zufahrt zur Bushaltestelle versperrt und der halbstündlich fahrende Bus einfach vorbei fährt, weil er keinen Platz hat), aber ein Lockdown, wie wir ihn vom Frühjahr her kannten, ist nicht in Sicht. Wie auch. Immerhin brachte er uns ein wenig sinkende Zahlen aber so ganz verhindern lässt sich der nun erwachsene, in seinen jungen 20ern befindende Covid halt doch nicht.

Mit Mitte Mai öffnen Restaurants und Bars (mit Reservierung), aber nur bis elf Uhr. Der kleine Covid, der bisher nur Spielplätze und Gärten unsicher machte, ist jetzt adoleszent und treibt sich spätnachts in Bars herum. Und welcher Jugendliche geht vor elf Uhr aus? Eben.

Auch steht zur Diskussion, ob die Maskenpflicht mit Ende Mai fallen sollen (aktuell gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln wie öffentlichen Gebäuden) und erneut zeigt die österreichische Regierung, dass sie aus ihren Fehlern nichts, aber auch gar nichts gelernt hat: Wie beim Nichtraucher-Schutz, wurden Firmen angehalten, selbst dafür verantwortlich zu sein, und jetzt, nach nur einem Monat soll das ganze obsolet sein?

Es gibt wieder eine Maskenpflicht. Und das ist angesichts der Situation angebracht.

Was übrigens noch Ende Mai passiert: Die Bäder dürfen öffnen! Aber vermutlich nur für eine gewisse Zahl an Menschen. Es wird ein trockener Sommer. Aber ganz gleich! Denn ich prognostiziere für Juli bereits die zweite Welle. Sie wird zwar nicht so stark ausfallen, wie die erste und auch werden gewisse Beschränkungen nicht wieder aufgenommen, aber, das was Spaß macht, wird gesperrt. So auch die Bäder. Der kleine Covid geht nämlich gerne schwimmen.

Das war tatsächlich eine sinnvolle Maßnahme! Und ich hatte Unrecht mit der zweiten Welle. Dann setzte ich sie für September an. Knapp. Es ist Oktober und da ist sie!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

Ein authentischer Bericht aus dem Corona-Krisengebiet

Es ist Frühling. Der 16. März 2020. Morgen soll es laut Wetterbericht 20 Grad haben. 20! Inklusive Sonne. Die Ausgangssperre wäre wesentlich einfacher zu ertragen, hätte Väterchen Frost Einzug gehalten und unsere Glieder erzittern lassen. Vermutlich, oder sogar mit ziemlicher Sicherheit, wird, sobald die Sperre in 1-2 Monaten aufgehoben wird, Schneesturm und Hagel über uns herein brechen; aber dann ist es dem Klimawandel zu verdanken, welcher des Kapitalismus‘ fleißige Diener (noch) nicht von seiner Arbeitskraft entledigt, also ist es nicht ganz so tragisch. Auf auf ihr tüchtigen Bienchen!

Zahlen und Fakten

Wir befinden uns in Österreich. In Tirol. Nicht unbedingt St. Anton oder Ischgl (dem Virenpool, welcher sich via „Aber i hob doch nit an Lift zuasperrn kennen!“ mit schuldig an der europäischen Krise gemacht hatte), sondern im Bergdorf, der Provinz Innsbruck. Innsbruck beherbergt ca. 311 000 Einwohner. Tirol ca. 751 000, und Österreich ca. 8,8 Millionen. Der Stand der aktuell Infizierten liegt bei 254. 900 ca in ganz Österreich. Soweit die Fakten.

Die Zahlen mögen (eigentlich) nicht beeindrucken: 900 Fälle auf 8 800 000 (ca. 0,01%) klingt jetzt nicht danach, als wäre es notwendig, dass die Menschen nicht einmal mehr für einen Spaziergang im Wald das Haus verlassen dürfen (die Vorschrift vermittelt allerdings, dass kürzere Spaziergänge um den Kopf frei zu kriegen, durchaus erlaubt seien solange man alleine ginge, oder zu zweit aber nur, wenn man im gemeinsamen Haushalt lebt), andererseits ist es durchaus eine Notwendigkeit, geht man davon aus, dass 1 Mensch 2-3 andere Personen anstecken kann. Und da niemand anständig getestet wird (bzw. nicht einmal bei Symptomen) bzw. die Kapazitäten überlastet sind (max 300 Testes pro Tag), darf man wohl davon ausgehen, dass die Dunkelziffer sicherlich schon im 5-stelligen Bereich angelangt ist.

Woher?

Corona ist eine Rache der Natur an der Menschheit, welche Fledermäuse verspeist und Gottes Kreaturen in kleine Käfige zusammenpfercht, diese grausamst ermordet und sie hinter her zerstückelt, um sie dann in ihre großen Mäuler hinein stopfen zu können.

Corona ist Menschen gemacht, genauer, vom Herrn Bundeskanzler Kurz selbst in Umlauf gebracht worden, um Österreichs Grenzen endgültig zu sperren: „Ich habe nicht nur die Balkanroute gesperrt, sondern auch Österreich vor diesem unglücklichen Virus beschützt und die Grenzen geschlossen!“ sagte er im Juli 2020. Zusatzeffekt: Dass nur Alte und Schwache daran zugrunde gehen, spart sich das System Pensionen. Wohin diese Gelder fließen? Sicherlich nicht in die Gehälter jener Einzelhandels-Angestellten, die aktuell ihre Gesundheit riskieren.

Corona wurde von asiatischen Zwangsarbeitern, welche illegal in italienischen Fabriken schufte(te)n, aus China mitgebracht und via Tourismus verbreitet. Südtirol wurde lange Zeit nicht als Krisengebiet eingestuft, die fleißigen Studenten kehrten schnellstmöglich in die nahe gelegene Studentenstadt zurück. Da die Uni oft, und besonders zu Beginn langweilig ist, gingen diese Skifahren und siehe da, wer ist Schuld? Wer?

Der Politiker, der Retter des Volkes

„Nein, wir werden keine Ausgangssperre verhängen!“ hieß es erst noch vor kurzem, warum auch, das gesellschaftliche Leben solle nicht leiden, wählt uns! Wir verbieten euch eure Freiheit nicht. Wählt uns! Wir schauen aufs Volk. Ja, na eh. Freiheit! Wir schreiben niemanden etwas vor! FREEDOM!

Wäre zumindest sichergestellt, dass, sollten all die Alten wegsterben und Wohnungen frei werden, diese günstig an junge Leute vermietet werden, welche im Schnitt nicht 900€ für 32m² ausgeben möchten oder gar können, dann könnte man bei diesem Geschwafel vielleicht noch ein Auge zu drücken. Dem ist aber nicht so.

Es war also ein durch und durch dummer Zug, der vielleicht auch das eine oder andere Leben auf seinem Konto verbuchen darf: Denn seien wir ehrlich, bereits ab Tag 1 hätte man eine sofortige Sperre veranlassen sollen – dass sich immer noch Menschen tummeln, die das ganze als Hysterie betrachten, bzw. sich verarscht fühlen (ein Politiker spricht vor 10 Journos auf winzigem Raume, aber man selbst solle Zusammenkünfte über 5 Personen meiden), ist natürlich verständlich (nicht, dass sie sich dennoch treffen, aber verärgert sind) und liegt in der Natur des Menschen (schlussendlich das zu tun, was man selbst gerade will, ohne Rücksicht auf andere, weil die eigene Einschätzung die Richtige ist und wenn die sagt, dass das nicht so schlimm ist und der Staat nur kontrollieren möchte, dann ist das so!). Trotzdem gilt es, zumindest ein wenig bedächtig zu sein – auch, wenn man selbst sich nicht in Gefahr befindet, weil man Jung und Gesund ist. Die Wohnungen werden nicht günstiger wenn die Alten weg sind!

Die Sperre

Dass diese Sperre vorerst lediglich nur 1 Woche gelten soll war klar. Natürlich! Wer hielte sich dann ernsthaft daran, hätte die Politik gesagt: Mindestens 2 Monate dürfen Sie Ihr Haus nicht verlassen! Ganz, ganz im ernst. Niemand. Wirklich, niemand. Dass diese Sperre sicherlich (und mindestens) auf 3-4 Wochen ausgeweitet werden wird, ist auch klar.

Hätte man anderes verkündet, wäre vermutlich Chaos ausgebrochen, das Gejaule laut und Kurz nie mehr wieder gewählt worden (auch wenn er in diesem Falle nichts dafür gekonnt hätte; Pech halt, dass genau dessen Klientel eben diese Charakterzüge aufweisen, tja.. SSKM).

Aber bei einer Woche schaffen die Leute es, mit versammelter Kraft (denn wir müssen zusammenhalten!) via Social Media (ein Hoch auf Social Media! Was täten wir nur ohne Internet! Was haben die Leute davor getan!?), sinnlose Challenges zu veranstalten (damit einem nicht langweilig wird – oh my fucking God, seriously. Wenn du eine Woche im Haus bleiben musst und nichts mit dir anzufangen weißt, dann liegt das Problem nicht an der geforderten Isolation, sondern an dir), gemeinsame Balkonkonzerte zu veranstalten („Nit, es is zu laut!“, „Ruhestörung!“, „Es ist Mittagsruhe, die alten Leut wollen schlafen!“), Lesungen für Kinder die der Schule fernbleiben müssen und nicht auf den Spielplatz dürfen via Webcam zu organisieren (nette Idee, aber interessieren tuts halt wirklich niemanden… gebt ihnen Minecraft!), und einfach im Haus zu bleiben, denn wir müssen zusammen stark sein. Was haben diese Leute getan, wenns mal 3 Wochen durch geregnet hat? Oder man krank war?

I know, I know. Mein Zynismus wird mir noch auf den Kopf fallen; konnte man sich Vor-Corona frei für die heimische Isolation entscheiden und nicht, dass man von staatlicher Obrigkeit dazu gezwungen wird jegliche sozialen Kontakte einzudämmen. I know. I know. Trotzdem. Come on, people.

Dennoch belustigt mich diese Profilierung eines jeden einzelnen auf Social Media. Waren die Leut zuerst auf der „Ach, das ist alles nur Hysterie“-Schiene, schafft man das jetzt alles gemeinsam! Es bringt mehr Klicks! Mehr Likes. Und seien wir uns ehrlich: Genau darum geht es. Genau so wie dieser Eintrag hier Klicks und vermutlich Likes bringt (und ich freue mich über jeden einzelnen)! Und ja, auch ich werde wohl wieder vermehrt Let’s Plays aufnehmen um weitere Follower zu gewinnen: „Hot Girl plays Skateboard game!“ Ich rechne in 3 Wochen mit Fame und Fortune.

Übertriebene Hysterie?

Als all die Bilder von leergeräumten Lebensmittelgeschäften letzten Freitag (dem 13.) Twitter überfluteten, scherzte ich, man müsse sich das eigentlich alles Live anschauen, es sei eine „once in a lifetime“-Situation. Wer könne denn ehrlich sagen, er war dabei, war er doch nicht tatsächlich dabei. Und jetzt ist er wahrhaftig dabei, weil er eben nicht dabei ist. Und nein, dank meiner Faulheit (und meines Asthmas) konnte ich all den Wahnsinn nicht hautnah miterleben. Hätte ich aber gerne. Ich gehöre zur Sensationsgeilen, hechelnden Katastrophenhungrigen Meute; aber auch da wird man enttäuscht: Weder werden Fernseher gestohlen, noch Autos in Brand gesteckt. Auch wandeln keine Zombies, die Köpfe spalten und Gehirne essen. Es ist eigentlich alles ziemlich langweilig, Hollywood wird keine Freude damit haben..

Zurück zum Thema. Wer hätte zu Beginn gedacht, dass Corona derartige Auswirkungen nach sich ziehen würde? Niemand. Corona, a bissl grippig fühlt man sich, aber mehr auch nicht. Is bald vorbei. Viel Wind um nichts. Und ich kann es ja beizeiten immer noch nicht ganz glauben; da eben nicht 90 000 hinweg gerafft werden, sondern relativ wenig Leute, wirken all die (durchaus notwendigen) Maßnahmen, so unfassbar surreal. Die gemeine Hausgrippe wütet jeden Frühling und Herbst, nennt zahlreiche Todesopfer ihr Eigen, wird vernachlässigt, und dieses kleine chinesisch-italienische Corona, bekommt Sonderregelungen.

Ja na eh, die Ansteckungsgefahr ist deutlich höher, die Sterberate für alte Menschen fix. Die Übertragung ist einfach und hartnäckig, und ein jeder, auch jene die keine Symptome zeigen, könnens haben und verbreiten – ich versteh es, und ich halte mich auch daran, bis auf kleinere Spaziergänge natürlich – um den Kopf frei zu kriegen; trotz all dem wirkt diese Situation dennoch surreal. Fast Filmreif. Leben wir etwa doch nur in einer Simulation?

Zusammenfassung

Hier sind wir also.

Der erste Tag in häuslicher Isolation.

Das Leben geht weiter.

Ich werde weiter berichten.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

Dinge, die im Mai’18 von Interesse waren: Rauchverbot und Chinas Punktesystem

Spannend! Was man alles findet, wenn man anfängt auszumisten.


Weil es wie die Faust aufs Auge passt:

In Österreich macht sich die Gesundheitsministerin Sorgen um das Wohl der Wirte, denn Österreich sei ein Gastfreundliches Land, mit einer langen touristischen Tradition. Nehme man die Gastfreundschaft (Anm: das Rauchen in geschlossenen Räumen) den Wirten weg, dann stehe übles bevor. Ahja. Ok.

[Tja, Bitch! Mittlerweile ist seit dem 1. November Rauchverbot und das bedeutet, dass jetzt sämtliche Lokale Konkurs anmelden müssen, weil natürlich niemand mehr wohin gehen mag, wenn er nicht rauchen darf. Insofern wird sich die gesamte kleinbürgerliche Spießkultur in die eigenen vier Wände verlagern. Ich finde wir versäumen dadurch nichts.]

Aber fast genialer finde ich folgenden Artikel, erschienen heute bei heise.de mit dem Titel: „China schafft digitales Punktesystem für den „besseren“ Menschen“ und wenn man diesen liest, so bemerkt man, dass die Idee 1:1 von Black Mirror, Season 3, Episode 1 geklaut ist. Sicherlich ist es schon etwas länger bekannt, zumindest ein Gemurmel darüber, aber all die Informationen in konzentrierter und kompetent niedergeschriebener Form zu lesen: Holla!

Früher sagte man noch „Da gibts eine Simpsons/South Park-Folge dazu!“ Heute sagt man: „Da gibts eine Black Mirror-Folge dazu!“ Ich weiß nicht, ob mich diese Entwicklung amüsieren oder verunsichern soll.

Aus dem Artikel:

„Der Zentralcomputer sammelt Daten von 50 Behörden. Er vergibt Pluspunkte für gewolltes Verhalten. Und er zieht Punkte ab, wenn Menschen irgendwie abweichen und gegen Regeln verstoßen.“

Genauer:

„1000 Punkte. Stufe A. Das bedeutet: Er ist ein „guter Bürger“, hat sich nichts zuschulden kommen lassen.“

Und:

„Yu Ganqing hat nicht gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Er zahlt seine Rechnungen. Politisch ist er nicht aufgefallen. So muss er auch nicht fürchten, im Punktesystem nach unten zu rutschen.“

Eine sehr kluge Entwicklung, nachdem in China eine lebenslange Diktatur angestrebt wird. Jegliches Verhalten eines jeden Bürgers wird aufgezeichnet!

Natürlich würde ich, regierte ich diktatorisch über ein so großes Land, politischen Störenfriede gleich ausschalten, und nicht einmal mit Gefängnis, nein. Nimm ihnen einfach alle Punkte! Denn wer im Punktesystem fällt, kann beruflich nicht aufsteigen, zahlt mehr Miete und Heizkosten und wird von allen gemieden und stirbt an durchdringender Einsamkeit. Ist das nicht großartig!? Wozu Gefängnisse, wenn Punkte auf einem Papier und des Menschen abgründiger Hass anderen Gegenüber dies übernehmen können?

Aber die Idee und Umsetzung findet in China Anklang, da die Leute ermutigt werden, „Gutes“ zu tun. Die Eltern regelmäßig zu besuchen, deren Arztrechnungen zu übernehmen oder einfach bei einem Zebrastreifen anzuhalten.

“ „Wer betrunken Auto fährt, fällt direkt auf Stufe C“, sagt Direktor He. Das sind 600 bis 859 Punkte. Darunter gibt es nur noch Stufe D. So jemand findet schwerer Jobs und wird nicht befördert.“

Nur der, der tugendhaft ist, soll ein gutes Leben führen. Sprich der, der seine Rechnungen bezahlt und sich politisch nicht äußert. Na eh. So gesehen habens die in China sogar besser; denn in Österreich wird trotz aller Gutheit und Güte dem Bürger das Mindestes nach und nach gekürzt. Dort kann man sich zumindest anstrengen und wird dafür honoriert! Was passiert, wenn man sich in Österreich anstrengt? Die die arbeiten, dürften ja nicht die Dummen sein! Sinds halt doch, nur anders verpackt: Ihr seids eh dumm, aber die anderen, die halt bis 12 Schlafen und deren Kinder sich selbst das Brot schmieren müssen, na eh, blöd seids, dass ihr aufsteht in der Früh, weil haben tuts ihr davon nix.

I mag nimma da wohnen.

Irgendwie erinnert mich die Situation an das Armen/Geflüchteten-Bashing, dass sich in Österreich abspielt. Generell sind alle Armen und jene ohne Erwerbstätigkeit Sozialschmarotzer und wollen sich „durchschummeln“. Dass dieses Verhalten sich im Gesundheitssystem nieder schlägt, ist vorprogrammiert. Kein Wunder, dass die Kassen zusammen gelegt werden wollen und Leistungen gekürzt werden.

Immerhin haben wir bald tolle Polizeipferde!

[Anmerkung: Die es gerade mal ein Jahr gegeben hatte und Millionen von Euros gefressen haben. Haha!]

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

/fem-mode on: Fragen an die Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Ist es nicht verantwortungslos, dass eine Brustabtastung 20€ und eine Ultraschalluntersuchung 40€ kostet (Recherche), Globuli aber von der Krankenkasse übernommen werden?

Und ist es nicht auch irgendwo unfair, dass Menstruationsartikel mit einer Luxussteuer belegt werden, als ob man es sich aussuchen könnte? Sicherlich gibt es Kosten- und Umweltfreundlichere Alternativen als wie Binden und Tampons, trotzdem geht es ums Prinzip.

Warum spricht niemand (oder wenn nur selten) über #RegrettingMotherhood? Es ist nicht selbstverständlich, dass jede Frau, die sich für ein Kind entscheidet, hinter her in Glück zerfließt. Selbst über Postpartale Depressionen wird häufig geschwiegen und betroffene Frauen stigmatisiert.

Warum müssen alte, weiße Männer über Frauengesundheit, Frauenrechte und deren Bedürfnisse entscheiden? Warum kann ein solches Komitee nicht aus 100% Frauen bestehen? Wie wäre es, wenn ein Kabinett über Männergesundheit sich nur aus Frauen zusammen setzen würde? Lächerlich, oder?

Warum wird im Jahr 2017 eine Frau angeklagt, weil sie öffentlich über den Schwangerschaftsabbruch informiert (im Klartext: Ein Kontaktformular anbietet für weitere Informationen) und warum kommt die Diskussion nicht ohne Worte wie „Kindsmord“ aus? Warum kann über ein Thema, dass so wichtig ist und alle mögliche Aufklärung und Nüchternheit benötigt, nur emotional sprechen? Wer hat etwas davon, wenn er über den weiblichen Körper fremdbestimmt?

Warum also spricht man über Frauen als seien sie Menschen zweiter Klasse? „Aber die Frauen! Die müssen ja auch erhört werden! Geh hört, die Frauen! Die armen Frauen!“ Zugegeben, das Thema ist schwierig, aber wer sich etwas mehr damit beschäftigt, wird den einen oder anderen Gedanken schon mal gehabt haben.

Warum werden Männer aus der Verantwortung genommen, wenn sich eine Frau leicht bekleidet zeigt und stattdessen sie zur Keuschheit ermahnt? Spricht, warum ist es die Schuld der Frau, wenn sie belästigt wird? „Hatte zu wenig an“ oder „Der Ausschnitt war zu tief“ sind keine Rechtfertigung. Ist es das Ziel der Männerschaft als triebgesteuerte Versager wahrgenommen zu werden, die ihr Genital beim Anblick bloßer Brüste nicht unter Kontrolle halten können?

Warum müssen Brüste noch immer sexualisiert werden? Warum können Männer problemlos oben ohne spazieren gehen, wenn an vielen Stränden es Frauen sogar verboten ist, oben ohne zu liegen?

2 Kommentare

Eingeordnet unter /fem-mode on, Just about Life, Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

Österreichs Wahlkabarett: Das „Sicherheitspaket“

Ein politischer Beitrag aus dem Jahr 2017:

In Österreich findet bald wieder ein ganz interessantes Ereignis statt: Die Wahl. Diesmal wird der Nationalrat gewählt und die Parteien versuchen erneut mit den skurrilsten Ideen Wählerschaft zu gewinnen. Heute auf dem Programm: Die ÖVP und das „Sicherheitspaket“.

Die Idee der heimlichen Überwachung heißt nicht „Bundestrojaner“ wie in Deutschland, sondern „Sicherheitspaket“. Neusprech lässt grüßen. „Der Computer wird nicht gehackt, er wird polizeilich ferngewartet“ schreibt ein User im Forum. Ein anderer frägt, ob man im Zuge dessen nicht alles mögliche auf das Telefon spielen könnte?

In Deutschland befindet sich seit diesem Jahr die TKÜ – die „Quellen-Telekommunikationsüberwachung“ Software im Einsatz, welche aber (aktuell) nicht auf Smartphones funktioniert. Im Jahr 2011 hatte der Chaos Computer Club (CCC) die Quellensoftware eines Trojaners durchsucht, und fand heraus, dass das Programm nicht nur umfassenden Zugriff auf die Festplatte erlaubte, sondern auch die Fernsteuerung des Computers. Danach wurde ein neues Programm entwickelt, eine Software, die lediglich den Kommunikationskanal überwachen sollte.

Im Bezug auf Österreich sagt der Chaos Computer Club Wien: „Mit der Forderung nach weiterer Handy-Überwachung durch IMSI-Catcher, Ausbau der Videoüberwachung und Einführung einer Kennzeichenerfassung können lückenlose Bewegungsprofile aller Bürgerinnen und Bürger angelegt werden. Die Relevanz dieser allumfassenden Überwachung in der Prävention von Verbrechen konnte bis jetzt keine Befürworterin der Generalüberwachung erbringen.“

Aber kein Grund zur Sorge: „Der Zugriff von der Staatsanwaltschaft angeordnet, bedarf der gerichtlichen Bewilligung und unterliegt der begleitenden Kontrolle des Rechtsschutzbeauftragten und der nachprüfenden Kontrolle des Gerichts“ heißt es. In Ordnung, aber wer sagt mir, dass Richter und Co über die technische Expertise verfügen, um die Reichweite dieser Software adäquat einschätzen zu können? Um überhaupt zu verstehen, was das bedeutet? Und wir wissen, das tun sie nicht.

Die Software, die es ermöglicht Daten eines jeden Smartphones abzulesen, soll ab August 2019 einsatzbereit sein. Bis zum 21. August hatten Bürgerinitiativen, Organisationen und Interessenvertreter Zeit, sich dieses genauer anzusehen. Die Resultate und verärgerten E-Mails wurden vom Bundesministerium jedoch blockiert. Wtf? Die Antwort: Aus Kapazitätsgründen könne man die E-Mails nicht beantworten. Ahja.

Seriously?

In Österreich ist man einerseits per Gesetz dazu verpflichtet, für Sicherheit zu sorgen – Türen verschließen und so, und nun soll dem Dieb Tür und Tor geöffnet werden? Mit anderen Worten: Man kauft sich eine Sicherheitslücke (von wem auch immer, und wer auch immer diese an wen auch immer sonst noch verkauft), bewahrt sich eine Sicherheitslücke im Betriebssystem (weder Hersteller noch Nutzer werden gewarnt) – denn diese ist für das aufspielen des Trojaners notwendig und nennt das dann „Sicherheit“? Dies muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Nun kauft sich der Staat seine Lücke, um bei Verdacht, den jeweiligen Verdächtigen ausspionieren zu können. Aufgepasst, bei „Verdacht“ und gefährdet damit Millionen andere. Hallo? Sinn und Vernunft? Liegen die Jahrhunderte der Rationalität und Verstand soweit zurück? Kant dreht sich kreischend im Grabe um. Und während der nächtlichen Recherche hatte ich das Gefühl eine „Dystopie Wolke“ hänge über uns, die an manchen Stellen undicht ist und immer wieder kleine Tropfen Dystopische-Zukunftsvision auf uns herab träufelt. Bis wir eines Tages aufwachen und uns tatsächlich in „1984“ befinden und uns fragen: Wie war das möglich?

Technisch scheint das ganze etwas schwierig zu werden – denn es sollten ja nicht nur Android-Systeme überwacht werden, sondern auch Apple, Windows Phone, Windows selbst und Linux mit seinen unzähligen Distributionen, die fast mit täglichen Updates ihre User peinigen. Für all diese Systeme wird eine entsprechende Software benötigt, regelmäßige Updates und vielleicht dieses oder jenes Feature, dass die eine oder andere Verschlüsselung außer Kraft setzt. Ich wage mir gar nicht auszudenken, was das an Steuergelder verschlingen wird. Und, technische Möglichkeiten, die unser guter Staat, und ich wette zu 100% nicht in der Lage ist zu durchschauen und/oder gewährleisten.

Was sind die Alternativen? Wir alle wissen: Je mehr Dinge, desto unübersichtlicher. Was bedeutet das richterliche Bescheide aus „Joa, wird scho passen“ bestehen und im Worst-Case jeden Bürger zum Verdächtigen macht. Was also tun? Ich stelle die Frage bewusst, ohne eine Antwort darauf zu haben – hätte aber gerne eine.

Aber! Vor der Wahl wird es nichts mehr.

Quellen:

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, Medien, Wtf Politik?

Klimawandel, hell yeah!

Mit diesem Text wollte ich mich für den 1. Preis des Niederösterreichischen Journalisten Wettbewerbes bewerben. Leider hatte ich das Datum verwechselt. Es wäre der 21.5. gewesen, anstatt der 25.5.2019. Ah, das ist bitter. Ich bewerbe mich hiermit um den Publikums-Preis. Sollten Sie keinen haben, schaffen Sie einen!

Die Teilnahmebedingungen sehen voraus, dass man entweder unter 30 ist oder eine maximal 5-jährige Berufserfahrung vorweisen kann. Da ich diesen Blog, der als journalistisches Medium gilt, seit 2011 führe aber seit 2016 regelmäßig befülle (was dann 3 Jahre sind), sehe ich diese Anforderung als bestätigt.

Die Ausschreibung sieht vor, positive Aspekte des Klimawandels zu nennen:

Monatelange Dürre, Schädlinge befallen die Wälder, dann gehen wieder Teile des Landes in Schneemassen unter und Unwetter richten Schäden an – der Klimawandel wird auch in Niederösterreich immer spürbarer. Klimawandel, das heißt aber auch: Zitronen und Melonen wachsen bei uns, neue Weinsorten werden gebraucht und im Energiebereich werden alternative Wege gesucht. Der Tourismus sieht neue Chancen und viele sprechen davon, dass die Zukunft „Green Jobs“ gehören wird. Ist also der Klimawandel ausschließlich Bedrohung oder entsteht dadurch auch Neues, Kreatives, Innovatives? Wir suchen Beiträge, die sich mit Beispielen dazu beschäftigen: „Klimawandel – nur zum Fürchten?“.“


Klimawandel, hell yeah!

Jeder Wandel brachte Neues hervor; und jedes Massensterben schuf Möglichkeiten für bisher unbekanntes Leben. Das Sterben der Dinosaurier machte dem Menschen Platz in der Geschichte. Und diese Geschichte ist noch nicht vorbei. Sie fängt erst an.

Die Deutschen, ein freundliches Volk

Seit 1993 stieg der Meeresspiegel weltweit um durchschnittliche drei Millimeter pro Jahr. Das bedeutet, dass er bis zum Jahre 2100 um gute 1,70 Meter steigen wird. Aber das sind nur Berechnungen, denn seien wir realistisch: Die Auswirkungen, die unseren Planeten betreffen werden, entwickeln sich drastischer als angenommen. Folgen wir dem bereits eingeschlagenen Weg wie bisher, könnte der Meeresspiegel im Jahr 2100 bis zu 60(!) Meter steigen. Die Niederlande in der Nordsee wären versunken, genauso Dänemark und große Teile Norddeutschlands.

Aber neben all den schrecklichen Szenarien vergessen wir eines: Meeresklima macht Menschen freundlich. Die salzige Luft lässt Körper und Geist gesunden, Lungenkrankheiten werden zur Legende und das Krankheitsrisiko sinkt enorm.

Schauen wir uns Italiener und Spanier an, die quasi von Meer umgeben sind. Sind das etwa keine freundlichen, offenen Leute, die das Gemeinsame und Gesellige zelebrieren? Da beschwert sich abends niemand, dass es zu laut ist, oder die Kinder noch nicht im Bett. Alles ist lockerer und leichter. Wer will das nicht?

Der schrecklichen Engstirnigkeit und dem Ordnungswahn der Deutschen, den grauen und griesgrämigen Gesichtern, wäre ein Ende gesetzt. Sie wären frohen Lebensmutes, kümmerten sich nicht darum ob die Kinder jetzt noch um 11 draußen spielen und Pünktlichkeit? Wer braucht das schon! Und man würde sagen, die Deutschen, so ein freundliches Volk!

Florierender Tourismus im eigenen Land

Berlin liegt unter Wasser. Und wer braucht schon Berlin? Dortmund entwickelt sich zur florierenden Küstenstadt und Aachen gilt als Strandparadies schlechthin. Metropolen wie London oder Venedig lägen ebenso unter Wasser wie New York, Bangladesch oder das Amazonas-Becken. Und dies hat einen gewaltigen Vorteil.

Sehen wir uns an, wohin die ganzen Fern- und Kurzreisen übers Wochenende führen. Richtig, in die großen und historisch populären Städte. Wer unternimmt nicht gerne einen Kurztrip über die Feiertage nach New York oder Berlin? Statt 12 Stunden via Zug und 300€ leichter, fliegt der Urlauber schnell in einer Stunde in die Bundeshauptstadt und das für schlappe 40€.  Lägen diese gern besuchten Städte unter Wasser und wären nicht mehr zugänglich, der Flugverkehr würde sich um mindestens die Hälfte halbieren. Der CO2 Ausstoß verringere sich und das wiederum käme der Luft zu gute.

Strandnixen und Wassermänner wären nicht mehr gezwungen ewige Reisen mit dem Auto anzutreten, das Meer liegt ja bereits vor der Haustür. Elektro- und Solarbetriebene Shuttles bringen Sonnenanbeter und Familien stündlich zum Strand.

Auch der Bergtourismus erlebt einen ungeahnten Aufschwung und jeder radelt Sonntags mit dem Ebike auf den höchsten Gipfel. Die Menschen werden durch die Gefahren, die der Klimawandel mit bringt, aufmerksamer. Sie lernen, wieder mit der Natur zu leben und werden bezüglich dem Umgang mit Tieren sensibler. Massentierhaltungen gehören bald der Vergangenheit an, sowie Stallhaltung für Weidetiere. Die Kühe auf der Alm erfreuen sich der menschlichen Gesellschaft, anstatt sie zu fürchten.

Wein aus Südengland und österreichische Bananen

Hat sich die Gesellschaft nicht mittlerweile Satt getrunken von französischen und italienischen Weinen? Jahrhunderte lang derselbe Geschmack, dieselben Marken. Öde wirds langsam, nicht? Fad sogar. Wird es nicht langsam Zeit für etwas neues? Der Klimawandel ermöglicht das. Und zwar im Süden Englands. Eisweine aus Grönland folgen.

Und wäre es nicht nett, unter Olivenhainen in Paris zu schlendern? Die anhaltende Hitze und gelegentliche Dürren ermöglichen den Anbau von Zitronen und Mandarinen in Europa; Österreich wäre nicht nur mehr auf dem Papier eine Bananenrepublik! Diese Entwicklung käme der Umwelt zu gute, verzichtet man auf Flugzeuge und Containerschiffe. Mittels weniger Schiffsverkehr lässt das Fischsterben nach, so auch die Verschmutzung der Meere. An den Polarkappen bilden sich Korallenriffe, das Meer beginnt sich zu erholen. Neue Fischarten werden entdeckt. Zu guter Letzt wird der Kapitalismus in die Knie gezwungen und eine kollektive Zufriedenheit stellt sich ein.

Green Cities und kulturelle Vielfalt

Tropische Sommer schaffen Notwendigkeit, Städte zu begrünen. Auf den Dächern sprießen Blumenbeete, unzählige Bäume werden gepflanzt und urbane Gärten sind an jeder Ecke gern gesehen. Die Fassaden sind grün und erinnern erinnern ans Paradies. Die Städter lernen, mit der Natur im Einklang zu leben und entwickeln die Fähigkeit sich auf Veränderungen positiv einzustellen und das beste daraus zu machen.

Die Begrünung der Städte bringt auch mehr Arbeit: Gärnter und Floristen werden zu den beliebtesten Jobs, die Tätigkeit im Freien, im Warmen und Grünen schürt das Glücksgefühl. Ein jedes Hochhaus besitzt seinen eigenen Garten und die Gemeinschaft wechselt sich in Nachbarschaftlicher Zusammenarbeit ab.

Und es gibt ausreichend Zeit dafür: Die durch Überflutung der Küstenländer angestoßene Flüchtlingsbewegung lassen Dörfer und Städte einerseits kulturell diverser werden (exotische Küchen werden noch beliebter!) andererseits folgt der Ruf nach Arbeit. Die Regierung entscheidet sich dafür, die Arbeitszeit zu halbieren – bei gleichem Lohn. Die Arbeitslosenrate sinkt fast auf Null. Neben ihrer eigentlichen Tätigkeit, gehen die meisten Menschen nun auch noch einer Gemeinnütziger Arbeit nach, was den Pflegebereich deutlich aufwertet und die Steuern erleichtert.

Alle leben gesünder

Nicht nur die salzige Meeresluft macht die Leute gesünder, sondern auch frische Luft und eine angenehme Beschäftigung in der reinen und guten Natur. Nicht zu vergessen, halbierte Arbeitszeiten und ein Ausbleiben kapitalistischer Zwänge, die das Genießen des eigenen Lebens erst wieder möglich machen. Die Gemütlichkeit, die mit der Wärme mitschwingt, lässt sie den einstigen, alltäglichen Stress vergessen und der Mensch besinnt sich wieder auf das, was wichtig ist: Die Zeit, die gegeben wurde, zu nutzen.

Im Jahre 2100 wird es kaum mehr Krankheitsfälle geben, außer kleinere Schnittverletzungen, die durch Unachtsamkeit beim garteln passieren. Krankenkassen, die sich lediglich um den Inhalt der Geldtasche des Kranken sorgen, werden abgeschafft. Die sanfte Hitze sorgt nicht nur für angenehme Gemüter, sondern auch für weniger Unfälle: Das Fehlen von Wintern und Schnee lässt Skiunfälle gänzlich verschwinden, sowie frostige Straßen, auf denen die Leute ausrutschen können. Es gibt keine Lawinengefahren mehr und auch keine jährlichen Überschwemmungen. Auch sinken die Heizkosten und das Wohnen wird gänzlich günstiger.

Die Menschheit wird zunehmend gesünder und der fatale Wunsch, Menschen künstlich verbessern zu wollen, gerät in den Hintergrund und schließlich in Vergessenheit. Die Wissenschaft konzentriert sich wieder auf das wirklich wichtige: Die Erkundung des Weltalls. 2032 fliegt eine bemannte Mission zum Mars, welcher 2103 kolonisiert wird.

Fazit

Mögen Klimaschützer den Teufel an die Wand malen; der Klimawandel, so schrecklich die Medien seine Fratze zeichnen, wird das Gute hervor bringen – die Natur wieder im Einklang mit ihren Kindern, den Menschen und Tieren, leben und ihnen alle Möglichkeiten schenken, die sie zu einem guten Leben brauchen.

Überstehen wir die aktuellen Katastrophen, erwartet uns eine blühende und strahlende Zukunft!

4 Kommentare

Eingeordnet unter Berichte, Essays, und so, Just about Life, Kulturelles, Medien, Wtf Politik?